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Eine Frau namens Yael, November 27, 2012, 23:37

Posted by Lila in Presseschau.
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die weit von sich weist, als Heldin gehandelt zu haben.

 

Man muss die Geschichte lesen, um zu verstehen, in was fuer einer Situation sie sich wiederfand – mit vier Kindern allein im Haus, mitten in der Nacht, ihr gegenueber ein Mann mit einem Messer. Er kam nicht, um zu klauen – er machte Licht, damit sie sieht, was er tut. Sie dachte sofort an die Fogels. Sie wusste, dass sie sich wehren muss.

Uebrigens wissen wir inzwischen auch, wie er den elektronischen Zaun ueberwinden konnte, der den Gazastreifen von Israel trennt. Die Demonstranten vor ein paar Tagen hatten ihn mit ihren Kabelschneidern beschaedigt.

Ich weiss, dass es fast unmoeglich ist, Deutschen zu erklaeren, warum man sich vor manchen Menschen besser mit einem Zaun schuetzt. Wohlgemerkt: Deutschen, die im Land der Jaegerzaeune und hinter sicheren Grenzen leben. (Wie viele Menschen an diesen Grenzen der EU verzweifeln, weil sie nicht reingelassen werden, das ist eine andere Frage – es ist auch weit genug weg, und man sieht sie nicht. Dabei kommen sie nicht mit Messer, sondern leerem Magen… )

Aber wer sich das Yaels Gesicht anguckt, das noch die Spuren der Auseinandersetzung traegt, wie auch ihre Schulter und Brust – der wird es vielleicht doch verstehen koennen, warum Israel seine Grenzen schuetzt.

Die Bilder von den Demonstranten am Zaun haben es weltweit in die Medien geschafft. Yaels Familie nicht – sie haben es ueberlebt und taugen darum nicht fuer Schlagzeilen.

Kommentare»

1. Silke - November 27, 2012, 23:45

Allen Helden, denen ich je zugehört habe oder von denen ich je was gelesen habe, wiesen es immer von sich, als Helden gehandelt zu haben oder sich heldisch gefühlt zu haben.

Viele hatten sehr wenig eigene Erinnerungen.

2. Rika - November 28, 2012, 1:20

„Ein Kampf auf Leben und Tod“ las ich bei facebook – und mag mir nicht vorstellen, wie es ihr dabei erging…. Ihr Gesicht spricht wirklich Bände….
Nein, Lila, hier haben nur sehr wenige Menschen Verständnis dafür, dass man einen Schutzzaun BRAUCHT und dass das nichts mit Apartheid zu tun hat sondern mit Lebensrettung.

Bei uns ist eingebrochen worden und wir haben seelenruhig geschlafen und erst am naächsten Morgen die Bescherung gesehen …. Unsere Kinder waren damals noch klein und mich hat lange die Schreckensvision verfolgt, eines der Kinder wäre wach geworden und nach unten in den Wohnraum gegangen…danach hatte mein Mann monatelang ein Beil neben seinem Bett liegen.
Es hat lange gedauert, bis wir uns wieder sicher fühlten in unserem Haus… aber es waren NUR Einbrecher und die Versicherung hat den Schaden ausgeglichen.

Den Schaden, den Yael genommen hat, kann keine Versicherung ausgleichen.
G’tt sei Dank, dass es dennoh „glimpflich“ ausgegangen ist für sie und ihre Familie!

3. Rika - November 28, 2012, 1:23

Ergänzung:
Ich hätte schreiben müssen „dass Israel den Schutzzaun braucht“, so, mit „meinem“ Erlebnis ist es etwas missverständlich ausgedrückt!

4. Paul - November 28, 2012, 3:46

Ein Glück, dass dieser Mörder auf diese resolut aussehende Frau gestoßen ist. Sie war in der Lage den notwendigen Widerstand zu leisten. Ihr sind sicherlich auch Kräfte zugewachsen, von denen sie nicht ahnen konnte, dass sie sie hat. Sonst wäre dieser Terroranschlag böse ausgegangen.

Der konsequente Schutz des Sicherheitszaunes ist sehr wichtig. Die Soldaten müssen mit allen Mitteln jede Annäherung, auch von „Bauern“, rigoros unterbinden. Das sind keine harmlosen Demonstrationen, sondern gefährliche Angriffe der Palästinenser.

Du hast recht, liebe Lila, in unseren Medien kommt diese Wahrheit nicht vor. Jedenfalls habe ich sie bisher nicht gesehen.

Stell Dir nur mal vor, ein durchgeknallter Siedler würde eine Palästinenserfamilie überfallen. Dann wäre aber bei uns in den Medien der „Teufel los“.

Deshalb hast Du auch eine Aufgabe. Du informierst eine Öffentlichkeit, zwar eine eingeschränkte, das macht aber nichts, über Dinge die in Israel geschehen, die sonst völlig untergehen würden.
Auch kannst Du davon ausgehen, dass einige Deiner Leser als Multiplikatoren wirken.
Meine Gesprächspartner sind jedenfalls schon beeindruckt, wenn ich ihnen sagen kann, dass ich diese Information direkt aus Israel habe.
Deshalb lass Dich bitte nicht entmutigen und berichte weiter.

Gott schütze Euch.
Gott schütze Israel.

OT Ist Dein Schlafhaushalt wieder etwas ins Lot gekommen? Du weisst, liebe Lila, ich frage nicht aus Neugier.

5. G. - November 28, 2012, 11:10

Mir tut diese Frau leid. Ich hoffe, sie wird im Rahmen einer Krisenintervention engmaschig therapeutisch begleitet.

Hier, im Lande der Jägerzäune, ist gerade eine Generation von Frauen verstorben, die auf derartig unfreundliche Visiten bewaffneter Kräfte durchaus empathisch reagiert hätte. Leider war es hierzulande im Rahmen der Häufigkeit wie des seinerzeitigen Wiederaufbaus nicht möglich, notwendige Unterstützung in der emotionalen Verarbeitung solch traumatisierender Erlebnisse zu leisten.

Krieg mag seine Berechtigung zu eigener Ethik haben. Zu allererst orientiert an Effizienz. Sicherlich nicht zu verwechseln mit jedweder Form bürgerlich als (vermeintlich) verbindlich eingestuftem Verhaltenskodex, den diese Ethik nackter Effizienz ausser Kraft setzt.

Der Begriff „Helden“ allerdings ist – abgesehen von seiner strategischen Nutzung zu AgiProp – reserviert für die Soldaten oder Kämpfer, die als erste „gefallen“ sind. „Gefallen“. Von daher dürfte dieser Kontext eher dazu geeignet sein, bei Teilen der Leserschaft die Schotten „fallen“ zu lassen.

Und was die inhaltliche Auseinandersetzung in diesem Kontext zu den hiesigen Texten anbelangt, so ist mir ein lebender Secundus allemal lieber als ein „tapferer“. Krieg mag viele Änderungen persönlicher Befindlichkeiten kennen. Posttraumatische Stesssyndrome, Induzieren negativer wie destruktiver Lebensscripte auch Partner und kommende Generationen betreffend. Eines aber kennt er sicher nicht. Helden. Nicht nachts, wenn sie alleine sind. Nicht in Augenblicken, in denen sie durch nichts in der Lage sich abzulenken, auf die eigene Person zurückfallen. Sicher nicht.

6. willow - November 28, 2012, 11:11

„What the terrorist did not know is that Yael is an athlete trained in Krav Maga, Israeli military hand-to-hand combat. Sh
e used her skills to drive him back and into the bathroom, and locked him in. At the same time, she pushed her young children to safety.“

Immerhin. Wenn die Juden in Israel schon nicht in Frieden leben dürfen – immerhin sind sie keine wehrlosen Opfer …

7. Yael - November 28, 2012, 15:16

„Stell Dir nur mal vor, ein durchgeknallter Siedler würde eine Palästinenserfamilie überfallen. Dann wäre aber bei uns in den Medien der “Teufel los”.“

Davon kannst du ausgehen, Paul. Wenn es Israelis passiert, ist das keine Meldung wert.
Ich hoffe, dass sie keine dauerhaften Schäden davon trägt.

8. Silke - November 28, 2012, 15:27

Yael
hat gerade Grossartiges geleistet und hier gibt es mehr als einen, der ihr bescheinigt, daß sie nun für den Rest ihres Lebens zum Leiden verdammt ist.

Ich fass es nicht!

9. Yael - November 28, 2012, 15:35

Das musst du auch nicht fassen. Dass so ein Überfall, ein Raub etc. psychische Narben hinterläßt, ist altbekannt. Nicht unbedingt für den Rest des Lebens.

10. Lila - November 28, 2012, 15:52

Die besten Traumapsychologen (wie auch Traumamediziner) der Welt sitzen in Israel. So sagen zumindest die Traumapsychologen, die ich kenne 😉

Ich habe keine Sorge um Yael – wenn sie Hilfe braucht, wird sie sie bekommen. Dass ein solches Erlebnis der Todesangst besonders fuer die Kinder einschneidend ist, ist klar. Jeder wird anders mit solchen Erlebnissen fertig. Das ist ihre Privatsache.

11. Yael - November 28, 2012, 15:55

Sagt ja auch keiner anders, Lila. Klar ist es ihre Privatsache.

12. willow - November 28, 2012, 16:27

„Das musst du auch nicht fassen. Dass so ein Überfall, ein Raub etc. psychische Narben hinterläßt, ist altbekannt. Nicht unbedingt für den Rest des Lebens.“

Zum Glück ist in diesem Fall die Situation anders, als wäre die Frau Opfer eines Anschlages oder Überfalls geworden – die Frau konnte sich zur Wehr setzen und war dabei „sogar“ erfolgreich. Als Sahnehäubchen gelang es ihr, nicht nur den Angreifer zu überwältigen und ihr eigenes Leben zu schützen, die tapfere „Löwenmutter“ konnte sogar das Leben ihrer Kinder retten … die Kinder haben erlebt, daß ihre Mutter für sie da ist, sie schützt, egal was auch passiert … es ist immer schwierig in fremde Köpfe hineinzuschauen, aber ich bin in diesem Fall recht optimistisch – als ob es mich etwas anginge 😉

13. Yael - November 28, 2012, 16:32

Kinners, ich habe doch nicht gesagt, dass sie jetzt ganz schlimme Schäden davon trägt. Ich wünsch ihr alles Gute und Punkt.

14. Silke - November 28, 2012, 16:45

Yael – 9

die bei weitem schlimmsten Narben, die das Bombardement von Nürnberg bei mir hinterlassen hat, stammen von der Künstlichkeit der Erwachsenen in der Situation.

15. Silke - November 28, 2012, 16:50

PS:
eine Mutter, die sich in einer grauenhaften Situation als so hochkompetent erwiesen hat, hat IMHO gute Chancen, eine Menge Narben gar nicht erst entstehen zu lassen.

Uneingeschränktes Mitgefühl für alle Narben und Wunden, aber kein Herbeigerede.

16. Silke - November 28, 2012, 17:01

ich habe diesen Text von Yaacov Lozowick (wem sonst) jetzt nicht wiedergelesen, erinnere ihn aber als für mich vorbildlich, also wie ich möchte, daß mit mir im Falle eines Falles umgegangen würde

https://docs.google.com/document/pub?id=13eUUaoq1gFidIni8-foaHSzAhihdFfn1LXLtv7ts1LU

Meir was there, Saturday night. He was standing around the corner of a building, so that he and the friends he was with emerged physically unscathed, but they saw things one should live an entire life without seeing.

17. Culatello - November 28, 2012, 18:05

@Silke 14

„die bei weitem schlimmsten Narben, die das Bombardement von Nürnberg bei mir hinterlassen hat, stammen von der Künstlichkeit der Erwachsenen in der Situation.“

Kein Wunder, da warst Du ja gerade mal 3 Jahre alt, da hat man es mit bewusster Erinnerung noch nicht so genau – wenn überhaupt.

18. flx - November 28, 2012, 19:57

Hallo Hobbypsychologen! Ist es nicht etwas lächerlich, darüber zu spekulieren, wie es gerade und in Zukunft um Yael steht? Es gibt ja einen Grund, warum man dieses Fach recht lange studiert und soweit mir bekannt ist, handhaben es Ärzte auch so, dass man nicht einfach Ferndiagnosen stellt und ins Blaue rät, besonders wenn man nicht mal mit der Patientin gesprochen hat. Ist ja das Gleiche wie mit den Hobbyhistorikern hier.

19. Yael - November 29, 2012, 11:30

Vielleicht sollte man sich auch mal an seine eigenen Worte halten. Es ist nämlich was völlig anderes, etwas zu studieren, um anderen zu helfen, denen schlimmes passiert ist, als wenn es einem selber passiert.

20. G. - November 29, 2012, 11:46

Ich vermag nichts Lächerliches in dieser Sicht zu erkennen. Auch wenn es der Frau gelungen sein mag, in dieser misslichen Situation das deutlich geringere Übel zu wählen, so erscheint mir die Hoffnung auf fachkundige Hilfestellung allemal situationsangemessener als Bewunderung.

Sicherlich unterscheiden sich die Menschen. Auch hinsichtlich ihrer Belastbarkeit. Die Kriegsgeneration wie die Generation der Trümmerkinder verdeutlicht dies hierzulande. Um aber einen Tenor in deren Berichte und Erfahrungen zu bringen: `Jeder kämpft für sich alleine und wer nicht stark genug ist, der bleibt eben auf der Strecke´.

Auch in den Bombenkellern und Bunkern war es kaum anders. Zu erleben wie in einer Situation kindlich fassbarer Todesgefahr die primären Bezugspersonen bei längerem Bombardement, nahe kommenden Einschlägen in Panik verfallen, das resultierende Gefühl des Ausgeliefertseins mag ganze Leben anderer Trümmerkinder bestimmt und gestalten haben lassen.

Es ist einfach nur diese Absurdität des Konzeptes des „Heldentums“, die ich nicht aufzulösen verstehe. Mag es auch noch so nützlich erscheinen. Nicht einmal eine praxistaugliche Bestimmung des Inhaltes dieser Begrifflichkeit scheint möglich:

Zwei heimgekehrte Soldaten. Dieselbe Truppe. Ähnliche Position. MG-Schützen.

Typ I spricht freundlich und zugewandt. Durchaus empathisch auf die Reaktion seines Gegenübers achtend, gibt er an, während einer Art Häuserkampf „80 bis 120 Menschen“ getötet zu haben. Genau wisse er dies nicht. Er habe „schiessen müssen“ und deshalb „nicht zählen können“. Dieser Vorgang habe ihn aber nie belastet. Er „mache sich“ grundsätzlich „nicht viel Gedanken“. Dies „bringe“ doch „nichts“. Derweil in ansehnlichem Wohlstand lebend, habe er die Jahrzehnte nach dem Krieg „mit Arbeit verbracht“, allein unterbrochen von kurzem Schlaf und letzteres nicht täglich. Von seinen Kindern habe er „seit Jahren nichts mehr gehört“. Als ausschliesslichen Lebensinhalt wie alleinig verbliebene Quelle sozialer Beziehungen beschreibt er eine bestimmte Form der Tierzucht.

Typ II erzählt zunehmend emotional beteiligt. Er habe während eines gegnerischen Angriffes eine „gewiss vierstellige“ Anzahl von Menschen getötet. Trotz der Entfernung gibt er an, „das Blut und was das sonst noch war“ haben spritzen zu sehen und „Gesichter“ erkannt zu haben. Er habe zum geigneten Zeitpunkt in Intervallen immer wieder „reingehalten“. Der Vorgang habe „gefühlte Ewigkeiten gedauert“. Weiterhin als belastend gibt er den Gedanken an, das er diesen Einsatz überlebt habe, während dessen Verlauf „Freund und Feind wie die Hasen“ gefallen seien. Es sei das erste mal, das er „davon erzähle“. Sein Leben während der Nachkriegszeit habe er ohne die Fähigkeit zu innerer Beteiligung gestaltet. Er habe alles eher „wie durch Nebel“ wargenommen und sich dessen Bedeutung regelmässig vor Augen halten müssen um adäquat zu reagieren. Als real erlebte er sein Träumen. Im Erleben der Frequenz seinerseits in Jahrzehnte einzuteilen, habe er jede Nacht „wieder hinter seinem MG gelegen“ und „reingehalten“. Es sei jedes mal „real“ und jedes mal „anders“. Auch nach Jahrzehnten gibt er an noch „neue Gesichter“ zu erinnern. In intakter Beziehung lebend, bestehe guter Kontakt zu seinen Kindern.

Was bleibt dem Betrachter an Bewunderung? Was nutzt den Betroffenen diese Form der Bewunderung? Das gesamte Konzept des Heldentums erscheint selbst als gewünschte Form positiver Verstärkung abnormen Verhaltens inhaltlich absurd und letztlich menschenverachtend. Auch dieser Frau gegenüber unangemessen. Just my 2 cents.

21. Karl Eduard - November 29, 2012, 16:29

„Ich weiss, dass es fast unmoeglich ist, Deutschen zu erklaeren, warum man sich vor manchen Menschen besser mit einem Zaun schuetzt.“

Du lebst schon sehr, sehr lange in Israel. Nicht? Im Übrigen unterscheidet man auch hier Politiker und Menschen. Erstere schaffen die Bedingungen, unter denen Letztere leiden. Das trifft auch auf die zuwandernde Kriminalität zu. Und daß auch Hungernde kein Recht haben, auf meine Kosten zu leben und von meinem Tellerchen zu essen, versteht sich wohl von selbst.

22. Lila - November 29, 2012, 17:02

Du hast nicht genau gelesen. Ich weiss, dass sich in Deutschland Menschen mit Jaegerzaeunen, Alarmanlagen und allen moeglichen anderen Mitteln schuetzen. Aber sehr viele scheinen nicht einzusehen, warum Israel sich mit Grenzzaeunen und Checkpoints schuetzt. Oder woher sonst speist sich die allgemeine deutsche Missbilligung diesen Massnahmen gegenueber?

23. Yael - November 29, 2012, 17:15

Ach, den Maßnahmen der EU steht man indifferent gegenüber.
Die verstoßen (z. B. die Zurückweisung von Flüchtlingen auf Hoher See) gegen die Menschenrechtskonvention und gegen das internationale Flüchtlingsrecht.
Das stört hier niemanden. Ist eben nicht Israel, deswegen ist es aus meiner Sicht immer eine verlogene Diskussion.

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/themenderwoche/1817887/

24. Silke - November 29, 2012, 18:10

Yael

Anerkennung von Leistung hilft sehr sehr vielen Leuten, lt. allen einschlägigen Management-Büchern, ist sie das Mittel, mit dem man abhängig Beschäftigte am besten zur Selbstausbeutung motiviert.

Neben einer ganzen Menge anderem habe ich mir bestimmt ein Dutzend einstündige Medal of Honor Träger Gespräch aufmerksamst angehört

Die Eindrücke, die mir diese Leute durch die Bank vermittelt haben, ist, daß sie bei aller vorbildlichen persönlichen Bescheidenheit die Anerkennung als wohltuend empfinden.

Aber was sind schon persönliche Eindrücke einer einzelnen gegen Studien von Akademia – sagte Harald Welzer mal in etwa, als im Nachtstudio Ute Frevert was zu hinterfragen wagte.

In letzter Zeit sind kaum noch Medals of Honor an Lebende verliehen worden. Hoffentlich hat das nicht zu bedeuten, daß die „armes Hascherl“-Kultur die dominante wird.

25. Yael - November 29, 2012, 19:01

Vielleicht werde ich hier missverstanden. Sie ist kein armes Hascherl und was sie geleistet hat, um ihr Leben und das Leben ihrer Kinder zu verteidigen und zu retten, hat meine höchste Anerkennung. Was denn auch sonst. Wenn man in Lebensgefahr ist, hat man oft innere Kräfte, von denen man nie wusste, dass man sie hatte.
Ich weiß nicht, was das aber damit zu tun hat, dass man Menschen, die derartiges mitgemacht haben, auch mal sein Mitgefühl ausspricht und ihr wünscht, dass sie keinen dauerhaften Schaden davon tragen möge. Tut mir leid, ich mache das zumindest hier nie wieder.

26. Silke - November 29, 2012, 20:05

Yael

Du kennst bestimmt die Behauptung, daß wenn einer zu einer ungewöhnlich geschickten Kellnerin sagt, daß sie aufpassen solle, nix zu verschütten, daß sie genau in dem Augenblick was verschüttet.

Schon allein das wie wohlmeinend auch immer Aussprechen von, es möge nicht eintreten, verschafft es Raum in der Wirklichkeit.

Weiter als, wenn Du irgendetwas brauchst, ich was für Dich tun kann, lass es mich wissen – großer Punkt. – wollte ich nicht, daß eineR mit mir ginge.

Jegliche Zukunftsausblicke sind in so einer prekären Lage meiner Erfahrung nach daneben.

Ein sehr erfahrener Segelfluglehrer hatte den Motorflieger beim Landeanflug in die Böschung gesetzt und fand sich danach im Gipsbett wegen der Wirbelsäule und Streckverband und was weiß ich noch wieder. Ein Leben am Stock stand ihm so gut wie sicher bevor.

Seine Kameraden kamen und erzählten ihm begeistert, wie sehr er ihnen imponiert habe, als er da ganz cool eingeklemmt saß und seine eigenen Bergungsarbeiten leitete – etwas, woran er keinerlei Erinnerung hatte.

Wäre ein „ich wünsche Dir, daß Du mit Deinem neuen leben am Krückstock gut zurechtkommen wirst“ hilfreicher?

Mein durch unglaublichen akademischen Hochmut und Inkompetenz im Rollstuhl gelandeter Kollege konnte bei jedem Anklang von Mitgefühl sehr biestig werden, nicht jedoch bei einem Gespräch darüber wie der ideale Aktenschrank für jemanden wie ihn beschaffen sein sollte oder daß er auch nicht verstehe, wozu es gut sein soll, daß in Behindertentoiletten die Schüsseln so viel höher als der Rollstuhlsitz ist.

27. Jakobo - November 29, 2012, 21:59

man muss nicht alles bis zum ende diskutieren

J

28. Rika - November 29, 2012, 23:11

Jacobo,
ich stimme dir vollkommen zu – wie auch Dir, Yael!
Aber es gibt Leute, die müssen einfach immer das letzte Wort haben und ihre Sicht auf die Dinge absolut setzen…. auch wenn sie nur wenig Ahnung zu haben scheinen… ganz, ganz vorsichtig ausgedrückt…
😉
Ist nicht schön ausgerechnet hier bei Lila so etwas zu sagen…. ist mir aber ein Bedürfnis.
Lila, verzeih ….!

29. Yael - November 29, 2012, 23:42

Das ist richtig, Jacobo. Es hat auch wenig Sinn. Bis bald mal wieder.

30. sumo - November 30, 2012, 0:49

ich beglückwünsche diese Frau, daß sie auf diese Weise sich und ihre Kinder gerettet hat. Ich freue mich für sie und empfinde allergrößte Hochachtung vor ihr.
Leider sind solche Zäune in Israel notwendig!
Mittlerweile habe ich schon mehrmals mit Erlebnissen und Geschichten aus diesem Blog argumentiert, und das zeigt Wirkung.
Ich merke, daß man mit fundierten Argumenten (in meinem Umfeld) Denkprozesse in Gang setzen kann.

31. Rosa Grün - November 30, 2012, 1:37

Weißt Du Rika, dass es schwarze Katzen gibt, die so aufdringlich sind, dass man sich ihrer nur erwehren kann, wenn man sie total ignoriert? Einfach so tun, als wären sie gar nicht vorhanden, schont die Nerven…

32. Silke - November 30, 2012, 1:40

Jakobo

recht hast Du, ein Thema für wichtig zu halten, ist schlecht fürs Kuschelige, wir sind eine große glückliche Thread-Familie

Daß der Zeitgeist zunehmend den unbeschädigten Menschen, je vollkommener desto lieber, zum Maßstab, zum Ideal, zur Vorgabe macht, ist schließlich uneingeschränkt begrüßens- und wünschenswert.

33. Jakobo - November 30, 2012, 1:59

Silke,
ich versteh nicht was du sagen willst.

J

34. Paul - November 30, 2012, 2:23

Zu 31 Rosa Grün: 😆

35. harfenjule - November 30, 2012, 2:41

Aber Silke, jeder hier würde dir beipflichten, daß es nicht gut wäre, diese Frau jetzt täglich mit gut gemeintem „Ist eh alles in Ordnung?, gehts dir gut?“ zu löchern…wie du schreibst, man kann auch viel herbeireden. Aber diese Yael liest hier doch nicht mit, was kann es also schaden, daß man schreibt,“ man hoffe, daß nicht…..“ Und daß so ein Vorfall Traumata hervorrufen kann-nicht muß-ist doch erwiesen-es reicht ja ein Einbruch, damit sich Leute in ihrem eigenen Haus nicht mehr sicher fühlen, ihr Haus deshalb verkaufen. Wie geschrieben, es kann sein, es muß nicht-wir alle wünschen der Frau Yael, daß sie es möglichst locker wegsteckt.

36. avra - November 30, 2012, 10:48

@ silke 14: “ .. die das Bombardement von Nürnberg bei mir hinterlassen hat, stammen von der Künstlichkeit der Erwachsenen in der Situation.“
dann war die ganze aufregung in israel als es tag u. nacht bombardiert wurde auch nur künstlich?
nicht alle sind so abgebrüht wie sie. vielleicht hat es mehr spuren hinterlassen als sie meinen.
ein bekannter von mir war als 5 jähriger mit seiner mutter in dresden als die bomben fielen, seine mutter war eine sehr taffe frau ich habe sie noch kennengelernt. als sie den luftschutzbunker wieder verlassen konnten bot sich ihnen ein bild der verwüstung u. sie mussten vorbei an vielen toten menschen. mein bekannter hat keine erinnerung daran- aber er hatte/hat zeit seines lebens mit panikattacken, angst vor engen räumen u. einer vielzahl anderer psychosomatischer erkrankungen zu kämpfen.

37. Naomi - November 30, 2012, 10:57

Yael, Jakobo, Rika, Paul –
Zustimmung auch von mir. 😉

In den letzten Monaten habe ich hier bei Lila nur noch gelesen und nicht mehr geschrieben.
Grund: Silke dominiert den Blog sehr stark – egal, ob on topic oder off topic. Wenn ich rechts auf die Namen der Leserkommentatoren blickte, sah ich eigentlich nur noch Silkes Namen.
Durch ihre Dominanz (das ist nicht böse gemeint!) hat sich leider auch z.T. in den Leserkommentaren der Ton geändert.

Deshalb ein Tipp an dich, Silke – und trotz allem wirklich nichts für ungut:
Vielleicht solltest du einen eigenen Blog aufmachen – oder dich in Lilas Blog etwas mehr zurückhalten in deiner Präsenz.

In diesem Blog wollte ich eigentlich eher mehr von Lila lesen …

38. Paul - November 30, 2012, 12:52

Zu 37: Naomi

Danke

39. Rosa Grün - November 30, 2012, 14:02

Zu 34, Paul: Danke! ;-))

40. Silke - November 30, 2012, 15:31

avra

es war die künstliche Nicht-Aufregung der Erwachsenen im Bombenkeller

Naomi
danke für den guten Rat, ich glaube, es ist Zeit, daß ich ihn befolge. Ansonsten mir war nicht bewußt, daß hier jemand außer Lila postet und daß posten und kommentieren das Allerselbe ist.

41. Jakobo - November 30, 2012, 18:00

„Yael, Jakobo, Rika, Paul –
Zustimmung auch von mir. 😉

In den letzten Monaten habe ich hier bei Lila nur noch gelesen und nicht mehr geschrieben.
Grund: Silke dominiert den Blog sehr stark – egal, ob on topic oder off topic. Wenn ich rechts auf die Namen der Leserkommentatoren blickte, sah ich eigentlich nur noch Silkes Namen.“

ich hatte das allgemein gemeint und nicht auf einzelne.

J

42. Silke - Dezember 2, 2012, 17:17

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