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Danke, liebes Heimatland, November 13, 2012, 20:15

Posted by Lila in Deutschland, Presseschau.
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fuer diese guten Nachrichten.

 Auch im Jahr 2011 ging wieder ein Großteil der Exporte in autoritär geführte Staaten der arabischen Welt. Auf die Vereinigten Arabischen Emirate entfielen Exportgenehmigungen in Höhe von 357 Millionen Euro. Besonders gefragt waren demnach Torpedos, Sprengvorrichtungen, Schiffe und Panzerteile.

Hurra, hurra, die Wirtschaft brummt.

Auch Saudi-Arabien blieb mit 139,5 Millionen Euro 2011 ein wichtiges Abnehmerland. Verkauft wurde ins Königreich hauptsächlich Hightech-Material, wie Kommunikationsausrüstungen, Drohnen sowie Teile für Kampfflugzeuge. Kräftig exportiert wurde auch in den Irak. Die Bundesregierung genehmigte Ausfuhren in Höhe von 244 Millionen Euro, ein Großteil der Exporte entfiel auf Kampfhubschrauber. Abnehmer war dem Bericht zufolge die Uno-Unterstützungsmission im Zweistromland.

Huebsch, huebsch. Moral predigen mit voller Lungenkraft, besonders in Richtung dieser aggressiven Israelis. Und gleichzeitig Geld verdienen mit Waffenexporten an Israels spezielle Freunde. Es passt sogar zusammen, denn man kann sich ja wuenschen, dass mithilfe deutscher Waffen dieser laestige Staat Israel in Schach gehalten wird.

Es muss wunderbar sein, so ein wasserdicht unterteiltes Gewissen zu haben.

Kommentare»

1. Silke - November 13, 2012, 20:27

Lila

angeblich haben die Israelis für die Panzer (waren’s Panzer?) Verkäufe an die Saudis grünes Licht gegeben und mein Gedächtnis sagt, daß ich ungefähr um die Zeit irgendwo gelesen habe, daß die Saudis im Fall eines Falles die Israelis drüberfliegen ließen, also die Saudis zusammen mit den Israelis wenn’s gegen den Iran geht …

Und natürlich ist das zuallererst mal gut für „uns“.

Für mich jedenfalls verschwimmen seit Jahren die Kriterien für Gut und Böse gewaltig, weswegen ich mich gefühlsmäßig aufs Parteiische verlegt hab, auf die, die ich irgendwie ganz aus’m Bauch heraus als „meine Leut“ empfinde.

War es gut, die Leute von Benghazi vor Qaddafi zu beschützen, wo doch jetzt das ganze Waffenzeugs in Mali ankommt? Walter Russell Mead erwähnt es öfter?

Und was das Papperlapapp der Scheinheiligen anlangt – manchmal denke ich, ein offenes Bekenntnis zur Selbstsucht könnte was Erfrischendes haben z.B. daß wir zwischen den Stühlen sitzen – Israel hat die gleiche Staatsform wie wir, doch die anderen haben das Öl – obwohl bei Münster wurde wohl auch bei uns was gefunden, nur Münster ist die Stadt, wo der Islam an der Uni ganz groß rauskommt. Ja sehr witzisch, aber ich konnt’s (und wollt’s) mir nicht verkneifen.

2. Lila - November 13, 2012, 20:33

Ja ja, aber dann bitte keine Predigten. Das kommt schon sehr unangenehm, wenn Bundestag, Uralt-Bundeskanzler, Journalisten, Besucher und auch sonst „betroffene“ Buerger bei jeder Gelegenheit den Israelis Frieden, Friedlichkeit und Opferbereitschaft fuer den Frieden predigen. Waehrend Waffenhandel das Geld in die Kassen spuelt. Entweder – oder.

Israel wird das Geschaeft des Kriegs aufgezwungen, seit seiner Existenz. Deutschland sucht es sich aus, um daran zu verdienen, ohne selbst je gefaehrdet zu sein. Kein guter Boden fuer Moralprediger, meiner persoenlichen Ansicht nach.

Silke - November 13, 2012, 20:53

Es gibt keinen, absolut keinen Bürger eines demokratischen Staates und damit Nutznießer der Infrastruktur desselben im weitesten Sinne, der das Recht hat, Israel irgendetwas zu predigen.

Es ist durchaus möglich, daß jedeR einzelne von diesen sich für ach so vorbildlich haltenden Staaten hier und heute entschieden mehr Dreck am Stecken hat als Israel. Leider ist so etwas vermutlich nicht messbar, weswegen mir immer die Galle überkocht, wenn die Hochmütigen und Selbstverblendeten rumlabern.

Aus’m Religionsunterricht erinnere ich mich an „wer unter Euch ohne Schuld, der werfe den ersten Stein“ und wir wagen es immer noch zu behaupten, wir seien ein irgendwie christliches Land.

3. Michael - November 14, 2012, 9:07

Ich lese, dass Israel an Aserbaidschan in der nächsten Zeit Waffen im Werte von immerhin 1,4 Milliarden USD verkaufen wird. Aserbaidschan ist mir nicht als ein Leuchtturm der Demokratie bekannt und steht im Konflikt mit Armenien. Ich lese auch, dass 1975 Peres bereit war, an das damalige südafrikanische Apartheid-Regime Nuklearwaffen zu verkaufen. Sollten deshalb Waffenexporte allgemein verboten werden? Das wäre auch nicht gut, denn wie stände heute Israel da, wenn es nicht Waffen aus den USA und auch Deutschland bekommen hätte? Ich glaube, dass es sehr schwierig ist, Waffenverkäufe mit moralischen Grundsätzen in Einklang zu bringen.

4. Silke - November 14, 2012, 9:58

Heute morgen habe ich eine Stunde dradio in Echtzeit gehört – nix zu Israel, gar nix, doch dafür dieses Stück atemberaubend brillanten Journalismus

1. Podium: Wie Tunnelwirtschaft, Hamas und Israel Gazas Bauern schwächen
Sendezeit: 14.11.2012 07:52
Autor: Teichmann, Torsten
Programm: Deutschlandfunk
Sendung: Podium
Länge: 05:58 Minuten

http://www.dradio.de/aod/html/?mod=aod&station=&js_enabled=1&search=gaza&date1_use=1&day1=14&month1=11&year1=2012&date2_use=1&day2=14&month2=11&year2=2012&search_station=1&broadcast=&theme=&ACTION_SEARCH=Suchen

Jetzt weiß ich, daß „Ihr“ den Zufluss zu den unterirdischen Gaza-Wasserspeichern blockiert …

sorry für das Depressivum …

5. Sanníe - November 14, 2012, 11:39

Die, die da predigen, und die, die im Kontrollausschuss sitzen und sowas Empörendes genehmigen, sind nicht dieselben Leute.

Verschiedene Menschen haben da verschiedene Auffassungen, deshalb trägt der Vorwurf der Doppelzüngigkeit auch nicht.

6. willow - November 14, 2012, 13:14

Torsten Teichmann …. einer der bösartigeren unten „unseren“ Nahostkorrespondenten – das will schon etwas heißen!

äh, ja …

http://spiritofentebbe.wordpress.com/2012/06/25/so-wird-man-nahostkorrespondent/

7. Piet - November 14, 2012, 14:27

Ah, dann täuscht mich mein Erinnerungsvermögen doch nicht. Ich meine mich nämlich auch zu erinnern, dass die Lieferungen an die Saudis, die in Schweden (die lieferten ja auch, allerdings heimlich) einen veritablen Skandal auslösten, in Absprache mit Israel geschahen, und zwar mit Blickrichtung Iran. Ich hatte zu den Waffendeals ausgesprochen gemischte Gefühle und denke nicht erst seit dem immer wieder darüber nach, inwieweit man manchmal mit dem Teufel ins politische Bett gehen muss, wenn man langfristige und/oder strategische Ziele verfolgt. Ein dreckiges Geschäft, allemal.

Aber die Beurteilung fällt mir zunehmend schwerer: Mit Blick auf Syrien und der zu Beginn des Aufstands vertanen Chance, den Widerstand zu unterstützen: Soll Europa Waffen liefern, obwohl ein Teil dieses Widerstandes aus Islamisten besteht, die z.T. ebenfalls grausam foltern und morden? Das mit dem Wissen, dass ein Teil der nach Libyen gelieferten Waffen heute in anderen Zusammenhängen eine recht grausame Rolle spielen?

Gegen Sigmar Gabriel und andere SPDler gibt es aktuell eine Menge Schelte (nach seinem „Apartheitsstaat“-Gewäsch auch völlig zu Recht). Andererseits: Lässt man ihn das vielleicht sagen (es gehört ja auch eine Partei dazu, die ihn deckt) nicht nur in Hinblick auf die Wahlen (was ich widerlich fände), sondern auch, um die Fatah nach der Aufwertung der Hamas durch den Emir von Katar genau gegen die Hamas zu stärken?

Bah, ich hab das Gefühl, je weiter man sich in diesen Sumpf begibt, desto klebriger und stinkiger wird der.

8. Piet - November 14, 2012, 14:58

Ups, ich sollte die Kommentare gründlicher lesen, dann wäre weniger mitu (me, too) rausgekommen. Silke hat’s ja (Syrien/Libyen/Mali) alles schon geschrieben. *rotwerd*

9. Lila - November 14, 2012, 18:17

Das sind nicht dieselben Leute?

http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-4305198,00.html

Genau diese Leute meine ich. Ungeduldig, endlich die „besondere Beziehung“ mit Israel aufzukuendigen. Und gute Tips fuer Israel hat er auch im Aermel.

Ausserdem profitiert die gesamte deutsche Wirtschaft von Waffengeschaeften, wenn ein Land so gut im Geschaeft ist wie Deutschland.

10. Sanníe - November 14, 2012, 20:16

Ein nicht genannter Mitarbeiter des Außenministeriums erzählt in einem closed Meeting, daß jüngere Deutsche dazu tendieren, Israel zu kritisieren. Und Du meinst, diese jungen Leute sind die, die Waffenlieferungen in arabische Staaten gutheißen. Lila?

Silke - November 14, 2012, 20:45

Die Aserbeidschanis haben vor noch gar nicht so langer Zeit die Israelis üben lassen und mit dem Vatikan sind sie auch in offenbar wunderbarer Freundschaft verbunden. Wer beim Vatikan willkommen ist, kann doch nur ein total Guter sein, oder?

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/fazit/1795979/

Aber ernsthaft, ich kann mich nicht erinnern, daß die Knesset einstimmig einen Beschluß gefaßt habe, der es Deutschland verbietet, in seinem GrenzStreit mit Holland irgendwo bei Wilhelmshaven im Meer weiter seine Rechte geltend zu machen.

Überhaupt kann ich mich nicht an israelische Gardinenpredigten erinnern, während wir ach so geläuterten Deutschen meinem Gefühl nach Jahr für Jahr mehr einer Heilig- oder wenigstens Seligsprechung würdig zu werden scheinen.

Wir Weltmeister der Aufarbeitung hingegen sicher und geborgen unter dem Ami-Umbrella riskieren hie und da schon mal ne ordentliche Lippe, steht uns ja auch zu, schließlich haben wir Mahnmale an jeder Ecke. Wenn einem das keine Rechte gibt, ja was denn dann?

Silke - November 14, 2012, 20:47

Ja Sannie recht hast Du – wo kämen wir denn da hin, wenn auf einmal die Linke wüßte, was die Rechte tut.

Auch sehr beliebt bei solchen Verknäulungen: Wenn das der/die … wüßte … aka es sind immer nur irgendwelche bösen Unterlinge …

11. Lila - November 14, 2012, 21:03

Sannie, es kann doch wohl nicht sein, dass Du nicht verstehst, was ich meine.

1. Es ist leicht, andere zu kritisieren – einstecken ist viel schwieriger, qed.

2. Deutsche geniessen die Fruechte der bluehenden Waffenindustrie, nehmen sich aber die Freiheit, zB einstimmige Verurteilungen Israels ohne Pruefung der Fakten im Bundestag durchzuwinken. Bisher hat sich noch kein Abgeordneter dafuer entschuldigt, dass er arabischer Propaganda aufgesessen ist – Goldstone hat sich wenigstens entschuldigt, wenn auch unzureichend.

3. Deutschland hat Soldaten unter Waffen, und wer weiss, was die in Afghanistan tun? Shovrim stika und Tel Aviver Strandbars gibt es in Afghanistan nicht, darum wissen wir weniger darueber. Aber in keiner Hinsicht haben Deutsche das moralische Recht, Israel zu predigen, wie sie es penetrant immer wieder tun.

4. Haetten Regierungen und NGOs jemals eine Kein-Terror-Bedingung an ihre grosszuegigen Ueberweisungen geknuepft, waere es vielleicht gar nicht zu einer Eskalation gekommen. Aber es ist natuerlich viel leichter, die eigene Rolle nicht zu untersuchen, sondern sich absichtlich dumm zu stellen und so zu tun, als wuerde ich harmlose uninformierte Buerger, Menschen mit „geschlossenem rechtsradikalem Weltbild“, Bundestagsabgebordnete und Waffenhaendler in einen Topf werfen. Das tue ich nicht. Ich sage nur, dass sie alle ein gemeinsames Merkmal haben. Einen blinden Fleck in Bezug auf die Palaestinenser, die sie nur als Opfer gecastet haben.

Silke - November 14, 2012, 21:07

willow – 6

neben der sattsam bekannten Hinterfotzigkeit fiel mir heute morgen ganz besonders auf, daß es rundum lausiger Journalismus ist. Ich beobachte ähnlich kenntnisfreies Rumgeschwafel auch auf anderen Feldern, auf denen ich mich kundig gemacht habe oder geworden bin.

Mit anderen Worten, geschieht denen recht wenn ihre Arbeitsplätze koppheister gehen (siehe Frankfurter Rundschau), jeder Automechaniker kriegte für so was Unprofessionnelles den Schraubenschlüssel von seinem Boss und/oder den Kollegen Du weißt vermutlich wohin gerammt.

12. Silke - November 14, 2012, 21:13

PS:

in einem Interview zum BBC-Skandal hat der England-Korrespondent vom dradio (Krönig?) ganz frisch und frei erzählt, daß die BBC wegen diesem und jenem in der Dauerkritik ist u.a. ihrer einseitigen Israelberichterstattung. Will sagen, es sind also nicht wir paar Versprengten bei Richard Millett oder BBC-Watch, die rummaulen, die ihren Satzungen und ihrem Auftrag widersprechende Parteinahme ist öffentliches Thema.

Krönig? meinte, es könne gut sein, daß die BBC jetzt ihr Recht auf Selbstregulierung/-kontrolle einbüßt. Falls das eintritt können wir nur hoffen, daß es ne Wende zum Besseren gibt, denn anders als dradio ist BBC World angeblich ne Stimme, die weltweit gehört und geglaubt wird, besonders in Ländern mit nicht sehr freier Presse …

Silke - November 14, 2012, 21:18

Piet

Sumpf ist ein Bild, das ich auch sehr gut finde und im Sumpf soll es ja immer so Büschel geben, die einen Menschen tragen und dann kann er sich auf denen bewegen. Doch um im Bild zu bleiben, diese Büschel scheinen derzeit die Standort immer schneller zu wechseln.

Wenn ich trostbedürftig bin, dann erinnere ich mich daran, daß Rumänien in WW1 die Seiten fünf oder sechsmal gewechselt hat und jedes mal vom zuletzt Auserwählten wieder empfangen wurde, als sei’s für’s Leben.

Ja es ist schmuddelig und es ist auch atemraubend und haarsträubend kompliziert, drei-dimensionales Schach ist vermutlich ein Kinderspiel dagegen.

Silke - November 14, 2012, 21:28

huch Piet
und gerade hattest Du mich so glücklich gemacht, als ich merkte, ich bin nicht die einzige …

13. Silke - November 14, 2012, 21:28

PS: das war ernst gemeint – keine Ironie beabsichtigt

Silke - November 14, 2012, 21:51

Lila – 9

und müßte ich wetten, dann würde ich wetten, daß Westerwelle diesem visionären/visionierenden Schlaumeier ein „gut gemacht“ zuzwinkert.

Schick unbedeutende Untergebene vor, um das Wasser zu testen und wenn de Dich nich öffentlich traust, dann lass sie es in nem eigentlich geschlossenen Meeting tun aus dem es dann oops gaaanz ungewollt und vollkommen unerklärlich leaked – ist eine sehr bewährte Methode.

Es kann natürlich sein, daß Westerwelle ein so schwacher Chef ist, daß ihm alle auf der Nase rumtanzen und seine Untergebenen ihre eigene Politik machen – glaube ich zwar nicht, sollte ein wacher Journalist Herrn Westerwelle aber mal unterbreiten.

Silke - November 14, 2012, 22:06

ja Sannie genau diese jungen Leute sind es – die sitzen nämlich mehr und mehr auf den Jobs an denen die Formulare vorbeikommen.

Oder willst Du Lila und mich glauben machen, daß junge Leute heutzutage nicht mehr bereit sind in Regierungsjobs zu arbeiten?

Silke - November 14, 2012, 22:11

Lila
ich glaube nicht, daß sie einen blinden Fleck haben. Ich glaube, daß sie es genießen, daß da jemand ist, dem sie von oben herab auf die Schulter klopfen können und damit gleichzeitig sehr heimliches Verständnis dafür heben können, daß ihre Groß- oder Urgroß- oder Ururgroßeltern vielleicht doch nicht so ganz daneben lagen …

Es ist Teil des Spiels, wenn Du lange genug die Schuld beim Opfer suchst, wirst Du schon was finden.

Und in der Zwischenzeit genießt Du, nicht Du, sie natürlich, es, Dich selbst als Gutmensch zu sehen in völliger Negation wie rassistisch es ist, von Terroristen zu sagen, die können ja nix dafür, denn wenn die Israelis anders handeln würden, dann ………


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