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Ein Lichtblick November 14, 2012, 18:02

Posted by Lila in Bloggen, Uncategorized.
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Nicht nur ich habe meine Probleme mit arabischen Knesset-Abgeordneten, die meiner Meinung durch ihre verleumderischen Anklagen gegen Israel und ihre Konzentration auf palaestinensische Interessenpolitik den Arabern in Israel mehr geschadet als genuetzt haben. Chanin Zouabi ist ein klassisches Beispiel – sie redet, als saessen ihre Waehler in Jenin und nicht in Nazareth.

Es ist wunderbar, ueber einen Politiker zu reden, der sich um die Probleme kuemmern will, die seine Waehler wirklich betreffen. Heplev hat einen Artikel von Philippe Assouline uebersetzt, der so einen Mann portraitiert. Absolut lesenswert.

Aatef Karinaoui heisst der Mann, er ist Beduine aus Rahat, glaeubiger Moslem, und er hat, genau wie ich, eine Wut auf die arabischen Knesset-Abgeordneten, die darauf hinarbeiten, die juedische und arabische Bevoelkerung in Israel gegeneinander aufzubringen und zu trennen, auch auf Kosten der Wahrheit – womit niemandem gedient ist.

„Alles Schlechte, das sie über Israel und seine angeblich schlechte Behandlung der Araber sagen, ist gelogen, eine schamlose Lüge“, sagte er entschlossen nur Augenblicke, nachdem wir uns setzten. „Arabische Knessetabgeordnete legen einen Brand. Sie nähren sich durch die Politik der Teilung und repräsentieren die arabische Öffentlichkeit nicht. Die arabischen Knessetmitglieder tun nichts, um die Menschen zu bilden oder ihre Lage zu verbessern… Aber [derzeit] gibt es keine Alternative zur aktuellen Führung.“

Ich habe vor ein paar Monaten Aehnliches gesagt und mir die ueblichen Verdaechtigungen dafuer eingefangen – aber ich habe das nicht aus „rassistischer“ Missachtung fuer die Anliegen der israelischen Araber gesagt, sondern aus Zorn ueber Leute, die diese Anliegen links liegen lassen, sie ihren eigenen Zielen unterordnen. Man hoert von ihnen nur, wenn es um ein Anschwaerzen des Staats gibt, der ihnen ein fettes Gehalt zahlt, damit sie ihn vertreten. Sie hetzen ihre Waehler auf, statt sie dazu zu ermutigen, sich zu integrieren und ihre Talente zu nutzen und alle Chancen beim Schopf zu packen, die Israel ihnen bietet – man kann nur dankbar sein, dass genuegend israelische Araber genau das tun und ihr Leben in die Hand nehmen und an allen Unis zu finden sind, und in allen Bereichen des Lebens.

Darum ist ein Mann wie Karinaoui ein Mann nach meinem Herzen.

„Wir brauchen die arabischen Knessetmitglieder nicht, um uns zwanghaft mit marginalen Dingen und Außenpolitik zu beschäftigen, wie sie es getan haben“, erklärt er. Die arabische Abgeordnete Hanin Zoabi nahm z.B. im Mai 2010 am Versuch der Mavi Marmara teil Israels Seeblockade des Gazastreifens zu brechen, während ihr Kollege Ibrahim Saroor letztes Jahr die „Ermordung“ Osama bin Ladens durch die Amerikaner verurteilte. „Wir haben echte, drängende Probleme – dass 15 Personen in einem kleinen Haus leben, Landbesitzstreit, Bildungsprobleme“, sagt Karinaoui. „Wir haben viel, das wir bewältigen müssen. Doch die arabischen Abgeordneten bringen uns weit aus dem Mainstream und wollen keinen Fortschritt. Ihre Art der Führung ist das wahre Versagen.“

Karinaoui glaubt, wenn er die Chance bekommt, dann kann er etwas bewirken. „Unsere Führer haben uns 60 Jahre lang betrogen. Gebt uns ein einziges Knesset-Mandat und wir werden in vier oder fünf Jahren mehr für Menschen tun als sie in 60 Jahren getan haben.“

Warum der Mann auf einem unrealistischen Listenplatz des Likud herumlungert, ist mir raetselhaft – das heisst, mir ist schon klar, warum in einer Partei das Hauen und Schlagen um aussichtsreiche Plaetze zu solchen Ergebnissen fuehrt. Aber wir brauchen solche  Politiker. Nicht nur die Araber in Israel, sondern das ganze Land. Jeder Buerger muss sich entfalten koennen, jedes Kind braucht Bildungschancen und eine Zukunft. Das ist gut fuer uns alle.

Ich sehe ja immer meine Studenten vor mir. Vorgestern habe ich eine Klasse unterrichtet, die zu drei Vierteln aus arabischen Studenten besteht – keine jungen Studenten, sondern erfahrene Lehrer, die eine Zusatzausbildung machen. Wer laenger bei mir mitliest, weiss, dass ich fuer diese Kurse eine ganz besondere Schwaeche habe. Die letzten Gruppen waren nicht so stark, aber diesmal habe ich wieder eine tolle Truppe von hellwachen Studenten, und ich sehe mit riesiger Freude, was fuer begabte, ehrgeizige, wissensdurstige, lebenserfahrene und kluge Menschen sind. Ich bin stolz, dass ich zu einem Team gehoere, dass sie weiterbildet und etwas dazu beitraegt, dass die Qualitaet der Lehrerbildung im arabischen Sektor steigt. Und natuerlich arbeiten im Team auch arabische Kollegen.

Wir brauchen einander, und wer nicht gerade Politiker ist, der weiss das, auch auf der arabischen Seite. Ich wuerde Karinaoui gern in einflussreicher Stellung sehen, und ich hoffe, er erreicht es – ich hoffe, jemand erkennt, dass der Mann Gold wert ist.

Es ist aber nicht nur das wahrgenommene Versagen der arabischen Politiker ihren Pflichten nachzukommen, das ihn antreibt; Karinaoui identifiziert sich sehr mit dem Staat Israel. Er will die arabischen Israelis als Bürger voll engagiert sehen und dass sie Verantwortung für die Veränderung übernehmen, die sie herbeiführen können. „Wir wollen beweisen, dass wir loyale und treue Bürger sind“, sagt er. „Wir brauchen mehr Aufmerksamkeit und Unterstützung durch den Staat… Ich bin ein stolzer Araber und auch ein stolzer Israeli. Ich bin kein Palästinenser… Sehen Sie sich Syrien an. Sehen Sie sich Ägypten an, Libyen und auch Tunesien; und sehen Sie sich Bahrain an: Das Problem ist nicht Israel, es sind die Araber.“

Wenn wir im Inneren einig sind, ehrlich und fair zueinander, koennen wir jedem Aussendruck besser standhalten. Karinaoui redet die Situation der Araber in Israel nicht schoen. Aber statt sich auf die Mavi Marmara zu setzen, will er was dagegen tun. Ich finde das ermutigend und wunderbar.

Kommentare

1. flx - November 14, 2012, 19:42

„Warum der Mann auf einem unrealistischen Listenplatz des Likud herumlungert, ist mir raetselhaft“

Deswegen ist er dabei eine Partei zu gründen: Al Amal Latgir.

2. Hein - November 14, 2012, 19:48

Volle Zustimmung: Israel ist nicht das Problem, sondern die Lösung desselben.
PS Die Kommentarspalten von Focus sind voll mit ressentimentgeladenen Leserbriefen wegen des Eingreifens der IDF in Gaza.

3. Lila - November 14, 2012, 19:53

Auch die Kommentarspalten von Tagesschau, Zeit, FAZ und allen anderen deutschen Nachrichtenquellen, die ich angeguckt habe, waren voll mit geradezu hasserfuellten, ausrufezeichen-reichen Tiraden. Das koennen sie nicht vertragen: wenn Israel sich wehrt.

Wobei natuerlich zu beruecksichtigen ist, dass deutschen Nachrichtenlesern nicht klar ist, wie schlimm der Raketenterror wirklich seit Jahren schon ist. Vor solchen Tatsachen bewahrt der zartfuehlende Journalist seine Leser.

4. Lila - November 14, 2012, 20:05

flx – ein Verlust fuer die Likud. Ob er mit der Liste viel Erfolg hat – keine Ahnung, es gibt zu viele kleine Parteien.

5. Hadassa - November 14, 2012, 21:18

Leider sehe ich auch wenig Chancen für seine neue Partei. Schade, dass man nicht mehr von ihm hört..

6. avra - November 14, 2012, 22:23

„Die Militärorganisation der Islamisten erklärte, mit der Tötung von Ahmed al-Jabari habe der jüdische Staat das „Tor zur Hölle“ aufgestoßen“

leider wird der nächste höllenfürst schon in den startlöchern stehen.

maybe god himself is lost and needs help, maybe god himself, he needs all our help


.
: (

7. Silke - November 14, 2012, 22:51

Passend zur Überschrift „Lichtblick“ ein Bonbon für die Leutchen, die auf Horror stehen – wie lange noch bis die Dinger Richtung Israel abgeschossen werden?

8. Silke - November 14, 2012, 22:51
9. Silke - November 15, 2012, 1:01

Ich weiß natürlich, wie er’s meint, dennoch als PR liefert es natürlich eine mixed message – nicht daß ich wüßte, wie eine gute message formuliert sein könnte, denn sie liefe Gefahr Israelis als „wimps“ erscheinen zu lassen.

Wohin man guckt, wie Ihr’s macht, macht Ihr’s zwangsläufig und unvermeidbar verkehrt.

Unterm Strich finde ich natürlich daß es ein großartiges go fuck yourself post ist.

http://yaacovlozowick.blogspot.de/2012/11/israelis-and-palestinians-in-jerusalem.html

10. avra - November 15, 2012, 11:09

„Unterm Strich finde ich natürlich daß es ein großartiges go fuck yourself post ist.“
dass sie mein posting als solches interpretieren ist mir klar-
aus sicherer distanz die hardlinerin abzugeben ist auch nicht schwer.

Silke - November 15, 2012, 13:08

avra – Sie sind Yaacov Lozowick?

Es war sein Post, das ich so kommentierte.

Was Dein Post anlangt, so denke/hoffe ich, daß „Höllenfürsten“ also Leute, die schon lang und viel in ihre Karriere investiert haben, nicht ganz so scharf auf’s Sterben sind wie Mitglieder des ballernden Fußvolks und drum vielleicht/hoffentlich Nachwuchsprobleme kriegen.

Hier ist übrigens das neueste Post vom wie immer sehr sehr klug argumentierenden Yaacov. Um nicht wieder mißverstanden zu werden, Yaacov hat mal erzählt, daß er seinen Blog ins Leben rief, um hauptsächlich Amerikaner zu informieren (der Zusammenhang war wohl, daß es ihn erstaunte, wie populär er in Deutschland geworden war)

http://yaacovlozowick.blogspot.de/2012/11/one-gaza-picture-is-worth-which-1000.html

In scharfem Kontrast zu Yaacov’s Klugheit lese man Jeffrey Goldberg’s letztes und besonders seinen letzten Satz. Also wäre SPon meine Infoquelle, dann würde ich den zweifelsfrei als einen wink-wink Hinweis auf die wahren Schuldigen verstehen.

11. avra - November 15, 2012, 14:33

sorry, unter zeitdruck sollte man weder posten noch selbige lesen.


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