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Eine begnadete Strategin November 17, 2012, 22:37

Posted by Lila in Presseschau.
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gibt Bibi Ratschlaege.

Die Waffenarsenale der Hamas sind dezimiert, vor allem die gefürchteten Raketen aus Iran weitgehend vernichtet: Israels Regierungschef Netanjahu sollte die Offensive gegen den Gaza-Streifen für beendet erklären und als Erfolg verkaufen. Profitieren würden der Premier, sein Land – und die Palästinenser.

Wer ist noch mal Ulrike Putz, und womit ist sie qualifizert, an prominenter Stelle in einem prominenten deutschen Nachrichtenmagazin der israelischen Regierung in einem hochkomplexen Konflikt Nachhilfe zu teilen?

Ach die Putz – das ist doch die Tante, die nicht mal eine Geburtsurkunde fuer ihr Baby im Libanon gebacken kriegte.

Danke fuer die guten Tips, aber vielleicht suchen wir uns doch ein paar lebenstuechtigere Berater, die den Nahen Osten realistischer einschaetzen….

Kommentare

1. Silke - November 17, 2012, 23:16

Und Menschen, die ein halbwegs normales Leben führen können, sind weniger radikal und willens, Raketen auf ihre Nachbarn zu schießen.

ob die Tussi das im August 1939 auch über die Deutschen gesagt hätte?

Niedlich ist übrigens, daß die eine Absolventin der gleichen Journalistenschule wie unsere liebe Juliane? von ist. Unterrichten die da das, was die Mädels verzapfen?

… und iss es nich ungeheuer großmütig von der Hamas, daß sie zu einem Waffenstillstnad mit besseren Bedingungen bereit ist?

Das Elend ist, daß keiner das Stück Land haben will, so daß bei nem unconditional surrender man wohl vom Regen in die Traufe käme.

Ich bleibe dabei, Haniya will auch mal ins Weiße Haus genau wie Nasrallah – das ist das einzige, wo die Brüder hin wollen, doch leider allesamt zum Nulltarif und die Aussichten sind vielleicht nicht schlecht, für Arafat hat’s ja auch geklappt.

Unrecht Gut gedeihet eben sehr …

2. marlies - November 18, 2012, 0:42

Ich behaupte ja seit Jahren, dass diese kleine Mistmöhre den Julius-Streicher-Gedächtnis-Preis für einseitigen Journalismus verdient hat

3. Paul - November 18, 2012, 3:30

Also, jetzt muss ich mich mal für die Frau Putz einsetzen!
Sie ist wirklich eine sehr gute Strategin. Ob sie nun begnadet ist weiss ich nicht. Aufjeden Fall ist sie hinterlistig.
Die Waffenarsenale der Hamas sind dezimiert(!). Also noch nicht vollkommen zerstört. Wenn Israel sich jetzt auf den Waffenstillstand einlässt, dann wird die völlige Vernichtung des Waffenarsenals verhindert. Das ist doch schon mal gut! Außerdem, kann die Atempause genutzt werden um das Arsenal wieder aufzufüllen.

Was habt Ihr nur? Aus der Sicht der Hamas ist sie eine sehr gute Strategin.
Ich habe ihren Artikel gelesen. Nirgendwo lässt sie erkennen, dass sie die Interessen Israels vertritt.

Ach so, sie meint der Premier und Israel würden profitieren.
Na, wenn dann die Hamas, frisch gestärkt mit aufgefüllten Arsenalen in etwa einem Monat erneut Israel angreift wird sie sicherlich sagen. “Pardon, das konnte ich doch nicht wissen.”
Oder, das wäre noch viel wahrscheinlicher: “Die Okkupierten werden sich immer gegen die Bsatzer wehren.” “Israel ist doch selber schuld.”

Also, als 5.Kolonne der Hamas ist die Frau Putz doch ziemlich gut.

Silke - November 18, 2012, 10:50

… EoZ hält Frau Putz zugute, daß sie von all den Reportern eine der wenigen ist, die tatsächlich mal vor Ort hingeht und guckt. Mit anderen Worten sie muss so schreiben, will sie sich die Möglichkeit offen halten, z.B. ich glaube es war ein Gefängnis körperlich selbst zu besichtigen.

Irgendwie als unbedarfte Leserin in der deutschen Provinz würde ich dann aber erwarten, daß Der Spiegel als seriöses Nachrichtenmagazin (auch wenn nur Möchtegern) mir das in einem Disclaimer mitteilt.

Überhaupt, wenn US-Reporter etwas schreiben, und sie haben in ihrer frühesten Jugend bei dem Outfit, über den sie schreiben, mal die Mülleimer gelehrt, so teilen sie mir das mit. Ich finde das ist eine schöne Sitte.

Und so fände ich es nett, wenn Auslandsreporter so etwas auch tun würden, z.B. Hamas akkreditiert nur Reporter, die sie nicht kritisieren oder z.B. so ähnlich wie hier:

“Putin is no enemy of free speech,” Ksenia Ponomareva, who worked on his first Presidential campaign, told the St. Petersburg Times. “He simply finds absurd the idea that somebody has the right to criticize him publicly.”

Read more: http://www.newyorker.com/reporting/2007/10/01/071001fa_fact_remnick#ixzz2CYuO3uSS

Natürlich kann man, wenn einem free speech zu offensiv klingt, es durch jeden Hamas-genehmen Ausdruck ersetzen. Die Botschaft wäre immer noch verständlich i.e. im Prinzip ja, es sei denn …

PS:
Kann mir jemand in dem Zusammenhang mal erklären, warum Der Spiegel immer noch als in guter Gesellschaft willkommenes MSM gilt, während über BILD jeder Echt- und Halb-Gebüldete die Nase rümpft? (und jetzt hole ich meine abonnierte BamS aus’m Briefkasten)

Silke - November 18, 2012, 11:08

BamS Titelblatt oberstes Kästchen rechts neben Titel weiß auf schwarz

ÜBER 740 RAKETENANGRIFFE SEIT MITTWOCH

Dann in größeren Buchstaben unterstrichen:

So steuert Iran den Terror gegen Israel

und klein drunter Seiten 6/7

Kann es sein, daß all die Selberdenker in Sachen Israel, von denen Jack immer berichtet BILD-Leser sind? Ich jedenfalls bedaure, daß es das Blatt unter der Woche NICHT im Abo gibt.

Ich habe es mal ein paar Monate lang von nem Nachbarn bekommen – es gibt viel, viel zu viel, Schmutzblatt darin, aber mehr als im Spiegel oder der taz? Doch hat sich einer von denen einen vergleichbar naserümpfenden Spitznamen wie “die mit den großen Buchstaben” eingehandelt? Womit verdienen die es sich, immer noch für “seriös” zu gelten?

4. Rika - November 18, 2012, 11:52

Dieser überaus genial putzige Gedankengang hat mich auch zutiefst überzeugt! ist doch ganz einfach, öffnet die Grenzen und alles ist in guter deutscher Butter! Manno, wer hat diese Frau zur Journalistin ausgebildet und wer bezahlt diesen Schwachsinn??? Schlimmer noch als die Putz sind die Gazetten, die diesen Unsinn verbreiten und die Leser, die das Zeug “glauben” und kritiklos schlucken.
Ich bin gestern erst von meiner netzlosen Wiese zurückgekommen und musste soviel an ähnlichen unverdaulichen Nachrichten schlucken, dass ich gar nicht schreiben konnte. Aber Putz war schon mein zweiter oder dritter Gedanke!

5. Lila - November 18, 2012, 11:56

Na, denken wir das doch konsequent zu Ende!

Alle Gefaengnisse oeffnen – schliesslich haben auch Sexualmoerder und Pyromanen einen Vertrauenvorschuss verdient. Alarmanlagen und Gartenzaeune sowieso Haustuerschloesser sollten abgeschafft werden – sie sind ein unertraeglich, ja unmenschlicher Ausdruck von Misstrauen dem Mitmenschen gegenueber.

Schaffen wir auch gleich Schulnoten, Geldverkehr und Strassenverkehrsregeln ab. Wozu die Menschen so einengen, in normative Korsette zwaengen und ihre spontanen Wuensche brutal unterdruecken?

Das regelt sich alles von selbst. Am Ende.

Wieso haben die Palaestinenser eigentlich mit dem Terror angefangen? Sie waren zu Anfang des Wegs vollkommen frei. Radikal waren sie trotzdem.

Diese Naivitaet macht mich krank.

Im Libanon, wo die Pute, aeh, Putze, aeh, Putz lebt, da haben die Leute alle Freiheit und trotzdem hassen sie Israel inbruenstig.

Silke - November 18, 2012, 13:07

Putz hat wie Juliane von … die Henri Nannen Schule besucht – gibt es da ein Nest? Würde mich nicht wundern, Alte Herren Weltbilder sind erblich, fähig zum untot sein IMHO

Silke - November 18, 2012, 13:11

ja die totale Survival of the Fittest Gesellschaft – das wär doch endlich mal der richtige Thrill

erinnert mich dran, daß ich mal Szenen aus diesem Film im Fernsehen sah – muß so um die Zeit gewesen war, als Wolfgang Menge auch’n Fernsehspiel um so’n Thema hatte – alles total echt geil und nicht so kompliziert, wie anständig gekochte Salzkartoffeln zu Tische bringen.

http://www.imdb.com/title/tt0073631/

6. Paul - November 18, 2012, 15:54

Zu dem Propagandakrieg ist mir noch etwas eingefallen.

In diesem Krieg sind die Worte die Waffen. Sein Ziel hat er erreicht, wenn bestimmte Begriffe auch von gutmeinenden Menschen benutzt werden, weil sie in letzter Konsequenz auch das Denken bestimmen.

Diktaturen kennen die Macht der Worte.
Klemperer’s LTI (Sprache des Dritten Reiches) kennt wohl jeder. Auch in der DDR gab es bestimmte Sprachregelungen, die konsequent durchgehalten wurde, bis sogar Oppositionelle Sprache verinnerlichten.

Ein Beispiel: “BRD” war ein DDR-Kürzel für BR Deutschland (so wurde offiziell abgekürzt). Die DDR blieb konsequent bei BRD, weil in Afrika oder Asien oder sonstwo schon mal durch Verschwurbelung Missverständnisse auftraten und die DDR mit der BR Deutschland verwechselt wurde. Das war in bestimmten Bereichen erwünscht. Dieses BRD-Kürzel hat sich durchgesetzt und wird erst jetzt langsam dur “D” ersetzt.
Oder, ein anderes Beispiel: Die “DDR” wurde von der Bundesrepublik nicht als Staat anerkannt. Adenauer dachte sich was dabei, wenn er immer von der “Soffjettzone” sprach. Wie ist das abgebröckelt. In den 80-ern wurde dann schon vielfach die Parantese weggelassen.

Nach dieser langen Vorrede nun zu meiner Beobachtung:

Im ev. Fernsehgottesdienst, heute im ZDF, gab es eine Fürbitte in der die gegenwärtige Situation zwischen Hamas und Israel mit
“Provokation” und “Vergeltung” bezeichnet wurde.
Das ist für mich ein Beispiel des Erfolges der Hamaspropaganda.

Die zutreffende Bezeichnung der Situation wäre:
“Angriff” und “Verteidigung”.
“Provokation” ist eine Abschwächung des “Angriffs”. Es ist schon ein Unterschied, ob mich jemand provoziert oder ob er mir auf die Nase haut.

Umgekehrt ist “Vergeltung” eine Verstärkung der “Verteidigung”. Es ist ein Unterschied, ob ich, wenn mir jemand auf die Nase haut, sofort zurückschlage; ihm also auch auf die Nase haue, mich also verteidige, oder ob ich Wochen später ihm einen Messerstich versetze. Das wäre dann Vergeltung.

Im Ergebnis wird also der Angriff der Hamas verharmlost und die Verteidigung Israels verschlimmert.

Die, ich unterstelle, arglose Aufnahme dieser Formulierung in die Fürbitte ist für mich ein Zeichen der Wirkung der Propaganda der Hamas.
Das ist der erste Schritt auf dem Weg zur Rechfertigung der Handlungen der Hamas und der Verurteilung des Verhaltens Israels.

Was man dagegen machen kann weiss ich nicht.
Das ist eine Aufgabe der Psychologen bei der IDF.

7. Es ist an der Zeit…. « himmel und erde - November 18, 2012, 16:32

[…] in den Medien, die von der Anmoderation in den Hauptnachrichten bis hin zu solch “genialen Vorschlägen” einer Frau Putz […]

8. Rika - November 18, 2012, 19:48

Paul, ich stimme dir fast in allem zu, aber, nein, es ist nicht die Aufgabe der Psychologen bei der IDF!
WIR, wir sind es, die der Propaganda, die hier in UNSEREN Medien verbreitet wird, sehr entschieden entgegen treten müssen.

Ich gehe heute Abend zu einem Vortrag in meiner Gemeinde über jüdische Friedhöfe…. ist es nicht makaber?
Meine Gemeinde hat diesen Vortrag schon vor Wochen in die Wege geleitet.
Vor 9 Tagen wurden Kränze niedergelegt und Reden geredet und der toten Juden und der zerstörten Synagogen gedacht. Auch in Kirchen finden solche Gedenkandachten statt.
Heute gehe ich mit schwerem Herzen in meine Gemeinde… und mit meiner Tasche! Die mit der Fahne…

Für die Lebenden in Israel…

9. Danny Wilde - November 18, 2012, 20:04

After a long time mal wieder hier vorbeigeschaut. Aber bei der Putz’schen kann ich nicht still halten.

Lila, hey, ich muss jetzt trollen, ja, und du schmeiß mich bitte jetzt nicht raus.

Die ist eine ganz dumme Sau. So. Ich hab’s gesagt und gut.

Es gibt ja den und es bloggt ja der geschätzte Zettel. Also, dieser Beitrag :

http://zettelsraum.blogspot.de/2012/11/krieg-in-nahost-1-stratfors-analysen.html

ist auszudrucken, zusammenzuwickeln und der Hamas-Propagandistin um die Ohren zu hauen, stundenlang. (Disclaimer: das ist rein bildlich gemeint. Es soll nicht wehtun. Es soll niemand verletzt werden. Es ist nur ein Symbol. Es ist eine flapsige Redensart in der deutschen Sprache. Es ist kein Aufruf zu körperlicher Gewalt. Wer sowas trotzdem hier reinliest, ist noch dümmer als die Putz.)

Es steht zu befürchten, dass sie es dann immer noch nicht kapiert.

Und wenn man ihr zehnmal das Sich-von-Hamas-Vertretern-vor-Ort-Nasführen-Lassen zugute halten will. Aber, es ist schon so: auch das, was sie schreibt, muss ja schließlich auch mal gesagt werden, nicht? Sagt ja sonst keiner. Schreiben ja alle ausschließlich israelfreundlich, und da braucht’s kritische Stimmen von guten Freunden!

Edit: Lesen diese Leute, die mit journalistischem Schreiben ihr Brot und ihre Miete zu verdienen vorgeben, denn nicht ALLE Nachrichten, Lageberichte, Analysen zu einem Thema? Um sich ein umfassendes Bild einer Lage zu verschaffen?

Lesen sie? Und warum schreiben sie dann immer noch ihre Märchen? Lesen sie’s nicht? Wissen sie’s nicht besser?

Sind diese Ideologiejunkies eigentlich NUR böse oder böse UND saudumm?

Aber ich sag das von oben mit “sau” und “dumm” jetzt nicht nochmal.

Ich denke an euch da in Israel (ist zu nix gut, egal).

Seid stark (wie immer).

10. Yael - November 19, 2012, 23:23

Vor inzwischen fast fünf Jahren, Ende Jänner 2008, schrieb ich für SPON einen Artikel über die Politik der Hamas in Gaza, die ein halbes Jahr zuvor, im Juni 2007, die “moderate” Fatah aus Gaza weggeputscht hatte. Kaum stand der Text online, beschwerte sich die ständige Mitarbeiterin von SPIEGEL online für Israel und die palästinensischen Gebiete, Ulrike Putz, über meinen Artikel im Allgemeinen und im Besonderen darüber, dass ich die Hamas als “Gang” bezeichnet hatte. Für den Fall, dass ich wieder über die Ereignisse in ihrem Beritt schreiben sollte, bot sie ihre kollegiale Hilfe an: Meine Texte vor Veröffentlichung gegen zu lesen.

Wäre Frau Putz eine Polizeireporterin, würde sie die Kriminellen und die Kriminalen ebenso über einen Kamm scheren wie die Hamas und die israelische Regierung. Aber ihre theoretische “Äquidistanz” ist in der Realität eine klare Parteinahme – für die Hamas, die eine “Gang” zu nennen, sie unangemessen findet.

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/wo_putz_drauf_steht_ist_auch_putz_drin/

11. Paul - November 20, 2012, 11:25

Zu 10 Liebe Yael,
und ich bin schon vor Ehrfurcht erstarrt. Du hast einen Artikel in SPON geschrieben?
Im “Eifer des Gefechtes” hast Du vergessen kenntlich zu machen, dass Broder es war, der dort geschrieben hat.

Aber danke für den Link.

Ich zitiere mal aus diesem Beitrag von Broder:

“Diesen Vorwurf kann man dem Führer der Hamas, Ismail Haniyeh, nicht machen, der sich in seinen unterirdischen Bunker verkrochen hat, von wo aus er seine Palästinenser aufruft, bis zum letzen Blutstropfen zu kämpfen,”

Fällt da nicht sofort eine gewisse Ähnlichkeit auf? Zu wem wohl?

Na, jedenfalls ist nun klar, dass die Hams nicht nur den Hitlergruß übernommen hat.

12. Zitate « abseits vom mainstream – heplev - November 25, 2012, 9:18

[…] Ach die Putz – das ist doch die Tante, die nicht mal eine Geburtsurkunde fuer ihr Baby im Libanon gebacken kriegte. Lila, 17.11.12 […]


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