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Abendbilder Juli 13, 2013, 16:30

Posted by Lila in Klippschliefer....
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Gestern abend waren Y. und ich wieder an unserem Lieblingsstrand in Betzet, um uns die Beine zu vertreten. Ich bilde mir ja immer ein, ich fühle, wie glücklich meine Füße über Sand und Seewasser sind. Daß man bis zum Auto eklig panierte Füße hat, nehme ich dafür in Kauf (und sobald der Sand trocken ist, läßt er sich ja abbürsten).

Zum Abschluß des Tages suchten wir uns ein schönes Fleckchen, um die Sonne im Meer versinken zu sehen. Und da dachten wir, am Fuß des weißen Kliffs von Rosh ha Niqra ist es doch am schönsten.

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Das blau verrammelte Tor ist übrigens für die Eisenbahnlinie, die jetzt in Nahariya endet, aber eigentlich über Beirut und Damaskus in die Türkei führen soll. Könnte man da doch einfach einsteigen! Aber für uns ist die Welt dort zu Ende.

Und was sieht Euer geschärftes Auge sogleich? Ach ja, die Klippschliefer! Als wüßten sie, daß jeder sie liebt und ihnen keiner was tut, so gelassen sitzen sie da, ganze Familien, und lassen die Menschen ganz nah an sich rankommen.

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Der weiße Felsen ist geradezu durchlöchert von Klippschliefer-Höhlen. Wie fix diese etwas plump wirkenden Tiere hoch und runter laufen – da kann man nur staunen. Sie überqueren dann ganz lässig die Straße und setzen sich auf die Steine am Wasser, wie um ebenfalls den Sonnenuntergang zu betrachten. Daß sie dabei von entzückten Zweibeinern betrachtet werden, scheint sie nicht zu stören.

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Am nettesten sind die Familien mit Jungen. Während die Mütter auf den Steinen sitzen und vermutlich einfach mal ein bißchen Ruhe haben wollen, springen die Kleinen wie Gummibälle über die Steine, jagen einander und rennen um die Wette. So niedlich habe ich mir als Kind immer Sajos Biber vorgestellt, die miteinander spielen.

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Ich weiß, ich weiß, Blog-Gegner spotten über Katzen-Content, was würden sie erst zu Klippschliefer-Content sagen? Da mach ich mir nichts draus. Nehmt es als Reisetip: legt Euren Besuch in Rosh ha Niqra auf den späten Nachmittag. Da ist es sowieso sehr schön, wenn die Sonnenstrahlen schräg in die Höhlen fallen. Dann geht im Restaurant oben an der Zahnradbahn eine Kleinigkeit essen. Und wenn die Sonne ganz tief steht, geht unten ans Kliff und erfreut Euer Herz.

Kommentare»

1. Piet - Juli 13, 2013, 17:15

Ihr wohnt auf einem sehr, sehr schönen Flecken Erde. 🙂

P.S. Ich mag Katzen-Content, egal welches Tier. 🙂
P.P.S. Dank dir für deine ausführliche Antwort kürzlich, ich denke da noch immer drüber nach und kann dem viel abgewinnen.
Letztes P.S. Deinem Großen alles Gute, Bürokratie kann so ätzend sein. Wenn es eine Konstante gibt, die Länder über alle Grenzen verbindet, dann wohl die. 😉

2. wollecarlos - Juli 13, 2013, 17:24

Da habe ich mir doch gleich GOOGLE EARTH genommen und die beschriebene Gegend vom Satelliten aus betrachtet.

Auch sind dort viele Fotos eingestellt, leider fehlt eins von den braunen Eisbärlein….

Ja, liebe Lila, das ist wohl wirklich eine herrliche Gegend. Und die Geografie macht vor Grenzen nicht halt, auch auf der anderen Seite des Tunnels scheint es wohltuend hübsch zu sein.

Ob man noch erleben darf, mal bis Naqura ein Strandspaziergang machen zu können?

3. Marlin - Juli 13, 2013, 19:51

Also ich mag Tiergeschichten. Nur, was ich mir als Frage stellte: was futtern die denn da am Gestein? Sind die etwas mit der Steinlaus verwandt? Die Löcher im Fels müssen ja auch irgendwoher kommen..

🙂

4. Lila - Juli 13, 2013, 20:13

Die fressen wohl das Grünzeug, das ein Stückchen weiter über die Felsen wuchert. Die Löcher sind vielleicht vom Meer irgendwann mal reingewaschen – der ganze Fels ist ja aus weichem Kreidegestein und darum spektakulär durchlöchert. Sogar der Name niqra heißt ja Grotte, und diese Grotten sind wirklich sehenswert. Ich schleppe da öfter schon mal harmlose Urlauber hin, die müssen sich die angucken 🙂

5. wollecarlos - Juli 13, 2013, 20:38

„Die Nahrung sind alle pflanzlichen Stoffe. Auf Nahrungssuche können Klippschliefer auch auf Bäume klettern. Da sie genug Flüssigkeit aus der Nahrung ziehen, müssen Klippschliefer nicht trinken; wenn aber Wasser in der Nähe ist, stillen sie daran dennoch ihren Durst. Klippschliefer verbringen weniger als eine Stunde am Tag mit Fressen. Das ist für ein pflanzenfressendes Tier sehr wenig.“

Aus meinem geliebten Wikipedia:
http://de.wikipedia.org/wiki/Klippschliefer

6. wollecarlos - Juli 13, 2013, 20:55

@ 3. Marlin – Juli 13, 2013, 19:51
Während die Klippschliefer etwa kaninchengroß sind und Grünzeug fressen, sind die Steinläuse   (engl.) stone louse; syn. Petrophaga lorioti, nur 0,3–3 mm groß und fressen vor allem -wie Sie richtig vermuten- mineralische Stoffe.

Verwechslungsgefahr besteht also nur bei Verwendung einer falschen Brille.

Seit Einführung der Feinstaubfilter für PKWs hat sich die Nahrungsgrundlage für diese possierlichen Tierchen erheblich verbessert.

Aber auch der Abriss der Berliner Mauer hat Freude bei diesen Läusen aufkommen lassen. Allerdings hat infolge dessen die Übergewichtigkeit und damit also auch die Mortilitätsrate erheblich zugenommen, so daß schon ein Artensterben befürchtet wurde.

Einige Zoologische Gärten (so der Zoo in Dortmund) haben deshalb spezielle Gehege für Steinlauskolonien angelegt.

7. Paul - Juli 14, 2013, 2:01

Wer mehr über die Steinlaus erfahren will, kann sich hier umfassende Informationen verschaffen.

8. Marlin - Juli 14, 2013, 11:33

Allerdings wurde auch in Untersuchungen schon die Frage aufgeworfen, dass es bzgl. der Berliner Mauer anders herum lief, dass nämlich der überbordende Appetit der Steinlaus verantwortlich war für den Fall, bzw. Einsturz der Mauer. Das kam ja öfter vor, als man glaubte. Oben im Video ja noch Beweise für einstürzende Gebäude..

9. wollecarlos - Juli 14, 2013, 15:36

8. Marlin – Juli 14, 2013, 11:33
Ihre Vermutung KANN (!!!) richtig sein, zumal die Steinläuse -in Proportion zu ihrem Körper- übergroße Ohren haben.

Möglicherweise -so eine Theorie von Kommunikationsforschern- haben sie den immer wieder skandierten Spruch
„WIR SIND DAS VOLK!“
angenommen und in ihre gesellschafts- und nahrungspolitische Ideologie transponiert.
In vielen Gruppen zu mehreren Millionen Exemplaren könnten sie dann -so eben diese Theorie- darangegangen sein, den „antifaschistischen Schutzwall“ zu zerlegen um ihn als Nahrungsmitteldepot fernab in brandenburgischen Gebieten abgelegt zu haben.

10. Aristobulus - Juli 15, 2013, 5:57

Hört jemand, dass Loriot da mit deutlich schlesischem Akßong redet?, der konnte das noch!, aber das erkennt nun kaum jemand mehr.

– Ein Limerick zum Thema und zum Morgen 😉

Ein Klippschliefer gleich neben Grottenkopf
entzückte die Lila durch flotten Hopf.
Obgleich der Hopf doch
ganz kleinbärig schloch –
kocht Lila ihn niemals im flotten Topf.

11. Lila - Juli 15, 2013, 6:05

Nein, ich koch ihn nicht und mach auch keine Pelzstola aus ihm, mit Kopf und Pfoten – versprochen.


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