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Spät und müde März 29, 2013, 0:14

Posted by Lila in Presseschau.
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kam Secundus nach Hause. Y. holte ihn aus Akko ab, ich kochte ihm einen ziemlich großen Pott Paprika, Reis und Fleisch, wie er es gern mag. Nicht immer erzählt er uns viel, aber heute hatte er viel auf dem Herzen. Das Lazarett in 105 ist wohl nicht ganz neu, und es war ein riesiger Aufwand, bei sehr starkem Wind die Zelte aufzustellen. Secundus sagt, zu zehnt hielten sie die Planen fest und flogen alle davon. Die Armee stellte extra einen Bautrupp an, um tiefe Löcher in den Boden zu bohren, sonst hätte man die Zelte gar  nicht verankern können. Mobile Röntgenzimmer und OPs und eine besondere Reserve-Einheit von erfahrenen Ärzten und Pflegekräften, alles wartet auf den Einsatz. Die Ärzte meinten, bei dem Wind kann man in Zelten nicht arbeiten, und sie stellten statt dessen Container auf.

Die „leichtverletzten“ Syrer, die vor Ort behandelt wurden, hatten Verletzungen, die ich nicht als leicht bezeichnen würde, sondern als schrecklich… aber im medizinischen Jargon gilt wohl alles, was nur schmerzhaft ist und verstümmelt, nicht aber lebensbedrohlich ist, als mittelschwer oder leicht. Im Vergleich zu anderen Einsätzen handelt es sich um Verletzte, die schon seit ein oder zwei Tagen mit ihren Verletzungen leben, sich zur Grenze geschleppt haben, sich in gewisser Hinsicht daran gewöhnt haben. Also nicht der Schock, die Überraschung und das Entsetzen, das die Sanis bei anderen Einsätzen sehen. Nur Verletzte, die lebensrettende OPs benötigen, wurden in Krankenhäuser transportiert, und jetzt, wo das mobile Feldhospital fertig ist, ist auch das nicht mehr nötig. Sie können an Ort und Stelle behandelt werden.

Ich habe Secundus gefragt, ob sie sich mit den Syrern verständigen konnten, und er sagte, selbstverständlich. Er hat ja schon auf der Schule Arabisch gelernt und kann es jetzt noch besser. Er sagt, es war kein Problem, mit ihnen zu sprechen. Er hat auch erzählt, daß die Soldaten untereinander diskutiert haben, wie weit unter diesen Umständen Hilfe gehen kann oder soll – immerhin sind mehrmals israelische Soldaten gezielt aus Syrien beschossen worden, und es ist nicht selbstverständlich, daß diese Mühen für Feinde gemacht werden. Aber letztendlich, sagt er, waren sich die Sanis sowieso und auch die anderen Soldaten einig, daß man helfen muß, wenn man kann.

Als Quarta fragte: aber hassen die uns denn nicht?, hat Secundus ihr erklärt, daß manche uns hassen, andere nicht, aber daß wir keinen Haß auf einzelne Menschen eines Volks fühlen, auch wenn wir mit dem Volk keinen Frieden haben oder die Regierung dieses Volks Haß gegen uns predigt. „Wenn du in Deutschland einen Iraner träfst, würdest du dich nicht mit ihm unterhalten wollen?“ „Kommt drauf an, ob er Israel haßt oder nicht,“ meinte Quarta. Secundus meinte, in lebensbedrohenden Situationen spielt Haß keine Rolle mehr, und er tut seine Arbeit, egal wen er vor sich hat.

Interessant auch, daß es zwar Kombattanten sind, die er behandelt hat, aber (höchstwahrscheinlich) eben keine ausgebildeten Soldaten. Es ist ein brutaler Krieg, ein Bürgerkrieg, ein Bruderkrieg, der sich ganz nah bei uns abspielt und der mir heute durch Secundus´ Erzählung noch näher gekommen ist. Was tun wir, wenn zivile Flüchtlinge an unsere Tore klopfen und um Einlaß bitten? Wir nehmen Flüchtlinge aus Afrika auf, können wir vor den Nachbarn die Tür abschließen? Was würden wir tun, und was würde sich auf Dauer daraus ergeben?

Einige der post-kolonialen Staatsgebilde sind in Gefahr, zu zerfallen, in die Stämme und ethno-religiösen Gruppen, die durch gerade Linien auf der Landkarte in einen Staat gezwungen wurden. Im Balkan haben wir so etwas auch schon gesehen. Wie wird es in Libyen oder Syrien in zehn Jahren, in dreißig Jahren aussehen? Keiner kann es vorhersagen. Angesichts der Unwägbarkeiten – wie viel Mut zum Risiko darf man Israel in dieser Nachbarschaft abverlangen?

Es sind kleine Geschichten und Einzelfälle, bisher, darum wundert es mich nicht, daß die internationalen Medien sich nicht dafür interessieren, was israelische Soldaten und Sanitäter an der Grenze tun. In Jordanien und der Türkei und im Libanon sind so viele Flüchtlinge gelandet, auch über sie hört man wenig. Mir kommt die Geschichte groß vor, weil mein Secundus dabei ist. Aber auch wenn die Geschichte größer wäre, weiß ich nicht, wie die normalen deutschen Medien darüber überhaupt berichten können. Manchmal kommt es mir vor, als ob sie außerhalb des Palästina-Israel-Konflikts gar kein Interesse an Palästinensern oder Israelis hätten, und auch gar kein Vokabular. Was nicht ins Schema paßt, ins Narrativ, das bemerkt man vielleicht gar nicht.

 

Kommentare»

1. Georg - März 29, 2013, 0:55

„Manchmal kommt es mir vor, als ob sie außerhalb des Palästina-Israel-Konflikts gar kein Interesse an Palästinensern oder Israelis hätten“

Ganz genau so isses leider.

2. Hans - März 29, 2013, 1:36

Lila, immer wieder sind Deine Beiträge interessanter und intelligenter als das, was wir in den offiziellen Medien lesen. Danke mal wieder dafür, Pessach sameach und frohe Ostern.

3. Manni2007 - März 29, 2013, 10:14

Liebe Lila, solange es Menschen gibt, die sich so engagieren wie Du, gibt es Hoffnung für einen Frieden. Ich diskutiere hier in Bayern immer wieder mit Freunden über die Situation im nahen Osten. Deine Texte stärken mich in meiner Argumentation und machen mein Gegenüber öfter mal sprachlos ob meines profunden Detailwissens, das zu einem grossen Teil auf dem Lesen Deiner Texte basiert. Mach bitte weiter so.

4. Piet - März 29, 2013, 12:11

Die Palästinenser taugen ihren „Freunden“ doch im Wesentlichen als Mittel im Kampf gegen Israel. Gäbe es Israel nicht, gäbe es oft auch das Interesse samt „internationaler Freundschaft“ nicht.

«Manchmal kommt es mir vor, als ob sie außerhalb des Palästina-Israel-Konflikts gar kein Interesse an Palästinensern oder Israelis hätten»

Kein (prinzipielles) Interesse weiß ich nicht, aber oft eben keine anderen Bilder. Ein nicht ganz untypisches Beispiel, gestern gelesen: „Ich hatte vorher ein ganz anderes Bild von Israel. Wenn man in den Nachrichten von dem Land hört, hat es ja meistens mit der Sicherheitslage zu tun. Ich war positiv überrascht. Es ist ein schönes Land.“

5. Ludwig - März 29, 2013, 13:21

Lila,

Einige der post-kolonialen Staatsgebilde sind in Gefahr, zu zerfallen, in die Stämme und ethno-religiösen Gruppen, die durch gerade Linien auf der Landkarte in einen Staat gezwungen wurden. Im Balkan haben wir so etwas auch schon gesehen. Wie wird es in Libyen oder Syrien in zehn Jahren, in dreißig Jahren aussehen? Keiner kann es vorhersagen.

Ich finde diese Beschreibung passt recht gut auf das binationale „Staatsgebilde“ Größer Israel, nur dass bei Euch zwei Nationen durch die Entscheidung der Wähler des Staates Israel in gerade Grenzen gezwungen werden. Übrigens haben Österreicher und Türken in Kroatien und Bosnien über Jahrhunderte militärische Siedlungen angelegt, mit nachhaltigen „Erfolg“, wie man weiß. Keiner kann vorhersagen, welchen Weg Größer Israel nimmt, es wird aber in Syrien mal wieder klar, was für grauenvolle „Betriebsunfälle“ in ähnlichen Konfigurationen passieren können.

Angesichts der Unwägbarkeiten – wie viel Mut zum Risiko darf man Israel in dieser Nachbarschaft abverlangen?

Untätigkeit birgt offensichtlich auch Risiken. „Ihr“ habt die Arabische Friedensinitiative ignoriert, weil Euch die Kontrolle über die Palästinenser und Größer Israel sicherer und wichtiger erschien. Als die Türkei eine „Linkage“ zwischen der strategischen Allianz mit Israel und der Palästinenserfrage herstellte, habt Ihr Euch ebenso gegen das Bündnis entschieden, um keine Risiken einzugehen.

Jetzt verwandelt sich Euer Nachbar Syrien womöglich in eine arabische Version Somalias, die zudem mit Massenvernichtungswaffen ausgestattet ist. Und Israels einziger Einfluss auf die Situation besteht darin mit Bomben oder militärischer Intervention zu drohen, weil es in der muslimischen Welt niemanden gibt, der öffentlich mit Israel in Verbindung gebracht werden will. Selbst die Hamas hat mehr politischen Einfluss auf das Syrien nach Assad als Israel.

Lila, es ist gut, dass der Golan weiterhin von Israel kontrolliert wird, aber ansonsten könnte man Israel sarkastisch dafür gratulieren, dass es sich jahrelang so viel „Mut“ abverlangt hat, die Risiken der Untätigkeit einzugehen.

Schluss mit Sarkasmus: Mit dieser „Nörgelei“ will ich auch sagen, dass Dein Sohn das Richtige tut. Es ist gut, dass er verletzten Syrern hilft, einfach aus humanitären Gründen, und weil die Menschen jenseits der Grenze so hoffentlich ein etwas besseres Verhältnis zu Israel entwickeln, was wiederum Eurer Leben etwas sicherer macht.

Ich wünsche Dir gute Nerven sowie Secundus und seinen Kollegen die nötig Kraft, viel Glück und alles Gute für ihre Arbeit.

6. Silke - März 29, 2013, 13:30

Piet
Die Palästinenser taugen ihren „Freunden“ doch im Wesentlichen als Mittel im Kampf gegen Israel.

… und darum glaube ich, wie ich unermüdlich predige, daß der Frieden keine Chance hat – wer wird Abbas und Haniye & Co. noch das prickelnde Gefühl vermitteln, daß der „Weltfrieden“ in ihrer Hut ist und nur davon abhängt, ob sie ballern oder nicht.

Gestern habe ich mich noch gefragt, ob, sollte Davutoglu die große Umarmung zwischen Fatah und Hamas schaffen (ich stelle mir vor, daß die dabei beide ein Messer gegen den Rücken ihres neuesten Liebsten halten), dann dürften neben ihm sicher auch Abbas und Haniye Friedenspreis-reif sein.

Ich jedenfalls kann mir kaum vorstellen, daß die in Oslo sich so’ne Gelegenheit zur Selbst-Rehabilitation entgehen lassen werden.

PS für Jack: Barry, der Supermediator, wird das schon hinkriegen …

7. Lila - März 29, 2013, 14:08

Lieber Ludwig, danke für Deine Antwort. In Bezug auf die arabische Friedensinitiative – ignoriert worden ist sie nicht, sie beinhaltet viele vielversprechende Ansätze und mehrere sehr kräftige Pferdefüße.

https://rungholt.wordpress.com/2007/04/03/die-katzenschnauze-lugt-aus-dem-sack/

Und die waren der Grund, nicht allein Groß-Israel-Bestrebungen, die von einer Mehrheit der Israelis nicht unterstützt werden. Olmert jedenfalls ist solcher Bestrebungen unverdächtig. Er wäre auch bereit gewesen, für eine echte Friedenschance sehr weit zu gehen.

Zum Thema medizinische Versorgung.

Leider entwickelt die arabische Welt, obwohl seit Jahrzehnten Araber aus vielen Ländern in Israel behandelt werden, oft auf Kosten jüdischer Wohlfahrtseinrichtungen oder Stiftungen, kein besseres Verhältnis zu Israel.

http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-3963478,00.html

Das Beispiel der jungen Frau, deren Sohn in Israel operiert wurde und die doch hofft, daß er mal ein tapferer Selbstmordattentäter wird, ist ein extremes Beispiel (in Shlomi Eldars Film Precious Life).

Es gibt natürlich auch Gegenbeispiele. Aber grundsätzlich kann man sich eben nicht darauf verlassen, daß die junge Frau mit Brandverletzungen, die man heute im Soroka-Krankenhaus behandelt, dorthin nicht in ein paar Wochen mit einem Sprengsatz wiederkehrt.

http://elderofziyon.blogspot.co.il/2011/12/released-female-terrorist-wants-to-try.html

Es sieht bestimmt, von Deutschland aus betrachtet, paranoid aus, daß Israel der arabischen Welt nicht vertraut, aber so richtig überraschend ist es nicht.

Es ist eher überraschend, daß Israel nach wie vor arabische Kranke behandelt, Hilfe nach Erdbeben anbietet, daß israelische Bürger arabischen Familien helfen und für sie spenden, und daß arabische Bürger dieselben Rechte haben wie jüdische, auch wenn sie diese dazu benutzen, den jüdischen Staat anzuschwärzen.

8. Silke - März 29, 2013, 14:21

Offenbar denkt Ludwig, die „militärischen Siedlungen“ der Türken und Österreicher seien sinnlos gewesen – da empfehle ich die Lektüre Rebecca West’s Balkanklage in The Atlantic (gibt’s auch in vermutlich länger als Buch), die mich vermuten lässt, daß es, so es die Siedlungen gab, Leute sich in deren Schutz geborgener fühlten als in zum Aufmarsch freigegebenen Gebieten.

Was Ludwig leider nicht erwähnt, wie nützlich oder unnützlich diese „militärischen Siedlungen“ waren, um zu verhindern oder mindestens hinauszuschieben (in Jahrhunderten können massenweise normale Leben gelebt werden), daß die beiden Großen sich gegenseitig an die Gurgel gehen.

Schlimm für die Balkanesen, gewiss, aber so war es schon immer an den fault lines großer Religionen.

Und was die angeblich so riesige Feindseligkeiten geradezu bedingenden Eigenschaften von mit dem Lineal gezogenen Grenzen anlangt, der möge mir bitte Beispiele für die Friedlichkeit angeblich natürlich gewachsener Grenzen beibringen.

Meines Wissens gibt es keine, die über die Jahrhunderte weniger blutgetränkt wäre als die ach so unnatürlich mit dem Lineal gezogenen.

http://www.theatlantic.com/rebecca-west/

Nebenbei, wer dem Glauben anhängt, Israel hätte oder könnte irgendwas bei dem Arab Spring ändern oder steuern, i.e. sei so mächtig und so fähig, der fällt IMHO in die Falle, daß er eine Version der Protokolle verbreitet.

Israel kann – hoffentlich – ein normales Weiterleben seiner Bürger-innen hinkriegen. Das allein ist angesichts des bei seinen Nachbarn nun mehr voll ausgebrochen zu sein scheinenden Lala und/oder Gaga-Syndroms eine Aufgabe, die Herkules in ein schweres Überforderungssyndrom gestürzt haben würde.

9. willow - März 29, 2013, 17:25

„Ihr“ habt die Arabische Friedensinitiative ignoriert

Ludwig, wovon sprechen sie? Haben sie mal gelesen, was diese „Friedensinitiative“ für Israel bedeuten würde !?

10. willow - März 29, 2013, 17:27

PS: Im Übrigen warte ich immer noch auf den Moment, wenn ein führender palästinensischer Politiker sich zur „Zweistaatenlösung“ bekennt – zwei Staaten für zwei Völker … aber ob ich das noch erlebe 😉

11. lalibertine - März 29, 2013, 18:09

Ich empfinde größten Respekt für Secundus und die anderen jungen Soldaten. Es ist bewundernswert, was sie in diesem Alter leisten.

12. Silke - März 29, 2013, 18:39

… also post-kolonial würde ich weder Syrien noch Jordanien nennen und Irak schon gar nicht – was wurde eigentlich aus Somalia nach dem River war? Wurde es Ägypten oder was eigenes?

– Syrien, Jordanien, Irak jedenfalls waren „Erben“ des „kranken Mann am Bosporus“ und vermute ich mal eher als ne Art Satellitenstaaten des Westens gedacht und die Idee war vermutlich nicht zuletzt deswegen schon vor WW2 zum Scheitern verurteilt, weil Frankreich und England sich nicht so grün, wie’s nötig gewesen wäre, waren (und sind?). Ich suche die Hauptschuld natürlich bei den Franzosen, denn haben die nicht seinerzeit auch gegen Venedig mit den Osmanen paktiert? Sowas verschwindet über die Jahrhunderte nicht einfach ¿

Sebastian Haffner z.B. befand noch Anfang 1940 (Germany Jekyll and Hyde), daß man einem einmal von den Nazis gesäuberten Deutschland doch ein paar Kolonien belassen solle, denn so anti-kolonial war der Zeitgeist da schon¿

Ich glaube eher, daß die Kolonialmächte ähnlich wie Hadrian gemerkt hatten, daß Kolonien auch nicht immer das Gelbe vom Ei sind und daß es Möglichkeiten geben muß, Oberherrschaft geschickter zu organisieren, aber post-koloniale Denke? Vielleicht bei Wilson (weiß ich nich), doch lt. Michael Oren war es US-Politik sich nach WW1 aus’m Mittelmeer, zumindest im östlichen Teil (Westen weiß ich nicht) rauszuhalten.

13. Silke - März 29, 2013, 21:04

aber willow,

das geht jetzt wirklich zu weit, wo Frieden drauf steht, ist doch ganz selbstverständlich auch Frieden drin – alles andere ist doch schlicht unvorstellbar, das wäre ja Etikettenschwindel und so etwas würde kein(e) Friedensinitiativant(in) doch jemals tun oder anderen durchgehen lassen.

Nein, nein, es sind nur je nach Laune und/oder Phantasie der Mossad, die „Siedler“ und/oder Über-Religiöse (israelische Juden oder amerikanische Christen, doch nie terroristisch inspirierte Muslime), die es verhindern, außer natürlich, wenn es gerade Lieberman und/oder Ayalon und/oder Netanyahu ist

Haniye, Abbas, Nasrallah und ihre Verehrer, Unterstützer, Anhänger sind alles nur mißverstandene Friedensaktivisten. Morsi, Assad und Erdogan sind dagegen DIE Hoffnungsträger der Menschheit.

Israel’s Nachbarn so in einer Liste muß doch jedem vernünftigen Menschen klar machen, daß das für Israelis ein Klacks sein müßte, da das dauernde Kumbaya zu installieren.

14. Silke - März 29, 2013, 21:08

PS: Als Vorbilder dafür, wie’s ganz locker hinzukriegen ist, empfehle ich deutsche Kommunen mit Problemzonen

Bürgermeister und Bürger scheinen mir da durch die Bank voll zufrieden und fühlen sich wohl und heimelig, was doch der Beweis ist, daß es geht, man muß nur wollen¿ (oder angestrengt genug weggucken)

15. Jack - März 29, 2013, 21:57

Ach menno Lila, nicht immer dieses Deutschland-Bashing von dort bei Dir, Du hast eh keine große Ahnung mehr von hier bei mir. Du tust vielleicht so, wohl auch wohl gespeist von Deiner mitunter paranoiden Spiegel-Online-Kommentatoren-(Halb)Bildung, aber das zieht nicht, darf es auch nicht, wenn man auch mal weiter als bis zwei zählt. Aber man sollte auch wollen, sonst funktioniert’s nicht richtig.

Ich hab mal wieder meinen ollen Israel-Reiseführer herausgekramt, ist allerdings ein amerikanischer, das liest man da gleich heraus, daß es dort mehr als nur eine Meinung gibt:
The missing peace.
’Of course, the major blot on the landscape is the failure of Israelis and Palestinians to reach a lasting peace. Don’t be deceived by off-the-cuff angry and chauvinistic comments by each group about the intransigence of the other side. Visitors who engage in more extended conversation with Jews and Arabs – and they are very eager to talk – will be surprised to discover how much enthusiasm, desire and goodwill there are towards reaching a historic compromise over the land, even if it is only because there ist little stomach for the alternative.’

Yep, wende das da eben doch mal sinngemäß auf Deinen anstehende Deutschland-Besuch an. Und pick Dir nicht wieder nur die Anti-Rosinen heraus, gehe weiter … ‚Don’t be deceived by off-the-cuff angry and chauvinistic comments by each group about the intransigence of the other side. Visitors who engage in more extended conversation with …. will be surprised … ‚
Mellow, Lila, mellow. (ugs. Mellow, Baby, mellow) 🙂

Ich z.B. scheiß auf ‚Bennett-Denke‘ mit seinem Groß-Israel oder was immer er sich da vorstellt und wie das funktionieren soll. Wahrscheinlich mit Krieg und Verderben bis in alle Ewigkeit. Soll er doch alleine machen …

16. Jack - März 29, 2013, 22:29

… bzw. auf Großpalästina mit ihren derart komischen Flaggen.

17. willow - März 30, 2013, 17:09

Ach Jack, „Groß-Israel“ ist auch nicht mehr das, was es einmal war … ursprünglich meinte Groß-Israel „vom Euphrat bis zum Sueskanal“, aber das ist schon seeeehr lange her.

Späte bedeutete Groß-Israel „was der Völkerbund den Juden gegeben hat, soll auch den Juden gehören“ – auch schon bißchen her.

Heutzutage wird mit Groß-Israel meistens nicht mal mehr „die nach der Abspaltung einer Heimstätte für die muslimischen Palästinenser verbliebenen knapp über 30% der jüdischen Heimstätte sollen den Juden gehören“ assoziert, heutzutage ist es schon Groß-Israel, wenn Jemand fordert, daß nicht 100% vom Vor-67-Gebiet zurückgegeben werden … irgendwie ist das ganz schön deprimierend, was aus „Groß-Israel“ geworden ist 😉

18. Silke - März 30, 2013, 18:01

hach Jack

das ist aber wirklich lieb von Dir –

endlich verstehe ich ein mir bisher rätselhaft gewesenes Stück Welt:

Lila, die ca. die ersten beiden Jahrzehnte ihres Lebens in Deutschland gelebt hat und nach wie vor offenbar sehr solide Wurzeln alldorten hat, hat keine Ahnung davon, was in Deutschland so abgeht, während Jack der ab und zu mal in Israel den Touri macht, den vollen Durchblick hat, was in Israel so abgeht.

und was sagt mir das?

Daß McKinsey & Co. die ganze Beraterbaggage natürlich vollkommen recht damit haben, wenn sie behaupten, daß alle Selbstkritik ein Beweis für Betriebsblindheit ist und nur der Fremde weiß, wie der Laden zu wuppen wäre.

Diese Logik war mir bisher verschlossen, doch jetzt habe ich’s geschnallt. Danke! Danke! Danke! lieber Jack …

19. Jack - März 30, 2013, 21:02

willow,
deprimierend ist, ne, eigentlich unglaublich peinlich war das, was dieser Bennett abgelassen hat, als der US-Präsident zu Besuch war. Sein Vorbild dabei war offenbar Donald Trump, der bemüht sich auch immer gegen Barry und guckt dabei ähnlich intelligent. Jedenfalls besonders originell war das nicht. Aber was sagt er, der Bennett, klar, er ist kreativ oder will er sein, aber bleibt radikal, weil geht doch auch so, ist ja sein Land und überhaupt und blablabla, I’m farting on you, Mr. President.
http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-4359732,00.html

20. willow - März 31, 2013, 8:17

Hmmm, mag sein, daß ich da irgendetwas verpasst habe, aber ich finde es schon richtig darauf hinzuweisen, daß dieser weitere palästinensische Staat auf Land errichtet werden soll, daß „eigentlich“ den Juden vom Völkerbund für die Errichtung ihrer eigenen Heimstätte übergeben wurde – denn ansonsten ist ja fälschlicherweise immer wieder zu hören und lesen, die Juden hätten Israel auf den Palästinensern gestohlenem Land errichtet.

Apropos verpasst – hat sich eigentlich inzwischen die „palästinensische Seite“ offizielle zur Zweistaatenlösung -zwei Staaten für zwei Völker- bekannt? Da warte ich ja schon länger, denn *das* ist ja wohl die eigentliche Voraussetzung für eine Friedenslösung …

„The results of our latest withdrawal were felt this morning in Sderot“

21. Jack - März 31, 2013, 20:03

Ja willow,
darauf warten wir alle, und ich denk auch mal nicht wenige Palästinenser, selbst wenn viele von denen anders und laut durch die Gegend laufen und wiederum andere sagen, die sind insgesamt alle scheiße drauf und deswegen wäre eh alles für’n Arsch.

Nur, das ist ein politischer Prozeß, nur aus einem solchen können verträglichere Lösungen entstehen, ganz egal wie abgedroschen und ausgelutscht das klingen mag. Und darauf hat ja ’mein Barry’ noch einmal ausdrücklich hingewiesen. Ich glaub ja gar nicht an einen Frieden und allzu friedliches Händchenhalten, aber von einem besseren Nebeneinander-Leben als politische Perspektive bin ich dann doch überzeugt. Vor allen Dingen auch von einer wirtschaftlich-materiellen, denn das wäre schon mal die halbe Miete.

Es gibt unterschiedliche Politik, woraus Chancen für politische Visionen und Perspektiven entstehen können. Sozusagen richtige Politik.
Und dann gibt es falsche Politik, aus der wird im Grunde nie etwas Gescheites. Und was der Blender Bennett da sagt, von wegen es braucht neue kreative und innovative Lösungen, das klingt nicht nach Politik, nach richtiger schon gar nicht. Damit kann er vielleicht in die Werbung gehen, da laufen ein Menge Kollegen wie er herum und überlegen sich hübsche Verpacken für Dinge und seien diese der letzte Mief. Oder er kann ins Bankengewerbe gehen, das bekanntlich nach wie vor in einer Krise steckt, das selber aber offenbar nach wie vor nicht merken möchte. Die Oberchefs stehen mit Sicherheit nach wie vor ihren Leuten und bläuen ihnen ein ‚Wir brauchen einen Haufen neuer innovativer und kreativer Lösungen‘. Um weiterzumachen wie bisher. Zum Nutzen weniger auf Kosten der Allgemeinheit.

22. Dorothee - April 2, 2013, 22:45

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