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Gespraeche November 22, 2012, 21:51

Posted by Lila in Kinder, Uncategorized.
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1. Primus

Mein Primus ist gluecklich in Deutschland. Ich erzaehle ja nicht viel von ihm im Moment, aber ich habe Freude an dem Jungen. Er macht ein Praktikum in dem Krankenhaus, wo meine kleinen Geschwister geboren sind und wo mein Vater gestorben ist, und er macht es gern. Die Schwestern und Pfleger sind freundlich, und er bewundert ihre Kompetenz und nimmermuede Geduld. Die ganze Atmosphaere ist so nett. Kein Wunder, sind ja alles Rheinlaender…

Ein alter Patient hat ihn mit Handschlag begruesst, als er gehoert hat, dass er Israeli ist, und hat von seinen Erlebnissen in Israel erzaehlt, vor 40 Jahren. Ueberhaupt trifft Primus bisher nur Leute, die entweder nichts wissen, aber neugierig sind, oder die positive Erinnerungen an Ferien in Israel haben.

Und mein Aeltester, der schon als ganz kleiner Junge alte Menschen gerne hatte, sich neben die Alten auf die Bank setzte und mit ihnen Gespraeche anfing, der zu seiner Bar Mitzva eine ganze Gruppe der Kibbuz-Vatikim einlud, mit der Begrueundung “ die sind meine Freunde“, der sich genau wie ich unwillkuerlich zu alten Menschen hingezogen fuehlt – der erzaehlt mir mit Begeisterung von seinen Patienten und wie nett sie alle zu ihm sind. Er ist einfach ein feiner Junge, und das spueren Kranke. Sie merken, wer sie mit Geduld, Takt und Respekt behandelt.

Primus hat begriffen, dass es gar nicht trivial ist, einen Menschen bei trivialen taeglichen Verrichtungen zu unterstuetzen – man kann ihn dabei fuehlen lassen, dass er laestig ist, oder aber, dass er noch derselbe Mensch ist wie vorher, nur eben im Moment hilfsbeduerftig. Und dass man ihm gern hilft, ganz selbstverstaendlich.

Das ist der Primus, der im Sani-Kurs der einizge war, der im Reanimations-Kurs auf die Uebungspuppe reagiert hat wie einen Menschen. Er hat der Puppe die Hand auf die Schulter gelegt und beruhigend gesagt, waehrend er anfing zu behandeln: ich bin der Primus, und ich kuemmere mich jetzt um dich. Als er mir das erzaehlt hat, war ich verbluefft – so habe ich Patienten im Koma auch immer begruesst, ihnen immer angekuendigt, was ich als naechstes tun muss, als ich im Kibbuz mit Kranken gearbeitet habe.

Wenn ich ihn so erzaehlen hoere, vermisse ich ihn ganz fuerchterlich. In sein Ivrit mischen sich mehr und mehr deutsche Woerter – Uebergabe, Station, Visite, Stationsschwester, Weihnachtsfeier… und ich bin froh, dass er auch meine alte Heimat jetzt genau kennenlernt, von innen, im Alltag.

Mit meiner Mutter und meinen Geschwistern und allen Freunden und Bekannten versteht er sich auch gut. Er klingt zufrieden und interessiert und ich kann ihm stundenlang zuhoeren.

Egal was mal aus ihm wird – ich bin nicht in Sorge um ihn.

von rechts: Primus, Quarta, Tertia und einer von Primus‘ besten Freunden noch aus Schulzeiten

2. Secundus

Gerade hatte ich aufgelegt und sann dem Gespraech noch nach, da rief Secundus an. Um ihn herum Riesenlaerm. „Pass auf, Mama – ich sitz im Bus, sie haben uns alle nach Hause geschickt! Der Bus faehrt bis Lev ha Mifrats, koennt ihr mich da abholen? Koennt ihr wohl was Leckeres mitbringen? Ich bin total ausgehungert!“ Haette er gesagt, ich sollte ihm den Kohinoor-Diamenten mitbringen, haette ich ihm den wohl auch versprochen, allerdings waere ich dann etwas im Stress – woher krieg ich jetzt dieses Ding? Aber Essen gibt es hier genug, ich habe fuer Tertia genug gekocht, die vorhin wiedergekommen ist. Vielleicht schaff ich noch einen Kuchen…

oben links in hellblau: Secundus

3. Tertia

Tertia hat eine Woche voll Arbeit und Stress hinter sich, aber zwei Dinge sind ihr im Gedaechtnis geblieben.

Die Maedchen haben bei der Arbeit Radio gehoert, um auf dem laufenden zu bleiben. Da wurden Wunschprogramme gesendet, wo sich Menschen aus dem Sueden Musik wuenschen durften, so wie in meiner Jugend auf SWF 3, Musikbox…

Tertia meint, praktisch alle gewuenschten Lieder handelten von Hoffnung, Frieden und Optimismus, und jedes einzelne wurde von Alarm-Ansagen uebertoent.

Don’t worry, be happy… Alarm in Beer Sheva… and if you think I’m a dreamer, I’m not the only… Alarm in Ofakim und Netivot… yesterday’s gone, yesterday’s gone… Alarm in Beer Tuvia…

Tertia sagt, ein Tag war besonders schlimm, da haette sie fast geweint vor Mitleid mit den armen Leuten im Sueden. Von manchen Songs hat man kaum ein Wort mitgekriegt, so oft wurden die Hoerer vor Raketen gewarnt.

Das zweite einschneidende Erlebnis war eine Neue auf ihrem Zimmer. Eine junge Soldatin (Tertia ist ja schon eine alte Haesin…) aus einem Ort im Sueden. Sie ist erst seit kurzer Zeit auf der Basis, und zu Anfang hat sie sich wohlgefuehlt, weil sie ja nah an zuhause ist. Aber als die Angriffe immer dichter wurden, bettelte sie um Sondergenehmigung nach Hause. Sie hat keinen Vater mehr, nur Mutter und kleine Schwester.

Die Mutter muss arbeiten (ich weiss nicht, wo sie arbeitet, aber es gibt Arbeiten, die weitergehen muessen), die kleine Schwester aber weint vor Angst, allein zu bleiben. Sie kennt es nicht anders, seit ihrer juengsten Kindheit gibt es immer wieder Alarm, und sie ist total veraengstigt und verstoert. Die Soldatin hat die Sondergenehmigung erhalten, um der kleinen Schwester beizustehen.

Tertia und ich stellten uns vor, wie die Soldatin, selbst ja noch ein junges Maedchen, die Juengere troestet und ihr ein Gefuehl von Sicherheit geben will, waehrend die Mutter auf der Arbeit vor Sorge die Waende hochgeht. Die beiden Maedchen in ihrem Luftschutzraum, wie sie sich umarmen.

4. Quarta und Tertia

Quarta: Sag mal, was esst ihr eigentlich bei der Armee?

Tertia: Das kommt drauf an, wo man hin geraet. Bei der Infanterie essen sie loof mit Sand und akrabutim. Bei uns in der Luftwaffe haben wir einen franzoesischen Spitzenkoch, der das Dessert am Tisch flambiert…

Kommentare

1. Andreas Moser - November 22, 2012, 22:03

Leiden die Kinder eigentlich nicht unter diesen eher antiquiert buchhalterisch als liebevoll klingenden Namen?

2. Silke - November 22, 2012, 22:06

möge der Kuchen der beste Deiner Laufbahn werden

3. Silke - November 22, 2012, 22:13

ach ja und hier ist was Schröckliches von der Springer-Presse

sehr gut, das jetzt so nachzuschieben finde ich

http://www.bild.de/politik/ausland/nahost-konflikt/israel-gaza-iron-dome-so-funktioniert-der-schutz-gegen-den-raketen-hagel-27309762.bild.html

und hier ist noch ein früherer Artikel – ach wenn doch unsere seriösen auch so informieren würden

http://www.bild.de/politik/ausland/nahost-konflikt/israel-gaza-mursi-westerwelle-clinton-pardo-die-koepfe-hinter-der-feuerpause-27309710.bild.html

PS: warum die 13 oder 14 Ballereien, die Gaza sich dennoch noch geleistet hat, auch hier nicht erwähnt werden

Und noch’n PS zu Anna Rau:

7 km weg von Tel Aviv hört sich weit an, doch dann fiel mir ein, daß die Normalstrecke für eine Stunde Joggen (lang ist’s her) für mich 10 km waren – da war das dann schon auf einmal viel viel näher dran.

4. Lila - November 22, 2012, 22:23

Andreas – das war der lustigste Kommentar aller Zeiten!😀

Lies mal Blog&Bloggerin…

5. Georg - November 22, 2012, 22:28

Man fühlt förmlich beim Lesen deines Eintrags die Erleichterung und Freude, deine Lieben in Sicherheit zu wissen. Auch meine ich, endlich eine entspannte Ausgeruhtheit zwischen den Zeilen heraus zu lesen. Es freut mich sehr, dass es euch gut geht.

6. David - November 22, 2012, 22:28

(Ich flüster es nur mal: Bei erwachsenen Menschen reicht man eigentlich Essen an. Und meist unterstützt man bei der Körperpflege, vollständig wird sie nur selten durchgeführt. Pingelig vielleicht, aber wenn man es erstmal verinnerlicht hat, dann mag man nicht mehr so gern „waschen“ und „füttern“ sehen. Ist nicht böse gemeint.)

7. Lila - November 22, 2012, 22:33

Gut gut, als ich anno 1982 das erste Mal in einem Krankenhaus Praktikum gemacht habe, hiess es noch fuettern und waschen, und ich glaube, auf Hebraeisch auch. Ich werde mich hueten, die veralteten Worte noch zu benutzen. Wollte auch niemandes Gefuehle verletzen – es war mir nicht bewusst, dass es da inzwischen solche Sprachregelungen gibt. Die uebrigens genau das ausdruecken, was ich sagen wollte.

Silke - November 22, 2012, 22:33

Lila 4
ich lach mir auch gerade einen Ast – das ist einfach herrlich – auf Norddeutsch würde ich sagen, da ist einer schwer am in die Krümmel Suchen.

Südler wissen natürlich nich, wie man’s richtig schreibt, ein Beweis dafür, daß meine Mutter recht hatte und die Intelligenz weitgehend im Norden zu Hause ist.😉

http://www.mein-suedzucker.de/Produkte/kandis/Kruemel-Kandis/

8. willow - November 22, 2012, 22:34

„Bei uns in der Luftwaffe haben wir einen franzoesischen Spitzenkoch, der das Dessert am Tisch flambiert…“

Wie ich auf Erfahrung weiß, reagieren Nicht-Luftwaffenangehörige auf solche Sprüche allergisch😉

9. Lila - November 22, 2012, 22:35

Andreas ist nicht der Erste, der meine Kinder ob der Namenswahl bemitleidet. Dabei find ich sie so genial.

Primus meldet sich inzwischen sogar manchmal am Telefon als Primus.

Silke - November 22, 2012, 22:38

ich dachte Deine Kinder interessieren sich nicht für Deinen Blog – solltest Du uns etwa beschwindelt haben oder wird sich das jetzt ändern, wenn Primus eingedeutscht wird?

Andererseits Primus, Secundus etc ist natürlich für den Nichtlateiner … Da wäre doch Erstling, Zweitling usw. viel ansprechender gewesen😉

Warum heißt eigentlich der Andreas-Graben Andreas-Graben und ist es nicht ein schweres Schicksal nach so einem katastrophenträchtigen Ort benannt worden zu sein?

10. willow - November 22, 2012, 22:41

PS: Wie kommt der Rest der Familie damit klar, eine Angehörige der Luftwaffe unter sich zu haben? Ich meine, es passt ja … *wegduck*

11. Lila - November 22, 2012, 22:52

Die Kinder anerkennen meine Bloggerei inzwischen und erzaehlen mir sogar manchmal Sachen, ueber die ich bloggen darf. Und ihre Existenz als lateinische Zahlen amuesiert sie. Das war ein Geniestreich von mir – hingegen haette ich mir fuer meinen Mann schon einen intelligenteren Namen als Y. ueberlegen koennen. Er lacht natuerlich drueber und meint, „Y.? why???“

Ich blogge nie ueber sie, ohne sie vorher um Erlaubnis gefragt zu haben.

Silke - November 22, 2012, 22:59

ich finde Y sehr hübsch – jedes mal kommt aus den Tiefen meines Gedächtnisses I grec gesprungen.

Das macht zwar zusammenhangsmäßig auch nix her, doch aus irgendeinem unerfindlichen Grund fand ich das immer irgendwie bezaubernd – zu hören und auszusprechen.

http://fr.wikipedia.org/wiki/Y_(lettre)

Um im Muster zu bleiben, hätte sich vermutlich Alpha und Omega besser gemacht, wobei das weibliche Element natürlich Alpha hätte werden müssen. Apropos griechisches Alphabet: auf Neugriechisch spricht sich Beta Vita aus, auch das hat mir immer ohne jeden rationalen Grund sehr gefallen.

12. Georg - November 22, 2012, 23:01

Y = Y-Chromosom – stimmt’s oder habe ich Recht?😉

13. Silke - November 22, 2012, 23:01

also willow – falls das in der letzten Woche nicht größtenteils Armee- oder Marineflieger waren, sehe ich ein schweres Übergewicht jenes Zweigs, der in dem Haus anscheinend nicht lobend erwähnt werden darf …

Ich habe keine Ahnung, wovon ich rede, ich wollte nur auch mal stochern …

14. Lila - November 22, 2012, 23:06

Willow, die Infanteristen fuehlen sich den verwoehnten laflafim der Luftwaffe, diesen Piloten und Navigatoren, unendlich ueberlegen. Du weisst doch, wofuer mein Mann Piloten haelt? „Das sind doch die, die uns zum Absprungpunkt bringen“ – Handlanger der Fallschirmjaeger. Dafuer werden die extra ausgebildet, klar.

Auf seiner Heckscheibe klebt ein stolzer Aufkleber der Zanchanim. Und ich habe doch schon von der jemenitischen Familie erzaehlt, fuenf oder sechs Brueder, alle bei den Fallschirmjaegern. Bei denen wurde zum Kiddush statt der kipa ein rotes Barett aufgesetzt. Und als die Juengste, die einzige Schwester, es wagte, mit einem Piloten aufzukreuzen, haetten die Brueder ihn fast verscheucht.

Schliesslich hat die Schwester protestiert. Als Angehoerige der Familie A. sei sie doch fuer alle Fallschirmjaeger tabu, weil alle Angst haetten, sich an sie dran zu wagen. Da sei ihr nun mal nichts anderes uebriggeblieben als ein Pilot. Und nuetzlich waeren die eben doch.

Fuer einen echten Infanteristen gehoert es dazu, in offenen Zelten zu schlafen, wochenlang nicht aus den Stiefeln zu kommen oder, wie Y. im Libanon, wochenlang nur von kalten Maiskonserven oder kaltem loof zu leben. Da sind die stolz drauf. Ich versteh es auch nicht.

Primus war irgendwo in der Mitte – Luftabwehr gehoert zur Luftwaffe und traegt eine sandfarbene A-Uniform. Aber sie sind meist „draussen“ und arbeiten mit der Infanterie eng zusammen.

Am exklusivsten ist die Marine, wo eine Freundin von mir gedient hat, und ihr Mann und ihre vier Soehne auch. Alle fuenf Maenner bei der shayetet. Fuer die ist der Rest der Armee gar nicht vorhanden, die sieht man vom Wasser aus nicht 😀

Ich nehme an, dass man diese Muehle nur uebersteht, wenn man sich mit der eigenen Einheit identiziert und sich einbildet, sie ist die wichtigste. So wie wir als kinder auch alle sicher waren, in der coolsten, frechsten Klasse zu sein…

Ein guter Freund von uns, eingefleischter Golanchik, empfand es als schweren Schlag, als sein Sohn Pilot wurde. Klar, er war auch superstolz auf den Sohn, aber so richtig froh wurde er erst, als der zweite Sohn wie der Vater zu Golani ging. Die singen zu Pessach Golani, Golani sheli😀

Y. hat jahrelang ueber Nahal gelacht und behauptet, Nahal waere die Abkuerzung fuer „wir stecken fest, ruft die Fallschirmjaeger“. Inzwischen muss er von Secundus Spott einstecken.

Ich amuesier mich immer darueber. Bestimmt ist es in anderen Armeen genauso.

15. Janina - November 22, 2012, 23:13

Tolle Bilder, tolle Kinder (übrigens auch sehr sehr hübsch, alle vier)!

16. Jochen - November 22, 2012, 23:18

Es ist zum direkten Vergleich zu den „nackten“ Nachrichten aus Israel angenehm zu lesen, wie es sich so lebt und fühlt. Angst, Sorgen und jetzt zur Freude die Entspannung nach der Waffenruhe. Nur auf die Nachrichten und die Fakten bezogen könnte man mit der Waffenruhe unzufrieden sein, weil es sich nach Verschnaufpause und Wideraufrüstung für die Terroristen anfühlt. Aber wenn ich so lese wie gut es den Familien mit Angehörigen in der Armee geht, weil die Lieben(bis leider auf einen verstorbenen Soldaten) unversehrt wieder nach Hause kommen, dann mach das schon auch Laune zum Mitfreuen, auch wenn sich die Wahre Freude nur vermuten lässt, hier aus dem behüteten Deutschland.

Silke - November 22, 2012, 23:22

na da muß ich als Stänkerin gleich mal Tony Iveson verlinken

http://www.bbc.co.uk/programmes/b00x31sq

Ich habe ihn kürzlich in nem anderen Podcast gehabt und da war er ganz der Coole did our job period – doch hier gibt es, genau wie in aller Regel bei den Gesprächen mit den Medal of Honor Recipients bei der Pritzker Library einen Moment, in dem ich unterdrückte Tränen höre.

Der schon erwähnte George McDonald Fraser hat auch Geschichten um einen Private McAuslan geschrieben, eine Katastrophe von einem Soldaten, doch jedesmal wenn der in Gefahr ist, echt lächerlich zu werden gibt es mal wieder einen Verweis darauf, daß er die komplette El Alamein Campaign mitgemacht hat und zu der wird hier ein neues Buch vorgestellt, das sich gut in dem Körbchen macht, was sich in den letzten Wochen so als Infos zu Rommel hier angesammelt hat.

Doch – Überraschung – mir ist in all dem Hype nix aufgefallen, wo mal gesagt wurde, daß Rommel’s Sieg Vernichtung für noch eine Gruppe Juden bedeutet hätte. Iss nicht so wichtig?????

http://player.fm/series/history-extra-podcast/jujitsu-suffragettes-and-the-battle-of-el-alamein

17. G. - November 22, 2012, 23:27

Schön und erleichternd, dass Secundus heil und gesund auf dem Heimweg ist. Ein abgesagtes Drama, auf dessen Teilhabe auch ich liebend gern verzichte.

Dein Blog ist übrigens hervorragend angetan, dem Leser verständlich zu machen, was Du unter tendiziöser Berichterstattung verstehst. Und deren Ursachen jenseits nicht gegebener Plausibilität aller Rationaliserung in der bestehenden Wirksamkeit jahrhundertelang etablierter Lernstrukturen zu sehen. Traurig.

Aber heute abend gleichgültig. Secundus ist wieder da. Einen richtig schönen Abend zum Entspannen und Geniessen und eine verdiente, wohlige Nachtruhe wünsche ich!

18. Claudia Sperlich - November 23, 2012, 0:43

Y. ist doch in Ordnung. Könnte für Yigael Yedin stehen.
Und die Ordinalzahlen finde ich praktisch. Wenn Du Großmutter wirst, kannst Du einfach weiterzählen, vielleicht noch, zur Unterscheidung der Generationen, mit Deminutiv (Quintula, Sextulus etc.).

19. Silke - November 23, 2012, 1:18

nur damit uns allen nicht zu wohl wird. Zwar steht am Ende des Transkripts des Interviews das hier, doch im Podcast habe ich nix davon gesagt bekommen und ich bezweifle sehr, daß das Teil dr Sendung war, wie sie der arglose Bürger serviert bekam:

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Deutschlandradio macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/1928650/

nach allem, was ich sehen kann, ist das so in der Spätsendung von Do „Das war der Tag“ gesendet worden.

Ich meine Medico International wäre mir schon mal ähnlich aufgefallen.

20. Paul - November 23, 2012, 1:53

Das ist überall so.
Wer möchte schon gerne Sandlatscher (Infantrist) sein. Fallschirmjäger sind dagegen schon Adlige. Noch höher stehen die Sondereinsatzkommandos. Noch höher geht es Elitemäßig nicht mehr.
Allerdings, Y. entschuldige bitte, Piloten stehen bei uns im Ansehen auch hoch im Kurs.
In Israel wird es nicht anders sein, denn was sie bei allen Auseinandersetzungen geleistet haben ist schon bemerkenswert. Auch in den letzten Tagen haben sie bewiesen was sie können und dadurch auch Weiterungen verhindert.

Aber solche Frozzeleien sind auch in anderen Berufen durchaus üblich.
Mein Sohn, auch Jahrgang 64 wie Du, ist Dachklempner. Er ist es gerne und ist auch stolz. Da sie mit Dachdeckern viel Hand in Hand arbeiten müssen, sich selbst aber in der Rangordnung über den Dachtdeckern einstufen, haben sie folgenden Spruch: „Jeder Dachklempner darf sich einen Dachdecker als Hausschwein halten.“

Habe jetzt gesehen, das Secundus doch in Eure Nähe kommt, weil der Bus bis Haifa fährt. Dadurch ist Euch die Fahrt in die Wüste erpart geblieben?
Oder habe ich etwas falsch verstanden.

Wäre ja schön wenn er auch nach hause könnte.
Die Glucke hat sich das auch redlich verdient. (Das ist nicht abwertend gemeit. Ich finde es zu schön, wenn die Glucke mit diesem glucksenden Geräusch die Kücken unter ihr Gefieder lockt und wenn alle da sind, einen zufriedenen Eindruck macht. Das finde ich einfach nur schön.)
Damit lassen sich dann die vergangenen Tage auch besser verarbeiten.

Gott segne Euch.

PS: Y. finde ich gut. Ich denke dann immer

21. Paul - November 23, 2012, 1:58

In Gedanken habe ich zu früh abgedrückt.😦 (Muss wohl auch schlafen gehen.)
Also bei Y. denke ich immer Yakov. Dieser Name weckt bei mir positive Assoziationen.

22. gingit - November 23, 2012, 2:11

Gefühlt kocht und backt ganz Israel…😉 Euch ein ruhiges Wochenende!

23. Wolfram - November 23, 2012, 8:25

A propos Gespräch. Mit meinem Bibelgesprächskreis lese ich immer donnerstagabends den Predigttext für den kommenden Sonntag (wobei ich mangels evangelischer Leseordnung in Frankreich und wegen Widerwillens gegen die katholische auf die Leseordnung der evangelischen Kirchen in Deutschland zurückgreife). Da ist für Sonntag Jesaja 65, 17-25 angegeben.
Wie kann man so einen Text lesen, ohne an die Freunde zu denken, die gerade völlig andres erleben? (und bei „sie werden nicht mehr bauen, damit andere darin wohnen“ habe ich noch gedacht, die Siedler hätten vielleicht weniger Groll im Herzen, wenn die Häuser, die sie gebaut und dann aufgegeben haben, wenigstens bewohnt und nicht zerstört worden wären.)
Jedenfalls kam die Frage: „warum erfahren wir davon eigentlich nie was? Warum werden wir so einseitig informiert?“ und dann, „können wir nicht mal jemanden einladen, der uns die Wahrheit sagt?“ Leider weiß ich nicht, wen, denn es sollte kein Politiker sein, und die christlichen Vereine hängen mehr an den Palästinensern und ihrem Narrativ (sind also schlechte Freunde, letztendlich)…
http://www.france-israel.org/ sind zu politisch.😦

24. Jack - November 23, 2012, 9:53

Ich glaub hier gar nichts.
Man sollte die Kinder mal selber fragen. Und dann gemeinsam gegen Muttern stänkern, vielleicht bringt das was. Wenn ich das schon lese. Wie bei Lassie.

Wenn ich mit Primus reden würde, dann würde ich versuchen, ihn besser zu beeinflussen wie: „Sei doch nicht so nett, ich war nie so. Als Zivi habe ich zu den Behinderten im Bus immer gesagt ’Schnauze, oder Du fliegst raus’, das hat die erst so richtig angespornt und es war immer Party mit lautem Geschrei. Aber niemand, wirklich niemand hat mich verraten und behauptet ’Jack ist nett’.“
Nur so ist man sicher vor den Müttern mit ihren rosaroten Brillen, die einem ihr Wunsch-Image verpassen, mit dem man dann alleine klar kommen muß, während sie einfach immer weiter schreiben.
Und wenn man mal genau hinguckt, dann sieht man auf dem Foto eigentlich nur Primus Schulfreund herzhaft lachen, während die drei Buchhalternamen-Kinder gerade mal ein wenig grinsen. Zufall ist das nicht, das muß einen Grund haben, wahrscheinlich.
:-)

25. Lila - November 23, 2012, 10:26

Nu, wie wuerdest Du gucken, wenn eine peinliche Mutter mit verzuecktem Grinsen Dir ihre olle Kamera vor die Nase haelt…?

Facts are facts. Und dass ich bei bei der Facts-Auswahl selektiv vorgehe, ist doch wohl verstaendlich:-) Das macht mein Hirn schon von alleine.

26. Paul - November 23, 2012, 11:17

#24, ach Jack, solche „Theorien“ kann ich auch entwickeln.

Wie wäre es denn damit?

Früher war es üblich vor dem Fotoapparat ein ernstes, bedeutungsvolles Gesicht zu machen. Schau Dir alte Fotos an und Du wirst immer wieder „Ausreisser“ sehen.

Heute ist es üblich vor dem Fotoapparat ein mehr oder weniger dämliches Lachen aufzusetzen (cheeeeeers). Schau Dir neue Fotos an und Du wirst auch dort immer wieder Ausreisser sehen. (Warum soll ich jetzt lachen?)
Reicht nicht ein freundlich entspanntes Gesicht auch?

Damals wie heute gehört ein gewisser Mut, ein gewisses Selbstvertrauen dazu, gegen den Strom zu schwimmen.
Ist das von Nachteil? Spricht das gegen diese Menschen?

Weshalb ich das schreibe? Schau Dir bitte auf dem obigen Foto den jungen Mann in ‚hellblau ‚ an.

Ach so, lieber Jack: FINGER STILL HALTEN. Und verrate auch Du mich nicht und behaupte ‚Paul ist nett‘.

27. willow - November 23, 2012, 11:41

@23. Wolfram

Es gibt da einen Herrn Sahm, der macht das richtig gern … und gut … und sehr überzeugend😉

http://www.usahm.de/Sahminfo/kuenftig3.htm

einfach mal „anmailen“ oder auch anrufen … wenn ich mich nicht völlig falsch erinnere, spricht der auch recht gutes Französisch😀

28. Piet - November 23, 2012, 13:14

Es ist ausgesprochen interessant zu lesen, wie groß der Stolz auf die Zugehörigkeit zur Armee in Israel ist (ich habe ja erst hier gelernt, wie anders die Bedeutung und die gesellschaftliche Einbindung funktioniert) und wie unterschiedlich die Sicht auf Zugehörigkeit zur Armee und ihren Einheiten im Vergleich zu Deutschland. Ich betrachte das ja ohnehin aus der Perspektive des Nichtdazugehörigen, aber hier galten die Fallschirmjäger immer als Menschenjäger, weil sie es waren, die die Totalverweigerer und Deserteure zu fangen und in den Knast zu bringen hatten (damals, als Berlin noch das Dorado der Totalverweigerer war). Und Unteroffiziere waren die Schleifer, die Dummen, die mit diesem Rang auch das Ende ihrer Laufbahn schon erreicht hatten; die mit gerade soviel Macht ausgestattet waren, die Untergebenen zu quälen, also v.a. die Grundwehrdienst-Leistenden und die besser Gebildeten, die sehr bald höhere Ränge einnehmen würden. Vermutlich stellt sich vieles aus der Binnenperspektive auch hier etwas anders dar, aber die prinzipiellen Unterschiede sind schon frappant.

Auf jeden Fall freue ich mich zu lesen, dass es deinen Kindern gut geht. Und unabhängig davon, wie man diesen Krieg und sein überraschendes Ende bewerten mag: Gut, dass Secundus nicht einmarschieren musste. Nicht, dass er seine Sache nicht gut gemacht hätte, davon bin ich überzeugt. Aber vermutlich hätte er, wie viele vor ihm, Erfahrungen gemacht, die ein Mensch eigentlich nie machen müssen sollte. Auch wenn ich ahne, dass der nächste Einsatz ja doch kommen wird, früher oder später.

Klasse, dass Primus dieses Praktikum macht! Die Begegnung mit alten Menschen ist so ungemein wertvoll. Ich kann die schlechten Erfahrungen, von den grundsätzlichen Rahmenbedingungen mal abgesehen, aus eigener Erfahrung an einer Hand abzählen (oder besser andersrum: Die guten Erfahrungen überwiegen die schlechten so sehr, dass letztere eigentlich nicht ins Gewicht fallen). Schade, dass Begegnungen zwischen alten und jungen Menschen hier oft nur in Situationen der Pflege und Betreuung stattfinden, obwohl beide davon ungemein profitieren könnten.

Die Schilderungen der Situation im Süden berührt mich sehr, eigentlich immer, wenn ich irgendwo davon lese. Ich glaube ja nicht wirklich an dauerhafte Ruhe im Süden, aber ich hoffe zumindest, dass die nächsten paar Jahre wieder etwas mehr Ruhe und Erleichterung bringen werden. Wie sehr müssen die Alten und Kranken, die Immobilen, die Kinder und ihre Eltern in Sorge, wie sehr müssen die unter dem Terror leiden und halten dennoch aus. Und wie klein werden meine Sorgen angesichts dessen, was Familien dort durchleben müssen.

Hab lieben Dank, Lila, für den kleinen Einblick, den du uns gewährst. Alles Liebe und Gute dir und deiner Familie!

Silke - November 23, 2012, 13:54

dem Dank an Lila schieße ich mich an (ja, ich mache es mir einfach, so muß ich mir nicht selbst eine Hymne einfallen lassen)

Bei der Gelegenheit jedoch eine Frage: haben Deine Kinder die geringste Vorstellung davon, was auf Deinem Blog los wäre, welche traffic er hätte, würdest Du Deinen Ständigen erlauben, Dich rechts, links, oben, unten zu verlinken? i.e. wie Du die Charts nach oben stürmen würdest, so Du nur machen ließest?

29. Markus - November 23, 2012, 14:48

Liebe Lila,
ich bin fleißiger Leser Deines Blogs, nur kommentieren tu ich nicht so viel.:)
Ich genieße Deine Mischung aus persönlichem, politischem und genialem.
Und ich möchte Dir sagen, dass ich Dich bewundere – für all das, was Du schreibst und denkst und tust. Möge Gott immer in Deinem Herzen sein!
Ich freu mich sehr, dass Du hier so viel schreibst. Das wollte ich mal gesagt haben.

30. Krachmachermama - November 23, 2012, 15:38

Der Dank gebührt nicht nur Lila für den Blog und überhaupt. Das steht nämlich außer Frage! Danken muss ich auch dem „netten Jack“ für seine immer wieder sehr herzerfrischenden Kommentare. Ich finde Dich echt nett, Jack! Und muss immer sehr lachen ob deiner versuchten Destruktivität. Mach weiter so!😛

31. Jack - November 23, 2012, 20:09

„Paul ist nett.“
Siehst Du wie das aussieht? Genau, schön ist das nicht. Stell Dir mal vor, du bist wieder siebzehn, ziehst mit Deinen Jungs durch die Straßen, voll der Macker, machst bei den Girls auf dicke Hose und später hörst du hinter herum von der Schwester deines besten Kumpels, daß ihre scharfe Freundin meinte ’Paul ist nett, aber hey, Dein Bruder, echt, voll der Spinner’. Also, was kommt besser an?
Guck doch nur mal, wie Rosalie ihren Spinner César anguckt.

Also ich finde, das sollte niemals aufhören und darf ewig so weiter gehen. Ist doch lustig.
Und Krachmachermama versteht mich und César bestimmt.:-)

32. Paul - November 24, 2012, 1:04

Jack, ich bin altmodisch.
Wenn ich früher hintenrum erfahren habe, dass ein Mädchen mich „ganz nett“ gefunden hat, dann habe ich mich gefreut. In Berlin sagen wir auch: „Ich fühle mich gebauchpinselt.“

Neulich habe ich gehört, wie ein Mädchen über meinen Enkel Paul sagte, dass sie ihn ganz „nett finde“. Da musste ich lächeln und wusste, der Junge hat einen „Schlag bei den ‚Weibern'“.:-)
Na ja, Vererbung ist eben alles.😆

33. Rika - Dezember 2, 2012, 0:01

Falls Primus Lust auf Hannover oder Hamburg hat – ich wüsste da ein Quartier…. e-mail?!


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