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Sohn der Hamas November 24, 2012, 18:29

Posted by Lila in Presseschau, Uncategorized.
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Gestern abend habe ich das Interview im Fernsehen gesehen – ich fand Musab Hassan Yosef sehr beeindruckend. Soweit ich weiss, hat sein Sinneswandel einen religioesen Hintergrund, er lebt heute als glaeubiger Christ. Das kam im Interview nicht vor. Die Frage, welche Rolle der Islam im Islamismus spielt, ist ja eine sehr dornige, die ich normalerweise auch nicht anpacke – man geraet zu leicht in die Welt der Verallgemeinerungen. Aber Yosef ueber den Islam sprechen zu hoeren, ist interessant. In Deutschland war er auch mal.

Waere ich Bibi, wuerde ich den jungen Mann anrufen und ihm einen Job anbieten. Allerdings wuerde er sich, wenn er in diese Weltgegend zurueckkehrt, in Lebensgefahr bringen. Also doch keine so gute Idee.

 

Kommentare

1. Yael - November 24, 2012, 18:38
2. Silke - November 24, 2012, 19:47

Dein Video-Link läuft bei mir nicht, doch hier kriege ich wenigstens ihn selbst zu hören

Ich bin immer noch sehr beeindruckt von dem jungen jüdischen Mann aus dem Iran, der in Deutschland aufwuchs und zeitweise Gangmitglied in Berlin war und heute Sprecher bei der IDF ist.

Wie war bloß noch mal sein Name? Auf irgendeiner Wunschliste steht er bestimmt. Der Titel war irgendwas mit Trocken und Nass. Der hat mir so gut gefallen, weil er diese quicke Intelligenz zu haben schien, die ich so mag und die mich oft genug auf falsche Fuffziger reinfallen läßt.

3. Silke - November 24, 2012, 19:53

das ist der, den ich meine, der mir in Interviews so richtig gut gefallen hat und ich bin immer sehr neugierig auf Leute, die sich bemühen, ehrlich zu berichten, wie sie sich unter Gruppenzwang verhalten haben.

http://www.amazon.de/»Ein-nasser-besser-trockener-Jude«/dp/3423247975/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1353779358&sr=8-1

Beim „Sohn der Hamas“ klingeln bei mir ohne jeden konkreten Grund ganz leise im Hintergrund Glöckchen.

4. Hein - November 24, 2012, 21:25

Ich habe ihn im vorigen Jahr auf dem Israelkongress in Frankfurt erlebt. Er ist sehr überzeugend. In seinem Buch schreibt er:
„Ich erkannte, dass die Besatzung nicht für unser Leid verantwortlich war…..Ich fragte mich, was die Palästinenser wohl tun würden, wenn Israel tatsächlich verschwände …..Wir würden uns immer noch streiten. Wegen nichts und wieder nichts. Wegen eines Mädchens ohne Kopftuch. Darüber, wer der Stärkste und Wichtigste war.“ (S. 135)

5. Wolfram - November 24, 2012, 22:16

Son of Hamas heißt hier „le Prince Vert“ und ist tatsächlich 4,21€ billiger als in Deutschland.😉 die amerikanische TB-Ausgabe für 10 Euro irgendwas würd ich aber nicht durchkriegen.

Steht auf der Bücherliste.

6. Wolfram - November 24, 2012, 22:18

Ach so: die französische wikipedia-Seite sagt übrigens, er hätte im Gefängnis die Machenschaften der Hamas erlebt und sich deshalb entschieden, dagegen zu arbeiten. Ähnlich steht es auf der amazon.fr-Seite zum Buch: weil er gesehen hat, wie die Hamas-Leute mit anderen Palästinensern im Gefängnis umgingen. Seine Bekehrung zum Christentum ist wohl erst deutlich später.

7. Silke - November 25, 2012, 0:11

mir fällt gerade ein Grund ein, warum ich dem Mann gegenüber ein Rest-Misstrauen nicht los werde.

Die Hamas sind nicht mehr und immer noch ein Stück weniger Barbaren (leider vermutlich eher Nichtkönnen als Nichtwollen zu verdanken) als es die Generation war, aus der ich hervorging. Und heute gelten „wir“ als das Vorzeigekind (Poster Child) erfolgreich verlaufener Rehabilitation. Von unserer offenbar weltweit gelobten Erinnerungskultur ganz zu schweigen.

Wild gewordene Fanatiker gleich welcher Glaubensrichtung haben zu allen Zeit und an allen Orten alle Regeln zivilisierten Zusammenlebens über Bord geworfen.

Übrigens scheinen in letzter Zeit sogar über Attila seine Leistungen würdigende Bücher geschrieben worden zu sein.

Die Frage ist also, ob Austreiben exzessiver Glauberei ohne platt bombardiert haben, möglich ist. Gibt es einschlägige Beispiele wo so eine attraktive Massenbewegung einmal einfach aus der Mode kam?

Robert Graves war in den 20ern Lehrer in Cairo und beklagt sich, seine Studenten hätten als Entschuldigung für nicht gelieferte Hausarbeiten religiöse Pflichten angeführt. Jetzt ist es fast 100 Jahre später und das Gaga scheint immer noch zu wachsen.

8. Rosa - November 25, 2012, 9:17

„He asserted that Israel has a responsibility to educate the Palestinian public.

“Why don’t we have TV stations, radio stations?” he asked. “We need to expose these lies and educate the Palestinians“
[aus dem ersten Link: http://www.jpost.com/MiddleEast/Article.aspx?id=293214%5D

das klingt doch wirklich nach einer guten Idee? Das hat zumindest schonmal in verflossenen diktatorischen-Regimen mit mieser Propaganda in Europa geklappt.

9. Hadassa - November 25, 2012, 10:06

Ich habe das Interview auch gesehen und finde den Mann immer wieder beeindruckend. Sein Buch ist wirklich sehr lesenswert, wenn auch nicht ganz einfach zu verpacken. Wie er die Zustände in israelischen Gefängnissen beschreibt, hat ziemlich an mir gekratzt .

10. democracy - November 25, 2012, 12:06

Liebe Lila, liebe Kommentatoren,

bin sonst nur stiller Mitleser, aber ich wollte was zu # 3. Silke ergänzen:

<<Beim “Sohn der Hamas” klingeln bei mir ohne jeden konkreten Grund ganz leise im Hintergrund Glöckchen.<<

Bei mir auch. Und zwar laut. Und ich weiß auch noch warum, denn auch ich hielt ihn anfangs für eines der so lange ersehnten kleinen Hoffnungslichter. Aber ist wohl nix damit, denn der Sohn der Hamas scheint dem sehnsüchtigen Westlern einiges vorzuflunkern:

http://pjmedia.com/blog/the-mosab-yousef-saga-did-hamas-%E2%80%98defector%E2%80%99-dupe-all-of-us/

Man muß Walid Shoebat nicht mögen. Also Buch gekauft, gelesen, und wieder Irritierendes entdeckt, nämlich das alte, offenbar unauslöschlich in arabische Hirne gravierte Muster "Israel als Unterdrücker". In "Son of Hamas" schreibt Mosab Hassan Yousef: "Ich bin der Sohn von Leuten, die durch korrupte Systeme seit vielen Jahrhunderten versklavt wurden." (S. 248). Eines dieser "korrupten Systeme" ist nach seiner Meinung die Regierung Israels: "Ich war ein Gefangener Israels. Das öffnete mir die Augen für die Tatsache, daß die Palästinenser von ihren eigenen Führern genauso unterdrückt wurden wie von Israel. (…) Befreit von der Unterdrückung in Europa, wurde Israel zum Unterdrücker." (S. 249f.)

Der Mann mag seine eigene Führung kritisieren – seine verdrehte Sicht auf Israel hat das kein bißchen geändert. Außerdem hat er wohl, seit seinem Asylantrag in den USA stattgegeben wurde, mehrmals in Radio-Interviews bejammert, daß Israel "Kinder tötet".

11. Lila - November 25, 2012, 12:15

Ich werde wohl das Buch kaufen muessen und mich nicht nur auf Interviews verlassen. Allerdings tendiere ich dazu, den zurueckgelegten Weg zu bewundern. Die Ueberreste alter Vorurteile sind schwer loszuwerden. Der Mann hat Leben gerettet, unter Einsatz seines eigenen, und wer eine Annaeherung an Israel in israelischen Gefaengnissen beginnt, wird davon vermutlich gepraegt.

12. madeleine - November 25, 2012, 14:15

Diese, vor einem Jahr am Israelkongress geäusserten Worte, scheinen mir doch sehr eindrücklich zu sein.
Ich bin eine (meist) stille Leserin dieses Blogs, den ich aber sehr sehr schätze.

13. Marva - November 27, 2012, 15:49

Mosabs Erzählungen sind eine tolle Geschichte – aber eben auch nicht mehr. Walid Shoebat hat dazu bereits viel Material zusammengetragen, dass Mosab belastet:

http://www.shoebat.com/videos/sonOfHamas.php
http://pjmedia.com/blog/the-mosab-yousef-saga-did-hamas-%E2%80%98defector%E2%80%99-dupe-all-of-us/

Walid Shoebat ist selbst nicht ueber alle Zweifel erhaben. Sich als Terror-Aussteiger zu verkaufen, ist eben auch eine gute Einnahmequelle, wenn man das richtige Publikum hat.

Auch für die US Behörden ist Mosab uebrigens ebenfalls nur ein Spinner. Dass Mosab auf Channel 2 interviewt wird, ohne dass seine Story hinterfragt wird, ist wieder ein journalistisches Armutszeugnis fuer den Sender.


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