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Zusatz-Information Januar 30, 2013, 22:17

Posted by Lila in Presseschau.
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zu diesem Artikel:

Die israelische Luftwaffe hat offenbar einen Angriff auf einen Waffentransport an der syrisch-libanesischen Grenze geflogen. Der Konvoi sei in der Nacht auf dem Weg in den Libanon noch auf syrischem Gebiet angegriffen worden, hieß es aus Sicherheitskreisen. US-Regierungsbeamte bestätigten dies. Bei den Waffen soll es sich um Luftabwehrraketen des russischen Typs SA-17 gehandelt haben.

Israel hatte wiederholt mit Angriffen auf Konvois gedroht, die Chemiewaffen oder andere Waffen zu Syriens Verbündetem, der radikalislamischen Hisbollah-Miliz, in den Libanon bringen könnten.

Wegen des Bürgerkrieges in Syrien hat die israelische Regierung Bedenken, dass der Führung in Damaskus die Kontrolle über ihre Chemiewaffen entgleiten könnte. Sollte es dafür Anzeichen geben, sei ein Einsatz Israels nicht auszuschließen, hatte sie am Sonntag erklärt. Auch die konventionellen Waffen Syriens werden in dem jüdischen Staat als Bedrohung gesehen, insbesondere wenn sie in die Hände von islamistischen Rebellen oder Guerilla-Kämpfern der Hisbollah geraten sollten.

Darf ich daran erinnern:

Der Sicherheitsrat

  • fordert die vollständige Einstellung der Feindseligkeiten

  • fordert den Rückzug aller israelischen Truppen aus dem südlichen Libanon

  • fordert die uneingeschränkte Achtung der Blauen Linie durch beide Parteien

  • fordert alleinige Autorität der regulären libanesischen Armee sowie der UNIFIL-Truppen im Libanon

  • fordert, dass es keine bewaffneten Gruppen außer der libanesischen Armee im Libanon geben darf, und daher die Entwaffnung aller anderen Gruppen

  • fordert keine Verkäufe oder Lieferungen von Rüstungsgütern und sonstigem Wehrmaterial an Libanon zuzulassen, soweit diese nicht von dessen Regierung genehmigt sind

Haette Israel auf ein Eingreifen der UNIFIL warten sollen? Die hat sich ja bisher schon sehr ueberzeugend bewaehrt.

(Und obwohl ich die Kommentare eigentlich nicht mehr angucken will, geht aus ihnen ziemlich deutlich hervor, dass es ihnen entweder unbekannt oder gleichgueltig ist, was die sog. internationale Gemeinschaft Israel 2006 zugesagt hat. Ausserdem scheint den Geiferern, die sich ueber Israels angebliche Verletzung des libanesischen Luftraums aufregen, entgangen zu sein, dass der Angriff noch auf syrischem Gebiet erfolgt ist – und dass Syrien in den letzten Wochen immer wieder auf israelisches Gebiet gefeuert hat. Klar, die wuerden die Golanhoehen nicht als israelisches Gebiet definieren – also auf israelische Zivilisten. Und es war Assad, der die Golanhoehen in Verhandlungen nur fuer 100%ige Erfuellung ihrer Forderungen zurueckhaben wollte, worauf Israel nicht eingehen musste und es auch nicht tat. Zum Glueck.)

Kommentare»

1. Silke - Januar 30, 2013, 22:22

Lila

ich habe eine UN-Pressestelle (irin) entdeckt und scanne seither deren RSS-Feed – die sind hoffnungslos, rundum hoffnungslos, so hoffnungslos, daß sie es mühelos erreichen, daß ich ihren Berichten über andere Orte dieser Welt, selbst wenn die meine persönlichen Wahrscheinlichkeitschecks überstehen, auch keinen Glauben mehr schenken kann.

2. wollecarlos - Januar 30, 2013, 23:24

Erst Info in Deutschland auf SPIEGEL ONLINE:

http://www.spiegel.de/politik/ausland/usa-bestaetigen-israelischen-angriff-auf-konvoi-in-syrien-a-880631.html

Gratulation an die Israelischen Streitkräfte!

3. Paul - Januar 31, 2013, 0:30

Es ist gut, dass Israel wachsam ist und schon den Beginn einer militärischen Aufrüstung möglicher Agressoren verhindert. Diese Maßnahme rettet Menschenleben. Nicht nur das der Israelis.

Die SA-17 ist eine Luftabwehrrakete mit einer Reichweite von bis zu 50 km mit einem Sprengsatz von 50 kg. Mit ihr können aber auch Bodenziele bekämpft werden!

Bei dieser Gelegenheit noch eine Bemerkung.
Israel hat den Palästinensern im November anscheinend schwere militärische Schäden zugefügt. Anders kann ich mir die gegenwärtige Ruhe jedenfalls nicht erklären. Seit Wochen ist keine Rakete in Israel eingeschlagen. Wann hat es das zuletzt gegeben?
Israel ist gut beraten wenn es mit allen Mitteln, wirklich, mit allen Mitteln, die Wiederaufrüstung der Palästinenser verhindert. Ganz verhindern wird wohl nicht möglich sein. Aber wenigstens kann der Prozess der Aufrüstung entscheidend verlängert werden.

Übrigens wurden, wie ich gehört habe 2 Iron-Dome in Eurer Gegend installiert. Das geschah bestimmt nicht ohne Grund.
Ich bete jedenfalls weiter für Euch.
http://www.laschoresch.org/pages/home/gebet-fuer-frieden-in-israel.php

Herzlich Paul

4. willow - Januar 31, 2013, 9:52

Naja, die Aktion war sicher mehr als begründet …

Problematisch wird es dadurch, daß noch so begründetes israelisches Eingreifen die Gefahr birgst, von den Feinden instrumentalisiert zu werden – bis hin zu dem (hoffentlich unwahrscheinlichen Fall), daß die Syrer wegen der israelischen „Agression“ den Verteidigungsfall ausrufen und es dadurch zur Einbeziehung des Bündnispartners Iran kommt 😦

5. Lila - Januar 31, 2013, 11:01

Richtig, weswegen das Abwaegen sehr schwierig ist. Was ist gefaehrlicher – zuwarten oder zuschlagen? Weswegen vor den Ausgabestellen fuer Gasmasken und ABC-Anzuege wieder Leute Schlange stehen. Gefaehrlich ist jede Option. Noch dazu, wo diese Ausruestung gegen C-Waffen ohnehin zeitlich begrenzt oder gar nicht hilft…

Wenn die Russen, diese fuer ihren zartfuehlenden Takt bekannte Regierung, protestiert, haben wir anscheinend was richtig gemacht. http://www.spiegel.de/politik/ausland/russland-kritisiert-israelischen-angriff-in-syrien-a-880657.html

Auch interessant: http://israelmatzav.blogspot.co.il/2013/01/report-assad-has-transferred-chemcial.html Nur eine Quelle und die vielleicht nicht zuverlaessig – aber denkbar ist es durchaus.

6. Ach, wirklich? - Januar 31, 2013, 11:41

Mitwem macht nun bibi Seine koalation? Letzte info, die ich hatte, war jekami – jeder kann mitmachen, von shass ueber religoese und bait yehudi bis hin zu tnua mit zippi livni…

7. Lila - Januar 31, 2013, 11:47

Erstmal muessen alle Koalitionen, die in der Knesset vertreten sind, ihre Empfehlungen abgeben. Dann beauftragt der Praesident den Kandidaten mit den meisten Empfehlungen – in diesem Falle Bibi. Und dann geht es erst los, offiziell. Inoffiziell natuerlich laufen die Verhandlungen schon seit einer Woche.

Wie sich Shas und Lapid arrangieren werden, bin ich echt mal gespannt. Lapid muss um seine Glaubwuerdigkeit bangen, Shas um seine Gelder. Bibi wuerd sie gern beide irgendwie haben, damit einer den anderen in Schach haelt – mein persoenlicher Eindruck.

http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-4339194,00.html

8. willow - Januar 31, 2013, 13:16
9. Paul - Januar 31, 2013, 16:22

Noch eine Frage:
Wer hat eigentlich die Sa-17 an Syrien geliefert und warum?

Wenn Deutschland U-Boote an Israel verkauft bricht ein Sturm der Entrüstung los.

Wo ist die Entrüstung über die Lieferung von Sa-17 an Syrien?

10. willow - Januar 31, 2013, 17:08

Nun, es handelt sich um russische Raketen … viel spannender finde ich die Frage:

wenn die syrischen Rebellen tatsächlich kurz davor standen, die Chemiewaffen Assads in die Hände zu bekommen – wo waren die Amerikaner? Hat der Präsident nicht zugesagt, daß er Chemiewaffen in den Händen der Rebellen verhindern wollte!?

11. Silke - Januar 31, 2013, 23:07

OT für Lila
ne Buchbesprechung, in der mehrfach Kibuzzniks erwähnt werden

http://www.nybooks.com/articles/archives/2013/feb/07/palestine-how-bad-and-good-was-british-rule/

12. Paul - Februar 1, 2013, 1:15

Lieber willow,
ich habe die Vermutung, dass die Amerikaner an dieser Sache beteiligt waren. Jedenfalls haben sie den Angriff auf den Konvoi bestätigt. Bisher als einzige! Weder Israel noch die Araber haben das getan. Die Ablenkung mit dem Angriff auf das militärische Forschungszentrum (was für ein Begriff) ist m.E. sehr durchsichtig.

Andererseits ist es für uns nicht so wichtig wirklich die Fakten zu erfahren. Oder? Für mich ist wichtig, dass Israel die Aufrüstung von Hamas, Hisbolla und Co verhindern möchte. Das reicht mir. Einzelheiten interessieren mich nicht.
Zur IDF: wie lautet das Sprichwort von dem Schweigen und dem Reden? Ich halte diese Taktik für richtig.

Heute wurde das mit den Iron-Dome im Norden Israels bestätigt. Wie sagt man so schön? „Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.“

13. Culatello - Februar 1, 2013, 10:39

@Lila

Du schreibst im Eingangsbeitrag:
„Ausserdem scheint den Geiferern, die sich ueber Israels angebliche Verletzung des libanesischen Luftraums aufregen……..usw.“

Sicherlich meinst Du mit Geiferern die Israelkritiker.
Zu den Israelkritikern zählte ich mich ebenfalls, jedenfalls bis zu dem Zeitpunkt, an dem ich meinen Denkfehler realisierte:
Nämlich dass das Handeln Israels nach europäischem Maßstab zu werten sei.
Das ist jedoch falsch.
Die Bürger Israels betonen wieder und wieder die Tatsache, dass ihr Volk seit Tausenden von Jahren in ebendiesem orientalischen Land gelebt hat respektive die Vorfahren ihre Wiege dort hatten.
Folgt man dieser Argumentation, dann sind die Israelis also dem Kulturkreis des Orients zuzurechnen von Herkunft, Temperament und Mentalität.
Wie halt auch ihre Nachbarn, z. B. die Araber und Perser.
Sicherlich waren durch die Jahrhunderte in der europäischen Diaspora auch europäische Einflüsse in Kultur und Mentalität zu verzeichnen. Von Generation zu Generation „verflüchtigen“ sich jedoch die gemäßigten europäischen Handlungsmuster bei den in Israel Sozialisierten und machen orientalischen Handlungsmustern Platz (anders ist es bei den in der Diaspora verbliebenen wie z. B. amerikanischen Juden).
Dies erkennt man auch an der wachsenden Zahl fundamentalistisch denkender Israelis wie beispielsweise der Ultraorthodoxen, Nationalreligiösen und Ultrarechten.
Es wird sicherlich nur noch wenige Jahrzehnte dauern, bis diese Gruppen die Mehrheit stellen.
Spätestens dann ist Israel auch mental in Gänze dort angekommen, wo es sich schon seit 65 Jahren geografisch befindet: im Orient.
Ein Rabbinat im Orient. Keine schönen Aussichten für den weiblichen Anteil der Bevölkerung.

Die Messlatte für das Handeln von orientalischen Ländern wie Syrien, Ägypten usw. wird deutlich niedriger angelegt als beispielsweise bei westlich geprägten.
Ich persönlich habe keinerlei Erwartungshaltung, dass das Handeln dieser Länder etwa internationalen Normen und Vereinbarungen entsprechen würde.
Und so halte ich es auch seit kurzer Zeit mit Israel.
Null Erwartungshaltung kann auch niemals enttäuscht werden, nicht wahr?

Paul # 12

„Andererseits ist es für uns nicht so wichtig wirklich die Fakten zu erfahren. Oder?……………..Einzelheiten interessieren mich nicht. “

Wie schön, dass dieses jemand mal ausgesprochen hat. 😉

14. Lila - Februar 1, 2013, 11:05

Das ist so bloedsinnig, dass man es kaum kommentieren kann.

Selbstverstaendlich sind es Geiferer, also Pawlowsche Hunde, die sich ueber eine Verletzung des libanesischen Luftraums aufregen, wenn der Angriff in Syrien war – mit dem Israel sich im Kriegszustand befindet, und von dem es wieder und wieder angegriffen wurde, direkt oder indirekt.

Und selbstverstaendlich haben wir es mit Gegnern zu tun, die sich einen Dreck um Abmachungen scheren – incl. UNIFIL. Hat sich die internationale Gemeinschaft nicht verpflichtet, eine Wiederbewaffnung der Hisbollah zu verhindern? Und was ist daraus geworden?

Was geschieht im Sinai? Koennen wir uns auf Aegypten verlassen? Heute vielleicht, aber morgen? Der Friedensvertrag war ein guter Schritt, aber wie gut, dass wir mit den Syrern keinen geschlossen haben. Er waere keinen Pfifferling wert. Hast Du schon mal auf den Golanhoehen gestanden und einfach mal runtergeguckt?

Israel kann auf niemanden zaehlen. Heute nicht, gestern nicht, morgen nicht. Israel nimmt seine Gegner ernst, weil die Ernst meinen. Ist das wirklich SO schwer zu verstehen?

Das hat mit dem Rabbinat doch nichts zu tun. Du hast aber wirklich absolut keine Ahnung, wer hier Entscheidungen zu militaerischem Eingreifen gibt. Du wirfst einfach alle Vorurteile in einen Topf: militaristisch, orientalisch, religioes, einmal umgeruehrt, fertig. Leider ungeniessbar.

Und wer in einem Staat lebt, der sich an Waffenhandel bereichert wie kein zweiter, der Soldaten in Afghanistan hat und vielleicht demnaechst auch in Mali, der Waffen an die Tuerkei liefert und guter Handelspartner des Irans ist – waehrend die Buerger dieses Landes sich unverletzlich und sicher fuehlen, keiner dieses Land bedroht und aus jeder eventuellen Bombe auf dem Bonner Hauptbahnhof ein Drama gemacht wird – der sollte mal ganz stille sein, wenn es um die Beurteilung eines Staates gibt, der staendig, taeglich, mit dem Abgrund vor Augen lebt.

Der Staat Israel, dessen Gegner sich weigern, Vertraege abzuschliessen, oder wenn sie welche abschliessen, diese brechen und luegen, ohne mit der Wimper zu zucken. Dessen Verbuendete aus Eigeninteresse agieren und sich morgen gegen Israel stellen koennen (Beispiel NATO – an wessen Seite muesste Deutschland kaempfen, wenn die Tuerkei Israel angriffen?), und deren Medien eine erfolgreiche Kampagne gegen Israel gefuehrt haben,so dass eine Mehrheit der Deutschen glaubt, Israel gefaehrde den Weltfrieden, Israel handele aus reiner Angriffslust, und Israel betreibe systematische Expansionspolitik.

15. Culatello - Februar 1, 2013, 12:03

Lila # 14

**********“(Beispiel NATO – an wessen Seite muesste Deutschland kaempfen, wenn die Tuerkei Israel angriffen?“

Oh, jetzt fühlt ihr euch auch noch von der Türkei umzingelt? Jaja, viel Feind, viel Ehr‘ ! Ich empfehle Präventivschläge sowohl auf die Türkei als auch auf Deutschland, denn man weiß ja nie…

**********“…….deren Medien eine erfolgreiche Kampagne gegen Israel gefuehrt haben,so dass eine Mehrheit der Deutschen glaubt………………….. Israel betreibe systematische Expansionspolitik.“

DER war jetzt aber wirklich gut!
Wir Dummchen aber auch…
Wo Israel doch aus reiner Herzensgüte den Palästinensern im Westjordanland viele neue Häuser und Siedlungen baut und diese auch noch von Israelis „trockenwohnen“ lässt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Trockenwohner

16. Culatello - Februar 1, 2013, 12:26

Noch ein Nachtrag:
Natürlich glaube ich nicht, dass Israel den Weltfrieden gefährdet oder aus reiner Angriffslust handelt
aber
Israels systematische Expansionspolitik zu negieren ist schon die pure Ver*rsche des Gegenübers.
Ich habe keine Lust, schon wieder alte Zitate von Ben Gurion, Jabotinsky oder Begin herauszukramen, welche den Wunsch und Willen, systematisch zu expandiern belegen.

Es genügt auch die einfache Frage, die mir bisher niemand beantworten konnte:
wenn Israel lediglich aus Sicherheitsgründen das Westjordanland besetzt hält, warum beschränkt es sich dann nicht auf MILITÄRISCHE Außenposten, die die Sicherheits ja hervorragend garantieren könnten.
Warum der eszessive Bau von zivilen Siedlungen verbunden mit der geförderten Ansiedlung von Zivilisten, welche zusätzlich auch noch vom Staat mit finanziellen Anreizen geködert werden?

17. Lila - Februar 1, 2013, 13:23

Du kannst mich ruhig weiter duzen, ein „Ihr“ klingt zwar hoeflich, ist aber ein bisschen aus der Mode gekommen.

Die Tuerkei hat Israel gedroht, und Deutschland ist Buendnispartner der Tuerkei, nicht unserer. Es hat sich Gott sei Dank alles wieder etwas beruhigt, u.a. vermutlich auch, weil der Buergerkrieg in Syrien die Tuerken beschaeftigt, aber haette die Tuerkei ihre Drohungen nach Veroeffentlichung des Palmer-Reports wahrgemacht, haetten wir durchaus mit Zwischenfaellen rechnen koennen. Das ist schon zwei Jahre her und mag Dir darum entfallen sein.

Und was die umstrittenen Gebiete angeht: Israel hat sie den Palaestinensern wer weiss wie oft angeboten. Die Palaestinenser wollen sie aber nicht. Sie wollen einen kompletten Rueckzug Israels – wohlgemerkt, was sie „Grenzen von 1967“ nennen, das ist gar keine Grenze, sondern es sind Waffenstillstandslinien.

Israel hat weder Grund noch Lust, sich genau hinter die Grenzen, in denen es angreifbar war UND mehrmals angegriffen wurde, wieder zurueckzuziehen. Israel hat den Krieg damals, PARDON, gewonnen. Seit wann werden dem Gewinner Bedingungen diktiert? Israel hat mehrere sehr gute Angebote gemacht. Die Palaestinenser haben sie abgelehnt.

Mit den Folgen werden sie leben muessen. Haetten sie Oslo durchgefuehrt, statt bewusst zu torpedieren, haetten sie laengst schon ihren Staat.

Es wurde zwar nicht in Euren Medien gemeldet, aber Souha Arafat hat laengst erzaehlt, wie diese „spontane“ Intifada zustandekam, die den Oslo-Prozess zerstoert hat.

Und zur Erinnerung an Camp David:

http://en.wikipedia.org/wiki/2000_Camp_David_Summit

(Ich nehme an, die Quelle kommt Dir unzuverlaessig vor… hab gerade keine bessere gefunden)

Und Olmerts Angebot?

http://en.wikipedia.org/wiki/Ehud_Olmert

Die Palaestinenser WOLLEN kein Angebot von Israel und wollen keine Loesung ausser ihrer Maximalforderung.

Welchen guten Grund haette Israel, sich auf Maximalforderungen der Palaestinenser einzulassen? Sag mir einen, ausser, dass Du das gut faendest oder dass die Palaestinenser es fordern.

Die Jungens von der Hamas, die uebermorgen schon die PA uebernehmen koennen, fordern auch die Raeumung von ganz Israel. Sollen wir nun darauf eingehen, damit Du zufrieden bist?

Und Israel expandiert ueberhaupt nicht weiter. Israel waere fuer Land-Tausch-Vorschlaege offen. Es sind die Palaestinenser, die das nicht wollen.

Warum sind Road Map, Genfer Initiative, Mifkad, Clinton-Vorschlag etc allesamt gescheitert? Warum sind weder Netanyahus Baustopp noch Olmerts Regierungszeit genutzt worden?

Die umstrittenen Gebiete im Westjordanland sind nciht die einzigen umstrittenen Gebiete der Welt, im Gegenteil. Dass die Palaestinenser es geschafft haben, sie staendig im Auge der Weltoeffentlichkeit zu halten – bravo. Aber welchen guten Grund gibt es fuer Israel, ihren Forderungen ohne Gegenleistung nachzugeben? Welches ermutigende Zeichen von Seiten der Palaestinenser kannst Du mir nennen?

Warum regen die Siedlungen Dich auf, aber der Terror laesst Dich kalt? Die Gleichsetzung von Wohnungsbau und toedlichem Terror war ein kluger Schachzug der Palaestinenser. Die ganze Welt laesst sich davon narren.

18. Culatello - Februar 1, 2013, 13:38

Sag ich doch: auch wieder keine Beantwortung meiner Frage bzgl. der Negierung der Expansionspolitik.

Bist Du es nicht langsam leid, die Politik Israels auf Biegen und Brechen zu verteidigen?
Ich mache das jedenfalls NICHT mit der deutschen Politik: die Waffenexporte der BRD sind moralisch einfach unter aller Sau.
(Deshalb bin ich noch lange nicht antideutsch)

19. Lila - Februar 1, 2013, 13:47

Jung, welche Expansion? Seit wann ist der Bau von Haeusern eine Expansion?

(Und ich hab nie verstanden, was „antideutsch“ eigentlich ist…)

20. willow - Februar 1, 2013, 14:17

Culatello … ich kann mich nur der Frage anschließen „welche Expansion“? Die Räumung von Sinai, Südlibanon oder auch Gaza hat nicht stattgefunden? Oder ist es „Expansion“, wenn Israel innerhalb der Grenzen existierender Siedlungen Häuser baut – Siedlungen, die wenn es jemals zu einem Abkommen kommen sollte, Teil Israels werden?

Übrigens, da momentan wieder mal der UN-Menschenrechtsrat etwas abgesondert hat – die völkerrechtliche Grundlage des israelischen (und palästinensischen Verhaltens) sind die Oslo-Verträge. Dort ist dummerweise festgelegt, daß Israel durchaus das Recht hat, in bestehenden Siedlungen und auch in Ostjerusalem zu bauen – bis zu einer endgültigen, von beiden Seiten anerkannten Freidenslösung.

21. willow - Februar 1, 2013, 14:22

Übrigens Culatello – um die Frage vielleicht ja doch abschließend zu beantworten … schauen sie sich einfach diese Karte des Völkerbund-Mandatsgebietes Palästina an, die zukünftige „jüdische Heimstätte“

und vergleichen sie es mit den heute von Israel beanspruchten Gebieten. Schon klar, auch eine negative Expansion ist eine Expansion …

22. Silke - Februar 1, 2013, 17:28

Culatello: ebendiesem orientalischen Land

das Land war auch mal Teil des Imperium Romanum, ist das jetzt auch orientalisch? und was wäre schlecht daran? ist orientalisch nur das, was Israel’s Nachbarn derzeit dafür halten?

Beim Weiterlesen nach dem obigen Quote hat’s mir allerdings die Kinnlade runtergehauen – geht’s vielleicht noch a bisserl ethnizistischer?

und was Paul anlangt, jemand der sich so gründlich vorinformiert hat wie Paul es offenbar getan hat, hat sich jedes Recht erworben, Partei zu sein – ich jedenfalls stimme Paul zu – ich interessiere mich zwar noch für die Vorgänge, bin aber für Argumente der Gegenseite nicht mehr besonders gut erreichbar, es sei denn, sie würden einmal diesem Standard entsprechen.

Ein Staatsarchiv, das so etwas tut, kann nur in einem Staat existieren, in dem „meine“ Seite regiert und da iss es mir komplett wurscht, ob das mehr orientalisch oder okzidentalisch rüberkommt, da bin ich voll selbstsüchtig genug um Partei zu sein.

http://israelsdocuments.blogspot.de/2013/01/the-islamic-council-and-israeli-prime.html

23. Silke - Februar 1, 2013, 17:42

hier ist ein sehr lesens- und bedenkeswertes weiteres Puzzlestückchen zu den „Untaten“ der Israelis in Judäa und Samaria

http://www.timesofisrael.com/the-successful-politics-of-west-bank-water/

besonders in Kombination mit dem langen Text von Lauro Burkart bekommen die off the record infos erst die richtige Dimension i.e. daß die Technokraten und/oder Schraubenzieherschwinger beider Seiten längst viel viel weiter als die PA sind, die immer noch ihre üblen Machtspielchen über das Wohl ALL ihrer Bürger stellen.

(Link in diesem Text – ich weiß nicht, wie ich direkt zum PDF linken kann und der für mich heißeste neue Gedanke i.e. Water Rights vs. Water Needs ist im Artikel nicht drin http://missingpeace.eu/en/2013/01/swiss-graduate-in-thesis-pa-uses-water-as-a-political-weapon/)

24. Silke - Februar 1, 2013, 17:58

Lila – 17

und nicht zu vergessen, auch wenn Israelis-to-be vermutlich auch nicht begeistert waren: als die Araber des British Mandate eine Ein-Staaten-Lösung unter ihrer Dominanz vorgeschlagen bekamen, was haben sie wohl gesagt?

Here again, Beeley may provide an answer. He says that Bevin had a plan to establish one state in Palestine with an assured Arab majority but he couldn’t find supporters for his plan among the Palestinian leadership. One reason, according to Beeley, was the Palestinians’ belief that they had a good chance of winning a military fight against the Jews over Palestine. Why compromise? Bevin’s plan was the Palestinians’ best shot—and they botched it.

http://www.nybooks.com/articles/archives/2013/feb/07/palestine-how-bad-and-good-was-british-rule/

PS: hoffentlich fügt die Erkenntnis, daß ausgerechnet ich nach wie vor die NYbooks lese, Culatello keinen nachhaltigen seelischen Schaden zu

25. Paul - Februar 1, 2013, 18:13

Liebe Lila, lieber Willow und so mache Andere, so manch Anderer!

Der Kampf gegen die „Windmühlen“ geht weiter.
Es ist gut, dass ihr immer wieder die Kraft dazu habt.
Manchmal sind die Angriffe auf Israel sehr hinterhältig. Wenn z.B. Culatello, wie wir in Berlin sagen; „von Hinten durch die kalte Küche kommt“.

Liebe Lila,
Deinen Ausführungen würde ich eine weite Verbreitung wünschen, akzeptiere aber, dass Du an einer Verlinkung, aus mir sehr einleuchtenden Gründen, nicht interessiert bist.
Allein bei diesem Fakt, gruselt es mich. Warum nur ist die Feindschaft gegen Israel so tief verwurzelt?
Meine Antwort: Was in Jahrhunderten entstanden ist, kann in Jahrzehnten nicht beseitigt werden.
Das scheinen mir die tieferen Ursachen für diesen weit verbreiteten Judenhass zu sein. Betrübt bin ich besonders darüber, dass meine Kirche daran einen erheblichen Anteil hat.
Mit meinen begrenzten Möglichkeiten werde ich jedenfalls weiter gegen diesen Judenhass ankämpfen.

Herzlich, Paul

26. Lila - Februar 1, 2013, 18:23

Lieber Paul, Deine Methoden sind vielleicht wirksamer als alles Kaempfen gegen Windmuehlen.

27. Paul - Februar 1, 2013, 18:33

Liebe Lila, vielen Dank für diese Aufmunterung. Die tut mir wirklich gut. Manchmal fühle ich schon eine gewisse Mutlosigkeit und Vezweiflung. Bemühe mich aber immer dagegen anzukämpfen.

28. Jack - Februar 1, 2013, 19:54

Nein nein, eine Gleichsetzung von Siedlungen und Terror, so blöd sind die Menschen da draußen nun auch wieder nicht. Das mag vielleicht so aussehen. Aber darum geht’s nicht, gar kein Vergleich. Nur, ich mag auch keine Siedlungen, auch in nicht hier Hamburg, die gibt’s hier nämlich auch. Mümmelmannsberg, Osdorfer Born, Bausünden der 70er Jahre. Okay da kann man leben, aber die sozialen Probleme von dort waren vorprogrammiert, und die sind überproportional. Es war ’so geschehen‘ einfach überflüssig und die Probleme hat man bis heute. Aber auch sonst, so spießige Neubausiedlungen mit Kombis in der Auffahrt und so, im Grunde sind solche Siedlungen nie wirklich integriert. Und heißen nicht umsonst Känguruhsiedlungen. Der große Sprung von der Mietwohnung ins eigene Heim. Oder frisch konvertiert von den USA in die Westbank.
Yep, was für schöne Vorurteile aus meinem Mund, wie bin ich doch schön oberflächlich. Genau, oberflächlich wie überflüssig. Darum geht’s mir. Das muß man nicht sein.

29. Silke - Februar 1, 2013, 21:22

Jack

der Kleinbürger als Überflüssling

so hammer’s gern

und die Träume der kleinen Leute sind ja sowas von lächerlich

Als unser Wohnungsbau hinterher hinkte, gab es mal einen großen Bericht, ich glaube im Spiegel war’s, der beschimpfte uns Wessis totaler Rückständigkeit während die Ossis mit der Plattenbauweise längst in der wünschenswerten Zukunft zugange waren.

Zumindest aus der Luft sieht Maale Adumim zumindest sehr begehrenswert aus, zumindest für Leute, für die ein Urlaub in der Wüste höchstes Glück bedeutet. Aber auch ich als Liebhaberin von Felsen, kann dem Einiges abgewinnen, aber natürlich iss das nur, weil ich zur verachteten Schicht derer gehöre, die sich den Loft in der Jugendstilvilla nicht leisten können. Ach Lofts gibt’s nicht in Jugendstilvillen – na das muß aber dringendst bereinigt werden.

Außerdem erinnert mich dieses Luftbild daran, daß Ochtopodia then echoune dontia (Octopusse haben keine Zähne, soviel zum andauernden und gängigen Rufmord an Kraken) und schauen zum Überfluss auch noch sehr freundlich. Calamaria sind da gaaanz anders.

30. Silke - Februar 2, 2013, 1:30

Paul

falls Dich der letzte Aufreger beunruhigen sollte, hier ist ein Artikel, der die Dinge so beschreibt, wie sie einer alten Verwaltungstante wie mir hochgradig wahrscheinlich erscheinen.

So wie’s hier beschrieben ist, war’s von der Grundstruktur meine allererste Vermutung basierend auf nix als auf Silke’s Wahrscheinlichkeitscheck und berufliche Erfahrungen mit so’m Zeugs über Jahrzehnte.

Wie Du weißt, liebe ich es, Deiner Kirche bei jeder sich bietenden Gelegenheit an die Wäsche zu gehen, doch in diesem Fall zwingt mich mein Gerechtigkeitssinn zu sagen, daß sie sich in eine Falle haben locken lassen.

Ich habe den Pfeiffer seit undenklichen Zeiten auf’m Kieker, der ist ein Meister der steilen medienwirksamen Selbstdarstellungen und Menschenglück ist dem herzlich wurscht.

31. Silke - Februar 2, 2013, 1:30
32. willow - Februar 2, 2013, 14:01

„Bist Du es nicht langsam leid, die Politik Israels auf Biegen und Brechen zu verteidigen?
Ich mache das jedenfalls NICHT mit der deutschen Politik“

Jaja Culatello … vermutlich begreifen sie nicht, daß Israel in einer anderen Lage ist, als Deutschland, Österreich oder die Schweiz. Wenn sich große Teile der Weltgemeinschaft einig wären, die Schweiz zu vernichten und die Bevölkerung in den Bodensee zu treiben, ich schätze, dann hätte die Bevölkerung auch recht wenig Interesse daran, die Schweizhasser auch noch zu ermutigen und zu unterstützen … 😦

33. Lila - Februar 2, 2013, 14:18

Culatello meint, ich bin paranoid, was die Tuerkei angeht. Wirklich?

Turkish Foreign Minister Ahmet Davutoglu slammed Israel’s alleged strike in Syria, urging Damascus to retaliate, the Hurriyet news agency reported.

„Why didn’t (Bashar) Assad even throw a pebble when Israeli jets were flying over his palace and playing with the dignity of his country?“ Davutoglu told reporters.

http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-4340046,00.html

Davutoglu klingt, als ob er zu gern selbst sein Muetchen an Israel kuehlen wuerde.

Wohlgemerkt, wenn die Tuerkei Syrien angreift, ist das ihr gutes Recht, sagen sie, weil eine syrische Moersergranate fuenf Menschen in der Tuerkei getoetet hat.

Es ist reine Gluecksache, dass noch keine Israelis durch syrische Geschosse ums Leben gekommen sind (in der Naehe der Basis, wo Secundus gerade stationiert ist, sind schon mehrere Sachen gelandet). Ich kann mich nicht erinnern, dass irgendjemand die israelische Zurueckhaltung gelobt haette (ein Warnschuss, so gezielt, dass er ins Leere trifft).

Gestern in den Nachrichten wurde das Problem natuerlich ausfuehrlich diskutiert. Wie waegt man den Zeitpunkt ab, an dem Warten gefaehrlicher wird als Eingreifen? Amos Yadlin hat dazu ganz interessant ein bisschen erklaert. Klar, eigentlich weiss man erst hinterher, ob es richtig war oder nicht.

Bestimmt haetten Davutoglu und Culatello und viele andere Beobachter auch den Schlag auf Osirak abgelehnt. Und doch scheint mir im Nachhinein ziemlich klar zu sein, dass Israel damit viele Menschenleben gerettet hat. Nicht nur eigene. Und war es wirklich so unklug, den syrischen Reaktor zu bombardieren, vor ein paar Jahren? Wuerde jemand gern Atombomben in Assads Hand oder in der Hand der Rebellen sehen? Na ja, die Fairness-besessenen Tagesschau-und-SPon-Leser bestimmt. Die meinen ja bestimmt auch, man sollte Bullies mit Pfefferspray ausstatten, damit sie sich gegen ihre Opfer wehren kann.

34. Silke - Februar 2, 2013, 14:37

Lila

Du mußt a bisserl Mitgefühl mit Davutoglu haben. Da hat er lauthals getönt, daß ER, er höchstpersönlich, Fatah und Hamas dazu kriegen würde, sich gegenseitig mit Kumbaya anzusingen und dann war das Treffen in Cairo ein Komplett-Blindgänger. Da muß er doch seine Credentials anders wieder aufbauen.

Als er seinerzeit Israel und ich habe vergessen wen zur Umarmung zwingen wollte, hat er die Tatsache, daß Israel mal wieder die Raketenballerer in Gaza eindämmen mußte, zum Vorwand genommen, um Israel zum Bösewicht zu erklären.

Ich finde immer noch, daß zum Verständnis dieses Gaga-isten das Profil über ihn im NYT-Magazin unerlässliche Lektüre ist. Er hat ein Buch geschrieben (auweia) und er strebt ne Neuauflage von Pax Romana an mit ihm als überall-dabei-und-immer-unverzichtbar-Friedensstifter aka ohne Davutoglu läuft gar nix.

http://www.nytimes.com/2011/01/23/magazine/23davutoglu-t.html?pagewanted=all&_r=0

Ich kann in dem, was der treibt, keine Politik erkennen außer Selbstaufblähung.

35. Lila - Februar 2, 2013, 14:55

Ah, verstehe. Pax davotuglana. Das Buch hab ich nicht gelesen. Aber danke fuer den Link.

36. Silke - Februar 2, 2013, 15:08

1. Lieberman hat das Buch gelesen bzw. sich übersetzen lassen. Ob es auf’m Markt ist, weiß ich nicht, lt. westlichen Stimmen in dem NYT-Artikel ist es mumbo-jumbo (was mich noch mehr beunruhigt) lt. muslimischen großartig.

2. Hier ist ein Interview in dessen Verlauf, Friedensforscher Jochen Hippler von Bettina Klein gefragt wird, ob jetzt, wo Israel „eskaliert“ habe Schlimmes geschehen werde … Er erinnert dran, daß mit der Türkei auch schon jede Menge war u.a. ein türkisches Flugzeug, daß im syrischen Luftraum runtergeholt worden ist. Türkei verletzt syrischen Luftraum: so what – Israel tut’s UN etc. kriegt „innere“

Hatte ich total vergessen und höre hier zum ersten Mal wieder – leider kein Transkript

9. Interview mit Jochen Hippler, Friedensforscher
Sendezeit: 01.02.2013 23:16
Autor: Klein, Bettina
Programm: Deutschlandfunk
Sendung: Das war der Tag
Länge: 08:20 Minuten
[audio src="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2013/02/01/dlf_20130201_2316_eeb04623.mp3" /]

37. Silke - Februar 2, 2013, 15:45

Lila 35

fällt mir gerade zur „Pax“ noch ein – Götz Aly hat dazu dieses unvergessbare Stückchen verfasst – ausgerechnet zur Zeit der Mavi Marmara und während seines Aufenthalts bei Yad Vashem.

http://www.berliner-zeitung.de/archiv/von-goetz-aly–historiker-die-osmanische-union–ein-traum,10810590,10718726.html

Einer von Aly’s Vorfahren war übrigens Hoftürke bei irgendeinem in Berlin, vielleicht rührt daher seine romantische Ader

38. Lila - Februar 2, 2013, 17:02

Noch ein kleiner Fund (als ich eigentlich ganz was anderes gesucht habe…) zum Thema israelische Expansionspolitik.

39. Silke - Februar 2, 2013, 18:24

Iss er nich süß? mein Neuestes vom Pax-isten Davutoglu

„Warum hat die syrische Armee, die seit 22 Monaten das eigene Volk mit Jets und Panzern bekämpft, nicht auf die israelische Operation reagiert?“, so Davutoğlu. Für ihn lässt das nur eine Vermutung zu: „Ist da etwa eine geheime Abmachung zwischen Israel und Assad?“

http://www.deutsch-tuerkische-nachrichten.de/2013/02/467491/davutoglu-syrien-wusste-von-israelischer-attacke/
——
Lila 38

vielleicht ist das der Expansionismus unserer Zeit, zurückziehen auf die Core-Competence, wie das in Management Kreisen genannt wird.

Und ja, es ist absolut unglaublich.

40. Jack - Februar 2, 2013, 21:27

Silke 29.,
denken verquer – probier’s mal damit.
Vielleicht hilft das gegen Oberflächlichkeit.

Guck mal, was mich regelmäßig erstaunt, daß ist die bei bestimmten Menschen immer wieder zu beobachtende Selbstverständlichkeit ihres Selbstverständnisses.
Also – einem Anspruchsdenken, das aus einem bestimmenden Selbstverständnis heraus, wie von alleine, für selbstverständlich genommen wird.
Und die entscheidende Frage dabei ist doch die: Machen die Leute das mit Absicht oder merken sie es nicht?

Und das, das kannst Du im Grunde in vielen Teilen der Welt beobachten. Das läuft immer nach dem gleichen Prinzip ab. Und so auch, wenn im Nahen Osten Leute mit Ganz-Palästina-Flaggen durch die Gegend laufen oder andere einfach ihre Siedlungen hinknallen.

Das ist überflüssig und passiert meist dann, wenn man oberflächlich ist, weil man sich keine Mühe gibt. Nicht mal darüber nachdenkt.
Und um die zuvor gestellte Frage zu beantworten: Sie machen’s nicht Absicht, was ja noch irgendwie gehen würde, sondern sie merken’s nicht. Sie sind kaum oder überhaupt nicht zugänglich. Man mag es kaum glauben.
Und das macht es echt schwer – für alle anderen. Auf kleiner Ebene nervt’s nur, aber auf großer ist es dann auch noch oft entscheidend. Bitter.

41. Silke - Februar 2, 2013, 21:59

ach Jack jetzt bin ich Dir aber echt dankbar – wie konnte ich nur so dämlich sein, Dein Spucken auf meinen stolzen Besitz, die Frucht eines langen Arbeitslebens, so mißzuverstehen.

42. Jack - Februar 2, 2013, 22:12

Noch schnell ein ganz banales Beispiel: Das ist z.B. eine Bushaltestelle, die letzte vor der Endhaltestelle und beide sind nur 200 Meter voneinander entfernt. ’Die anderen’ warten nicht lange auf den Bus, sondern gehen einfach zu Fuß. Und dann sind da immer, wirklich aber auch immer diejenigen, die stehen dort auf der Bushalte und warten, quasi egal wie lange, auf den Bus und fahren dann die paar Meter.
Wie gesagt, ein ganz banales Beispiel – für die Frage: Machen sie’s mit Absicht oder merken sie’s nicht?
Sie merken es nicht. Wirklich unglaublich. Und sie sehen irgendwie auch immer so aus, ganz egal ob schlank, normal, dick, jung oder alt.

43. Silke - Februar 2, 2013, 23:11

Jack
welche Ehre, nein welche Wonne, welche Lust von Dir über die Tatsachen des Lebens aufgeklärt zu werden. Endlich endlich habe ich in Dir jemanden gefunden, der fähig ist, mich zur Erleuchtung zu führen.

Bitte übersieh nicht, daß ich um Dir zu zeigen, wie gut es mir gelungen ist, Deinen Lehren zu folgen, eine Version von einer Blondine gewählt habe.

und um Dir zusätzliche Mühe zu ersparen, hier ist auch noch der Text dazu.

http://lyrics.wikia.com/Mozart:Welche_Wonne,_Welche_Lust

Ach noch eine kleine Frage: dürfen die Rollator-Fahrer/Einbeinigen/Blinden/Gehbehinderten usw. auf den nächsten Bus warten? Und was ist, wenn es regnet oder schneit oder windet? Müssen sie trotzdem laufen? so ich Dich in Deinem unendlichen Durchblick und Deiner abstoßenden Arroganz richtig verstanden habe und Du bist auf der Seite der durch nichts be- oder gehinderten Fußgänger. Was ist, wenn sie hoffen, daß im nächsten Bus ihr love-interest sitzt?
Was ist wenn ein Fähiger gerade mit einem Unfähigen in ein interessantes Gespräch verwickelt ist? Sollte er das dann abbrechen oder dranbleiben?

44. Ludwig - Februar 3, 2013, 11:28

Lila,

die letzten drei der aus Resolution 1701 zitierten sechs Punkte sind offensichtlich nicht erfüllt. Wenn ich mir den Text im Original anschaue ( http://www.un.org/Depts/german/sr/sr_06/sr1701.pdf ), bleibt unklar, ob die internationale Gemeinschaft und UNIFIL direkt für die Nicht-Entwaffnung der Hisbollah verantwortlich sind.

Trotzdem hat sich seit 2006 die Konstellation von UNIFIL, IDF und raketenbewaffneter Hisbollah an der Grenze zwischen Israel und Libanon bewährt, weil die Waffenruhe hält. Der „De-facto-Frieden“ zwischen Israel und Syrien hat unter ähnlichen Rahmenbedingungen fast 40 Jahre gehalten, solange wie der Assad-Clan Syrien kontrollieren konnte.

Ich finde nicht, dass die israelische Besetzung des Südlibanon zwischen 1982 und 2000 insgesamt genauso erfolgreich war. Auch zwischen Israelis und Palästinensern gibt es keine internationalen Grenzen, keine Friedenstruppen, kein militärisches Gleichgewicht, keine wirksame Kontrolle von palästinensischer Bevölkerung und Militär durch einen palästinensischen Staat dafür aber und einen Dauerkonflikt …

Soweit meine realpolitische Perspektive auf Abschreckung und Friedenssicherung.

Was Syriens Zukunft betrifft, da kann man tatsächlich nur hoffen und beten. Auch dafür, dass es Israel gelingt, sich so weit wie möglich aus dem Bürgerkrieg zu rauszuhalten.

45. Ludwig - Februar 3, 2013, 12:01

Nun ja. Die groß-israelische Siedlungspolitik hat sicher nichts mit dem Konflikt und der Besatzung zu tun, weil es sowieso keinen einzigen palästinensischen Partner für den Frieden gibt. Alle anderen militärischen Siedlungsprojekte der Vergangenheit waren ja auch friedenstiftend und langfristig erfolgreich, wie Beispiele aus Algerien, Kroatien, Bosnien und Nordirland so eindrucksvoll belegen, die über Jahrhunderte die Sicherheit der Bevölkerung gewährleistet haben.

Nachdem dies mal wieder abschließend geklärt wurde, fällt mir dazu nur noch Majestix ein:

„Alesia? Ich kenne kein Alesia! Ich weiss nicht, wo Alesia liegt! Niemand weiss, wo Alesia liegt!“


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