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In weniger als acht Stunden November 19, 2012, 3:49

Posted by Lila in Persönliches.
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steh ich auf dem Podium, mit der Fernbedienung fuer meine slide show in der Hand, und weihe die Studenten in die Anfangsgruende spaetroemischer, fruehchristlicher und byzantinischer Elfenbeinschnitzerei ein.

Ich glaube, ich werde einen solchen Bloedsinn erzaehlen…. schlimmer noch als sonst.

Kommentare

1. Jack - November 19, 2012, 8:13

„Spaetroemischer, fruehchristlicher und byzantinischer Elfenbeinschnitzerei ein.“ Na ja, wer’s mag.
Und ich dachte Elfenbein wäre geschützt, aber wenn’s um Kunst geht …
Kurz dazwischen, auch um daran anzuschließen, ein Lob an Richard Schneider und das Team. Von Menschen für Menschen über Menschen hoffentlich wieder hin zum Menschen. Oder einfach tun.
http://www.tagesschau.de/videoblog/zwischen_mittelmeer_und_jordan/reporteralltag100.html
Und hier der anzuschließende Anschluß. Wißt Ihr was, was ich mir wünsche? Dass wenn das vorbei ist, also hoffentlich bald friedlichere oder zumindest verträglichere Zeiten kommen, dass dann Lila auch im ARD-Team arbeitet. Teilzeit reicht. Weil, Richard und Lila würden sich m.M nach gut ergänzen. Ich coache auch bei Bedarf. Und wißt Ihr was, was ich nicht abkann? Wenn andere Leute für einen reden. So wie ich. Trotzdem, Wunsch ist Wunsch und dann gerne auch Befehl. Selber schuld.

2. zimtapfel - November 19, 2012, 9:07

Jack, dir ist aber schon klar, das es hier um Kunstgeschichte geht? Und das Elfenbein in der Zeit, über die Lila unterrichtet, noch weit, weit davon entfernt war, einmal geschützt zu sein?

3. Lila - November 19, 2012, 9:25

Jack hat das mit den Zirkuspartein in Byzanz falsch in Erinnerung. Da gab es zwar die Gruenen – aber die hatten mit Oekologie und Tierschutz eher wenig zu tun.

http://de.wikipedia.org/wiki/Zirkusparteien

Selbstverstaendlich schicke ich immer ein paar Worte voraus, wenn ich ueber Elfenbein spreche, wer taete das nicht? Ich sage den Studenten, dass ich seit meiner Studentenzeit Elfenbein nur dadurch ertragen kann, dass ich mir vorluege, es waere grundsaetzlich nur verhaetschelten Hof-Elefanten entnommen, die friedlich an Altersschwaeche gestorben sein mussten.

„Und hier ein Diptychon des Lieblingselefanten des Kaisers Justinian, der jahrelang auf dessen Ableben wartete, weil er so praechtige Hauer hatte…“

Ohne Eigenluegen geht es manchmal nicht. Die Studenten sehen das ein.

Oh, und eines der ersten Dias zeigt Bilder aus National Geographic, die zum Thema Elfenbein vor einiger Zeit eine Reportage hatten.

Jack meint, er muss zivilisierenden Einfluss auf mich ausueben:-)

Und trotzdem ist dieses Diptychon des Erzengels Michael, in dem sich altroemische Auffassung von Koerper und Realismus, christliches Motiv und beginnende byzantinische Stilisierung treffen (die Fuesse auf der Stufe!), eines meiner liebsten Kunstwerke. Obwohl ich immer, immer an den Elefanten denke, der dafuer abgeschlachtet wurde.

Das ist auch immer die Stunde, in der ich daran erinnere, mit wie vielen Opfern unsere ganze Kultur verbunden ist. Wir waten im Blut von Schlachttieren, Jagdopfern, Pelztieren… und auch von Bauern, Leibeigenen, Sklaven und anderen geschundenen Existenzen.

Man kann schon verstehen, dass das Christentum der Seele guttut, weil es Rettung dieser Geschundenen verspricht. Moege auch der Elefant dabesein.

4. Janina - November 19, 2012, 10:20

Ich finde das wirklich spannend. Sowohl die Kunstfertigkeit der damaligen Menschen, als auch die geschichtliche und kulturelle Bedeutung der Stücke.

5. Janina - November 19, 2012, 10:21

Ach – und toi toi toi für Deinen sicherlich sehr spannenden Vortrag! Stellst Du die eigentlich auch online?

6. frontalière - November 19, 2012, 11:55

Ich fest davon überzeugt, dass Du keinen Blödsinn reden wirst.:-) Ich finde das Thema interessant. Stell Deinen Vortrag doch hier ein, ich werde ihn mit großen Interesse lesen.

7. Silke - November 19, 2012, 12:27

zu „byzantinisch“ gab’s hier was

The Holy Roman Empire never succeeded in getting Constantinople to recognize it as an equal, but it did outlast it. Though its power largely collapsed in the 13th century, the empire limped along until the 19th, finally being swept aside during the Napoleonic Wars. Before it disappeared, however, it had one last parting shot at its (by now) long dead adversary. In 1557, the German humanist Hieronymus Wolf published a history of the medieval Greek world. Not wanting to refer to the impostors in Constantinople as ‘Roman’ (since the real Roman Empire was in Germany) he coined a new term for them.

“Byzantine”

http://larsbrownworth.com/blog/2012/11/17/the-game-of-names/

PS: und was die Elefanten anlangt, irgendwo habe ich gehört, daß sie (Hannibal/Alexander?) große Probleme hatten, die Kampfelefanten bis zum Einsatz am Leben zu erhalten. Bleibt die Frage, was mit den Nicht-Elfenbein-Teilen der Gestorbenen geschah?

Lawrence of Arabia’s Truppe führte die Kamele auch als Futterreserve mit. Von Elefanten habe ich so was noch nie gelesen.

Und noch’n PS: ich besitze ein elfenbeinernes Seepferdchen aus der Zeit bevor das aufhörte – es stammt von einem Besuch in Erbach im Odenwald, einem Städtchen das eine lange und einst ehrbare Tradition der Elfenbeinschnitzerei gehabt haben soll.

Das nur als Erinnerung, wie neu der heutige Zeitgeist ist.

http://www.elfenbeinmuseum.de/desktopdefault.aspx/tabid-241//343_read-396/

8. Silke - November 19, 2012, 13:05

OT für Lila

die einzige Sendung für den deutschen Soldaten, die ich kenne, arbeitet sich an Obama’s Wiederwahl ab – ein Experte sagt mir dies – das nur allen Deutschen ins Stammbuch geschrieben, die sich so gern an Israel’s angeblich so bedrohlichen Atomwaffen abarbeiten.

„Das untergräbt natürlich die Glaubwürdigkeit der NATO, wenn man einerseits sagt, man will die Bedeutung dieser Waffen international reduzieren, natürlich auch gegenüber Staaten wie dem Iran und argumentiert, dass Atomwaffen in der internationalen Politik keine Rolle mehr spielen sollen. Gleichzeitig wollen die USA mehr als 10 Milliarden Dollar, nach jetzigem Stand, in die Modernisie- rung der hier stationierten Waffen investieren. Und viele NATO-Verbündete wollen auch neue Trägersysteme, Flugzeuge, moderne Flugzeuge anschaffen, um diese Waffen ins Ziel zu bringen. Deutschland selber wendet Millionen auf, um den Tornado in der Luft zu halten, um bei diesem System der nuklearen Teilhabe, wie es sich nennt, dabei zu sein. Das passt einfach nicht.“

http://www.ndr.de/info/programm/sendungen/streitkraefte_und_strategien/streitkraeftesendemanuskript383.pdf

9. Silke - November 19, 2012, 13:14

OT
vielleicht mal für Lila brauchbare Grafik deutscher Waffenexporte

http://www.stern.de/politik/deutschland/ruestungsexporte-welche-laender-deutsche-waffen-kaufen-1927360.html

Es gibt also durchaus noch Märkte, die der Eroberung harren …

10. Silke - November 19, 2012, 13:44

OT
das Shimon Stein Interview http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/1925695/

und die Kurzfassung in den Deutschlandfunk-Nachrichten von 12:00

Nahost: Ehemaliger Botschafter Stein sieht Bodenoffensive kritisch

Der ehemalige israelische Botschafter in Deutschland, Stein, sieht eine mögliche Bodenoffensive im Gazastreifen kritisch. Stein sagte im Deutschlandfunk, die Regierung in Jerusalem müsse sich fragen, ob sie ihre Ziele nicht auch anders erreichen könne.

Silke - November 19, 2012, 13:58

Janina und frontalière

Lila vorträgt auf Hebräisch und auf Hebräisch sind die Dinger online, sagte sie mal …

also auf auf lernt Hebräisch …

11. Lila - November 19, 2012, 14:04

Ja, die Regierung muss sich fragen, und alle anderen auch.

Wenn ich hoere, wer jetzt alles in die Gegend gepilgert kommt, rauf ich mir die Haare. Mensch, wo wart ihr bloss vor zwei Wochen? Warum seid ihr nicht viel eher gekommen? warum haben wir uns mit diese Raketen und Bomben und Anti-Tank-Waffen alleingelassen gefuehlt?

Es ist das Eine, von Israel zu fordern, einfach aufzuhoeren und die Raketen weiter einzustecken. (So wie von Israel gefordert wurde, die Hisbollah in Ruhe zu lassen – die sich seitdem in aller Ruhe wieder bewaffnet und nur auf den Zeitpunkt wartet, uns noch einmal anzugreifen). Das ist inakzeptabel. Danke, wir haben das lange genug ausprobiert.

Aber es waere das Andere, wenn die sog. Internationale Gemeinschaft mit einem konstruktiven Vorschlag kommt, der ohne Bodenoffensive Sicherheit fuer Israel bringt. Ich bin gespannt, was fuer Ideen kommen werden. Uns ist ja auch einiges eingefallen. Unter anderem kipat barzel. Aber als „Loesung“ von uns zu verlangen, dass wir das Land den Raketen preisgeben, das ist ein bisschen duenne.

Da muessen die feinen Herrschaften, die jetzt alle hier in der Gegend rumschwirren, sich schon mehr einfallen lassen.

Und sie muessen sich gefallen lassen, dass wir sie mit einer gewissen Verbitterung ansehen. So, Sderot war also nicht wichtig genug, damit sie aufstehen und sich einmischen?

„Es fing damit an, dass Israel sich gewehrt hat“.

PS: Die Stunde war schrecklich, ich war total neben der Muetze. Hoffen wir, dass die naechste besser wird. Meine Vortraege bestehen aus Bildern, nicht aus Texten. Ich stelle sie ins Internet, fuer die Studenten – als Powerpoint-Praesentationen ohne begleitenden Text. Kunsthistoriker lesen ihre Vortraege nicht ab und ich arbeite meine auch vorher nicht weiter aus. Ich weiss, was ich zu jedem Kunstwerk sagen will.

Ich bemuehe mich immer, dass ein roter Faden drin ist, dass also bestimmte Motive immer wieder auftauchen. Das machen alle Kunsthistoriker so.

Aber heute war ich wirklich komplett neben mir. Na ja, ich kann’s nicht aendern, bin total uebermuedet.

12. frontalière - November 19, 2012, 14:26

Gut ähem Hebräisch lernen….hhmm. Aber hätte ich mir ja auch denken können.:-)

13. Lila - November 19, 2012, 14:40

Die Bildunterschriften sind bei mir immer zweisprachig, weil viele Ausdruecke ja eh aus anderen Sprachen kommen. Und weil ein Israeli, der zB kein Franzoesisch kann, sich die Worte nie korrekt erschliessen koennte.

So schreibt man Renoir auf Hebraeisch רנואר, aber es liegt fuer jemanden, der das fraenzoesische oi nicht kennt, den Namen als Renuar zurueck zu transkribieren. Es gibt sogar eine Klamottenfirma, die Renuar heisst.

Und woher soll man wissen, wie man Diptychon schreibt? Es koennte ja auch Dyptichon sein.

Drum hab ich immer eine doppelte Bildunterschrift, hebraeisch und englisch. Dann erkennen sie die Worte auch in der Literatur bzw koennen danach suchen.

14. Janina - November 19, 2012, 16:15

@Silke: Hebräisch…die Herausforderung wäre es fast schon wert. Ich tu mich nicht so schwer mit Sprachen. Eigentlich.😉 Wie schwierig ist es denn als Fremdsprache?

15. willow - November 19, 2012, 16:49

Apropos Mütze – du solltest dir unbedingt ab und zu eine Mütze Schlaf gönnen … ja, ich weiß ja, leichter geschriebgen als getan.

16. Jack - November 19, 2012, 18:55

Holy shit, hold your horses,
aber ich muß ich mich loben. Das war heute Morgen ja eher ein Witz von mir mit der ARD-Teilzeitarbeit, aber dennoch mit Gefühl, weil ohne geht nur wenig. Und siehe da, kurze Zeit später ein ganz starker Text (!), der sicherlich ähnlich geschrieben hier in diesem Blog hätte stehen können.
http://blog.br.de/studio-tel-aviv/2012/11/19/collateral-damage.html#more-4251

17. Marlin - November 19, 2012, 20:54

Bin mir sicher, der Vortrag war trotzdem erhellender als die meisten Sachen, die ich an der Uni hatte.

Silke: die Kriegslogistik ist (natürlich gerade historisch) eins der spannendsten Dinge dort. Kriegselefanten z. B. wurden noch von den Diadochen eingesetzt aber sie waren so teuer und wertvoll, dass sie sogar ein eigenes Schutzkorps bekamen. Irre. Oder z. B. Kriegsschiffe, erstens wurden ganze Wälder dafür abgeholzt (Gilgamesch muss noch durch dichte Wälder) und zweitens, wie kann man sie länger auf dem Wasser halten, ohne dass sie verschimmeln, etc. etc. Napoleon hat uns den Rechtsverkehr gebracht, weil es irgendwie überraschender war zu der Zeit. Alles sehr interessant. Aber ich weiß leider nix darüber. Doofe Faulheit.

18. Paul - November 20, 2012, 2:45

Zu 3 Lila, jetzt möchte ich auch mal auf was aufmerksam machen.

„Wir waten im Blut von Schlachttieren, Jagdopfern, Pelztieren… und auch von Bauern, Leibeigenen, Sklaven und anderen geschundenen Existenzen. “

Die armen Bauern und Leibeigenen sind wirklich geschundene Existenzen. Für wen schinden die sich ab?
Für die Vegetarier.

Wir Fleischfresser werden von Jägern versorgt, die frei und ungebunden durch Wald, Feld und Auen streifen und das Wild für uins erlegen. Ohne Schinderei ind ohne Schweiß.

Schon mal darüber nachgedacht?:-)

So, das war das Wort zur Nacht von einem glücklichen Fleischfresser.😳

19. Lila - November 20, 2012, 7:46

So so.

Ein freier, ungebundener Jaeger?

null

Ackerbau waer mir lieber:-)

Silke - November 20, 2012, 12:52

Marlin

was die Wälder anlangt, so behauptet Kurlansky in „Salt“, daß die Herstellung von dem Zeugs schlimmer für die Wälder war. Ich hab allerdings vergessen, ab wann die Menschheit wußte, daß Eingesalzenes haltbar und damit gut transportierbar ist.

Apropos Wälder – 1968 bin ich das erste Mal auf dem damals Athener Flughafen gelandet und sah all die kahlen Hügel in deren Wälder einst Theseus sein Mannsein per Bärenjagd bewies. Es wäre ein richtiger Schock, zumal damals wohl gerade die Zeit war, als das Waldsterben anfing, bei uns „populär“ zu werden.

Silke - November 20, 2012, 13:10

Janina

angeblich soll es als Sprache gar nicht so schwer sein, aber fremde Buchstaben, von rechts nach links, machen es für mich zum hoffnungslosen Fall und aus Erfahrung weiß ich, daß Sprechen lernen leicht ist, aber will man über die 2000 Wörter oder so hinaus, geht das nur mit Lesen.

Und ich weiß, daß ich da eine Versagerin bin, denn ich habe mich mein Leben lang irgendwie mit Stenografie auf Anfängerniveau durchgemogelt. Nach dem Anfängerkurs wußte ich, daß ich den für Fortgeschrittene nie überleben würde. Auch Englisch Steno war, als es nötig wurde, mein eigenes Zurechtgemogeltes. Und mit griechischen Buchstaben war ich mir nur bei Großbuchstaben meiner Sache sicher.

20. Paul - November 21, 2012, 1:32

Zu 19 Lila,
das ist jetzt aber garnicht nett von Dir.😥

Trotzdem habe ich mich wegen Deiner Schlagfertigkeit köstlich amüsiert und schallend gelacht.😆

Ich gebe mich geschlagen. Du hast gewonnen.

Bin gerade dabei ein leckeres Kaninchen zu verspeisen.:mrgreen:

Wenn das meine Tochter erfährt, dann besucht sie mich nie mehr.😦
—————
Hier musst Du Dir jetzt das Bild vom Hasi meiner Tochter reindenken. Ein ganz niedliches Schlappohr. Leider reichen meine Fähigkeiten nicht aus, ihn hier rein zu bringen.
Seitdem darf ich das Wort „Kaninchenbraten“ nicht mehr in ihrer Gegenwart aussprechen.

21. Janina - November 21, 2012, 17:23

@Silke: Ich kann ja leider keiner dummen Idee aus dem Weg gehen😉
Bis März bin ich wegen eines Projekts ziemlich eng eingespannt, aber nehme das Projekt „Hebräisch“ in Angriff – wäre doch gelacht! Ha! Zum Nachrichten gucken sollte es in einem Jahr reichen. Wir sprechen uns! (Irgendwann lerne ich mal, erst zu denken und dann zu sprechen…)

Silke - November 21, 2012, 17:53

Janina
ich bin jetzt schon stolz auf Dich😉

und habe meinen Glauben an die Jugend von heute bestätigt gefunden😉

und ganz un-be-smilt – allein für den Entschluß, bewundere ich Dich schon hemmungslos.

22. Janina - November 21, 2012, 19:03

Na, immerhin werde ich bald 32 – und wie mein Vorhaben beweist, bin ich von weise noch weit entfernt😉
Herausforderungen muß man sich stellen, wie langweilig wäre mein Leben denn, wenn ich nichts Neues mehr lernen (wollen) würde?

23. Yael - November 21, 2012, 19:28

@Janina

ein kleiner Tipp: Wenn du Hebräisch lernen willst, such dir Muttersprachler, mit denen du das Gelernte üben kannst. Ansonsten wirst du sehr vieles wieder vergessen.
Ich habe sehr lange, u. a. 3 Monate in einem Ulpan Iwrith Hebräisch gelernt und da ich es zu Hause kaum anwenden konnte, habe ich viel zu viel wieder verlernt.

24. Janina - November 21, 2012, 19:46

@Yael, vielen Dank für den Tip. Hab zwar schon Angst vor meiner eigenen Courage, aber aufgeben gilt nicht. Werd mir definitiv einen Sprachlehrer suchen müssen, VHS ist zwar schön (günstig), aber Kurse sind leider grundsätzlich zu meinen Arbeitszeiten. Ansonsten verbind ich das Sprache lernen einfach mit ner Sprachreise nach Israel, besser als im Land lerne ich es nirgends.

Silke - November 21, 2012, 19:47

Yael und Janina:

gibt es keine Podcastangebote auf Hebräisch? Mein Englisch bleibt in Form nicht nur durch Lesen sondern auch durch Hören und ganz ohne daß ich reale menschliche Geselligkeit pflege, die ich in meiner Gegend ohnehin nicht finden könnte.😉

Als ich anfing Englisch zu lieben, war der AFN, American Forces Network absolut wundervoll und das, obwohl ich damals auf jeder Tanzveranstaltung Amis kennenlernte.

25. Silke - November 21, 2012, 19:49

PS: „richtig“ Englisch in all seinen Varianten mühelos verstehen lernen, habe ich erst als Rentnerin gelernt und zwar mit der wundervollen BBC-Sendung In Our Time – am Anfang dachte ich, es wird nix mehr, doch nach so ungefähr 3 x das gleiche, ein mich wirklich interessierendes Programm, gehorchten die Synapsen und lieferten.

Insofern ja, Janina, es macht in jedem Alter den gleichen Spaß

Silke - November 21, 2012, 19:51

ner Sprachreise nach Israel

dann gib nur acht, sonst geht’s Dir noch wie Lila😉

26. Lila - November 21, 2012, 20:06

Janina: ich habe Dir in Form meiner Musik-Kategorie schon hervorragende Starthilfe gegeben – in aller Unbescheidenheit.

Hoer viel Musik und benutz das von mir so oft verlinkte Hebrew-Songs-Verzeichnis. Da hast Du nebeneinander den transskribierten hebraeischen Text und seine englische Uebersetzung. Und dann hoer Dir den Hebrew song an, und guck beide Texte an.

Den transskribierten, denn damit erkennst Du, was ein Wort ist, wo es anfaengt und wo es aufhoert. Und den englischen, damit Du den Text verstehst.

Am besten hoer sie so oft, bis Du sie mitsingen kannst. Nach einer Weile weisst Du, dass ahava Liebe heisst, gaaguim Sehnsucht, ani heisst ich… und viele Worte, die mit l anfangen, sind Infinitive (le-ehov ist lieben, lishon schlafen, lenashek kuessen, laasov verlassen) … und andere, die mit n anfangen, Passivformen (nishkach ist vergessen, nivchar ist erwaehlt)…

Ich habe so unheimlich viele Redewendungen gelernt, und man kriegt mit der Zeit ein Ohr dafuer, wie die Sprache klingen muss.

Klar, das allein reicht nicht. Aber es ist ein Anfang.

Bei Mako gibt es staendig Nachrichtenclips auf Hebraeisch.

Hebraeisch ist nicht schwer zu lernen. Die Sprache ist sehr logisch aufgebaut, und mit ein paar Grundkenntnissen kannst Du schon echte Gespraeche fuehren. Ich sehe seit Jahrzehnten Neueinwanderer, die nach kurzer Zeit sehr schoen zurechtkommen.

Das Schwierigste sind die verflixten Vokabeln, die man sich, ausser telefon, autobus, te und kafe, kaum erschliessen kann und die sich wegen der ueberaus logischen, formentreuen Grammatik sehr aehneln.

Ich seh mich noch in der Berliner U-Bahn sitzen, unterwegs zum Unterricht, und murmeln: zalachat… wie war das noch mal? zachalat? lachazat? tazalach? Klang fuer mich alles gleich. Zalachat heisst Teller, die anderen Woerter gibt es nicht, aber es koennte sie geben, sie klingen doch alle gleich.

Und mein Lieblingsbeispiel:
misparaim – Schere
michnassaim – Hosen
mishkafaim – Brille

-aim ist der Dual, der doppelte Dinge bezeichnet. Oh Mann, ich nenne immer noch meine Brille Hose, wenn ich nicht aufpasse! Wer soll diese Woerter auseinanderhalten?

Aber: es gibt nur drei Zeitformen, zwei Geschlechter, die Grammatik ist regelmaessig und der Satzbau viel geradliniger als im Deutschen. Im Deutschen bauen Saetze sich auf wie verzweigte Baeume, im Hebraeischen wie eine aus Quadern gefuegte Mauer – die deutsche Eiche vs. die Klagemauer.

Und von dem sehr reichen Wortschatz benutzt Yossi Yisraeli nur sehr einen sehr kleinen Teil im Alltag. Alles Schoene ist yafe, alles Fiese magil, man kommt mit einem sehr kompakten Wortschatz schon sehr weit. Wenn man erst mal „drin“ ist, kann man dann das weite Feld der differenzierteren Ausdruecke dazulernen und sich aneignen. Viele sehr schoene bildliche Ausdruecke – gerade sagt im Fernsehen jemand zum Waffenstillstand, „ich schlage vor, dass wir uns nicht parfumieren“, dh., dass wir uns nichts vormachen und selbst ruehmen. Ein schoenes Idiom fuer Skepsis.

Ein anderer sagt: „wir haben die Ziege reingenommen, wir haben die Ziege wieder rausgenommen“ – sprich: es hat sich nichts geaendert. Das sind so typische Redewendungen, die man spaeter von allein lernt.

Meine liebste „Redemuenze“ ist: „sass die Fliege auf dem Horn des Ochsen und sprach: wir haben gepfluegt“.😀

Aber Du kannst wirklich schon mit einem kleinen Werkzeugkasten Hebraeisch wunderbare Gespraeche fuehren.

Eine sehr lernfreundliche Sprache.

27. Janina - November 21, 2012, 20:07

@Silke, wie wunderbar ist bitte das Wort „Tanzveranstaltung“?!
Bestimmt gibt es hebräische Podcasts, erwähnte Lila nicht, wie handy-/interverrückt die israelische Gesellschaft ist? Dann wirds ja wohl sicherlich Podcasts geben. Aber erstmal muß ich mich wohl durch Alphabet, Zahlen und „Hallo, ich heiße…“ kämpfen.

28. Janina - November 21, 2012, 20:17

Wie wunderbar, daß wir ein kleines Thema gefunden haben, daß uns alle ein wenig ablenkt – wie lernt Janina Hebräisch!😉
An Deine Liedersammlung, liebe Lila, hatte ich auch schon gedacht. Tatsächlich schneide ich mir die Musik jedesmal aus youtube raus, wenn mir die Lieder gefallen und dudel sie stundenlang durch iTunes – ohne ein Wort zu verstehen. Allerdings liege ich mit der Vermutung, daß es um unerfüllte/(un-)glückliche Liebe geht wahrscheinlich nicht so falsch😉

Silke - November 21, 2012, 20:24

Janina
also ich habe meine ersten Allein-Englisch-Schritte gemacht, indem ich mit Wörterbuch und Plattenspieler ein Lied aufgedröselt habe, so mit 13 spätestens.

Wenn Du beim Bügeln oder so so unaufmerksam wie möglich Hebräisch laufen läßt, am besten wohl was Vorgelesenes i.e. eine Stimme, dann teilt das Hirn von allein Wörter – hat jedenfalls bei mir mit Neugriechisch hervorragend funktioniert und ist auch wissenschaftlich belegt😉

Mit anderen Worten ich würde anfangen mit Melodie und Rhythmus lang bevor ich Wörter oder sonst irgend etwas lerne. Ich glaube nämlich, daß ich auch von meiner Muttersprache zuerst, lange vor dem ersten Wort, Melodie und Rhythmus gelernt habe.

Aber vielleicht ist es für akademisches Lernen Trainierte anders und nein, das meine ich nicht abwertend – Tatsache ist nur, daß ich meinem Berufsleben nur einer einzigen Person begegnet bin, die Englisch schulisch gelernt hatte und damit so locker umging wie wir „Amerikanisierten“. Insgesamt glaube ich wer von Natur aus ein Vielbabbler ist, hat es leichter.

Ich würde also, so ich es tun wollte, mit Podcasts hören beim Bügeln, beim Staubwischen, beim Mülleimer wegbringen anfangen, also mit lauter Tätigkeiten, bei denen meine Aufmerksamkeit nicht fokussiert ist.

Professionelle Sprachlehrer behaupten zwar, meine Methode würde zu Kauderwelsch-Sprechen führen, doch das entspricht ganz und gar und überhaupt nicht meiner Erfahrung.

Silke - November 21, 2012, 20:29

Tanzveranstaltungen sind/waren in meiner Welt alle Auftriebe, bei denen Männlein und Weiblein zusammen tanzten – daß Frauen miteinander tanzten, war nirgendwo, wo ich mich rumtrieb üblich, obwohl es zu meiner Zeit auch noch ländliche Gegenden gegeben haben soll, wo das gang und gäbe war.

Dazu gehörten alle Arten von Volksfesten, die Tanztees der Tanzstundenanbieter, die von den amerikanischen Besatzern veranstalteten Freitagabende mit Live-Musik und später natürlich auch die für mich grauenhaften Tanztees der besseren Cafés, von den Fastnachts- und sonstigen Bällen im Kurhaus und anderswo ganz zu schweigen.


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