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Grinsend oder quietschend Mai 10, 2013, 10:14

Posted by Lila in Kinder.
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Tatsächlich, ich habe es die ganze Woche über geschafft, vor Tertia und Secundus geheimzuhalten, daß Primus zuhause ist. Quarta ging es sehr schlecht, die Woche war nicht einfach, und es war gut, daß mein Großer da war, während ich arbeiten mußte. Gestern aber war es endlich so weit. Primus hatte gekocht, seine Geschwister machten sich auf den Weg nach Hause. Secundus kam von Har Dov, Tertia von Nevatim. Sie kamen fast gleichzeitig an.

Secundus kam reingetigert, sah seinen großen Bruder, sagte: „hey, Primus, wie geht´s? was gibt es zu essen?“, und grinste ein bißchen. Sie klopften sich gegenseitig auf die Schultern und in den Nacken. Dann setzte Secundus sich hin und lud sich den Teller voll.

Tertia sah Primus von weitem, quietschte laut „Priiiiiimus!!!“, warf ihre Taschen von sich, sprang ihm an den Hals und jubelte. Quarta sprang sofort hinterher. Dann stellte sie ihm ganz viele Fragen hintereinander. Primus strahlte, die Arme voller Schwestern. Genauso hatte er sich die Reaktionen seiner Geschwister vorgestellt.

Schließlich saßen wir um den Tisch, alle vier, und ich. Gegen Abend kam auch der Vater nach Hause, womit wir komplett waren. Ich genieße jede Minute, in der ich alle Kinder zuhause habe.

Es ist für mich immer wieder unfaßbar, wie verschieden sie sind. Es relativiert auch die elterliche Illusion vom Einfluß der Erziehung.

Primus hat mich neulich danach gefragt, wie ich die Rolle der Erziehung sehe. Ich habe ihm gesagt, daß ich die alte Metapher vom Erzieher als Gärtner ganz passend finde. Der Gärtner kann seine Pflanzen vor Frost, Wühlmäusen und Dürre schützen, er kann ihnen im Rahmen des Möglichen optimale Bedingungen schenken, so daß sie sich entwickeln können. Falsche Behandlung kann Schäden hinterlassen, die Pflanze kann krumm wachsen oder dahinkümmern. Aber kein Gärtner der Welt kann aus einer Eiche ein Veilchen oder aus einer Mimose eine Prunkwinde machen.

In unserem familiären Garten jedenfalls sind vier vollkommen verschiedene Individuen herangewachsen. Klar, wie wohl in jeder anderen Familie auch – meine drei Geschwister und ich sind auch grundverschieden. Was müssen wohl Eltern von sieben oder zehn Kindern empfinden, wenn sie sehen, wie die Kinder großwerden und jedes ganz anders ist als die anderen?

Kommentare»

1. Paul - Mai 11, 2013, 6:22

Wunderschön, liebe Lila, Deine Berichte von der „Insel der Glückseligen“. Es ist für mich eine große Freude in Eure „Oase“ hineinsehen zu dürfen.
Lassst es Euch gut gehen. Gott möge Euch beschützen.
Herzlich, Paul

2. arabrabenna - Mai 11, 2013, 20:36

Dieser Vergleich mit dem Gärtner passt genau! Besser kann man es eigentlich nicht ausdrücken. Wir haben ein Erziehungsbuch mit dem Titel:“Kinder sind Gäste, die nach dem Weg fragen“. Das ist ein sehr gutes Buch! Danke für deinen Bericht, der ist so Herz erwärmend!!!

3. Bekannte - Mai 11, 2013, 22:38

eine Bekannte hat einen schönen Spruch zur Erziehung: „Man kann Kinder nicht erziehen, sie machen einem doch alles nach“


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