jump to navigation

Und wieder März 20, 2013, 21:54

Posted by Lila in Uncategorized.
1 comment so far

werden verwundete Syrer in Israel behandelt.

Obama ist in Israel – jedes seiner Worte wird zur Schlagzeile. Es war nett, daß er einer Kipat-barzel-Batterie einen Besuch abgestattet hat (die übrigens von einer jungen Offizierin befehligt wird), denn für seine Hilfe bei der schnellen Entwicklung dieses Projekts sind ihm alle in Israel dankbar. Ich bin froh, daß die Atmosphäre zwischen Bibi und Obama sich entspannt hat und sich nüchterner Optimismus breitmacht, zumindest als Streifen am Horizont. Viele kluge Analysen habe ich gehört und viele überflüssige – ich bin zu müde, sie zu rekapitulieren.

In seiner Rede erwähnte Obama auch, daß lange kein Israeli mehr durch Terror ums Leben gekommen ist – was stimmt und hoffentlich so bleibt. Die kleine Adele Biton kämpft um ihr Leben. Ich hoffe, daß sie überlebt und keine irreperablen Schäden davonträgt. Wer an die Kraft von Gebeten glaubt, möchte vielleicht mitbeten – die Eltern haben darum gebeten.

 

Kleines Lebenszeichen März 19, 2013, 12:19

Posted by Lila in Persönliches.
10 comments

Ja, ja, bei uns ist alles in Ordnung, noch ist die Decke uns nicht auf den Kopf gefallen, obwohl der Sachverständige von der Versicherung ein bißchen blaß wurde, als er das sah, und meinte, das ist gefährlich. Demnächst werden hier die Handwerker einziehen und hoffentlich alles wieder hübsch und stabil zusammenzimmern.

Die Exkursion nach Berlin rückt näher und näher, macht alles unheimlich viel Arbeit, und alles andere läuft natürlich auch weiter. Demnächst fangen die Pessach-Ferien an, für Quarta haben sie schon angefangen, und sie ist tagsüber zuhause. Sie hilft mir und ich bin froh, daß sie da ist.

Wir hatten letzte Woche richtigen Sharav – leider waren liebe Gäste aus Deutschland genau am dichtesten Staubschleier-Tag bei uns. Wir saßen abends an der Bucht von Akko in einem Fischrestaurant und konnten Haifa auf der anderen Seite der Bucht nicht sehen, so staubig war es! Dann waren ein paar Tage mit Regenschauern, und jetzt ist die Luft deutlich sauberer, wenn auch schon der nächste Sharav anrollt.

Und jetzt muß ich zurück an die Arbeit.

Barbaren in Johannesburg März 15, 2013, 7:51

Posted by Lila in Presseschau.
13 comments

Soeben bei Elder gefunden:

Israeli-born pianist Yossi Reshef was escorted off stage by Wits Campus Control last night as students protested his presence on campus during Israel Apartheid Week.

“This guy coming here istrying to undermine Israel Apartheid week,” SRC vice-president (internal) Tokelo Nhlapo told Wits Vuvuzela.

Es lohnt sich, den ganzen Artikel zu lesen.

Vielleicht ist es den Studenten gar nicht klar, aber „Israel Apartheid Week“ bedeutet vor allem eins: Apartheid gegen alles, was israelisch ist. Pfui Teufel.

Damit Yossi die Sonate aber zu Ende spielen kann, bei der er mit Vuvuzelas unterbrochen wurde, habe ich diesen Clip gesucht und gefunden:

Der Schreck meines Lebens März 14, 2013, 17:29

Posted by Lila in Persönliches.
15 comments

heute habe ich ihn gehabt.

Ich hatte mich gerade für eine kurze Pause hingelegt. Y. war unterwegs, um Tertia abzuholen. Quarta saß unten und sah fern, Mathehefte um sie herum verstreut.

Auf einmal – ein riesiger, unbeschreiblicher, hallender, brutaler BUMMMM. Ich sprang auf, hinter mir fiel der Rolläden-Kasten auf mein Kissen, wo vorher mein Kopf gewesen war. Putz rieselte, Lampen fielen. Ich raste die Treppe runter.

Quarta war entsetzt aufgesprungen. Die dreifache Glastür von der Terrasse zum Wohnzimmer stand offen, die Haustür ebenfalls. „Ab in die Mamad!“, rief ich und zog sie mit mir in den Luftschutzraum. Ich rannte noch mal zurück, um das Telefon zu holen, und rief 100 an. Beim ersten Mal antwortete mir keiner. Ich lief in den Garten, um die stählernen Fensterläden des Schutzraums zu verschließen, und blickte dabei nach oben. Ein Teil der abgehängten Decke über dem Treppenhaus war beschädigt.

Draußen hörte ich Lärm wie von Schüssen. Mein Nachbar stand im Garten und brüllte in sein Telefon, „du glaubst es nicht, das war ein Lärm wie eine Atombombe! und jetzt Schüsse!!“

Quarta wollte nicht im Schutzraum bleiben, sondern Leo suchen. Mit Mühe konnte ich ihr das ausreden. Dann antwortete endlich die Dame von der Polizei. „Keine Sorge,“ meinte sie, „in Goren ist eine Fabrik für Feuerwerkskörper explodiert, es ist kein militärischer Vorfall (irua bitchoni).“ Ich war beruhigt, aber mein Blutdruck ging nicht runter.

Wir gingen nach draußen und sahen auf der Wiese vor dem Haus, wie eine riesige Rauchsäule über Goren aufstieg. Dann loderten Flammen. Unaufhörlich gingen Böller und Raketen in die Luft, einige davon konnte man in der Nachmittagssonne sehen. Ich konnte nur stammeln, „die armen Menschen, die armen Menschen“, und wir hörten die Feuerwehr- und Rettungssirenen auf der Straße.

Auch der Nachbar, ein freundlicher Italiener, kam aus seinem Haus. „Ich hab mich sofort auf den Boden geworfen,“ meinte er, „gelernt ist gelernt“.

Die Bilder in diesem Beitrag sind wohl aus Mitzpe Hila aufgenommen, von uns aus sieht man es viel deutlicher. Englisch-Ynet und auch die Nachrichten im Fernsehen zeigen nichts, es hat sich ja schließlich nicht in Tel Aviv ereignet…

„Faß nichts an,“ meinte Antonio noch, „morgen kommen die Leute von der Versicherung“. Ich hätte auch so nichts angefaßt.

Ich höre noch die Sirenen und die Durchsagen der Polizei. Wer weiß, wann Y. und Tertia hierhin durchkommen. Ich hoffe und bete, daß niemandem was passiert ist. Aber schwer zu glauben, wenn man gesehen und gehört hat, was für eine ungeheure Kraft die Explosion hatte.

Isch jlööv, März 12, 2013, 17:20

Posted by Lila in Persönliches.
30 comments

et jitt hück no mie Schnei.

Schnee

 

(Diesen Satz habe ich als Schülerin mal an der Bushaltestelle gehört, von einer älteren Dame zur anderen gesagt, und bis der Bus ankam, hatte ich ihn dann auch entschlüsselt…)

Und was ich heute getan habe? Viel Unfug, aber das Beste: Terrasse saubergemacht, ist in der Hitze schnell getrocknet. Helle Futon-Bezüge in der grellen Sonne mit Oxy-Clean saubergeschrubbt – trocken. Den Balkon geputzt. Kann man drauf sitzen. Wenn man nicht empfindlich gegen Hitze ist 😀

(Nichts wie weg hier, sonst bezieh ich die Tracht Prügel meines Lebens… verdient, verdient.)

Eine Richtigstellung März 12, 2013, 12:36

Posted by Lila in Presseschau.
44 comments

von der ich nicht weiß, wie viele Medien außerhalb von Israel sie überhaupt bringen werden. Schnee von gestern, geschenkt, olle Kamellen (und Kamellen sind auch neu nicht lecker).

Das Baby Omar al-Masharawi, Sohn eines BBC-Reporters, starb am 14. November 2012 durch eine Rakete. Für Vater Jihad al-Masharawi, seinen Arbeitgeber, die BBC und die ganze Welt (außer Elder of Zion) war klar, daß nur einer der Übeltäter sein könnte. Ich laß Euch mal raten, wer.

Die israelische Armee konnte nicht bestätigen, auf das Haus der Familie geschossen zu haben, konnte es aber auch nicht kategorisch ausschließen. Darum untersuchte der Hochkommissar für Menschenrechte der UNO den Fall.

Ergebnis: das Kind wurde mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit durch eine auf Gaza gefallene, zu kurz gezielte Rakete der Palästinenser getötet. Es ist auch nicht der einzige Fall. Diese“selbstgemachten Böller“ fallen unkontrollierbar, und zu den „Arbeitsunfällen“, bei denen ein Waffenlabor hochgeht und die Nachbarn verletzt werden, kommen auch solche Todesfälle.

Sie werden summarisch Israel zugeschlagen und zementieren das uralte, immer wieder neue Bild von Israel als skrupellosem Kindermörder.

Die Schlagzeilen sind längst geschrieben, gelesen und haben sich festgesetzt. Das Bild noch mehr.

Versteht mich nicht falsch – ich sage nicht, daß der Tod des kleinen Jungen nicht schrecklich war und ist, eine Tragödie, die das weitere Leben der ganzen Familie überschatten und beeinflussen wird. Das Bild der Trauer ist von universaler Kraft, und man kann nicht anders als mitfühlen. Jedoch: es ist nicht gleichgültig, WIE jemand zu Tode kommt. Sonst würde man nie einen ungeklärten Todesfall aufklären, sondern sagen: der Mensch ist tot, sehr schade, aber was ändert es, ob es der Nachbar, der Gärtner oder die Putzfrau getan hat? Das sagt man nicht, sondern man klärt den Tod auf und möchte wissen, wer ihn verursacht hat.

Darum ist diese Meldung wichtig.

Fälschungen und erlogene Zuschreibungen sind immer nachgewiesen worden, wo Israel tote syrische Kinder als Opfer angerechnet wurden. Unklare Fälle wie der der Familie Ghalia werden automatisch als Israels Opfer registriert. In diesem Falle war es eine offene Frage, die nun geklärt ist.

Ich hoffe, auch Euch interessiert das mehr als so mancher Klatsch und Tratsch, der durch die Presse geht. Ob Blätter, die aus dem Tod des Kinds eine Orgie des Hasses gegen Israel gemacht haben, nun mit ebenso großem Lärm die Erkenntnisse der Untersuchung bekanntgeben? Die BBC ist skeptisch. „May have been“ ist die Formulierung, die sie wählen. Seltsam, nicht? Wenn es um Zuschreibungen an Israel geht, ist die Formulierung nicht so vorsichtig.

Und ich wünsche palästinensischen Zivilisten Kraft und Erfolg für den Kampf gegen bewaffnete Banden, die mit ihrer Ballerei das Leben Unschuldiger gefährden.

Noch eine Frage an meine Berliner Leser März 10, 2013, 9:54

Posted by Lila in Uncategorized.
26 comments

Hat jemand einen Tip für ein Restaurant, in dem man Kabalath Shabat feiern kann, zu 30 Leuten? und was nicht furchtbar teuer ist – für Studenten eben? Ein Leichtes, nicht wahr…? Seufz.

Secundus´ Abendmusik März 10, 2013, 9:20

Posted by Lila in Muzika israelit, Uncategorized.
3 comments

Wenn der Junge hier ist, bin ich so froh.

Ethnix, Ha-chaim kol kach yafim – Das Leben ist so schön

Er war auf einer „Kriegswoche“, einer regelmäßig abgehaltenen Woche, bei der unter Kriegsbedingungen trainiert wurde. Diesmal wirklich hart: in den abscheulichen Ostwinden eine Woche lang durch die Wüste laufen, nur mit kurzen Pausen, Tag und Nacht (insgesamt über die Woche verteilt haben sie nur sehr wenig geschlafen, und das auf dem nackten Boden), Secundus mit 35 Gepäck auf dem Buckel… die ganze Sani-Ausrüstung, Wasser und Essen… 100 km zu Fuß.

Mashina, Ba-rechovot shelanu – Auf unseren Straßen

(Idiotischer Clip, na ja, 80er Jahre halt 🙂 )

Er hat sich ausgeschlafen, aber er ist ganz vergnügt. Das war vermutlich, hoffentlich, seine letzte Übung dieser Härte.

Mashina, Tachzor, tachzor – komm zurück, komm zurück (das hab ich reingeschummelt, ist nun mal mein Liebstes von Mashina – besonders wegen Yossi Banai, der schon nicht mehr lebt und der ein viel größerer Sänger war als Yuval, sein Sohn, der Frontmann von Mashina )

Jetzt hört er Musik, und ich frage ihn, ob er Tips für meine Blogleser hat. Alles, was er vorschlägt, beantworte ich mit bescheidenem Stolz „ach, das Lied von Ninette hab ich letzte Woche schon verlinkt“, „Efrat Gosh – hab ich auch schon im Blog gehabt“, jawohl, ich kenne mich aus! und ich höre Secundus feixen. „Mama, du bist aber schwierig“.

Asaf Amdurski, Yekirati – mein Liebling

Trotzdem kommen wir noch auf ein paar Sachen, die noch nicht dabei waren.

Harel Moyal, Kmo ohavim – wie Liebende

Secundus ist ein Moyal-Fan der ersten Stunde – vor vielen Jahren hab ich meine Blogleser mal in Secundus´ Namen zu einer Abstimmung im Internet geschickt, als Moyal an dem israelischen Äquivalent einer Talentshow teilnahm. Moyal gewann tatsächlich, und Secundus war stolz. Das waren bestimmt die Stimmen aus Deutschland, die wir herangeschafft hatten! Oh, ganz bestimmt.

Yehuda Saado, Sadot shel irusim – Felder voll Iris

Ebenfalls bei dieser Talent-Sendung, nur ein paar Jahre später, gewann Yehuda Saado mit einem Lied voll Sehnsucht und Nostalgie. Sonst nicht unser Fall, der orientalische Sing-Stil, oder nur in kleinen Dosen, aber er sang das Lied mit echtem Gefühl. Wer es auf „ashkenasisch“ hören will, bitte, es ist für alle gesorgt.

Shlomo Arzi, Sadot shel irusim – Felder voll Iris

Shlomo Arzi und Dudu Tassa, Latet ve-lakachat – Geben und Nehmen

Mei Feingold, Raziti lashir – ich wollte singen

Morgen ist er wieder weg.

Tomer Yosef, Ka-elu milim – Solche Worte

Spiralförmig März 9, 2013, 18:24

Posted by Lila in Persönliches.
25 comments

Hab ich nicht oft genug über den Garten nachgegrübelt? Wasser müssen wir trotz der Erfolge in der israelischen Wasserpolitik sparen – es ist noch immer sehr teuer, und außerdem sitzt die Gewohnheit einfach drin. Ich wässere meine Kräuter, ich wässere von Zeit zu Zeit die Bäume und Büsche ein bißchen, die Kübel auch – aber einen Rasen, der viel Wasser verbraucht, kann ich nicht vor meinem Gewissen verantworten.

Hm, Bodendecker. Das war keine schlechte Idee. Aber meine angeborene Faulheit schreckte vor dem Gedanken zurück, den ganzen Garten erst mal vorbereiten zu müssen – die harte, von Steinen durchsetzte Erde erstmal hacken? umgraben? ach du liebe Güte… Vergeßt auch nicht, daß wir hier nur zur Miete wohnen. In Manot habe ich einen wunderschönen Garten zurückgelassen, die Nachmieter konnten sich an üppigen Kräutern und Passiflora-Büschen freuen, alles tadellos in Schuß – während mir zum Ausgleich das Karma einen Garten voll Bauschutt, kaputten Strom- und Wasserleitungen (für Bewässerung und Beleuchtung, die aber nie funktionierten), voll Zigarettenkippen, Plastikmüll und eben ollen Steinen beschert hat.

Ich habe als erstes Kräuterbeete angelegt, ohne die kann ich mich nicht wohlfühlen. Leider sind sie nicht so gut angegangen wie in Manot – dort war nach zwei Monaten mein Basilikum so groß wie ein Kleinkind, hier hingegen ist es zweimal eingegangen. Aber ich pflanze eifrig nach und eigentlich macht es sich ganz nett heraus. Ich bemühe mich, jeden Tag wenigstens eine Viertelstunde dem Garten zu widmen. Mal fege ich die gekachelten Flächen sauber und gieße die Kübel, mal rupfe ich das Unkraut aus den Kräuterbeeten, mal säge ich ricke-racke die wilden Triebe von Palme oder Elefantenbaum, mal gucke ich mich einfach nur um und habe Spaß und überlege und plane.

Aber der Rest des Gartens? Also die nackte Erde?

Meine Mutter ist ja im Gegensatz zu mir (schwarze Daumen und keine Ahnung) gärtnerisch wirklich begabt und hält ihren riesigen Bauerngarten mit zwei Tümpeln, einem Teich, einer großen Obstwiese, drei Lauben und riesigen alten Bäumen tadellos in Schuß. Sie hat sich tatendurstig auf unseren vernachlässigten, struppigen Garten geworfen und ihn frühlingsfein gemacht. Und dann fuhr sie weg. Irgendwie hat sie dem Garten aber den Dreh gegeben.

Und heute, während ich nach Bildern suchte für den Keim einer Idee zum Thema Land und Kunst und Steine und Spiralen… da hatte ich die Idee. Jawohl. Ich mach eine Steinspirale.  Keine feines, symmetrisches Labyrinth (so gern ich das auch täte, aber es würde in unseren wilden, krummen Garten nicht passen), sondern frei gezogene Spiralen aus den Steinen, die sowieso schon überall im Garten rumliegen. Wir haben sie ja schon in Kreisen um die neuen Bäume gelegt, aber eine Spirale… hmmmm…

Eine Spirale ist ein Symbol, und ich liebe Symbole. Ich habe meine Idee Y. und Tertia unterbreitet, habe ihnen Bilder von wunderschönen Gartenspiralen gezeigt. Nein, keine Kräuterspirale, bei uns gedeihen mediterrane Kräuter auch ohne höher gelegene, trockene Beete – ist so schon trocken genug hier. Aber wenn die Spirale erstmal fertig ist, dann werde ich auch ein paar Kräuter reinpflanzen, einfach weil sie zu den schönsten Pflanzen überhaupt zählen, und weil sie in diesem Klima gedeihen wie fast nichts anderes. Wie ich das genau mache, seh ich später, erstmal kommt die Form… eine Spirale oder Doppelspirale, was wäre wohl… hmmm….

Ich war von meiner Idee so begeistert, daß ich den Keim einer Idee zum Thema whatever sofort im Stich ließ und in den Garten peeste. In Nullkommanichts hatte ich den bescheidenen, mageren Anfang einer etwas krummen Spirale fertig. Dann wurde es bitter kalt, aber morgen, ha, morgen geb ich mich wieder dran. Sagt mir jetzt bloß nicht, daß das eine blöde Idee ist, kitschig und gewollt, und daß man wenn schon, denn schon, ein Chartres-Labyrinth pflastern und ordentlich bepflanzen muß. Oder einen schönen Büffelrasen säen. Oder aber in Rollrasen investieren. Oder gleich ein paar Quadratmeter Kunstrasen drauf und fertig. NEIN!!! Ich will das nicht hören!!!  La- lala- laaala, hab nichts gehört, hab nichts gehört!

Morgen, sobald es hell wird, gehe ich nach draußen und buckele mich mit den vielen, vielen Steinen in unserem Garten ab, und meinetwegen kann die Spiralenbauerei ruhig Wochen oder Monate dauern, jeden Tag ein bißchen, weil ich wirklich mit Gefühl meine Kurven ziehen möchte.  Die Steinreihen sollen langsam wachsen, vielleicht kommen mir dabei auch noch mehr Ideen. Es ist auch gar nicht so einfach, die dicken Dinger aus dem Erdreich zu puhlen – und dann sitzen da manchmal so fiese Tiere drunter, Skorpione sollen das ja lieben…

Ob man vom Rumlaufen in Spirale und Labyrinth wirklich gelassen wird, weise und glücklich, das weiß ich nicht, aber ich laß es drauf ankommen. Guckt Euch diese traumhaften Gärten bei Pinterest an – und wisset gleich, daß meine Spirale nur ein bescheidener kleiner Abklatsch wird.

Dann pflanz ich vor den häßlichen Zaun zum Nachbarn, wo unsere kleinen Solanum-Büsche erst langsam anfangen zu wachsen, auch noch büschelweise Lavendel, und mein Gärtner aus Kfar Yasif kann mir bestimmt raten, was sonst noch. Ein paar rankende Büsche will ich auch vor dem anderen Zaun haben, Kiwi, Passiflora, was auch immer. Unsere Zitrusbäumchen wachsen. Es wird, es wird. Und alles, ohne mit Wasser zu aasen!

Und hier, bitte sehr, eine kurze Geschichte unseres elenden, struppigen Gärtchens.

Im Juli 2011 zogen wir hier ein.

2011 07  b

Vertrocknetes Unkraut, leere Beete, die allerdings schon angelegt waren, und die mich mit den abscheulichen Küchenkacheln versöhnten. Als ich die Kacheln sah, dachte ich: NIE UND NIMMER!, aber als ich diese Beete sah, dachte ich: Basilikum! Bergkraut! Zitronenverbene! Thymian! Salbei! Chabaq! Zitronenmelisse!…

2011 07 c

Von der Palme sah man kaum was vor wilden Trieben, die olle Hundehütte war auch noch da…

2011 07 d

Und der Blick aus Tertias Zimmer eher trostlos. Bis auf die Bougainvillea natürlich, unser piece de resistance, wie der alte Stechlin es wohl nennen würde…

2011 07

Steine sammeln, Unkraut rupfen. Man hat ja sonst nichts zu tun.

Jedoch wollte ich bis zu unserem Hochzeitstag im Oktober die Beete „bezugsfertig“ haben.

2011 10 20 a 2011 10 20 aaa

Und das waren sie.

2011 10 20 b

Und wohin ging der Ausflug zum Hochzeitstag?

2011 10 20 c

Aber ja, zu „meinem“ Gärtner in Kfar Yasif.

2011 10 20 d

Gute Planung: zwei Beete mit Teekräutern, zwei mit Gewürzen, dazwischen Secundus´ Gemüsebeet.

So sah´s am Ende aus – Secundus und ich waren hochzufrieden.

2011 10 20 e

Sogar den fiesen ollen Gully hatte ich versteckt. Die fiesen ollen Leitugen an der Wand dagegen… ja ja, da muß ein Kübel hin, aber weil diese Leitungen noch dazu Probleme machen und wir dauernd dran müssen….

2011 10 20 f

Ich beobachtete etwas ängstlich, ob meine Pflänzchen auch angehen, und sammelte weiter Steine, Kippen und Baumüll aus dem Garten.

2011 10 22 a

Hinten an die Grenze zum Nachbarn pflanzten wir winzige Solanum-Büsche, außerdem drei Zitrusbäume: vor dem Haus einen Limquat, hinterm Haus einen Pomelo- und einen Zitronenbaum. Oh, und noch ein paar andere schöne Dinge, die ich alle unbedingt zum Hochzeitstag haben mußte!

2011 10 22 b

Das sind die Solanum-Babies.

2011 10 22

Und ein paar Teekräuter.

2011 10 28

Und dann hieß es, auf den Winter warten. November.

2011 11

Sobald es hier regnet, kann man den Pflanzen beim Wachsen förmlich zusehen. Es rührt mich jedesmal wieder, wenn der Regen anfängt – ich höre die Erde seufzen und die Regenwürmer husten…

2011 12 20 a

Im Dezember 2011 sah alles prinzlich und königlich aus.

2012-01-11 15.58.38 b

Die Disteln freuten sich, daß wir´s nicht übers Herz brachten, ihnen den Garaus zu machen — immerhin was Grünes im Garten!

2012-01-11

Und im März, April war die Pracht schon vorbei. Es wurde heiß und trocken.

2012-04-05 14.11.48

Meine Kräuterchen gediehen.

2012-04-05 Tee-Kräuter

Aber Primus und seine Eltern schlugen erstmal Schneisen durch die Wildnis.

2012-04-08 Ziegenfutter

Der Nachbar kriegte alles für seine Ziegen.

2012-04-17 Unkrauthaufen

Aber die Erde war wieder bloß, kahl und trocken.

2012-05-25 hinterm Haus B

Mai 2012, und wir kämpfen mit den letzten vertrockneten Disteln, während die Kräuter teils gedeihen, teils die Waffen strecken. Ich kann nicht verschweigen, daß die Vorliebe unserer schwarzbefrackten Herren für die Erledigung ihrer Geschäfte im wohlgelockerten Beet etwas damit zu tun haben könnten… was wir ihnen mit Pfeffer und Kaffeesatz nach Kräften vermiesen.

2012-05-25 hinterm Haus

Dann habe ich mir gesagt, genug Photos vom Garten gemacht, und hab ihn nicht mehr angeguckt. Gewissermaßen.

Bis heute.

?????????????????????? ??????????????????????

Das wird eine Doppelspirale.

?????????????????????? ??????????????????????

Unter dem Solarboiler (über Tertias Zimmer) steht schon die Leiter, damit man schnell raufklettern kann, wenn das Ding wieder verückt spielt…

?????????????????????? ??????????????????????

Spirale, Terrasse

?????????????????????? ??????????????????????

?????????????????????? ??????????????????????

Gwürze – die sind schön. Dreck-Ecke – die ist oll und fies, und egal wie oft ich dort arbeite und Dreck wegschaffe, es bleibt immer noch was übrig. Na ja, bald hab ich´s geschafft.

?????????????????????? ??????????????????????

Okay, die Spirale ist krumm. Aber ich korrigiere sie von Zeit zu Zeit. Dafür laufe ich hoch in unser Schlafzimmer, um sie von oben zu sehen. Die schwere Arbeit ist das Aushebeln und Schleppen der Steine.

??????????????????????

Tja, besonders schön ist das Haus wirklich nicht, aber gemütlich.

??????????????????????

Auch hier an der Westseite will ich was anpflanzen. Aber was? Vielleicht fällt Euch was ein?

?????????????????????? ?????????????????????? ??????????????????????

So sieht es also heute aus. Die Arbeit guckt mich aus allen Ecken an, aber ein bißchen Fortschritt sieht man doch.

Zum dritten Mal März 9, 2013, 0:04

Posted by Lila in Persönliches, Uncategorized.
1 comment so far

ist die Wasserleitung des Solarboilers geplatzt – dabei ist die ganze Anlage nagelneu. Das Thermostat funktioniert anscheinend nicht, obwohl es korrekt eingestellt ist. Mit einem richtig mordsmäßigen Knall ist das Ding kaputtgegangen, von mir nur durch eine Wand getrennt – neben meinem Arbeitszimmer ist ein niedrigeres Dach, da wohnt der Boiler. Erst kriegte ich einen Riesenschrecken, aber dann hörte ich das wütende Sprudeln und Zischen des heißen Wassers, das bald die Wand entlang rauschte. Nicht schon wieder!

Ich raste die Treppe runter, und als ich aus dem Haus fegte, kam mir unser Nachbar schon entgegen. „Ich dachte ja zuerst, das wäre ne Katyusha,“ meinte er, „aber mir scheint, mit eurem Thermostat stimmt was nicht“. Gemeinsam mit Y. kletterte er aufs Dach und sie reparierten das Ding. Ich dachte so bei mir, „wir leben schon in einer verrückten Gegend, Moshe hat vermutlich schon mehr Katuyshas explodieren gehört als Solarboiler-Zuleitungen“…

Einen Tag später. Ich sitze gegen Abend im Arbeitszimmer und picke auf meinem Laptop rum. Auf einmal höre ich wieder Wasser heftig an die Wand schlagen, dann wild rauschen. Wieder stürze ich die Treppe runter, in Secundus´Zimmer, denn von seiner kleinen Terrasse aus, die unter dem Solarboiler liegt, kann man am besten beurteilen, was da oben auf dem Dach passiert.

Ach herrje, welche Blamage. Y. und Quarta lachen mich aus. Es regnet. Ein richtig heftiger, kurzer Wolkenbruch.

Also ehrlich. Wenn Moshe bei einer Explosion als erstes an Katuyashas denkt und ich beim Prasseln von Wasser an einen Solarboiler – dann stimmt aber wirklich was nicht…

Wie hätte das auch funktionieren sollen? März 8, 2013, 23:02

Posted by Lila in Presseschau.
13 comments

Dortmunder Gefängnis: Rosafarbene Zelle wieder weiß gestrichen

Das neue Design sollte aggressive Häftlinge schneller beruhigen – doch das funktionierte offenbar nicht: Eine rosafarbene Zelle im Dortmunder Gefängnis ist wieder weiß gestrichen worden. In anderen Städten läuft das Projekt weiter.

Die Zelle ist doch so kahl. Für ein echtes Anti-Aggressions-Erlebnis hätte man schon ein bißchen Einrichtung zur Verfügung stellen können.

Da hat aber wirklich jemand zu kurz gedacht.

PS: Entschuldigt meinen Sarkasmus, aber bei aller Hochschätzung für die Macht der Farben… das kann ja wohl nicht ernst gemeint gewesen sein.

Gelacht, geweint und weggerannt März 8, 2013, 21:27

Posted by Lila in Presseschau.
6 comments

Gute Ratschläge aus europäischem Munde an Israels Adresse enthalten meist mehrere Elemente. Die beliebten kritischen Freunde, die so oft betonen, Israels Existenz müsse garantiert werden, daß sie einem vorkommen wie der sprichwörtliche Ehemann mit dem Blumenstrauß und dem Treueschwur… sie tadeln, daß Israel sich den Verdammungen und Empfehlungen der UNO widersetzt hat.

Israel hat ja so viele tadelnde Resolutionen eingefangen, es MUSS der größte Schurkenstaat der Welt sein! man schaue sich nur die Graphik an – ja, man schaue sich nur die Graphik an, und frage sich dann selbst, ob die obsessive Beschäftigung der UNO mit Israel tatsächlich proportional zur Bedeutung dieses Konflikts ist. Und obdie Menschen in der West-Sahara oder im Iran oder Sudan nicht verdient hätten, daß ihre Fälle auch mal zur Sprache kämen. Oder?

Kurz, das wird auch hier in den Kommentaren, erst recht in den einschlägigen Foren, aber auch in Gesprächen unermüdlich wiederholt. Ein Land, das der UNO ein ums andere Mal ins Gesicht schlägt, das kann nicht im Recht sein.

Bei der Frage nach Lösungsvorschlägen wird dann niemals bei den Palästinensern angefangen – und es kommt auch keine Forderung an deren Adresse – wer könnte von den armen Kerlen auch verlangen, auf ihren legitimen Widerstand zu verzichten. Dagegen ist die Liste von Forderungen an Israel schon länger, und die Frage nach eventuellen Risiken und Nebenwirkungen eines Rückzugs Israels hinter die Waffenstillstandslinien von 1949 wird gern so beantwortet: internationale Garantien, Blauhelme an der Grenze, und alles ist sababa.

Ja, nicht wahr?

Erinnert sich noch jemand an die UNEF-Soldaten, die einen Krieg zwischen Ägypten und Israel verhindern sollten? Wären sie an Ort und Stelle geblieben, hätten sie bestimmt ihr Bestes getan, aber als Nasser sie aus Ägypten beorderte, gingen sie. Das war im Mai 1967. Richtig, es war eines der Ereignisse, das den Krieg einleiteten, dessen Ergebnis von Israels kritischen Freunden so betrauert wird. Vielleicht sollten sie einen Teil ihres Unwillens ja mal in Richtung UNO leiten…?

Und die UNIFIL? Unter ihrer Nase hat die Hisbollah sich nicht nur komplett wiederbewaffnet, sondern sie prahlt damit, mehr Waffen als je zuvor zu haben.

Die UNIFIL hat den Angriff auf Zarit und Shtula zugelassen, die UNIFIL hält sich eben fein zurück, wenn israelische Soldaten auf israelischem Gebiet vom Libanon aus erschossen werden, weil sie einen Baum zurückschnitten, der die Grenze unübersichtlich machte – mit der UNIFIL abgesprochene Routinearbeit, bei der kein israelischer Soldat den Fuß auf libanesisches Gebiet setzte.

Und so weiter und so fort. Vertrauen erwecken die Truppen jedenfalls nicht, die die UNO in unsere Gegend schickt. Mehr als Israel zu maximaler Zurückhaltung aufzufordern, zuzugucken, wie Israel angegriffen wird, und hinterher Israel für seine Selbstverteidigung scharf zu verurteilen, kriegt die UNO in Bezug auf Israel einfach nicht auf die Reihe.

Warum ich das heute schreibe? Och, nur so. Bei der Tagesschau erscheint das Thema nur unter „ferner liefen“, hier machte es etwas mehr Schlagzeilen. Nach der Entführung der indonesischen UNDOF-Blauhelme haben Kanada, Kroatien und Japan angekündigt, keine Soldaten mehr in die Gegend schicken zu wollen. Ist ihnen zu gefährlich. (Leute, wir leben hier – und uns fällt auch manchmal auf, daß die Gegend gefährlich ist, aber wir hätten eigentlich gedacht, ausgebildete Soldaten wären ein bißchen härter im Nehmen.)

Und dann sind heute acht Mann in Richtung Israel getapert. Neee, das kann man aber wirklich nicht von ihnen verlangen, daß sie sich in Gefahr bringen! Bei allem guten Willen, bisher war es ja friedlich, aber wenn es gefährlich wird… dann macht man sich eben aus dem Staub.

Two days after 21 Filipino UN peacekeepers were kidnapped by Syrian rebels in the village of Jamlah, situated less than a mile from the Israeli-controlled Golan Heights, eight other UN monitors from the Philippines abandoned their position on Friday and crossed the border into Israel.

The soldiers, who belong to a UN force that has patrolled a ceasefire line between Israel and Syria for nearly four decades, were ordered by their commander to abandon the post for fear rebels may attempt to capture more peacekeepers.

Besonders gefällt mir diese Passage am Bericht:

An IDF force stationed in the Golan met the peacekeepers at one of the gates along the border fence along with UN personnel who arrived from the Israeli side of the border. The Israeli army stressed that its soldiers did not cross the border to pick up the peacekeepers.

Genau, das mußte die israelische Armee auch betonen. Denn hätte einer von ihnen auch nur ein Füßchen auf syrischen Boden gesetzt, dann hätte Israel sich am Ende noch eine rügende Resolution wegen Grenzverletzung eingefangen.

Und diese Leute sollen unsere Sicherheit garantieren?

Update:

Ein UNDOF-Soldat auf dem Weg von Syrien nach Israel, Grenzübergang Kuneitra. Was hätten die Helden angefangen, wenn Israel ihnen nicht das Tor aufgemacht hätte? Und kann mir mal jemand erklären, warum außer israelischen Zeitungen bisher niemand diese Geschichte bringt? Ist sie wirklich so trivial? Nun, die Welt greift sie auf, und vielleicht bis morgen früh noch mehr deutsche Zeitungen. Wer den Israel-Palästina-Konflikt über Jahrzehnte hinweg als wichtigsten und blutigsten der Welt aufpustet und die Schlüsselrolle der UNO betont – sollte der nicht wenigstens berichten, wie zuverlässig sie Israels Grenzen bewacht…?

Die bevorstehende Freilassung der Geiseln melden alle – verständlich, und ich bin erleichtert.

Zeit nehmen, zuhören März 5, 2013, 22:08

Posted by Lila in Land und Leute.
39 comments

Ruth Calderon hält ihre erste Rede in der Knesset.

Grübel, grübel März 5, 2013, 20:39

Posted by Lila in Persönliches, Uncategorized.
6 comments

Bin ich die einzige, die wie besessen nach etwas sucht und fast wahnsinnig wird, wenn sie es nicht findet? Herrje. Doch wozu habe ich meinen Blog? mit lauter intelligenten, rundum gebildeten, feinsinnigen Menschen?

Also. Vor sehr vielen Jahren hat mir mal eine sehr nette Frau aus Süddeutschland ein Geschenk zu Quartas Geburt geschickt – oder war es zu Tertias? Nein, Quatsch, zu Quartas Geburt oder davor, na es war so Ende der 90er Jahre.

Es waren zwei CDs mit Klaviermusik für Kinder, eingespielt von einem mir bis dato unbekannten, jedoch meiner laienhaften Meinung nach sehr begabten und sensiblen Pianisten. Es muß eine kleine Auflage gewesen sein. Eine CD war Musik für den Tag und fürs Spiel, in fröhlichen, lebhaften Farben gehalten auch der Umschlag. Die andere CD war natürlich beruhigende Musik zur guten Nacht, und der Umschlag war dunkelblau. Schumann, Chopin, ich kann mich nicht mehr genau an die Musik erinnern, es ist zu lange her, und ich hatte damals die bekannte postnatale temporäre Gehirnerweichung, so daß ich mich eigentlich nicht an viel erinnern kann außer daran, daß die Kinder diese CDs geliebt haben. Und ich auch.

Wo mögen sie hingekommen sein? Mehrere Umzüge haben bei uns den größeren und bösartigeren Vetter des Sockenmonsters entfesselt – es sind Dinge spurlos verschwunden, die man eigentlich eingepackt hatte. Darunter ist der schmerzhafteste Verlust diese beiden CDs. Falls es bei jemandem mental klingelt und er sich daran erinnert, sie gekannt zu haben – falls noch jemand den Namen des Pianisten erinnert —

Ein Pilger März 5, 2013, 15:53

Posted by Lila in Land und Leute.
3 comments

hat heute seinen letzten Weg gemacht. Es tut mir leid um Menchem Fuhrman, den Rav aus der Siedlung Tekoa, der ein ungewöhntlicher Mensch war, nicht von dieser Welt. Seine Lösungen waren nicht politisch (obwohl er politisch besetzte Wörter benutzte), sondern spirituell und religiös. Er war kein Realist, Pragmatiker oder Zyniker, sondern sah in jedem Menschen ein Geschöpf des einen Schöpfers, an den er glaubte. Er glaubte, daß man mit religiös motivierten Menschen wie der Hamas in einer religiösen Sprache sprechen muß und so verläßliche Abkommen mit ihnen schließen kann – einen Friedensvertrag auf Jahrzehnte, befristet, aber zuverlässig, der nach seinem Ablauf neu verhandelt wird.

Ob er wirklich Partner dafür gefunden hätte auf der anderen Seite  – und ob außer ihm und seinem Kreis jemand imstande gewesen wäre, so einen Weg auszuhandeln, das werden wir nicht mehr erfahren. Er ist gestorben und begraben, und ich bin erstaunt, daß er nur 68 Jahre alt wurde. Er wirkte wie ein zeitloser alter Mann. Selten habe ich einen Menschen von so unbeirrbarer Sicherheit seines Wegs gesehen. Er hat das Gemeinsame gesucht, nicht das Trennende, den Respekt und die Liebe, nicht das politische Ziel und die Absicherung. Und er glaubte, daß das Gebet verbindet, nicht trennt.

Über seine Ideen kann man streiten, aber so ein Streit wird vermutlich am Kern dessen, was er wollte, vorbeigehen. Seine Vision mag eine Illusion sein – wenn man das praktisch gänzlich einseitige Narrativ seiner palästinensischen Gesprächspartner anhört, kommt sie einem wie eine Illusion vor. Oder vielleicht hat der Rav doch etwas gesehen, was außer ihm niemand gesehen hat, und was andere Menschen erst eine Generation später begreifen. Jedenfalls war er eine Ausnahmeerscheinung. Es tut mir leid, daß er gestorben ist – wir brauchen Stimmen, die in einer anderen Sprache zu uns sprechen. Und es tut mir leid für ihn, daß er seine Vision nicht erfüllt sehen konnte.

Lauf deinen Träumen nach… März 5, 2013, 14:39

Posted by Lila in Muzika israelit, Uncategorized.
1 comment so far

Bet ha Bubot, Ki im lo … az bishvil ma? 

תן, תן לי את הכוח
תן, תן את האמת
אחרי הכול אני עדיין לומד

קח, קח את השנאה
קח את הספק
כדי שאוכל יותר להתאפק

כי אם לא, אז בשביל מה?

לא לא לוותר
לא לשקר
תפתח ת’לב תזכור להיזכר

תעמוד לבד ובגאון
אל תיכנע לקלות הדיכאון

כי אם לא , אז בשביל מה?
כי אם לא, אז מי אתה?

שים הכול בצד לא להתכחש
ותדאג טוב טוב לא לפספס
רק לקוות ולבנות תקוות
תמיד תרוץ אחרי חלומות

כי אם לא, אז בשביל מה?
כי אם לא, אז מי אתה?

Gib, gib mir die Kraft

Gib, gib die Wahrheit

Schließlich lerne ich noch

Nimm, nimm den Haß

Nimm den Zweifel

Damit ich mich besser beherrschen kann

Denn nicht – wozu dann [das alles]?

Nicht, nicht aufgeben

Nicht lügen

Öffne dein Herz, vergiß nicht, dich zu erinnern

Steh stolz allein

Gib der Verführung der Depression nicht nach

Denn wenn nicht – wozu dann [das alles]?

Denn wenn nicht – wer bist du dann?

Laß alles beiseite, streit nichts ab

Achte darauf, nichts zu verpassen

Nur hoffen und auf Hoffnung bauen

Lauf immer deinen Träumen nach

Denn wenn nicht – wozu dann [das alles]?

Denn wenn nicht – wer bist du dann?

WordPress kann Hebräisch nicht leiden, weil das die Zeilenrichtung verwirrt… macht nichts

In Sachen Ben Zygier März 3, 2013, 21:27

Posted by Lila in Presseschau.
31 comments

hat die Reporterin Ilana Dayan anscheinend sehr eifrig recherchiert. Ich habe zu Dayan ein ambivalentes Verhältnis – sie hat sich einige Male mit ihren „investigativen“ Reportagen ein bißchen zu weit aus dem spekulativen Fenster gehängt und mindestes einmal dabei praktisch einen Rufmord begangen. Jedenfalls kann man ihr nicht vorwerfen, systemkonform zu arbeiten – sie gehört zu den Journalisten, die mit einer Art grimmiger Befriedigung jeden Klumpen Dreck am Stecken der Staatsgewalt vor die Kamera bringen, was ja auch richtig so und ihr Job ist.

Morgen ist ihre Sendung dran, die ich selten sehe – außer alle paar Tage Nachrichten sehe ich kein fern. Ich komme ja nicht mal dazu, mir Filme anzugucken, die ich unbedingt sehen will. Aber die Sendung morgen will ich mal angucken.

In einer kurzen Vorschau meinte Dayan, daß es vor Zygiers Selbstmord deutliche Warnzeichen gab. Es darf immer noch nicht veröffentlicht werden, was er sich eigentlich hat zuschulden kommen lassen, aber nach Dayans Version war es von seiner Seite aus keine Absicht, dem Staat Israel zu schaden, sondern er hat durch Leichtsinn oder Unvorsichtigkeit oder wie auch immer einen gravierenden Fehler begangen und damit andere gefährdet. Er war also kein Verräter, obwohl er Geheimnisse verraten hat.

Es war klar, daß er psychisch labil ist und Hilfe braucht, weswegen einmal die Woche eine Sozialarbeiterin zu ihm geschickt wurde, die ihm mit ihm sprechen durfte. Aber auch ihr durfte er nicht erzählen, was ihn bedrückte, was er bereute und wovor er Angst hatte, so daß er fast durchdrehte. Laut Dayan haben mindestens zwei Menschen seiner Umgebung in den Wochen vor seinem Selbstmord gewarnt, daß er kurz davor steht, sich ein Leids anzutun. Aber die Gewißheit, daß es in der Zelle unmöglich ist, obwohl es genügend Präzedenzfälle gibt, hat wohl die Verantwortlichen in Sicherheit gewiegt.

Falls Dayans Version exakt ist, gibt es also durchaus Verantwortliche, und die Untersuchung der Staatsanwaltschaft war und ist gerechtfertigt. Jedoch hat die Geschichte keine Ähnlichkeit mit der reißerischen Version, die zu Anfang verbreitet wurde, vom rechtlosen, namenlosen, praktisch lebendig begrabenen Gefangenen aus einem fremden Land, der dann umgebracht wurde.

Das Unrecht ihm gegenüber fing schon an, als er engagiert wurde, für den Mossad zu arbeiten, obwohl er nicht die richtige Persönlichkeitsstruktur dafür hätte. Das ist weiß Gott kein Makel. Jemand hat ihm trotzdem Aufgaben übertragen und ihn letztendlich damit reingerissen. Er hatte Rechtsanwälte und Betreuung und seine Familie hat ihn besucht – aber seelisch war er alleingelassen. Wie gesagt, wenn Ilana Dayan diesmal den richtigen Hasen bei den Ohren hat. (Oft genug hat sie das ja.)

Ich guck´s mir morgen an und erzähle ein bißchen, wenn´s geht. Ich bin froh, daß diese Geschichte nicht einfach untergeht, eine tragische Geschichte, in denen es von moralischen Sinkllöchern nur so wimmelt. (Pardon für die Metapher, die natürlich ebenfalls aus den Nachrichten stammt…) Ob noch andere Medien außer den israelischen und vielleicht den australischen den Fall verfolgen, nachdem das reißerische Element nicht mehr dabei ist? Wohl kaum, die Welt ist leider voll von trüben Geschichten.

Leibgericht März 3, 2013, 17:00

Posted by Lila in Israelisches Essen.
17 comments

Bei uns sind immer bestimmte Gerichte en vogue, die die Kinder furchtbar gerne mögen, und die wir dann ganz oft machen müssen. Im Moment sind wir alle verrückt auf das aller-einfachste Essen der Welt: Gemüse (Paprika, Aubergine, Tomate, Blumenkohl, Zucchini) im Ofen mit etwas Olivenöl und ein paar Gewürzen schmoren lassen, auf dem offenen Backblech – am leckersten wird´s, wenn die Gemüse in ziemlich überschaubare Stücke bzw Scheiben geschnitten sind, die dann alle schön braun anschmurgeln können.

Das essen wir mit Tchina, das wir selbst anrühren. Roh-Tchina mit Wasser, Zitronensaft, Knoblauch und ein paar Gewürzen anrühren, fertig. Tchina ist auch zum Salat sehr lecker, und neulich habe ich damit Choumus hergestellt, das wird mir allerdings bisher bei jedem Versuch eine Nummer zu schwer. Muß ich mal in kleineren Portionen machen, damit ich mehr Kontrolle über die Konsistenz habe – so haben mich alle Püriermaschinen des Hauses angeknurrt wie feindselige Hunde.

Nächstes Mal mach ich ein Bild von unserem Ofengemüse mit Tchina. Es gibt überhaupt nichts Besseres als israelische Hausmannskost.

Musik März 3, 2013, 12:50

Posted by Lila in Muzika israelit, Uncategorized.
4 comments

Ein bißchen Musik, überwiegend weibliche Stimmen, für einen schönen Wochen-Beginn.

Karolina, Af echad lo ba li – Keiner kommt

Banot Nechama, So far

Efrat Gosh, Tamid kshe ata ba – Immer wenn du kommst

Dana Berger, Chamimut cholefet – Vorübergehende Wärme

Ninette Tayib, Hi yodaat – Sie weiß

Keren Peles, Im ele ha-chaim – Wenn das das Leben ist

Miri Mesika, Achshav at chozer be chazera – Und jetzt kommst du zurück

Yehudit Ravitz, Bach lo nogea – Dich berührt es nicht

Miriam Toukan und Inbal Avnaim, Lamouni la ghara meni (tunesisches Arabisch, hab ich leider keine Übersetzung von gefunden, ist ein Lied von Ishtar)

Saar Badishi, Af echad lo roäh – Niemand sieht es

Frühlingswetter, fieses Wetter März 3, 2013, 9:49

Posted by Lila in Persönliches.
63 comments

Frühling in Israel bedeutet: Chamsin, Ende des Chamsins, Chamsin, Ende des Chamsins…. bis es richtig heiß wird.

Chamsin, den man auch Sharav nennt, kann einen heiß oder kalt quälen. In den letzten zwei Wochen haben wir die kalte Variante. Starke Ostwinde, Trockenheit, und eine fiese trockene Kälte, die sich in den Knochen festsetzt. Dazu ist der Himmel metallisch stumpf, fast gelblich, vor lauter Staub und Dreck.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Früher habe ich Wind wirklich gemocht. Ich habe mich immer gern vom Wind durchpusten lassen, und an schönen windigen Tagen mag ich das immer noch. Aber der gemeine Ostwind, der mir hier im Frühling und Herbst zusetzt, diesen eigentlich schönen Jahreszeiten!, der hat mir jede Freude am Wind verleidet. Er pfeift durch alle Fenster und Türen (die in diesem Haus zugegebenermaßen nicht sehr professionell eingesetzt sind). Er zerzaust den Katzen das Fell, so daß sie verstört und verärgert ihre Morgenrunde durch die Nachbarschaft aufgeben. Überall klappert was.

Auf allen Oberflächen setzt sich eine gelbliche Staubschicht ab, die ich eigentlich jeden Tag, ach was, dreimal am Tag abwischen könnte, aber vermutlich werde ich erst nach dem Sharav wieder zu meinem genialen Staubwischer greifen. (Genial: ein Swiffer-Duster mit Teleskop-Arm wie Robbi vom Fliewatüüt, aber statt Wegwerf-Staubwischer habe ich mir waschbare Überzüge gekauft – nähen kann ich ja leider nicht – und die sind wirklich toll und praktisch und überhaupt. Aber trotzdem: Staub ist Staub und egal wie oft ich wische, der Sharav bringt immer wieder neuen.)

Angeblich wird im Laufe des Tages aus dem fies-kalten Sharav ein fies-heißer.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Wenn ich aus dem Fenster gucke, sehe ich die gegenüberliegenden Hügel nur als graugelbe Umrisse, so verschmutzt ist die Luft. Das Meer sehe ich überhaupt nicht. Der arme Secundus muß für eine Woche in die Wüste, zu einer weiteren Übung – er war dieses Wochenende nicht zuhause, aber ich belästige ihn von Zeit zu Zeit am Telefon. Tertia hat sich auf ihre lange Reise zurück in den Süden begeben, Quarta ist in der Schule, nachdem sie eine Woche lang richtig krank war.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Na schön. Die Blumen, Kübel und Kräuter sind gegossen, und was meine Mutter ausgesät hat, geht an. Raus kann ich nicht, ich bin allein zuhause, da wird wohl nichts anderes übrigbleiben, als zu arbeiten. Aber ein bißchen jammern wollte ich doch vorher. (Das Gelbliche kommt auf den Bildern nicht gut raus, das Staubig-Fiese schon.)