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Ein Exempel November 19, 2012, 14:59

Posted by Lila in Kunst.
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fuer ein Dia aus meinem Unterricht – da in den Kommentaren danach gefragt wurde und ich leider in den Kommentaren Bilder nur verlinken, nicht aber hochladen kann:

 

So sieht das bei in Powerpoint aus, wenn ich daran arbeite. Ich lade nach der Stunde, d.h., jetzt, die Praesentation auf die Kurs-Website. Oft schaffe ich es auch schon vorher, dann freuen sich die Studenten mit Laptop, weil sie gleich meinen Vortrag in die Praesentation reinschreiben koennen. Aber wenn ich dann was aendere im Laufe der Stunde oder was weglasse – das ist doof, deswegen lad ich sie  meist hinterher hoch.

Die Studenten schreiben mit und stellen Fragen. Mittelalter ist eine ungeheure Menge Stoff, die die Studenten mit nichts verbinden koennen, was sie vorher kannten. Es ist fuer sie das schwierigste Fach ueberhaupt, ausser fuer die Christen natuerlich, die tun sich leicht und halten Evangelisten und Apostel auseinander, Paulus und Petrus, die zwei Naturen Jesu und so weiter. Die Juden und Moslems kriegen die Krise bei diesen Feinheiten, und wenn sie sich gerade gemerkt haben, dass der Evangelist Yochanan – John – Johannes als Adler dargestellt wird, dann komm ich mit einer Ausnahme, und die muessen sie sich dann auch merken.

Ich mache schon so Schaubilder und Ueberblicksbilder, aber Texte stell ich nicht rein. Hoechstens ein paar Merkworte.

 

 

Kaiser Justinians Kirchenbauprogramm – der ist naechste Woche dran.

 

Es gibt eine auch Buecherliste, aber viele Studenten gucken nicht rein, sondern pinnen sich das Zeug aus Wikipedia ab. Und das ist auch meist ganz solides Material, was da steht, nur sage ich ihnen, sie muessen ueberpruefen, ob es stimmt. Manchmal schmuggeln Scherzbolde Unfug in Wikipedia rein. Der bleibt zwar nur zwei Stunden drin, aber wenn man die gerade erwischt…?

Besser sind Internetseiten von Universitaeten und Museen, noch besser spezielle akademische dabases und Journale.

Aber sehr viele verlassen sich auf das, was ich ihnen erzaehle. Ich mach es einfacher als Buecher, wo meist viel zu viel Material drinsteht. Es ist fuer mich der arbeitsintensivste Kurs ueberhaupt, weil ich jedes Jahr versuche, ihn noch verstaendlicher, logischer, in sich stimmiger zu machen. Aber das Material ist so vielfaeltig und heterogen – 1000 Jahre Kunst zwischen Irland und Jerusalem. Kein leichtes Spiel.

Kommentare

1. Janina - November 19, 2012, 15:15

Wenn Du Dir in Sachen Verständlichkeit bei Deinen Materialien nur ein Zehntel so viel Mühe gibst, wie bei Deinen Blogeinträgen, mache ich mir um Deine Studenten keine Sorgen.
Ich wünschte, ich wäre in Kunst talentierter gewesen und hätte mich nicht wegen völliger Unbegabung gegen ein Kunstgeschichtestudium entschieden…aber BWL hat ja auch Spaß gemacht😉

2. Silke - November 19, 2012, 15:19

phhh

das würde ich irrsinnig schwierig finden, weil ja jedes der beiden Bilder fast so viel Infos wie ein ganzes Buch enthält

ich stelle mir vor, ich wäre Moslem und müßte die “Ostrom”-Karte in meinem Weltbild unterbringen …

3. Lila - November 19, 2012, 15:24

Ich bin auch in Umwegen dazu gekommen – ich bin auch ausgebildete Kunstlehrerin und Kunstpaedagogin, und das hilft mir sehr beim Unterrichten. Erst als ich das Lehramtsstudium abgeschlossen hatte (B.Ed. in Kunstpaedagogik und Dipl.Paed.), bin ich in die Kunstgeschichte eingestiegen. Mein Hintergrund in Themen wie Entwicklung der Kunst bei Kindern hilft mir unheimlich – ich zeige oft Kinderzeichnungen, wenn es zB um 3dimensionale Darstellung (Perspektive) oder Proportion geht.

BWL – da waere ich untergegangen:-) Mir haben die Statistikscheine in der Paedagogik gereicht! Das wird ja hier vollkommen als Sozialwissenschaft gelehrt. Alle Lehrer lernen empirische Methoden, um ihre Arbeit zu ueberpruefen, und auch qualitative Methoden. Alles sehr nuetzlich. Nicht alle Kunsthistoriker haben diesen Hintergrund.

Da ich zukuenftige Kunstlehrer ausbilde, schliesst sich der Bogen damit fuer mich. Ich unterrichte in den Raeumen, in denen ich selbst mal studiert habe. Ich hab hier jeden Baum und Strauch wachsen sehen:-)

4. Janina - November 19, 2012, 16:10

Ich gestehe – Statistik war auch nicht so meins. Allerdings habe ich so lange Übungsaufgaben gemacht, bis ich das Lösungsmuster jeder Aufgabe automatisch aufschreiben konnte, und habe die Klausur so mangels Verständnis durch pures Auswendiglernen bestanden. 😉
Dennoch ist die Faszination für “alte” Kunst nach wie vor da – grade ich als Kölner😉 – habe ja das große Glück, sehr viel davon direkt vor meiner Haustür zu haben.
Ist das kein merkwürdiges Gefühl, jetzt “auf der anderen Seite” des Pultes zu stehen?


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