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Finger am Abzug, oder: Israel droht mit Selbstverteidigung II August 26, 2013, 16:45

Posted by Lila in Presseschau, Uncategorized.
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Bekanntlich bin ich kein Bibi-Fan, und seine Rhetorik finde ich durchwachsen. Aber die Redewendung vom „Finger am Abzug“ muß man, wie man so schön sagt, im Zusammenhang sehen. Bibi hat erklärt, daß Israel „den Finger am Puls“ hat, und hat dann hinzugefügt, „und auch am Abzug“. Er wollte damit sagen: wir sind wachsam, um zu sehen, wann wir konkret bedroht sind – und dann sind wir sofort bereit zur Selbstverteidigung. So habe ich das verstanden, als ich es gestern in den Nachrichten gehört habe, und so steht es auch in der Jerusalem Post.

These were his his first public comments on the reports that hundreds of  Syrians were killed last week by chemical weapons,

Netanyahu said that Israel drew three conclusions from this incident.

„One, this situation must not be allowed to continue. Two, the most dangerous regimes in the world must not be allowed to possess the most dangerous weapons in the world. And three, we expect that this will stop, of course, but we must always remember our sages‘ ancient principle: „If we are not for ourselves, who will be for us? — That is to say, our finger must always be on the pulse. Ours is a responsible finger and if necessary, it will also be on the trigger.

Netanyahu said that Israel knows how to defend itself against those who want to do it harm.

Wohlgemerkt; if necessary.

Jacob Augstein ist natürlich der Allerletzte, der je die Selbstverteidigung Israels als gerechtfertigt anerkennen würde.

Nun kommt der Ruf nach dem Militär wie ein leerlaufender Reflex. Der amerikanische Verteidigungsminister hat soeben mitgeteilt, man sei auf alle Eventualitäten vorbereitet. Schiffe werden in die Levante verlegt. Israel gibt bekannt, man habe schon den „Finger am Abzugshahn“.

Nein, Israel gibt bekannt, daß es bereit ist, sich falls notwendig zu verteidigen, und bis dahin das Geschehen scharf beobachtet.

Was Augstein verschweigt oder nicht weiß oder nicht wichtig findet: Israel ist konkret bedroht.

Syrien droht Israel. Assads Sprecher sagen klipp und klar: wenn die USA Syrien angreifen, wird Syrien reagieren – mit Waffengewalt gegen Israel.

In an interview for the American radio station Sawa in Arabic, President Bashar Assad’s fellow party member said: „We have strategic weapons and we can retaliate. Essentially, the strategic weapons are aimed at Israel.“

Die syrischen Rebellen wiederum wollen Israel ebenfalls in die Sache reinziehen.

The official, who spoke on condition of anonymity, said that Israel must urge intervention in order to „save Syria and the Syrian people and prevent Syria’s fall.“

He blamed Israel for giving the Syrian regime „diplomatic cover,“ and said it must be removed if Israel „wants to show the Syrian people it is not assisting the Syrian regime and the Syrian terror.“

Auch hier ist der Ton eher drohend.

Israel wird gewissermaßen von beiden Seiten als Geisel genommen und konkret bedroht. Von iranischen und libanesischen Drohungen will ich gar nicht reden, die kommen jeden Tag. Doch für Augstein sind die Israelis die Aggressoren – so deutlich, daß sie in der Schlagzeile landen.

Syrien-Konflikt: Finger weg vom Abzug

Will der Westen wirklich Einfluss auf den Syrien-Konflikt nehmen? Dann sollten die USA aufhören, mit Krieg zu drohen, und die Israelis den Finger vom Abzug nehmen. Hilfreicher wäre es, endlich das Verhältnis zu Iran zu verbessern.

Und in so einer Situation akuter Bedrohung will Augstein den Israelis am liebsten den Finger vom Abzugshahn nehmen? Und wie sollen wir das Verhältnis zum Iran verbessern? Obama wollte das ja und hat es nciht geschafft. Und der Bürgerkrieg in Syrien tobt seit zwei Jahren. Bisher hat Zuwarten nichts gebracht. Ob andere Optionen viel bringen, weiß man nicht – aber das Sterben kann doch nicht so weitergehen.

Der Mann spinnt ja wirklich, dieser Augstein. Finger weg von der Tastatur, kann man da nur sagen.

Kommentare»

1. Uri D. - August 26, 2013, 17:41

Ach der olle, pseudo-linke Augstein (der alles über Israels Bösartigkeit und Aggressivität weiß – aber zugleich leutselig betont, dass er AUF GAR KEINEN FALL nach Israel reisen werde, niemals!), der hat ja wirklich eine beeindruckende Familiendynamik vorzuweisen: Sein nicht-ganz Daddy, der SPIEGEL-Gründer Rudolf, hatte schon eine gegelegtlich „durchknallende“ Verleugnungsrhetorik, wenn es um den Nationalsozialismus ging (er saß gemeinsam mit Uri Avnery / Helmut Ostermann als Schüler nebeneinander in der gleichen Schulklasse – bis Avnery mit seinen Eltern nach Palästina emigrierte); sein biologischer Daddy Martin Walser hat sich, wenn es um „Antisemitismus“ ging, mehr als redlich bemüht; – und seine Halb-Schwester Franziska von der SZ bekommt geradezu einen Anfall, wenn sie sich in einer Talkshow (u.a. gemeinsam mit Friedmann) über Israel äußert; Nein, Israel sei in keinster Weise in seiner Existenz bedroht, nein, eindeutig nicht, wiederholt sie ein ums andere mal voller Inbrunst, von ihrem bequemen Fernsehsessel aus:

Ein Epilog sei noch hinzu gefügt: Wo Israel als verbindendes Feindbild wegfällt klappt es nicht mehr mit der familiären Eintracht, wurde vor drei Tagen vermeldet:
http://www.focus.de/kultur/medien/franziska-augstein-wettert-gegen-bruder-jakob-bild-mann-blome-sorgt-fuer-geschwister-streit-beim-spiegel_aid_1079231.html

Und wer immer noch nicht genug hat und Substantielles über den eitlen Augstein lesen möchte möge Publikative.org lesen, und zwar dies:

http://www.publikative.org/2013/01/29/augstein-und-die-entdeckung-einer-neuen-menschenrasse/

http://www.publikative.org/2012/12/31/augsteins-israelkritik-eine-frage-der-obsession/

http://www.publikative.org/2013/01/04/was-hat-augstein-eigentlich-geschrieben/

2. Lila - August 26, 2013, 17:46

Ich weiß über den Schnösel nichts. In den Kommentaren wird er natürlich frenetisch bejubelt. ENDLICH sagt mal einer, wie es ist! ENDLICH macht mal einer den Mund auf gegen die ewige Kriegstreiberei!

Und das nach zwei Jahren unablässigen Mordens in Syrien…

3. Uri D. - August 26, 2013, 17:58

Liebe Lila,
so bedeutsam ist Augstein wirklich nicht. Beschäftige Dich nicht sonderlich mit ihm, er ist es nicht wert. Er drängt halt, mit einem pseudo-linken Gestus, in die Führungsriege der Publizistik. Und er spielt sehr bewusst und gezielt – und nur deshalb hat er eine Bedeutung! – mit antisemitischen Ressentiments, inszeniert sich als armes Opfer „der Juden“. Insofern ist er wirklich ein braver Sohn seines biologischen Vaters Walsers. In seiner subtilen Demagogie, seiner Opferinszenierungen jedoch ist er gefährlich. Wirklich gefährlich.
Eben deshalb habe ich auf Publikative verwiesen, mit drei exemplarischen Beiträgen.

4. Uri D. - August 26, 2013, 18:03

Ok, ausnahmsweise möchte ich an dieser Stelle auf meinen eigenen, thematisch passenden haGalil-Beitrag über Augsteins Daddy Walser (kontrastierend zu Heinrich Böll) hinweisen (Augstein „nötigt“ mich 😉 – nu bin ich selbst ausnahmsweise mal ein arges Opfer 😉 ):

http://www.hagalil.com/archiv/2012/04/11/grass-8/

5. heplev - August 26, 2013, 18:54

Hat dies auf World-Media-Watch rebloggt und kommentierte:
Augstein ist ein – na, das schreibe ich jetzt besser nicht…

6. Frase - August 26, 2013, 19:02

Falls noch nicht bekannt, ein hellsichtiger Essay von Stefan Gärtner zu dem Kasper:
http://www.titanic-magazin.de/heft/2013/januar/essay-augstein/

7. willow - August 26, 2013, 19:33

btw.: ihr solltet euch nun wohl doch endlich Gasmasken holen … 😦

8. A.mOr - August 26, 2013, 19:44

“If we are not for ourselves, who will be for us?“
Just what I said on the other threat!

Aber was dann von Augstein kommt, … Verzeihung, ich werde mich zurückhalten das weiter zu kommentieren.
Nur soviel: wem jetzt noch nicht klar ist, daß Augstein ein erbärmlicher Judenhasser ist (ob aus „rassistischen Gründen“ oder „Minderwertigkeitsbefindlichkeiten“ oder weiß der ‚Augstein‘ warum!), der ist wohl selbst einer.
Und sei’s nur (bei denen, die Augstein „gut finden“) aus einem absoluten Mangel an Empathie heraus, die auch die Umgebung eines solchen nicht sehr schätzen wird.

Mal im Ernst, der Typ -Augstein- ist doch krank vor blindem Haß!
Oder ist er krank (gehirnverletzt) und deshalb so bös?

9. ekkehard schroeder - August 26, 2013, 19:54

eigentlich ist augstein alleine nicht bedeutend, vielmehr die grösste und am weitesten rechts stehende … von den spiegelkolumnisten, egal was versprochen wird.
allerdings was das widerliche ist das die gesamte journalie ihm zur seite gesprungen ist als er auf diese vieldiskutierte wiesenthal-liste gekommen ist: http://lizaswelt.net/2013/01/05/freispruch-fuer-deutschland/

und das er gar nicht links ist, und er glatt mit den kapitalinteressen der deutschen exportwirtschaft händchen halten könnte geht auch aus seinen vorschlag für den iran hervor:
anstatt an die „grüne protestbewegung“ der vorletzten wahl zb anzuknüpfen und den sturz des regimes zu fordern will er das verhälltnis verbessern.
anstatt (wenn man den mit staaten bündnisse eingeht) das bündnis mit den demokratischsten gesellschaften einzugehen fordert er es mit den reaktionärsten!
nachdem der atomaustieg in deutschland beschlossene sache ist werden siemens undd andere kraftwerksbauer diesen gedanken sicher gerne aufgreifen. und in ein paar jahren können seine journalisten dann eine titelstory für den spiegel schreiben wie deutsches kapital eine diktatur aufrüstete.
so erhält man auch seinen arbeitsplatz.

und auch seine antiwestliche sicht kommt auch zum ausdruck:
der iran hat mit ziemlicher sicherheit seine revolutionsgarden im einsatz, die saudis ihnen nahestenden salafistischen milizen usw.
ganz abgesehen das auch das natomitglied türkei nicht unbedingt entspannt ist, und jordanien auch nicht cool sein wird.

10. ente - August 26, 2013, 21:43

Nachdem ich es so schön politisch inkorrekt fand:

11. Lila - August 26, 2013, 21:49

Das erinnert aber schwer an diese Geschichte von Road Dahl:

http://letras.cabaladada.org/letras/genesis_catastrophe.pdf

12. ente - August 26, 2013, 22:11

Sind ja auch Studenten!

Daimler hat gleich protestiert, da werden keine Leute um- sondern nur gefahren. 🙂

13. Hey, little Reich Boy - daniel.fallenste.in - August 26, 2013, 22:14

[…] Auf Letters from Rungholt ist ausreichend gewürdigt, wie Jakob Augstein sich in diesem Fall die Welt – man kann es nicht anders sagen – zurechtlügt. […]

14. Jörg Fuhrmann - August 26, 2013, 23:10

Für Augstein ist mir meine Zeit zu schade. Es wäre schön, wenn es anderen auch so ginge. Möglichst vielen anderen …

15. grenzgaenge - August 26, 2013, 23:33

Ja, der Augstein. Ich denke das Problem ist nicht Herr Augstein als Person. Das Problem scheint mir eher zu sein, das Herr Augstein einen ziemlich grossen Teil der Bevölkerung in Deutschland vertritt was seine Position zu Israel angeht, Vermutlich weiss er das auch und hat seine Äusserung im vollen Bewusstsein dessen getätigt. Es ist manchmal wirklich zum Verzweifeln: Aber: Simcha + Emunah, trotz allem ….

16. A.mOr - August 27, 2013, 0:53

#15 – grenzgaenge

„…das Problem ist nicht Herr Augstein als Person. Das Problem scheint mir eher zu sein, das Herr Augstein einen ziemlich grossen Teil der Bevölkerung in Deutschland vertritt…“

Widerspruch!
Du verteidigst den Falschen und beschmutzt ungerecht.
Zweifellos haben wir viel zu viele Judenhasser in Deutschland …, aber es sind Leute wie Augstein, die genau solche Flöhe den Leuten in die Köpfe setzen!
Und ich behaupte, daß der Antisemitismus der Nazis im Deutschland nach dem Krieg über die Jahrzehnte sehr zurückgegangen ist.
Erst in den letzten zwei (?) Jahrzehnten breitet sich dieses Gift wieder aus.

Leute wie Augstein beleben, ja erfinden den Antisemitismus neu! — PERSÖNLICH. —

Verzeih bitte, daß ich die Vokabel „beschmutzt“ benutze, aber den Lappen reiche ich Dir dazu. Richte nicht, wenn Du zornig bist.

17. A.mOr - August 27, 2013, 0:57

Von gewissem Interesse dürfte auch das hier sein.

Alle – Ansehen bitte! Auch bei Arabern geht noch was! …
(Und Danke an die Spürnase mh.)

18. Augstein: Hey Little Rich Boy | Ruhrbarone - August 27, 2013, 8:25

[…] Auf Letters from Rungholt ist ausreichend gewürdigt, wie Jakob Augstein sich in diesem Fall die Welt – man kann es nicht anders sagen – zurechtlügt. […]

19. Jakobo - August 27, 2013, 8:46

Augstein ist Antisemit und vertritt oder beeinflusst bestimmt die Meinung von vielen Deutschen.

Die Sache ist nur, dass die deutsche Politik und Wirtschaft bei der
Nahostpolitik sich nicht von der Oeffentlichkeit reinreden laesst.

Deshalb kann Augstein fuer die Juden in Deutschland ungemuetlich
werden, weil er Antisemitismus schuert; aber er hat keine
Auswirkungen auf Israel.

J

20. Jakobo - August 27, 2013, 8:54

PS.:

Wer die deutsche Nahostpolitik verstehen will sollte lieber dem
Peter Scholl Latour zuhoeren. Klingt zwar auch nicht sehr
erfreulich, aber Politik und Wirtschaft scheinen im
Wesentlichen seiner Analyse zu folgen.

J

21. Lumpi der Lump - August 27, 2013, 8:56

J. Augstein ist ein Schwachkopf. Wenn man ihn nicht mal für den Sohn von Augstein Senior gehalten hätte, könnte er nicht mal im Hinterpfupfiger Landboten seinen Quatsch platzieren.

22. Sophist X - August 27, 2013, 15:48

Einszweidreivier Augstein, alles muss versteckt sein…

Sagte er wirklich, die Schiffe würden in die Levante verlegt? Montiert man dazu Räder dran oder sind das US-zionistische Superschiffe, die auch an Land schwimmen?

http://de.wikipedia.org/wiki/Levante

Und er hat auch, im Vorbeigehen, den „Abzugshahn“ erfunden. Gängige Pistolen und Revolver haben einen Abzug UND einen Hahn. Das sind Bauteile mit völlig verschiedener Funktion. Der Abzug löst den Hahn aus, der ganz woanders sitzt und ganz anders aussieht, und der schlägt auf den Schlagbolzen.

G. Eussner hat mal über ihn gesagt (sinngemäß) „zum Glück ist er ungebildet, sonst würde er noch mehr Schaden anrichten“.

23. Lila - August 27, 2013, 15:51

Danke, ich war schon ganz verunsichert, mein Deutsch geht ja sowieso den Bach runter und ich hätte im letzten Absatz „Abzugshahn“ fast in Anführungszeichen gesetzt, weil mir das Wort seltsam vorkam.

Ich fürchte, ein gewisser Grad an Unbildung macht besonders populär…. 😦

24. Sophist X - August 27, 2013, 16:26

Gerne. Die Experten in der Familie stehen zur gegebenen Zeit sicher für eine zweite Meinung zur Verfügung 😀

25. grenzgaenge - August 27, 2013, 18:24

@16: Prinzipiell gebe ich Dir recht. Allerdings möchte ich schon beim Namen nennen das der Anstieg des Antisemitismus, in den letzten zwei Jahrzehnten, auch mit einer verlogenen und kurzsichtigen Asylpolitik zu tun hat. Der grösste Teil des aktuellen Antisemitismus ist eingewandert. Das wollte man, zur Zeit der Einwanderung nicht thematisieren, man thematisiert es auch heute nicht, aus Angst als „ausländerfeindlich“ zu gelten. Mir ist es schlicht egal ob mich jemand für ausländerfeindlich hält und das auch äussert. Der eingewanderte Antisemitismus ist nun mal Tatsache und diese Form des Antisemitismus kann sich schnell verselbstständigen wenn nichts dagegen unternommen wird.

26. ekkehard schroeder - August 27, 2013, 21:45

@ 25
auch wenn mit der einwanderung nicht nur neues essen kommt, sondern auch vieles an neuen ideen die nicht schön sind, zb bewegt sich die anzahl der ehrenmorde in deutschland auf einem ähnlichen niveau wie das rechtsradikal motivierter morde, und wieso sollte es in anderen fällen besser aussehen. und es ist sicher das hier viel weggeschaut wird. so sind die protokolle der weisen von zion und dergleichen in deutschland in arabisch frei verkäuflich weil die zuständigen behörden sich schlichtweg nicht drum kümmern.

trotzdem: das problem des antisemitismus in deutschland ist doch wesentlich hausgemacht. die 20-25 prozent antisemiten die immer wieder genannt werden können ja nicht alle eingewandert sein. die wenigsten publizisten welche augstein unterstützten sind eingewandert. der mob der walsers berüchtigter paulskirchenrede applaudiert hat und bubis wortwörtlich alleine sitzen lies waren heimische eliten. http://de.wikipedia.org/wiki/Walser-Bubis-Debatte
(ähnliches könnte man zb auch zur verleihung des adorno-preises an judith butler sagen. http://de.wikipedia.org/wiki/Judith_Butler#Gesellschaftliches_Engagement)
es war die zeit als unter kanzler schröder und minister fischer zb das tabu deutscher militäreinsätze im ausland überwand und ns-zwangsarbeiter forderungen an die deutsche industrie stellten.

umgekehrt war es auch bubis welcher als erster prominenter klare worte zum progrom in rostock-lichtenhagen fand während die eliten den rassistischen mob faktisch anheizten und mit der verschärfung des asylrechts diesen einen erfolg bescherten und reaktionär-nationalistischer kitt den riss unerfüllter hoffnungen im zuge der deutschen einheit schloss.
im übrigen wurde auch hier ein antifaschistsches erbe entsorgt: aus eigener erfahrung wollten die autoren des deutschen grundgesetzes ein grosszügiges asylrecht.
http://de.wikipedia.org/wiki/Ausschreitungen_von_Rostock-Lichtenhagen

27. Aristobulus - August 29, 2013, 2:16

Zum Abzugshahn: Da hat Augenstein stilistisch mal versucht, den weißen Schimmel mit dem schwarzen Raben aufzuzäumen :mrgreen: , weil ihm nur „Abzug“ oder „Hahn“ zu prosaisch klangen. Er wollte eins draufsetzen. Hat halt weder Geschmack noch überhaupt Ahnung, der feine Herr.

– Steinauges Wissen ist im siebzehnten Jahrhundert stehengeblieben, vor der Erfindung des Schnapphahns, als einer halt ein Ding erfand, das oben einrastete (Hahn), um mit dem anderen Ding unten ausgelöst zu werden (Abzug), nu, für den Schuss.
Vorher, also bis so 1620 ungefähr, gab’s freilich den Abzugshahn!, einen Bügel an der Knarre, den man für den Schuss abzog. Danach nicht mehr. Nix übrig. Aber nur der Augenstein ist noch übrig.
– Leider ist dazu sein Schreib- und Denkstil im siebzehnten Jahrhundert stehengeblieben, dieses präbarocke Geratter, die Ackerrhetorik, die Gecken. und Stutzerhaftigkeit, die missglückten Metaphern, und dieser heilige gegenreformatorische Widerwillen gegen Juden.


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