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Alexandra Rojkov November 25, 2012, 7:54

Posted by Lila in Presseschau.
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bringt das Kunststueck fertig, einen traenenseligen Artikel ueber den Gazastreifen zu schreiben, ohne den jahrelangen Beschuss Suedisraels zu erwaehnen, ohne den Beschuss auf den Jeep (der von den deutschen Medien ueberhaupt groesstenteils ignoriert wurde) und ohne das Wort „Terror“ zu benutzen.

Sieben Tage lang war Gaza unter Beschuss, mehr als 1.500 Ziele hat Israel nach eigenen Angaben angegriffen. Im Gegenzug feuerte die Hamas auf den Süden Israels. Auf Gewalt folgte noch mehr Gegengewalt: Israel mobilisierte seine Armee, 75.000 Reservisten standen für einen Einmarsch bereit.

Selbst der Bus in Tel Aviv geht spontan in Flammen auf bei ihr.

 Am Mittwochmorgen explodierte in Tel Aviv ein Linienbus.

Und wer faengt den Aerger immer wieder an?

„Ich bin froh, dass wir einen Waffenstillstand haben“, sagt Elhelou. Aber an einen dauerhaften Frieden glaubt er nicht. „Zwei Jahre werden wir Ruhe haben, maximal vier. Dann geht es wieder von vorne los.“

Viele Menschen in Gaza sind derselben Meinung: Sie denken nicht, dass die Waffen lange ruhen werden. „Es ging doch nicht darum, die Hamas zu schwächen“, sagt Elhelou. „Sondern darum, dass Netanjahu die Wahlen gewinnen will.“

Unwidersprochen bleibt eine solche Behauptung stehen. Ohne jeden Grund faengt Israel im Wahlkampf Mordkampagnen an. Weil das Waehlerstimmen bringt. Also wieder der alte Vorwurf der Blutrunst.

Ein neuer Stern der Nahost-Berichterstattung? So baut man bei der ZEIT eine Karriere. Schamlose Luegen scheinen dazu Vorbedingung zu sein. Herzlichen Glueckwunsch, ZEIT. Immer, wenn man glaubt, niedriger, billiger und populaerer geht es nicht mehr – kommt der Gegenbeweis.

Ein bisschen gegoogelt, und schon findet man Erlebnisse der jungen Frau als Studentin in Kairo:

When dusk inevitably brought the call of the muezzin, the women suddenly fell silent. ‘We must listen,’ explained Lubna. The four girls sat devoutly on their wooden bench and observed the prayer. Later we discussed politics. ‘The west has a completely mistaken image of islam,’ said one girl. ‘We are not all terrorists.’ The topic of Israel was especially important to them. ‘They just came and took away the Palestinian’s land,’ said Heba. We stood by in reverent silence.

Dass sie in Aegypten den Mund gehalten hat – nicha. Aber wenigstens im Artikel koennte sie schon erwaehnt haben, dass die schlichte Weltsicht dieser Maedchen vielleicht nicht ganz der Realitaet…? Aber nein, Respekt muss doch sein.

Kommentare

1. Dorothee - November 25, 2012, 14:50

Ich bin dieser Autorin auch nachgegangen und fand 2 akzeptable Beiträge: http://www.zeit.de/2012/47/Das-ist-mir-heilig
http://www.zeit.de/politik/ausland/2011-10/israel-schalit-austausch/komplettansicht. Und die übrige ZEIT-Berichterstattung, z.B. von Gisela Dachs, ist doch meist in Ordnung, oder?

2. Lila - November 25, 2012, 14:58

Ueber Gisela Dachs habe ich schon oft genug geschrieben. Sie ist aber schon einige Zeit nicht mehr dabei, glaube ich. Oder ich guck nicht mehr oft genug in die ZEIT, deren treue Leserin und Abonnentin ich Jahrzehnte war.

Gisela Dachs wusste, wovon sie schrieb. Sie hat hier gelebt und hat den Taxifahrern und Friseuren aufs Maul geschaut. Jeder Artikel war ein Gewinn.

Die ZEIT hat in der letzten Zeit die Praxis vieler deutscher Zeitungen uebernommen: keine Woche ohne anti-israelischen Artikel. Oder auch mal anti-juedisch. Damit erwerben sie sich bestimmt viele treue neue Leser. Den Kommentaren nach zu urteilen, kann die ZEIT-Klientel gar nicht genug davon kriegen…. und irgendwie muss so eine Zeitung ja ueberleben. Nicht wahr.

3. Dorothee - November 25, 2012, 21:57

Artikel von Gisela Dachs werden noch reichlich angeboten,
http://www.zeit.de/autoren/D/Gisela_Dachs/index.xml ;
sie ist Jahrgang 1963 und lebt m.W. in Israel – also belibt sie uns noch erhalten.
Also, anti-jüdische Artikel sehe ich in der Zeit (nur online) eher selten; auch die Beiträge von Alexandra Rojkov sind das nicht.
Nicht immer sensibel oder zu wenig differenziert, aber das kenne ich vom US-Presseangebot auch.


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