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Noch mehr Barbaren, diesmal in Edinburgh Oktober 22, 2012, 9:10

Posted by Lila in Kunst, Land und Leute, Presseschau.
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Ein Gemeinplatz: nicht-verbale Sprachen überschreiten kulturelle Grenzen leichter als verbale, und visuelle Kunst, Musik und Tanz erleichtern oft Verständigung, wo man mit Worten nicht mehr weiterkommt. Israel hat eine sehr lebhafte musikalische und künstlerische Szene, und israelischer moderner Tanz ist vielleicht noch interessanter. Choreographen wie Ohad Naharin, Rina Sheinfeld und Inbal Pinto, ach und so viele andere, stoßen wirklich in Neuland vor. Naharin ist Chef der Bat Sheva Dance Company.

Nicht jeder mag Tanz, nicht zu jedem spricht die Sprache aus Körperbewegung, Raum, Musik und Licht. Tanz ist abstrakt, entfernt sich weit vom Alltag und von „normaler“ Interaktion. Mir fällt eigentlich nur die Oper ein, die einen ähnlichen Sprung vom Zuschauer verlangt. Wer Tanz oder Oper nicht mag, der geht eben nicht hin.

Ich kann israelische Companien empfehlen – wenn ihr die Chance habt, eine zu sehen, geht hin.

Außer natürlich, ihr seid Barbaren, die meinen, ein kulturelles und künstlerisches Ereignis muß gestört werden, weil einem das Land nicht paßt, aus dem die Künstler kommen. Ohad Naharin ist, wie die meisten israelischen Künstler und Intellektuellen, politisch eher links einzuordnen, aber er hat gestern im Fernsehen erklärt, warum er sich weigert, plakative Statements „gegen die Besatzung“ abzugeben. Er persönlich ist tatsächlich dagegen, aber er kann nicht im Namen seiner Companie sprechen. Sie tanzen. Eine Ballett-Truppe hat keine politische Funktion und keine politische Meinung. Darum läßt er sich lieber boykottieren, beschimpfen und stören, als daß er seine Überzeugungen instrumentalisieren läßt, für einen Zweck, den er als kunstfremd empfindet.

Gegen so einen Mann und seine Tänzer protestieren wirklich nur Barbaren. Mir fällt gerade kein anderes Land ein, das mit solchen Aktionen überzogen wird. China, Syrien oder Saudi-Arabien – jeder weiß, wie es dort um Menschenrechte bestellt ist (übrigens ist auch Palästina keineswegs ein Paradies für Frauen, Christen und Homosexuelle), trotzdem kann ich mich nicht erinnern, daß je auf so widerlich lärmende, selbstgefällige und barbarische Art und Weise Veranstaltungen gestört und gesprengt worden, in denen Chinesen, Syrer oder Saudis auftreten.

Ob es singende Kibbuzniks im Rentenalter sind oder tanzende junge Tel Aviver – dem Israel-Hasser ist es ein willkommener Anlaß zu zeigen, daß wie sehr er Israel haßt, jede Äußerung Israels, und wenn es ein moderner Tanz ist, der Israels innere Gebrochenheit reflektiert und verarbeitet. Israel? Das geht gar nicht. Da setzen alle grundlegenden Übereinkünfte der zivilisierten Gesellschaft einfach aus.

Naharin selbst nimmt es eher gelassen, aber den jungen Tänzern und besonders Tänzerinnen ist sehr unwohl dabei. Die Zielscheibe eines unverhüllten Hasses zu sein – das ist erschreckend. Aber was für Helden diese Boykotteure sind – sich todesmutig im Zuschauerraum mit Geschrei bemerkbar zu machen. Damit helfen sie Palästina ja auch richtig konstruktiv weiter.

Also, ich übernehme hier jetzt einfach mal die Termine der UK-Tournee von Bat Sheva, falls unter meinen Lesern gerade jemand in einer dieser Städte weilt und guten modernen Tanz sehen will:

Batsheva UK tour in October/November
============================
Edinburgh, Festival Theatre Tue 30 Oct & Wed 31 Oct
The Lowry, Salford Quays Fri 2 Nov & Sat 3 Nov
Bradford, Alhambra Theatre Tue 6 Nov & Wed 7 Nov
Brighton Dome, Concert Hall Fri 9 Nov & Sat 10 Nov
Birmingham Hippodrome Tue 13 Nov & Wed 14 Nov
Leicester, Curve Theatre Fri 16 Nov
London, Sadler’s Wells Mon 19 Nov, Tue 20 Nov & Wed 21 Nov
Plymouth, Theatre Royal Fri 23 Nov & Sat 24 Nov

(Ein britischer Blogger zum Thema hier.)

Kommentare»

1. Claudia Sperlich - Oktober 22, 2012, 9:43

Das zweite Video kann ich in Deutschland leider nicht sehen.
Das erste finde ich sehr beeindruckend und schön! Ich freue mich immer über guten Tanz und phantasievolle Choreographien.
Diese Protestheinis sind dermaßen bildungsfremd und peinlich, da will ich jetzt nicht mehr drüber schreiben, sonst äußere ich Verbalinjurien.

2. Paul - Oktober 22, 2012, 11:45

OT
Mir ist gerade etwas rätselhaftes passiert. Mitten in der Eingabe eines Kommentars konnte ich nicht mehr weiter schreiben und es erschien „Pagan Israelophile“. Alles auf englisch und für mich deshalb nicht zugänglich. Aber mein Kommentar war weg.
Kann mir das jemand erklären?

3. Paul - Oktober 22, 2012, 12:01

Leider ist mir die „Sprache des Tanzes“ weitgehend verschlossen. Ebenso wie die abstrakte Malerei.
Trotzdem würde ich nicht so weit gehen und mein Unvermögen in lautstarken Protesten zum Ausdruck bringen.

Es liegt mir auch fern aus dem Verhalten der Palästinenser Rückschluss auf ihr allegemeines Kulturverständnis oder ihre Kultur zu ziehen.

Rückschlüsse ziehe ich auf ihren Fanatismus und ihren Hass gegen Israel, gegen die Juden.
Solch einen Hass habe ich schon lange nicht mehr wahrgenommen. Es bereitete mir körperliche Pein, das eingestellte Video bis zum Schluss anzusehen.

Gegen Ende des Videos war ein Mann in der Mitte des Bildes für längere Zeit zu sehen, dessen Ausstrahlung, seine Ruhe und, ja, man kann es so ausdrücken, seine Würde, mich beeindruckt haben.
War das Ohad Naharin?
Es war beeindruckend, wie er dieser Feindseligkeit, wenn auch gezwungener Maßen wortlos, stand hielt.

Eine Erfahrung vermittelte mir dieser Protest.
Diese Palästinenser sind in ihrem Hass, ihrer Verblendung und dem Fanatismus für Friedensbotschaften völlig unzugänglich.

Sie kennen nur eins und haben dies symbolisch durch die Verbrennung des Tickets zum Ausdruck gebracht:
Die Vernichtung Israels.

4. Hein - Oktober 22, 2012, 15:43

Ich habe selten so guten Tanz gesehen. Danke für dieses Video und die damit verbundenen Anregungen.

5. Lila - Oktober 22, 2012, 17:01

Ja, der Mann am Ende war Ohad Naharin. Ich finde immer, sehr viele Tänzer und Tänzerinnen altern so wunderschön, weil die ständige Arbeit am Körper und am Ausdruck ihn letztendlich über sich selbst hinaushebt. Vielen Tänzern ist eine Art Vergeistigung ins Gesicht geschrieben, was einfach daran liegen mag, daß sie zur Magerkeit neigen… nein nein, wie wunderschön sah Pina Bausch jederzeit aus, besonders im Alter,

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und Rina Sheinfeld auch,

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Wer bei Youtube weitere gute zeitgenössische israelische Tänzer und Choreographen sehen möchte, sollte Amir Kolben suchen, Inbal Pinto, Liat Dror und Nir Ben Gal (die tanzen zusammen), die Kibbutz Contemporary Dance Company – alles phantastische Sachen. Ich habe die alle schon live gesehen.

Wir hatten eine Zeitlang ein Abo, und das war toll. Oh Mann, ich wünsch mir zu Weihnachten von Y. ein Ballett-Abo! Moderner Tanz ist sehr körperbetont, sehr athletisch, aber nicht als Show, sondern als Ausdrucksmittel. Ich komme ja mehr von der visuellen Seite und sehe in der ständigen Erforschung des Körpers als Thema eine echte Parallele zwischen Tanz und visueller Kunst.

Tatsächlich fällt mir gerade ein, daß bei der letzten Vernissage, wo ich dabei sein konnte, die Malerin Tamar Getter erzählte, daß sie ihre Motive, von denen sie zeitweise geradezu besessen ist, auswendig malt, und ein Choreograph so fasziniert davon war, daß er sie im Hintergrund einsetzte. Sie wiederholte ständig ihre Bewegungen und malte immer wieder dasselbe Motiv, etwas versetzt, so daß es am Ende visuell „in Bewegung“ kam.

Das fand ich sehr interessant. Ich habe sie dann gefragt, wie das bei ihr ist – wenn sie ein Motiv, eine Bewegung „überwunden“ hat und ein neues auftaucht – kann sie das alte dann noch malen? So wie ein Tänzer ein Repertoire an Bewegungen hat. Nein, das kann sie nicht. Sie legt die alten obsessiven Bewegungen ab und lernt eine ganz neue Sprache. Jedes Motiv erforscht sie in alle Richtungen.

Bei der Ausstellung, die ich gesehen habe, waren es voltigierende Männer auf Pferderücken, bzw in komplizierten Posen, die sie immer wieder erforschte. Das Pferd, der Mann, der sich artistisch vom Pferd löst, das immer wieder anders in weißer Farbe mit dem Pinsel auf tafelschwarze Wände gemalt – wie ein Daumenkino der Bewegung.

Klingt verrückt, war aber toll. Die Studenten, die die Ausstellung im Rahmen ihrer Ausbildung organisiert haben, haben mir hinterher erzählt, wie toll es war, zuzusehen, wie Tamar Getter diese Folge gemalt hat – wie eine Tänzerin eine Bewegung perfektioniert.

Diese Folgen sind, ebenso wie Tanz, nicht festzuhalten. Mit Ende der Ausstellung sind sie weg.

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Ich unterrichte ja Mittelalter und Renaissance, und hier ist die Entfernung zu Botticelli auf den ersten Blick sehr groß – auf den zweiten Blick liegt jeder Kunst Obsession zugrunde, und Bewegungen des Körpers, der Hand, an denen man den Künstler erkennt. Botticellis Linien tanzen auch. Man erkennt ihn sofort an der Handschrift. Und was ist eine Handschrift anderes als eine Körperbewegung in der Zeit, die Spuren hinterläßt?

Wieder abgeschweift!!! Ja, Ohad Naharin ist ein sehr großer Künstler, und er hat diesem ganzen hysterischen Haß sehr würdig die Stirn geboten.

6. willow - Oktober 22, 2012, 19:39

Bzgl. der Barbaren: Warum in die Ferne schweifen …

http://www.ekir.de/www/service/kaufverzicht-15861.php

7. Lila - Oktober 22, 2012, 19:50

Danke, Willow! Wie schön stimmig ist doch diese Gleichung: wer gegen die Nazis war, muß heute gegen Israel sein. Nicht wahr?

8. willow - Oktober 22, 2012, 19:58

Bitte offen sprechen zu dürfen : es ist zum Kotzen 😦

9. Hein - Oktober 22, 2012, 22:36

Als ich in diesem Jahr „Last night of the Poms“ im Fernsehen sah, war ich gerührt von dem fröhlichen britischen Nationalgefühl. Auch „Rule, Britannia“ und „Jerusalem“ haben es mir angetan.
Wie viel Widerstandskraft hat The United Kingdom, um seine eigenen Werte zu erhalten? Statt sich für diese einzusetzen, sieht man auf dem Video uninformierte Barbaren. Wie viel Hass in ihren Stimmen!
Den „Demonstranten“ und der evangelischen Kirche im Rheinland empfehle ich „Das sogenannte Gute“ von Gerhard Szczesny, der über das „Unvermögen der Ideologen“schreibt.

10. Boykott? « Operation Zukunft … צמצום - Oktober 22, 2012, 22:39

[…] Ergänzt um diesen wunderbaren Link (dank Willow bei Lila). […]

11. colchico - Oktober 22, 2012, 23:05

Die Vorstellungen in Brighton sind entweder ausverkauft oder abgesagt. Und jetzt werde ich mich bei den lieben BDS-Leute erkundigen, ob sie sicher sind, welche der zwei Möglichkeiten zutrifft, wo man doch die Tücke dieser Zionisten kennt.

Wer sich ebenfalls erkundigen möchte, online oder offline: Die Kontaktmöglichkeit findet man über google.co.uk mit dem search string „Plymouth planning meeting for Batsheva event, Wed 17th October Voodoo Lounge 19:00 onwards. Voodoo Lounge 1 Money Cntr Precinct Drakes Circus, Plymouth, PL1 1QH“

12. colchico - Oktober 22, 2012, 23:10

(Wer google nicht bemühen möchte, findet den Link zur Webseite dieser Großhirnbefreiten auch auf youtube in der Beschreibung.)

13. Paul - Oktober 23, 2012, 0:32

Zu Willow #6
Pax-Christi-Aktion „Besatzung schmeckt bitter“.
Dazu ist mir ganz spontan die Assoziation eingefallen:
„Pax-Christi stößt mir sauer auf.“

Sie sollten sich entlich umbenennen in War-Christi. Das wäre der zutreffendere Name für diese Bewegung. Und sowas nennt sich katholisch. Da schäme ich mich, dass es sowas gibt.

14. Paul - Oktober 23, 2012, 1:36

Das ist mir gerade über den Weg gelaufen.
Es passt gut als Ergänzung zu Willow #6

Selbst die Kommentare sind wohltuend. Na ja, die meisten.

http://www.welt.de/print/die_welt/kultur/article110090730/Christen-verzichtet-auf-Jaffa-Orangen.html

Silke - Oktober 23, 2012, 12:04

OT für colchico

ich bin auf noch was zum vielleicht Verstehen von Scham/Schuld gefunden.

http://www.zeit.de/2011/36/Ferdinand-von-Schirach

PS: in seinem Roman bringt er die schändlichen Tatsachen bei weitem nicht so gut rüber wie in dem Interview. Ich würde sogar sagen, sie kamen bei mir sehr verkürzt an, aber, wie gesagt, es war die Hörbuchversion und keine sehr gelungene denke ich, denn mir ist mehr haften geblieben, daß Collini z.B. große Hände hatte als der volle Bedeutungsumfang dieses Recht-Schaffungs-Manövers. Das mit dem Huckepack, das mich nach seinem BBC-Interview angefixt hatte, kam überhaupt nicht vor.

Silke - Oktober 23, 2012, 12:41

colchico
erste Befund, der Link bei YouTube funktioniert nicht mehr. Ich probier’s weiter – Dein „Dreh“ gefällt mir übrigens sehr …

Doch wozu diese Leute fähig sind, habe ich ein für allemal beim Hören dieser Veranstaltung gelernt, in deren Verlauf der Moderator die Schreihälse nur halbwegs bändigen konnte, indem er bekannte, er sei praktisch auf ihrer Seite und das in einer meines Wissens in Academia respektierten Institution

http://www2.lse.ac.uk/newsAndMedia/videoAndAudio/channels/publicLecturesAndEvents/player.aspx?id=458

Danny Ayalon: The Situation in the Middle East: the view from Israel

15. colchico - Oktober 24, 2012, 5:57

OT für Silke:

Vielen Dank für die beiden Links! Dass Staatsanwälte und Richter aus der Nazizeit nach dem Krieg weiterhin Ämter bekleideten, war mir nicht neu. Allerdings hatte ich angenommen, man habe dafür höchstens Mitläufer zugelassen. Dass auch Leute wie Dreher darunter waren und man ihnen die Gelegenheit gab, sich und ihre Kumpane per Gesetzesentwurf vor Strafe zu schützen, muss ich erst mal sacken lassen. Als Laie hätte ich die Bedeutung des Gesetzesartikels aber bestimmt nicht von allein erkannt. Schon gar nicht bei einem Entwurf, der sich anscheinend mit eher geringfügigen Delikten („Ordnungswidrigkeiten“) befasste. Gab es damals in der Öffentlichkeit Diskussionen zum Entwurf?

Böswillige Zungen nannten die LSE früher „London School of Comics“. Seit ich mir die Aufnahme der Veranstaltung angehört habe, ahne ich, weshalb: Offenbar leistet man sich dort Stundenten, die weder zuhören noch sachlich debattieren. Kein einziges haltbares Argument konnte ich auf ihrer Seite ausmachen. Statt dessen kreischten sie und nahmen Zuflucht zu Schreichören. Wie es wohl um die Qualität ihrer Arbeiten bestellt ist?

Ayalon hingegen argumentierte sachlich, und das trotz der häufigen Störungen auch noch ruhig, höflich und nicht ohne Witz. 4:0 für ihn, würde ich sagen.

Was die britische Barbaren-Filiale betrifft, so möchte ich sie nicht direkt verlinken. Direkt unterhalb des youtube-videos steht aber eine Beschreibung, und die enthält den Link. (Das „Video“ ist eine Tonaufnahme.) – Es ist ein wenig, wie wenn man sich bei einem dieser Nigeria-Notare nach der Biographie des Erblassers erkundigt. In kleiner Zahl wird es auch ähnlich viel bewirken: nichts. Aber je mehr Leute „besorgte“ Anfragen aller Art stellen, desto lästiger wird’s für die Kontaktpersonen der Schreihälse.

16. Silke - Oktober 24, 2012, 14:06

colchico

die LSE scheint ein sehr bunter Haufen zu sein und ihr letztes Jahr oder so etabliertes Middle-East-Center bietet nichts, was mir meine Zeit wert wäre. Doch was Vortragsangebote/Buchpräsentationen anlangt, so halten die, anders als meine US-Adressen, auch „in der Krise“ ein äußerst üppiges Angebot aufrecht.

Was das Stören von Veranstaltungen anlangt, so ist das hier mein Basistext:

https://www.h-net.org/~habsweb/sourcetexts/twain1.htm

Ich hoffe, daß die LSE seit dem für sie (auch dank des Moderators) mehr als blamablen Ayalon-Event Vorkehrungen getroffen hat, um eine Wiederholung zu verhindern. (Ob und wie das Wiener Parlament seine Regeln änderte, weiß ich übrigens auch nicht.)

Und ja Ayalon verhielt sich bewunderungswürdig. Michael Oren bei einem ähnlichen Bohai irgendwo in Kalifornien übrigens auch. Der mußte, soweit ich mich erinnere, wegen Hilflosigkeit der Veranstalter sogar abgebrochen werden, aber wenigstens gab es in Kalifornien keinen Sympathie bekundenden Moderator.

17. colchico - Oktober 26, 2012, 2:52

Silke,
das üppige Angebot steht der LSE gut. Demnächst an den Bettelstab bringen wird es sie aber kaum: http://www2.lse.ac.uk/intranet/LSEServices/financeDivision/pdf/2011AnnualAccounts.pdf 🙂

Ein sehr bunter Haufen scheint mir grundsätzlich etwas Begrüßenswertes zu sein, erst recht an einer Uni. Da es sich bei der Uni auch noch um eine renommierte Hochschule für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften handelt, hätte ich von den Teilnehmern der Veranstaltung besonders spannende Fragen und Diskussionen erwartet (und vom Gastgeber selbstverständlich anständiges Verhalten). Statt dessen bestanden die Beiträge aus dem Publikum vor allem aus bloßen Behauptungen, Beleidigungen und Geschrei. Das ist es, was in meinen Augen kein gutes Licht auf die LSE wirft, jedenfalls nicht für das Jahr 2009.

Die Störaktionen, die Twain beschreibt, übertreffen aber alles, was ich je gesehen, gehört oder gelesen habe. (Ich habe den Artikel gespeichert für den Fall, dass sich mal wieder ein Europäer über die „ungehobelten Amis“ ereifert.) Mit welchen Regeln man solche Zustände im Parlament zuverläßig verhindern kann, ohne die freie Rede einzuschränken, das ist eine gute Frage. An der Lex Falkenhayn war ja vermutlich nur das Abstimmungsverfahren witzig.


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