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Komplett überschätzt Juli 14, 2013, 14:16

Posted by Lila in Presseschau.
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Das habe ich vor ein paar Wochen geschrieben und zur Seite gelegt:

Seit Jahren behaupte ich es, jetzt häufen sich die Beweise dafür. Die arabische Welt ist auch ohne Israel ein Konfliktherd, zutiefst zerstritten untereinander und vielfach dem Westen gegenüber von Mißtrauen und Feindschaft erfüllt. (Nein, selbstverständlich nicht alle, hab ich ja gar nicht behauptet.) Schiiten, Sunniten, Alawiten – sie brauchen Israel weder als Vorwand noch als Katalysator, um sich gegenseitig an die Kehle zu gehen. Der arabische Frühling, den man der arabischen Welt ja gern gegönnt hätte, so er denn wirklich ein Frühling der Demokratisierung gewesen wäre, ein Fortschritt, eine Art französischer Revolution ohne Terrorjahre…. er zeigt sich in erschreckender Brutalität als arabischer Albtraum – ohne daß Israel etwas dazugetan hätte.

Und das Gewaltpotential, das der Islam als Religion nicht gepachtet hat, das aber besonders in den letzten Jahren eben beim Islam heftiger zutage tritt als bei anderen Religionen, bricht auch ohne den Auslöser Israel hervor, in London, in Paris, in Malmö, in Kabul, im Niger. Natürlich muß man unterscheiden zwischen der Wut auf Regierungen, die tatsächlich im Krieg mit islamischen Staaten stehen, und der Wut auf Regierungen, von denen sich islamische Einwohner mit Almosen abgespeist fühlen. Auch wenn man die Taten nicht nachvollziehen kann, sollte man ihre Motive doch zu begreifen versuchen – allein schon, um weiteren vorzubeugen.

Aber es fällt schon auf, daß fast alle Meldungen der Sparte Ausland von Konflikten berichten, in denen eine Partei sich einer ganz bestimmten Gruppe zurechnet. Nicht andere verweisen auf den Islam. Die Täter selbst rufen laut Allahu Akbar. Ja, wenn ich Allahu Akbar höre, dann klingt es für mich schon wie ein Schlachtruf. So oft habe ich es schon als Schlachtruf gehört.

Ich halte die Kommentare, die partout den Islam aus diesen vielen hervorbrechenden Konflikten raushalten wollen, für Augenwischerei. Und ich habe nichts gegen den Islam als Religion, ich weiß sehr gut, daß viele Moslems ganz friedliche Menschen sind. Der Islam macht seine Anhänger nicht zwangsläufig aggressiv oder zu Terroristen. Wenn aber die anti-westliche Rhetorik ein islamisches „wir“ gegen ein westliches „ihr“ setzt, dann kann auch der gutwilligste Beobachter den Islam nicht mehr aus der Gleichung rauskürzen. Das erlöst uns nicht von der Pflicht, zu differenzieren und anzuerkennen, daß es nicht an Stimmen im Islam fehlt, die sich von Terror und Gewalt distanzieren. Schließlich ist es eine Errungenschaft der Zivilisation, Menschen nicht für etwas entgelten zu lassen, das sie nicht verschuldet haben.

Von Israel aus gesehen, von unseren unbehaglich nah am Geschehen liegenden Zuschauer-Plätzen, kann man die Ereignisse der letzten Wochen knapp und sarkastisch wie Avri Gilad zusammenfassen: Schweden und Briten haben ihre Freunde gewählt, dann sollen sie auch sehen, wie sie damit fertigwerden (und ich würde hinzufügen: und bitte ohne Israel die Schuld in die Schuhe zu schieben). Ich persönlich hoffe ja immer, daß bei dem einen oder anderen Europäer auch mal ein Groschen oder meinetwegen Cent fällt: vielleicht ist es ja  möglich, daß nicht alle gegen Israel gerichtete Wut und Gewalt tatsächlich so selbstverständlich gerechtfertigt war, wie man immer gedacht hat? Obwohl natürlich victim blaming immer das Einfachste ist, wenn man nicht selbst Opfer ist. Und davor muß sich auch eine flapsige Bemerkung wie die von Avri hüten – wer sein Land Migranten öffnet, hat damit nicht automatisch verdient, von ihnen beschimpft und angegriffen zu werden.

Von Israel aus gesehen wundert einen jedenfalls nicht viel. Wann aus den Drohungen Realität wird, wissen wir nicht. Wir haben keine Illusionen, daß die Waffe, mit der gedroht wird, doch am Ende nicht eingesetzt wird. Das mag in anderen Kulturen so sein, wo Abschreckung gerade dazu dient, einen Konflikt zu vermeiden – doch so wie bei Tschechow sollte man bei Drohungen gegen Israel davon ausgehen, daß die Pistole nicht nur gezeigt wird, sondern auch benutzt wird.

Brutalen Terror, bei dem die Opfer oft mit primitiven, aber zweifellos wirksamen Mitteln zerstückelt oder erschlagen werden, kennen wir ebenfalls zur Genüge. Ausreden für solche Taten werden gleich mitgeliefert, die ganze Welt ist schuld, nur der Täter nicht. Für die Mutter der Boston-Attentäter sind die USA schuldig, für die Täter von London die britische Armee und Regierung, für die Zündler von Malmö natürlich die schwedische Regierung. Oh und die Juden natürlich. Die Täter sehen sich von jeder Schuld frei, ja sie sind die eigentlichen Opfer.

Mir scheint so offen zutage zu liegen, wie der Mechanismus der eigenen Entlastung funktioniert, doch für sehr viele Europäer ist  es wohl nicht so klar. Der erste Aufruf nach solchen bestialischen Taten wendet sich gern gegen „Islamfeindlichkeit“, „der Islam als solcher“ wird in Schutz genommen. Einerseits kann ich verstehen, daß verhindert werden soll, eine Weltreligion mit so vielen Anhängern in Bausch und Bogen zu verdächtigen, aber andererseits befürchte ich, daß aus lauter Willen, den Islam vor dem Islamismus in Schutz zu nehmen, die Zusammenhänge zwischen beiden verwischt werden.

So haben wir  in Israelvermutlich in den Augen der meisten Europäer immer noch den Schwarzen Peter, sind entweder als Strippenzieher oder Aufhetzer oder Profiteure oder einfach nur „Landräuber“ schuld an dem ganzen Schlamassel zwischen der westlichen Welt und der islamischen, wenn ich die Linien mal so ungenau und grob zeichnen darf. Ich weiß nicht, wann sich die Einsicht durchsetzen wird, daß Israels Rolle als Unruheherd der Welt maßlos überschätzt wird.

______________________________________________________________________________________________________

Das war, wie gesagt vor ein paar Wochen. Das Thema war mir zu deprimierend, darum habe ich es nicht veröffentlicht. Dabei hätte ich seitdem an jedem einzelnen Tag Beweise finden können. Jeder Tag hat Gewalt von Arabern gegen Arabern, Moslems gegen Moslems gebracht. Jeder einzelne Tag.

Heute füge ich ein paar Links zu Meldungen dazu:

über die Achse des Guten:

Der Konflikt zwischen den Anhängern der verschiedenen islamischen Glaubensrichtungen ist in den vergangen Monaten im Irak blutig eskaliert. Seit Mai kamen nach Angaben der Vereinten Nationen mehr als 1000 Menschen ums Leben.

über Israel Matzav und Khaled Abu Toameh in der Jerusalem Post:

The crisis in Egypt has aggravated tensions between Fatah and Hamas, dashing hopes of reconciliation between the rival Palestinian parties.

While Fatah supports the military coup that toppled the Muslim Brotherhood regime, Hamas has come out in favor of deposed president Mohamed Morsi.

Wie Fatach, Hamas und die verschiedenen ägyptischen Fraktionen einander an die Gurgel gehen, erklärt Abu Toameh mit vielen Zitaten und Ereignissen.

über die Achse des Guten und den Tagesanzeiger:

Die Lage der koptischen Minderheit in Ägypten wird immer dramatischer: Mindestens fünf Menschen wurden seit der Absetzung von Präsident Mursi getötet, weil sie Christen waren.

Wo ist die Solidarität der europäischen Christen mit ihren arabischen Glaubensbrüdern? Ach, Entschuldigung, in Europa (Dänemark, Großbritannien,  Belgien…) ist man ja gerade dabei, das Weihnachtsfest abzuschaffen, um islamische Empfindlichkeiten nicht zu kränken.

Und Israel Matzav zitiert Abdulateef al-Muhlim, Arab News, der resümiert:

Everyone knows the truth, but we won’t admit it. During the Arab Spring, we saw our real faces in the mirrors. It showed that the Arabs were never united and are now divided beyond anybody’s imagination. We hate each other more than we hate the outside enemy.

This is the real Arab Spring. Syrians are hurting Syrians and the Israelis are the ones who treat the Syrian wounds. Yes, the Arab Spring is a joke and I mean a very bad joke. The Arab Spring is not about seeking democracy, it is about Arabs killing Arabs.

Und doch finden sich noch genügend naive Menschen, die glauben, ohne Israels Staatsgründung, ja ohne die Anwesenheit von ein paar Millionen Juden im Nahen Osten würden dort Freiheit, Demokratie, Frieden und Toleranz herrschen. So gut möchte ich auch mal träumen.

Kommentare»

1. Zahal - Juli 14, 2013, 20:36

Hat dies auf World-Media-Watch rebloggt.

2. ekkehard schroeder - Juli 14, 2013, 22:35

Wie schrieb Brecht einst: „der Schoss ist fruchtbar noch…“

Meist geht es den angeblichen Freunden „unterdrückter Völker“ gar nicht um diese, müssten doch auch dann ihre Herrschaftssysteme kritisiert werden, wozu der heutige französische Nationalfeiertag sogar ein passende Gelegenheit wäre.
Bei der Gelegenheit könnte man sich auch daran erinnern das der weg der Emanzipation des Menschen die Entmachtung der Geistlichkeit bedeutete. Kann man z B. auch in Brechts Galileo nachlesen.
Man hat oft den Eindruck das es das erlaubte Bekenntnis in den Post-NS Demokratien zur Vormoderne und Reaktion ist, ohne sich dazu zu bekennen die moderne zu hassen von welcher man andererseits so gerne partizipiert.
Und wer die Protokolle von Zion mal gelesen hat weiß das es angeblich keine schlimmeren Demokraten gibt wie Juden.
Insofern ist es Konsequent hinter der Chiffre von Gegnerschaft von Imperialismus und Ausbeutung Juden und Demokraten zu hassen, mit den meist stellvertretenden Nationen Israel und USA (historisch auch Frankreich).
In einer aktuellen Spiegel-Kolumne beschreibt Sybille Berg eine Form des Wahns hiervon aktuell. http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/kolumne-von-sibylle-berg-kein-queer-mehr-a-910445.html
Als (unbewusstes) Gegenmodell dient faktische Solidarität selbst mit den barbarischsten Regimes und Stammeshaufen zu betreiben. Oder die Vergabe des Bambis an Buschido und andere wo man das positive Andenken an den schlechten deutschen und seine antiliberale Leitkultur bewahrt ohne sich schmutzig zu machen und die konkrete Gewalterfahrung im romantisierten Ghetto bleibt: http://www.hagalil.com/archiv/2013/07/13/bambi/
http://www.spiegel.de/kultur/musik/stress-ohne-grund-bushido-provoziert-mit-video-a-910911.html
Aktueller O-Ton :“Ich schieß auf Claudia Roth, sie kriegt Löcher wie ein Golfplatz.“
Roth hatte Buschido Antisemitismus vorgeworfen als dieser sich mit einer „Palästina-Karte“ ohne Israel präsentierte.

3. Aristobulus - Juli 15, 2013, 6:29

Gestern stellten wir im Blog Tapferimnirgendwo fest, dass überall auf der Welt zu jeder Zeit, an jedem Ort, von allen Philosophen, Lehrern, Geistlichen, Dichtern usf. immer wieder diese eine sehr große und sehr einfache Aussage gemacht worden ist:
Was du nicht willst das man dir tu, das füg auch keinem Andern zu.
Die Worte, die Sprachen und die Wortstellungen sind verschieden – aber die Bedeutung des Satzes ist und bleibt gleich durch die Zeiten: Bei Juden, Christen, Altgriechen, Buddhisten, Atheisten, Agnostikern, Taoisten, Parsen, Sozialisten, Hindus, Maoris, Liberalen, Eskimos, Konservativen, und bei wem sonst noch.

Außer im Islam.
Der ist die Ausnahme.
Eine komplette Wüste in der Hinsicht.
Schockierend?

Islamische Geistliche, Funktionäre, Lehrer usf. haben eine Aussage dieser Art noch nie gemacht. Weil im Koran nicht die Menschheit an sich vorkommt, sondern weil da zwischen zwei Kategorien von Menschen unterschieden wird: Denen, die im Haus des Islams (unterworfen unter Allahs Willen) leben, und denen, die im Haus des Krieges (Ungläubige) leben.
Das sind also Herrenmenschen und Untermenschen…
Nichts vermittelt zwischen diesen beiden Kategorien. Für dieses Denken existiert nichts Allgemeinmenschliches und keine Menschenrechte: Es gibt nur 1) Achtgeben auf den Mit-Moslem und 2) Härte gegenüber dem Ungläubigen (Sure 48), sonst nichts.

Seit Jahren, Jahrzehnten und Jahrhunderten bringen Moslems einander um. Mehr als Andere, systematischer als Andere, und mit noch viel mehr Realitätsverleugnung und Hingabe als Andere das taten und tun. Moslems sind für sich selbst die größten Feinde.

– Ganz einfach lässt sich das auch so sagen: Jemand, der Andere nicht achtet, kann auch sich selbst nicht achten.

4. Lila - Juli 15, 2013, 7:45
5. Arthur - Juli 15, 2013, 9:48

Ich bin vollkommen damit einverstanden, dass man Konflikte im Nahen Osten, geschweige denn der Welt, nicht auf Israel reduzieren kann. Es gibt genügend Konflikte, mit denen Israel nichts, aber auch gar nichts zu tun hat: Iran-Irak-Kriege, Invasion von Kuwait, Bürgerkrieg in Afghanistan, schwelende Konflikte zwischen Syrien und der Türkei, Bürgerkrieg in Algerien, etc.

Andererseits greift es aber auch zu kurz, wenn man den gemeinsamen Faktor Islam erwähnt und den gemeinsamen Faktor Kolonisierung ausser Acht lässt.

Im christlichen Afrika gibt es ebenfalls sehr viele Konflikte (siehe Elfenbeinküste, Liberia, guinea, Demokratische Republik Kongo, Rwanda, Burundi.

Ich nehme an, dass bei all diesen Konflikten der gemeinsame Nenner Kolonialisierung und Ausbeutung von Rohstoffen heisst. Und das ist im Nahen Osten im Prinzip dasselbe, nur dass diese Region halt zufällig islamisch ist.

Ich glaube, dass wir als Westler und Konsumenten von Westlichen Medien uns nie eine genaue Vorstellung daovn machen werden können was die Kolonisierung und die post-Koloniale Ausbeutung von Rohstoffen in diesen Ländern anrichtet und wie sie von der lokalen Bevölkerung wahrgenommen wird. Ich denke das ist das Ursprung des wir-sie denkens.

Ich kannte einen Iraner, der im Prinzip der Meinung war, dass alles Übel dieser Welt von den Briten kommt, Das hat mich ziemlich genervt, bis ich mal zufällig darauf gestossen bin, wie die Briten mit Mossadegh umgegangen sind, als er von ihnen einen fairen Preis für das von ihnen geförderte Erdöl verlangte…

Wir können nicht den ehemaligen Kolonien wir-sie-denken vorwerfen und fröhlich ignorieren, wie die Europäer jahrhundertelang mit ihnen umgegangen sind und wie sie bis heute noch ihre militärische Übermacht auf sehr unschöne Art ausnützen.

6. Arthur - Juli 15, 2013, 11:08

„Denen, die im Haus des Islams (unterworfen unter Allahs Willen) leben, und denen, die im Haus des Krieges (Ungläubige) leben.“

Aristobulos: Das ist im christentum nicht anders, dort kommen nur Christen ins Paradies, daher die ausserordentliche „Überzeugungsarbeit“, die christen mit Wort und Schwert geleistet haben, um Nationen und Individuen zum Christentum zu bekehren.

Und wenn du wissen willst, wie es im Judentum ursprünglich war, dann liest dir mal Parashat Chukkat (zweite Hälfte) und folgende aufmerksam durch, und hör mal, was unsere Fundamentalisten so erzählen… Ist nicht viel anders, als was deren Fundis erzählen, nur dass sie halt lieber Busstationen anzünden als Menschen (kommt in Einzelfällen aber auch vor, siehe Fall Aron Rottenberg in New Square).

7. Culatello - Juli 15, 2013, 11:08

#5 Arthur

„Wir können nicht den ehemaligen Kolonien wir-sie-denken vorwerfen und fröhlich ignorieren, wie die Europäer jahrhundertelang mit ihnen umgegangen sind und wie sie bis heute noch ihre militärische Übermacht auf sehr unschöne Art ausnützen.“

Die Europäer nutzen ihre militärische Übermacht aus?
Ich dachte immer, die Europäer seien solche Weicheier, das wird doch von der Bellizisten-Fraktion immer behauptet.
In den letzten Jahrzehnten haben hingegen die USA ihre militärische Übermacht willkürlich ausgenutzt, ich denke da an die geheime Bombardierung von Laos, wo die USA 2 Millionen Tonnen (!!) Bomben auf das NICHT mit ihnen im Krieg liegende Land abgeworfen hat, das damit zum meist bombardierten Land der Welt wurde.
Und es gibt noch zahlreiche andere Beispiele.
Und heute lässt Drohnenkönig Obama in fernen Ländern mal eben auf Verdacht irgendwelche Terrorverdächtigen abballern und natürlich gibt es jede Menge Kolateralschäden, sprich Frauen und Kinder.

Mir persönlich wär es ja egal, ob mich ein böses terroristisches oder gutes staatsterroristisches Geschoß abballert.

8. Arthur - Juli 15, 2013, 11:33

„Denen, die im Haus des Islams (unterworfen unter Allahs Willen) leben, und denen, die im Haus des Krieges (Ungläubige) leben.“

gut, deux poids, deux mesures gibt bzw. gab es bei uns auch, das kannst du z.B. hier sehen:

“ שור של ישראל שנגח שור של כנעני פתור שור של כנעני שנגח שור של ישראל בין תם בין מועד משלם נזק שלם

Bei uns wird es aufgrund der Umstände vielleicht etwas anders umgesetzt, weil mittlerweile Schichten von gesetzgebung hinzugekommen sind, die sich vor allem auf den Fall beziehen, wo man nicht als autonomes Volk in einem unabhängigen Staat lebt. Aber die, die das täglich fleissig studieren finden durchaus, dass zum Ideal eines unabhängigen Staates auch solche Gesetze gehören.

Aus diesem grund finde ich es ein klein wenig zu einfach zu sagen: ja, DIE Moslems sind halt so…

9. Arthur - Juli 15, 2013, 11:38

@culatello:
stimmt, in letzter Zeit sind es vor allem die USA, die ihre Interessen mit Waffengewalt durchsetzen. Sie haben laut Entkolonialisierung gepredigt, als sie davon profitieren konnten, hatten aber auch keine Skrupel, fröhlich Bürgerkriege zu provozieren, wenn es ihnen nützlich war (siehe Panamas Loslösung von Kolumbien oder die Lage heute in Irak und Afghanistan)

10. dienstarzt - Juli 15, 2013, 11:42

Ein sehr interessantes Interview zu diesem Thema findet man hier:
http://bazonline.ch/ausland/naher-osten-und-afrika/Israel-ist-nicht-der-Suendenbock/story/14178130

11. willow - Juli 15, 2013, 12:31

Ich fürchte, auch der „weestliche Kolonialismus“ versagt als Erklärung für die permanenten Konflikte der arabischen Staaten des Nahen Ostens, denn bis zum Ende des 1.Weltkrieges waren diese Landstriche Kolonien des osmanischen Reiches 😉

Auch die Aufteilung nach dem Zerfall des Osmanenreiches kann nicht die einzige Erklärung sein, denn sowohl die Türkei als auch Britannien haben die Landkarte höchst eigenmächtig auf eine sehr ungesunde Weise verändert …

12. Culatello - Juli 15, 2013, 12:54

#8 Arthur

“ ” שור של ישראל שנגח שור של כנעני פתור שור של כנעני שנגח שור של ישראל בין תם בין מועד משלם נזק שלם“

Da wüsste ich schon gerne, was das übersetzt heißt.
Danke im Voraus.

13. Arthur - Juli 15, 2013, 14:54

Ich meinte es als erklärung für die Wir-Sie-Mentalität und für die weit verbreitete Feindseligkeit gegenüber dem Westen.

Dass Nachbarvölker gerne miteinander Krieg führen ist keine Spezialität der arabischen Länder, siehe Geschichte Europas… Dort haben übrigens vorzugsweise christliche Länder, oft im Namen des Christentums, gegeneinander Krieg geführt, obwohl das Christentum angeblich die Religion der Liebe ist und auffordert, auf Aggressionen mit Milde zu reagieren. „Religion des Friedens“ (Islam) oder Religion der Liebe (christentum), das ist letztlich gehupft wie gesprungen, beide sind nicht auf der Höhe ihrer hehren Ziele.

Beim Christentum ist es heutzutage weniger auffällig (ausser in Ländern, die weniger im Zentrum des Medieninteresses in unseren Breitengraden stehen, siehe z.B. „Lord’s salvation army“, Todesstrafe für Homosexualität in Uganda u.v.a.), weil die Aufklärung das Christentum über 250 Jahre langsam, aber sicher entmachtet hat. Wären sie noch so mächtig wie früher, wären sie keinen Deut besser als die Moslems.

Und auch die Aufklärung ist a priori nicht besser, denn sie hat über Jahrhunderte friedlich mit Sklavenhandel koexistiert, und es störte sie jahrhundertelang auch nicht , die „Privimitiven“ in den Kolonien als „Untermenschen“ zu betrachten, in diesem Fall nicht biblisch belegt, sondern angeblich wissenschaftlich bewiesen…

14. Arthur - Juli 15, 2013, 15:12

@culatello:

das ist ein Fall von Schadenersatz, wo jemand, der die noachidischen Gebote nicht einhält, nach jüdischem Recht schlechter gestellt ist als ein Jude.

15. Lila - Juli 15, 2013, 16:32

Knaani ist einer, der die noachidischen Gebote nicht einhält? Ich hätte ja einfach übersetzt:

Wenn der Stier eines Israeliten den Stier eines Kananiters stößt, ist er von Schadensersatz befreit. Wenn der Stier eines Kanaaniter den Stier eines Israeliten stößt, muß er vollen Schadensersatz leisten.

Sieht mir aus wie ein Mishna-Text. Quelle wäre schön, ebenso zeitliche Einordnung und spätere Interpretationen. Es lesen ja nicht nur Juden mit. Und ich fühle mich nicht berufen, solche Text-Ausrisse, die gern gegen Juden ins Feld geführt werden, kompetent einzuordnen und zu erklären.

Ich bin mit dem Christentum voll ausgelastet 🙂

Zweifellos besteht ein riesiger Unterschied zwischen prä-Aufklärungs-Christentum und Christentum nach der Aufklärung.

War es nicht Dan Diner, der gesagt hat, daß der Islam eine Aufklärung braucht? Hätte es die politische und soziale Entmachtung der Kirche durch Säkularismus und Aufklärung nicht gegeben, lebten wir heute in einer gänzlich anderen Welt. Es reicht, sich die Kreuzzüge vor Augen zu führen.

Und ich stimme Arthur zu, daß der Kolonialismus mit seinem nicht hinterfragten Gefühl der Überlegenheit und dem willkürlichen Umgang mit den Geschicken ganzer Völker unendlichen Schaden angerichtet haben.

Ich sehe vor mir, wenn ich aus dem Fenster sehe, eine Grenze, die zwischen zwei Mandatsgebieten gezogen wurde. Briten und Franzosen haben diese Weltgegend unter sich aufgeteilt, als hätten sie ein Recht dazu. Wie viele Briten und Franzosen auch heute noch glauben, sie sind vom Schicksal ausersehen, um anderen zu erklären, was sie zu tun und zu lassen haben, kann ich nicht beurteilen. Vielleicht gibt es ja eine Art Einsicht in den angerichteten Schaden. Bisher habe ich es aus den Worten der heute regierenden Politiker noch nie raushören können.

Der ganze Nahe Osten, Afrika und Teile Asiens schlagen sich damit herum, daß Nationalstaaten nach europäischem Muster in einer Gegend eingerichtet wurden, in der sich die Einwohner Stämmen zugehörig fühlten. Oft auch mehr einem Stamm als einem Landstrich. Dann der Pan-Arabismus im Nahen Osten. Und dann erst nationale Identitäten. Wie brüchig sie sind, das erlebt man jetzt, wo sich in Syrien Syrer gegenüberstehen.

Darum immer meine Sorge, wann es in Jordanien zur Explosion kommt.

Und was in Syrien geschieht, verfolgt mich bis in den Traum. Heute früh bin ich fix und fertig aufgewacht. Ich hatte geträumt, daß eine Rakete in unser Haus einschlägt. Ich sah die Rakete an mir vorüberziehen wie der Wirt des Tanzenden Ponys die Schwarzen Reiter. Konnte gerade noch Quarta an mich ziehen, bevor die ganze Welt in Fetzen ging. Wachte auf, vor Horror gelämt. Als ich Y. meinen Traum erzählte, sagte er: du denkst an Syrien. Da passiert das gerade.

16. Arthur - Juli 15, 2013, 17:07

Ja. Jemand der die noachidischen Gebote einhält fällt unter die Kategorie „ger toschav“, da gelten andere Regeln.

17. Lila - Juli 15, 2013, 17:51

Arthur, es weiß auch nicht jeder, was die noachidischen Gebote sind, und was „ger toshav“ bedeutet.

http://en.wikipedia.org/wiki/Seven_Laws_of_Noah

https://en.wikipedia.org/wiki/Ger_toshav

Na ja, Wikipedia ist vielleicht auch nicht der originellste Link… 😳 … aber als erster Anhaltspunkt vielleicht passabel.

18. Aristobulus - Juli 15, 2013, 17:59

Arthur (5 und 6),
oh Mann, was bist Du doch links ;), ich wär auch gerne mal so links wie Du, ehrlich!, schon damit ich dann einen Limerick drüber schriebe oder so.

Nein, ernsthaft: Du kannst nicht den Kolonialismus, den sogenannten, für die Ressentiments gegenüber dem Westen verantwortlich machen. Was wäre mit dem Maghreb, wenn die Franzosen dort nicht über hundert Jahre gewesen wären: Elend und Stillstand und vor Allem diese Einsprachigkeit wie in z.B. Jordanien oder Ägypten. Zum Ende hin haben sich die Franzosen mies verhalten – es war Krieg, da passiert das.
Was haben sie dort daraus gemacht: Etwa Algerien ist seit 50 Jahren unabhängig, bekam und bekommt viel Finanzhilfen. Sie haben bisher aber nur Diktaturen und Massker zustande gebracht.
Daran ist nicht der Kolonialismus Schuld.

Die drei baltischen Staaten sind sowjetisch kolonialisiert worden. Die Sowjets zogen ab, und versinken die drei Länder etwa algeriengleich im Chaos? Nein, die kriegen es hin. Kann’s sein, weil da der Islam fehlt?

Ich bin einfach gegen diese reflexhafte Annahme der westlichen Eigenschuld, so bald irgendwo was falsch läuft, Arthur.
Was ist mit Selbstverantwortung?

– Und was macht denn nun der Weten militärisch wieder falsch? Französische Armee raus aus Mali?

Zu 6:
Wieso setzt Du jetzt genauso wie Jakob Augstein die Cherejdim mit islamischen Terroristen gleich?
Vielleicht hast Du’s so nicht gemeint.

Ich will selber sicher nicht wie ein Charejdischer leben, na niemals. Aber die sind unfassbar gebildet, lernen Gmore ohne Ende, davor habe ich größten Respekt, derlei Unermüdlichkeit hält das Judentum zusammen.
Dass Du sie beschuldigst, Busstationen anzuzünden, nu, dürfen die kein Temperament haben? Du hast doch auch welches, Du Friedensmensch 🙂

19. Aristobulus - Juli 15, 2013, 18:18

Arthur (8)
sicher gibt es im Judentum ein Deux poids, deux mesures (guter Ausdruck übrigens). Anderenfalls gäbe es seit der römischen Eroberung und Ausmordung keine Juden mehr, Juden wären eine historische Erinnerung wie Nabatäer oder Kimbern.

Zum islamischen deux poids, deux mesures bestehen folgende fundamentale Unterschiede:
– Das Judentum erobert nichts nur aus Gründen von Judentum,
– im Judentum gilt ein Jude in Nichts als besser oder als mehr Mensch als ein Nichtjude,
– das Judentum missioniert nicht, wertet also die eigene Lebensform nicht auf suprematistische Weise.

Lila (15),
ja, dieses zweierlei Maß bei Schadenersatz (Zivilrecht) im Streitfall zwischen Israeliten und Kanaanitern war durchaus gerechtfertigt, weil die Kanaaniter nicht einfach Mitmenschen waren – in deren Kulten wurden Menschen geopfert, und deren König Balak wollte (wie die Parasche über Bilam und seinen Esel berichtet) durch Massensuggestion und Magie einen Fluch auf die Israeliten herbeizaubern lassen.

20. Arthur - Juli 15, 2013, 18:32

Wieso? Ist Linker in deinen Augen ein Schimpfwort?

Ich finde einfach, dass ein Mensch, der sich für gebildet hält und sogar Bücher schreibt nicht so simplistisch argumentieren sollte. Islam = böse… Dazu gibt es viel zu viel Parallelbeispiele aus anderen Religionen, von denen ich ein paar angeführt habe.

Falls du findest, dass es falsch ist, „Herrenmenschen“ und „Untermenschen“ zu haben, bzw. Leute die wegen ihrer Zugehörigkeit zu einer Religion oder zu einem Volk privilegiert werden und andere, die nicht dieselben Privelegien geniessen, dann musst du wirklich nicht weit suchen, und du findest das praktisch in jeder Religion.

Vielleicht solltest du auch gelegentlich eine Gemara oder auch nur ein Chumash aufmachen, damit du deine Zugehörigkeit zum Judentum auch durch etwas Bildung in diesem Bereich und nicht nur über vage an Jiddisch gemahnende Floskeln, die du gelegentlich einzustreuen beliebst, demonstrieren kannst.

21. ekkehard schroeder - Juli 15, 2013, 19:16

Sicher hat Arthur recht wenn (Post)Kolonialisierung eine Rolle spielt. Und schon alleine ökonomische macht kann ausreichen anderen den eigenen willen aufzuzwingen.
Und in der tat bedeutete zb. das westliche bürgerliche Freiheitsversprechen z. b. in Lateinamerika bittere Armut bei deren Bekämpfung dann auch das Freiheitsversprechen zum Militärputsch wurde.
Allerdings darf man auch nicht vergessen das Imperialismus sich auch oftmals auf einheimische Eliten und ihre Helfer stützen konnten.

Auch greift es sicher zu kurz den Islam als schuldigen auszumachen. Vieles findet man auch in anderen Kulturkreisen mit z. B. archaischer Stammeskultur und extensiver Armuts-Landwirtschaft. Auch in Süd-Europa war vor einigen Jahrzehnten Ehrenmord und Vendetta aktuell.
Diese und andere Gesellschaftsmodelle gilt es als Herrschaftsmodelle zu begreifen deren Eliten von dem status qou ganz gut leben und dies natürlich nicht ohne Not ändern wollen und mit Gewalt verteidigen.

Dies alles führt manchmal doch auch zu skurrilen Situationen: zb sah ich im Fernsehen mal einen Beitrag aus dem südlichen Afrika das schwarze Frauen bei Konflikten lieber zu einem weißen rassistischen Richter gehen anstatt zu den schwarzen Stammespatriarchen weil im weißen Rechtssystem Frauen besser behandelt werden wie im traditionellen Stammesrecht welches sie oftmals nicht als eigenständige rechtsfähige Person ansieht.

Es stellt sich halt auch die Frage inwieweit eben hier bestimmte Weltbilder und ökonomische Rahmenbedingungen mehr oder weniger eben zum Erhalt dieser zustände Beitragen.
Und hier ist der islamische Kulturkreis historisch eben enttäuschend, obwohl sie als mittelalterliche politische und wissenschaftliche Großmacht durchaus Potential dazu hatten die moderne aufzugreifen.

Zum zweiten stellt sich natürlich auch die Frage wieso ausgerechnet Israel und seine Dauerkonflikte mit solchen Einsatz Emotionen und Projektionen behandelt wird.
Und hier geht es dann oftmals nicht um Realitäten, sondern Zerrbilder bis zum Wahn.
Ein anderes Beispiel wäre gerade die Diskussion um die NSA: wen juckt es was Russland oder China treibt. Oder das dass Spaßvideo im Netz mit den besoffenen halbnackten das gute Kumpels ins Netz gestellt haben vielleicht einem einmal die Bewerbung und Beziehung verhagelt.
Etwa das die USA als erstes Land der Welt Menschenrechte formulierten und Russland und China etwa nicht mal mehr romantisiert den Gedanken an Emanzipation repräsentieren können, wofür alle drei Länder mal gehasst wurden?

22. Aristobulus - Juli 15, 2013, 22:26

Arthur (20),
wo bleibt Dein Sinn für Ironie?
Und dass ich keinen Chumasch aufmache, ist ’ne Unterstellung. Na Schwamm drüber. À propos, wuss werd sajn a chumasch?, wajss ich nischt! 😀

„Islam = böse“, na so ein Unsinn. Es ging darum, dass im Islam das Konzept der Gesamtmenschheit fehlt. Das ist unwidersprochen, und das hast Du nicht widerlegt.

23. Captain_Cackwurst - Juli 23, 2013, 19:35

„Wo ist die Solidarität der europäischen Christen mit ihren arabischen Glaubensbrüdern? Ach, Entschuldigung, in Europa […] ist man ja gerade dabei, das Weihnachtsfest abzuschaffen, um islamische Empfindlichkeiten nicht zu kränken.“

Derartige Glaubens-„Solidarität“ mit afrikanischen Fremden hab ich bei Christen schon öfters erlebt, die meisten schienen dabei eher stark Konservativ. Ich befand für mich meistens, dass es sich dabei jedoch in erster Linie um Muslim-Feindliche Sachen ging, z.B. das Verbieten von speziellen Rechten für Moslems.

Das viel mir so nebenbei ein, aber ich wollte eigentlich auf Aristobulus eingehen, der ganz am Anfang irgendwas gemeint hat mit:

„Gestern stellten wir im Blog Tapferimnirgendwo fest, dass überall auf der Welt zu jeder Zeit, an jedem Ort, von allen Philosophen, Lehrern, Geistlichen, Dichtern usf. immer wieder diese eine sehr große und sehr einfache Aussage gemacht worden ist:
Was du nicht willst das man dir tu, das füg auch keinem Andern zu.
Die Worte, die Sprachen und die Wortstellungen sind verschieden – aber die Bedeutung des Satzes ist und bleibt gleich durch die Zeiten: Bei Juden, Christen, Altgriechen, Buddhisten, Atheisten, Agnostikern, Taoisten, Parsen, Sozialisten, Hindus, Maoris, Liberalen, Eskimos, Konservativen, und bei wem sonst noch.“

Das ist Falsch. Die Goldene Regel, eine Aussage die übrigens auch vom „Projekt Weltethos“ als weltweit geltend dargestellt wurde, findet zumindest bei Atheisten, Agnostikern und Liberalen, wahrscheinlich aber auch bei anderen Gruppen, keinen ultimativen Gebrauch.

Im Grunde genommen ist die Regel auch absoluter Bullshit und längst überholt, da sie voraussetzt, dass jeder Mensch gleich ist. Somit könnte ich auf die Straße gehen und jemanden erschießen, und unter der Prämisse dass ich selbst gern erschossen worden wäre, wäre dies bereits lückenlos begründet.

Das rechtfertigt auch das Konzept der Hexenverbrennung, schließlich wird die Seele der vermeintlichen Hexe durch die Verbrennung gerettet. Ob die verbrannte Frau das Konzept der Seele überhaupt annimmt spielt dabei keine Rolle, so lange der Täter dies tut.

Ein viel besseres Konzept ist das Konzept der Menschenwürde, wenn diese auch fälschlicherweise voraussetzt dass jeder Mensch auch vernünftig handeln könne und somit jegliche systembedingte Gewalt einfach ignoriert.
Oder man nimmt einfach die Idee, der Mensch sei immer Zweck und nie allein das Mittel, welche glaub auch von Kant stammt.


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