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Wo die bösen Menschenfresser wohnen Juli 3, 2013, 16:01

Posted by Lila in Presseschau.
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Auch dort hat man die Illustration in der Süddeutschen wohl registriert (ebenfalls in der JPost).

sueddeutsche

 

Deutschland serviert. Seit Jahrzehnten wird Israel, teils umsonst, mit Waffen versorgt. Israels Feinde halten das Land für einen gefräßigen Moloch. Peter Beinart beklagt, daß es dazu gekommen ist.

Versteht Ihr denn nicht: das sind doch Israels FEINDE, die das mit dem Moloch denken! Wir doch nicht! Wir lassen nur unseren Assozationen freien Lauf!

Franziska Augstein:

Also: Nur die Feinde Israels sehen Israel in der Weise, die dem abgebildeten Monster ähnelt. Außerdem ist der Staat Israel nicht mit dem Judentum gleichzusetzen.

Jetzt fehlt nur noch der Hinweis, daß doch auch die Palästinenser Semiten sind, und man darum ganz bestimmt nicht antisemitisch ist…

Die Bildredakteure der Süddeutschen haben eben nur einen originellen Sinn für Humor.

Da liegt Augsteins Schluß natürlich nahe:

Ernst Kahls gehörntes, hungriges Monster hat mit den antisemitischen Klischees nichts zu tun.

Nein nein, wir haben dieses Bild einfach nur spontan ausgewählt, weil es uns passend schien…

Kommentare»

1. willow - Juli 3, 2013, 16:22

Also mich wundert es nicht, daß den Redakteuren der SZ (Augstein, war da nicht was? Ach ja … ) zu Israel ausgerechnet diese Zeichnung einfällt 😦

Der Zeichner ist übrigens unschuldig, wer sich für weitere Hintergünde interessiert (auch die ebenfalls schrecklichen SZ-Rezensionen sind als PDF verlinkt) :

http://lizaswelt.net/2013/07/03/das-arschgeweih-des-feuilletons/

2. Lila - Juli 3, 2013, 16:52

Oh ja, hoffentlich ist das klargeworden, daß den Zeichner keine Schuld trifft. Aber Franziska Augstein fand das Bild eben passend… was tiefer blicken läßt, als ihr vielleicht bewußt war.

Danke für den Link.

3. ekkehard schroeder - Juli 3, 2013, 16:57

Spannend ist auch dieser artikel.
http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/573908/Ausflug-in-den-Konflikt
(über http://www.sueddeutsche.de/thema/Israel)
denn bisher galt der nahost-konflikt nur als geheimtipp für (möchtegern)-kriegsreporter:
in tel aviv morgens aus dem hotel mit buffet an die front, bestenfalls einen arroganten wehrpflichtigen am checkpoint, ein paar spektakuläre fotos gestellt:
http://www.zeit.de/politik/ausland/2012-03/fs-ruben-salvadori-2,
wieder vorbei am checkpoint, wo der nettere jetzt schicht hat, kurz ins studio und ab ins hotel.
anderst als in afghanistan oder schwarz afrika wo ein wirklicher krieg tobt in dem man vieleicht überlebt wenn man sich auskennt, der checkpoint mit taliban oder zugedröhnten kindersoldaten besetzt ist und es statt hotel ein schlammloch gibt.

super das es diesen kick jetzt auch für pauschaltouristen gibt:
wenn es ernst wird kann man sich doch auf die angeblich kinderfressende völkermordende israelische armee bauen.

4. Piet - Juli 3, 2013, 17:14

Nanana: Die deutschen Juden behaupten ja nur, der Cartoon sei antiesmitisch. Titelt zumindest Haaretz. Denn eigentlich ist die Süddeutsche ja nur kritisch. Also israelkritisch. 😉 Denn über die Uni Duisburg-Essen z.B. berichtet auch die Süddeutsche aktuell, nicht jedoch über das Ende einer Ausstellung an eben dieser Uni. Das wäre wohl auch zuviel der Kritik gewesen.

Einen schönen Kommentar zur Süddeutschen hat auch Broder gestern verfasst: „Alles nur ein Missverständnis?“

5. wollecarlos - Juli 3, 2013, 17:17

Der STÜRMER, der Völkische Beobachter und die BILD haben gemeinsam, daß sie über Bilder versuchen zu wirken.

Dies ist das Erste, was ins Auge fällt und damit hat man schon „die halbe Miete“ kassiert!
Man hat -natürlich völlig ungewollt und völlig unbeabsichtigt- erreicht, was man erreichen wollte.
Wenn Leser -eigentlich müsste man sagen Bildbetrachter- dann irgendetwas hineininterpretieren, was man redaktionsseitig auf gar keinen Fall haben wollte. ist das ja deren Sache, die Sache der „Konsumenten“.

Und nun reiht sich die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG in diese Ruhmeshalle ein!
Folgerichtig!

Die Zeiten der Dichter und Denker sind in Deutschland eben leider vorbei!

Das nun endgültig zu beweisen hat es diesen Artikel in dieser Zeitung gebraucht!

6. Rika - Juli 3, 2013, 17:53

Ich habe mir dazu auch meine Gedanken gemacht, drüben bei mir….
Die „Jüdische Allgemeine“ schreibt ausdrücklich, dass der Zeichner der Karrikatur entsetzt sei über die Verknüpfung Bild / Israel / Moloch!!!
Der studierten Historikerin Augstein müsste doch eigentlich klar sein, woher der Begriff MOLOCH kommt und dass es den alten Israeliten bei Strafe verboten war, dem Moloch zu opfern, wie man an vielen Stellen der Bibel lesen kann…. Daher finde ich es doppelt perfide, diesen Begriff in Bezug auf Israel zu gebrauchen.

Der Stürmer lässt grüßen ….. in der Tat! Schrecklich!!!!

7. Rika - Juli 3, 2013, 17:54

Hab leider den Link auf die Seite der Jüdischen Allgemeinen vergessen. Hier ist er:
http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/16410

8. A.mOr - Juli 3, 2013, 18:23

Es sieht aus wie ein Artikel aus dem „Stürmer“,
wahrscheinlich riecht es auch so?
Was kann das sein?

#1 willow
Zustimmung.

9. Lila - Juli 4, 2013, 10:21

Und ich weiß nicht, wieso es mich immer noch schockiert, daß fast alle ZEIT-Kommentatoren in das „man wird ja noch sagen dürfen“-Horn blasen. Oder in das „ma pitom Juden? Wir sind doch nur gegen Israel“.

http://www.zeit.de/kultur/2013-07/sueddeutsche-zeitung-israel-karikatur

Wundert das irgendjemanden? Karikaturisten dürften selbstverständlich jeden Staat, der eine territoriale Expansionspolitik betreibt, als „gefräßigen Moloch“ darstellen, ohne dass ein Hahn danach krähte. Im Falle Israels geht das aber natürlich nicht – ganz egal wie viel von der Westbank es sich de facto aneignet.

Warum Israel an die Stelle der Juden tritt ist mir nicht zwingend ersichtlich. Natürlich kann man diese These in den Raum stellen, aber sie unkommentiert als gesetzt und wahr anzunehmen, wird dem Problem nicht gerecht.

Naja in dem Artikel geht es ja klar um Israel und nicht um Juden. Wenn von semitischer Seite der Staat Israel mit dem Judentum gleichgesetzt wird und dann gesagt wird, dass dieses Bild daher antisemitisch ist … naja.

Bezieht sich eine Kritik eindeutig nur auf die Politik der israelischen Regierung (und der sie im In- und Ausland unterstützenden Parteien und Meinungsmultiplikatoren), wird diese sogleich als „antisemitisch“ diffamiert. Damit jedoch wird die behauptete Identität von Israel und „Judentum“, die man ansonsten beklagt, gerade untermauert.

Hoffentlich wird der unbeteiligte Karikaturist nicht auch noch dafür geköpft.

Broders Äußerung ist ein durchsichtiger Versuch, Israels Regierung vor berechtigter Kritik zu schützen, indem die hier völlig unpassende Keule Antisemitismus aufgefahren wird.

Satirische Karikaturen im Zusammenhang mit Israel scheint wohl nicht möglich zu sein. In Israel ist Pressefreiheit eben auch etwas anderes als bei uns.

Herr Broder überzieht wie üblich in seiner bekannten Monokausalität zum Thema.

Jetzt darf Herr Broder wieder seine dunkle Seite nach außen kehren und seinen üblichen Stürmer-Vergleich anbringen.

Durch die absehbare kalkulierte Empörung wird nun bequemerweise vom eigentlichen Thema des Artikels abgelenkt, nämlich der Rezension des Buches von Peter Beinart, wenn nicht gar Beinart in ein antisemitisches Licht („Selbsthasser“, „jüdischer Antisemitismus“ usw.)gerückt. In diesem Sinne hat die SZ den Apologeten der israelischen Expansionspolitik sogar einen Gefallen getan.

Israel betreibt Landraub und macht sich schuldig der Besatzung und Unterdrückung palästinensischer Gebiete. Und mit ihrem Zirkus schaffen es diese ganzen Gremien am Ende noch, dass Menschen wie ich zunehmend ihren Mund halten, um nicht ins Schwungradius der Antisemitismus-Keule zu geraten.

Die Verleumdung – die Wahrheit über den Antisemitismus…
…ist ein sehr aufschlussreicher Film, der deutlich macht, wie sehr das Schlagwort „Antisemitismus“ im Sinne israelischer Vorteilsnahme und pauschaler Diskreditierung aller Kritiker missbraucht wird.

Ein geradezu klassischer Trick, den Broder benutzt: Israel tritt angeblich an die Stelle „des Juden“. Wieso? Umgekehrt wird ein Schuh daraus: der Vorwurf des Antisemitismus wird von Broder missbraucht, um legitime Kritik an einem Staat, jüdischen Organisationen oder auch an einzelnen Juden zu diffamieren.

Und so weiter und so fort. Kein EINZIGER Kommentator der ZEIT findet die Verwendung der Karikatur kritikwürdig.Keiner von ihnen sieht die Konstante von antisemitischen (richtiger: anti-jüdischen) Stereotypen zu antizionistischen oder anti-israelischen. Das sind alles zwei Paar Schuhe. Und Israel ist in ihren Augen so abgrundtief verächtlich, daß es sich jede Verleumdung gefallen lassen muß.

Die „bürgerliche Mitte“ oder das sog. Bildungsbürgertum, die ja wohl den Großteil der ZEIT-Leser stellen, sind anti-israelisch bis in so tiefe Gewebsschichten eingefärbt, daß sie es selbst nicht einmal bemerken.

10. willow - Juli 4, 2013, 10:49

Sieht bei der TAZ nicht besser aus – kaum ein Kommentator hat ein Problem damit, daß der Judenstaat so dargestellt wird wie damals im Stürmer die Juden … 😦

11. Piet - Juli 4, 2013, 11:06

@Lila, #9

Die „bürgerliche Mitte“ oder das sog. Bildungsbürgertum, die ja wohl den Großteil der ZEIT-Leser stellen…

Ich bin mir da nicht so sicher. Also, was die Leserschaft angeht, wohl. Aber auch, was die Kommentatoren angeht?

Ich vermute, dass viele Kommentatoren, die ihre politische Heimat eigentlich in der extremen Linken haben, eben nicht in den ihnen nahestehenden Medien schreiben (wer liest schon ND1 u.s.w.), sondern dort, wo sie eine große Leserzahl samt Infrastruktur vorfinden: In den bürgerlichen Medien. „Wer SPD und Grüne links findet, muss ganz schön weit rechts stehen“ las ich kürzlich — das definiert den Standort jenes Kommentatoren glaube ich ziemlich gut. Gleichzeitig haben sich viele, die sich dort früher an Diskussionen beteiligten, zurückgezogen, weil sie dieser radikalen und aggressiven Kommentatoren überdrüssig sind.

Aber richtig ist sicher: Ein Teil der Kommentatoren dürfte auch aus der politischen Mitte stammen: Studien, die den Antisemitismus inzwischen weit in die bürgerliche Mitte hineinragen sehen, gibt es ja nicht ohne Grund. Und beschämend ist dieses Bild der (veröffentlichten) Meinung allemal. Ob aber eine Mehrheit der bürgerlichen Mitte so denkt? Ich weiß es nicht, würde mir da gerne meinen Optimismus und den Glauben an den gesunden Menschenverstand bewahren. Andererseits

Hab gerade mal geguckt: Die Kommentatorenzahl dort zu den aktuellen Vorkommnissen in Ägypten (drei Artikel) bekäuft sich auf: 2.

12. Rika - Juli 4, 2013, 11:13

„Man ist, was man liest“ …… könnte man angesichts der Kommentare sagen, ist doch schon der Quelltext antiisraelisch / antijüdisch konnotiert! Die Kommentare geben genau das wieder, was der ursprüngliche Text, bzw. die Kombination von Text, Bild und Untertitel intendieren! Welches Magazin leistet es sich schon, am Interesse und an den Erwartungen der Leser vorbei zu schreiben…! Die SZ wie die Zeit gehören wirklich nicht zu den Magazinen, die objektiv über Israel berichten.
Immer schwingt der drohend oder zumindest kritisch erhobene Zeigefinger mit, was man aber in Bezug auf die arabischen Nachbarn und Freunde so nicht liest!
Es ist zum Heulen…. nur hilft Heulen hier nicht weiter!

13. G. - Juli 4, 2013, 13:47

Broders Kommentar ist … wieder einmal … von unfassbarer Qualität. Was für eine brilliante Analyse!

Da kannst Du textkritisch gern jeden einzelnen Baustein auf die Goldwaage legen. Perfektion. Flüssig geschrieben – wie aus einem Guss!

Dies Land hat durchaus noch seine Denker. Ich liebe Broder!

14. Karl Eduard - Juli 4, 2013, 14:08

Meine Güte, das kleine süße Monster. Und es bekommt nicht mal kleine Kinder serviert oder U – Boote, sondern Rühr – und gekochtes Ei, Brötchen, eben ein normales Frühstück. Wie man davon jetzt auf den Stürmer kommt, ist mir schleierhaft. Es ist auch dumm. Welche Steigerung kann es denn nach Der STÜRMER noch geben? He? Da ist nichts mehr, gilt Der Stürmer doch als das widerlichste Hetzblatt der Nazis mit den schärfsten antisemitischen Karikaturen.

Und das hier ist eine absolut harmlose Zeichnung. Kein Davidstern, keine Schläfenlöckcken, keine „jüdischen Physiognomien“. Nichts.

Aber natürlich muß man sich auch beleidigt fühlen. Im Wettbewerb des Beleidigtseins rangeln Juden und Moslems um Platz 1, ein hartes Kopf an Kopf – Rennen. Und natürlich haben wir nichts gegen die Freiheit von Menschen, Karikaturen zu zeichnen, solange sie nicht uns karikieren.Das ist wirklich schon peinlich. 🙂

15. Lila - Juli 4, 2013, 14:14

Nochmal gaaanz langsam:

die Karikatur ist ja gar nicht für den Anlaß gezeichnet. Es geht gar nicht um sie. Es geht um die Kombination von Thema, Untertitel und Auswahl der Illustration.

Und da ist selbstverständlich dieses Motiv ikonographisch bekannt, s.o.

Daß Du Juden nicht leiden kannst, ist hinlänglich bekannt. Nur Deine Abneigung gegen Moslems ist u.U. noch ausgeprägter.

16. Culatello - Juli 4, 2013, 15:10

#3 ekkehart schroeder

„Spannend ist auch dieser artikel.
http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/573908/Ausflug-in-den-Konflikt…“

Kleiner Auszug daraus:

°°°Tourguide Avner Gvaryahu steht vorne im Bus und gibt den Teilnehmern einen Crashkurs im Nahost-Konflikt. Der 28-Jährige hat wie viele der rund 900 Mitglieder von „Breaking the Silence“ den in Israel obligatorischen Wehrdienst im Westjordanland verbracht. „Diese Zeit hat mir die Augen geöffnet“, erzählt er. „Wir sollten die Palästinenser schikanieren und einschüchtern – und nicht Israels Sicherheit verteidigen.“ Avner erklärt, worum es dem Streit in dem Dorf eben ging: Die israelischen Behörden wollen das örtliche Wasserspeichersystem abreißen, das die EU finanziert hat. Die Soldaten waren gekommen, um die entsprechende Anordnung zu überbringen. „Schon fünf Mal wurde das Dorf zerstört, kein Haus steht mehr. Und jetzt das“, sagt er ins Mikro.°°°

Ich finde es gut, dass es diese Touren gibt und sie bei jungen Leuten boomen. Zunehmend sollen sie laut dem Artikel – dessen Stil allerdings ein wenig herablassend ist – auch von jungen Israelis gebucht werden. Das lässt hoffen.

17. Claudio Casula - Juli 4, 2013, 16:02

@ Culatello

Worauf soll das hoffen lassen?

Ich halte es für höchst bedenklich, vollkommen Ahnungslose wie die 20-Jährige aus dem Zillertal (“Area C, Osloer Verträge, zweite Intifada – Avner verwendet viele Begriffe, mit denen Melissa nichts anfangen kann”) einem Guide anzuvertrauen, der, nun, sagen wir: eine gewisse politische Agenda hat. Jemandem, der von der “Al-Aqsa-Intifada” nie gehört hat, kann ein “Breaking the Silence”-Aktivist doch so ziemlich alles erzählen – etwa, dass die “Mauer” der “Landnahme” dient. Gelernt hat Melissa zwischen Couch-Surfing in Jerusalem und Chillen am Strand von Tel Aviv in der Westbank dann rein gar nichts.

Die Zahl der jungen Israelis, die sich derart naiv einen vom Pferd erzählen lassen, dürfte überschaubar sein.

18. Piet - Juli 4, 2013, 16:21

@Culatello, #16

Jetzt verstehe ich! Das rechtfertigt natürlich antisemitische Installationen bei der SZ!

Ach ja: Was genau, sagten Sie, war der behördliche Grund für den Abriss der o.g. Häuser, deren Besuch Sie „gut finden“? Wenn es dann demnächst Touri-Führungen zu abgerissenen Siedler-Wohnungen gibt, wird die SZ vermutlich ähnlich einfühlsam berichten, da bin ich ganz sicher. 🙂

19. Karl Eduard - Juli 4, 2013, 16:27

@Lila

Also, Dich kann ich sehr gut leiden. Inklusive Familie und Katze. Allerdings geht mir das Gejammer aus nichtigem Anlaß auf den Keks und das Herausholen der schwersten Geschütze wegen Pillepalle.

Ja und es ist unschön, daß einige Deutsche das Hobby haben, sich an Israel abzuarbeiten. Und? Ist das etwas Neues? Leute laufen herum und rufen zum Boykott israelischer Waren auf, und was fällt den großmächtigen Intellektuellen dazu ein? „Kauft nicht bei Juden!“ Da sollte man dann aber auch die Vorgeschichte nicht verschweigen.

(Mir persönlich ist es wurscht, woher das Obst kommt oder das andere Zeug, hauptsache die Qualität stimmt.)

Den Schuh der SA zieht sich von denen aber keiner an, noch wird sich einer irgendwie schämen, denn in ihrem Selbstbewußtsein sind sie DIE GUTEN und daran werden noch so viele Nürnbergverweise und lauthalses Herumgejammere nicht helfen. Im Gegenteil. Wir haben heute nicht 1933 und das weißt Du auch. Andere haben es inzwischen auch mitbekommen und denken sich nur ihren Teil.

Wer die Juden in Europa oder Deutschland drangsaliert, das sind nicht Zeitungsschreiber der Süddeutschen oder die deutschen Nazis, sondern Migranten. Skandinavien ist Beispiel genug.

Es ist deutsche Staatsraison, das Existenzrecht Israels, jawoll, aber wie die politische und mediale Klasse mit dem Herzen dabei ist, siehst Du ja wohl selbst. Früher sagte man, viel Feind – viel Ehr. Fühlt Euch also geehrt. Und hört mit dem Selbstmitleid auf.

20. avra - Juli 4, 2013, 16:32

@karl eduard 14: sie haben nicht das „sarcasm off“ vergessen, sie meinen das ernst?

21. willow - Juli 4, 2013, 16:45

Culatello, geben sie es zu, sie wissen nicht mal, was „Zone C“ bedeutet …

Kurzfassung: die Oslo-Verträge verpflichten Israel, in „Zone C“ alle illegalen Siedlungen zu verhindern. In den Verträgen steht nicht, daß nur illegale Bauten von Juden zerstört werden müssen … wenn also die EU illegale Bautätigkeit in diesem Gebiet finanziert, dann ist das schon ein „bißchen“ provokativ. Aber klar, nur die Juden müssen sich an Verträge halten …

PS: Nichts gegen „Breaking the Silence“, aber seit einiger Zeit scheint mir, daß sie aufgrund eines Mangels an „echten zionistischen Verbrechen“ immer mehr in Richtung Show & Inszenierung abgewandert sind … nur mein Eindruck, vielleicht hat irgendwer mehr Informationen.

22. Lila - Juli 4, 2013, 17:38

Ich werd mal jemand fragen müssen. Sind ja eine Menge ehemaliger Mechinat-Rabin-Studenten von unserer Hochschule dabei.

Daß frisch entlassene Soldaten teilweise einen ziemlichen Rochus auf eine bestimmte Sorte Siedler haben, habe ich mir ebenfalls schon sagen lassen.

23. willow - Juli 4, 2013, 17:42

„Daß frisch entlassene Soldaten teilweise einen ziemlichen Rochus auf eine bestimmte Sorte Siedler haben, habe ich mir ebenfalls schon sagen lassen.“

Ja, das glaube ich gern …

24. Lila - Juli 4, 2013, 18:04

Es ist auch unheimlich schwer bis unmöglich, manchen Leuten klarzumachen, daß Soldaten und ihre Eltern von dieser ganzen Situation die Nase ziemlich voll haben und im Austausch für einen echten Frieden (was wir auf Ivrit „sof ha-sichsuch“, Ende des Konflikts nennen – Ende aller Ansprüche, Streitpunkte etc), daß wir dafür mehr als bereit sind, Kompromisse einzugehen.

Es ist kein Vergnügen, die Last dieser unerträglichen Lage mitzutragen. Aber mach das mal Leuten klar, die glauben, die Israelis haben das Späßchen ihres Lebens. Wie gut lebt es sich doch als Moloch, nicht wahr?

25. Jack - Juli 4, 2013, 18:54

Zu 11.
„Gleichzeitig haben sich viele, die sich dort früher an Diskussionen beteiligten, zurückgezogen, weil sie dieser radikalen und aggressiven Kommentatoren überdrüssig sind.“

Ja Piet,
das würde ich aber mal ganz fett unterstreichen. Mein Reden schon seit zwei Jahren oder wie lange ich hier manchmal herumwurschtel. Äh, als Kommentator?! Oh mein Gott, ich bin wohl genauso ein neuer Medien-Maniac mit einem anonymen Mitteilungsbedürfnis. Wenn auch mit Humor, hoffe ich. Und doch, was war das Leben früher schön(er). Ist das schon alles vorbei? 🙂

Aber um auf mein Anliegen zu kommen: Über die aktuelle SZ-Scheiße brauchen wir nicht groß diskutieren. Israel scheint für die SZ-Typen ungefähr so zu sein wie der Radsport im Sport – dopingverseucht hoch zehn. Schräger Vergleich, ich weiß. Aber da läßt es sich ebenfalls prima abarbeiten und immer wieder mit moralisch geschwängerter Wonne draufhauen. Wozu da noch groß all die andere Sportarten hinterfragen oder vielleicht mal sich selber. Oder generell die vielfältigen Ursachen zu erforschen, um eine annehmbarere Lösung des Problems zu finden. Oh oh, lieber nicht. Klappt doch prima, wenn auf einen speziellen Teil so vorzüglich und moralisch-empörend eingeschlagen werden kann. Die SZ-Typen sind diesbezüglich nämlich auch dort federführend, dämlich wie sie m.E. sind. Fuckin’ Hypocrites.

Aber auf was ich eigentlich hinaus will und wenn man m.E. nicht völlig blöd ist, dann kann einem allmählich davon ebenfalls schlecht werden – nämlich von dieser losgelösten Lobhudelei auf Broders Texte, gerade bei vielen der sogenannten deutschen Israel-Freunde, die sich ja nun auch gerne empören, halt nur umgekehrt – da frage ich mich in Sachen Broder allmählich, ob Ihr ansonsten blind seid in Bezug auf das, was Broder ansonsten (immer mehr) so schreibt. Man kann seine Themen ungefähr dritteln: Ein Drittel Antisemitismus und Israel, ein Drittel EU und Europapolitik und ein Drittel Global Warming-Verleugnung und Verharmlosung.
Im erwähnten ersten Drittel gehe ich meist absolut konform mit ihm, gar keine Frage. Nur bringt mir das allmählich nichts mehr, wenn er m.E. ansonsten langsam fast nur noch buchstäblichen Wahnsinn schreibt, über die man nicht mal mehr den Kopf schütteln mag (obwohl ich das gerade tue), so dämlich ist seine Schreibe bzw. seine TV-Präsenz bzgl. seiner anderen beiden Drittel-Themen, und das nicht nur mitunter, sondern beinahe schon ununterbrochen.
Ich habe wirklich jede Menge Humor und Platz für krumme Gedanken, all das ist mir lieb und quer. Und man kann die EU-Politik und die Euro-Freaks in Brüssel kritisieren, und auch ab und an einen fette SUV fahren und auf Global Warming scheißen. Nur sollte man dabei nicht absurd sein. Und Broder ist das. Und zwar immer mehr. Jedenfalls schreibt er so. Sehr enttäuschend, wenn Ihr mich fragt. Damit möchte ich langsam nichts mehr zu tu haben. Da bin ich gerne Spießer.

Aber das scheint Euch allen egal zu sein. Hauptsache Broder macht seine Antisemitismus- und Israel-Sachen gut.
Echt, da seid Ihr offenbar nicht besser als die sogenannten SZ-Leser. Oder anders gesagt, nicht auf SZ-Leser schimpfen, die vielleicht sagen, ach ja, in Sachen Israel sehen wir das durchaus differenzierte als die betreffenden Redakteure, aber ansonsten mögen wir die SZ.

Ey Broder, wenn Du das liest. Ich mag Dich. Aber ansonsten: Fuck you!
Aber das liebst Du ja. 🙂

26. Karl Eduard - Juli 4, 2013, 21:06

@20. avra – Juli 4, 2013, 16:32

Ich meine das ernst. Inzwischen bin ich über die Phase „das darfst Du jetzt aber nicht schreiben“ lange hinaus. Für mich zählt meine Nation. Die kommt an erster Stelle, wie die Franzosen Frankreich an erste Stelle setzen, die Amerikaner die Vereinigten Staaten oder die Israelis Israel. Und wenn jemand in das kleine blaue Monster den Julius Streicher hineininterpretiert, da kann ich nur noch sagen, dessen beste Zeit ist vorüber.

27. A.mOr - Juli 4, 2013, 21:10

#24 Lila
Tja, die Araber jammern laut in die Öffentlichkeit hinaus und haben daran nichts als Vergnügen und Alimente. Israel steht im Haus -nicht unbedingt weniger laut- und bleibt integer, denn wer will andere schon mit seinem Frust beschämen?

Es sei man tut so als ob, „Araber“.
Da macht sich gespielter Frust bezahlt.
Bin ich ungerecht?

Wenn ja, dann tut’s mir leid. Wenn nicht, dann auch.
Nehmt es als momentane Laune. Das Leben geht weiter!

28. willow - Juli 4, 2013, 21:36

Ach Jack … wenn du groß bist 😉 erklärst du mir, warum du dir trotz einer seit 16 Jahren stagnierenden globalen Temperatur ganz sicher bist, daß nur CO2 das Klima lenkt – ich meine, die CO2-Konzentration ist immer noch lächerlich gering, aber sie hat sich in diesem Zeitraum verdoppelt. Aber schon klar, richtige Winter (wie damals, lange kalt und viel Schnee) die gibt es in Deutschland nich mehr … dafür sind die Sommer heiß und trocken 😉

Auch Europa, so sehr ich diese Idee liebe – bin ich wirklich damit glücklich, daß nicht die Wähler oder wenigstens nationale Parlamente über meine Gesetze und Vorschriften entscheiden sondern stattdessen ein Oberster Sowjet in Brüssel, den kein Mensch demokratisch gewählt hat?

Broder ist schon Klasse, so als Splitter im Arsch der bequem dahindämmernden Selbstzufriedenen … muß ja auch nich alles richtig sein, aber die imense Wichtigkeit einer gelebten Provokation, das müßtest du doch begreifen … ?

29. wollecarlos - Juli 4, 2013, 21:56

@25. Jack – Juli 4, 2013, 18:54

Sie schreiben:
„Nur sollte man dabei nicht absurd sein. Und Broder ist das.“

Ich möchte Sie so gerne verstehen und bitte daher ganz höflich, mitzuteilen, was Sie damit meinen.

Vielleicht ein paar Quellen, Zitate oder Ähnliches.

30. Jack - Juli 5, 2013, 7:50

Ja ja, redet mal schön, willow & wolle. Seht Ihr, wie Ihr ausseht?
Sag ich doch. Ohne mich. 🙂
Aber nicht vordrängeln, ja! Denn die Krönung der ‚Broder-Speichellecker-Bande‘ ist diese Jennifer Nathalie Pyka-Vordrängeltante. Oh man, herrlich! Leute gibt’s, das ist echt immer wieder zu geil. Wo die nur immer herkommen …

… aus meiner Jugend ganz bestimmt nicht. Schade, das wäre lustig gewesen. Ist’s aber auch so. Schließlich hat Jennifer ohne Nathalie das Lachen nicht verloren. Sie – ist schließlich auch meine Generation. 🙂
http://www.promiflash.de/jennifer-aniston-schwanger-sitzen-gelassen-13062920.html

31. wollecarlos - Juli 5, 2013, 9:53

30. Jack – Juli 5, 2013, 7:50

Lieber Jack,

ist es denn soooo schwer, eine gaaanz einfache Frage zu beantworten?

Ich stelle sie sicherheitshalber nochmal, damit Sie sich nicht damit herausreden, sie nicht gelesen zu haben.

Also:
Hier ist sie…

„@25. Jack – Juli 4, 2013, 18:54

Sie schreiben:
“Nur sollte man dabei nicht absurd sein. Und Broder ist das.”

Ich möchte Sie so gerne verstehen und bitte daher ganz höflich, mitzuteilen, was Sie damit meinen.

Vielleicht ein paar Quellen, Zitate oder Ähnliches.“

Soweit also meine Frage an Sie.
Wenn Sie allerdings intellektuell im Souterrain wohnen, sollten Sie nur lesen (denn das bildet anerkanntermaßen!) und nicht schreiben (denn das entlarvt anerkanntermaßen!).

Also ran… geben Sie sich keine Blöße und begründen Sie Ihre Meinung.

32. Piet - Juli 5, 2013, 11:28

Ach, nu… (@Jack):

Broder will doch polarisieren (Konzept), und: er kann sich das auch leisten. 😉 Ich will die Frage mal andersrum stellen: Kannst du dir einen „seriösen“ (was immer das sei) Broder vorstellen? Und glaubst du wirklich, in der Beurteilung seiner Person und seiner Artikel würde sich irgendetwas ändern?

Was du siehst, wenn du seine Artikel liest (okay: zumindest sehe ich das), ist der eulenspiegelnde Clown. Das ist seine Rolle, und die füllt er aus. Ob man deswegen mit allen seinen Ansichten konform geht, ist davon ja völlig unabhängig. Ich persönlich muss das gar nicht, um seine Artikel oft gut zu finden. Aber er bewirkt zweierlei: Er tritt manchen Leuten kräftig in den Allerwertesten (völlig zu Recht) und er beleuchtet Dinge aus einer für das politisch korrekte Establishment nicht immer bequemen Perspektive. Inhaltlich widersprechen kann ich ihm dann immer noch.

„Aber das scheint Euch allen egal zu sein.“

Das ist natürlich nicht als Verallgemeinerung gemeint, nä? 😛 Ich fand den verlinkten Broder-Artikel übrigens wirklich gut, nur deswegen habe ich ihn verlinkt. Hätte ich aber auch getan, wäre er von Lieschen Müller gewesen. 😉

33. Culatello - Juli 5, 2013, 12:17

#17 Claudio Casula

„Jemandem, der von der “Al-Aqsa-Intifada” nie gehört hat, kann ein “Breaking the Silence”-Aktivist doch so ziemlich alles erzählen – etwa, dass die “Mauer” der “Landnahme” dient.“

Solange, wie mir niemand erklären kann, warum die Mauer bzw. die Sperranlage schleifenförmig teilweise tief in palästinensisches Gebiet einschneidet und dabei ganze Dörfer von ihren landwirtschaftlichen Nutzflächen abschneidet
– solange, wie mir niemand erklären kann, warum die israelische Regierung immer noch nicht dem vor nunmehr 9 Jahren ergangenen Urteil des Obersten Israelischen Gerichtshofes auf Rückbau der Mauer bei Bi’lin gefolgt ist
– solange ist die Folgerung, dass die Mauer faktisch der Landnahme dient zwingend logisch.

34. Culatello - Juli 5, 2013, 12:23

#18 Piet

„Ach ja: Was genau, sagten Sie, war der behördliche Grund für den Abriss der o.g. Häuser, deren Besuch Sie „gut finden“? “

Keine Baugenehmigungen.

Seit Abschluss der Osloer Verträge verhärtete sich die Genehmigungspolitik der israelischen Administration. So erhielten lediglich 5,6% der Bauanträge in den Jahren 2000-07 auch eine Genehmigung. Die israelische Planungspolitik verhindert die Errichtung palästinensischer Infrastruktur in den C-Gebieten: In 70% der C-Gebiete ist jede Bebauung verboten, und in der Praxis erlaubt die israelische Ziviladministration den Bau von lediglich 1% des C-Gebiets, das aber so gut wie voll ausgebaut ist.

Die israelische Regierung subventioniert und fördert dagegen Häuserbau, Bildungs-, Wasser- und Verkehrsinfrastruktur in den wachsenden israelischen Siedlungen im Westjordanland. Diese sind zu 40% auf privatem palästinensischem Land gebaut und hindern so palästinensische Entwicklung. Gleichzeitig forciert Israel die Verstaatlichung von Land. Dieses Land stellt die zivile Administration jedoch fast exklusiv für den israelischen Siedlungsausbau bereit.

Da Infrastruktur kaum gebaut werden kann, müssen die Palästinenser auf intensive Landwirtschaft, Industrie oder Tourismus im C-Gebiet verzichten.
Während seit 2010 45 einfache Zisternen und Regenwasserauffangsysteme palästinensischer Dorfbewohner zerstört wurden, haben die israelischen Siedlungen im Jordantal – zum größten Teil C-Gebiet – eine intensive Landwirtschaft vor Ort aufgebaut, vor allem für den Export. Sie beanspruchen das Meiste Wasser der Region: Allein die etwa 10.000 israelischen Siedler des Jordantals nutzen ein Drittel des Bedarfs der gesamten palästinensischen Bevölkerung im Westjordanland (2,5 Millionen Menschen). Zu Vorzugspreisen: Der Wasserpreis ist bis zu 75% subventioniert.

35. Culatello - Juli 5, 2013, 12:25

#21 Willow

„Culatello, geben sie es zu, sie wissen nicht mal, was “Zone C” bedeutet … “

Nö.

36. G. - Juli 5, 2013, 13:21

„Du bist so herrlich überheblich,
so wunderbar arrogant.
ganz schön eingebildet,
dafür ernenn‘ ich dich zur Königin von meinem Land.“
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Broder wird Deine Zeilen zu ertragen wissen, @jack. Wie gefällt Dir übrigens seine Kategorie „Titten und Ärsche“? Ich denke, Broder hätte Moses die (nach furchtsamer Bergbegehung) überreichten Steintafeln mit der feierlichen Übergabe eines kleinen Teiles seiner privaten Porno-Sammlung honoriert.

Und genau dafür, @jack, würde ich diesen Denker zur Wahl zum Messias vorschlagen. Wenn diese Rollen denn endlich einmal demokratisch zu besetzen wäre. Fernab jedweder Heuchelei … führt Broder jeden zu sich selbst. Mit glasklarem Blick, zutiefst menschenfreundlich, was bei ihm nicht einmal einen Widerspruch in sich bedeutet.

Ja, ich liebe Broder. Für jeden seiner `Fehler‘, für jedes seiner Worte. Soll ich mich denn nun persönlich angesprochen fühlen als „sogenannter deutscher Israel-Freund“? Wie komm ich zu dem Titel?

Weil ich all die in diesem stumpfsinnigen Antisemitismus gebundenen Energien gerne hierzulande produktiver eingesetzt sähe? Oder nur weil ich meine Beobachtungsgabe nicht damit auslaste, in Israel permanent Manifestationen des Bösen an sich zu visualisieren?

Wird man dafür schon in eigens erschaffene Freundes-Kategorien eingeordnet? Ist die Lage derart schlimm?

37. A.mOr - Juli 5, 2013, 13:34

#26. Karl Eduard

Den Zeichner des Bildes trifft kein Vorwurf!, und er hat das Bild nach allem was bekannt ist NICHT aus antisemitischen Motiven heraus geschaffen, Lila hat darauf bereits hingewiesen.
ALLE (?), die sich bislang kritisch zu dem hier verhandelten Frau Augstein-Redaktion-Artikel kritisch äußerten, verwiesen darauf, daß den Zeichner des Bildes keine Schuld trifft.

Dieser selbst hat das glaubwürdig bestätigt. Und er wäre gerne von Frau Augstein gefragt worden, ob sie das Bild in nun bekanntem Zusammenhang nutzen dürfe, und er hätte es sich verboten.
Frau Augstein fragte ihn nicht.

Also, Karl Eduard, verstanden!?

Stichwort „Zusammenhang“, diesen hat Frau Augstein (&Co) als verantwortliche Redakteurin selbst hergestellt, der Artikel in diesem Zusammenhang von Bild (der MOLOCH läßt sich im Bett bedienen) und „israelkritischem“ Inhalt ist EINDEUTIG ein Wiederkäuen der „Stürmer“-Agenda, der Jude als Moloch (→ selbst dieses besondere Merkmal noch ein versuchter Tiefschlag gegen Juden, und nebenbei gegen Israel), der JUDE als „Geißel der Menschheit“! Nazi-Hetze.
Wahrlich, da kann ein Attila oder Dschingis Khan nicht gegen anstinken.

Es ehrt Sie, daß Sie diese finstere Konnotation nicht sehen wollen, man sollte sich keine Schwierigkeiten in dem Maße ohne „guten“ Grund ins Haus holen, aber der Artikel in der ‚SZ‘ ist ein antisemitischer Hetzartikel, und zwar in dieser Zusammenstellung von Bild und Inhalt.

Also, Karl Eduard, sind Sie bereit Fakten als Fakten anzuerkennen?

Aber gewiß möchte ich Sie nicht überzeugen, und wenn Sie zu keiner Erkenntnis in dieser Sache bereit sind, dann ist das allein ihre Angelegenheit. Sie können rosa als blau sehen, bis es Ihnen grün wird. Ihre Angelegenheit.

Es wäre allerdings ‚anständig‘ von Ihnen, uns und Zugeneigten die Geltung nicht zu verwehren.
Von Mensch zu Mensch, wissense.

(PS/ Hätte eben auch der Frau Augstein nicht geschadet, hätte sie den Zeichner des Bildes gelten lassen. Statt dessen hat sie ihn ‚benutzt‘ und mit Schmutz beworfen, genauso, wie sie uns mit Schmutz bewirft.
Wo sehen Sie hin, Karl Eduard, wo der Schmutz landet, oder wer ihn warf?)

Wer segnet soll gesegnet sein.

Schabat schalom ale.hem.

38. willow - Juli 5, 2013, 13:37

„in den wachsenden israelischen Siedlungen im Westjordanland. Diese sind zu 40% auf privatem palästinensischem Land gebaut und hindern so palästinensische Entwicklung.“

Beachtlich! 3 Lügen in zwei Sätzen …

39. Piet - Juli 5, 2013, 18:42

@Culatello, #34

Ach ja: Was genau, sagten Sie, war der behördliche Grund für den Abriss der o.g. Häuser, deren Besuch Sie „gut finden“?

Keine Baugenehmigungen.

Verstehe.

Also wenn (abgesehen von den Zonen A-C, die Sie so geflissentlich übersehen, und der Tatsache, dass Wohnraum für alle viel zu knapp und viel zu teuer ist) der Staat Häuser, für die keine Baugenehmigungen vorliegen, abreißt, sei das gut, sagen Sie, wenn darin Juden lebten, aber gemein, wenn darin Araber lebten.

Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich sehe sehr wohl die Gentrification-Problematik, die in vielen Städten der Welt frapant ist, sicher auch in Israel. Und ich sehe durchaus die Problematik, die mit manchen (nicht allen) Siedlungen verbunden ist. Aber für die ungleiche Behandlung, die Sie zu Ungunsten und mit Absicht gegen die Juden richten, habe ich nur einen Begriff.

40. ekkehard schroeder - Juli 5, 2013, 20:19

es ist furchtbar mal wieder überascht zu sein das über dieses bild diskutiert werden muss.aber in zeiten in denen walser, grass und augstein das mas dafür sind was gedacht und gedichtet wird ist das mein fehler.

es ist bemerkenswert das man ein bild aus einem ganz anderen zusammenhang nehmen muss. hätte man ein bild mit der angedachten aussage genommen was als solches vorgesehen wäre hätte man womöglich keinen seriösen Zeichner gefunden oder auf offene antisemiten zurückgreifen müssen.

dann erinnert der zugehörige text an das elende lameto des reaktionären stammtisch: leute -die man aufgrund des eigenen beschränkten verstandes nicht mag- bekommen etwas was einem nicht zusteht.

wo es dann noch ekelhafter wir ist in dem spezifisch antisemitischen zusammenhang. der jude ist dem antisemiten angeblich zu schlau. er versagt nicht in dieser welt wie sozial deklasierte und muss sich deshalb almosen erschleichen, sondern beherrscht die welt mittels moderne und magischer machenschaften. vielfach konnten sich adel und klerus halt nicht vorstellen das es schnöder hunger war der dazu führte das die franzosen ihresgleichen den kopf abhackten. das müssen das halt böse mächte sein.
oftmals wird in den entsprechenden verschwörungstheorien die zahl des teufels, 666, den verschwören -juden und freimaurern- zugeschrieben. jahn van helsing/holey („geheimgesellschaften“ 1995) behauptet zb auch das v- zeichen churchills habe dieser vom satanisten crowley empfangen um der „deutschen handmagie“ etwas entgegenzusetzen. (o ja, nationalsozialismus ist wahnsinn) usw usf.


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