jump to navigation

Zwei Indikatoren November 26, 2012, 8:59

Posted by Lila in Presseschau.
trackback

Die Deutsche Welle:

Gazas Sehnsucht nach Normalitaet

Der Artikel nennt nur die umstrittenen palaestinensischen Angaben zu den Opferzahlen:

158 Palästinenser sollen getötet worden sein, davon 103 Zivilisten, so die Zahlen der Vereinten Nationen. Palästinensische Quellen sprechen von 163 Toten. In Israel starben sechs Menschen.

Dabei wird es noch eine Weile dauern, bis wirklich alle Untersuchungen zu den Opfern abgeschlossen sind – auch Mr. Goldstone hatte ja falsche Informationen und die Anzahl der zivilen Opfer wurde schliesslich nach unten korrigiert.

Doch darum kuemmere ich mich ein andermal.

Der ganze Artikel atmet foermlich die Friedfertigkeit und sanfte Resignation der Menschen in Gaza – sie haben Angst vor “ausbrechender Gewalt”, als waere es ein Virus, der Gewalt verursacht wie Brechdurchfall, ohne dass jemand sie angezettelt hat. Anscheinend hat niemand je davon gehoert, dass seit Jahr und Tag Raketen auf israelische Staedte geschossen werden – auch der Reporter selbst scheint in schoener Unschuld zu leben. Nur “Raketenabschussstellen” werden einmal erwaehnt. Wer aber dort geschossen hat – es bleibt ein Geheimnis.

Immerhin, fuer die Friedfertigkeit der Bevoelkerung dort kann der Reporter buergen. Wie beruhigend.

Jedoch es scheint ein gaenzlich anderer Gazastreifen zu sein, in dem die Menschen ihre neugeborenen Kinder “Achmed Jabari” oder “Fajr” nennen.

Muhammad al-Shafi’i Abu Nassat named his son, who was born Friday, after the Fajr missile. Naming his baby Fajr, Abu Nassat told Gaza media, was his way of expressing his gratitude to Iran, which was responsible for supplying Gaza with rockets that, according to Abu Nassat “struck the enemy for eight days.”

Die darin verborgene Hoffnung fuer eine friedliche Zukunft sprach eine Mutter deutlich aus:

Amira Abu Assus, from the northern Gaza Strip, also named her child Fajr, Arabic for ‘dawn’, and says she picked out the name even before she went into labor last week.

She said she knew that the unborn baby would have “a bright future within Palestinian resistance. He would carry the rockets whose names he bears so as to free Palestine from Israeli occupation.”

Anders als mit Gewalt ist die “Befreiung” ja auch nicht denkbar – vor allem, wenn man wirklich Tel Aviv mit befreien will. Da werden schon Ungeborene zu bewaffneten Kaempfern getrimmt. Wahrlich wunderbare Aussichten fuer den kleinen Fajr. Und wenn er lieber Zahnarzt werden will?

Und noch ein Vater erklaert, welche Helden man sich im Gazastreifen zum Vorbild nimmt:

Murtaja said he decided to name his child Ahmed Jabari to prove to Israel that the Jabari assassination did not mean that the Palestinian nation stopped producing heroes.

Nein, ganz ehrlich, ich habe nicht fuer eine Sekunde angenommen, dass die Palaestinenser aufhoeren, wahre Helden wie Jabari hervorzubringen, Raketen zu verherrlichen und von der Vernichtung ihrer Feinde zu traeumen.

Allerdings bin ich auch kein Deutsche-Welle-Reporter.

Kommentare

1. Silke - November 26, 2012, 12:02

1975 liefen auf “meiner” griechischen Insel ganz viele kleine Eirinies rum, Eirinie heißt Frieden und das war der Wunsch, dem Ausdruck gegeben werden sollte.

… und das in einer Gesellschaft, in der es ganz strenge Regeln gab, welches Kind nach welchem Vorfahr zu benennen ist.

Es kann allerdings sein, daß das generell für Mädels nicht so stramm gehandhabt wurde. Ich habe nicht gefragt, mir schwirrte so schon der Kopf. Doch bei Jungens gab es kein Pardon, wollte man nicht Zoff mit nem alten Herrn haben.

2. Silke - November 26, 2012, 12:04

es wäre mal interessant zu erfahren, wann Deutsche und/oder Österreicher aufgehört haben, ihre Söhne Adolf zu nennen. … nicht wann die Adolfs aufgehört haben, diesen Namen zu benutzen.

3. Silke - November 26, 2012, 14:38

“Das Wichtigste heute Morgen” gibt es nur als Audio. Mir fiel jedoch auf, daß in Ägypten ein 17 Jahre alter Jugendlicher getötet wurde. Werden in Gaza auch Jugendliche getötet oder werden die immer als Kinder gemeldet?

[audio src="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2012/11/26/dlf_20121126_0845_25543e4d.mp3" /]

Hier ist die dazugehörige Liste:

http://www.dradio.de/aod/html/?broadcast=196841

4. Silke - November 26, 2012, 14:54

oops falsch gehört (?) lt. FAZ war der Arme erst 15

Bei einem Angriff auf das Hauptquartier der Muslimbruderschaft kam ein 15 Jahre alter Jugendlicher ums Leben.

http://www.faz.net/aktuell/politik/arabische-welt/aegypten-opposition-buendelt-kraefte-gegen-praesident-mursi-11971447.html

Suchwörter waren Ägypten Jugendlicher

zu Gaza Jugendlicher kriege ich in News gar nix und mein oberster in Suche ist das hier
http://www.spiegel.de/panorama/jugendlicher-im-gaza-streifen-uebt-parkour-a-856576.html

hier gibt’s Jugendliche http://www.tagesschau.de/ausland/waffenruhe106.html
doch bei den Getöteten habe ich sie nur bei der Basler Zeitung gefunden.

5. Jean - November 26, 2012, 15:48

Dieser Irrsinn im Gazastreifen gehört zu den Pathologien einer aus dem Islam gespeisten Kultur. Das Gottesbild bedingt ein Menschenbild und beides wird in der Kultur sichtbar. Tatsächlich leben die doch alle in einem kulturellen Gefängnis, und weichen in ihrer Situation auf diese Beschreibung aus.

Denn der Islam konserviert die bestehenden Probleme hervorragend. Eine kluge Apologetik ist bei uns vonnöten, diese Zusammenhänge aufzuzeigen – und das Vernunft und wahrheitsgemäße Religion einander befördern.

Es müßte einen Chesterton in der Region geben …

Silke - November 26, 2012, 19:42

Jean

immer wenn ich Leute lese, die so klug wie Du die Religionen sortieren und beschreiben können, wie sie es einordnen, daß es ein Muslim war, der Schiffe von Genua aus nach Spanien sandte, um Juden zu retten.

Über Jahrzehnte ist mir immer erzählt worden, wie friedliebend Hindus seien. Heute gibt es eine Nationalisten genannte Bewegung, die sehr unfriedliebend zu sein scheint (was der Behauptung, es sei eine Spezialität der Monotheismen ins Knie zu schießen scheint)

1911 versetzten irgendwelche Anarchisten in Aufruhr und Churchill kriegte eine Kugel durch seinen Hut. Er war so “beliebt”, daß die Londoner trauerten, daß die Kugel ihn verfehlt hatte. Und später ???

Das Grundsätzliche funktioniert nicht einmal bei einem einzelnen Menschen, wie kann es dann bei einer ganzen Religion klappen? Übrigens hält John Galt (Ayn Rand’s Held aus Atlas Shrugged) Vernunft genauso hoch wie der Papst es in Regensburg tat. Wie das mit dem, was ich von katholischer Soziallehre höre übereins geht, ist mir unklar.

6. j5727 - November 26, 2012, 20:12

Habe heute ein schönes Beispiel für Paranoia im Kollegenkreis angetroffen: Das Hessische Ärzteblatt (das ich zwangsweise nicht nur zugesandt bekomme, sondern leider auch bezahlen muss …) berichtet in einem Artikel zum Thema “Gesundheitsversorgung in Palästina” folgende schlimme Sache: ” Eine Zunahme an Brustkrebserkrankungen wird von den palästinensischen Kolleginnen und Kollegen beobachtet. Sie führen das auch auf den permanenten Stress durch die israelische Besatzung zurück.”
Da haben wirs: Juden als Kanzerogen ! Wer hätte das gedacht? ;-)

Indes: das Unglaublich ist, dass das “Hessische Ärzetblatt” derartige antisemitische Propaganda unkommentiert abdruckt.

Ich hab dann mal der Kollegin eine Mail geschrieben und mich – gelinde gesagt – gewundert.

Wenn ich könnte (würde ich das Blatt abbestellen – kann ich aber nicht – bin Zwangsleser….)

7. Arthur - November 26, 2012, 20:55

Ich denke nicht, dass sich der irrsinn aus dem islam mehr speist als aus irgend einer anderen Religion… In Irland hat sich der irrsinn Jahrzehntelang aus dem Christentum abgeleitet, und seinen verschiedenen Unter-Sekten, dasselbe galt jahrhundertelang für ganz Europa. Das Christentum – eine blutrünstige Religion, die nur durch 200 Jahre Aufklärung halbwegs im Zaum zu halten ist?

8. bEn - November 27, 2012, 12:17

Ist doch alles ganz einfach: Friede ist wenn Israel still hält.
http://torsun.blogsport.de/2012/11/25/deutsche-konflikt-wahrnehmung/

9. Stoff für’s Hirn « abseits vom mainstream – heplev - Dezember 2, 2012, 13:57

[…] Deutsche Qualitätsmedien vermitteln ein Bild von Gaza – das mit dem, was dort von den Gazanern selbst so zu sehen/hören/lesen nun wirklich nicht einmal in Ansätzen übereinstimmt. […]

10. branco - Dezember 3, 2012, 6:10

@arthur
Mohammed ist ein Vorbild in ALLEM für jeden Moslem inkl. Angriffskrieg,Sklavenhaltung,Ermordung von Gefangenen,Sex mit einer 9 J.Nun vergleich das mal mit Jesus oder Buddha.


Sorry comments are closed for this entry

Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 273 Followern an