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Ich bin geruehrt November 20, 2012, 11:31

Posted by Lila in Presseschau.
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Ein Sheikh aus den Drusendoerfern bei Haifa ist in den Sueden gefahren und laedt in herzlichen Worten die Bewohner des Suedens ein, umsonst in Galilaea Urlaub zu machen. Mit seinem arabischen Akzent und seiner traditionellen drusischen Tracht steht er mitten in Beer Sheva und verspricht gutes Essen, Gaestezimmer und ruhige Umgebung.

Die Drusen. Ich sag es doch immer – die Drusen.

Kommentare

1. flx - November 20, 2012, 12:35

Ja, das wäre ja mal wieder ein Anlass um ihnen mehr Respekt entgegenzubringen als das bisher der Fall war und ist. Sie dienen zwar im Militär und sind auch sonst die loyalsten und herzlichsten Leute, die man sich vorstellen kann, aber sobald sie keine Uniform mehr tragen, sind sie doch wieder nur irgendwelche Araber.

Bevor mir jemand zuvor kommt, natürlich ist das überspitzt und nicht alle Israelis machen das so, aber dennoch definitiv zu viele. Das ist man den Drusen auch schuldig, denn die haben fast ausnahmslos immer zu Israel gehalten. Man möge mich nicht direkt verdächtigen, dies nur um der Kritik willen geäußert zu haben.

2. Silke - November 20, 2012, 14:02

so viel ich weiß, missionieren Drusen nicht – welch ein Jammer!

3. burgosvonbuchonia - November 20, 2012, 17:09

Vielleicht fehlt den Drusen zum Missionieren nur Geld?

4. Lila - November 20, 2012, 17:15

Das ist doch wohl nicht ernstgemeint? Weder die Drusen noch die Tscherkessen akzeptieren Konvertiten. Bei ihnen, wie bei den Juden, sind ethnische und religioese Identitaet eins. Das Judentum gibt die Moeglichkeit der Konversion, aber sie lassen wirklich nur die rein, die aus innerster Ueberzeugung reinwollen. Der Konvertit muss die Rabbiner ueberzeugen – nicht umgekehrt.

Fuer uns Christen, die mit Taufbefehl und Expansionsdrang ihrer Religion vertraut sind (wie leicht es ist, getauft zu werden, hat meine sehr glaeubige Tante geradezu schockiert…), ist das fast unvorstellbar.

Aber tatsaechlich ticken nicht alle wie wir.

Und Geld haben die Drusen, die ich kenne, alle. (Was natuerlich nur ein Ausschnitt ist.) Sie haben riesige Haeuser, gut und solide eingerichtet, und essen gut. Sie fahren grosse Autos und kleiden sich gut. Und alle, die ich kenne, arbeiten dafuer sehr hart. Auch in der drusischen Gesellschaft gibt es Abgruende und dunkle Ecken, aber die Drusen imponieren mir trotzdem. Erst gestern erzaehlte mir eine drusische Studentin ueber die Seelenwanderung, was man Aussenstehenden erzaehlen darf. Die innersten Inhalte der drusischen Religion sind geheim.

Drusen heiraten nicht exogam. Tscherkessen auch nicht. Oh, Beduinen auch nicht. In Israel sind Juden, Moslems und Christen so gesehen „moderner“ als diese Voelker.

Silke - November 20, 2012, 17:22

nö, Michael Totten hatte mal ne ausgiebige Reportage zu Drusen – die wollen nicht, die machen die Mitgliedschaft bei sich irgendwie hoch-exklusiv. Und nein, das ist nicht abwertend gemeint, in dem Umfeld, in dem sie sich über die Zeiten gehalten haben, war das wohl die klügste Strategie.

5. Artiges_Kind - November 20, 2012, 17:53

Eine (vielleicht etwas dumme) Frage an Lila: In den letzten Einträgen bzw. in den Kommentaren wurden immer mal wieder am Rande Tscherkessen erwähnt – kennst du dich da zufällig näher aus? Wikipedia behauptet, dass etwa 4000 in Israel leben. Gibt es in irgendeiner Stadt/Gegend in Israel ein tscherkessisches Zentrum/Sammelbecken oder leben die alle munter verstreut?

6. Lila - November 20, 2012, 18:06

Ach, die Tscherkessen.

https://rungholt.wordpress.com/2011/01/21/kleines-erlebnis-2/

Sie halten sich sehr zueinander. In Kfar Kama leben sie. Der Preis, den das Individuum fuer den Gruppenzusammenhalt zahlt, kann sehr hoch sein – es ist eben ein zweischneidiges Schwert, zu einer so kleinen Gemeinschaft mit so strengen Regeln der Zugehoerigkeit zu gehoeren.

Von allen den Tembeln, die in Deutschland beim Reden ueber Israel immer nur hie Araber (Moslem), hie Jude sehen, haben viele keine Ahnung, wie reich, ausdifferenziert und auf Traditionsbewahrung bedacht die Minderheiten hier sind.

Und Israel gibt gleiche Rechte, wozu auch das Recht gehoert, einzelne Minderheits-Identitaeten zu schuetzen, zu pflegen und weiterzugeben.

Silke - November 20, 2012, 18:24

das einzige, was ich mir über Tscherkessen gemerkt habe, ist, daß Necla Kelek mal erwähnt hat, sie sei Tscherkessin.

7. Irene (@irene_muc) - November 20, 2012, 23:31

Und Cem Özdemir kommt aus einer tscherkessischen Familie.

8. Artiges_Kind - November 21, 2012, 1:30

Danke! Mich interessiert das Thema, weil ich im Freundeskreis einen ähnlichen Fall wie Cem Özdemir habe – als Türkin wahrgenommen, weil die Großeltern und Eltern in der Türkei geboren wurden und Türkisch sprechen. Sie und ihre Eltern sprechen auch keinen tscherkessischen Dialekt mehr, was besagte Freundin eigentlich sehr traurig findet. Der kulturerhaltende Aspekt scheint in diesem Dorf bei euch ja dann wesentlich stärker ausgeprägt zu sein. Ich erzähle ihr mal davon, sie freut sich bestimmt. (Nein, keine prinzipielle Israelhasserin – sie hat mich gestern in den Arm genommen, als ich ihr gesagt habe, dass ich mir Sorgen um meine Freunde in Ashdod mache.)

9. Schaschlik « abseits vom mainstream – heplev - November 25, 2012, 23:21

[…] Muslime gibt es viel zu wenige: – Ein Sheikh aus den Drusendörfern bei Haifa ist in den Süden gefahren und lädt in herzlichen Worten die Bewohner des Südens ein, […]


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