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Hamas nimmt Salafisten fest März 23, 2013, 13:17

Posted by Lila in Presseschau.
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wegen der auf Sderot abgefeuerten Raketen. Das ist wahrlich eine Neuigkeit. Wenn die Hamas ihrer Regierungsverantwortung nachkommt und die Abmachung einhält, nach der Israel nicht mehr beschossen wird, dann wären das gute Neuigkeiten. Ein größerer Durchbruch als so manches, was als Durchbruch gefeiert wird. Wenn die Hamas pragmatisch würde und es sich nicht nur um eine leere Geste handelt – das wäre gut für alle Seiten, nicht zuletzt für die Menschen im Gazastreifen.

Kommentare»

1. Paul - März 24, 2013, 1:28

Lila, entschuldige bitte, aber ich muss Deine Euphorie bremsen. Tut mir leid. Aber ich kann nicht anders.

Diese Raketen, abgefeuert während des Besuchs von Obama, sind für mich eine durchaus sinnvolle propagandistische Maßnahme, um im Bild zu bleiben, mit mehrstufiger Wirkung.

1. Abbas wird darauf hingewiesen die Ziele der Charta nicht aus den Augen zu verlieren.
2. Obama wird demonstriert, wozu die Hamas fähig ist.
3. Israel wird gbezeigt: wir können wieder. Wir sind wieder da. Noch nicht in vollem Umfang, aber immerhin haben wir die Auswirkungen von „Wolkensäule“ schon etwas kompensiert.
4. Die medienwirksame Demonstration, quasi die propagandistische Krönung der Aktion, ist die „Verhaftung“ der Salafisten.

Warum erwähnen die Palästinenser jetzt auf einmal die Salafisten? Bisher habe ich nicht gewusst, dass es diese Strömung in Gaza überhaupt gibt. Wurden sie schon einmal im Zusammenhang mit militärischen Gruppierungen erwähnt? Habe ich was verpasst? Oder übersehen?
Kann es sein, dass die Aktion in Deutschland Pate gestanden hat bei dieser Propagandamaßnahme.
Wer überprüft, kann überhaupt überprüfen, wer verhaftet wurde? Welches der wirkliche Grund seiner Verhaftung war? Was mit den Verhafteten weiter geschieht?

Im Gegensatz zu manchen Kommentatoren, welche die Palästinenser für Idioten halten, halte ich sie für ganz ausgebuffte und erfolgreiche Medienstrategen, die einen Propagandafeldzug nach dem anderen gewinnen.

Entschuldige bitte, liebe Lila, dass ich Deine positive Beurteilung der Lage nicht teilen kann.

Herzlich, Paul

2. Lila - März 24, 2013, 8:03

Euphorisch bin ich überhaupt nicht, und das ganze Stücklein ist im Konjunktiv geschrieben: wäre, würde. Ich sehe in diesen Festnahmen, und wenn sie nur eine leere Geste sind, immerhin eine winzige Bewegung in die richtige Richtung, in Richtung eines Verständnisses von Seiten der Hamas, daß eine Regierungspartei eben nicht mehr handeln kann wie eine Oppositionspartei. Mursi ist ein weitere Beispiel für eine solche Wandlung.

Ich erwarte nicht von solchen Gruppierungen, daß sie über Nacht glühende Zionisten werden und Israel Grüße zu Pessach schicken. Es reicht mir vollkommen, wenn sie berechenbare, rational handelnde Faktoren im politischen Spiel werden.

Es wäre, wie hoffentlich jeder weiß, niemals nötig gewesen, zu oft geächteten Maßnahmen wie Liquidierungen mittels Drohnen zu greifen, hätte die jeweilige Regierung im Gazastreifen israelische Informationen ernstgenommen und überführte Terroristen, die bereits den nächsten Anschlag planen, festgenommen. Statt dessen haben sie entweder die sogenannte Drehtür benutzt, d.h., Israel informiert, daß der Betreffende festgenommen ist, aber ihn sofort wieder freigelassen, oder ihn gar nicht erst festgenommen.

Um weitere Anschläge zu verhindern, hat Israel dann zum Grusel und Entsetzen der Fernsehzuschauer im sicheren Europa die Sache selbst in die Hand genommen und damit „die Spirale der Gewalt“ so richtig in Schwung gebracht. Was die Polizei in Gaza ohne weiteres hätte verhindern können.

Es ist also von großer Wichtigkeit, auch kleine Signale in Richtung Rationalität und Durchsetzung der Verpflichtung, Israel nicht mehr zu beschießen, zu beobachten.

Wie gesagt, die Bewohner des Gazastreifens brauche ich nicht als Freunde. Es reicht mir, daß sie Sderot nicht beschießen. Wenn sie die freigewordenen Energien und Ressourcen nun dazu benutzen, die Gewächshäuser in Ordnung zu bringen, Gemüse, Obst und Blumen zu ziehen und dieses zu verkaufen, um von dem Geld ihren Kindern Schulbücher zu kaufen – dann bin ich richtig zufrieden. Aber Einfluß darauf habe ich nicht.


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