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An all die Mahner, Kopfschuettler, Abwiegler, November 16, 2012, 5:54

Posted by Lila in Kinder, Land und Leute, Persönliches.
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die jetzt vor Eskalation warnen und Israel zur Zurueckhaltung auffordern.

In diesem meinem kleinen Blog existiert eine Kategorie namens Qassam-Ticker. Einfach mal anklicken und lesen. Aber richtig. Mindestens ein paar Seiten lang.

Und mir dann erklaeren, wo Ihr Euren Protest hoer- und sichtbar gemacht habt, waehrend Israel beschossen wurde. Gern mit Links, Bildern von Demos, von den Plakaten, die Ihr aus dem Fenster gehaengt habt, Kopien der Briefe an Eure Bundestagsabgeordneten. Jedes Dokument wird dankend entgegengenommen.

Wer aber still war, waehrend in Netivot, Eshkol, Kerem Shalom und Nir Am die Raketen niedergingen, Tausende ueber die Jahre, der hat nicht das geringste moralische Recht, jetzt Israel daran zu hindern, seine eigenen Massnahmen zu ergreifen. Wer den Krieg angezettelt hat, das waren nicht wir. Wir haben hoechstens wieder mal zu lange gewartet. Die Kinder aus Sderot, die keine andere Realitaet kennen als unter Beschuss, sind inzwischen in der Mittelstufe. Eine weitere traumatisierte Generation.

Und Leute wie Westerwelle, deren Regierung Geld massenweise und ohne jede daran geknuepfte Bedingung in den Gazastreifen geschuettet hat, obwohl dort genug Geld war, um teure Raketen aus dem Iran einzukaufen – Leute, deren Parlament einstimmig und ueber alle Parteien hinweg eine Verurteilung Israels beschlossen hat, weil Israel es gewagt hat, per Blockade den Gazastreifen wenigstens bei der Bewaffnung zu hindern – solche Leute haben schon gar kein moralisches Recht, jetzt den grossen Mahner zu spielen.

Es ist kein Zufall, dass deutsche Journalisten von Putz bis Teichmann fest daran glauben, es muss ein Wahlkampftrick sein. Dass Israel ununterbrochen seit Jahren angegriffen wurde, mit Raketen, mit Bomben und Sprengsaetzen, haben sie ja gar nicht erst ihrem lesenden Publikum gemeldet und berichtet. Sie tragen ja mit Schuld daran, dass niemand eine Loesung fuer das Problem gesucht hat, denn sie haben das Problem mit verschwiegen.

Eine Bedrohung Israels existiert fuer solche Beobachter nicht. Eine unertraegliche Belastung fuer fast eine Million Israelis, die ihren schwierigen Alltag seit Jahren meistern muessen, waehrend die Welt ignoriert, was bei ihnen los ist – das ist nicht denkbar. Fuer sie ist Israel anders als in der Rolle des aggressiven, unkontrollierbaren Golems gar nicht cast-bar.  Sie glauben, es waere logischer, Israel wartet bis zur Wahl, wartet dann, bis eine Koalition steht (was hier bis zu einem Monat dauern kann), wartet dann weiter, bis sich ein neuer Verteidigungsminister gut eingearbeitet hat (denn Barak wird es nun mal bestimmt nicht mehr), und dann reagiert die neue Regierung? Und was machen die Leute in Netivot und Ashdod bis dahin? Waehrend sich die Aggressoren im Gazastreifen sicher und unangreifbar fuehlen?

Wer nicht mitgekriegt hat, wie unertraeglich die Lage im Sueden wurde, und wie ominoes sich die Wolken zusammengezogen haben, der hat nichts verstanden. Ich kann mich nicht erinnern, dass irgendein Mitglied einer fremden Regierung, ausser Obama in seiner Debatte mit Romney, als er Sderot und seinen Besuch dort erwaehnte, sich jemals eingemischt haette, waehrend Israel einen Beschuss ausgehalten hat, den kein anderer Staat hingenommen haette. Oder faellt jemandem ein Beispiel ein?

Oh ja, mir fallen gleich zwei Beispiele ein. Jahrelang regnete es Beschuss aus den damals syrischen Golanhoehen auf israelische Doerfer unterhalb. Und jahrelang wurde Galilaea aus dem Libanon beschossen. Auch damals kraehte kein Hahn danach, jedoch, als es israelische Gegenwehr setzte, war das Entsetzen gross. WAS, die wagen, sich zu verteidigen?

Also, Westerwelle und Cameron, Putz und Teichmann, wo wart Ihr, als die Raketen auf Israel fielen? Genau da koennt Ihr auch jetzt bleiben. Die Eskalation haben nicht wir zu verantworten, sie findet seit Jahren statt, und allein konnten wir sie nicht stoppen. Nicht solange weltweites Wohlwollen die Palaestinenser umgibt, egal wie viele Raketen sie auf Eshkol feuern.

Und das sage ich, die persoenlich ueberhaupt kein Interesse daran hat, dass diese Aktion weitergeht. Fuer mich persoenlich bete ich, dass Netanyahu es sich ueberlegt und die Bodenoffensive abblaest. Der Gedanke, dass nach den roten und lila Barette demnaechst die hellgruenen dorthin abkommandiert werden, ist jenseits des Ertraeglichen. Ich weiss nicht, wie die Eltern der Fallschirmjaeger und Givati-Infanteristen es ertragen. In ganz Israel sitzen jetzt Menschen schlaflos vor dem Fernseher, genau wie ich, und starren die Bilder an, in der verzweifelten Angst, ihren Chaimke an der Grenze zum Gazastreifen zu sehen.

Y.s Grossmutter haette fast ihren Aeltesten verloren, waehrend sie mit ihm schwanger war, als sie bei der Wache in der Zeit der Araberaufstaende mit ihrer Waffe in ein tiefes Loch fiel. Dieser Aelteste hat im Sechstagekrieg und im Yom-Kippur-Krieg mitgekaempft, wohlgemerkt als ultra-linker Kibbuznik, der viel lieber mit Arabern in Frieden gelebt haette. Er hat bei der Schlacht um den Hermon mehr als einmal gedacht, seine Uhr bleibt stehen.

Der Sohn dieses Sohn wiederum, mein Mann, hat die schoensten Jahre seiner Jugend im Libanon verbracht, fuenf lange Jahre lang, ist mit allem beschossen worden, mit dem man ueberhaupt beschossen werden kann, hat seinen einzigen Freund verloren und traegt die Spuren der damaligen Zeit bis heute. Als unsere Kinder geboren wurden, haben Urgrossmutter und Grossvater gesagt: „vielleicht muessen sie ja gar nicht zur Armee, wenn sie gross sind“, denn es war die Zeit des sogenannten Peace process, Oslo. Jetzt sind die Kinder gross.

Mein Schwiegervater hat elf Enkel. Fuenf davon tragen im Moment Uniform, Primus ist Reservist. Er haette sich weiss Gott etwas anderes fuer sie gewuenscht, als dass sie nun auch die Schrammen davontragen muessen, den der Einsatz bei der Armee verursacht, wenn man dem unverhuellten Hass taeglich entgegentritt, und eigentlich nichts anderes moechte, als dass die Leute zuhause in Ruhe schlafen koennen – und man selbst auch.

Kurz, es ist laecherlich, uns vorzuwerfen, wir waeren kriegsgeil und haetten eine zu kurze Zuendschnur. Genau das Gegenteil ist der Fall. Wenn es etwas gibt, das mich an der Serie Sharpe jedesmal wieder ueberzeugt, dann die totale Kriegsmuedigkeit der Veteranen, die im krassen Gegensatz zur Kampflust der unerfahrenen Soldaten steht. Wer weiss, wie der Krieg aussieht, der versucht, es auf keinen Fall so weit kommen zu lassen. Obwohl ich persoenlich bekanntlich weder Netanyahu noch Barak fuer optimale Politiker halte, weiss ich von beiden, dass sie kriegserfahren und kriegsmuede sind. Haette es eine andere Moeglichkeit gegeben, haette Israel irgendeine Art von Rueckhalt gehabt, dann waere es nicht soweit gekommen.

Die Welt hat die ganzen Monate und Jahre ueber ignoriert, was hier vorgegangen ist, als Moshiks alte Mutter wegen ihrer Herzkrankheit nicht mehr in den Luftschutzraum rennen konnte und die ewige Angst sie einfach kaputtmachte, bis sie starb. Jetzt, wo Israel zum einzigen Mittel greift, das wenigstens fuer eine begrenzte Zeit Ruhe fuer Sderot verspricht, jetzt ringt die Welt die Haende. Zu spaet, zu spaet.

Meine Guete, wie gross war die Empoerung, als eine Moersergranate in der Tuerkei landete! Es war selbstverstaendlich, dass die Tuerkei reagierte. EINE Moersergranate. Aber klar, das war ein Angriff. Es war wirklich einer. Die Tuerkei hatte das Recht, zu reagieren. Und wir haben es auch.

Und fuer die Traeumer, die meinen, Israel muesste nur X oder Y tun, und schon waere Frieden? Die darf ich daran erinnern, dass Israel den Gazastreifen geraeumt hat. Dort ist (noch) kein einziger Israeli mehr, seit Gilad Shalit frei ist. Der Beschuss, der vor der Raeumung anfing, ist seitdem nur staerker geworden. Die Palaestinenser lassen sich von Zugestaendnissen nicht im Geringsten beeindrucken, besonders die Hamas nicht, aber auch Abu Mazen hat zB bei Israels Siedlungs-Baustopp nichts getan, sich nicht mal mit der israelischen Regierung getroffen. Es ist nie genug, sie fordern immer noch mehr. Nichts, was wir haetten tun koennen, haette den Islamischen Jihad davon abgehalten, Suedisrael zu bombardieren. Was, bitte, koennen wir einem Feind anbieten, der die Befreiung Tel Avivs von der Besatzung fordert?

Also, so sieht es aus. So ist die Welt. Der eine steht allein und froestelt in der Nacht. Der andere sitzt im Warmen und zeigt mit dem Finger auf andere, die es nicht so gut und friedlich haben wie er.  Ich habe, seit ich Kinder habe, nie mehr gut geschlafen. Seit Primus vor vier Jahren, genau zu „gegossenes Blei“, eingezogen wurde, schlafe ich nur noch in wenig hilfreichen kurzen Episoden. Und jetzt? Keine Ahnung, wie man einschlaeft, loslaesst, sich entspannt. Ich habe diese Entwicklung seit Monaten am Horizont gesehen und sie gefuerchtet, habe gedacht, wenn wenigstens ich meine kleine Alarmglocke laeute, meinen Qassam-Ticker mache, hoert mich ja vielleicht jemand? Ja, schon, aber leider nicht die, die etwas haetten tun koennen. Westerwelle zum Beispiel😉

Wie soll es weitergehen? Ich bin praktisch rund um die Uhr mit Ynet breaking news verbunden. Ich verlasse mich nicht auf die Berichte, gucke die Bilder an, suche nach Gesichtern, die ich kenne, ueberlege, was ich tun kann. Hm. Nichts.

Wenn ich denke, hoffentlich wird die Bodenoffensive nicht umgesetzt, hoffentlich hat Mursi Erfolg – dann muss ich an Ruth denken, an ihre Toechter, beide, aber besonders die Kleine. Und dass sie seit Monaten Angst hat. Seit Jahren. Und dass sie schon Explosionen aus der Naehe gehoert hat, die ich mir nicht mal vorstellen kann. Und da soll ich aus Sorge um die Soldaten die Sicherheit eines kleinen, wehrlosen Maedchen aufopfern? Das kann ich nicht. Ich fuehle mich beiden verpflichtet, dem verschreckten Schulmaedchen, das auf dem Heimweg Unterschlupf vor Raketen suchen muss, und dem schlaksigen, wortkargen Secundus, der bereit ist, dahin zu gehen, wo er gebraucht wird, mit seiner Sani-Weste und seinem Tarn-make-up und seiner Waffe.

Wir koennen nicht beiden gerecht werden. Das Dilemma ist fuer uns alle in Israel kaum auszuhalten.

Versteht das jemand? Nein. Putz und Teichmann glauben wohl, Israelis jubeln, wenn sie die Jungens an der Grenze zum Gazastreifen sehen, oder die Hubschrauber, auf die mit Strellas geschossen wird. Und waehlen dann blind Netanyahu. Haben sie nicht kapiert, dass jeder dieser Soldaten Familie hat, die alles lieber sehen wuerde als eine Gefaehrdung dieser Soldaten, und die ebendiesen Netanyahu fuer jede Fehlentscheidung abstrafen wird, wenn es ans Waehlen gibt? Darf ich daran erinnern, wie sehr Olmert seine Fehlentscheidungen im Libanonkrieg II geschadet haben? Wie teuer Peres „Fruechte des Zorns“ bezahlt hat?

Es ist alles nicht so einfach. Wer es nicht verstehen kann, der darf eigentlich nicht urteilen. Aber wir leben nicht in der idealen Welt, jeder urteilt ueber andere. Bestimmt leben im Gazastreifen auch Leute, die bei jedem Abschuss einer Rakete neben dem Sportplatz innerlich gezittert haben und sich gedacht haben: ja spinnen die, die holen uns die Israelis auf den Hals, was kann man nur tun? Auch diese Leute sind erbarmungslos im Regen stehen gelassen worden, keiner interessiert sich fuer sie, die Mehrheit waehlt andere, und wer die Macht einmal hat, gibt sie nicht mehr ab im Gazastreifen. Es muss schlimm sein, dort in der Minderheit zu sein, denn man kann sich ueberhaupt nicht aeussern.

Ich werde jetzt gucken gehen, wie sich die Berge langsam heller faerben. Der Hahn des Nachbarn kraeht bereits. Verrate ich meinen Secundus und seine Kameraden, wenn ich Ruths Tochter und dem Andenken von Moshiks Mutter zuliebe die Notwendigkeit einsehe, sie in die Hoelle zu schicken?

 

 

 

Kommentare

1. Georg - November 16, 2012, 6:24

Einer deiner besten Blog-Einträge, Danke dafür. Ohnmächtig schaue ich der „Berichterstattung“ in Deutschland zu, habe Mails an Spiegel, ARD, ZDF und Die Welt geschickt, außer Standartschreiben nichts weiter von ihnen erhalten. Es ändert auch nichts, da mag ich mich noch so beschweren. Aber mein persönlicher und daher sehr subjektive Eindruck ist der, dass in den Kommentaren durchaus eine 1/3 zu 2/3 proisraelische Tendenz zu lesen ist – und das fände ich schon nicht schlecht, hätte ich doch noch weitaus Schlimmeres vermutet.

Israel ist stark, und das ist gut so. Doch wie sieht gerade in der heutigen Zeit des „arabischen Umbruchs“ die Zukunft aus? Wenn es eine neue arabische Identität gibt, sehe ich Schwarz. Deshalb braucht Israel neue Verbündete, denn auf die USA kann es sich nicht in Zukunft sicher verlassen und auf Europa sowieso nicht. Indien und China könnten Schlüssel israelischer Sicherheit werden; eine wage Hoffnung aber durchaus realistisch. Die Begründungen führten jetzt zu weit, es ist ein neues Thema.

Noch mal: Gut, dass Israel stark ist, dies ist nämlich das einzige, was derzeit überhaupt zählt.

2. Media Bias Against Israel - November 16, 2012, 7:42

[…] resolution supporting Israel in op against Hamas &l.. Rintihan Gadis Gaza | Hamaslovers An all die Mahner, Kopfschuettler, Abwiegler, « Letters from Runghol.. Imej Bayi Maut Dapat Simpati Dunia | MyNewsHub Israel needs us. And you need the facts. | The […]

3. heplev - November 16, 2012, 9:08

Nein, du verrätst sie nicht. Und ich glaube, sie wissen sehr genau, wie traurig notwendig das ist, was sie tun müssen. Es ist einfach nur entsetzlich, dass diese Leute da unten einfach nicht zum Frieden bereit sind.

4. heplev - November 16, 2012, 9:12

Nein, du verrätst sie nicht. ich glaube, sie wissen nur zu genau, wie trauig notwendig es ist, was sie tun müssen. Es ist einfach nur entsetzlich, dass es notwendig ist mit militärischen Mitteln diesen Leuten da beizukommen. Ich bete, dass es allen gut geht und sie heil und gesund bleiben.
Gestern saß ich den ganzen Tag vor dem Rechner und habe die unglaublich vielen Meldungen gelesen und gesichtet, die zum Gazastreifen reinkamen. Das war so viel, dass fast nichts anderes mehr möglich war. So etwas bereitet Kopfschmerzen. Harmlos gegen die Sorgen der direkt Betroffenen, aber trotzdem – nicht gut auszuhalten.

5. Monika - November 16, 2012, 9:30

Tust Du nicht. Und sie sind schon groß, sie sehen das wahrscheinlich auch so.

6. Noa - November 16, 2012, 9:34

Hi Lila,
das mit der „Wahlkampfstrategie“ Netanyahus, hat mich auch sehr gewundert. Was fuer ein Bloedsinn.
Ich schicke Gruesse in den Norden von Jerusalem.
Shabbat shalom
Noa

7. Michael - November 16, 2012, 11:04

Ich kann Deinen Worten nicht mehr viel hinzufügen. Und trotzdem, auch nach jahrelanger Lektüre von Zeitungsberichten wundere ich mich immer wieder neu über die Blödheit der Palästinenser. Wie dämlich muss man eigentlich sein, um nicht erkennen zu können, dass Terroranschläge, Raketen, Entführungen und was es da sonst noch gibt nichts aber auch gar nichts bringen? Die Leute sind so dumm, dass sie auch nach Jahrzehnten das nicht erkannt haben. Diesen Leuten kann nicht geholfen werden. Es ist diese geballte Blödheit auf palästinensicher Seite, die es natürlich den Extremisten auf israelischer Seite leicht macht, ihre Ziele durchzusetzen.

Ich bin genauso illusionslos geworden, wie Benni Moris in seinen letzten Büchern.

8. Ima - November 16, 2012, 11:40

@Michael,
natürlich wundert sich darüber jeder normaldenkende Mensch.

Doch noch meiner Meinung liegen die Ursachen daran, dass es für die palästinensische Führung wesentlich einfacher ist Milliarden an Unterstützungen von der Weltgemeinschaft zu kassieren und auch das Flüchtlingsproblem nicht selbst zu lösen, als ein funktionierendes Staatswesen aufzubauen, mit Israel zu verhandeln und auf Kompromisse einzugehen.

Abgesehen davon ist es auch ein Problem der eigenen Bevölkerung klar zu machen, dass sie seit über 60 Jahren auf ein falsches Pferd gesetzt haben und den Traum aufzugeben Israel zu zerstören.

9. joram - November 16, 2012, 11:50

Die Palis warten darauf, dass die Israelis sich ergeben und ihr Schicksal in die Hände von Hamas legen. Und dann kommen die Iraner und helfen den Palis die Juden abzuschlachten oder versklaven. Und die Welt wird sich freuen. Judenhass ist eine unheilbare psychische Krankheit. So verbreitet wie Grippe.

10. Janina - November 16, 2012, 11:51

Nach dem. was Du so von Deinen Kindern berichtet hast, können sie Deine Zerrissenheit und Sorge sicherlich verstehen, wahrscheinlich geht es ihnen ähnlich.
Trotzdem – oder grade deswegen? – shabbat shalom Euch.

Und danke, danke, danke für Deine schnellen Updates und genau recherchierten Beiträge. Sobald in den Nachrichten etwas gemeldet wird, kann ich bei Dir lesen, was wirklich passiert ist. Vielen Dank, daß Du Dir diese Mühe machst.

11. Culatello - November 16, 2012, 11:56

„Bestimmt leben im Gazastreifen auch Leute, die bei jedem Abschuss einer Rakete neben dem Sportplatz innerlich gezittert haben und sich gedacht haben: ja spinnen die, die holen uns die Israelis auf den Hals, was kann man nur tun? Auch diese Leute sind erbarmungslos im Regen stehen gelassen worden, keiner interessiert sich fuer sie….“

Genau DIESE Leute meine ich. Und sie können nicht weg (auch wenn Silke mir weismachen will, sie könnten ja durch die Tunnel fliehen, welch eine Verhöhnung).

Und wenn ich Fotos deines Sohnes sehe, verkrampft sich mir der Magen vor Mitgefühl: der sensibel aussehende Junge wird hoffentlich keine körperlichen Narben zurückbehalten, seelische jedoch garantiert.
Bedenke auch folgendes:
Wenn Du schreibst, dass Secundus „bereit ist, dahin zu gehen, wo er gebraucht wird“ so kannst Du nicht außer Betracht lassen, dass die israelische Gesellschaft – einschließlich seiner Eltern – genau dies von ihm erwartet. Und er weiß es, DASS dies von ihm erwartet wird: Wehrdienstverweigerer sind ja bei euch verpönt und werden ausgegrenzt.
Seine Einsatzbereitschaft muss also nicht unbedingt aus freien Stücken zustandekommen, er fügt sich eben in sein Schicksal.
Ein Dilemma sondersgleichen, für alle eure jungen Menschen.
Und jede Generation wird verhärteter und verhärteter, so ist das eben in Dauerkonflikten, wo eine Seite die Schuld ausschließlich bei der anderen Seite sucht.
Wie lang soll das noch so weitergehen? Wie lange soll die Jugend BEIDER Seiten noch verheizt werden?

Aber ich bin ja nur ein sogenannter Friedenshetzer und werde von Leuten euren Schlages – den Freunden der israelischen Besatzung auf Biegen und Brechen – als Dummbatz abgetan.

12. Volker Huber - November 16, 2012, 12:00

Dein Bericht hat mich tief berührt. Ich kann mir nur ansatzweise vorstellen wie ihr euch fühl. Das reicht aber um mich tief traurig zu machen. Ich finde es bestürzend wie die Weltgemeinschaft reagiert. Wissen die nicht das Israel ein Garant dafür ist das dieses Pulverfass im viel zu nahen Osten nicht längst explodiert wäre. Als Sadam die Israelis mit Scutraketen aus heiterem Himmel beschoss, stand ich mit meinem Vater und dem damaligen Kultusminister von Baden Württenberg auf dem Schlossplatz in Stuttgart und demonstrierte gegen diesen aggresiven Akt. Ich wünsche mir von Herzen das Frieden in dieser Region einkehrt. Alle friedliebenden Menschen dieser Region haben dies weiß Gott verdient. Ich werde auch diesen Brief weiterleiten, in der Hoffnung das er vielen die Augen öffnet. Shalom

13. rballutschinski - November 16, 2012, 12:01

quote] Was, bitte, koennen wir einem Feind anbieten, der die Befreiung Tel Avivs von der Besatzung fordert? [/quote]

Leider ist es eine rhetorische Frage. Nichts und genau das trieb mich eben, bevor ich diesen Blog las, auch um. Was ist das Ziel? DIe Vernichtung des Anderen. Denn solange es einen von jeder Seite gibt, werden sich beide bekriegen und ich gehe jede Wette ein, dass es diesen Blog auch auf arabisch gibt. Genauso errschütternd, verzwefelt, aber auch kämpferisch, unbeugsam und eben nicht einen Deut schlechter oder moralisch anfechtbarer.

Eine Ende ist nur denkbar, wenn es einer Seite gelingt, die andere Seite auszulöschen. Das Paradoxon ist leider, dass das niemals einer Seite gelingen wird. ich befürchte es braucht ein Wunder, dass zeitgleich die Menschen in Israel, im Gaza Streifen und im ganzen nahen Osten einfach keinen Bock mehr darauf haben und die vergangenheit vergessen. Das braucht mehr als ein Wunder.

14. AMC - November 16, 2012, 12:02

Dein Beitrag hat mich erschüttert und in meiner Meinung bestärkt. Danke, dass Du so viel preisgibst. Es ist sehr wichtig für alle Menschen, die zu Israel halten.

15. reifrei - November 16, 2012, 12:04

Ich bin über die Vielzahl der einseitige Berichterstattung in den deutschensprachigen Medien sehr erschrocken..

Mit wie viel Blindheit oder Ignoranz muss man geschlagen worden sein um den anhaltenden Raketenbeschuss/Terror der Hamas zu ignorieren.

Was vom arabischen Frühling blieb kann man den einseitigen Äußerungen des ägyptischen Präsidenten entnehmen.

Es einfach nur noch widerlich.

Mein Wunsch an die Ignoranten: Herr, es möge Hirn regnen!

16. Lila - November 16, 2012, 12:14

zu 13: Israel hat nicht die Absicht, weder jetzt noch je in der Vergangenheit, irgendjemanden auszuloeschen. In der israelischen Unabhaengigkeitserklaerung streckt Israel den arabischen Nachbarn die Hand zum Frieden und garantiert die Rechte der arabischen Minderheit. Es war nie die Absicht, einen mono-ethnischen Staat zu gruenden.

Einer der grossen Reize und Schoenheiten Israels ist nicht nur die grosse Vielfalt der juedischen Bevoelkerung, sondern auch die Anwesenheit von sehr verschiedenen Minderheiten, von denen jede ihre Identitaet pflegt und vom Staat Israel dabei geschuetzt wird. Drusen und Tscherkessen und Bahai entfalten sich nirgendwo so frei wie in Israel, Moslems und Christen ebenfalls.

Beispielsweise kann jede arabische Familie entscheiden, ob sie ihre Kinder auf eine arabischsprachige Schule schickt, in der Gewicht auf ihre Herkunftskultur gelegt wird, oder eine hebraeischsprachige Schule, in der die Kinder eher in die „Mehrheitskultur“ eingegliedert werden, wo sie aber auch ihre eigene mit einbringen.

Ebenso wie juedische Eltern die Wahl zwischen streng religioes ausgerichteten, konventionellen oder alternativen Schulformen haben. (Und wie in Deutschland die Eltern zwischen Privatschulen und staatlichen Schulen waehlen koennen).

Niemand hat das Ziel, die Araber zu vernichten. Israels einziges Ziel ist, in Ruhe und sicheren Grenzen leben zu koennen.

Zu viel verlangt? Eigentlich selbstverstaendlich.

17. rballutschinski - November 16, 2012, 12:25

@16 – Dann habe ich nur einen bescheidenen Vorschlag: Tauft Israel um auf den Namen Palästina und gebt Euch eine neue Flagge.. Es ist nur ein Name und ein doofes Symbol, oder? Die Vielfalt bliebe erhalten.Zu viel verlangt?

PS: Natürlich macht Israel das nicht – aber warum sollten es die Anderen tun? So wie es ausschaut, so wie beide Seiten drauf sind wird es nur eine Lösung geben können: der Eine wird den Anderen töten müssen. Zumal wenn beide Seiten für sich das größere moralische Recht dazu in Anspruch nehmen bzw. den Anderen und dessen Taten ausschließlich als niederträchtig ansehen. Da kann es nur mit Gewalt eine Lösung geben. Das muss beiden Seiten klar sein.

18. AMC - November 16, 2012, 12:32

Culatello ist so ein Dummbatz wie er es von sich behauptet.
Das „Einer ist genauso wie der Andere“ ist die Grundsubstanz in die sich die Lügen über diesen Konflikt einbetten. Das hat man doch gerade erlebt: Wenn Israel die Waffenruhe hält, ist in Gaza Ruhe. Wenn Hamas von Waffenruhe spricht, geht das Abfeuern nach Israel weiter. Wo ist da „Einer wie der Andere?“

19. Lila - November 16, 2012, 12:35

Sehr gern – wenn auch alle anderen Staaten der Welt freiwillig ihre nationalen Symbole ablegen. Warum sollte es ausgerechnet Israel als Erste tun? Dass die Araber, die so viele arabische Staaten haben, es nicht gebacken kriegen, einen juedischen Staat als Nachbarn zu akzeptieren, und glauben, das juedische Volk hat kein Selbstbestimmungsrecht, bedeutet doch nicht, dass alle, incl. die Juden selbst, das als letzte Wahrheit akzeptieren muessen, nicht wahr?

Oder bist Du auch bereit, der tuerkischen Minderheit in Berlin die Stadt zu uebergeben, den Baeren mit dem Halbmond zu vertauschen und Deine Freundinnen und Schwestern mit Kopftuch vor die Tuer zu schicken, weil Du sonst eventuelle Zartgefuehle der tuerkischen Mitbuerger verletzt?

Wie waere es mit Arabisch und Tuerkisch als Unterrichtssprache in allen Schulen, in denen Libanesen und Tuerken die Mehrheit haben?

Malmoe ist auch eine Stadt, die man den Moslems uebergeben koennte. Und in den UK gibt es viele Stadtviertel, in denen Moslems gern die Souveraenitaet uebernehmen wuerden. Es ist auch unfair, sie dazu zu zwingen, einem Rechtssystem zu folgen, das ihnen aufgezwungen wird. Warum nicht die Sharia einfuehren, wo es von Minderheiten gefordert wird?

Wie weit sollte man mit der Selbstverleugnung gehen? Geht mit gutem Beispiel voran, liebe Deutsche, schliesslich seid Ihr in keiner Weise bedroht.

Deine Idee ist ausbaufaehig. Wenn es sich in Europa als tragbar erweist, arabischen und moslemischen Forderungen grenzenlos nachzugeben, werden wir das Modell gern uebernehmen.

20. rballutschinski - November 16, 2012, 12:53

Natürlich ist meine Idee ausbaufähig – und der Nationalstaat muss ja nicht unbedingt bis ans Ende aller Zeiten das beste aller Ideen sein, oder?
Und JA, wenn es förderlich ist und Frieden und Wohlstand bringt, statt feigen Raketenbeschuss, dann würde ich Berlin meinethalben in Istanbul Zwei umtaufen. Das ist mir so schnurz, ich kann Dir gar nicht sagen wie schnurz mir das ist! Meinethalben kann man auch Deutschland in Schland oder Ülleülle umtaufen. Was könnte mir schnurzer sein?

Ich empfehle aber wirklich Israel und Palästina in Schlumpfstaat und Jerusalem in Schlumpfhausen umzutaufen, um diesen Irrsinn zu demaskieren, dass irgendwann ein anderer als Papa Schlumpf einen anderen Schlumpfstaat geschlumpft hat, der die älteren Rechte vor sich in Anspruch schlumpft.

Aber noch mal Du selbst:

[quote] Was, bitte, koennen wir einem Feind anbieten, der die Befreiung Tel Avivs von der Besatzung fordert? [/quote]

Das ist doch das Dilemma! Versuch wenigstens mal Dein eigenes Zitat umzudrehen – aus der anderen Perspelktive zu lesen, Dich selbst als Palästineserin vorzustellen, die ihr Land als besetzt ansieht? Aber ich hab’s ja begriffen: die sind im Unrecht. Die können froh sein, dass sie so nett behandelt werden. Und versteh mich nicht falsch: ich finde wirklich das Israel sich hervorragend organisiert hat und die beste und leider auch einzige funktionierende Demokratie im Nahen Osten geschaffen hat, Zweifellos.

Aber aus dem Dilemma kommst Du nur raus, wenn entweder alle im Nahen Osten einfach mal keinen Bock mehr auf eine Kugel im Kopf haben oder aber, wenn Tel Aviv ab Morgen Schlumpfhausen heißt und Israel und Palästina Schlumpfstaat heißen, der ein Araberstaat und ein Staat der Juden und der Schlümpfe ist – immerhin sind die blauweiß..

Silke - November 16, 2012, 12:55

Lila

wenn Du irgendjemanden verrätst, dann höchstens Dich selbst, indem Du Dich tapferer und vernünftiger gibst, als Du nach allem, was ich lese, sein kannst. Ich jedenfalls fand den Zustand, in dem man nix tun kann außer Nägel kauen unertragbar.

Doch vielleicht brauchst Du dieses die anderen in den Vordergrund stellen, um diese grässliche Zeit durchzustehen.

Gerade wenn ich versuche, Dich mit irgendwelchem Unsinn in Apfelbäumchenpflanzgefilde zu locken, ist mir das bewußt.

Hast Du mal im Bett Hörbücherhören, also Dir wie in Kinderzeiten was vorlesen lassen, probiert? Mein Bestes für diesen Zweck ist das hier gelesen von Ursula Illert, die da die für mich perfekte Wiegenliedstimme hat (in anderen Büchern nicht unbedingt)

http://www.amazon.de/Babettes-Fest-CDs-Tania-Blixen/dp/3896141945/ref=sr_1_3?ie=UTF8&qid=1353063011&sr=8-3

Da es das offenbar nicht mehr gibt, kann ich es Dir natürlich auch schicken, track by track.

21. joram - November 16, 2012, 13:05

Die dumme Berichterstattung in den MSM, die dämlichen, einseitigen und „israelkritischen“ Artikel von der U.Putz ist genauso das was die poltischen Analphabeten, die diese Käseblätter lesen sich wünschen und erwarten. Die Leute wollen in den Zeitungen die Bestätigung ihrer Vorurteilen finden. Finden sie das nicht, kaufen sie diese Schmierblätter nicht mehr. Und? Dann ist Pützchen arbeitslos. Und das will sie nicht. Deshalb schreibt sie und die ihrergleiche diese grenzdebilen Artikel. So einfach ist das. Was erwünscht ist (von der Masse) das wird geliefert. Man nennt das Marktwirtschaft.

22. Silke - November 16, 2012, 13:07

BILD titelt im Newsletter Israel rüstet sich für Bodenoffensive
wütend klicke ich und finde auf der Website diese vorbildliche Überschrift:

Wieder Raketen! Hamas bricht Feuerpause

http://www.bild.de/politik/ausland/nahost-konflikt/israel-ruestet-offenbar-fuer-bodenoffensive-in-gaza-27222154.bild.html

Doch leider hat der NL ne spätere Uhrzeit als der Artikel. Wenn ich irgendwo Mäuschen sein wollte, dann bei diesen Entscheidungen.

23. Thea - November 16, 2012, 13:09

Beeindruckend persönlicher Kommentar von Lila zur aktuellen Situation. Aber es ist halt wie immer – der ethnozentrische Blick triumphiert. Mitdenken würde heißen: Sich mal einen ganz kleinen Moment vorzustellen, was es bedeutet, seit fast einem Jahrzehnt im größten Open-Air-Prison der Welt zu leben, von allen positiven Entwicklungsmöglichkeiten abgeschnitten zu sein und kollektiver Hoffnungslosigkeit -vor allem für die jungen Leute- zu unterliegen.
Jaaa – die israelischen Gefängniswärter haben den Knast Gaza verlassen, danach die Tore fest verrammelt und die Schlüssel weggeworfen. Nun wundern sie sich, dass die Knastinsassen rebellieren und zu irrationalen Handlungen neigen – Sozialwissenschaftler nennen das einen Gefängnisaufstand und wissen auch, dass sich in solchen Situationen im Gefängnis Bandenstrukturen bilden und es nicht verwunderlich ist, wenn die Gefängniswärter im Knast nicht den allerbesten Ruf genießen.
Also: Alles Mitgefühl mit der israelischen Großmutter, die wegen ihrer Herzschwäche den Schutzraum nicht aussuchen kann: Im Gaza-Knast wäre man froh, wenn es überhaupt Schutzräume geben würde.

24. Dorothee - November 16, 2012, 13:29

Zitat aus der FAZ
…..Twitter. Seit dem vergangenen Mittwoch tobt dort der Kampf um die Deutungshoheit, spätestens, seit die israelische Armee auf ihrem Twitter-Account am Morgen des 14.November verkündet hat, man habe „mit einer Großoffensive gegen Terror-Einrichtungen und -Verursacher auf dem Gaza-Streifen begonnen“, dabei gehe es in der Hauptsache darum, die Hamas und den „Islamischen Dschihad“ zu treffen.

Eine Kriegserklärung per Twitter sozusagen, vielleicht sogar die erste, das allerdings kann man nur sagen, wenn man die vorhergegangenen Ereignisse ausblendet – die vielen hundert Raketen, die vom Gaza-Streifen aus permanent auf Israel abgeschossen werden und über welche die israelische Armee auch per Twitter seit geraumer Zeit informiert…..
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/nahostkonflikt-im-netz-tweets-bomben-und-raketen-11961508.html

Silke - November 16, 2012, 13:34

Michael

ich „kenne“ netzmäßig einen bekennenden religiösen Siedler und der ist es, der immer wieder, wenn die Palästinenserverurteilung in Fahrt kommt, darauf aufmerksam macht, daß Israelis mit eben jenen Palästinenser leben müssen UND wollen.

Ich vermute, daß er mit seinen Auffassungen zu denen gehören würde, die gern die „Oberhand“ gewinnen möchten.

Silke - November 16, 2012, 13:47

rballu

Auslöschen ist wovon Israel’s Gegner träumen

das „normale“ traditionelle Kriegsziel ist, daß eine Seite die andere dazu kriegt, ihre Niederlage einzugestehen (zuerst bei Daniel Pipes gehört). Israel wird mit widerlicher Regelmäßigkeit von „uns“ daran gehindert, diesem time-honoured Kriegsziel auch nur nahe zu kommen, weswegen die Legenden à la „im Felde unbesiegt“ es so leicht haben, weiterhin geglaubt zu werden.

25. Blaabaer - November 16, 2012, 13:50

„11:41 Uhr Merkel: „Israel muss Bevölkerung schützen“

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel meldet sich zu Wort – über ihren Sprecher. Die Botschaft ist deutlich: „Es gibt keinerlei Rechtfertigung für den Abschuss von Raketen auf Israel“, sagte Regierungssprecher Georg Streiter in Berlin. „Israel hat das Recht und die Pflicht, seine Bevölkerung in angemessener Weise zu schützen.“ Merkel appelliere an Ägypten, seinen Einfluss auf die Hamas zu nutzen und mäßigend auf die Gruppierung einzuwirken. Streiter lehnte allerdings eine Stellungnahme dazu ab, ob die Bundesregierung auch einen Einmarsch Israels im Gazastreifen als legitim betrachten würde. (Reuters/dapd)“

Gefunden hier: http://www.sueddeutsche.de/politik/nahost-konflikt-feuerpause-in-gaza-gebrochen-raketenbeschuss-haelt-an-1.1524807

Recht hat sie.

26. Terminator - November 16, 2012, 13:50

Als Deutscher mit der „Gnade der späten Geburt“, also weit nach dem Ende des Holocaust und smoit frei von perönlicher Schuld an diesem Verbrechen, möchte ich Dir mein ausdrückliches Verständnis und Mitgefühl entgegenbringen. Und meiner Scham Ausdruck verleihen, Scham darüber, wie einseitig in meinem Land über Israel, der Heimat der Juden, die ja wegen Deutschland flüchten mussten, schon wieder gesprochen wird.

Die politische Linke in meinem Land, die Rechtsextremen sowieso und natürlich zunehmend stärker die muslimischen Einwanderer bilden eine gefährliche Melange, die (schon wieder) bereit ist, an allem den Juden die Schuld zuzuschieben.

Das wird dann hinter „Israel-Kritik“ versteckt – es ist aber im Grunde das Gleiche.

Sei versichert: Nicht alle Deutschen denken so! Meine Gedanken und Gebete sind bei Euch, dem israelischen Volk. Möget Ihr endlich in Ruhe und Frieden leben können. Mögen Eure Feinde die Sinnlosigkeit ihres Tuns endlich einsehen und falls nicht: Möget Ihr sie endgültig wirkungsvoll von weiteren Wiederholungen abhalten können.

27. Roger - November 16, 2012, 13:56

Einleitend: Ich bin über einen Link auf dieses Blog gekommen.

Die Überschrift sprach mich an. Sie half mir dabei, eine längere gedankliche Suche zu klären, so dass ich diese ausformulieren wollte. Entsprechend fiel mein Kommentar recht lang aus.
Ich habe nachgedacht – mein Fazit geriet aber in eine andere Richtung als von der Autorin wahrscheinlich intendiert.
Mein Kommentar könnte einzelne Leser schmerzen. Er soll eine Gefühls- und Gedankenentwicklung und -verschiebung erklären, die ich bei mir spüre, aber auch bei anderen Menschen wahrnehme.
Falls mein Kommentar als zu trolligprovokativ wahrgenommen werden sollte, das ist nicht die Intention. Fühlt euch in diesem Fall frei, ihn zu löschen.

Ich bin wahrscheinlich ein klassischer „Mahner, Kopfschüttler“.
Aber keine Sorge, das ändert sich gerade rapide.
Ich melde mich um ins Lager der „Schulterzucker“.

Ich habe mich lange gefragt, warum ich intuitiv „Mahne und Kopfschüttle“, und was (und warum) sich da gerade bei mir ändert – und wurde mir nur langsam darüber klar.

Lange Zeit sah ich Israel als ein Land, das im nahen Osten liegt, aber von einer westlich-europäischen Kultur geprägt wird. Weit weg, aber uns kulturell eng verwandt, ähnlich wie z.B. Australien oder Neuseeland- Fern und doch verwandt und deshalb spannend und sympathisch.
Wie so viele Europäer wollte auch ich es unbedingt kennenlernen, auch ich habe für sechs Wochen in Israel gearbeitet. OK, nicht in einem Kibbuz, sondern per Forschungspraktikum im Technion in Haifa. Und ich wäre auch und gerne zurückgekommen, wenn nicht die 2. Intifada damals zu sehr eskaliert wäre.

In einer Region, wo Faustrecht eine hohe Bedeutung hat und die auf Agressionen bevorzugt mit „Rache“ bis „Blutrache“ antwortet, hatte das alte, ashkenasisch-europäisch geprägte Israel den Eigenanspruch, mit „Gerechtigkeit“ zu antworten. Das habe ich geschätzt, aber daran habe ich es auch gemessen, gemahnt, kopfgeschüttelt, wenn es gefühlt dagegen verstieß.
Zudem gebe ich zu, „Gerechtigkeit“ wirkt zuweilen kalt, wenn man selber der Ansicht ist, für eine Konfliktlösung bedürfe es auch der Bereitschaft zu „Gnade“ und „Vergebung“, aber es ist mir als Konzept um Welten lieber als „Blutrache“.

Ich las in den letzten Jahren, dass die (orientalisch kulturalisierten) Sephardim politisch und kulturell an Bedeutung gewönnen. Unabhängig davon spürte ich, wie sich Schritt für Schritt das israelische Selbstverständnis im Umgang mit Feinden weg von „Gerechtigkeit“ hin zu „Rache“ verschob. Ich fühlte emotional, dass sich Israel orientalisierte, ohne es rational zu verstehen – und reagierte mit „Mahnen, Kopfschütteln“ – weil mich das störte, weil ich etwas anderes mit dem Land verband bzw. verbinden wollte.

Erst mit dem ganz frischen, für mich schrecklichen „Eliminated“-Plakat der israelischen Armee, in dem sich diese der erfolgreichen Liquidierung des Terroristen Jabari rühmt, wurde mir die tektonische Tiefe der Verschiebung erst richtig bewusst.
Israel ist mental im Nahen Osten angekommen, es ist fast komplett „orientalisiert“ und mittlerweile genauso vom „Rache“ bis „Blutrache“-Konzept geprägt wie alle seine Nachbarländer, wie Syrien, Ägypten, Irak, Iran, wie die Palästinenser.
Israel ist kulturell gesehen nicht mehr europäisch.

OK, akzeptiert.
Ich werde nicht mehr stören, nicht mehr Mahnen oder Kopfschütteln. Ich werde Schultern zucken.

Man kann an ein orientalisches Land nicht ähnliche Ansprüche wie an ein europäisches Land anlegen.
In meinen Augen war das ein jahrzehnte währender, schleichender kulturell tiefer Abstieg, vom Konzept der „Gerechtigkeit“ zu jenem des „Faustrechts“ und der“Blutrache“. Aber er fand statt.
Darum meine Ummeldung ins Lager der „Schulterzucker“.

Stellt eure Gegner als Teufel dar, bringt euch doch um, wenn euch nicht zu helfen ist, in Syrien wie im Irak, Israel oder Iran. Alles eine Mischpoke. Aber erwartet kein besonderes Mitgefühl, dass über jenes für andere orientalische oder afrikanische Länder hinausgeht. Und nervt mich bitte nicht mehr mit entsprechenden Sympathie- oder Solidaritätsforderungen.

Gute Reise.

Silke - November 16, 2012, 14:14

weg mit dem Nationalstaat!

wenn der Nationalstaat weg ist, ist Jagdsaison und es geht die Nummer „alle Macht den Clans?“ oder „alle Macht den Priestern?“ oder „wem auch immer“ los.

Es sei denn natürlich rballu weiß, daß wir genetisch mutieren werden zu dem einzigen Säugetier wenn nicht Lebewesen überhaupt, daß nicht irgendwie kiebig wird, wenn’s um sein/ihr Territorium geht.

28. Yael - November 16, 2012, 14:15

„Und nervt mich bitte nicht mehr mit entsprechenden Sympathie- oder Solidaritätsforderungen.“

Hat das jemals jemand von Ihnen verlangt?
Es zwingt Sie ja keiner, hier oder bei Hagalil zu lesen oder zu schreiben. Dort haben Sie sich ja schon sehr ähnlich geäußert.

29. Yael - November 16, 2012, 14:19

Thea, warum so ausführlich? Es hätte doch genügt: Israel ist schuld. Das wäre wenigstens ehrlich.

30. Lila - November 16, 2012, 14:22

Ach, Roger, wie schwer lastet die Buerde des weissen Mannes! Amerikaner sind dekadent, Juden orientalisch, Araber primitiv, Schwarze unintelligent, Belgier essen fettige Fritten, Finnen saufen, Schweden machen Pornos und wacklige Buecherregale – eigentlich bleibt bei genauerem Hinsehen nur Roger selbst uebrig, der Vernunft und ueberlegene Einsicht besitzt.

Es ist schon phantastisch, was fuer sympathische, interessante Menschen im Internet unterwegs sind, beseelt vom Drang, sich an jedem Baumstamm zu verewigen!

31. Yael - November 16, 2012, 14:27

Stimmt, Lila. Nannte man das nicht bisher Rassismus?😉

Silke - November 16, 2012, 14:28

Thea

Deinem Post entnehme ich, daß Gefangene auf Hafturlaub bei Dir zu Hause immer auf ein gemütliches Unterkommen zählen können

Doch nicht nur das, sollte Dir jemand die Scheiben einschmeißen, so wirst Du ihn/sie total verstehen und Dich bei Keks und Kuchen für die Ungleichheit in Eurer beider Lebensumstände entschuldigen.

Es ist wahrhaftig schön, daß es noch Menschen wie Dich gibt.

32. Balina - November 16, 2012, 14:32

„Das Territorium hat mit rund 4000 Einwohnern pro Quadratkilometer die Bevölkerungsdichte eines städtischen Verdichtungsgebiets. Der Gazastreifen ist damit in Bezug auf die Bevölkerungsdichte mit den Städten München (4225 Ew/km²) und Berlin (3834 Ew/km²) vergleichbar, den beiden am dichtesten besiedelten Städten Deutschlands.“ (wikipedia: Gazastreifen). Und da wundert sich noch einer?

33. Yael - November 16, 2012, 14:32

„Es ist schon phantastisch, was fuer sympathische, interessante Menschen im Internet unterwegs sind, beseelt vom Drang, sich an jedem Baumstamm zu verewigen!“

Daran bin ich wohl schuld. Ich habe, wohl leider, zu dir verlinkt, weil ich es wichtig finde, dass andere Menschen lesen können, wie jemand aus Israel, die ja direkt betroffen sind, darüber berichtet. Eben weil es authentischer ist als die deutsche Blogwelt.
Es war natürlich nicht meine Absicht, dass dann sowas dabei herauskommt.

34. fidelche - November 16, 2012, 14:33

Die Berichterstattung in Deutschland über Israel ist eine Schande. Es ist ein Kampf gegen Windmühlen. Gegen den deutschen Antisemitismus ist kaum anzukommen.

Was bleibt ist der Wunsch: Free Gaza from Hamas!

Silke - November 16, 2012, 14:37

einer beklagt die Orientalisierung Israel’s, ein(e?) hat hier(?) kürzlich behauptet, Israel sei zu 2/3 oder 3/4 oder so russifiziert.

Tja wie kann Israel es wagen „undeutsch“ zu werden – das geht ja wirklich zu weit.

PS: ich kann an Bataween’s blog nix „orientalisches“ entdecken, aber vielleicht hat das was damit zu tun, daß ich auf dem rassistischen Ohr ziemlich taub bin und daß das von mir angestrebte aber für mich unerreichbare Vorbild Miss Manners heißt.

http://www.washingtonpost.com/miss-manners/2012/04/06/gIQABLv4zS_page.html

35. flx - November 16, 2012, 14:38

@27 Das ist völliger Quatsch. Diesen Wandel von Gerechtigkeit zu Blutrache, den sie festgestellt haben wollen, íst an den Haaren herbeigezogen. Sie kommen für sechs Wochen in ein Land und meinen, die Mentalität verstanden zu haben? Die meisten Ashkenazim und auch Sephardim sind europäisch orientiert, aber dieser Konflikt ist eben kein europäischer, sondern ein nahöstlicher und hier gibt es eben andere Spielregeln und diese Spielregeln haben sich seit Jahrzehnten nicht geändert. Zieh dich aus Gaza zurück und gib der Hamas das Gefühl, dass sie machen können, was sie wollen und sie bekommen Oberwasser. Europäer sollten wirklich aufhören, europäische Maßstäbe an diese Geschehnisse anlegen zu wollen.

Silke - November 16, 2012, 14:51

fidelche

mir wäre reformiere Hamas lieber, denn weg damit schafft Vakuum und dann? wer gewinnt dann die Macht? Eine Gruppe, die den Gazanern ein Leben in Frieden ermöglicht – wäre schön, doch wo ist diese?

36. Ludwig - November 16, 2012, 14:55

Lila,

wünsche Dir und den Deinen alles Gute in den nächsten Tagen. Ich hoffe es wird nicht so schlimm, wie es sich gerade abzeichnet. Offenbar wurde der Ben-Gurion-Flughafen zumindest vorübergehend geschlossen …

Als Mahner und Kopfschüttler melde ich mich dann bei Gelegenheit wieder.:)

37. Free Gaza from Hamas « ThinkTankBoy - November 16, 2012, 15:04

[…] Update 16.11.2012: An all die Mahner, Kopfschuettler, Abwiegler  – Informationen von Lila aus dem äußersten Norden Israels […]

38. P. Bereit - November 16, 2012, 15:24

Sie haben völlig Recht. Das ist eine unerträgliche Situation. Ich habe Israel besucht, auch die betroffenen Gebiete und ich habe Verständnis für die dort lebenden Menschen. Ich bin gegen jede Art von Terror, weil er immer Unschuldige in Mitleidenschaft zieht und generell unmenschlich ist.
Deshalb. Beantwortet Terror nicht mit Terror. Gebt den Palästinensern endlich ihren eigenen Staat! So wie es die entsprechenden UN-Resolutionen und die Weltgemeinschaft fordern. Dann wird man sehen, wie verantwortlich oder unverantwortlich die Palästinenser mit ihrem Land umgehen. Wenn sie dann noch immer auf Eskalation setzen, gibt es hinreichende Mittel, die auf dem Völkerrecht basieren. Was gegenwärtig und seit Jahrzehnten dort passiert, hat mit Völkerrecht nichts zu tun. Auf der einen Seite Raketenattacken und auf der anderen Seite gezielte Tötungen und Bombenangriffe. Wer das als normal empfindet, den kann ich nicht mehr verstehen. Mit dieser Methode wird Israel nie zur Ruhe kommen. Das sagen übrigens nicht nur Menschen außerhalb von Israel, sondern zunehmend viele Israelis. Darunter bekannte Intellektuelle. Sie haben es satt in einer Welt zu leben, die nur aus Gewalt und Gegengewalt besteht. Es muss andere Mittel geben und es gibt sie. Die Spirale des Hasses und der Gewalt muss durchbrochen werden. Deshalb sage ich es noch einmal, – die Palästinenser müssen endlich ihr eigenes Land erhalten und dürfen nicht länger Flüchtlinge auf eigenem Heimatboden sein. So kann kein Mensch vernünftig leben und geistig gesund bleiben. Die Palästinenser haben sich nicht freiwillig in den Gaza-Streifen gequetscht.
Israel kann noch so viele Kriege führen, seine objektiv vorhandene militärische Überlegenheit zur Schau stellen oder hohe Mauern bauen. All das wird nie dazu führen, dass man dieses Land lieben wird. Israel sollte, seine stets propagierte moralische Überlegenheit ins Feld führen und nicht seine Flugzeuge und Panzer. Und es sollte, endlich einen Schritt auf seine Feinde zugehen. Ein Nachdenken darüber, weshalb sie zu Feinden wurden, ist dabei hilfreich.
Zwischenzeitlich haben sich etliche Israelis z.B. auch in Berlin angesiedelt und fühlen sich hier sehr wohl. Sollte den Israelis nach und nach das Geborgenheitsgefühl im eigenen Lande verloren gehen, dann könnten sich auf lange Sicht noch ganz andere Entwicklungen ergeben.

Hinweis:
Dieser Beitrag spiegelt ausschließlich meine persönliche Meinung wieder.

39. Andi - November 16, 2012, 15:31

Vielen Dank für Deinen einfühlsamen Bericht. Hier in Deutschland können die Menschen sich in die Situation Israels überhaupt nicht hineinversetzen. Sitzen ja auch alle schön mit dem A… im Warmen.
Natürlich macht Israel nicht alles richtig. Aber richtig ist,sich zu verteidigen. Also alles Gute Euren tapferen Männern und Frauen, und beten wir , das es glimpflich ausgeht.

Silke - November 16, 2012, 15:33

Ich habe vermutlich den Grund gefunden, warum so viele P.Bereit-s hier aufschlagen – achgut hat dieses Lila-post um 9:55 zitiert und verlinkt.

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/an_all_die_mahner_kopfschuettler_abwiegler/

Aus purer Neugier wüßte ich allerdings gern, wozu ein Kommentator mit dem verführerisch klingenden Namen Bereit so alles bereit ist.

40. Lila - November 16, 2012, 15:46

Tja, entweder ich muss irgendwie was gegen Pings und Backlinks tun, oder mal wieder in die innere Emigration gehen, oder Kommentare staerker moderieren….

Es ist schon ein Phaenomen, dass Leute (wenige, aber eben immer wieder neue…) einfach hier aufschlagen, sich kein bisschen Muehe geben, zu gucken, ob es diese Diskussionen nicht schon etwa gefuehlte 2000 Mal gegeben hat, ihre Meinung in selbstgewissem Ton absondern (weil sie das immer schon mal sagen wollten und sie ja dank taz und Tagesschau super und umfassend informiert sind), und dann wieder verschwinden.

Es wuerde mir nie einfallen, mich zu jemandem, der schon seit Jahren als Zahnarzt praktiziert, an den Tisch zu setzen, und ihm darzulegen, was ich von Plomben, Kronen und Implantaten halte, ganz so wie ich es aus Wikipedia gelernt habe.

Aber wenn es um den Nahen Osten geht, sind sie alle, alle Spezialisten. Der eine hat bei Pax Christi mitgearbeitet, der naechste mal einen Film bei Arte gesehen, der Dritte hat juedische Freunde und der vierte hat mal in einem Kibbuz Blaetter geharkt.

Damit sind sie umfassend befaehigt, Israelis mit Ratschlaegen zu bedenken, die Israel alle schon x-mal ausprobiert hat und die daran gescheitert sind, dass die Palaestinenser nicht wollen.

Aber das stoert ja keinen grossen Geist. Es MUSS an Israel liegen, denn die Palaestinenser wollen schliesslich alle Frieden, das weiss man doch.

41. Daniel Signer - November 16, 2012, 15:47

Als erstes möchte ich Dir Lila und Deinen Lieben alles Gute und Gottes Segen wünschen. Mögen die Gerechten unversehrt bleiben und zu ihren Familien heimkehren können.

An alle Pali-Freunde und Israel-Basher:

Habt Ihr Eure Hausaufgaben gemacht?
Habt Ihr den Koran gelesen?
Habt Ihr begriffen was Abrogation bedeutet?
Wisst Ihr was Taqqiya ist?
Habt Ihr auch nur die geringste Ahnung über die Historie von Judäa und Galiläa, nicht „Palästina“?
Wisst Ihr denn nicht, dass das Britiische Mandatsgebiet schon geteilt wurde zwischen Juden und „Palästinensern“ und dass 75% davon den Palis in Form von Jordanien zugesprochen wurden?
Warum sollen die restlichen 25% auch nochmals geteilt werden?

Hier noch ein paar aufklärende Links mit Fakten:

http://spiritofentebbe.wordpress.com/2008/03/28/nachhilfe-fur-kartenspieler/

http://www.hagalil.com/archiv/2011/05/26/gaza-grenze/

http://www.haolam.de/?site=artikeldetail&id=5059

42. P. Bereit - November 16, 2012, 15:49

Ja, liebe Silke, der Kommentator ist zu allem bereit, was dem Frieden dient, Vor allem ist er bereit zu einer Diskussion über eine unverfälschte Geschichte Israels.
Viileicht sollten sie sich zunächst mit solchen jüdischen Publizisten wie Shlomo SAND beschäftigen. Das öffnet den geistigen Horizont.
Vielleicht haben die Israelis zu Professoren an den eigenen Universitäten mehr Vertrauen, als zu einem deutschen Kommentator. Dafür hätte ich sogar tiefes Verständnis. Deshalb. Lesen bildet.

43. Lila - November 16, 2012, 15:52

Shlomo Sand, Noam Chomsky, Ilan Pappe und natuerlich der Schutzheilige aller deutschen Israel-Hasser, sorry, Kritiker: Uri Avnery…

Ja ja, Lesen bildet, danke fuer den Hinweis. Leider habe ich nicht mehr als Klippschule besucht und bin vollkommen ueberfordert. Drum wirf nicht weiter die Perlen vor die ignorant grunzende Sau, bitte. Es waere einfach nur schade.

44. P. Bereit - November 16, 2012, 15:56

@Daniel

Sind sie bitte so freundlich und nennen mir einen Grund dafür, weshalb dieses Land überhaupt zwischen irgend jemand aufgeteilt werden musste. Ich bin gespannt.

45. willow - November 16, 2012, 15:59

Nun Silke, auf jeden Fall ist P.Bereit mehr als bereit, die Juden Israels für seinen inneren Frieden zu opfern – denn genau darauf laufen seine „Vorschläge“ hinaus.

Davon abgesehen kennt sich P.Beriet nicht wirklich im Nahostkonflikt aus (sonst wüßte er, daß es auf dem Boden des Mandatsgebietes Palästina, der vom Völkerbund errichteten Heimstätte für die Juden bereits einen muslimisch-palästinensischen Staat gibt: Jordanien), aber Unkenntniss hat ja noch nie Deutsche davon abgehalten, den Juden vorzuschreiben wie sie sich zu verhalten haben …

46. Stefanie - November 16, 2012, 16:00

Liebe Lila,

seit ich bei Euch war, denke ich, wenn am Horizont eine erneute Kriegsgefahr aufzieht, auch immer an Deine Kinder. Insbesondere an Deinen tollen Großen, den ich ja kennen lernte. Ich will nicht, dass er in einen Krieg muss. Bei Deinem Mann denke ich, vielleicht muss er jetzt nicht mehr, hoffentlich meldet er sich nicht freiwillig, kann er das überhaupt noch. Ich habe Dir nie diese Fragen gestellt, weil ich Angst vor der Antwort habe.

Ich wohne weit weg, aber Dein Zwiespalt ist auch meiner. Man kann es den Menschen im Süden doch nicht weiter zumuten, so leben zu müssen. Man kann es ganz Israel nicht zumuten. Die Menschen im Süden tun mir so leid und dann denke ich, es muss ihnen geholfen werden. Und dann bin ich wieder an dem Punkt. Ich will nicht, dass jemand stirbt. Deshalb will ich keinen Krieg.

Ich las in der The Times Of Israel einen Text eines jungen Reservisten, der seine Einberufung hat, dass er nie in einem Krieg war, aber den Menschen im Süden helfen möchte. Ganz unpathetisch schrieb er das.

Ich kann mir gut vorstellen, dass Dein Mann ebenso argumentieren würde und sich freiweillig melden würde, darf er das…ich will nicht, dass er schon wieder in einen Krieg geht.

Ich will nicht, dass Deine Söhne in den Krieg müssen. Deine Zweite wird nicht müssen, wenn ich das richtig berurteilen kann und Deine Kleine ist Gott sei Dank noch in der Schule.

Ich will auch nicht, dass die Menschen im Süden weiter leiden müssen. Was soll Israel machen.

Israel hat vermutlich nur die Wahl zwischen sich weiter Beschießen zu lassen und Krieg.

Die Welt hätte eine andere Wahl. Du hast oben Punkte aufgeführt und es gebe noch so viele weitere. Die Welt könnte verhindern, dass Israel weiter beschossen wird oder seine Kinder in einen Krieg schicken muss.

Liebe Welt, allen der voran der Westen, Ihr lasst Israel im Stich und Ihr seid mitverantwortlich für das, was weiter passieren wird.

Kanada fällt mir immer wieder auf, als ein Land, dass die Behandlung Israels nicht akzeptieren will. Was ist in Kanada anders als im Rest der Welt.

Liebe Lila, ich denke an Dich und Deine Lieben. Grüße sie mir bitte alle und sage ihnen, ich denke besonders in diesen Tagen an sie und wenn ich das nächste mal komme, bringe ich ganz viel Schokolade mit.

Alles Liebe,
Deine Stefanie

47. P. Bereit - November 16, 2012, 16:06

Hallo LILA,

für einen Moment glaubte ich daran, dass sie auf ihrem Blog an einer wirklichen Diskussion interessiert sind. Offenbar habe ich mich getäuscht. Wenn sie nicht einmal bereit sind, sich mit der Literatur ihrer eigenen Leute auseinanderzusetzen, dann muss ich mich nicht wundern, dass die Palästinenser nicht mehr als PALIS sind und dafür dankbar sein müssen, dass man sie auf einem Rest des Landes duldet. Viele Ihrer eigenen orthodoxen Bürger und viele Orthodoxe in aller Welt, lehnen den Staat Israel aus religiösen Gründen ab. Kein Deutscher oder sonst jemand im Westen, würde je so weit gehen. Wie ist das möglich? Wer sind denn nun die „richtigen“ Juden und wer die falschen? Erklären sie es mir. Ich wünsche den Israelis im eigenen Land alles Gute. Dasselbe wünsche ich aber auch der anderen Seite, wenn es denn wirklich nicht möglich sein sollte, in einem multinationalen Staat friedlich miteinander zu leben.

48. Lila - November 16, 2012, 16:08

Nein, ich bin ehrlich nicht im geringsten bereit, mit Leuten zu diskutieren, die sich nicht mal die Muehe machen, rauszufinden, mit wem sie ueberhaupt diskutieren, und nicht mal „Blog und Bloggerin“ lesen…

Sehr peinlich.

49. Lila - November 16, 2012, 16:09

Liebe Stefanie, vielen Dank, wird schon, wird schon…

50. P. Bereit - November 16, 2012, 16:24

@Lila
Ehrlich gesagt, für mich wäre es tot langweilig, müsste ich mich nur mit Leuten unterhalten, die meiner Meinung sind. Für sie ist das scheinbar ausreichend und beruhigend. Nun gut.
Es ist auch falsch anzunehmen, ich würde mir nicht die Mühe machen herauszufinden, mit wem ich es zu tun habe. Genau DAS tue ich ja seit einigen Minuten und ich bin ein ganzes Stück weiter gekommen. Sie sind verbittert und gefangen in einer Welt, die sie sich nicht selbst ausgesucht haben, so wie wir alle. Eine winzige Möglichkeit der Veränderung besteht darin, nach Lösungen zu suchen, welche diese Welt lebens- und liebenswerter machen könnten. Außer Ablehnung und Verweigerung haben sie bisher nichts, aber auch rein gar nichts erkennen lassen. Das ist für die Welt in der wir leben und insbesondere die, in der sie offenbar leben, viel zu wenig.

51. Lila - November 16, 2012, 16:26

Was soll die dumme Stichelei? Reine Zeitverschwendung.

52. Stefanie - November 16, 2012, 16:30

Ja, liebe Lila, es wird schon werden! Ich schicke Dir ein Mail.

53. P. Bereit - November 16, 2012, 16:34

Shlomo Sand, Professor in Tel AVIV, antwortete einmal auf die Frage, wie er persönlich zum Existenzrecht Israels stehe, mit dem Satz, „auch das Kind einer Vergewaltigung hat ein Recht auf Leben“.

Ich finde, treffender kann man es nicht ausdrücken.
Und damit überlasse ich das Feld wieder denjenigen, die sie weniger aufregen und beunruhigen.

Ein schönes Wochenende wünsche ich Ihnen. Shalom.

Silke - November 16, 2012, 16:35

ich hab eine Idee (;-))

Lila macht einen Zweitblog auf, auf dem die P.Bereit-s eine Community bilden können, die anfängt für das von ihnen so sehnlichst erhoffte Denkmal für den verschwundenen Staat Israel zu lobby-ieren.

Das müßte doch eine sinnvolle Aufgabe sein, denn schließlich ist Deutschland offenbar weltweit anerkannt als Meister der Vergangenheitsaufarbeitung oder war es -bewältigung?

Damit könnte man die weiter an deutscher Meisterschaft Interessierten sorgfältig von denen trennen, denen die hier und heute und jetzt Lebenden ganz ganz und zuallererst wichtig sind.

PS: für P. Bereit – Ihre Promotion von Shlomo Sand erinnert mich irgendwie an Missionare – in diesem Fall: es gibt das alleinseligmachende alles erklärende Buch.

Ich z.B. bin ein großer und bekennender Fan von Yaacov Lozowick und leider erst eins seiner Bücher habe ich mit großem persönlichen Nutzen gelesen. Plappere ich ihn pauschal nach? Ich hoffe nicht, denn das würde Lozowick, der ein nicht missionierender Autor ist, sehr sehr unrecht tun. (das Buch ist über die Bundeszentrale für politische Bildung billiger zu haben)

Noch ein guter Rat von mir: nicht überall, wo Historiker drauf steht, ist Historiker drin

Silke - November 16, 2012, 16:44

P.Bereit
ich denke ein guter AnfangsPunkt, um Deine Frage an Daniel zu beantworten, könnte irgendwo in der Zeit zu finden sein, als die Osmanen noch in der Gegend rumturnten.

54. P. Bereit - November 16, 2012, 16:45

@Wissen sie Silke, was jetzt noch fehlt? Zu behaupten, der Peter wäre ein Antisemit. Das ist immer ein Argument was zieht.
Übrigens. Es existieren auf dieser Welt eine Reihe von Glaubensbrüdern, denen jeweils ein Buch ausreicht, um daraus das Seelenheil zu verkünden oder es gar zum Grundbuch zu erheben und daraus Ansprüche abzuleiten.

55. Jankele - November 16, 2012, 16:47

Ich empfehle allen P. Bereit und wie sie sich nennen mögen, einmal die Lektüre der Charta der Hamas. Dort steht nämlich unmissverständlich, dass es für die Palästinenser erst Frieden geben kann, wenn der letzte Jude ins Meer getrieben sei oder alle Juden erschlagen worden seien und ähnliche nette Sachen. Dazu fordern sie übrigens auch, dass das Mittelmeer ein „islamisches Meer“ werden müsse, inklusive der Islamisierung ALLER Anrainerstaaten.
So und jetzt können alle Aktivisten der Linkspartei usw. ihre Palästinaschals rausholen und damit wedeln…………..

Silke - November 16, 2012, 16:57

also jetzt hat mich P. Bereit persönlich beleidigt.

Schließlich widerspreche ich Lila mit schöner Regelmäßigkeit, warum verraten wir P. Bereit nicht, sonst fügt er das noch in seine Predigt ein.

Irgendwie erinnert mich das daran, daß mein Großvater gewisse Leute Himmelskomiker nannte. Sollte „Bereit“ einer sein? oder ist er nur ein schlichter Amateurpsycho, dem noch niemand gesagt hat, wie unhöflich es ist, Leute in dieser Weise zu etikettieren.

Silke - November 16, 2012, 16:59

ich dachte, Du hättest Dich ins Wochenende verabschiedet – konsequent bist Du also auch nicht.

56. P. Bereit - November 16, 2012, 17:02

@Jankele
Da mögen sie ja durchaus Recht haben. Die HAMAS ist kein ausgemachter Freund der Juden. Aber, es gab gemäßigtere Vertreter der Palästinenser. Weshalb hat man sich denen immer wieder verweigert? Weshalb hat man alles unternommen, um einen Staat der Palästinenser zu verhindern? Weshalb besetzt man immer mehr Gebiete, baut immer mehr Siedlungen rechtswidrig auf?
Lesen sie neben der Charta der Hamas auch einmal den Begründer des Zionismus und sein Buch; der „Judenstaat“. Bereits dort finden sich die Ansätze dafür, dass es immer darum ging, die Araber aus ihren angestammten Gebieten zu vertreiben.
Diese HAMAS, so verabscheuungswürdig ihre Politik auch sein mag, ist unfreiwilliger Helfer der Politik Israels. Sie sorgt dafür, dass man sich mit dem Problem eines Palästinenserstaates nicht mehr befassen muss.
Übrigens ist es ein allzu altes und bekanntes Klischee, die LINKEN für alles verantwortlich zu machen. Es gibt durchaus viele, viele Israelis und Juden, die die Welt nicht nur aus der Froschperspektive betrachten.

57. Lila - November 16, 2012, 17:03

Hilfe – ein serial flouncer🙄

58. flx - November 16, 2012, 17:05

P. Bereit, da Sie offensichtlich nicht in diesem Feld zuhause sind, muss ich Ihnen leider sagen, dass die Ausführungen von Shlomo Sand, bezüglich des jüdischen Volkes, von den meisten seiner Kollegen, die tatsächlich auch im Feld jüdischer Geschichte arbeiten, belächelt werden. Shlomo Sand ist zweifelsohne ein exzellenter Professor für europäische Geschichte, aber eben für die Neuzeit. Die Herangehensweise an Quellen und deren Auswahl sind grundverschieden in verschiedenen Epochen, daher sollte man von seinem Buch zu diesem Thema auch nicht erwarten, die absolute Wahrheit zu präsentieren. Die Khazarentheorie, die Shlomo Sand vertritt, ist… nicht mal umstritten. Die meisten Forscher halten diese Theorie aufgrund von genetischen Untersuchungen für Schwachsinn.

59. P. Bereit - November 16, 2012, 17:10

Schade. Auch diesem Blog ist wohl dasselbe Schicksal beschieden, wie so vielen anderen. Irgendwann trifft sich eine traute Gemeinde von immer denselben Leuten und huldigt sich gegenseitig. Kaffeeklatschniveau ist angesagt. Schnell wieder das Fenster schließen, wenn frischer Wind herein weht. Damit die geistigen Windbeutel nicht vom Teller fliegen.
Sehen sie sich mal alle ihren letzen Kommentare an. Was daran ist Substanz? Ich sagte es schon. Ablehnung und Verweigerung, das ist alles was sie zu bieten haben.

60. flx - November 16, 2012, 17:17

P. Bereit, ich bin durchaus auf Sie eingegangen. Jetzt würde ich von Ihnen dasselbe erwarten.

Silke - November 16, 2012, 17:17

Peter ist unzuverlässig, nicht vertrauenswürdig, hält Versprechen nicht ein.

aber wenigstens hat er ne glaubhafte Erklärung dafür geliefert, daß er offenbar noch keinen Blog gefunden hat, wo er seine diversen Funde präsentieren und die der anderen präsentiert bekommen kann.

Kann es sein, daß Peter einer ist, mit dem keineR spielen will?

Außerdem reist ein Missionar, der behauptet, er wolle diskutieren unter total falscher Flagge

61. Lila - November 16, 2012, 17:18

Du willst doch gar nicht diskutieren. Du willst nur Deine Meinung loswerden, die sich auf die oben genannten Quellen stuetzt.

Das hatten wir im Laufe der letzten zehn Jahre hier schon zu oft. Ehrlich, da kann ich selbst im Reservetank nichts ausser Ablehung und Verweigerung finden.

P. Breit oder nicht Breit, ich schulde niemandem irgendwas. Ich schreibe, weil mir Spass macht. Fertig. Ich muss doch nicht parat stehen, um jedem Shlomo-Sand-Glaeubigen Rede und Antwort zu stehen. Was fuer eine absurde Erwartung.

Substanz? Na ich sage doch, ich habe keine. Klippschule und Zehnfingersystem, ansonsten bin ich eine verbitterte, freudlose alte Tante. Du weisst es doch sowieso.

Warum Dein Draengen, mit so einem Menschen ueberhaupt ins Gespraech zu kommen?

Du kriegst mich nicht dazu:-)

Allerhoechstens, wenn Du mir Claudios Fragebogen ausgefuellt ablieferst. Forderungen stellen kann ich auch.

http://spiritofentebbe.wordpress.com/2012/09/20/fragebogen-fur-palastina-solidaritater/

Da, viel Spass.

Vielleicht, vielleicht, vielleicht, wenn ich Lust habe, lass ich dann beim Gummitwistspielen mitmachen😀

62. Lila - November 16, 2012, 17:20

Oh ja, erstmal dem flx antworten, der hat doch mit Substanz geantwortet. Yalla yalla.

63. Silke - November 16, 2012, 17:23

kann es sein, daß der hiesige P. Bereit auf diese Art und Weise hofft, Kontakte für sein Auslandsimmobiliengeschäft zu knüpfen?

Daß P. Peter bedeutet, hat P. mir kürzlich selbst gestanden.

http://www.bereit-immobilien.de/home.html

64. Yael - November 16, 2012, 17:28

„P. Bereit, da Sie offensichtlich nicht in diesem Feld zuhause sind, muss ich Ihnen leider sagen, dass die Ausführungen von Shlomo Sand, bezüglich des jüdischen Volkes, von den meisten seiner Kollegen, die tatsächlich auch im Feld jüdischer Geschichte arbeiten, belächelt werden.“

Nicht nur dass, sondern Sands Therorien über das angeblich erfundene Volk der Juden wurde schon lange widerlegt. Eben etwas was Typen wie Bereit nicht zur Kenntnis nehmen wollen.

“Israel Bartal von der Hebräischen Universität Jerusalem rechnet in der Haaretz ausführlich mit Sand ab: Er baue mehrere Pappkameraden auf. So sei die Chasaren-These weder neu noch verschwiegen worden, sondern schlicht eine widerlegte Hypothese. Auch habe niemand je behauptet, das jüdische Volk sei stets ethnisch „rein“ geblieben.
Der propalästinensische Friedensaktivist Ami Isseroff wirft Sand vor, er argumentiere rassistisch, indem er ausgerechnet den dunkelhäutigen Juden (Sefarden, Jemeniten, Äthiopiern) abspreche, „richtige“ Juden zu sein. Weil er seinen Fokus auf die jiddische Kultur Osteuropas richte, spreche er aus der Perspektive einer weißen, aschkenasischen Elite. Außerdem hätten genetische Studien eine Verwandtschaft sämtlicher Juden weltweit offen- bart. ”

http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/515

Sands These der Konvertiten der Chasaren (ein beliebter Hinweis von Antisemiten) wurde schon lange widerlegt. Und auf diesen Mythos beruft er sich. Daher ist er als Wissenschaftler eine denkbar schlechte Quelle und nicht besonders seriös.

“Damit greift Sand die Grundidee von Arthur Koestlers Der dreizehnte Stamm (1976) auf, die inzwischen jedoch als widerlegt gilt: Eine genetische Verwandtschaft zu den Juden Osteuropas besteht nicht. “

@Bereit

man sollte irgendwann merken, wenn man dem Gastgeber auf den Geist geht. Es ist eben immer dasselbe mit Ignoranten, die merken nie was es genug ist. Das Kaffeeklatschniveau haben Sie hier herein gebracht noch dazu mit einer Arroganz, die Ihnen eigentlich selber ins Gesicht springen müsste. And Go!

65. Lila - November 16, 2012, 17:29

Auslandsimmobilien? Aha. Da hat er wohl schon seinen Freunden vom Shlomo-Sand-Fanclub gute Grundstuecke in Telmond und Netanya versprochen und kann es nun nicht erwarten, dass die Bewohner, aeh, Besatzer endlich die Immobilien freigeben…
😀

66. Yael - November 16, 2012, 18:17

http://tapferimnirgendwo.wordpress.com/2012/11/16/der-friede-muss-warten/

„Der Krieg im Nahen Osten ist ein Krieg der Bilder. Das ist keine neue Erkenntnis. Aber die Ignoranz, mit der sogenannte Qualitätsmedien immer wieder und immer noch Propagandabilder spontan inszenierter Szenen nutzen, macht sprachlos. Hier ein typischen Beispiel von der BBC vom 14. November 2012.“

67. P.Chie - November 16, 2012, 18:42

Also, ich lese Lila und die Kommentare immer wieder.
Es fällt mir auf, dass einige die Geschichte der Entstehung des Staates Israel, in 1948, nicht verstanden haben.
Seit dieser Zeit versucht die Völkergemeinschaft, aber besonders Israel sich mit seinen Nachbarn und den sogenannten Palästinenser zu arangieren.
Gleich,1948 gingen die Araber der Region zum Krieg gegen die wenigen Juden, die in der Region lebten, über. Und wunderten sich, das diese sich zu wehren verstanden.
Kann mir einer sagen, wann sich ein Araber für das Ausprobieren der israelischen Angebbote zum Frieden, bereit erklärt hat?
Nein, statt einen Versuch und Test mit der Annahme zu machen, haben die Araber nur immer mehr Zugeständnisse von Israel verlangt. Durch eine Zusammenarbeit würden beide Seiten nur gewinnen. Gezeigt hat sich auf jeden Fall, schießen die Nachbarn von Israel nicht nach Israel hinein, schießen die Israelis nicht zurück.

Silke - November 16, 2012, 18:53

aber daß sie überhaupt zurückschießen, ist doch das Unertragbare

„sie“ sollten stattdessen Tauben mit Olivenzweigen geschmückt in die Freiheit entlassen und dann aufs Beste hoffen.

Oder warum nicht ne Menschenkette Give Peace a chance singend entlang der Grenze zu Gaza – das würde so vieles so viel leichter machen, das wäre doch endlich mal ein Anfang, der der Kumbaya-Fraktion einen inneren … bescheren könnte.

(sarc intended)

daß es sie auch mit bunten Blümchen gibt, wußte ich gar nicht, aber das wäre ja noch viel herziger

68. Dieter Sulzbach - November 16, 2012, 19:02

Lila und Freunde, nicht verzagen! „Ahnungslos und meinungsstark“ ist nicht etwa rufschädigend, nein so trägt man das heute und kann sich – in Deutschland zumindest – breiter Unterstützung sicher sein. So kann unverhohlener Hass auf Israel und alles Jüdische noch so eindeutig dokumentiert sein, das ficht Eure „Ratgeber“ nicht an. Sie leben nach dem Motto „… und kommt mir nicht mit Tatsachen!“ Wahrscheinlich halten sie die Gründung des Staates Israel für ein Kommandounternehmen des „internationalen Judentums“, wissen nichts über das Osmanische Reich, das Mandatsgebiet des Völkerbundes, entsprechende Beschlüsse der UNO und dass das Gründungsjahr des Staates Israel in nächster zeitlicher Nähe zu dem Jahre 1945 liegt, wird in ihren Köpfen wohl keinerlei Reaktion auslösen. Sie werden hier weiter – wie ferngesteuert – im Schutze der Anonymität ihre Duftmarken absondern, mutig und heldenhaft für die „Befreiung der Unterdrückten“ o.ä. kämpfend. Dass sie feige und hinterhältig anderen – auch den „Palästinensern“ – damit schaden, übersteigt wohl ihre intellektuellen und charakterlichen Kapazitäten. Ich nutze solche Beiträge zur Analyse der Situation. Darauf einzugehen ist sinnlos.

Wäre ich nicht schon früher ein Freund Israels geworden, die „Letters from Rungholt“ hätten mich dazu gemacht!

Stets alle guten Wünsche für Euch!

69. willow - November 16, 2012, 19:06

@ P.Breit

Auch wenn sie das nicht wisen können (ist ja auch zuviel verlang, daß sie sich erstmal informieren bevor sie ihr Urteil fällen …) hier geht es schon gelegentlich hoch her. Auch und gerade wegen der Sympathien der Hausherrin für die diversen Araber – die sie nie „Palis“ nennen würde.

Aber aber wenn sie ein Problem mit dem Existenzrecht Israels haben, die Juden lieber ins Meer getrieben oder in Abhängigkeit lebend hätten, dann werden sie hier nich wirklich glücklich😉

Silke - November 16, 2012, 19:15

tja willow

da gebe ich Dir recht – vermutlich ist der eigentliche Skandal, daß in Israel – so weit mir bekannt ist – alle Bevölkerungsteile das gleiche Recht auf Nutzung des Bürgersteigs haben, etwas was einige jüdische Flüchtlinge ganz anders gewohnt waren.

Breit ist übrigens der irgendwie passendere Nachname für Peter.

70. Silke - November 16, 2012, 19:19

Deutschlandfunk um 18:00 Uhr

Beide Seiten warfen sich jedoch gegenseitig vor, die Feuerpause nicht einzuhalten. Kandil brach daraufhin seinen Besuch ab.

Von Nachrichtenleuten zu erwarten, daß sie überprüfen wer zuerst geballert hat, ist natürlich total disproportionate.

Wenigstens haben sie mit dem vergleichenden Death Count aufgehört, aber erst nachdem sie ungefähr das Zehnfache der derzeit öffentlichen Zahlen fest im Hirn des arglosen Radiohörers implantiert hatten.

71. beeindruckter_heinz - November 16, 2012, 20:10

Wow! Danke. Den verbreite ich.

72. Operation Wolkensäule – Israel unter Beschuss « israelkompetenzkollektion - November 16, 2012, 20:29

[…] An all die Mahner, Kopfschuettler, Abwiegler (Letters from […]

73. Mann Auserde - November 16, 2012, 21:45

Das Leben ist schon immer so gewesen…der stärkere überlebt und hat recht…das wird sich überhaupt nochmal sehr real zeigen, wenn andere mächte aufeinanderprallen….

74. Paul - November 17, 2012, 1:22

Hallo Lila, bin erst sehr spät hierher gelangt, weil ich an der „Heimatfront“ hauptsächlich im Tagesspiegel gekämpft habe. Jetzt hat es mich aber doch wieder „nach hause“ gezogen.:-)
Zunächst, vielen Dank für Deine Ausführungen. Habe sie schon in meine „Waffenkammer“ gelegt-.

Einigen Kommentatoren möchte ich , ihr wisst welche ich meine, schon empfehlen sich etwas Faktenwissen anzueignen bevor sie sich in die Problematik Nahost einbringen.
Nur Emotionen sind zu wenig!

41 Daniel hat das schon gemacht.
Ich möchte es ergänzen:
Jeder sollte die Charta der Hamas gelesen haben.
Er sollte den historischen Vorlauf in Nahost kennen. Also die geschichtliche Entwicklung der letzten 100 Jahre und natürlich besonders intensiv die Geschichte seit der Gründung des Staates Israel kennen.
Wer nichts von A, B und C Gebieten weiß, kann nichts zur Siedlungsproblematik schreiben.
Wwer die völkerrechtlichen Voraussetzungen für ein besetzttes Gebiet, für eine Besatzungsmacht nicht kennt, kann darüber nicht vernünftig schreiben.
Ich lasse es mal bei diesen Beispielen.

Es geht nur um reines Faktenwissen. Weil sonst diskutiert man hier wie der Blinde über die Farbe.
Bei einigen Kommentaren habe ich durchaus diesen Eindruck.

Wenn man das abgeschlossen hat, muss man sich über die aktuellen Standpunkte der Israelis und der Palästinenser informieren. Besonders über deren Bereitschaft aufeinander zuzugehen. Danach kann man sich ein eigenes Urteil bilden.
Das Schwierige ist natürlich dabei, die Emotionen und Vorurteile auszuschalten.

Ist man aber kein israelischer Staatsbürger, dann sollte man sich mit besserwissenden Vorschlägen sehr zurückhalten.
Besonders wenn Sie den Tenor haben: „Wenn alle Menschen der Welt…“

Leider leben wir nicht in dieser idealen Welt. Die Welt ist wie sie ist. Wir sind übrigens auch so wie wir sind!
Wenn das nicht wäre, dann wäre alles viel einfacher.
Aber, dann wären wir auch schon im Paradies.

75. Zum Gazakonflikt... - November 17, 2012, 6:08

[…] Weiterlesen: An all die Mahner, Kopfschuettler, Abwiegler, « Letters from Rungholt. […]

76. Lila - November 17, 2012, 6:28

Nahum Barnea sieht’s wie ich.

Only a month ago Netanyahu attacked Olmert for launching two unnecessary wars while stressing that he himself did not launch any wars during his two terms as prime minister. But Netanyahu did not take the internal dynamics in the south into account. He was not drawn to this war, but the war drew him in. Netanyahu will make every effort to avoid a ground offensive. Soldiers are killed during a ground offensive, and that is bad. On the eve of elections, it is a catastrophe.

http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-4306671,00.html

Einen Krieg anzetteln, um Wahlen zu gewinnen? So ein Vabanquespiel wuerde Netanyahu nie eingehen, besonders, da er keine ernstzunehmenden Rivalen hat. Dass so viele deutsche Journalisten diesen Spruch bloeken, zeigt nur, dass sie von den Aengsten und Unwaegbarkeiten des Kriegs nur theoretisch Ahnung haben.

So wie die Situation hier ueber Wochen und Monate weg eskalierte, blieb ueberhaupt keine andere Wahl mehr als zu reagieren. Wie reagieren und an welchem Punkt aufhoeren – das ist wichtig, und dann: was danach? Daran wird sich erweisen, ob es fuer Netanyahu eine Katastrophe wird oder ein Erfolg.

77. sumo - November 17, 2012, 10:44

herzlichen Dank an die Verfasserin für diesen Artikel.
Als stiller Leser bin schon längere Zeit unregelmäßi hier vorbeigekommen, um mal wieder Nachrichten aus einem unbekannten Universum zu lesen.
Diesmal war es die Verlinkung auf der Achse des Guten, die mich hierherlotste.
Es tut mir leid für all die Soldaten der IDF, die wieder in den Krieg ziehen müssen, es ist schrecklich, wenn Eltern ihre Kinder verabschieden müssen, weil diese die Uniform anziehen und in den Krieg ziehen.
Ich habe glücklicherweise keinen Krieg erleben müssen, und deswegen maße ich mir auch nicht an, auch nur ansatzweise zu versthene, was in den Eltern jetzt vorgeht. Ich wüßte nur, daß es mich und meine Frau wahnsinnig machen würde, müßten meine beiden Kinder in den Krieg ziehen.
Über die unerträgliche Berichterstattung in vielen deutschen Medien möchte ich mich aus Gründen der Höflichkeit nicht äußern, nur soviel, es gibt nicht nur Idioten und Schaumschläger wie Putz und Konsorten, es gibt auch viele normale Menschen, die in jeglicher Form moralisch auf Seiten Israels stehen.

78. Paul - November 17, 2012, 11:28

Daran kannst Du sehen, dass viele Deutsche anders ticken als ihr. Bei uns könnte ein Politiker allem Anschein nach mit gewaltsamem Vorgehen, gegen was auch immer, bei der Bevölkerung punkten. Kann es sein, dass dies von einer grundsätzlich positiven Einstellung zur Gewalt herrührt?

Nur am Rande als ein Beispiel: Bei uns schlägt im Augenblick die Bekämpfung des Terrors der Neonazis hohe Wellen. Was man da alles lesen kann läst mir schon manchmal die Haare zu Berge stehen. Das gilt sowohl für die Qualitätsschurnalisten ( nein, das ist kein Schreibfehler) als auch für die Onlinekommentatoren.

Immer wieder komme ich darauf zurück:
Anscheinend ticken wir Deutschen anders. (Nimm Alles in Allem.)

Und die Israelis, die Juden besonders, ticken eben auch anders.
Die Friedfertigkeit hat dann manchmal schon selbstzerstörerischen Charakter. Jedenfalls aus unserer, meiner Sicht, der ich irgendwo auch deutsch bin. (Obwohl in meinen Genen eine europäische Mischung ist, wenn es denn sowas überhaupt gibt.)

Vorstellen kann ich mir nicht, dass wir Deutschen in einer ähnlichen Situation wie Ihr, genauso geduldig und friedfertig wären.
Wenn wir so einen Nachbarn hätten, dann würden wir sicherlich, das ist jedenfalls meine Vermutung, nach dem Motto handeln: Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.

Wenn sich unsere Politiker, Schurnalisten, Kommentatoren u.a.m. zu Israel äußern, dann schwingt das mit. Es schwingt auch mit, wenn aus ihrem Munde Worte kommen, die Israel zur selbstaufgebenden Friedfertigkeit auffordern. Gerade dann. Denn wenn sie das sagen sind sie Deutsche im „Körper von Palästinensern“.
Sie transponieren Deutschland nach „Palästina“ und sprechen, urteilen aus dieser Sicht.
Also, Israel bedroht Deutschland (Palästina).
Nur wenn man das so mitdenkt, kann man die Haltung „der Deutschen“ richtig verstehen.

Deshalb ist Deutschland alles andere als ein zuverlässiger Partner für Israel.

Ich behaupte mal, wenn es die Shoa nicht gegeben hätte, würde Deutschland die Hamas mit Raketen beliefern.
Jetz tragen sie Mitsorge dafür, dass sie mit Geld versorgt werden.
Nicht beachtet wird dabei, dass dieses Geld de Fakto schon eine Rakete ist.

Bleib gesund und stark.
Versuche aber bitte für Schlaf zu sorgen. Denn ein längeres Schlafdefizit hat verheerende Folgen. Ich schreibe bewusst nicht „kann“ verheerende Folgen haben.
Ich bleibe an Eurer Seite.
LG Paul

79. P.Chie - November 17, 2012, 11:39

Hallo Silke 16.11.2012 18:53
Sie scheinen ein großer Träumer zu sein und dazu noch blind.
Natürlich hat Israel noch keinen Schuß in eine Nachbarregion abgegeben wenn von dort nicht vorher geschossen wurde. Das ist Fakt.
Aber es ist wie es ist, machen Sie den Arabern den Vorschlag der Menschenkette und der Tauben und sie werden sehen wir freudig diese zustimmen.
Ihnen dürfte auch bekannt sein, beide Organisationen Fatha und Hamas haben ein Ziel, Israel zu vernichten! Was übrigens in der UN auch betrieben wird. Auch Fakt.

80. Paul - November 17, 2012, 11:39

Lila, meine #78 war natürlich als Anschlussleküre für Deine #76 gedacht.

sumo hat sich „dazwischen gedrängelt“. Für seinen Beitrag bin ich dankbar.
Das hätte ich auch so schreiben können.

Es ist immer wieder tröstlich und auch ermutigend dies zu erfahren.
Vor einigen Tagen hatte ich den Eindruck, auch beim SPON und besonders beim Tagesspiegel, die Israelfreunde zugenommen haben. Das kann nun zwei Ursachen haben: Entweder sie wurden früher herausgefiltert oder sie artikulieren sich jetzt stärker als früher?
Jedenfalls hatte ich teilweise, ich muss es so vorsichtig ausdrücken, den Eindruck als ob den Freunden Israels mehr Raum gegeben wird.
Wobei ich wirklich nicht verstehen kann, dass es immer noch Menschen gibt, welche die Haltung, das Verhalten der Palästinenser befürworten.
Inzwischen müsste doch der Letze wach geworden sein?

81. Lila - November 17, 2012, 11:46

79. Du hast vermutlich die Worte sarc intended uebersehen? Aeh, das war sarkastisch gemeint. Silke hat sich hier schon manche Bezeichnung eingefangen, „Traeumerin“ muesste das erste Mal dabei sein…

Silke - November 17, 2012, 13:26

P.Chie

(sarc intended) steht da, um zu verdeutlichen, das ich Sarkasmus beabsichtigte

Doch danke für den Hinweis, denn so merke ich gerade, daß mir zwar das Kommentarkästchen mitteilt, wem ich antworte und in diesem Fall versuche zu verkackeiern, doch daß diese Info im geposteten Kommentar fehlt.

Ich werde also in Zukunft wann immer ich was persönlich meine, eine Anschrift einfügen.

82. Silke - November 17, 2012, 13:29

Lila – 81

und dabei halte ich mich für so eine begabte Träumerin i.e. Ideen erträumen, die andere dann im Schweiße ihres Hirns zu was Brauchbarem machen sollen

Silke - November 17, 2012, 13:35

Lila
was das Wahlen-Geblöke anlangt, so habe ich das zuerst bei Jeffrey Goldberg gelesen.

Gestern um 8:59 AM hat er seine neueste Kritik gepostet – mal sehen ob die Putzige und ihre buddies den auch wieder aufgreifen. Ich verlinke den Kerl nicht mehr, dabei war der bis jetzt mehrere Gaga-Faktoren vernünftiger als JStreet.

Und ja, ich glaube, daß die unsrigen regelmäßig die relevanten Amis als Ideengeber nutzen.

EoZ hat übrigens mal gesagt, daß Putz oft Reportagen bringt, die sonst nirgendwo zu haben sind, daß sie also ein mixed bag ist.

83. Silke - November 17, 2012, 13:44

PS:
mein alter Eindruck, gewonnen auf Yaacov’s Blog, ist daß es viele Amis gibt, die Israel als eine Art jüdisches Disneyland haben wollen und es auch nur als solches unterstützen.

Ähnliches passiert bei unseren Medien, nur daß die vermutlich eher an ein Disney-Land ohne Fun denken, vielleicht ein puritanisches?
——–
Paul

es ist „typisch deutsch“ einen sehr gemischten Gen-Pool zu haben. Ich habe z.B. asiatisch geschnittene Oberlider, was auf eine enge Verwandtschaft mit den Hunnen schließen (und mich hoffen) läßt.
Eine meiner Großmütter sah sehr nach Sinti/Roma aus und die andere hatte einen Accent Aigu auf ihrem Nachnamen.

Was Zuckmayer Harras über’s Rheintal sagen läßt, gilt für uns alle, außer vielleicht für Neuankömmlinge erste Generation aus einer genetisch homogeneren Gegend (gibt es so etwas überhaupt?).

Wir sind ein Durchgangsland und alle, die vorbeikamen, haben sich verewigt.

84. Störtebeker - November 19, 2012, 0:11

Die ganze Argumentation pro Israel scheitert wie immer an der Verhältnismäßigkeit. Wenn ich von traumatisierten Kindern lese, schwingt da auch gleich mit, daß einige Personen, die sich hier herumtreiben, offensichtlich die israelischen Kinder für wertvoller erachten als die palästinensischen Kinder, die, und da appelliere ich an ihre Vernunft und Moral, von Anbeginn die größten Opfer in diesem verfluchten Krieg waren.

Anstatt überall paranoid böse Anti-Israelis, die nur aus Prinzip gegen Israel sind, auszumachen, sollten Sie sich fragen, welche Sprengkraft und welche Bombe im Vergleich die größere Empörung auslöst. Der Qassam-Ticker ist interessant – viel interessanter wäre allerdings ein Opfer-Ticker. Wie sähe die Statistik dort aus? Gäbe diese auch den Zundstoff für einen solch aggressiven Text?

Oder geht es hier abermals nur um diesen schändlichen nationalistischen Lobbyismus, der Opfer erster und Opfer zweiter Klasse definiert?

85. Störtebeker - November 19, 2012, 0:12

Nachtrag (habe was verschluckt, bitte um Entschuldigung):

…und da appelliere ich an ihre Vernunft und Moral, daß die Kinder von Anbeginn die größten Opfer in diesem verfluchten Krieg waren.

Silke - November 19, 2012, 0:25

Störtebeker – das ist doch der, der auch ohne Kopf noch geradeaus rennen konnte

86. Yael - November 19, 2012, 1:32

„Wenn ich von traumatisierten Kindern lese, schwingt da auch gleich mit, daß einige Personen, die sich hier herumtreiben, offensichtlich die israelischen Kinder für wertvoller erachten als die palästinensischen Kinder“

Da wird mal gleich wieder etwas behauptet, was ich nur als besonders perfide bezeichnen kann. Aber diese Taktik der Unterstellungen ist man schon fast gewohnt.

„Der Qassam-Ticker ist interessant – viel interessanter wäre allerdings ein Opfer-Ticker. “

Das liebe ich besonders in NahOst Diskussionen: Opfer gegen einander ausspielen. Widerlich!

Und so jemand nimmt das Wort Moral in den Mund!

„Ick kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte.“

87. Paul - November 19, 2012, 21:54

Zu 84. Störtebecker,
Sie haben recht man soll und darf nicht Opfer gegen Opfer aufrechenen.
Aber nach den Ursachen dieser ganzen Geschichte, soll man und muss man fragen.

Die UNO hat 1947 die Möglichkeit für die Gründung von zwei Staaten auf dem Rest des früheren Mandatsgebietes Palästina eröffnet. Eines jüdischen und eines arabischen Staates.
Die Juden haben einen Staat gegründet. Alle(!) an diesen neuen Staat Israel angrenzenden arabischen Staaten haben am 15.Mai 1948 diesen neu gegründeten Staat Israel, mit dem Ziel ihn zu vernichten, angegriffen.
Diese „Mutter aller Kriege“ wurde von den Arabern verloren.
Die Araber haben bis heute diese Niederlage und die sich daraus ergebenden Folgen nicht akzeptiert. Weitere Kriege, militärische sowie terroristische Auseinandersetzungen folgten. Deswegen ist für mich der Krieg 1948 die „Mutter aller Kriege“ weil die folgenden Auseinandersetzungen ihre „Kinder“ sind.

Nun kann die Frage wer die Ursachen für das das Schicksal der palästinensischen und der israelischen Kinder zu verantworten hat, ganz einfach beantwortet werden.

Nur zu, Störtebecker, Sie haben das Thema so hier eingebracht.

88. P.Chie - November 20, 2012, 12:08

An 84
Schaue 87,Paul erinnert alle hier and die Anfänge des Dramas. Zu Ende ist es ja noch lange nicht. In der Welt ist zu lesen:

DIE WELT
In den Nachrichten:

Im Nahostkonflikt sprechen mal wieder die Waffen. Und wie stets stellt man in Europa sofort die israelische Reaktion infrage. Ist es klug, den Anschlag auf eine Armeepatrouille und mehr als 100 Raketen aus Gaza mit einem Gegenangriff zu beantworten? War es legitim, den militärischen Führer der Hamas zu töten?

Dabei ist die naheliegende Frage eigentlich eine, die wir uns längst abgewöhnt haben zu stellen: Warum führen die Palästinenser seit 64 Jahren denselben, inzwischen längst aussichtslosen Krieg gegen Israel?

Warum verkünden immer neue fanatische Führer dieselbe Botschaft vom irgendwann bevorstehenden Endsieg? Und warum verurteilen sie nun schon die dritte Generation von Palästinensern dazu, ihre Lebenschancen auf dem Altar der Ideologie zu opfern?

12.000 Geschosse auf Israels Süden

Diese Kriege haben immer neue Formen angenommen. 1948, 1967 und 1973 griffen die umliegenden arabischen Staaten Israel an. Seit den 60er-Jahren verlegte sich die entstehende palästinensische Nationalbewegung auf den Terrorismus, der dann 1982 zur israelischen Offensive gegen den Libanon führte, den die PLO als Operationsbasis benutzte. Zwischendurch versuchte es Jassir Arafats Fatah mit Verhandlungen, um dann im Jahr 2000 die Terror-Intifada gegen Israel zu entfachen.
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Nahost-Konflikt
Amateurvideo zeigt Raketeneinschlag vor Tel Aviv
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Eskalierende Gewalt
Luftangriff auf Gaza und Raketen Richtung Tel Aviv
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Gazastreifen
Israel zeigt Video vom Angriff auf Hamas-Gebäude
APTOPIX Mideast Israel Palestinians
Gaza-Konflikt
Hamas-Regierungssitz von Israel bombardiert

Nachdem die Fatah und viele palästinensische Bürger ein wenig klüger geworden sind, stehen in Gaza die nächsten Extremisten der Hamas bereit, die ihre Gesellschaft in Geiselhaft nehmen und den ewigen Krieg gegen Israel und die Juden fortsetzen.

Dabei hat Israel sich vor sieben Jahren aus Gaza zurückgezogen und den Palästinensern damit die Chance gegeben zu beweisen, dass sie einen eigenen Staat auch in der Westbank verdienen. Statt jedoch ein funktionierendes Gemeinwesen aufzubauen, haben die Palästinenser seitdem lieber 12.000 Geschosse auf Israels Süden gefeuert.

Auch die Israelis machten viele Fehler

Keine Frage, auch die Israelis machten viele Fehler. Sie haben in den vergangenen zwölf Jahren aber immerhin zwei realistische Friedensangebote unterbreitet, die ausgeschlagen wurden.

In Camp David im Jahr 2000 war Jassir Arafat zu feige, einer politischen Lösung zuzustimmen. 2009 verweigerte sich der aktuelle Palästinenserpräsident Mahmud Abbas dem Angebot des israelischen Premiers Ehud Olmert.

Es ist eine kranke, selbstzerstörerische Geschichte, die sich Palästinenser und Araber seit mehr als 60 Jahren erzählen. Es ist die Geschichte von einem Sieg, der irgendwann errungen wird, wenn man der reinen Lehre treu bleibt.

Dann werde man die Juden ins Meer treiben. Dann wird die arabische Sache siegen. Trunken von der eigenen Propaganda haben die Araber Niederlage um Niederlage eingesteckt. Und sind doch nicht klug daraus geworden.

Das eigentliche Drama des Nahen Ostens

Das ist das eigentliche Drama des Nahen Ostens: Die Weigerung immer neuer Generationen palästinensischer und arabischer Führer, die Realitäten anzuerkennen. Die Möglichkeiten zum Frieden zu nutzen, wenn sie sich bieten.

Und Israel endlich zu akzeptieren, von dem sie so viel lernen könnten. Vor allem, wie man etwas erfolgreich aufbaut, statt die alten Niederlagen zwanghaft immer wieder neu zu inszenieren.

Nur vier Jahre nach dem letzten Gaza-Krieg sucht die Hamas nun erneut eine militärische Auseinandersetzung, die sie nur verlieren kann. Sie beschwört abermals die Gefahr herauf, dass Israel eine Bodenoffensive startet, um dem Raketenhagel Einhalt zu gebieten. Und wie üblich bekommt Hamas dafür den Beifall arabischer Medien und Solidaritätserklärungen arabischer Führer der Region, etwa aus Ägypten.

Ein großer Teil Gazas lebt von UN-Hilfen

Es ist aber erstaunlich, wie auch die europäische Berichterstattung die Verblendung der Extremisten quasi als Normalzustand akzeptiert. Und nur danach fragt, ob die Israelis klug oder weniger klug mit diesem palästinensischen Irresein umgehen.

In Wahrheit hat die internationale Gemeinschaft die Verantwortungslosigkeit palästinensischer Führer über Jahrzehnte befördert. Kein Volk in der Geschichte hat pro Kopf je mehr Zuwendungen der internationalen Gemeinschaft bekommen.

Ein großer Teil Gazas lebt von UN-Hilfen, während die Hamas-Regierung ihr Geld dafür ausgibt, mit Raketen neues Ungemach über die eigene Bevölkerung zu bringen. Es ist ein perverses System, das wie selbstverständlich hingenommen wird.

Brutaler innerpalästinensischer Machtkampf

Natürlich gibt es inzwischen auch viele Palästinenser, die moderat sind und gerne ihren Frieden mit Israel machen würden.

Aber wie die Hamas mit Menschen umgeht, die anderer Meinung sind, konnte man 2007 erleben, als Hamas-Leute im innerpalästinensischen Machtkampf sogar in die Krankenhäuser von Gaza einfielen, um verletzte, wehrlose Fatah-Mitglieder entweder zu liquidieren oder für immer zu verkrüppeln.

Es ist höchste Zeit, der palästinensischen Gesellschaft zu helfen, sich von diesen Extremisten und ihrem Todeskult zu befreien.
Hamas und Israel rüsten zum Gefecht

Bei AOL ist zu lesen, “ Die ganze Welt schaut gespannt nach Gaza“
Frage, wo hat die Welt in den letzten Jahren hingesehen? Der dauernde Raketenbeschuß war ja nicht sehenswert,oder?

89. Lila - November 20, 2012, 12:18

Und in Syrien sterben die Menschen in rauhen Mengen. Keinen juckt’s. Ich habe nicht gehoert, dass eine Shuttle-Diplomatie unterwegs war, um Assad oder auch die Rebellen zu befrieden und ihnen die Waffen zu entwinden. Das ist ja erst ein Jahr am laufen, ist ja keine Notlage. Israels Reaktion dagegen laeuft schon fast eine Woche!!! Panik!!!

90. Danny Wilde - November 20, 2012, 13:49

@Störtebecker:

Qassamticker = Opferticker. Bitte sich selbst mal besser informieren.

(Qassam – das Gegenteil einer Präzisionswaffe. 10-20% fallen bereits auf Gazagebiet runter. Opfer. Aber, diese Opfer sind praktischerweise so nah an der Grenze, dass man sie entweder totschweigt oder bei passender Gelegenheit – kausal, nicht temporal – den Juden in die Schuhe schiebt. Ich sage übrigens ganz bewusst „den Juden“, weil das der ewige Subtext ist, wenn über das Israel gesprochen wird, das als böse empfunden wird. Niemand erwähnt, dass „der Judenstaat“ multiethnisch und multireligiös ist, dass ein gar nicht geringer Anteil der Bevölkerung aus exakt denselben Arabern besteht, deren Glaubensgenossen außerhalb Israels sich „Palästinenser“ nennen – jemand hielt sich mal für einen Volksführer und benannte die Bedauernswerten, die er als „sein“ Volk okkupierte, nach seinem Schal – und dass eben diese Araber, in einer Demokratie, nicht nur eigene Interessenvertreter, eigene Parteien haben, sondern am demokratischen Willensbildungsprozess im Parlament beteiligt sind.

Daraus resultieren Erkenntnisse, die in das Bild, „die Juden“ achteten das Menschenleben anderer geringer als „die Guten“ – aka friedliebende Hamas – das Menschenleben der Einwohner Israel- , nicht passen können. Zum Beispiel, dass dieser demokratische Staat weitaus defensiver gegen seine existenzbedrohenden Feinde vorgeht als jeder andere Staat dieser Welt. Und selbst, wenn ein solcher demokratischer Staat, statt, was er spielend könnte, diese Feinde einfach vollständig platt macht, baut er eine Mauer, um sich vor dem Eindringen der Feinde – remember Selbstmordattentate mit -zig, und auch Hunderten Toten – zu schützen, ist das auch nicht recht und wird als rassistischer Terror kommuniziert – von den judenhassenden Terroristen der Hamas. Und ihren geistigen Wiederkäuern.)

Im übrigen geht es, was die taktische Ausrichtung der jetzigen IDF-Aktivität betrifft, nicht primär um Qassams, sondern um Fajr-5 Raketen, die bis Jerusalem (oops… Moscheen!?) und Tel Aviv kommen.

Das heißt, konkreter Handlungsbedarf – und wieder kein Flächenbombardement, sondern das Hinschicken der eigenen Leute.

Wie immer hierzu brilliante Analysen von Zettel:

http://zettelsraum.blogspot.de/2012/11/krieg-in-nahost-4-vor-der-entscheidung.html

Es stellt sich, Störtebeker, aber die Frage, ob einer eher ideologisch getriggerten Meinungsäußerung (wie Ihrer unsäglichen „Qassam“ vs. „1.- und 2.-Klasse-Opfer“- Gegenüberstellung) mit Fakten und Argumenten gegengehalten werden kann.

Na?

Silke - November 20, 2012, 14:09

Doch Lila die „internationale Gemeinschaft“ sandte Gesandte nach Syrien, doch die warfen alle nach kurzer Zeit in allen Ehren das Handtuch.

Der Fehler bei Euch ist, daß „Ihr“ mit Euch reden lasst, das wirkt auf Gesandte wie der Honig auf die Bären.

91. rballutschinski - November 21, 2012, 11:22

Zumindest in diesem Faden ist es wieder ruhiger geworden. Ich möchte nochmal auf Deine Antwort 19 eingehen. Da schreibst Du unter anderem:

[quote] Malmoe ist auch eine Stadt, die man den Moslems uebergeben koennte. Und in den UK gibt es viele Stadtviertel, in denen Moslems gern die Souveraenitaet uebernehmen wuerden. Es ist auch unfair, sie dazu zu zwingen, einem Rechtssystem zu folgen, das ihnen aufgezwungen wird. Warum nicht die Sharia einfuehren, wo es von Minderheiten gefordert wird?[/quote]

Und zwar als Antwort auf meine zugegeben ziemlich unrealistische Idee, Israel und Palästina über Bord zu werfen und einen neuen Staat xyz zu gründen. Nicht nur Israel wäre dazu nicht bereit, die Palästinenser ganz sicher auch nicht. Aber trotzdem wäre es eine Idee, die nichts damit zu tun hätte einen islamischen Staat oder eine islamische Republik zu gründen. Das hast Du einfach unterstellt. Ich würde niemals Bürger eines Religionsstaats werden der als Rechtssystem so was wie die Sharia hat, nein da ziehe ich doch meine bisherigen Rabulisten vor und würde auswandern, wenn zwei Drittel der Bevölkerung diese Rechtsform wählten.
Auch wenn’s mir wirklich schnurz wäre wie Berlin oder Deutschland hieße, ich würde stets für eine laizistische und freiheitliche Republik eintreten. Welchen Namen das Kind dann trägt? Ob David, Ahmed oder Michel? Mir Wurscht. Dies aber nur nebenbei.
Interessanter finde ich, dass Du zwar zu Recht darauf verweist, dass der Staat Israel ein multiethnischer Staat ist, aber „den“ Arabern und „Mohammedanern“ unterstellst, dass sie quasi eine feindliche Übernahme aller abendländisch orientierten Staaten planen, ganz ähnlich wie es der Wiener Ex-Beamte Erich Fischer in seinem auf der Achse des Guten veröffentlichten Leserbrief an Wolfgang Benz macht. (s.:http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/bumm_bumm_benz1/).

Wenn es aber so ist, wenn der Moslem schlechthin keine andere Religion, keine andere Lehre neben seiner duldet oder erträgt, dann kann man sowieso alle friedlichen Bemühungen einstellen; dann stehen sich beide Seiten unversöhnlich gegenüber, und ich müsste Deine Seite wählen, denn auf Sharia oder Gottesstaat habe ich auch keine Lust. Aber dann heißt es auch: „Last Man Standing“, dann heißt die Antwort auf Deine Frage ob es eine Alternative für eine Bodenoffensive in Gaza gibt: Nein! Dann muss jeder Stein, wie es MacArthur im Koreakrieg vorgeschlagen hat, umgedreht werden, dann muss jeder Mohammedaner ins Entmoslemifizierungslager oder weggesperrt auf alle Zeiten werden. Der Moslem, der Islam ist ein Werkzeug des Terrors, ist die Religion von Schwerverbrechern für Schwerverbrecher, der Islam ist so zu verdammen wie die NS-Ideologie.
Was sollen sonst die Alternativen sein, wenn der Araber an sich nicht Massenkompatibel ist? Was soll das Fragen noch? Was soll das Zaudern noch? Dann muss auch Ahmedinedschad lieber heute als morgen vom Erdboden getilgt werden bevor er im Besitz einer Atombombe ist. Den er würde sie ja, er ist ja Moslem, abschmeißen. Es gibt keine Muslima wie Lila. Gibt’s nicht. Die Drusen sind nicht wirklich Moslems. Dann hat Herr Zimmermann unrecht, wenn er behauptet die Lage sei so wie sie ist, weil sich beide Seiten in einen furchtbaren Nationalismus und Chauvinismus hineingesteigert hätten, weil er nicht erkennt, dass die Gefahr einseitig von den Arabern ausgeht. (s. http://www.tagesspiegel.de/politik/historiker-moshe-zimmermann-ueber-gaza-es-gibt-nur-hoffnung-auf-den-naechsten-waffenstillstand/7406480.html) Die anderen verteidigen sich nur.

Ich weiß wirklich nicht, warum Sie sich noch Fragen stellen? Wenn ich mir Ihren Blog durchlese, dann wüsste ich eines: die Lage (umzingelt von einem zig Millionenheer von nicht verhandlungsbereiten bzw. verhandlungsfähigen Moslems) ist zwar hoffnungslos, aber die Gefahr muss beseitigt werden. Schnellstens. Wir wollen zwar niemanden auslöschen, aber es gibt keinen anderen Weg, weil die Anderen nicht kompromissbereit sind. Ende. Aus.

PS: Ich geh‘ jetzt Neukölln befreien.

92. rballutschinski - November 21, 2012, 11:48

@lila
Eben erst (ja, mein Fehler) las ich Ihr „Vorwort“ zum Blog. Ich muss mich insofern entschuldigen, weil ich diesen Blog (kommend von der Achse des Guten) für einen primär politischen Blog gehalten habe. Das ist er nicht. Insofern hätte ich jedes Verständnis, wenn Sie meine Beiträge entfernten bzw. nicht weiter darauf eingehen.

Trotzdem möchte ich Ihnen sagen, dass ich Ihren Blog für sehr informativ halte. Erst vorgestern musste ich jemandem erklären, dass es eine dauerhafte Aggression gegen Israel gibt. Die Aufklärung in Deutschland ist wirklich bescheiden und man/ich muss sich die Informationen mühsam suchen.

93. rballutschinski - November 22, 2012, 20:42

Eben las ich:

[quote]As humans, we try to rationalize our hatred. In our minds we demonize the enemy, and discredit their humanity. This is the lie that fires the conflict between Israel and Palestine.[/quote]

Könnte was dran sein. Naja, egal. Ich fand und las jetzt genügend faked Gaza Mom’s oder letters from gaza moms oder lilas.

Alles Propaganda.

Entschuldige, die erneute Störung in diesem befriedeten Faden, aber wie soll ich Dämon von Dämon oder Engel von Engel unterscheiden? Egal. Mein Problem und ich können nicht mitreden. Wir sind nicht betroffen. Erst dann, wenn die Welt brennt. Dann darf ich. Muss also noch warten …

94. Lila - November 22, 2012, 22:20

Das Buch sieht ganz interessant aus, ich hab nur kurz einen Blick reingeworfen – gerade dieser Parent Circle hat mich sehr beeindruckt.

Ich weiss nciht, vielleicht wirke ich wie ein hassender oder daemonisierender Mensch, vielleicht beluege ich mich ja selbst und halte mich fuer anders, als ich bin… aber ich fuehle keinen Hass.

Ich habe vorhin Jibril Rajoub im Fernsehen gesehen, auf den ich lange meine Hoffnungen still gesetzt habe, weil ich ihn fuer einen Pragmatiker gehalten habe, der Israel ganz gut versteht, und das ist er wohl immer noch. Er klang alt und muede und liess durchblicken (was auch andere sagen), dass es ihn erbittert, wie Israel die Fatah ignoriert und die Hamas aufgewertet hat, wohlgemerkt, gegen den eigenen Willen.

Ich haette ihm einiges sagen koennen auf einige seiner Argumente, aber die Hauptsache waere: run for president. Er waere bereit fuer einen Ausgleich und einen Kompromiss, das sagt er ausdruecklich, und Hausmacht hat er auch. Uebrigens auch einen Draht zur Hamas, um die niemand mehr herumkommt.

Nichts faende ich besser als einen pragmatischen palaestinensischen Regierungschef, mit dem man ueber Frieden und Zusammenarbeit reden kann statt ueber Tod und Verderben.

Ich erkenne wohl Unmenschlichkeit, wenn ich sie sehe. Die Leichenschaendung der ermordeten sog. Kollaborateure waren unwuerdig und unmenschlich. Aber das bedeutet nicht, dass diese Unmenschen die Palaestinenser repraesentieren.

Gerade habe ich mir mit einem arabischen (palaestinensischen) Kollegen gemailt, mit dem ich seit Jahren gut zusammenarbeite. Ich schaetze, mag und respektiere ihn. Es ist mir ganz egal, welchem Volk er angehoert – dh., ich finde seinen Hintergrund interessant, aber das liefert mir doch keine Informationen darueber, welchen menschlichen Wert er hat.

Ich weiss nicht, wieso Du meinst, ich treibe Propaganda. Propaganda ist die Verbreitung von Geschichten, die wahr oder unwahr sein koennen, Hauptsache, sie dienen einer Agenda.

Ich habe keine. Seufz, ausserdem werd ich fuers Bloggen nicht bezahlt, sondern knaps mir die Zeit dafuer von anderen Sachen ab. Meist vom Schlafen oder der Hausarbeit:-)

Ich kenne keine moms aus Gaza, aber ich hoffe doch, dass es da auch noch Menschen gibt, die in uns Menschen sehen und keine Fratzen.

Schon oefter hab ich erwaehnt, was ich vor vielen Jahren mal im Fernsehen gesehen habe. Bei einer Bombardierung durch die israelsiche Armee wurde ein Nachbarhaus beschaedigt, brach zusammen und begrub eine schwangere junge Frau. Ihr Witwer, der mit mehreren kleinen Kindern zurueckblieb, sprach Hebraeisch und sagte: ich hasse nicht, ich kann Israel nicht hassen, ich kenne so viele Israelis und habe dort gearbeitet und habe noch Kontakte.

Ich habe ihn nicht vergessen und frag mich manchmal, wo er heute ist, und ob der Hass ihn inzwischen auch geschnappt hat.

Oder der Arzt, der den Journalisten itay Engel aufgenommen hat, mit ihm Fussball geguckt hat – was fuer ein sympathischer Mann, dann ist er spaeter von einer verirrten Kugel getoetet worden… Khalid Salach hiess er, ich habe ihn auch nicht vergessen. Was ist das fuer ein Konflikt, wo solche Fehler geschehen?

einer der besten Freunde meines Mannes ist im Krieg gefallen.

Und gestern ist im Gazastreifen jemand bei den Freudenschuessen ums Leben gekommen.

Lauter ueberfluessige Tode. Meinst Du, ich bejubele, wenn Palaestinenser sterben, und hebe mir meine Empathie fuer Israelis auf? Niemand teilt hier Bonbons aus, wenn auf der andere Seite Menschen sterben. Shlomi Eldar hat um die Toechter von Dr. el Aish im Fernsehen geweint und noch Rettungskraefte fuer sie organisiert, aber es war zu spaet. Und der Vater hasst auch nicht, er behandelt weiter juedische Patienten. Die Anteilnahme hier in Israel war gross.

Du kannst entweder vor lauter Vorurteilen und Misstrauen nicht mehr erkennen, was jemand denkt oder fuehlt, der einer bestimmten Gruppe angehoert, oder ich schaetze mich selbst vollkommen falsch ein.

Aber zum Remmidemmi-Machen gebe ich hier keine Gelegenheit.

Silke - November 22, 2012, 22:28

klar Lila bist Du Spezialistin für Propaganda

Propaganda für’s mit-menschlich bleiben

95. Zitate « abseits vom mainstream – heplev - November 25, 2012, 9:18

[…] Teichmann, wo wart Ihr, als die Raketen auf Israel fielen? Genau da könnt Ihr auch jetzt bleiben. Lila, 16.11.12 über die Besserwisser zum Krieg am/im Gazastreifen; Grund: Wer aber still war, während in […]


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