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Als Auslandsdeutsche vor der Bundestagswahl August 15, 2013, 21:41

Posted by Lila in Deutschland.
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Der Artikel selbst in der ZEIT ist nicht besonders aussagekräftig, aber die Diskussion, die sich anschließt, ist interessant. Hat jemand, der jahrelang, ja jahrzehntelang im Ausland lebt, das Recht, an der Bundestagswahl teilzunehmen? Schließlich muß er nicht ausbaden, was er seinen vor Ort lebenden Mitbürgern an den Hals wählt. Ich habe mich aus diesem Grunde (und weil ich schon länger als zehn Jahre im Ausland wohnte) schon seit einigen Jahren nicht mehr an der Wahl beteiligt.

In diesem Jahr sind es 24  Jahre, seit ich mich in Deutschland ab- und in Israel angemeldet habe. Bei der nächsten Bundestagswahl also bin ich sowieso nicht mehr dabei, es sei denn, ich kann „besondere Verbundenheit“ mit Deutschland nachweisen, und wie könnte ich das? Keines der Kriterien trifft auf mich zu.

Die notwendige Vertrautheit mit den politischen Verhältnissen in der Bundesrepublik Deutschland muss im Einzelfall persönlich aufgrund eigener Erfahrung und unmittelbar erworben worden sein. Eine rein passive Kommunikationsteilnahme, etwa durch den Konsum deutschsprachiger Medien im Ausland, genügt nicht.

Ich bin weder Diplomatin noch arbeite ich in einer deutschen Firma noch repräsentiere ich Deutschland. Eine Zeitlang hatte ich mal so einen Job, aber das ist auch schon wieder ewig her.

Also, diesmal muß ich mich entscheiden, will ich mitwählen oder nicht? Die deutschen Gesetze haben es mir unmöglich gemacht, die israelische Staatsangehörigkeit zu erwerben, obwohl es von israelischer Seite aus möglich wäre – aber dann wäre ich meine deutsche Staatsangehörigkeit los. Und das will ich nicht. Ich bin und bleibe doch Deutsche.

Ob ich so gut informiert bin wie Deutsche, die in Deutschland leben? Bestimmt nicht. Ich verfolge zwar viele deutsche Themen und Diskussionen (viel mehr, als ich im Blog beackere – da bin ich doch eher monothematisch… ich kann und muß doch nicht zu allem meinen Senf dazugeben), aber bestimmt hat jemand, der mit seiner Umgebung täglich beim Kaffee darüber redet und den die Themen persönlich betreffen, viel mehr Einblick. Andererseits – das Wahlrecht ist nicht davon abhängig, wieviel Ahnung man hat. Wenn vor Erteilung der Wahlberechtigung eine Prüfung zu bestehen wäre, so wie der Einbürgerungstest, dann wäre vermutlich die Wahlbeteiligung noch niedriger, als sie so schon ist. (Obwohl der Test wirklich extrem einfach ist – ich hatte ihn mir schwieriger vorgestellt.)

In Israel wähle ich nicht, weil ich nicht kann, in Deutschland nicht, weil ich mich nicht einmischen will. Und doch betrifft mich, was in Deutschland beschlossen wird. Nicht nur, weil meine Familie und Freunde dort leben, und nicht nur, weil es mich interessiert. Das Ansehen Deutschlands in der Welt und besonders natürlich in Israel ist mir wichtig, und deutsche Positionen haben Einfluß auf Entscheidungen, die uns betreffen. Es reicht, sich einen Moment vorzustellen, daß die Linke den Außenminister stellte… Ich möchte also einerseits wählen und Einfluß nehmen und das Gefühl haben, daß ich meinen winzigen Beitrag leiste zu einer demokratisch gewählten Regierung, die ja auch mich repräsentiert.

Andererseits – was würde ich wählen? Soll ich Formulare ausfüllen und Anträge stellen, um dann einen leeren Wahlzettel zu verschicken? Meine chronische Unentschlossenheit ist bei diesem Thema noch viel ausgeprägter als bei anderen. An jeder Partei habe ich was zu bemängeln – keine versteht mich wirklich! unerhört!!

Wie stehen andere Expats dazu? wie finden es die Inlandsdeutschen, wenn Auslandsdeutsche mitwählen? Ich bin wirklich noch zu keinem Entschluß gekommen.

Kommentare»

1. Andreas Moser - August 15, 2013, 22:55

Es gibt durchaus die Möglichkeit, die deutsche Staatsbürgerschaft trotz Einbürgerung in Israel zu behalten wenn Du „fortstehende Bindungen an Deutschland“ gelten machen kannst (§ 2 II StAG). Das klingt nach weniger als der „besonderen Verbundenheit“. Da man das nur im Zeitpunkt des Antrages geltend machen muß und egal ist, was nach der Erteilung der „Beibehaltungsgenehmigung“ passiert, kann man das relativ leicht so hindrehen, daß es paßt.

2. Andreas Moser - August 15, 2013, 22:56

§ 25 II StAG sollte das heißen.

3. Andreas Moser - August 15, 2013, 23:02

Ich bin erst 2009 ausgewandert, und ich rechtfertige meine Partizipation an der Bundestagswahl damit, daß ich vielleicht irgendwann mal wieder nach Deutschland zurückkehre (auch wenn ich es gerne vermeiden würde) oder vielleicht zurückkehren muß (wenn ich woanders rausgeworfen werde) und damit, daß ich mich noch immer regelmäßig informiere und der Meinung bin, mich gut auszukennen. Solange ich mir sicher bin, daß etliche in Deutschland lebende Wähler sich weniger gut auskennen als ich, habe ich keine Hemmungen.

Besonders reizvoll finde ich den Gedanken, eine Partei zu wählen, die Steuererhöhungen verspricht, wenn ich weiß, daß es mich auf keinen Fall trifft. 🙂

4. Piet - August 15, 2013, 23:36

An jeder Partei habe ich was zu bemängeln – keine versteht mich wirklich! unerhört!

Pfft. Du glaubst doch nicht wirklich, damit wärest du etwas Besonderes. (Dass die Zahl der Nichtwähler hier stetig zunimmt, hat ja auch damit zu tun, dass die Wahl des geringsten Übels unter sich immer ähnlicher werdender Volksparteien mit politisch wie finanziell immer geringeren Spielräumen immer schwieriger wird.)

Sicher hast du einen anderern Blick auf Deutschland als ein hier Lebender, aber ob der automatisch schlechter ist? Manchmal muss man Dinge ja mit etwas Abstand betrachten, um sie klar erkennen zu können – wer wüsste das besser als eine Kunsthistorikern. 😉 Ich zumindest kann nicht einsehen, warum du als WahlBERECHTIGTE dein Recht nicht wahrnehmen und deine Interessen nicht wahren solltest. Der Nachteil ist nur, dass du vor dem gleichen Problem stehst wie wir auch: Wen, zum Geier, soll ich wählen?! (Vermutlich das, was ich nahezu immer schon gewählt habe; es fällt mir nur immer schwerer, je älter ich werde…)

5. wollecarlos - August 15, 2013, 23:56

Eine interessante Idee würde ich darin sehen, diese Angelegenheit auf eine -sozusagen- höhere Ebene zu bringen.

Ganz egal, wo man auf dieser Erde lebt, seinen Lebensmittelpunkt hat, sollte man von seinem universellen Grundrecht auf Wahl Gebrauch machen.

Ob in Kirgisistan oder Groß-Brittanien, in Israel oder Spanien, in Deutschland oder Polen….

Wahlen sind das fast alleinige Mittel für einen (Welt-) Bürger, sich „bemerkbar“ zu machen.

6. migdalit - August 16, 2013, 1:03

Ich bin zwar keine Deutsche sondern Österreichische Expat aber bekanntlich stehen ja auch bei uns Wahlen an. Diskussion über wählende Auslandsösterreicher gibt es bei uns soweit ich weiß allerdings keine größere.

Nun bin ich insgesamt noch weit nicht so lange im Ausland wie du (gute 5 Jahre in verschiedenen Staaten) aber ich fühle mich mit Österreich doch sehr verbunden. Meine Mutter neckt mich manchmal ich wüsste besser Bescheid als sie 😉 Also keine Frage hier dass ich mitwählen werde.

Habe hier grade der Vollständigkeit halber noch meine besser Hälfte (auch Österreicher) befragt. Seine Antwort: Solange er Österreichischer Staatsbürger ist sieht er es als seine Pflicht mitzuwählen.

7. Paul - August 16, 2013, 2:03

Als Inlandsdeutscher habe ich nichts dagegen, wenn ein juristisch mir gleich gestellter Deutscher, der im Ausland lebt, sein Wahlrecht wahrnimmt.
Es wäre schon gut, wenn jeder in Deutschland lebender Wahlberechtigter so informiert wäre wie Du.
Moser hat einen bemerkenswerten Aspekt angesprochen: Er möchte etwas wählen, um uns Inlandsdeutschen etwas „heim zu zahlen“.
Aber sind nicht die, welche solche Vorhaben in ihr Programm aufnehmen viel schlimmer?

Also, liebe Lila, ich hätte nichts dagegen, wenn Du wählen würdest, wenn Du der Partei Deine Stimme gibst, die ich auch wähle. 🙂

8. j5727 - August 16, 2013, 8:32

„wenn Du der Partei die Stimme gibst, die ich auch wähle“ … ist nett gesagt Paul. In der Tat stellt sich doch die Frage, wen von den Chaoten soll man wählen 😉

Mal ernsthaft in die Runde gefragt: abgesehen von dem innenpolitischen Kram und mal ausnahmsweise (psst aber zu diesem Blog) mit dem Fokus auf proisraelische Politik (proisraelisch unterstell ich jetzt hier mal allgemein) wen soll man wählen: die SPD-Hamas mit ihrer gemeinsamen Zielrichtung (oder so ähnlich), oder die „Christlichen“?????

9. Andreas Moser - August 16, 2013, 9:40

@8: Johannes Rau.

10. Andreas Moser - August 16, 2013, 9:59

Einen Wahlprüfstein „pro-israelisch“ fände ich in Deutschland nicht sinnvoll:
a) Außenpolitik wird nicht von Parteien gemacht, sondern von den Außenpolitikern der Parteien. Die meisten Außenpolitiker aller im Bundestag vertretenen Parteien haben einen Grundkonsens, daß die Sicherheit Israels Priorität hat (und teilweise sogar zur „Staatsräson Deutschlands“ erklärt wird). In allen Parteien sind die Außenpolitiker näher an Israel (und näher am Transatlantizismus) als die Mehrheit oder die Basis dieser Parteien (selbst in der Linkspartei).
b) Was ist schon pro-israelisch? Das beantwortet doch jeder Israeli anders. Wenn hier Prüfsteine eingesetzt würden, würde irgendjemand (die jeweilige israelische Regierung? ein deutscher AIPAC? die lautesten Blogger? der Botschafter?) die Deutungshoheit über israelische Interessen finden. Bei einem Land mit einer lebhaften Demokratie und einer Streitkultur wie in Israel fände ich das verfälschend.

Ich selbst habe einen anderen Test: Wie geht eine Partei mit Antisemiten in den eigenen Reihen um? Wir wissen, daß es einen bestimmten Anteil von Antisemiten in der Bevölkerung gibt. Und damit natürlich auch in den Parteien, nach meiner Erfahrung in so ziemlich allen Parteien. Manchmal machen sie sich bemerkbar (z.B. Ex-MdB Hohmann von der CDU oder die Hessen-CDU mit ihren „jüdischen Vermächtnissen“ oder der alte nationale Flügel der FDP bis hin zu Möllemann). Und genau dann messe ich die Parteien daran, wie sie dagegen reagieren.

Aus meinen Erfahrungen mit fast allen Parteien: Es kann jemand durchaus „pro-israelische“ Parolen wiederholen, aber ein Antisemit sein. Vielleicht ist er „für“ Israel, weil er Muslime noch weniger leiden kann als Juden (v.a. bei konservativen Parteien anzufinden), vielleicht weil er weiß, daß das „halt so die Meinung in Deutschland sein muß“. Andererseits gibt es Leute, die sich lautstark für die Rechte der Palästinenser einsetzen, aber in ihrem Herzen Israel lieben, weil sie mal dort gewesen sind und wissen, daß es ein freier Staat und eine Demokratie ist und weil sie etwas aus der deutschen Geschichte gelernt haben (v.a. bei den Jugendorganisationen der eher linken Parteien anzutreffen).
Alles gar nicht so einfach, aber mir persönlich ist jemand lieber, von dem ich sicher sein kann, daß er kein Antisemit ist. Ob er dann für oder gegen den Ausbau von Siedlungen im Westjordanland ist, ist mir egal. Die Frage wird sowieso nicht in Deutschland entschieden.

11. arboretum - August 16, 2013, 10:17

Mischen Sie sich ruhig ein und wählen Sie, Lila. Sie können damit nix schlimmer machen, als es eh schon ist, und vielleicht wird es ja sogar besser. 🙂

12. Piet - August 16, 2013, 15:22

Übrigens beleuchtet Herr Salzborn die Problematik des Wahlrechts Auslandsdeutscher auch gerade: „Wahlvolk und völkische Wahl

13. Lila - August 16, 2013, 15:46

Was für die Gans gilt, gilt auch für den Ganser, sagt man dazu doch in England, oder? Herr Salzborn weiß bestimmt, daß Juden automatisch die israelische Staatsangehörigkeit bekommen – was der Grund dafür ist, daß sie die deutsche nicht verlieren, denn die gefährdet man dadurch, daß man sich aktiv um eine nicht-deutsche Staatsbürgerschaft bewirbt. Sowohl in Israel als auch in Deutschland geht man also, um mit Salzborn zu sprechen, von „einer schicksalshaft gebundenen Einheit“ der Angehörigen eines Volks aus…

Ich würde es aber nicht so dramatisch formulieren. Es kommt wohl auf den Einzelfall an. Wem die alte Heimat ganz egal ist, der wählt wohl sowieso nicht mit, oder? Ich würde diesen ganzen Bürokratiekram jedenfalls nicht auf mich nehmen, wenn mir der Ausgang egal ist. Aber ich bin ja auch bürokratiescheu.

Dabei fällt mir ein, daß ich gar nicht weiß, wie der Staat Israel das hält – ob alle israelischen Staatsbürger, auch wenn sie nie hier gelebt haben, mitwählen dürfen, oder ob es einen Zeitpunkt gibt, an dem sie dieses Recht verlieren. Muß ich mich mal informieren.

14. Arthur - August 16, 2013, 16:06

vielen Dank für den Link zum Einbürgerungstest. Also so einfach finde ich ihn nicht, für nicht-Deutschsprachige… ich habe den Eindruck, dass da schon ein sehr hohes Niveau bei den Sprachkenntnissen verlangt wird und dass man da einiges falsch machen kann, einfach weil man die Fragen oder die Antworten nicht richtig versteht…

Ich habe den Eindruck, dass das ein sozial selektiver Test ist, der untere Bildungsschichten ausschliesst.

Nicht jedem ist es gegeben, eine Fremdsprache richtig zu lernen, nicht einmal jeder Immigrant in Deutschland kann lesen und schreiben… Ich finde nicht, dass das die richtigen Kriterien sind um Leute von der Naturlisierung auszuschliessen…

15. ente - August 16, 2013, 16:16

Mach Dir mal keine Gedanken:
„Wenn also zum Beispiel ein Deutscher nach Geburt und Schulbesuch in Deutschland mit 12 Jahren in das Ausland gezogen ist oder ein Rentner nach Sozialisation und Berufsleben in Deutschland vor 26 Jahren aus Deutschland fortgezogen ist, aber einen Bezug zu Deutschland durch regelmäßige, jeweils weniger als 3 Monate dauernde Deutschlandbe- suche oder eine (nicht meldepflichtige) Ferienwohnung in Deutschland aufrechterhalten hat, wird die Annahme eines Falls von § 12 Absatz 2 Nr. 2 BWG naheliegen, da die Nähe des Sachverhalts zum Fall der vom Gesetz in § 12 Absatz 2 Nr. 1 BWG unwiderleglich vermuteten persönlich und unmittelbar erworbenen Vertrautheit mit und Betroffenheit von den politischen Verhältnissen in der Bundesrepublik Deutschland auf der Hand liegt.“ http://www.bundeswahlleiter.de/de/bundestagswahlen/BTW_BUND_13/auslandsdeutsche/download/AnwendHinweise_P12Abs2Nr2_BWG.pdf

Auf normaldeutsch: Kostet nur eine mail an die ehemalige Heimatgemeinde. Wäre ja noch schöner!
(Als im Vogelsberg lebender Leser, kann ich Dir nur sagen: Wildschweine erschießt man, wenn diese Futterquellen im Ort erschließen. So mal als Gutmensch.)

16. Lila - August 16, 2013, 16:21

Was ich verlinkt habe, ist ja der gesamte Fragenkatalog. Beim eigentlichen Test wird ja nur eine Auswahl davon vorgelegt, ungefähr ein Zehntel. Manche Fragen kommen ja doppelt vor, nur jeweils anders formuliert.

Viele Fragen sind allein mit dem gesunden Menschenverstand beantwortbar, wenn man begriffen hat, was Deutschland für ein Staat ist. Andere Fragen natürlich sind schwieriger.

Ich finde die Idee eigentlich nicht schlecht, wie die USA sicherzugehen, daß Menschen, die eingebürgert werden, auch begreifen, welchen Charakter der Staat hat. Ein Grundwissen sollte schon da sein. Auch die Schule vermittelt ja dieses Wissen. Ich weiß nicht, ob es Kurse gibt, in denen man das lernen kann.

Was man umsonst und ohne Anstrengung bekommt, wird im Allgemeinen weniger geschätzt als das, was man sich erwerben muß. Wer den Führerschein oder einen Schulabschluß machen kann, der müßte die Fragen eigentlich beantworten können, u. Umständen mit Training.

Übrigens dient diese von mir verlinkte Seite als Übungsrunde. Es wird ja sofort angezeigt, welches die richtige Antwort war. Man kann also damit die richtigen Antworten lernen. U.U. nachgoogeln, was man nicht verstanden hat. Man muß ja auch nicht 100% richtig antworten, oder?

Daß es allerdings schichtenabhängig ist, wie gut man mit Tests umgehen kann, ist wahr. Was wäre eine bessere Lösung?

17. wollecarlos - August 16, 2013, 16:29

@Arthur
Von den rund 330 möglichen Fragen werden bei der „Prüfung“ nur 33 Fragen gestellt, die man in 60 Minuten „beantworten“ muss!
Dabei werden immer 4 mögliche Antworten vorgegeben, von denen immer nur 1 richtig ist!

17 Fragen müssen richtig beantwortet sein, damit man den Test bestanden hat und das amtliche Zertifikat erhält!

Ich denke, daß man Ihre Vermutung, daß dies „ein sozial selektiver Test ist, der untere Bildungsschichten ausschliesst.“ ausschließen kann.

18. Andreas Moser - August 16, 2013, 16:43

@Arthur (Nr. 14): Da die Einbürgerung in Deutschland sowieso deutsche Sprachkentnisse voraussetzt (§ 10 I Nr. 6 StAG), die unabhängig vom Einbürgerungstest geprüft werden oder nachgewiesen werden müssen, stellt das eigentlich keine zusätzliche Hürde für den Einbürgerungstest dar. Im Normalfall wird das Sprachnnievau B1 verlangt (§ 10 IV StAG), aber es können Ausnahmen gemacht werden für Kranke, Behinderte und Alte (§ 10 VI StAG). Nach meiner Erfahrung finden die Ausnahmen vor allem Anwendung auf alte Bewerber, die entweder nie eine Schule besucht haben oder deren kurzer Schulbesuch schon Jahrzehnte zurückliegt und die in ihrem weiteren Lebensverlauf zu funktionellen Analphabeten geworden sind. Die Chance für eine Ausnahme steigt, wenn eine ganze Familie sich zusammen einbürgern läßt und z.B. nur eine Oma den Sprach- und Einbürgerungstest nicht ablegen kann, während ihre Kinder und Enkel ihre Integration bestens nachweisen können.

19. mom - August 17, 2013, 8:45

Mir als österreichischem Expat in Deutschland geht es so ähnlich – ich fühle mich nicht berechtigt, in Österreich zu wählen – sicher, es ist mein Land und ich fühle mich ihm verbunden, aber ausbaden muss ich meine Wahlentscheidung nicht, das müssen andere.
Dafür finde ich es absurd, in Deutshland nicht wählen zu dürfen – ich zahle hier jede Menge Steuern, erhalte damit die deutsche Allgemeinheit mit, und darf jede Macke ausbaden, die der gerade amtierenden Regierung so einfällt. Das finde ich nicht fair, denn ich bin viel direkter von der deutschen Politik betroffen als ein deutscher Expat.

20. Marlin - August 17, 2013, 17:32

Wenn jemand wie Du, Lila, aus dem Ausland wählt, kann ich uneingeschränkt zustimmen.

Bei anderen würde ich vielleicht was anderes sagen. 🙂

Schön, Dich wieder zu lesen.

21. wollecarlos - August 17, 2013, 19:04

@20 Marlin
„III. Der Bundestag (Art. 38-49)

Die Abgeordneten des Deutschen Bundestages werden in allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl gewählt.“

man beachte das Wort „gleicher“..

Das preußische Dreiklassenwahlrecht ist schon lange nicht mehr in Kraft!

22. Marlin - August 17, 2013, 22:06

Uhh, Wolle, da hast Du mich wohl erwischt. Ausrufezeichen. So ein Pech für mich. 🙂

23. Andreas Moser - August 17, 2013, 22:10

@19: Das kannst Du aber irgendwann durch Einbürgerung in Deutschland lösen, denn wenigstens mit dem Sprachtest wirst Du keine Probleme haben. 🙂 Bei EU-Bürgern verlangt Deutschland auch nicht die Aufgabe der bestehenden Staatsbürgerschaft. Und kommunal darfst Du jetzt schon mitwählen.

24. wollecarlos - August 17, 2013, 22:21

Marlin… es gibt Schlimmeres!

25. Malte S. Sembten - August 18, 2013, 15:27

Liebe Lila,

an Deiner Stelle würde ich diesmal wählen, um Dir die Option weiterhin offen zu halten.
Wenn Du glaubst, kein Recht auf Einflussnahme in D zu haben (oder nicht genügend Kenntnisse über die politischen Verhältnisse in D zu besitzen), bleibt Dir die Möglichkeit, einen ungültigen Wahlzettel abzugeben.

26. Paul - August 18, 2013, 19:57

Na bloß nicht Lila: „Ungültiger Wahlzettel“ ist hirnrissig. Wenn Du nicht weißt, wen Du wählen sollst, frag mich. Unter Wahrung des Wahlgeheimnisses werde ich Dir helfen. 😉

27. Andreas Moser - August 18, 2013, 21:02

Wie immer gibt es ja noch einen Kompromiss. Ich spiele mit dem Gedanken, nur meine Zweitstimme abzugeben, weil die Erststimme schließlich für den direkten Wahlkreisrepräsentanten ist. Bei Auslandsdeutschen ist das der Wahlkreis des letzten Wohnortes in Deutschland, aber ich weiß, daß ich dort nur äußerst unwahrscheinlich zurückziehen würde, selbst wenn ich nach Deutschland retournieren würde. In die Wahl ihres regionalen Abgeordneten muss ich den Leuten „daheim“ also nicht unbedingt hineinreden.

28. Karen - August 19, 2013, 12:32

Hm, so rum, dass man sich als Auslandsdeutscher vielleicht gar nicht einmischen soll, habe ich es noch nie gesehen… aber Recht auf Wahl ist Recht auf Wahl, und ich verstehe beim besten Willen nicht, warum das nach 25 Jahren im Ausland verfallen soll. Man wird ja nach 25 Jahren im Ausland auch nicht automatische ausgebürgert!

Ich persönlich werde diesmal nicht wählen, weil mir der bürokratische Aufwand aus dem Ausland zu hoch ist (einmal gemacht, hat mir gereicht) dafür, dass ich sowieso nicht wüsste, welchen der Hanseln ich diesmal wählen sollte…

29. Jakobo - August 20, 2013, 9:46

„Wie stehen andere Expats dazu? wie finden es die Inlandsdeutschen, wenn Auslandsdeutsche mitwählen? Ich bin wirklich noch zu keinem Entschluß gekommen.“

Auf jeden fall koennte das weite konsequenzen fuer die
zukunft haben:

„Polnische Deutsche dürfen den Bundestag mitwählen

Erstmals darf die deutsche Minderheit in Polen per Briefwahl an der Bundestagswahl teilnehmen. Das wird dort als ein „ungeheures Symbol der Verbundenheit“ sehr positiv aufgenommen.“

J

30. Jakobo - August 20, 2013, 9:46
31. Wolfram - August 20, 2013, 19:09

Ich wußte bis eben das Procedere nicht; da ich aber seit 1991 keine Bundestagswahl ausgelassen habe, werde ich noch schnell den Wahlschein beantragen. Sobald ich die Daten der letzten An- und Abmeldung in Deutschland finde.

32. Karen - August 21, 2013, 20:40

„Noch schnell beantragen“? Für die übernächste Bundestagswahl, oder wie?! 😉

33. Andreas Moser - August 24, 2013, 23:03

Ich habe mir jetzt mal die Mühe gemacht, die Gründe für die Teilnahme an der Wahl durch Auslandsdeutsche zusammenzufassen und bin dabei doch auf, wie ich in aller Bescheidenheit meine, überzeugende Gründe gestoßen: http://mosereien.wordpress.com/2013/08/25/auslandsdeutsche-wahl/

34. Lila - August 24, 2013, 23:14

Und wie, bitte sehr, soll man einem Menschen trauen, der nie GEZ-Gebühren gezahlt hat??? 😯

Ansonsten: Du hast mich überzeugt, ich habe meinen Antrag gestellt. Jetzt muß ich mir nur noch klarwerden, wen und was ich eigentlich wählen will…

35. Paul - August 26, 2013, 7:43

Frag mich. 😉
Habe schon gewählt.
Kostenlose Beratung unter, na Du weist schon. 🙂

OT
Und noch was.
Bin dann mal für 3 Wochen weg.
Mach Dir aber keine Hoffnung. Ich komme wieder.
Herzlich, Paul

36. Lila - August 26, 2013, 7:45

Oh, da wünsch ich eine erholsame und schöne Zeit!


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