jump to navigation

Eine Rakete auf Ashkelon Juli 25, 2012, 21:32

Posted by Lila in Qassamticker (incl. Gradraketen).
trackback

Vorher gab es sogar Alarm – zwar bleibt nie viel Zeit für die Anwohner, aber nicht jedesmal wird der Alarm ausgelöst. Keine Verletzten und kein Schaden, nur eine kleine Rakete. Nicht der Rede wert eigentlich, nicht wahr? Sowas kommt einfach überall vor.

Kommentare»

1. Paul - Juli 26, 2012, 0:40

Nein Lila, bei uns in Berlin nicht.
Was meinst Du was das für eine Aufregung gäbe wenn eine Rakete, von wo auch immer, auf Berlin abgeschossen werden würde.

Du wolltest mit Deinem Beitrag, nehme ich an, auf das gewaltige Desinteresse der Weltöffentlichkeit hinweisen, wenn von Gaza aus Raketen auf Israel geschossen werden.

Die Weltöffentlichkeit spart sich ihre Aufregung für wirklich schwerwiegende Ereignisse, wenn z.B. ein israelischer Offizier einen „Friedensdemonstranten“ in die Schranken verweist.
Das ist auch wirklich unerhört. Was ist dagegen eine Rakete auf Israel?

2. Lila - Juli 26, 2012, 3:55

Ich wollte meinen Qassamticker ordentlich führen. Und das Desinteresse ist durchaus nicht nur bei den internationalen Medien groß, sondern hier genauso. Und auch, zu unserer Schande sei es gesagt, bei vielen Israelis. Wen es nicht betrifft, dem geht es am Allerwertesten vorbei – bis was passiert.

3. noa50 - Juli 26, 2012, 6:03

ich muss zugeben, Lila, dass sogar ich dachte „g-tt sei dank, EINE. und „ein nifga´im ulo nigram nezek“ ist das nicht schlimm, wie schnell man das Verhaeltnis verliert? dabei komme ich aus deutschland, bin erst 2009 eingewandert und mein Land ist niemals (solange ich lebe) mit einer Rakete beschossen worden. Jetzt dagegen fliegen im Sueden des landes, wo ich wohne, Raketen und ich sehe, dass es KEIN Schaden angerichtet wurde, nicht, dass UEBERHAUPT Raketen kommen.
Noa

4. vered - Juli 26, 2012, 8:30

Tja, ist dir die Zeit in Deutschland nicht komisch vorgekommen, so ohne die täglichen Raketenmeldungen??

5. Paul - Juli 26, 2012, 9:19

Na gut, jetzt habe ich es wohl verstanden. Es ist schon was dran. Man kann sich an vieles gewöhnen. An was haben sich nicht unsere Eltern im Krieg „gewöhnen“ müssen. Man stumpft auch ab, wird unempfindlicher. Das ist, denke ich, so eine Art Selbstschutz.
Leider bin ich sehr dünnhäutig. Mein Frau ist der ruhende Pol bei uns. Sie sagt immer: „Was regst Du Dich immer nur so auf?“
Darauf antworte ich ihr: „Ich kann nicht’s dafür. ‚Ich‘ rege mich nicht auf. ‚Es‘ regt mich auf.“

Deshalb entsetzt mich jede Rakete immer wieder. Wenn auch oft kein großer Schaden entsteht. Aber er könnte entstehen. Mich graust davor, wenn die Terroristen mal in den Besitz wirkungsvollerer Raketen kommen. Deshalb finde ich es auch gut, dass Israel jede Rakete, na, fast jede, auch beantwortet. Denn das ist leider die einzige Sprache, welche die PA verstehen.

6. A.mOr - Juli 26, 2012, 20:11

Willkommen „zurück“, Lila, schön, daß Du uns wieder an ‚Rungholt‘ teilhaben läßt!

„Desinteresse (…) hier genauso (…) bei vielen Israelis.“
„Desinteresse“, das glaube ich nicht. Denke, es handelt sich eher um etwas wie „stummes Entsetzen“ oder/und Hilflosigkeit, die keine Worte findet.
Aber ist auch klar, daß dieser Raketenbeschuß in der ganzen Tragweite nur von den unmittelbar betroffenen Menschen erfaßt wird. Selbst diese dürften etwas „abgestumpft“ sein, allerdings nicht zu vergessen die vielen von Trauma betroffenen.

Es ist einfach entsetzlich, und entsetzlich daran ist eben auch, daß es so „alltäglich“ ist, daß kein Hahn danach kräht. Und entsetzlich noch dazu, daß die Lösung dieses Problems weit mehr als nur „präzise Nadelstiche“ von Zahal braucht gegen einen Riesen von Gewalt, Brutalität und finsterer Niedertracht.
Ist’s nicht so? Und was fehlt uns? Der „Stein der Weisen“, der „Stein des David“?

7. Lila - Juli 26, 2012, 22:11

Ich weiß nicht, was uns fehlt. Aber ich glaube nicht, daß diese Raketenangriffe, wenn sie so kommen wie in den letzten Tagen, irgendjemanden außer den unmittelbar Betroffenen wirklich aufbringen. Du siehst das an der Zahl der Leser-Reaktionen, am Platz, den diese Meldungen in den Nachrichten, Zeitungen, im Radio einnehmen. Irgendwo ziemlich weit hinten, wenn überhaupt.

Darin drückt sich natürlich auch der Überdruß aus, den inzwischen alle empfinden, die diesen schweinischen Zyklus ein paarmal mitgemacht haben. „WAS schon wieder? es darf nicht wahr sein, soll nicht wahr sein“. Denn irgendwann steigt die Kurve wieder so an, daß die Armee eingreift…

8. Silke - Juli 26, 2012, 22:52

ich stimme A.mOr zu und habe als Vergleich nur die Zeit danach, als der Feuerteufel des Dorfes sein Tun schon eingestellt hatte. Jedes Sirenenheulen, auch das von dem man sicher wußte, daß es nur Übung war, hatte für Monate und Monate und Monate die Macht, mir einen kurzen Herzstillstand zu machen.

9. A.mOr - Juli 27, 2012, 12:17

Lila
„Darin drückt sich natürlich auch der Überdruß aus,…“
Was ich in letzer Zeit öfters höre sind die Stimmen mancher Deutschen (häufig mit entsprechend verachtender Einstellung gegenüber Juden), die „uns“ vorwerfen, daß wir viel zu viel jammern und meckern würden, daß wir viel zu sensible wären und uns ständig mit „unserem Judentum und Befindlichkeiten“ in den Vordergrund drängen würden, nur genau das wolle in Deutschland niemand mehr hören (als ob es jemals anders gewesen wäre…), also sollen „wir“ uns nicht wundern, wenn eben jene Deutschen uns umso unerträglicher fänden…

(Und kein Wort von Raketen.) 😦

Silke,
exakt, und Du hast es selbst erfahren.
Und man kann es noch soweit ausdehnen, ua auch, wie ich es gerade an Lila tat.
Im Grunde geht es uns (und überhaupt Menschen in der Welt!) doch so, wir müssen die ständige Bedrohung ertragen, so schlimm sie eben ist.
Und wohlfeile Kritiker zeigen keine Empathie, kein Verständnis, viel eher zynischen Spott.
Und das Ganze ist im Wesen Gewalt und Brutalität, man könnte sagen: „schlechtes Karma.“

Es mag etwas „verharmlosend“ wirken…
(…aber…)
Wir können dem kaum etwas entgegensetzen, müssen uns mit den Realitäten abfinden und einen möglichst guten und „lebbaren“ Umgang damit üben, trotz dem leben, trotz dem lieben.

Übermächtig drängt sich die Bedrohung auf, erzeugt Ängste und Aggressionen, ist die Quelle neuen Übels.
Wir dürfen nur möglichst wenig davon an uns heranlassen, uns nicht von der Liebe unserer Nächsten abwenden (denn es ist ein Quell für gutes und fröhliches Leben), uns nicht zuviel mit dem Üblen befassen, wir sollen nicht dem Bösen folgen.
Jemand, der das aus „beruflichen Gründen“ tun muß, der sollte aus einem gesundem Umfeld heraus „arbeiten“, und dieses immer pflegen, daß sein Herz nicht verdirbt.

Wie haben diese Bedrohung, und der Mordanschlag von Bulgarien zeigt einmal mehr sehr deutlich, daß es eine Bedrohung nicht „nur“ gegen unseren „Seelenfrieden“ ist, es ist konkrete Bedrohung gegen menschliches Leben, und wenn diese Mörder rufen: „Tod den Juden!“, so ist ihre Botschaft in Wahrheit doch: „Tod den Menschen!“

Der ermordete Busfahrer bei dem erwähnten Anschlag war kein Jude, der israelische Araber, der erst vor wenigen Wochen ermordet wurde bei einem Mordanschlag der Menschenhasser an der südisraelischen Grenze, er war kein Jude, die Schottin, die letztes Jahr bei dem Bomebenattentat auf die Jerusalemer Zentralbusstelle ermordet wurde, sie war keine Jüdin.
Sie sind alle Menschen, die ermordet wurden, weil die Mörder Juden für’s jüdisch Sein ermorden wollen, und dabei keine Rücksicht nehmen auf das Leben der Menschen.
Wir haben hier „unfreiwillige Helden“, sie starben „an unserer Stelle“.

Warum ist es den Menschen nicht klar, daß die mörderische Ausrichtung der Judenhasser nicht „nur“ gegen Juden ist, sondern gegen alle Menschen?!

Warum wehren sie sich nicht gegen die Mordbrenner, die beinahe täglich ihre Rakten mit dem Absender „Tod den Menschen!“ gegen Israel abschießen?!
Warum suchen sie statt dessen die Schuld für die Mordbrennerei bei uns?
Und so beschuldigen sie im Prinzip ihre eigenen Kinder und Frauen, daß ihre nackte Existenz ein „guter Grund“ sei für Mordbrennerei von bösen Menschen?!

Warum sind sie so „blind“, wo sie doch so gut wie niemals zuvor klar sehen können, wer der Feind der Menschen ist und wer der Freund?!
Ahawat Jissrael w Am Jissrael Chaj!

Schönes (langes) Wochend, Schabat schalom,
einen besonderen noch für ‚chason‘!
Auch leichtes Fasten wünsche ich.

Möge uns guter Anteil sein! ב“ה


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s