jump to navigation

Die spinnen, die Israelis, Februar 21, 2013, 23:01

Posted by Lila in Land und Leute, Uncategorized.
trackback

und das ist gut so.

Endlich mal ein Artikel im SPon, der die Klischees beiseite läßt und eine Seite des Lands zeigt, die ich wiedererkenne. Junge, gebildete, eher säkulare Israelis, deren Ideenreichtum von der schwierigen Situation des Lands nicht erstickt, sondern verstärkt wird. Mein Schwager arbeitet in der Hi-Tech-Branche, und viele andere, die ich kenne, ebenfalls.

Auch in anderen Branchen ist der durchschnittliche Israeli wenig dogmatisch, sehr offen, und die Hierarchien sind überall flach. Es ist tatsächlich so, daß die Armee (nicht in jedem Falle, leider, aber in sehr vielen) die Menschen nicht verdummt, sondern herausfordert. Eine Freundin von mir hat mir mal gesagt: in der Armee sind alle jung, und sie haben das Gefühl, sie schmeißen den Laden.

Ja, viele Erfindungen und Entwicklungen kommen aus Israel. Biotechnologie, Medizintechnologie, alles, was mit Computern zu tun hat, Ideen für die Landwirtschaft – viele Menschen frickeln gern herum, aber Israelis frickeln nicht nur gern, sie sind risikofreudig.  Beides zusammen ist wohl nötig, um kreative Schübe auszulösen.

Ich habe das Buch zum Thema nicht gelesen (und bei der Suche danach jede Menge ähnlicher Bücher gefunden – es reicht, high tech oder hi tech und Israel in die Amazon-Suchmaske zu geben…), leider habe ich keine Zeit dafür, und ich bin auch vielleicht nicht das richtige Publikum dafür. Denn die High-Tech-Begeisterung hat natürlich auch ihre Schattenseiten, und nicht jede gute Idee ist auch auf Dauer tragbar. Ich denke auch oft, wenn ich sehe, welche Gehälter (nicht nur in Israel) Leute nach Hause tragen, die Internet-Anwendungen entwickeln, in denen ich nur puren Luxus sehen kann – und welche Hungerlöhne Alten-und Krankenpflege oder Erziehung (besonders von kleinen Kindern) einbringt – dann frage ich mich schon, ob unsere Maßstäbe wirklich die richtigen sind.  Ich falle nicht sofort automatisch vor Ehrfurcht auf die Knie, wenn jemand mit einer guten High-Tech-Idee Millionen gemacht hat. Auch Low-Tech braucht die Welt, und es sind auch schon Leute mit Blödsinn reich geworden – bevor die Welt gemerkt hat, daß es eigentlich Blödsinn war.

„Irgendwas mit High-Tech“ oder „irgendwas mit Medien“ oder „irgendwas mit Design“ sind jedenfalls die drei Zauberworte für junge Leute, die entweder hohes, mittleres oder unsicheres Einkommen anstreben, und die kreativ sind. Mich beeindruckt naturgemäß Kreativität in Bereichen, zu denen ich unmittelbaren Zugang habe, mehr als ICQ – ob es um Medizin oder Kunst oder Tanz oder Animation geht. Israelis sind in jedem Bereich kreativ, übrigens auch in der Auslegung von Verkehrsregeln und im Erfinden von Schimpfworten (wer abgehoben-zerstreut über den Dingen schwebt, ist ein astronaut, wessen Intellekt nur flackernd in die Gänge kommt, ein flureszent).

Her morning elegance von Oren Lavie

Inbal Pinto (ein altes Programm, aber ich habe es auf der Bühne gesehen – unvergeßlich)

Es ist gut, mal einen Artikel zu lesen, der davon absieht, Israel durch die immergleiche Brille des Nahostkonflikts zu betrachten. Ohne diesen Drang nach ständiger Verbesserung der Welt in kleinen, schlauen Schritten kann man die israelische Mentalität nicht richtig verstehen. Und den leben sie nicht nur in der Welt des High-Tech aus, sondern überall.

Kommentare»

1. Janina - Februar 22, 2013, 10:31

hach, und jetzt freu ich mich noch mehr auf meinen Urlaub! 😉

2. CK - Februar 22, 2013, 10:55

„Ich denke auch oft, wenn ich sehe, welche Gehälter (nicht nur in Israel) Leute nach Hause tragen, die Internet-Anwendungen entwickeln, in denen ich nur puren Luxus sehen kann – und welche Hungerlöhne Alten-und Krankenpflege oder Erziehung (besonders von kleinen Kindern) einbringt – dann frage ich mich schon, ob unsere Maßstäbe wirklich die richtigen sind. “

-> Die Hightech-Branche ist wohl die freieste Branche der Welt. Mir fällt jedenfalls keine Branche ein, die näher an einen regelrechten laissez-faire-Kapitalismus herankommt als diese.

Das Gesundheitswesen und ebenso das Bildungswesen sind hingegen (ich kenne mich in Israel zwar dbzgl. nicht wirklich aus, aber denke es ist kaum anders als bei uns in Europa) grösstenteils staatlich monopolisiert oder zumindest streng kontrolliert und überreglementiert. Dies hat diverse Gründe. Ein Grund ist bspw. dass viele Menschen denken, diese Dinge müssten frei i.S.v. „kostenlos“ (in Wahrheit also von Anderen bezahlt) sein oder zumindest „bezahlbar“, weil alles Andere wäre ja „sozial ungerecht“, „Zweiklassen“ blabla usw.

Es wäre aber für uns alle besser, wenn der Staat mehr Markt und somit auch mehr Wettbewerb auch im Bildungs- und Gesundheitswesen zulassen würde, da gäbe es in der Tat, auch wegen der demographischen Entwicklung, grosses Wachstumspotential, auch was die Arbeitsplätze und Nettolöhne angeht.

3. Alon - Februar 22, 2013, 13:15

Ich kann dem nur zustimmen. Auch in meinem Bereich, in der Zahnmedizin, kommen viele Innovationen aus Israel. Vieles setzt sich zwar aus verschiedenen Gründen nicht durch, aber vieles doch schon. In der Welt der Wurzelbehandlungen sind große israelische Lehrer sehr bekannt. Die Implantologie erlebt die größten Sprünge in Israel. In Israel wird viel probiert, versucht. Einiges geht auch schief, aber man lernt aus den Ergebnissen und weiß sie für zukünftiges arbeiten zu nutzen. Nur um ein Beispiel zu nennen: in Israel werden im weltweiten pro Kopf Vergleich die meisten Implantate gesetzt. In keinem anderen Land werden pro Kopf so viele Implantate gesetzt wie in Israel. Man muss dazu sagen, dass in Israel aber auch viele Implantate nicht halten und wieder entfernt werden. Das liegt an der Tatsache, dass über die Grenzen des aktuell Möglichen hinaus implantiert wird. Nur so weiß man was geht und was nicht.
Das ist nur ein Beispiel von vielen, aber die Zahnmedizin, ja die gesamte Medizin ist voller Techniken und Gerätschaften, die in Israel entwickelt worden sind.

4. Malte S. Sembten - Februar 22, 2013, 13:23

Nun, dieser SPON-Artikel stammt natürlich nicht von Ulrike Putz oder Erich Follath.

@ DK:

Es wäre aber für uns alle besser, wenn der Staat mehr Markt und somit auch mehr Wettbewerb auch im Bildungs- und Gesundheitswesen zulassen würde, da gäbe es in der Tat, auch wegen der demographischen Entwicklung, grosses Wachstumspotential, auch was die Arbeitsplätze und Nettolöhne angeht.

Am Beispiel des Verkaufs der Unikliniken Marburg/Gießen an den Konzern Rhön-Kliniken kann man man nun einige Jahre danach sehen, dass genau das Gegenteil eingetreten ist. Die Arbeitsbedingungen für das Pflegepersonal sind drastisch schlechter geworden. Die Patientenversorgung entsprechend nicht besser. (Obwohl meine persönlichen Erfahrungen diesbezüglich noch immer sehr gut sind.) Abgesehen davon, dass einer der wichtigsten – wenn nicht *der* wichtigste Bereich einer Universitätsklinik, nämlich Lehre & Forschung – seit der Privatisierung stark vernachlässigt wird und die Kliniken es seither schwerer haben, so heißt es, renommierte Professoren zu bekommen.
Fazit: Vielleicht machen die Kliniken jetzt Gewinn. Aber der wird privatisiert. Die Kosten (= die eingetretenen Nachteile) gehen zu Lasten die Gesellschaft.

5. kaltmamsell - Februar 22, 2013, 15:41

Hach, dadurch habe ich meine erste Bekanntschaft mit israelischem Essen gemacht: Zwei Jahre lang betreute ich eine israelische Software-Firma mit PR – und zur CeBit luden wir die Fachpresse natürlich ins einzige israelische Restaurant Hannovers ein (Carmel Wintergarten, ganz bezaubernd).

6. CK - Februar 22, 2013, 16:09

@Malte: Ich kann nichts zum konkreten Beispill sagen, denn ich kenne den Fall ja nicht, aber ganz generell würde ich sagen, dass man natürlich nicht erwarten kann, dass eine Privatisierung allein die Lösung ist.

Wenn ich von „mehr Markt“ rede, rede ich von viel mehr als Privatisierungen allein. Ich rede von Bürokratieabbau, ich rede von Möglichkeiten der Kapitalzufuhr und eigenen Preis- und Lohnfixierung (im Fall von Unis muss es da bspw. auch erlaubt sein, Studiengebühren zu erheben), ich rede überhaupt erstmal von der Erlaubnis eigene Wege gehen zu dürfen, auch in der Forschung (Stammzellenforschung bspw. ist in Europa massiv eingeschränkt, daran ändert leider auch eine Privatisierung nichts…)

Um konkreter zu analysieren wo es „mehr Freiheit“ braucht, müsste ich mich näher mit dem Gesundheitswesen beschäftigen, dafür fehlt mir derzeit leider die Zeit, aber auf den ersten Blick fällt mir halt bereits so einiges auf.

Vor allem aber sehe ich wie in meiner eigenen Branche, eben im vom Lila angesprochenen IT-Bereich, eine unglaublich entfesselte Brainpower am Werken ist, die letzendlich diesen riesigen Wohlstand schafft. Gerade auch in Israel. Naftali Bennett ist ja übrigens auch als SW-Entwickler reich geworden. Eine solche entfesselte Brainpower bräuchte es eben m.E. auch im Bildungs- und Gesundheitswesen und dafür müssen die Politiker endlich verstärkt aus diesen Bereichen rausgedrängt werden.

7. Silke - Februar 23, 2013, 12:39

ganz OT-Frage an die kunst-affine Lila

Was sieht in Deinem Bauch in diesem Video – die Hässlichkeit des Geschöpfes oder die Schönheit seiner Töne?

http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/316815.html

Ich hab’s schon mal mit Pavarotti im Fernsehen erlebt, als Alter und Leibesfülle vollständig hinter seinen Tönen verschwanden und ich ihm den Zwanzigjährigen unwiderstehbaren Liebenden mühelos abnahm.

Die Frage ist also, ist das nur bei mir so oder erleben andere eine ähnliche Gefühls-Vorherrschaft/Verschiebung – falls ja würde das ja bedeuten, daß das ganze Getöne von des Menschen Visuell-Dominiertsein so nicht ganz stimmt.

8. Silke - Februar 23, 2013, 12:54

CK
ich lese gerade Buschkowsky und bin froh, daß es den fehlerhaften, mies funktionierenden Staat überhaupt noch gibt.

Ich habe bei On-Point Tom Ashbrook in ne Erklärung dazu reingehört, was Obama mit seinem Deutschenlob kombiniert mit der New-Yorker Einrichtung eigentlich gemeint hat.

Ja, da gibt es Aussichten auf Jobs aber man kann es auch so verstehen, daß sich da IBM die Fertigung maßgeschneiderter Arbeitnehmer staatlich mitfinanzieren läßt.

Buschkowsky’s Buch ist übrigens auch nützlich zum Vergleich. Wie viel hier als schicksalsgegeben akzeptiert wird, wofür Israelis garantiert beschimpft würden. Ich habe die ersten 2 Kapitel übersprungen, vielleicht lese ich sie am Ende noch einmal. Doch um ne Grundposition zu bekommen, von der aus sich urteilen läßt, ob ne Zwickmühle unvermeidbar ist, ist der Bürgermeisterteil hervorragend geeignet. Seine Grundeinstellung erinnert mich an das, wofür Sozis in der Adenauerzeit als Lokalpolitiker so geschätzt waren.

http://www.amazon.de/Neukölln-ist-überall-Heinz-Buschkowsky/dp/3550080115/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1361616370&sr=8-1

Natürlich gibt es viel irrsinnige Bürokratie, das liegt in der Natur der Sache, da jede Regel, die verabschiedet wird, zwangsläufig bereits veraltet sein muß, wenn sie den Markt erreicht, da der Mensch als solcher teils zum Guten, teils zum Schlechten immer für Überraschungen gut ist.

Natürlich gibt es viel irrsinnigen Markt – den Erfindern von IT-Firlefanz gönne ich aber ihre Goldräusche dann immer aus vollem Herzen, wenn dadurch Arbeitsplätze entstehen. Das Gleiche gilt für mich z.B. für Fußballstars, ohne die der ganze Fanartikel-Firlefanz kaum in diesen Massen gekauft würde.

Wo bei mir Schluß ist, ist bei gigantischen Einkommen für reines Zocken …

Und was die Bürokratie anlangt: ich bin bereit, an dem Tag in das generell gehaltene Klagelied über Bürokratie einzustimmen, wenn ich dieses Lied über das Record Keeping des Grundbuchamtes höre. Bei allen anderen Sängern dieses Liedes vermisse ich immer das Anführen eines konkreten, sehr sorgfältig in all seinen Implikationen durchdachten Änderungs/Verbesserungs-vorschlages.

9. Silke - Februar 23, 2013, 15:44

CK

Brainpower im IT-Bereich gut und schön und die dadurch verursachten Leiden sind bei Amazon in England sehr schön zu besichtigen.

Will sagen, es ist eine Branche voll wundervoller Erfindungen, die mich als Leserin in einem ständigen Stand der Euphorie versetzen. Darob vergißt man leicht und soll’s auch wohl vergessen, womit das „finanziert“ wird. Und bitte schieb nicht beiseite, daß genau das gewollt ist. Ich nannte dieses gewünschte Verhalten in meinen letzten Berufsjahren „hirnamputierter Knöpfchendrücker“. Doch das was da laut dem FT-Artikel abgeht, ist noch viel gänsehautauslösender.

in Buschkowsky’s Buch ist unser hypertrophierter Datenschutz einer der Unholde, andererseits hoffe ich, daß er meinen Mitbürgern ein solches Berufsleben wie in England noch ne Weile erspart. Und wie Malte sehr richtig bemerkte, den Profit nimmt Amazon, die sozialen Kosten nimmt der Steuerzahler und die Gemeinschaft überhaupt. Ich war nach dem Lesen nicht mehr sicher, was schlimmer ist, „The Jungle“ oder das da und natürlich frage ich mich, ob wir in ein paar Jahren nicht nostalgisch an die Zeit zurückdenken, als es wenigstens noch die Möglichkeiten zum Broterwerb gab. Und was glaubst Du, was mit den Löhnen im Gesundheitsbereich geschieht, wenn der Markt noch mehr Arbeitslose bereit stellt?

http://www.ft.com/intl/cms/s/2/ed6a985c-70bd-11e2-85d0-00144feab49a.html#slide0

You’re sort of like a robot, but in human form,” said the Amazon manager. “It’s human automation, if you like.” Amazon recently bought a robot company, but says it still expects to keep plenty of humans around because they are so much better at coping with the vast array of differently shaped products the company sells.

10. CK - Februar 23, 2013, 23:16

@Silke: „ich lese gerade Buschkowsky und bin froh, daß es den fehlerhaften, mies funktionierenden Staat überhaupt noch gibt.“

-> Also ich bin kein Anarchist, solltest Du das fälschlicherweise leider annehmen, ich will den Staat keineswegs abschaffen. Der Staat hat sehr wichtige Aufgaben, gerade in einer Gegend wie Neukölln. Ob es um den Schutz vor Gewalt auf der Strasse oder in der Familie, um die Bekämpfung von Kriminalität allgemein oder um den Schutz von Kindern vor Verwahrlosung geht.

Ich würde mir halt nur „mehr Freiheit“ und „mehr Markt“ in den Sektoren Bildung und Gesundheit wünschen. Ich habe nie gesagt dass Polizei oder Jugendämter abgeschafft werden sollen.

Das besagte Buch ist sicher sehr lesenswert.

Wo bei mir Schluß ist, ist bei gigantischen Einkommen für reines Zocken …

Also wenn jemand im Casino oder beim Poker viel Geld gewinnt, stört mich das keineswegs. Wenn ein Broker ein hohes Einkommen generiert, genausowenig. Mich stört nur, aber das ganz massiv, wenn für schiefgegangene Zockereien der Steuerzahler und nicht der Verursacher bluten muss. Wer das Haftungsprinzip ausser Kraft setzt, zerstört letzendlich zudem den Markt.

Brainpower im IT-Bereich gut und schön und die dadurch verursachten Leiden sind bei Amazon in England sehr schön zu besichtigen.

Mal ganz ehrlich: das ganze Geschrei derzeit um Amazon finde ich recht übertrieben. Sicher mag man dort wie überall manches verbessern können und ich würde mir auch wünschen, dass Amazon mehr auf die Arbeitnehmer hört (angefangen mit so einfachen Dingen wie der Qualität der Arbeitsstiefel), aber die Vergleiche von Zeitarbeit (auf die ein Unternehmen wie Amazon vor Weihnachten natürlich angewiesen ist !) mit Sklavenarbeit sind widerlich und absurd.

Die ersten Gegenstimmen wurden ja nun auch interessanterweise schon laut:
http://www.hna.de/lokales/rotenburg-bebra/amazon-mitarbeiter-erzaehlen-nach-ard-leiharbeiter-reportage-guten-verhaeltnissen-2761289.html

Darob vergißt man leicht und soll’s auch wohl vergessen, womit das “finanziert” wird.

In jeder Wertschöpfungskette gibt es auch Tätigkeiten, die wenig bis kaum Intelligenz erfordern. Meine eigene Tätigkeit ist keine solche. Ich bin als SW-Entwickler zuständig, was recht kreativ ist. Aber gerade für niedrigqualifizierte Arbeitnehmer ist es doch gut, dass es überhaupt noch solche Arbeitsplätze gibt. In vielen anderen Sektoren wird bemängelt dass solche Plätze nicht mehr existieren, weil von Maschinen wegrationalisiert. (Insgesamt hat der IT-Bereich sowieso die Qualität der Arbeitsplätze viel mehr verbessert als verschlechtert.)

Es mag für uns zudem unverständlich sein, aber manche Leute mögen Arbeit ohne viel Nachzudenken sogar. Da geht man seinen Automatismen nach und kann dabei Musik hören. Und wem das nicht gefällt, der muss halt schauen sich nach oben zu arbeiten.

Und was glaubst Du, was mit den Löhnen im Gesundheitsbereich geschieht, wenn der Markt noch mehr Arbeitslose bereit stellt?

Ich will gerade, dass der Markt Arbeitsplätze schafft, nicht abbaut.

11. Silke - Februar 24, 2013, 12:30

CK

ich bin gegen die Normalisierung des robotisierten Menschen …

und ja Routinearbeit, während der man sich schöne Gedanken machen kann, hat eine Menge für sich, Geschirr spülen, Bügeln, Staub wischen und dergleichen z.B. empfinde ich als sehr wohltuend.

Amazon in England hält das Versprechen die Zeitarbeiter in Feste umzuwandeln, wie die berühmten unerreichbaren Trauben bereit. Versprechend und Wirklichkeit klaffen weit weit auseinander.

Wo immer Du arbeitest, das was seit Beginn der 90er mit „wenig Intelligenz erfordernden“ Dienstleistern abgegangen ist, geht Dir ganz offenbar sonstwo vorbei.

Ich stamme noch aus einer Zeit als Putzfrauen und Lagerhilfsarbeiter meine genau wie ich festangestellten und gleichgestellten Kolleginnen waren und glaub mir, in menschlicher Hinsicht war das eindeutig besser und es schob Hochmütigkeiten einen sehr gesunden Riegel vor, besonders wenn man auch noch wußte, daß die in ihrem Privatleben z.B. Vorsitzender der örtlichen Feuerwehr waren, also wohl kaum an einem Mangel an allgemeiner Intelligenz gelitten haben dürften.

Manchmal wenn ich was von Euch Gehobenen lese, frage ich mich, ob Euch die Rückkehr zu alten Klassengewissheiten nicht doch recht angenehm wäre.

12. Silke - Februar 24, 2013, 12:33

CK

der Unterschied zwischen Zockern im Casino oder beim Pokern und Bankern (oder Bankstern lt. John Lanchester) ist, daß die im Casino oder beim Pokern für ihre Spielschulden selbst aufkommen müssen. Die zocken nicht auf Rechnung eines Arbeitgebers, um nur die nächste Stufe in der Verlustabwälzung zu nennen.

13. CK - Februar 24, 2013, 19:24

@Silke: ich bin gegen die Normalisierung des robotisierten Menschen …

Gerade der technologische Fortschritt erlaubt es den Menschen zunehmend, roboterhafte Tätigkeiten den Maschinen zu überlassen und selber anspruchsvolleren Tätigkeiten nachzugehen.

Amazon in England hält das Versprechen die Zeitarbeiter in Feste umzuwandeln, wie die berühmten unerreichbaren Trauben bereit. Versprechen und Wirklichkeit klaffen weit weit auseinander.

Amazon sollte halt ehrlich sagen, dass sie lieber Zeitarbeiter haben.
Aber mal ganz allgemein: die Zeitarbeit ist m.E. heute oft wie ein Überdruckventil des Arbeitsmarktes. Ohne die Zeitarbeit würde es erst recht eine Explosion geben.

Vermutlich würde eine generelle Liberalisierung des Arbeitsmarktes, bspw. eine Lockerung des Kündigungsschutzes, gerade die Zeitarbeit reduzieren. Unternehmen würden sich dann wieder eher trauen, Leute fest einzustellen.

geht Dir ganz offenbar sonstwo vorbei.

Eigentlich nicht. Ich hab nur eben ganz andere Lösungsansätze als Du vermutlich hast.

Ich habe nichts gegen Lagermitarbeiter, Putzfrauen usw., ich denke, die machen alle einen ehrbaren Beruf und können gut für sich selber sprechen. Nur weil Du eine Arbeitsbeschreibung liest und diese nichts für Dich wäre, bedeutet es nicht, dass diese Leute das genauso schrecklich finden wie Du. Und natürlich sind sie nicht unbedingt dumm, bloss weil sie eine niedrigere Bildung oder Qualifikation haben. Sorry, wenn das missverständlich rüberkam.

Manchmal wenn ich was von Euch Gehobenen lese, frage ich mich, ob Euch die Rückkehr zu alten Klassengewissheiten nicht doch recht angenehm wäre.

„Von euch Gehobenen“? LOOL. Silke, wer oder was denkst Du, bin ich? Ein reicher Magnat? 😉

Ich habe selber mal als Zeitarbeiter für einen Niedriglohn gearbeitet. Ich hab damals u.a. Inventar gemacht. Ich bin also auf Büroböden und in Abstellräumen rumgekrochen und hab allmögliche Inventarnummern von Computern und anderem Material notiert. Die Leute waren auch immer froh, wenn sie mitten in der Arbeit ihre Mäuse hochheben mussten, weil darunter die Nummer geklebt war 😉

Und mit dem silbernen Löffel im Mund wurde ich auch nicht geboren. Klar, hatte ich das Glück in einem reichen Land geboren zu sein, aber in meiner Kindheit war ich dennoch meist der Letzte, dessen Eltern sich dieses oder jenes leisten konnten.

Ich will heute freiheitliche Politik für jeden Bürger machen, nicht nur für Reiche. Du magst meine Ansichten für falsch halten, aber Klassendenken ist mir fremd.

Punkto Zocken sind wir uns übrigens absolut einig.

14. Silke - Februar 24, 2013, 20:40

CK

Putzfrauen und Lagerhilfsarbeiter waren meine Kollegen, sind also „meine“ Leute und wie denen mitgespielt wurde, trifft mich und ich sehe es als reinen Zufall an, daß die zuerst dran waren und meine Sorte noch ne Weile verschont blieb.

Reich sein ist nicht das Entscheidende, wie mit Bildungsaffinen in nem Haus umgegangen wird, welchen Stellenwert es hat, ist das Entscheidende.

Der gute Grass kokettiert immer gern mit seiner niederen Herkunft, nur mal hat er erzählt, sie hätten ein Klavier gehabt. Da kann die Toilette noch so sehr ne halbe Etage tiefer sein, das wird das Klavier kaum dran hindern, beim Bildungsaffinen den Ton zu dominieren.

Ich bin sehr klassenbewußt, fast 60 Jahre im Beruf haben mich gelehrt, daß Klasse (und Gender) nicht zuletzt bei denen, denen Klassendenken fremd ist, sehr lebendig sind und nicht zuletzt drum bin ich hochgradig allergisch gegen jedes Nachgeplappere von nach libertarianism klingenden Phrasen.

Wenn Du einen konkreten Vorschlag machen willst, wie und wo mehr Markt besser ist, nur zu, doch wenn’s so broschürenhaft pauschal kommt, dann kann ich den Schwachsinn, nicht zuletzt dank Achse des Guten, wo’s besonders dämlich und frei von jeglicher Sachkenntnis propagiert wird, nicht mehr hören.

In den Büros und speziell in meinem Bereich als paralegal, zuletzt in ner Patentabteilung hat IT die Arbeit sowohl verbessert als verschlechtert. Unterm Strich wurde der Zeit-Druck und dadurch die Angst, was zu versaubeuteln, wesentlich höher. Doch das fing schon mit dem Fax an, als die Post nicht mehr 2x am Tag reinkam sondern zu jeder x-beliebigen Minute, so daß an einer Arbeit Dranbleiben können immer seltener wurde.

Als es eben noch nicht anders ging als bis Mitternacht am Fernschreiber hocken, gab es Grenzen für das Machbare.

IT gibt es nun mal, also muß man lernen damit zu leben und sich am Schönen zu freuen und sich vom Unschönen das Leben nicht allzusehr vergällen lassen.

Es ist etwas anderes, wenn einer zeitweise mal als Zeitarbeiter arbeitet als wenn das Dein Leben ist. Selbst gestandene Handwerker wissen, wenn sie morgens antanzen sehr sehr oft nicht mehr, zu was sie an diesem Tag geschickt werden.

Und was das robotisiert werden anlangt, wenn Du es hinnehmbar findest, daß Dein Chef per handheld-device Deine Schrittzahl p.m. kontrolliert nur zu. Ich weiß nicht, was bei amazon in Deutschland abging, doch das System in England ist EDV-mässig gesehen hochgradig beeindruckend, nur als Mensch möchte ich in ihm nicht funktionieren müssen. Das ist eine Variante von 1984 und keine harmlose.

15. Silke - Februar 24, 2013, 22:10

CK

Vor ein paar Jahren, vermutlich noch unter Gerhard Schröder, sollte das Meisterprivileg weitgehend abgeschafft werden, das vorsieht, daß nur ein Meister selbständig sein darf und/oder Lehrlinge ausbilden. Genau weiß ich es nicht mehr. Ein Sturm der Entrüstung in der Handwerkerschaft brach los – ich glaube übrig blieben nur Friseure und Maler. Wenn’s allerdings nicht um die eigenen Pfründe geht, sind die Handwerker immer beim dringenden Aufruf zum Bürokratieabbau munterst mit dabei.

Und wenn Due z.B. sagst, daß der kleine ländliche Autoreparaturbetrieb nicht so’ne supersichere Grube braucht wie sie für die großen Fortschritt ist, mußt Du definieren, ab wann einer groß ist und schaffst damit automatisch ne Wachstumsdeckelung.

Eine Zeitlang oder vielleicht immer noch hatten unsere Beitragsbemessungsgrenzen in den Sozialversicherungen die Wirkung, daß man nur dann ne Gehaltserhöhung wollte, wenn sie so dicke ausfiel, daß man hinterher wenigstens noch ein gleich hohes Einkommen hatte.

So und jetzt bist Du dran mit dem Bürokratieabbau, als Kreativer sollte Dir da doch spontan einiges Hervorragendes einfallen.

Ein Kollege von mir verstand es ehrlich nie, worüber wir Mädels uns als diskrimnierend beklagten. Nachdem er selber mal eine Kostprobe davon für sich zu sich nehmen durfte, änderte sich sein Weltbild in der Hinsicht radikal und er war nicht der einzige, dem ich über die Jahrzehnte begegnet bin. Es gibt Dinge, die andeen Leuten widerfahren, die jenseits unserer Vorstellungen sind, so lange wir nicht selbst was davon erlebt haben.

16. CK - Februar 25, 2013, 10:54

@Silke: Doch das fing schon mit dem Fax an, als die Post nicht mehr 2x am Tag reinkam sondern zu jeder x-beliebigen Minute, so daß an einer Arbeit Dranbleiben können immer seltener wurde.

Das stimmt natürlich. Sehr oft wird man aus seiner momentanen Arbeit gerissen weil gerade eine wichtige Mail reinkommt oder ein User anruft für den man eine Art Helpdesk improvisieren soll und schon braucht man wieder ein paar Minuten bis man vollends in dem drin ist, wo man gerade war, bevor man „gestört“ wurde.

Es ist etwas anderes, wenn einer zeitweise mal als Zeitarbeiter arbeitet als wenn das Dein Leben ist. Selbst gestandene Handwerker wissen, wenn sie morgens antanzen sehr sehr oft nicht mehr, zu was sie an diesem Tag geschickt werden.

Erster Satz stimmt natürlich. Aber wie ich schon schrieb, man muss nun überlegen welche Arbeitsmarktreformen notwendig sind um weniger Zeitarbeit und wieder mehr Festarbeit zu haben. Die meisten Handwerker in Luxemburg- mag in Deutschland anders sein- sind übrigens immer noch festeingestellt.

Wenn’s allerdings nicht um die eigenen Pfründe geht, sind die Handwerker immer beim dringenden Aufruf zum Bürokratieabbau munterst mit dabei.

Das ist ja nichts Neues. Kennt man ja auch von der FDP. Die sind auch solange liberal wie es nicht um die eigene Klientel geht. Das sagt aber nichts darüber aus, ob die Idee richtig oder falsch gewesen wäre, nur darüber wie schwierig es ist, als Politiker Bürokratie abzubauen. Da braucht man halt auch mal den Mut thatcher-like etwas durchzuhauen trotz Protesten.

Wie groß die Grube eines Autoreparaturbetriebs ist, sollte dieser selber entscheiden. Ich weiß nicht wieso der Gesetzgeber da Vorschriften machen soll.

Die letzte Frage ist eine Detailfrage, da müsste ich mich näher einarbeiten. Aber mir ging es hier auch nicht darum eine Diskussion über die deutschen Sozialsysteme zu führen (da habe ich genug zu tun in meinem eigenen Land), sondern ich hab nur erklären wollen, wieso es eben im IT-Bereich so boomt und man Geld machen kann und wieso nicht auch mehr im Gesundheitssektor verdient wird. Und da erscheint es mir eben logisch, dass es daran liegt, dass Ersterer viel freier ist.

Schönen Montag wünsche ich Dir aber noch, Silke 🙂

17. Silke - Februar 25, 2013, 12:30

CK
Wie groß die Grube eines Autoreparaturbetriebs ist, sollte dieser selber entscheiden.

Mit hoher Wahrscheinlichkeit hat es da mal einen Unfall gegeben und die Berufsgenossenschaft, die für Unfälle am Arbeitsplatz die Renten und Gesundheitskosten aufbringen muss, wird gemeckert haben.

Hierzu eine Geschichte zum Selber-Nachdenken: ca. 1960 explodierte bei meinem Arbeitgeber ein Kessel, als ein Arbeitnehmer einen Sack mit irgendeinem Pulver in das kochende Zeugs schüttete. Dieser Arbeitsgang war seit rund 30 Jahren mindestens 2 x pro Woche so ausgeführt worden und nie war was passiert. Soweit ich es mitgekriegt habe, war zu der Zeit noch weitgehend unbekannt, daß es Staubexplosionen gibt. Heute gibt es überall Vorrichtungen, um zu verhindern, daß dergleichen passieren kann. Wegen eines Unfalls? Ja wo bleibt denn da die Freiheit?

Und da erscheint es mir eben logisch, dass es daran liegt, dass Ersterer viel freier ist.

Nein, es liegt daran, daß seine Erzeugnisse sich derzeit gut verkaufen. Es gab zwischendurch ne Phase, da wurden weniger IT-Leute gebraucht als vorhanden. Da rauschte was ganz schnell in den Keller. Vermutlich war das als die Dot-Com Blase platzte und all die IT-Leute, die getönt hatten, daß sie nu wüßten, daß das Paradies im Freien läge, sich einen abgebrochen haben, um irgendwo und irgendwie an feste Arbeitsplätze zu kommen, genau die Arbeitsplätze, die ihre weniger freiheitsbesoffenen KollegInnen inne hatten und über die sie in bester Snob-Manier die Nase gerümpft hatten.

Ich habe nix gegen Eure Freiheitsverliebtheit, ich wünsche mir nur, Ihr wärt, wenn die Folgen über Euch hereinbrechen, dann immer noch ebenso freiheitsverliebt. Und da sorry, sehe ich nix. Die wohl von Thatcher privatisierten=verfreiheitlichten englischen Eisenbahnen sollen übrigens auch in Sachen Passagiersicherheit ne ziemliche Pleite sein. Nicht alles, was im Kleinen prima funktioniert, ist auch für’s Große geeignet. Das ist der Grund, warum die Chemie bei neuen Produkten zwischen Labor und Anlagenbau ein paar Stufen einbaut.

PS: bis jetzt hast Du erst einen konkreten Vorschlag gemacht und der würde zu mehr berufsbedingten Unfällen führen. Ich warte auf den nächsten, ob Du außer pauschalen Äußerungen und Forderungen, Politiker sollten mutiger sein, noch zu bieten hast. Thatcher fand Bedingungen vor, die günstig waren, den Briten ging es gruseligst. Global Players weigerten sich, Büros in London einzurichten. Ich sehe derzeit ein vergleichbar „günstiges“ Klima für Politiker bei uns nicht.

Übrigens Hayek war nicht so, wie Hayek heute promotet wird, genau wie Keynes nicht so war. Beide haben Hochinteressantes gedacht und werden gnadenlos ver-sloganiert, auf ein paar Zitate reduziert, publikationstauglich gemacht.

Es ist der Volksverdummungsaspekt an der Sache, der mich so ärgert.

Hier ist was die Achse des Guten dazu mal verlinkt hat und immer noch aufs Heftigste promotet, wobei ich den Verdacht nicht los werde, daß die Promotenden schon Schwierigkeiten haben im Kopf zu addieren oder gar zu subtrahieren, geschweige denn sich die Mühe gemacht haben, Hayek oder Keynes in Buchform zu lesen oder wenigstens einen Vortrag zu hören, der geschichtshaltiger ist als das, was die Allwissenheit beanspruchenden Marktschreier verkünden.

http://directorblue.blogspot.de/2009/05/friedrich-hayeks-road-to-serfdom.html

Und noch’n PS: in meinen letzten Berufsjahren habe ich mir übrigens mit schöner Regelmäßigkeit Ärger eingehandelt, weil ich gern zusammen mit bürokratiegenervten Chemikern, für ihren Alltag maßgeschneiderte EDV-Hilfen austüftelte.

Und nu Dein nächster konkreter Vorschlag bitte.

18. Lila - Februar 25, 2013, 12:57

Ich verstehe von Wirtschaft weniger als nichts, aber ich finde den Austausch mehr als interessant und Ihr spült mir das Gehirn mit Fragen durch. Danke!!!

19. Silke - Februar 25, 2013, 13:46

Lila

jede Hausfrau versteht von Wirtschaft mehr als jeder „Experte“ und ich würde jederzeit drauf wetten, daß deren Vorhersagen, wie die Zukunft sein wird, größere Wahrscheinlichkeit zu bieten hat als die irgendeines Nobelpreisträgers der Branche.

Du mußt Dir nur reinziehen, was z.B. Öko-Guru Sarrazin über „goldene Zeitalter“ so en passant abgelassen hat und Du wirst vor Vertrauen in Deine eigene Urteilsfähigkeit explodieren.

Ich tippe, daß er das aus einem seiner alten Schulhefte von der Mittelstufe hat und das Verblüffende daran ist, daß es ihm offenbar keiner auf der Uni ausgeredet hat.

Ich jedenfalls halte es immer strikt mit Miss Marple: „das erinnert mich an …“

Harald Welzer hat übrigens mal Ute Frevert in nem Nachtstudio abgebürstet, weil sie es wagte zu bemerken, daß seine Theorie nicht zu ihrer Lebenserfahrung passte im Sinne von Theorie schlägt Wirklichkeit. (es ging um das Vererben von Ängsten insbesondere vor Hunden, sie hat einen Hundehorror und ihre Kinder nicht und die Frage, wie das denn sein könne, fand Theorieverkünder Welzer nicht zulässig und/oder nicht zielführend oder sonst so was – gegen sowas ist auch die beste Comedy nix)

Ich glaube übrigens Ute Frevert könnte Dir was zu sagen haben.

http://wissen.dradio.de/einstein-forum-die-geschichte-des-vertrauens.88.de.html?dram:article_id=13489

http://www.mpib-berlin.mpg.de/de/mitarbeiter/ute-frevert

20. Silke - Februar 25, 2013, 15:55

genau genommen war am Fax nicht das was reinkam, was so viel änderte, sondern, daß man jetzt nicht mehr 1x am Tag nen Postausgang hatte, sondern zwischendurch Briefe geschrieben, Unterschriften eingeholt und Teile versandt werden mußten. Es gab immer Anlässe für Faxe, die so wichtig waren, daß sie sofort gemacht werden mußten.

Daß das Telefon unterbrach oder Hauspost eintrudelte, gab es schließlich schon vorher, aber da konnte man am Arbeitsplatz bleiben und mußte nicht mit der Unterschriftsmappe rumrennen und warten.

Zu erforschen, warum die Unsitte nicht starb, als sie durch e-mail weitgehend überflüssig wurde, würde einem vermutlich tiefe Einblicke dazu vermitteln, wie der Mensch und sein Geltungsbedürfnis inter-agieren. Denn „das ist eilig, das muß sofort“ ist als Ego-Booster wohl ziemlich weit oben anzusiedeln.

21. Culatello - Februar 25, 2013, 17:05

Was für ein toller thread !!
Klasse, bin begeistert !

22. CK - Februar 25, 2013, 17:54

@Lila: Gern geschehen 🙂

@Silke: Mit hoher Wahrscheinlichkeit hat es da mal einen Unfall gegeben …

Unfälle wird es leider immer geben. Das Streben nach 100%iger Sicherheit ist menschlich verständlich, aber in der Realität gibt es immer einen Trade-Off zwischen Sicherheit und Freiheit, der beides möglichst optimisieren soll. Ob eine bestimmte Regel X notwendig ist oder nicht, darüber gehen die Meinungen natürlich stets auseinander. Niemand, auch ich nicht, will alle Regeln oder auch nur alle staatlichen Regeln abschaffen.

Doch ich denke, dass der Trend heute schon zu „weniger Regulierung“ und gerade deswegen „klareren Regeln“ gehen sollte. Manchmal ist weniger eben mehr. Woran ich da konkret denke, würde ich aber lieber in der Politik, innerhalb meiner eigenen Partei und mit anderen Parteien, diskutieren, nicht hier auf diesem Blog. Weil sowas kostet Zeit und Nerven und die investiere ich schon lieber dort, wo auch nachher ein echter Ertrag, sprich eine wirkliche
Gesetzesänderung, möglich ist. Nicht bös gemeint.

Falls Du neugierig bist, hier ein Interview mit mir vor den letzten Wahlen:

http://lforliberty.wordpress.com/2011/09/24/der-burgermeister-wollte-mich-zu-einem-tv-duell-herausfordern/

Die wohl von Thatcher privatisierten englischen Eisenbahnen sollen übrigens auch in Sachen Passagiersicherheit ne
ziemliche Pleite sein.

Ich hab weder in Schottland, noch in England oder Wales mich jemals in einer Eisenbahn unsicher gefühlt. Denn ich habe nie gehört, dass es dort viele Zugunfälle geben soll bzw. mehr als in Luxemburg oder Deutschland. Hast Du Belege für diese Behauptung?

Ich sehe derzeit ein vergleichbar “günstiges” Klima für Politiker bei uns nicht.

Ich sehe in Europa gigantische Staatsverschuldungen. Wir brauchen dringend eine Politik der Sanierung der öffentlichen Finanzen. Gerade jetzt brauchen wir Leute mit dem Mut zu echten Reformen.

Bzgl. Keynes und Hayek hast Du absolut recht. Keynes war definitiv mehr als „Mr. Deficit spending“. Was heutige Vulgärkeynesianer von sich geben, bspw. ein Paul Krugman, da dreht sich Keynes wohl im Grab um. Und er hatte durchaus interessante Ideen wie bspw. den Bancor und die ICU. Hayek war auch nicht der Ultralibertäre als den manche ihn heute sehen (wobei man nicht vergessen darf, dass Hayek Ende seines Lebens radikaler wurde. ) Das stimmt ebenfalls. Aber er hatte viel Interessantes gerade zu Blasen (wie der Dotcom-Blase) zu sagen. Und er wäre heute sehr wohl für „mehr Freiheit“ und ja, für eine vernünftige staatliche Ordnungspolitik. Beides gehört untrennbar zusammen. Ich habe „The Road to Serfdom“ übrigens zuhause und es wird demnächst endlich mal in Angriff genommen, da auch ich Hayeks Ideen bisher nur aus Sekundärliteratur kenne oder aus Videos mit ihm.

23. Silke - Februar 25, 2013, 18:54

Da es Culatello hier gefällt, verabschiede ich mich ebenfalls mit Freuden, denn wo er begeistert ist und ich Teil des Gesprächs, muß ich was falsch machen.

nur eins noch für CK

Also auf diesen Gedankengang wäre ich von allein nie gekommen.

Unfälle wird es leider immer geben. Das Streben nach 100%iger Sicherheit ist menschlich verständlich, aber in der Realität gibt es immer einen Trade-Off zwischen Sicherheit und Freiheit, der beides möglichst optimisieren soll.

Ich wünsche Dir viel Erfolg mit Deiner Politikerkarriere.

Und klar beim Trade-Off muß natürlich die Freiheit (der Profit?) des Unternehmers höher bewertet werden, als Leben oder Gesundheit des Arbeitnehmers. Zum Glück gibt es in Deutschland die Berufsgenossenschaft, vor der alle Arbeitgeber Manschetten haben, viel größere als vor allen anderen Institutionen, denn die Berufsgenossenschaft kann Regress nehmen.

Und klar natürlich wegen eines von rund 30.000 Durchläufen schief gegangenen Produktionsprozesses und dazu gehörigen invaliden Arbeiters ist es doch nu wirklich übertrieben, die Pferde scheu zu machen. Und der ganze Bohai, der heutzutage um Staubexplosionen gemacht wird, ist doch so überflüssig wie ein weher Daumen. Sagst Du das auch den Leuten, die heute mit den Absaug- und Einfüllsystemen gutes Geld verdienen?

CK ich finde, Du brauchst noch eine Menge Wirklichkeitshaltiges zur Unterfütterung Deiner Theorien.

McKinsey war mal ne Zeitlang gut im Geschäft mit dem Zulassen einer gewissen Fehlerquote, dann wurde es abgelöst von TQM – welche Sau derzeit die am liebsten durchs Dorf getriebene ist, weiß ich nicht.

Und hier ist die British railroad
http://news.bbc.co.uk/2/hi/uk_news/465475.stm

Ich hab’s vermutlich daher, daß sich mal ne Zeitlang der Spectator, ein wie Dir zweifellos bewußt ist, radikal links außen Blatt (sarc intended), daran abarbeitete. Soweit ich mich erinnere, sind die Zahlen höher als „normal“, aber wenn Du es selbst überprüft hast, dann stimmt es natürlich so nicht.

Nimm’s nicht übel, nimm’s als Training für Deine erste Bürgerfragestunde. So wie Du bisher argumentiert hast, würde ich mich von Dir nur dumm gebabbelt fühlen und Dich drum nicht wählen.

0 und 1 ist OK für den Umgang mit Computern, für den mit Menschen darf’s schon a bisserl mehr sowohl als auch und/oder anekdotenhaltiger sein.

Und was die Liberalen anlangt, deren deutscher Spitzenkandidat wollte mit nem Hinweis auf Rösler’s asiatisches Aussehen punkten, hat aber anscheinend zum Glück niemanden weiter interessiert.

http://www.sueddeutsche.de/politik/fdp-nach-der-nrw-wahl-roeslers-bambus-versus-bruederles-eiche-1.1356904

Also sei vorsichtig beim Treffen mit deutschen Kollegen, solltest Du irgendwas ethnisch eindeutige Identifizierbares an Dir haben, das sich metapherisieren läßt.

24. Culatello - Februar 25, 2013, 19:08

# 23 Silke

„Da es Culatello hier gefällt, verabschiede ich mich ebenfalls mit Freuden, denn wo er begeistert ist und ich Teil des Gesprächs, muß ich was falsch machen.“

DAS nenne ich mal leicht zu manipulieren.
Ich achte tatsächlich mehr auf den Inhalt der Diskussion als auf festgefahrene Vorurteile gegen andere Personen.
Ich muß wohl was richtig machen. 🙂

25. Lila - Februar 25, 2013, 19:12

Ja Culatello, und ich wollte Dir schon Kamillentee, einen kühlen Wickel auf die Stirn und Ruhe im verdunkelten Zimmer empfehlen 😀

Hab mir echte Sorgen um Dich gemacht!

26. CK - Februar 25, 2013, 23:36

Und klar beim Trade-Off muß natürlich die Freiheit (der Profit?) des Unternehmers höher bewertet werden, als Leben oder Gesundheit des Arbeitnehmers.

Sorry, Silke, das hast Du jetzt gesagt. Ich hab nur allgemein geredet. Natürlich gehören das Leben und die Gesundheit jedes Arbeitnehmers geschützt, aber jede Regelung muss individuell betrachtet werden. Die Größe einer Grube ist was Anderes als mögliche Staubexplosionen und die wiederum etwas ganz Anderes als eine Kernschmelze in einem AKW.

Natürlich gibt es auch absolute No-Go´s, aber wo genau der Trade-Off in einem konkreten Fall stattfindet, ist eben m.E. zu nem gewissen Grad durchaus verhandelbar. Wobei das am besten die direkt betroffenen Leute (also die Arbeitnehmer und ihre Arbeitgeber bzw. die jeweiligen Tarifparteien) miteinander klären sollten.

Danke für den BBC-Link, aber ob das jetzt wirklich mehr Unfälle waren als in Deutschland weiß ich nicht. Und schon gar nicht unbedingt mehr als in Frankreich. Es waren aber wohl in der Tat so einige mehr als in Luxemburg (wo die Bahn noch staatlich ist), aber wir sind ja auch ein sehr kleines Land.

Wichtiger aber ist, dass ich kurz nachgelesen habe, wie das damals so war. Ich hatte zwar gewisse Erinnerungen, wollte aber auf Nummer sicher vorher gehen, bevor ich hier etwas dergleichen schreibe:

Die meisten Unfälle waren auf mangelne Wartung an der Infrastruktur zurückzuführen.

Für die Infrastruktur waren nicht die (privaten) Verkehrsbetriebe zuständig, sondern eine Netzbetreibergesellschaft. Netz und Infrastruktur wurden nämlich bewusst getrennt, was an sich wohl auch sinnvoll ist und überdies von der EU angeraten. Dummerweise handelte es sich hierbei um ein ehemaliges Staatsmonopol, welches in ein (staatlich geschütztes) privates Monopol (Railtrack) umgewandelt wurde. Da ist Machtmissbrauch ja schon fast vorprogrammiert.

Abgesehen davon, blieb so einiges weiterhin unter Kontrolle der Regierung, die bspw. vorschrieb, welche Stecken bedient werden mussten und zu welchen Preisbedingungen. Die Angestellten mussten insgesamt und mit Gewerkschaften übernommen werden.
Also die angeblichen Besitzer konnten viele unternehmerischen Entscheidungen gar nicht frei treffen.

Zudem waren sowohl die Schienen, wie auch das Rollmaterial vollkommen überaltert und heruntergewirtschaftet. Das ändert man nicht von heute auf morgen, egal in welcher Rechtsform.

Eine solche Privatisierung erlaubt wohl dass gewisse Leute sich die Taschen vollstopfen, hat aber wenig mit echter „Marktwirtschaft“ zu tun. Ich weiß, dass manche Liberale solchen „Privatisierungen“ zujubeln, aber wie ich dem Malte schon schrieb, solche Privatisierungen sind NICHT unbedingt liberale Politik bloss weil da „privat“ steht.

27. Silke - Februar 26, 2013, 0:59

CK

Du hast sehr wirklichkeitsfremde Vorstellungen von den Beziehungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern

und die Frage, wie Du all den Lieferanten von Lüftungen, ja auch für Arbeitsgruben, erklären willst, daß sie jetzt ihr Zeugs nicht mehr so gut los werden, die umgehst Du fein. Und wieso ist es bei Staubexplosionen was anderes. Heute weiß man, wie fies die Dinger sind, damals war es neu und die Berufsgenossenschaft rätselte lange, wieso das Ding nach Jahrzehnten plötzlich in die Luft ging und den Arbeiter für’s Leben zum Hinkenden machte. Die hätten das doch im Sinne der Verhältnismäßigkeit einfach schleifen lassen können. 3000 x nix passiert, also das muß man doch nicht so ernst nehmen und weil mal einer in ner Grube ohnmächtig wurde oder einer im Wartungsraum für ne Klimaanlage sogar nicht rechtzeitig gefunden wurde. Also ich bitte Dich, wie oft kommt sowas schon vor, das können doch alles Arbeitgeber und Arbeitnehmer untereinander regeln.

Kennst Du „The Jungle“ – vermutlich teilweise etwas übertrieben, aber sehr wirklichkeitsnah.

Und jetzt wurde bei der Bahn beim Privatisieren alles falsch gemacht – na fein – der Streit darum, wer bei einem privatisierten Unternehmen die Infrastruktur pflegt, geht in Deutschland von Anbeginn der Umstrukturierung an und es findet sich offenbar keine saubere Lösung. Aber wenn Du das in die Hand nimmst, dann wird das vollkommen glatt laufen.

Ich habe in einer Eigentumswohnung gerade eine Fensterbank ersetzen lassen müssen, auf das Auseinanderklamüsern, was davon die Gemeinschaft und was davon ich zu bezahlen haben werde, freue ich mich schon heute.

Doch Du hättest da natürlich den totalen Überblick, für Dich wäre alles ganz einfach.

Weißt Du CK, ich trete eigentlich fast immer als Verteidigerin der Politiker auf, doch wenn ich Dich lese, dann erinnere ich mich an die Konzernchefs, die als die Fusionitis ausbrach, sprachschöpferisch tätig wurden und ich empfinde wieder die ganze alte Wut auf deren kreativen Sprachgebrauch.

28. Silke - Februar 26, 2013, 1:10

das hier macht den Eindruck, als seien Engländer Zugunfälle bis zur Verstaatlichung irgendwie nicht richtig gewöhnt gewesen, ebenso wie die Franzosen. Deutsche scheinen hingegen ordentlich vertreten zu sein

http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_schwerer_Unfälle_im_Schienenverkehr#2001.E2.80.932010

Weißt Du, erst erklärst Du die englischen Bahnen für total sicher, weil Du Dich da so gefühlt hast, dann erklärst Du, warum die Bahnen nicht dran schuld sind, daß sie doch nicht so sicher sind und daß das in Wirklichkeit alles ein Fehler der Politik ist.

Eigentlich ist das viel zu traurig, um drüber zu lachen.

29. Silke - Februar 26, 2013, 1:21

für CK eine ganz allgemeine Erkenntnis von Yaacov, einer der weisesten und vermutlich der praxisverwurzelste Historiker, den ich „kenne“.

Sometimes politicians are called upon to make life-and-death decisions or preside over historical turning points. But often their urge to be politicians is what shines through from the documents.

http://israelsdocuments.blogspot.de/2013/02/from-cia-report-politicians-will-be.html

30. CK - Februar 26, 2013, 13:00

@Silke:

„Du hast sehr wirklichkeitsfremde Vorstellungen von den Beziehungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern.“

So weit ich das sehe, haben Gewerkschaften und Betriebsräte heute jede Menge Einfluss und die können vieles besser
regeln als Politiker. Auch habe ich nie gesagt, dass man Berufsgenossenschaften abschaffen soll, jedenfalls solange
nicht beide Tarifpartner das wollen.

und die Frage, wie Du all den Lieferanten von Lüftungen, ja auch für Arbeitsgruben, erklären willst, daß sie jetzt
ihr Zeugs nicht mehr so gut los werden, die umgehst Du fein.

Ich muss da gar nichts erklären, weil ich bestimme nicht, was gekauft wird und was nicht. Und ob diese nicht mehr
gekauft werden, wenn der Staat es nicht mehr gesetzlich erzwingt (was ich nicht mal verlangt habe, das war Dein Beispiel), sei überhaupt mal dahingestellt. Und nein, „The Jungle“ kenne ich nicht.

der Streit darum, wer bei einem privatisierten Unternehmen die Infrastruktur pflegt, geht in Deutschland von
Anbeginn der Umstrukturierung an

Solange man das Problem mit dem Monopol nicht lösen kann, sollte man die Infrastruktur nicht privatisieren. Das sage ich
seit Jahren. Wohl aber bin ich ebenfalls seit Jahren für Wettbewerb zwischen verschiedenen (privaten) Verkehrsbetrieben auf der Schiene. Ob meine Ideen richtig oder falsch sind, sei mal dahingestellt, ich behaupte nicht den kompletten Durchblick zu haben, aber ich versuche halt nur zu verstehen was in GB nicht optimal lief und man hätte
anders machen können (wobei man auch nicht erwarten kann, dass Umstrukturierungen immer perfekt laufen. Die Gegner
werden eh auf alles springen, was sie bestätigt, dass diese falsch war.)

Ich habe in einer Eigentumswohnung gerade eine Fensterbank ersetzen lassen müssen, auf das Auseinanderklamüsern, was
davon die Gemeinschaft und was davon ich zu bezahlen haben werde, freue ich mich schon heute. Doch Du hättest da
natürlich den totalen Überblick, für Dich wäre alles ganz einfach.

So langsam nerven Deine persönlichen Angriffe. Etwas, was ich grundsätzlich versuche zu unterlassen. Meiner Logik nach
wäre es aber in der Tat klar, dass man selber für eine Fensterbank vor einem Fenster seiner Eigentumswohnung bezahlt, die Gemeinschaft aber für eine Fensterbank vor bspw. dem Flurfenster (und anderer „gemeinsamer Teile“).

das hier macht den Eindruck, als seien Engländer Zugunfälle bis zur Verstaatlichung irgendwie nicht richtig gewöhnt
gewesen, ebenso wie die Franzosen. Deutsche scheinen hingegen ordentlich vertreten zu sein

Vielleicht liegt das daran, dass es die deutsche Wikipedia ist? 😉
Ich sehe da übrigens nach 2001 gar keine Zugunfälle in UK.

Weißt Du, erst erklärst Du die englischen Bahnen für total sicher, weil Du Dich da so gefühlt hast, dann erklärst Du,
warum die Bahnen nicht dran schuld sind, daß sie doch nicht so sicher sind und daß das in Wirklichkeit alles ein Fehler
der Politik ist.

Ich halte trotz Deiner Links die englischen Bahnen für sehr sicher und würde problemlos morgen in eine solche steigen, ebenso wie in die deutsche Bahn. Ich fahre auch gerne TGV und ICE (trotz Eschede usw.) Unfälle wird es leider immer geben. Auf der Strasse viel mehr als auf den Schienen. Wohl aber sollte man immer schauen was man verbessern kann.

31. Silke - Februar 26, 2013, 14:00

OK CK

Du hast gewonnen auf der ganzen Linie, ich habe Dich durchgehend mißverstanden

das ist das eine Fazit

Das andere ist, daß es Dir nicht gelungen ist, die Unterstützung einer leidenschaftlichen Bürokratie-Menschlich-Handhabbar-Macherin zu gewinnen.

Kann es sein, daß Du an letzterem gar nicht interessiert bist, weil Du Dir vom Dagegen-Sein und Runtermachen die besseren Chancen versprichst?

Zieh Dir Dr. Kalderon rein und lerne …

Nur eins zu Deinem immer nicht gesagt haben: wie war das noch mit der Poker Player und Bank-Zocker Gleichstellerei.

OK Du sagtest d’accord, doch nahmst Du Deinen „eleganten“ Vergleich zurück? Nö! und warum denke ich, daß Du den bei der nächsten Gelegenheit wieder unters Volk werfen wirst? Weil mir das Deine Windungen rund um die englischen Eisenbahnen und Dein nicht belegter Vorwurf gegen die französischen nahelegt.

Was ist mit der Fensterbank, wenn dazu ein Baumangel gehört?

„If“ mein Liebling aus Datenbankzeiten funktioniert nur bei solchen Anwendungen zuverlässig.

32. Silke - Februar 26, 2013, 14:29

CK

dies beschreibt eine Situation, die allen entwickelten Industriestaaten in der einen oder anderen Zusammensetzung Sorgen bereitet. Erkläre also doch mal bitte, wie Dein „weniger Bürokratie und mehr Markt werden’s richten“ hier wohltuend eingreifen und der wachsenden Einkommensungleichheit entgegen wirken wird?
(Sarrazin weiß zwar, was er alles weg haben will, hat aber für die dadurch neu entstehenden Probleme lt. Buschkowsky „noch keine Lösung“.)

In Israel seien die Aufgaben des Volks dreigeteilt, sagt Politikprofessor Dan Schüftan von der Haifa-Universität: „Ein Drittel der Bevölkerung arbeitet und zahlt Steuern, ein Drittel studiert und betreibt Forschung, und ein Drittel verteidigt den Staat mit dem eigenen Leben. Das Problem dabei ist nur: Es ist immer dasselbe Drittel.“

http://www.welt.de/politik/deutschland/article108448755/Israel-ruft-Talmudschueler-zu-den-Waffen.html

33. Silke - Februar 26, 2013, 14:34

PS:
ich habe meinen Lebensunterhalt damit verdient, daß ich schlampig formuliertes flockenlockeres Zeugs in im real existierenden Leben funktionierendes Zeugs metamorphosiert habe.

Und drum lieber CK gehe ich auf die Bäume, wenn mein Berufsstand und damit ich von Leuten mit begrenzter Vorstellungskraft pauschal verunglimpft werden.

34. CK - Februar 26, 2013, 18:33

@Silke:

Kann es sein, daß Du an letzterem gar nicht interessiert bist, weil Du Dir vom Dagegen-Sein und Runtermachen die besseren Chancen versprichst?

Nein, jeder Mensch hat erstmal meine Sympathie, der Regeln vereinfachen möchte. Jeder kleine Schritt in die richtige Richtung ist zu begrüssen. Wie schon geschrieben, bin ich auch nicht plump gegen alles.

OK Du sagtest d’accord, doch nahmst Du Deinen “eleganten” Vergleich zurück?

Ich betrachte den Kauf von Aktien oder ganz allgemein Investitionen schon als eine Zockerei, für die man selber geradesteht bzw. das eigene Unternehmen. Ich habe selber bspw. erst kürzlich 10 000 Euro in Tee aus Taiwan investiert. Da besteht natürlich das Risiko, dass dieses Geld futsch ist, wenn
dieser Tee sich in Luxemburg nicht verkaufen tut. Vielleicht verkauft er sich aber auch gut und dann werden weitere Schiffscontainer eingekauft. Etwaige Verluste trügen ganz allein die Geschäftspartner und ich. Was gaaaaanz Anderes ist es in der Tat, wenn Banken Geld verzocken und dann wegen to-big-too-fail der Staat einspringen muss.

Das schrieb ich ja ganz am Anfang:

Mich stört ganz massiv, wenn für schiefgegangene Zockereien der Steuerzahler und nicht der Verursacher bluten muss.
Wer das Haftungsprinzip ausser Kraft setzt, zerstört letzendlich den Markt.

Hier waren wir uns also jederzeit absolut einig.

„Dein nicht belegter Vorwurf gegen die französischen nahelegt“

Es gibt in Frankreich gelegentlich Zugunfälle an Bahnübergängen.

Laut Eurostat gab es wohl sogar viermal mehr Unfälle in F als in GB im Jahre 2007.

http://www.paperblog.fr/4661762/le-rail-public-francais-fait-plus-de-morts-que-le-rail-prive-britannique/

Sorry, dass ich jetzt keine Zeit habe über die 20 letzten Jahren eine genaue Vergleichsstatistik aufzustellen. Ich glaub jedenfalls nicht, dass GB soviel schlechter abschneidet als F.

„Was ist mit der Fensterbank, wenn dazu ein Baumangel gehört?“

Das war am Anfang nicht vorausgesetzt. Du kannst nicht die Torpfosten verstellen, während ich aufs Tor schiesse. 😀

Aber dann wünsche ich Dir mal gute Nerven, dass ihr euch schnell einigt.

Interessanter Welt-Artikel, danke!

ich habe meinen Lebensunterhalt damit verdient, daß ich schlampig formuliertes flockenlockeres Zeugs in im
real existierenden Leben funktionierendes Zeugs metamorphosiert habe. Und drum lieber CK gehe ich auf die Bäume, wenn mein Berufsstand und damit ich von Leuten mit begrenzter Vorstellungskraft pauschal verunglimpft werden.

Das ist aller Ehren wert. Nichts regt mich mehr auf, als wenn etwas schlampig formuliert ist. Bei manchen
EU-Direktiven dröhnt mir echt der Schädel.

Es lag mir fern Deinen Berufsstand zu beleidigen. Sorry, wenn das so rüberkam.

Im übrigen muss ich mich bei Dir bedanken: ich habe heute morgen im Zug mit „Road to Serfdom“ angefangen. Wollte ich schon lange mal, aber dank Dir, nun her mit dem ollen Hayek 😉

35. Silke - Februar 26, 2013, 20:05

Also wenn jemand im Casino oder beim Poker viel Geld gewinnt, stört mich das keineswegs. Wenn ein Broker ein hohes Einkommen generiert, genausowenig.

Es ist die Gleichsetzung von Pokerspieler und Banker, die grundlegend falsch ist, nicht zuletzt weil der Markt ungebremstes Wachstum will und darum, so nicht gedeckelt wird, Einheiten schafft, die so sie auf die Schnauze fallen, systemgefährdend sind. Was glaubst Du, warum die Leute Kartellgesetze geschaffen haben? Und es gibt keine vernünftige Methode Deckel an Stellen zu setzen, wo sie dem Markt nicht schaden.

Ich habe die Torpfosten nicht verstellt, Du hättest fragen können, wieso die Fensterbank zu ersetzen ist. Außerdem ist es von Teilungserklärung zu Teilungserklärung verschieden, wie Fenster geregelt sind.

Was den Hayek anlangt, ich glaube, mehr Theorie nützt Dir wenig. Davon hast Du meiner Ansicht nach eh schon genug. Außerdem hat sich seitdem Hayek das Buch schrieb, die Weltbevölkerung ungefähr verdoppelt. Jedes System fängt an zu knirschen, wenn es eine Verdoppelung in so kurzer Zeit verdauen muß. Es war noch in meiner Erinnerung, daß London, New York und ich glaube Tokyo mit ein paar Millönchen die größten Städte der Welt waren. Lesen schadet allerdings nie, doch ich glaube nicht, daß Hayek oder ein anderer diese Entwicklung vorausgesehen hat.

Ein sehr interessantes Buch, das Deine Weltsicht vielleicht a bisserl verkomplizieren könnte ist „Lords of Finance“. Und The Jungle ist interessant, weil behauptet wird, daß es das Buch geschafft hat, Arbeiterschutzregeln, die ihrer Natur nach den freien Markt behindern, in Kraft zu setzen. Sinclair war da ganz raffiniert, indem er es geschafft hat, das man sich vor dem Essen ekelt, das auf diese Weise hergestellt wird.

Und Du kannst so viel von Eisenbahnen erzählen, wie Du willst, wenn der Spectator sich erregt, auf dessen Linie Du argumentierst, dann stimmt da was nicht.

Übrigens gibt es in Deutschland bereits eine erkleckliche Anzahl von privatisierten Bahn-Strecken.

Ich habe immer wieder den Eindruck, daß Ihr free marketeers den Kuchen essen und behalten wollt. Weißt Du übrigens, daß die energischsten free marketeers in England oft einst sehr tief in z.B. der Socialist Workers‘ Party verwurzelt waren? Ich übersetze das so, erst haben sie geglaubt, sie fangen mit dem real existierenden Kommunismus an und lassen ihn sich dann ausbreiten. Nachdem das schief gegangen ist, fangen sie jetzt mit dem Weltweiten an und dann wird vereinheitlicht. Die Kälte gegenüber den menschlichen Kollateralschäden solcher Entwicklungen bleibt allerdings gleich.

Es geht nicht nur um schlampig Formuliertes (und die IT Branche ist in der Hinsicht Weltmeister, die haben es bis heute nicht geschafft, ein einigermaßen ein Wort eine Bedeutung Sprache hinzukriegen) es geht um schlampig flockenlocker Gedachtes, das durchaus sehr schön formuliert daher kommen kann.

36. CK - Februar 27, 2013, 8:00

Es ist die Gleichsetzung von Pokerspieler und Banker, die grundlegend falsch ist, nicht zuletzt weil der Markt ungebremstes Wachstum will und darum, so nicht gedeckelt wird, Einheiten schafft, die so sie auf die Schnauze fallen, systemgefährdend sind.

Naja ich sprach im zitierten Satz von Brokern, nicht von Banken. Aber Banken müssen ja nicht unbedingt systemrelevant sein. Und bei denen die offiziell als solche deklariert wurden, frage ich mich auch immer noch ob deren „Rettungen“ wirklich notwendig waren. Auch eine Bank sollte in die Insolvenz gehen können. Wenn das ab einer gewissen Grösse nicht mehr möglich sein soll, ist auch mir aber in der Tat lieber, einer Bank wird verboten so groß zu werden, freier Markt hin oder her. Aber noch bin ich nicht überzeugt, dass solche Regeln wirklich unmöglich sind.

Was glaubst Du, warum die Leute Kartellgesetze geschaffen haben?

Um unlautere Absprachen zu ungunsten der Kunden zu verhindern und den Wettbewerb zu schützen. Jedenfalls ist das die offizielle Begründung.

Was den Hayek anlangt, ich glaube, mehr Theorie nützt Dir wenig. Davon hast Du meiner Ansicht nach eh schon genug.

Naja ich will halt sehen ob die Achse des Guten ihn wirklich karikaturiert hat. Die Einleitung gefiel mir schonmal sehr gut.

doch ich glaube nicht, daß Hayek oder ein anderer diese Entwicklung vorausgesehen hat.

Das ist m.E. eine von Hayeks grossen Stärken: er machte niemals große Vorhersagen im Gegensatz zu anderen Zeitgenossen. Er wusste, dass man sich dabei oft nur blamieren konnte so wie der Club of Rome. Er schätzte die Freiheit gerade weil sie den Menschen erlaubt, ein Welt zu schaffen die kein Designer sich so hätte ausdenken können.

“Lords of Finance” klingt in der Tat interessant, zumal Geldpolitik mich seit jeher beschäftigt. Vom Goldstandard bin ich übrigens im Gegensatz zu vielen meiner liberalen Kollegen auch nicht wirklich überzeugt.

Und Du kannst so viel von Eisenbahnen erzählen, wie Du willst, wenn der Spectator sich erregt, auf dessen Linie Du argumentierst, dann stimmt da was nicht.

Vielleicht stimme ja auch so manches nicht und dann muss die Presse darüber berichten. Aber dass sie punkto Unfälle schlimmer sein soll als die französische und die deutsche, muss mir erst noch jemand beweisen.

Weißt Du übrigens, daß die energischsten free marketeers in England oft einst sehr tief in z.B. der Socialist Workers’ Party verwurzelt waren?>/i>

Kann sein. Es gibt definitiv Liberale die früher einmal Sozialisten waren. Wie menschlich oder unmenschlich jemand ist, misst sich aber, unabhängig von seiner politischen Meinung, vor allem an seinem alltäglichen Umgang mit anderen Menschen. Finde ich jedenfalls.

37. Silke - Februar 28, 2013, 0:01

CK
Vielleicht stimme ja auch so manches nicht und dann muss die Presse darüber berichten. Aber dass sie punkto Unfälle schlimmer sein soll als die französische und die deutsche, muss mir erst noch jemand beweisen.

Das habe ich nicht gesagt, sie ist schlechter als Engländer das für angemessen halten, ob aufgrund des früher Gewohnten oder weil da massenweise Zusagen nicht eingehalten wurden oder beides, weiß ich nicht mehr.

Heute kam übrigens ein schönes Zitat von Keynes bei mir vorbei:

The decadent international but individualistic capitalism in the hands of which we found ourselves after the war is not a success. It is not intelligent. It is not beautiful. It is not just. It is not virtuous. And it doesn’t deliver the goods. In short we dislike it, and we are beginning to despise it. But when we wonder what to put in its place, we are extremely perplexed.

Ich habe übrigens sein Economic Consequences of the Peace in der Mitte aufgehört zu lesen, weil es mich störte, daß ein ca. 35-jähriger wie ein Pubertierender schrieb.

Was Lehman Brothers anlangt – die libertarian pundits, die ich zu der Zeit las, forderten im run-up unisono, man solle sie über die Wupper gehen lassen. Als es geschehen war, schlugen die gleichen, genau die gleichen, lauthals die Hände über’m Kopp zusammen, ja wie konnten die an der Macht das denn nur machen

Ich halte Ökonomisten für Phantasten – und was den Club of Rome und Malthus usw. anlangt, der Zeitrahmen stimmt nicht, doch ich finde, es werden langsam zu viele Spielwiesen, auf denen auf dem Seil getanzt wird.

Doch da es hier ja um Israel geht, da gibt es auch richtig gute Nachrichten, obwohl ich natürlich das Total-Privatisiertsein mit heftigstem Mißtrauen zur Kenntnis nehme. Hoffen wir, daß die Israelis den Stein der Weisen entdeckt haben, mit dem sie die Privaten daran hindern können, sich mehr als der Allgemeinheit gut tut zu bereichern.

http://yaacovlozowick.blogspot.de/2013/02/deciding-to-have-enough-water.html

38. Silke - Februar 28, 2013, 0:04

Seit Jahren versuche ich begreiflich zu machen, wie groß die Wut in meiner Klasse ist. War natürlich alles Blödsinn, doch wenn das stimmt, was mir von den italienischen Wahlen erzählt wird …

Ich hab nicht näher hingeschaut, doch dieser Grillo hat’s wohl nicht besonders mit Israel. Das ist ne Kombination, die mir sehr mißfällt, Sammelbecken der Wütenden plus das …

39. Silke - Februar 28, 2013, 0:26

CK
falls Du anfangen solltest, Dich für die Geschichte des Geldes zu interessieren – Niall Ferguson’s the Ascent of Money kannste in der Pfeife rauchen, ist knapp über Guido Knopp Niveau.

Bei der London School of Economics laufen übrigens massenweise Leute auf, um ihre jeweiligen Economy-Bücher zu präsentieren. Vor der „Krise“ war auch das Cato-Institute ne gute Adresse, doch bei denen und anderen Ami-Veranstaltern ist der „Markt“ sofort zusammengebrochen. Nur die Pritzker Military Library hält sich noch, aber die machen nix Ökonomisches. Und die Suchfunktionen für die Podcasts bei der LSE sind ziemlich komfortabel – wenn Du Hayek eingibst, müßtest Du also das Neueste vom Neuen angeboten kriegen.

40. CK - Februar 28, 2013, 12:09

@Silke: Das habe ich nicht gesagt, sie ist schlechter als Engländer das für angemessen halten, ob aufgrund des früher Gewohnten oder weil da massenweise Zusagen nicht eingehalten wurden oder beides, weiß ich nicht mehr.

Ok, verstehe.

Das Zitat von Keynes kann ich so nicht unterschreiben. Das Wirtschaftswunder nach dem Krieg war also kein Erfolg? Der für die großen Massen, bei weitem nicht nur einige Wenige, seit 1945 geschaffene Wohlstand ist nicht schön? Freiheit ist nicht gerecht? Und ich kriege auch nicht die Güter die ich eigentlich möchte? Sehe ich alles diametral anders.

die libertarian pundits, die ich zu der Zeit las, forderten im run-up unisono, man solle sie über die Wupper gehen lassen. Als es geschehen war, schlugen die gleichen, genau die gleichen, lauthals die Hände über’m Kopp zusammen, ja wie konnten die an der Macht das denn nur machen

Welche Leute sollen das denn gewesen sein? Die machen Alan Greenspan ja sogar Konkurrenz. Selbstverständlich war es richtig, Lehmann nicht zu retten. Der Staat ist nicht dazu da, Bürger zu beklauen um irgendwelche Banken zu retten. Auch wenn das vor und nach Lehman leider öfters getan wurde.

http://fdogblog.wordpress.com/2010/09/15/die-lehman-legende/

Die LSE ist in der Tat echt gut. Cato sowieso, allein schon wegen John Allison. Mit den Wahlen in Italien habe ich mich nicht wirklich beschäftigt, die ganzen Wutbürger in Europa geben mir aber auch zu denken. Und die Start-Up-Nation Israel bewundere ich eh. Punkto Entsalzung sind sie weltweit absolut führend.

41. Silke - Februar 28, 2013, 14:38

Israel ist nicht nur beim Entsalzen führend, sondern auch beim Verhindern der Ausbreitung von Wüsten

Since the mid-nineteen-sixties, Israel has forested tens of thousands of acres of the Negev Desert, using simple irrigation systems to collect and distribute the rainfall.

Read more: http://www.newyorker.com/reporting/2011/12/19/111219fa_fact_bilger#ixzz2MCFQzKh6

Vor ca. 60 Jahren sah ich zuerst Drip Irrigation (nach dem Standard der Zeit) und das war in ner Wochenschau im aki=Aktualitätenkino in Nürnberg. Leider kein Link verfügbar 😉

http://filmlexikon.uni-kiel.de/index.php?action=lexikon&tag=det&id=490

42. Lila - Februar 28, 2013, 15:40

Ich habe mal einen Vortrag von Assaf Distelfeld gehört, der war sehr interessant.

http://www.tau.ac.il/lifesci/departments/plant_s/members/Distelfeld/Distelfeld.html

Über Pflanzen, die man mit salzhaltigem Wasser bewässern kann.

43. Silke - Februar 28, 2013, 16:21

wird auch in dem bei Yaacov verlinkten Artikel erwähnt – Israelis scheinen beim Erfinden immer auf allen Hochzeiten gleichzeitig zu tanzen …

44. CK - Februar 28, 2013, 18:30

Richtig, Silke. Die Juden haben die Wüste zum Blühen gebracht. Da können die Nachbarn und auch viele Fachleute weltweit noch viel von lernen.

Mich wundert das alles nicht. Vor allem die Ashkenazi haben im Durchschnitt einen sehr hohen IQ (ich habe bspw. 112, damit liege ich in Europa zwar leicht über Durchschnitt, wäre aber unter Ashkenazi eben nur Durchschnitt. Soweit ich weiss haben diese den höchsten IQ-Schnitt der Welt.) So jedenfalls der aktuelle Stand der Intelligenzforschung. Diese Intelligenz, kombiniert mit der Freiheit sie auch ausschöpfen zu dürfen, schafft Fortschritt für alle.

Da mein Bruder in Singapur lebt und arbeitet, hat er mir mal ein Buch voller Interviews mit deren „Founding Father“, Lee Kuan Yew, mitgebracht. Einen weisen, alten Mann, dessen Wort ich sehr schätze (übrigens ein selbsterkärter Hayekianer!). Dieser interessiert sich auch sehr für Intelligenzforschung und an einer Stelle meint er, dass kein Volk so intelligent sei wie die Juden und er klingt sehr neidisch 😉

Singapur und Israel haben übrigens auch eine militärische Kooperation und ich kann mir kaum einen verlässlicheren Partner als den kleinen Tigerstaat vorstellen. Von den USA vielleicht mal abgesehen.

45. Lila - Februar 28, 2013, 19:34

Lozowick verlinkt gerade einen Artikel über die Wasserkrise in Israel und seine Lösung. Nun, es hat gedauert mit der Wasserentsalzung, aber was lange währt, wird endlich gut. Und wenigstens haben wir das Wassersparen gelernt…

Ich sehe übrigens ziemlich oft den alten Vorwurf, daß Israel den Palästinensern das Wasser abgräbt.

Kushnir says Israel supplies an annual 100 million cubic meters in total to the Palestinian Authority (30 million) and to Jordan (70 million), in line with formal agreements. He says the PA has failed to develop all the infrastructure necessary to maximize available water, and would reach “reasonable, appropriate levels” if it did so. “They can take quite a lot from the eastern aquifer. There are natural sources they didn’t develop. It’s detailed in the interim agreements.” He also says that among Jewish settlers in the West Bank, water use is similar to that inside sovereign Israel.

Kushnir says he meets with the head of the PA’s water authority, Dr. Shaddad Attili. “We speak to them all the time and we tell them how we managed, including by purifying sewage.”

Attili, for his part, last October accused Israel of charging “extortionate” prices for the water it supplies, and the PA has claimed that Israel’s refusal to let it drill in various locations above aquifers, as well as disappointing results from the developments it has introduced, force it to continue to depend upon those Israeli supplies.

“Our water market is no longer subsidized by the state,” Kushnir responds, “not since 2007.”

As for Jordan, Kushnir says the two countries work together effectively. Ever since the Israel-Jordan border demarcation was adjusted under the 1994 peace accord, Jordan has allowed Israel to maintain its drilling facilities inside what became Jordanian territory in the south, “and we help them in the north.”

46. Silke - Februar 28, 2013, 20:14

tja Lila und der von Yaacov Lozowick verlinkte Artikel passt ganz hervorragend zu der in diesem Artikel verlinkten thesis
http://missingpeace.eu/en/2013/01/swiss-graduate-in-thesis-pa-uses-water-as-a-political-weapon/

irgendwie klappt es bei mir mit diesem Link nicht, aber ich habe mir das ganze Teil runtergeladen und aus den 80 inhalierten Seiten sehr sehr viel gelernt, vor allem zu den grundlegend verschiedenen Weltsichten/Ausgangspunkten von denen aus Israelis und West-Bankler denken. Es ist immer wieder erstaunlich, welche Unterschiede entstehen, je nachdem von welchem Punkt aus man startet bzw. welches Ziel man im Auge hat.

Klicke, um auf MT_Lauro-Burkart.pdf zuzugreifen

Um CK eine Freude zu machen, übersetze ich es mal so, die West-Bankler denken sehr marktorientiert und humanitär und starten darum bei den „rights“, während die Israelis sehr humanitär und marktorientiert denken und darum bei den „needs“ mit dem Denken anfangen. Ich denke, Letzteres führt zu besserem Umgang mit unintended consequences.

——

CK –

ich habe angeblich einen IQ von 133 oder 138, so what? Es gibt massenweise Dinge, die jenseits meiner intellektuellen und sonstigen Möglichkeiten sind und es hat mich meine ganze Schulzeit lang geärgert, daß Lehrer so scharf auf meine Form der Intelligenz (je abstrakter je lieber) waren(?).

In den USA sollen übrigens insbesondere Koreaner die Ashkenazen out-performen. Ich halte die ganze Intelligenzmesserei für ausgesprochenen Kokolores. Meine real existierende Lebenserfahrung sagt, daß der eine bei diesem a bisserl schneller im Kopf ist, als der andere bei jenem. Jedenfalls hat keine meiner Mitschülerinnen, mit denen ich in Symbiose trat, von mir vermittelte Algebra nicht irgendwann geschnallt, während ich nie eine für Biologie geforderte Zeichnung hingekriegt habe. Ich habe mir die Zeichnungen einfach von denen machen lassen, was ein großer Fehler war, ich hätte Erklärungen gegen Erklärungen tauschen sollen. Doch wir waren eben genauso wie der Rest der Welt gefangen in der Sicht, was wichtiger ist.

Der von Lila und mir geschätzte Yaacov Lozowick hat übrigens mal gemeint, daß wenn die im Torahstudium geübten Hirne sich der israelischen Wirtschaft zuwenden würden, ein ziemlicher Boom zu erwarten sei.

Als der Freiherr vom Stein nicht genug Alphabetisierte für seine Reformen fand, griff er auf Juden zurück, von denen anzunehmen ist, daß sie genau jene Art von Training mitbrachten. Intelligenztests, mit denen man hätte sortieren können, gab’s damals zum Glück noch nicht.

Ich bin in Kapitel 1 von Sarrazin’s Buch, in dem wohl auch das mit der Ashkenazi-Intelligenz irgendwann kommt. Der Mann schreibt bis jetzt, als habe er seine alten Vorlesungsnotizen wieder rausgekramt. Ich habe langsam den Verdacht, daß die, die ihn über’n grünen Klee lobten, ihn genauso wenig gelesen hatten wie Merkel. Ich bin nicht sicher, ob ich so eine Sprachfolter über mehrere Kapitel durchhalten kann.

——

ich habe mal ein Stück long journalism von Murray, dem mit der Bell Curve gelesen, wer in solchen Kategorien denken will, nur zu. Hingegen was Buschkowsky sich an Schule erträumt, das ist meine Welt, obwohl ich es natürlich bedaure, daß die Kindertagesstätte anscheinend deswegen so alternativlos ist, weil Kinder nicht mehr auf der Straße spielen können.

——-

47. Silke - Februar 28, 2013, 20:35

CK

ach und ich vergass, die Wahrscheinlichkeit, daß ich außer im Zuckmayer’schen Sinne jüdische Vorfahren habe, ist äußerst gering.

Ich habe zwar nur für ein Viertel meiner Vorfahren nen Ahnenpass, irgendwer wollte da meinen wunderschönen großen schlanken blonden Onkel angeblich gern in die SS haben, aber vom Rest sind keinerlei Schwierigkeiten und/oder Gerüchte bekannt.

Vater’s Mutter soll sogar nen Mütterpass gehabt haben und das obwohl Vater angeblich beschnitten war – vielleicht gab es 1913 schon mal ne Hygienewelle in die Richtung 😉

so viele Pfade, denen zu folgen wäre und nirgendwo der kleinste Hinweis, wer da die Intelligenz-Blutübertragung gemacht hat. Kann es sein, weil Opa’s Vater Dorfschullehrer war und Opa drum 2 dreistellige Zahlen im Koppe multiplizieren konnte?

48. Silke - Februar 28, 2013, 20:55

Nehmen wir mal an, daß etwas, das man sich über Juden erzählt, ist wahr, dann dürfte ein jüdisches Kind folgendes eher selten zu hören bekommen:

„lies nicht so viel, Du verdirbst Dir die Augen“

oder

„Lies nicht so schnell, vor Ostern kriegst Du auf keinen Fall ein neues Buch.“

Andererseits gibt es dann die Geschichte, wie der Kibbuz Tony Judt am Studieren hindern wollte …

und ich nehme mal an, daß die, die da dem armen Tony das mit der Hochbildung nicht gönnen wollten, eher zu denen gehörten, die Wüstenland fruchtbar machten.

Die Welt ist schon ein arg verwirrender Ort, nix passt mit nix zusammen.

49. Jakobo - März 1, 2013, 1:37

„Also wenn jemand im Casino oder beim Poker viel Geld gewinnt, stört mich das keineswegs. Wenn ein Broker ein hohes Einkommen generiert, genausowenig. “

sorry wenn ich mich einmische, aber in einem casino treffen sich
leute um ihr erarbeitetes geld aufs spiel zu setzen und in den
boersen treffen sich leute um geld aufs spiel zu setzen das andere
erarbeitet haben. das ist ein kleiner unterschied.

J

50. CK - März 1, 2013, 19:01

@Silke: Um CK eine Freude zu machen, übersetze ich es mal so, die West-Bankler denken sehr marktorientiert und humanitär und starten darum bei den “rights”, während die Israelis sehr humanitär und marktorientiert denken und darum bei den “needs” mit dem Denken anfangen. Ich denke,
Letzteres führt zu besserem Umgang mit unintended consequences.“

Das Vorgehen der pal. Autonomiebehörde ist meistens das genaue Gegenteil von „humanitär“. Und die verlangten „Rechte“
sind allzuoft nur unverschämte Forderungen, zu denen sie eben gerade kein Recht haben.

ich habe angeblich einen IQ von 133 oder 138, so what? Es gibt massenweise Dinge, die jenseits meiner intellektuellen
und sonstigen Möglichkeiten sind und es hat mich meine ganze Schulzeit lang geärgert, daß Lehrer so scharf auf meine
Form der Intelligenz waren.

Wenn das stimmt, dann begreifst Du wohl so manches schneller als der Durchschnittsbürger. Das ist von enormen Vorteil für
das eigene Leben. Aber natürlich ist niemand in allem gut. Weder intellektuell, geschweige denn allgemein.

Jeder Mensch hat halt gewisse Talente und Stärken und muss diese bestmöglichst ausnutzen. Wenn jemand wenig im Hirn hat aber bspw. klasse Fussball spielt, dann soll er halt Fussball spielen, kann man ja auch schön reich mit werden. Ich habe als Jugendlicher immer bedauert kein Fussball- oder Rockstar zu sein 😉

Viele Menschen sind leider neidisch darauf was Andere haben anstatt zu schauen was sie in ihrem eigenen Leben verbessern können. Das sollte sich ändern.

Ich halte die ganze Intelligenzmesserei für ausgesprochenen Kokolores.

Man darf sich sicher nicht zu sehr auf diese IQ-Messerei versteifen, aber ganz uninteressant finde ich sie nun auch nicht.

Yaacov Lozowick hat übrigens mal gemeint, daß wenn die im Torahstudium geübten Hirne sich der israelischen Wirtschaft zuwenden würden, ein ziemlicher Boom zu erwarten sei.

Gut möglich. Ein Grund mehr denen die Staatsgelder zusammenzustreichen. Würde ich jedenfalls denken, wenn ich Israeli wäre. Als Nicht-Israeli geht mich das ja i.G. nichts an, aber wenn ich in meinem Land Steuern zahlen müsste, damit eine bestimmte Gruppe den ganzen Tag irgendein heiliges
Buch studieren kann, würde mich das gewaltig ärgern.

Ich habe langsam den Verdacht, daß die, die ihn über’n grünen Klee lobten, ihn genauso wenig gelesen hatten wie Merkel. Ich bin nicht sicher, ob ich so eine Sprachfolter über mehrere Kapitel durchhalten kann.

Ganz ehrlich: ich habe es auch nicht gelesen und habe es auch nicht vor. Ich finde nur, man sollte alle Ideen, ob die eines Sarrazin, einer Claudia Roth oder wem-auch-immer sachlich diskutieren. Diese ständigen ad-homini-Angriffe gehen mir besonders in Deutschland auf den Sack.

Buschkowsky hört sich recht interessant an und je mehr Du davon schwärmst, desto mehr kriege ich Lust das Buch selber auch zu lesen.

Woher Du deine Intelligenz hast, weiß ich nicht, das müssten schon Wissenschaftler untersuchen. Diese Lesesprüche sind wohl
noch aus Deiner Zeit, oder? Heute lesen die meisten Kinder leider viel zu wenig bei allem, was ich so von befreundeten Lehrern
mitbekomme.

@Jakobo: „in den boersen treffen sich leute um geld aufs spiel zu setzen das andere erarbeitet haben. das ist ein kleiner unterschied“

Das kann man so pauschal nicht sagen. Es gibt Akteure an der Börse, die mit eigenem Geld spekulieren und somit selber das Verlustrisiko tragen (so wie ich eben allein das Verlustrisiko beim Tee aus Taiwan trage, auch wenn es sich hierbei nicht um ein Börsengeschäft handelt, das Prinzip ist aber das Gleiche) und es gibt welche, die es mit fremden tun, aber von den egtl. Eigentümern freiwillig dazu beauftragt wurden. Da sollte man
in der Tat vorsichtig sein, wem man es anvertraut. Manchmal ist es besser, sein Geld lieber ganz vanilla auf dem Sparbuch zu parken.

51. Silke - März 1, 2013, 23:11

CK

Wenn das stimmt, dann begreifst Du wohl so manches schneller als der Durchschnittsbürger. Das ist von enormen Vorteil für
das eigene Leben.

Du glaubst also, daß der Zwang ständig langsam und deutlich reden zu müssen, einen enormen Vorteil für’s eigene Leben darstellt? 😉

Würdest Du denselben Unsinn auch über Menschen mit besonders dicken Muskeln absondern?

Ich habe mich mal ne Zeitlang für Mensa interessiert und dabei auch mitgekriegt, daß die Mitglieder da eher unterdurchschnittlich erfolgreich sind.

Der Mensch ist kein Computer, wo schneller eindeutig besser ist.

Und ich bin nicht mal sicher, daß ich es besser hingekriegt hätte, wenn ich den formalen Bildungsweg gegangen wäre.

52. Silke - März 2, 2013, 0:01

CK

Daß ich von Buschkowsky „schwärme“ glaube ich eher nicht. Ich schwärme, wenn ich schwärme von anderen Leuten.

Doch sein Buch ist ein Stück Zeitgeschichte und ich glaube er weiß, wovon er spricht, wenn er erzählt, was es bedeutet, Bürgermeister in nem Brennpunkt zu sein. Er scheint ne Menge von meinem Hobby der Verwaltung zu verstehen.

Außerdem glaube ich ihm, wenn er sagt, daß er möchte, daß die Kinder die da sind, nicht irgendwelche theoretischen sondern die atmenden nervenden in den Brennpunkten lebenden die gleichen Chancen bekommen sollen, die er einst hatte.

Damit haben wir eine Basis, ein Glaubensbekenntnis gemeinsam. Und das Wort IQ kommt in seinem Buch nicht vor und viele der vermutlich IQ-mäßig gut bestückten lassen derartigen Unsinn ab, daß man an ihrem Verstand zweifelt.

Sarrazin will Jung-Akademikerinnen Wurfprämien bezahlen, Buschkowsky will den bereits Geborenen die Chance auf ein eigenes Leben geben.

Und als nächstes werde ich mir Kirsten Heisig’s Buch besorgen, das leider leider in dem Sarrazin-Hype vollkommen untergegangen ist und die ebenfalls ne Praktikerin war (Jugendrichterin).

Die ist übrigens während der Fußball-EM in England mit dem Rest der kommunalen Forschungsreisenden aus Berlin für ein Spiel Deutschland gegen England in ne Kneipe rein und hat den anwesenden Briten erklärt, das müßte jetzt auf Deutsch laufen und sie müßten in der ersten Reihe sitzen und die Anglos haben sie gelassen – also stimmt’s doch mit der Gelassenheit 😉

53. Silke - März 2, 2013, 12:55

ck

aber wenn ich in meinem Land Steuern zahlen müsste, damit eine bestimmte Gruppe den ganzen Tag irgendein heiliges
Buch studieren kann, würde mich das gewaltig ärgern.

Jede entwickelte Gesellschaft leistet sich/gönnt sich „Nichtstuer“

und mir fällt es schwer, einen Unterschied zwischen vom Stütze-Bezieher beziehenden Künstler und einem sich dem intensiven Studium eines religiösen Buches Widmenden zu sehen. (ich glaube nicht, daß es alle Stütze beziehenden Künstler zur Selbst-Finanzierung schaffen – Werner ist ein bekennender ex-Arbeitsloser http://www.werner.de/

So etwas ist immer eine Frage des Ausmaßes …
Vielleicht hat Ben Gurion ebenso überzeugt an seine Vision von Zukunft geglaubt, als er für die Regelung stimmte, die heute so viele ärgert.
… und was das Studium jenes Buches anlangt, ich meine irgendwo daher kämen unsere 10 Gebote her und die finde ich immer noch intensivsten Studiums wert und da auch der Sabbath, die Freizeit für alle, vermutlich irgendwo dadrin steht, bin ich als ex-Arbeitnehmerin und bekennende Egoistin ein großer Fan jener Erfinder der arbeitsfreien Zeit.

Bei Yaacov Lozowick findest Du Berichte von dem, was er in einem solchen „berufsbegleitenden“ Programm gelernt hat.
http://yaacovlozowick.blogspot.de/p/jewish-culture-israeli-culture.html

Eigentlich bei allen seiner Berichte hoffte ich innigst, daß wir Rechtsgelehrte haben mögen, die sich so pingeligst mit Zwiespalten rumplagen und dem Schaffen von Regeln widmen.

Meine Anwaltsbosse pflegten zu sagen, daß unser Bürgerliches Gesetzbuch noch mit jener Gründlichkeit verfasst worden sei, während neuere Gesetze gern mal husch husch mit der heißen Nadel gemacht würden.

———

Pokerspieler und mit eigenem Geld Zockende (Broker? das heißt doch Makler) haben eins gemeinsam, sie sind Mitglieder einer Gemeinschaft, leben nicht als Einzelwesen auf nem Planeten allein für sich, und wenn sie das Frühstück ihrer Kinder direkt oder indirekt verzocken, dann geht das die Gemeinschaft durchaus etwas an.

Da Du jetzt Hayek liest: was sagt er zu der Konzernzerschlagerei von Teddy Roosevelt, sagt er überhaupt was dazu?

Ich lese dazu heute nur Lobendes und das während gleichzeitig zugelassen und sogar gefördert wird, daß Banken immer größer und größer werden.

Was hältst Du davon, daß LongTermCapitalManagement mit dem Geld seiner Anleger aufgrund von von Mathematikern gemachten Modellen, die aufgrund von 5 (fünf!) Jahren Vergangenheit die „LongTerm“ Zukunft vorhersagten, zockte. (Quelle: Roger Lowenstein)

54. CK - März 2, 2013, 14:27

@Silke:
Du glaubst also, daß der Zwang ständig langsam und deutlich reden zu müssen, einen enormen Vorteil für’s eigene Leben darstellt? 😉

Ich glaube erstmal, dass die Fähigkeit schnell etwas zu lernen, einen enormen Vorteil darstellt. Du sparst Zeit, die Du dann anderweitig nutzen kannst. Dass man sich in Diskussionen mit Anderen manchmal bremsen muss, mag sein, finde ich jetzt aber nicht weiter schlimm.

Würdest Du denselben Unsinn auch über Menschen mit besonders dicken Muskeln absondern?

Also Muskeln zu haben, ist definitiv ein Vorteil. Ich hätte gerne dickere Muskeln, bin aber auch nicht bereit dazu, meine Lebensprioritäten anders zu setzen um endlich welche aufzubauen.

Dass die Menschen bei Mensa nicht überdurchschnittlich erfolgreich sind, wundert mich, aber vielleicht liegt es in der Tat daran, dass ihnen so manche „soziale Kompetenz“ fehlt bzw. sie eben nicht damit zurechtkommen mit weniger intelligenten Menschen zusammenarbeiten zu müssen. Keine Ahnung.

wenn er sagt, daß er möchte, daß die Kinder die da sind (…)die gleichen Chancen bekommen sollen, die er einst hatte.

Da bin ich auch als (Radikal-)liberaler wohl mit Buschkowsky einverstanden. Ich setze ihn mal- ebenso wie die
Frau Heisig- auf meine Leseliste.

Jede entwickelte Gesellschaft leistet sich/gönnt sich Nichtstuer”

Das stimmt. Es gibt solche auch in Luxemburg, nur studieren die eben nicht ein religiöses Buch. Ich sage aber auch nicht, dass das mich weniger ärgert 😉 Jeder gesunde, erwachsene Mensch sollte arbeiten gehen. Oder von mir aus von freiwilligen Spenden und Geschenken leben. Oder von dem Geld von Familienmitgliedern. Ich habe nichts dagegen, dass es Hausfrauen oder -männer gibt, die Geld von ihrem Partner bekommen, das ist Privatsache, wie eine Familie sich organisiert und die tun ja auch einen wertvollen Job und haben oft noch
ehrenamtliche Tätigkeiten. Aber der Sozialstaat ist nicht für, pardon, „Schmarotzer“ da, sondern für wirklich Bedürftige. Das können in der Tat auch (gesunde) Arbeitslose sein, aber da darf dieser Zustand kein Dauerzustand bleiben, sondern temporär begrenzte Hilfe, damit eine schlechte Periode überstanden wird. Künstler sollten da keine Ausnahme sein. Und wer religiöse Bücher studieren möchte, soll halt Religionswissenschaftler werden.

Den Link zu Lozowick lese ich mir jetzt gleich mal durch. Danke.

leben nicht als Einzelwesen auf nem Planeten allein für sich, und wenn sie das Frühstück ihrer Kinder direkt oder indirekt verzocken

Mit Verlaub: die Gemeinschaft geht es einen feuchten Kehricht an, was ich mit meinem eigenen Geld anstelle und wenn ich es versaufe oder verzocke. Wenn ich Kinder habe, habe ich natürlich Pflichten diesen gegenüber. Komme ich denen nicht nach, wieso auch immer (von mir aus, weil ich zuviel Geld verzockt habe), kann mir das Sorgerecht entzogen werden. Dafür gibt es Gesetze und die unterstütze ich auch. Solange ich aber meinen Pflichten nachkomme und die Rechte meiner Mitmenschen sowie die Gesetze des Landes respektiere, kann ich tun und lassen was ich möchte. Die Gemeinschaft redet ohnehin schon viel viel zuviel in mein eigenes Leben heute herein.

Da Du jetzt Hayek liest: was sagt er zu der Konzernzerschlagerei von Teddy Roosevelt, sagt er überhaupt was dazu?

Bisher nicht. Sollte er es doch an irgendeiner Stelle tun, lasse ich es Dich wissen.

Was hältst Du davon, daß LongTermCapitalManagement mit dem Geld seiner Anleger aufgrund von von Mathematikern
gemachten Modellen, die aufgrund von 5 (fünf!) Jahren Vergangenheit die “LongTerm” Zukunft vorhersagten, zockte.
(Quelle: Roger Lowenstein)

Das halte ich für ziemlich dumm und verantwortungslos. Aber generell gilt: bevor ich mein Geld anderen Menschen anvertraue, informiere ich mich erstmal über deren Geschäftsmodell. Es ist sicherlich unmoralisch, Geld anderer Menschen leichtfertig zu verzocken, aber der Anleger muss halt auch mal ein wenig mitüberlegen oder, wie schon gesagt, es besser auf ein Sparkonto parken, auch wenn es da quasi null Rendite abwirft, eher sogar negative. (Dank der Inflationspolitik der ZBen).

Ich weiß nicht genau was im konkreten Fall passiert ist, aber sollten die Anleger falsch informiert worden sein, ist das natürlich Betrug und es ist eine Kernaufgabe des Staates, solchen Betrug zu unterbinden und zu bestrafen. Freie Marktwirtschaft- ein oft missverstandener Begriff- bedeutet nicht, dass es keine Regeln gibt. Freiheit bedeutet nicht Vogelfreiheit. Und es gibt auch keine „Freiheit“ Andere zu bestehlen oder zu betrügen.

55. Silke - März 2, 2013, 14:51

Lila
zur Wasserentsalzung kann es noch nicht so viele Jahre her sein, daß ich gelesen habe, daß alles, was die Saudis in Betrieb hatten, viel zu teuer war …

Und hier ist ne Buchbesprechung dazu, wie Historiker sich um die Rolle des Wassers in der Geschichte streiten – interessant wäre da natürlich auch, wie wohltuend oder wie störend die Rolle der Religion dabei war, in Gegenden wo es nicht so einfach war, dafür zu sorgen, daß alle was zum Trinken hatten. 😉

http://www.historyextra.com/book-review/thirst-water-and-power-ancient-world

56. Silke - März 2, 2013, 15:02

CK

Aber generell gilt: bevor ich mein Geld anderen Menschen anvertraue, informiere ich mich erstmal über deren Geschäftsmodell.

Würde ich wetten, hätte ich hoch drauf gewettet, daß Du das sagen wirst. Im Fall von LTM war es aber so, daß in den Anfangszeiten durchaus Leute mit dem Modell arbeiteten, die sich seiner Begrenztheit in vollem Umfang bewußt waren, dann kamen andere und das Modell erhielt alleinseligmachenden Status – um so etwas zu merken hast Du als Investor verdammt schlechte Karten.

Und einem Kind den Vater zu entziehen, nur weil der teine verantwortungslose Ader hat, halte ich für extrem krass. Oder wie willst Du nem Vater das Sorgerecht entziehen und ihm gleichzeitig erlauben, weiter mit seinem Kind zu spielen, ganz praktisch, wie soll das gehen.

Ich kann Deinem Schwarz-Weiß/Entweder-Oder Denken weniger und weniger abgewinnen, obwohl ich denke, daß Politiker selbst wenn sie sich der Unüberschaubarkeit ihrer Entschlüsse bewußt sind, sich irgendwann für eins oder das andere entscheiden müssen. Doch falls sie Streng- oder Übergläubige an dies oder jenes System sind, werden sie mir sofort sehr sehr unheimlich.

57. Silke - März 2, 2013, 15:30

CK

dass die Fähigkeit schnell etwas zu lernen, einen enormen Vorteil darstellt. Du sparst Zeit, die Du dann anderweitig nutzen kannst

ich finde, wenn jemand langsam und in kleineren Schritten lernt, dann hat das ebenso viele Vorteile zu bieten.

Im Beruf war ich diejenige, die immer die tollen IT-Ideen zur Verschönerung des Berufslebens von Erfindern ausbrütete und meine ohne alle Ironie hoch verehrte Kollegin pflegte mich bei gleichem grundsätzlichen Dafürsein dann gern zu fragen:

„und wer soll das pflegen?“

in aller Regel war dann erst mal die Luft raus

Und was die Muskeln anlangt – in Watership Down*) haben die Hasen einen kräftigen und klugen Führer, der immer seinen behinderten und die Wanderung schwerst behindernden Bruder beschützt.

Ab und zu wittert der ach so zu nix richtig nütze Bruder dann eine Gefahr, die dem ganzen Stamm rechtzeitiges Handeln ermöglicht. Und der wurde von der Gemeinschaft nicht auf Zeit durchgefüttert sondern auf Dauer und seine Wichtigkeit wurde auch nie allgemein anerkannt.

*) ich glaube die Vorlage für das Buch war die Wanderung Richtung Israel, übrigens ein Kinderbuch(?), an dem ich beim Lesen nix auszusetzen fand.

58. Silke - März 2, 2013, 15:43

CK

Diese Lesesprüche sind wohl
noch aus Deiner Zeit, oder?

Wieviel engen Kontakt hast Du zu Leuten außerhalb Deiner Peer-Group?

59. CK - März 4, 2013, 3:03

Würde ich wetten, hätte ich hoch drauf gewettet, daß Du das sagen wirst. Im Fall von LTM war es aber so, daß in den Anfangszeiten durchaus Leute mit dem Modell arbeiteten, die sich seiner Begrenztheit in vollem Umfang bewußt waren, dann kamen andere und das Modell erhielt alleinseligmachenden Status – um so etwas zu merken hast Du als Investor verdammt schlechte Karten.

Wenn die genaue Vorgehensweise sich ändert, sollte der Investor informiert werden. Wie man das rechtlich gewährleisten kann und vor allem wie man Verstösse ggf. nachweisen und sanktionieren kann, ist hochkompliziert. Das muss man mit Spezialisten ausdiskutieren. Mir ging es erstmal nur darum, dass Freiheit nicht „Anything goes“ bedeutet.

Persönlich bin ich sehr vorsichtig und ich investiere daher nie über Drittpersonen, sondern nur selber in Eigenregie.

Und einem Kind den Vater zu entziehen, nur weil der eine verantwortungslose Ader hat, halte ich für extrem krass.

Ja, das ist ja auch die ultima ratio, das tun Jugendämter nie sofort, sondern nur nach strengen Regeln. Diese finde ich i.O. auch wenn Regeln nie perfekt sind. Oft haben sie zu spät gehandelt, manchmal auch überschnell. Es gibt ja beiderseits Beispielfälle. Aber das Prinzip verteidige ich eben, dass der Staat Kinderrechte, notfalls auch gegen die eigenen Eltern, schützt. Er sollte mir aber nicht vorschreiben, was ich mit meinem Geld anstelle.

Oder wie willst Du nem Vater das Sorgerecht entziehen und ihm gleichzeitig erlauben, weiter mit seinem Kind zu spielen, ganz praktisch, wie soll das gehen.

In Scheidungsfällen haben Väter ja auch immer noch gewisse Rechte wie das Besuchsrecht. Wobei ich da durchaus manche Sympathien für die Forderung der Männerbewegung nach einem gemeinsamen Sorgerecht habe. Aber das ist ein anderes Thema.

Ab und zu wittert der ach so zu nix richtig nütze Bruder dann eine Gefahr, die dem ganzen Stamm rechtzeitiges Handeln ermöglicht.

Ich habe nie gesagt, dass behinderte Menschen unnütz sind. Ganz im Gegenteil. Ich weiß dass behinderte Menschen einen sehr wertvollen Beitrag zur Gesellschaft leisten können.

Wieviel engen Kontakt hast Du zu Leuten außerhalb Deiner Peer-Group?

Zugegebenermassen habe ich in der Tat nicht viel Kontakt zu Leuten mit Kindern. Aber ich kenne viele Menschen, die als Lehrer tätig sind, viele davon sind ungefähr in meinem Alter (25-35) und schon regelrecht desillusioniert, dass es mich wirklich erschreckt. Meine eigene Schwester ist Grundschullehrerin und ich weiß einerseits, dass sie sich sicher sehr viel Mühe macht, andrerseits kriege ich mit, wie frustriert sie oft ist. Über die Schüler, noch mehr aber über manche Eltern. Es gefällt mir gar nicht, es macht mir sogar ziemlich viel Gedanken, schliesslich sind Kinder die Zukunft unseres Landes. Ich kriege oft von Leuten wie ihr zu hören, ich hätte ja keine Ahnung mehr, was heute in der Schule abginge. Und bei allem was ich so höre, ich bin auch froh darüber. Ich sage immer, ich wollte um Gottes willen kein Lehrer sein bei allem was mir Lehrer heute so erzählen. Nicht mal für das Doppelte von meinem heutigen Gehalt würde ich Lehrer sein wollen. Und es ist in der Tat erschreckend wie wenig die meisten Kinder heute lesen. Zu meiner Schulzeit war ich allerdings als
Vielleser- ich hab viel verschlungen von Mark Twain bis James F. Cooper, u.a. auch Ottfried Preussler (weil es grad aktuell ist, ich hab den Hotzenplotz mit Freude verschlungen) und meine Eltern waren noch tolle Eltern, die das auch unterstützt haben, dafür kann ich nicht dankbar genug sein- auch schon eine Ausnahme in meiner Klasse. Aber heute scheint es echt noch schlimmer zu sein.

Und ich wurde u.a. gemobbt wegen meiner Andersartigkeit. Heute glaub ich zwar, dass diese Scheisse auch ihre gute Seite hatte. Deswegen bin ich vermutlich so liberal geworden, da nur der Liberalismus den Einzelnen so akzeptiert wie er ist, als Aussenseiter musste ich geradezu liberal werden. Aber ich hätte trotzdem gut drauf verzichten können.

Aber apropos Andersartigkeit: gestern habe ich erfahren, dass man mich parteiintern den „Israelfanatiker“ nennt. Ich sage meine Meinung zu diversesten Themen (darunter sehr umstrittene wie den „War on Drugs“, wo ich mir eigentlich viel eher Widerspruch erwarten würde), aber anscheinend bleibt dennoch vor allem, wenn nicht gar ausschliesslich, hängen, dass ich Israel verteidige.

Ich sage nichts Anderes mehr oder weniger als auch Lila hier auf ihrem Blog schreibt, aber anscheinend reicht das um als „Fanatiker“ bezeichnet zu werden. Was mir beweist dass selbst in meiner eigenen Partei eine komplett krumme Meinung vorherrscht, wenn meine rationale Sicht der Dinge bereits als „fanatisch“ gilt. Ich liebe mein Land und seine Einwohner, aber es sind solche Momente, wo ich mir denke, dass unser Volk echt komplett verblödet ist und das tut verdammt weh…

60. Silke - März 4, 2013, 12:33

ich würde Lehrer als Deiner Peer-Group oder meinetwegen Klasse zugehörig ansehen.

in Deutschland gibt es aber noch ländliche Gebiete mit richtigen Bauern drin, es gibt Supermarktkassiererinnen usw. usf. – das meinte ich mit außerhalb Deiner Peer-Group

Zocker können gleichzeitig liebevolle Väter sein …

61. CK - März 4, 2013, 14:32

@Silke: in Deutschland gibt es aber noch ländliche Gebiete mit richtigen Bauern drin

Bauern gibt es hier nur noch wenige. Ich kenne privat nur einen Einzigen. Der Typ ist aber echt saucool. Ein sympathisches Großmaul, der viele Leute aufgrund seiner direkten Art sofort abschreckt, aber ich komme gut mit ihm zurecht. Wir waren auch schon zusammen segeln.

es gibt Supermarktkassiererinnen usw. usf. – das meinte ich mit außerhalb Deiner Peer-Group

Leute aus anderen sozialen Schichten kenne ich eigentlich meist nur vom Fussball, weil ich mich da immer unter den „harten Kern“ in der Kurve geselle.

Aber gerade in öffentlichen Schulen sind doch aber auch Kinder aus allen Schichten vertreten und man hat dann zu deren Eltern Kontakt.

Verstehe ich Dich richtig, dass Du behauptest, dass viele Kinder schon gerne lesen, aber von ihren Eltern davon abgehalten werden? Ich bezweifle Ersteres nämlich arg.

Zocker können gleichzeitig liebevolle Väter sein …

Natürlich. Hätte mich auch schockiert, wenn Du etwas Anderes behauptet hättest. Und sie können gerne soviel Geld verzocken wie sie wollen, solange das Kind darunter nicht leidet. Wer sein Kind verhungern lässt, gegen den gibt es bereits Gesetze.

62. Silke - März 5, 2013, 23:06

für CK
gerade reingekommen …

Habituell mehr Beamter (kicher, kicher) denn waghalsiger Entrepreneur verbrachte Hayek seine ganze Berufslaufbahn ausschließlich im Staatsdienst; Glamour nach der Art des lebensfrohen Keynes dürfte ihm eher fremd gewesen sein.

http://www.ortneronline.at/?p=21371

und hier ist Wapshott’s Book Talk dazu bei der LSE (habe ich noch nicht gehört, mir scheint auch, daß Ortner ein paar Fakten re Keynes falsch hat z.B. Virginia Woolf als Nr. 1 von Bloomsbury und finanziert von Keynes – ich vermute also, Ortner selbst, wohl eher ein Hayekianer hat das besprochene Buch nicht gelesen)

http://www2.lse.ac.uk/publicEvents/events/2012/02/20120213t1830vSZT.aspx


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s