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Unerfreulich Juni 21, 2013, 16:56

Posted by Lila in Persönliches, Uncategorized.
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Wenn Y. morgens zur Arbeit fährt, nutze ich gern die angenehme frische Morgenluft und mache eine kleine Runde ums Dorf. Dabei komme ich reihenweise an griesgrämigen Wachhunden in Drohstellung vorbei, und ich bin immer erleichtert, daß sie angekettet sind. Einer lief heute früh frei herum, kam aus seinem Grundstück rausgelaufen, als er mich sah, rannte auf die gegenüberliegende Straßenseite (wo ich vorsichtigerweise immer gehe), und fiel mein Bein an. Er kratzte und biß mich.

Es war ein ganz schön blödes Gefühl. Da stand ich nun um sechs Uhr früh mit einem blutenden Bein und wußte nicht, ob ich meine Morgenrunde machen sollte oder mich erstmal hinsetzen. Ich bin dann nach Hause gegangen. Quarta und Secundus waren schon beide wach. Secundus sprang sofort zu seiner Erste-Hilfe-Tasche, säuberte und desinfizierte die Wunde (einen Verband wollte ich nicht) und erklärte mir, daß wir in einer Tollwut-gefährdeten Gegend leben und ich darum den Impfausweis des Hundes sehen muß. Und falls er im letzten Jahr nicht geimpft wurde, muß ich zum Gesundheitsamt, mit dem Impfausweis.

Vorhin war ich also bei den Hundebesitzern. Natürlich haben sie mir erstmal nicht geglaubt: das könnte nicht sein, ihr Hundi ist doch so menschenlieb, vielleicht bin ich ja hingefallen? und Bißspuren sieht man auch nicht. Nein, die sieht man nicht, weil er nicht durchgebissen hat, aber Kratzspuren sieht man, und die sind tief. Ich wäre fast ärgerlich geworden und habe ihnen erklärt, daß ich weder hingefallen bin und jetzt lüge, noch den Hund gereizt habe. Ich war auf der anderen Straßenseite.

Sie haben mir dann den Impfpaß gezeigt. Im Oktober 2012 hatte der Hund die letzte Impfung.

Das Haus, in dem die Familie wohnt, ist schräg gegenüber von der Bushaltestelle. Jeden Tag kommen dort alle Schulkinder des Orts und alle Benutzer der Busse vorbei, außerdem Feriengäste. Hoffentlich bleibt der Hund ab jetzt an der Leine. Und hoffentlich verheilt mein Bein vernünftig. Ich habe keine Lust auf eine weitere Narbe an meinem Körper.

2013-06-21 06.57.56

Kommentare»

1. Noa - Juni 21, 2013, 17:00

Lila, das ist so entsetzlich, dass wir diesen Hunden so wehrlos ausgeliefert sind -eigentlich der Veranwortung oder Nicht-verantwortung der Hundebesitzer hilflos ausgeliefert sind – das macht mich immer wuetend, wenn ich wieder ueber ein Kind lese, dass fast totgebissen wurde. pass gut auf dich auf.
Noa

2. avra - Juni 21, 2013, 17:30

um die narbe würde ich mich weniger sorgen, aber bisse generell sind deshalb so gefährlich, weil dabei sehr viele keime in die wunde gelangen.
eine freundin von mir wurde letzten sommer von der nachbarskatze gebissen. sie war ihr versehentlich auf die pfote getreten als sie um ihre füße strich u. um futter bettelte. es waren lediglich 2 kleine punkte zu sehen aus denen sie leicht blutete. ihr mann ( ein pensionierter arzt) hat die wunde versorgt- das war am vormittag. abends begann der fuss zu schmerzen, war angeschwollen u. sie hatte erhöhte temperatur mit schüttelfrost.
daraufhin fuhren sie ins nächste krankenhaus. die wunde wurde nochmal fachgerecht behandelt u. sie musste ein antibiotika schlucken, da sie eine beginnende sepsis hatte.
ich will hier keine angst schüren, aber solltest du anzeichhen einer verschlechterung verspüren, bitte sofort zum arzt.
alles gute!

3. wollecarlos - Juni 21, 2013, 18:08

Gute Besserung und künftig einen Pfefferspray mitnehmen !!!

4. Lila - Juni 21, 2013, 18:30

Keine Sorge, Unkraut vergeht nicht und der Hund wird nicht mehr frei herumlaufen. Vorhin haben wir die Nachbarin getroffen, sie war noch ganz verstört und hat sich Vorwürfe gemacht. Der Hund altert, manchmal kriegen dann auch Familienhunde einen Rappel.

Die Wunde sieht hübsch abscheulich aus, weil sie den ganzen Tag nachgeblutet hat. Für die Nacht wird Secundus mir wohl doch einen Verband machen müssen.

Er hat mich auch schon gefragt, wie ich mich fühle. Bisher prima.

5. willow - Juni 21, 2013, 19:06

Bitte setze dich ruhig hin und laß dich von deiner Familie verwöhnen!

Im Übrigen bestätigt mich dieser Unfall darin, daß ich mich zu Katzen hingezogen fühle … nicht, daß ich gegen Hunden hätte – aber richtig zubereitet müssen sie sein 😀

6. Georg - Juni 21, 2013, 19:37

@willow: Ungelogen! Mich hat neulich die freilaufende Katze meiner Mutter ohne Vorwarnung dermaßen gekratzt, dass ich eine Tetanusspritze benötigte. Dieses Mistviech ist 18 Jahre alt, hat kaum noch Zähne aber alte, scharfe und ungewaschene Krallen. Katzen gehören püriert in die süße Nachspeise.

Lila, es tut mir leid für dich und ich wünsche natürlich gute Besserung. Vor allem hoffe ich, dass dieser unverzeiliche Vorfall keine Auswirkungen im Sinne einer Hundephobie nach sich zieht, denn es gibt keine treueren und sensiblen Begleiter wie Hunde. Beißende Hunde sind gestörte Hunde – dund die Ursache dafür liegt IMMER bei den Haltern.

7. Jack - Juni 21, 2013, 19:49

Oah. Hat das weh getan?
Sieht aus wie ein schwerer Bluterguß, verheilt in der Regel ganz gut. Gute Besserung!

Zum Vergleich der Unterschied zwischen Realität und Kintopp.

8. Marlin - Juni 21, 2013, 20:00

Lol, willow.

Tjaa, Katzen können auch garstig sein.

Wie groß ist denn das Tier?
Ich hoffe, es geht alles gut vorüber und die Hunde bleiben an der Leine. Sowas geht nicht. Alles Gute, Lila.

(Und Narben sind doch nicht so schlimm, damit kannste angeben. 😀 )

9. Lila - Juni 21, 2013, 21:37

Nein nein, keine Hundephobie. Ich mach viellcht mal ein Bild von dem Kerl. Ist ein richtig großer, bulliger, pechschwarzer Kerl. Inzwischen weiß ich auch, wie er heißt – Bläck. Falls er mich noch mal anknurrt, werde ich ihn mit seinem Namen ansprechen und ihm streng befehlen, gewesen zu sein wie ein Besen.

Auf Narben bin ich nicht scharf. Ich habe schon überall welche. Meine armen Beine sind meine einzigen halbwegs vorzeigbaren Körperteile, die will ich nicht durch eine Vierer-Kratzspur verziert wissen. Am Ende denkt noch jemand, ich hab mich tätowieren lassen 😯

10. Paul - Juni 22, 2013, 0:37

Hallo Lila,
ich wünsche gute Heilung und keine Narben.
Nachstehend noch ein paar Tipps:
http://www.helpster.de/hunde-abwehren-so-schuetzen-sie-sich_123171#zur-anleitung

Selber habe ich noch keine Erfahrungen mit Hunden gemacht. Aber meine Frau vor vielen Jahren als Postzustellerin (so nannte man in der DDR Briefträgerinnen). Also der Klassiker des Hundeangriffs.

Kann es sein, dass Hunde maskulin sind? „Der“ Hund. Haben sie deshalb eine Vorliebe für Frauen? 🙂 😉

Herzlich, Paul

PS: Ist das schon jemandem aufgefallen, dass nur „der Hund“ angreift und niemals „die Hündin“? Zufall? 🙄

11. Thra - Juni 22, 2013, 3:10

Hundeopfer sind immer schuldig; apriori sozusagen. Was soll also die ganze Rechtfertigung? Ich war auf der anderen Straßenseite, habe den Hund nicht provoziert usw.?

12. avra - Juni 22, 2013, 13:42

@7 jack: ich kann mich noch gut an diese schlagzeilen erinnern, da ziehts einem schon alles zusammen, nicht?
http://derstandard.at/1339638534745/Loch-im-Schwellkoerper-Hund-biss-Linzer-Vorhaut-ab

13. Paul - Juni 23, 2013, 0:15

Noch ein Nachtrag zu, was mache ich, wenn mich ein Hund angreift?

Habe mit einigen Leuten gesprochen.
Das Ergebnis:
Nicht wegrennen.
Stehen bleiben und den Hund frontal erwarten.
Für einen festen Stand sorgen. Am besten ein Bein etwas vorgestellt, damit man nicht umfällt, wenn der Hund einen anspringt.
Dem Hund nicht in die Augen sehen.
Ihn ganz kräftig und laut anschreien. Ruhig mit den gleichen Worten wie man einen Menschen anschreien würde.
Auch die bekannten Hundekommandos: Schluss, Aus, Ab, können helfen.

Herzlich, Paul

14. Engkong - Juni 26, 2013, 12:47

HÜNDISCHE GESCHÄFTE

Wenn uns ein Fremder Lob spendiert:
„Ihr Deutschen seid so kultiviert!
So sauber und so reinlich!“ –
dann werden wir ganz rot vor Scham;
uns paßt das gar nicht in den Kram.
Ach Gott, ist uns das peinlich!

Uns von dem Rufe zu befrei’n,
ein blitzblanksaub’res Volk zu sein,
bemüh’n wir uns nach Kräften,
weshalb auch unser Straßenbild
wie’n voller Lokus überquillt
von hündischen Geschäften.

Wenn’s Kindlein spielt im weißen Sand,
klebt bald darauf an seiner Hand
die stinkig-braune Masse.
Legt sich ins Gras der Sonn’anbeter,
schiß dort zuvor bestimmt ein Köter.
Wie ich die Viecher hasse!

Doch rede ich von „Minenlegern“,
von „Kläffern“ und „Bazillenträgern“,
dann zetern Herr- und Frauchen
und drohen glatt mir Prügel an:
ich hätt‘ schwer Unrecht ihm getan,
dem schnuck’ligen Wauwauchen.

Und überhaupt: die Toleranz!
Die fehle mir ja voll und ganz!
Das krieg ich noch zu hören.
Statt über Hundekot zu klagen,
sollt‘ ich an großen Umweltplagen
mich stören und empören.

Na, das beruhigt mich ungemein!
Wieso fiel’s mir nicht selber ein?
Tret‘ fortan ins Fäkal ich,
denk‘ ich sogleich an Tschernobyl,
und dann beschleicht mich ein Gefühl –
ich sage nur: einmalig!!

15. Malte S. Sembten - Juni 26, 2013, 23:55

Ich wünsche Dir eine komplikationslose und narbenfreie Verheilung, Lila!


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