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In alten Zeiten, Juli 23, 2012, 22:14

Posted by Lila in Bloggen, Deutschland, Persönliches.
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liebe Kinder, da gab es hier was zu lesen. Ja, richtig, kaum zu glauben, so verwüstet und leer, wie es jetzt hier aussieht!

Tja, ich weiß einfach nicht, wo anfangen. Der Tod meines Vaters und meine Reise und alle ihre Erlebnisse – hm, die sind kein richtiges Blog-Material, aber es ist Zeit darüber vergangen. Ich bin seit mehr als einer Woche wieder zurück, langsam akklimatisiere ich mich wieder und verarbeite die Früchte meiner Reise.

Zuerst war ich ja fast eine Woche mit einer Gruppe israelischer Studenten unterwegs, und das war sehr, sehr interessant und lehrreich. Ich freue mich, wenn die deutschen Studenten nach Israel kommen, und bin neugierig. Man lernt ja immer noch dazu, es ist absurd  – ich war Begleiterin und habe doch so viel gelernt! Ein Höhepunkt war der Besuch eines Kindergartens – vier israelische Studentinnen, ein deutscher Student, alle aus pädagogischen Fächern – und ein deutscher Kindergarten, der ganz anders ist, als ich meinen alten Kindergarten in Erinnerung hatte. Das gegenseitige Interesse auf allen Seiten war riesengroß. Und so ein Gewimmel von zufrieden beschäftigten Kindern in einer guten Umgebung ist für mich immer eine Ermutigung und Freude. Ich hatte auch Freude an den israelischen Studentinnen, die professionelles und menschliches Interesse zeigten, und an den ebenso professionellen und menschlich warmen Mitarbeiterinnen des  Kindergartens.

Schön war auch ein Abend in einem Biergarten, als Deutschland gegen die Niederlande Fußball spielte. Die Israelis, die wohl immer gedacht hatten, Deutsche sind würdevoll wie Eulen, fanden sich nun in einer ziemlich verrückten Atmosphäre wieder. Auf dem Rückweg zum Gästehaus wurden wir umarmt und die ganze Huperei drumherum und das viele Schwarzrotgold… „Ist hier Unabhängigkeitstag?“ hatte eine Studentin gefragt, als sie die vielen Flaggen an den Autos sah. Ich war nicht weniger verblüfft als sie, denn es war das erste Mal, daß ich zu so einem Spektakel tatsächlich anwesend war.

Nachdem die Studenten abgeflogen waren (ich habe dem Flieger noch mit ein paar deutschen Studenten zugewinkt), fing der private Teil an. Ein großes Familientreffen mit viel Austausch, eine Trauerfeier für meinen Vater, eine Woche Amsterdam mit meiner Jüngsten und schließlich die Seebestattung meines Vaters an dem Ort, der ihm einer der liebsten war – so ging der Monat vorüber.

Bei meiner Mutter war es schön wie immer. Der herrliche Garten, das wunderbare Wetter, die Johannisbeeren und zu Anfang der Spargel – und das platte Land, das einen geradezu aufs Rad zwingt – das war richtig schön. Mir fiel wieder auf, wie herrlich doch so ein klarer Himmel ist, an dem sich die Wolken perspektivisch bis zum Horizont staffeln, so daß der Blick ein richtiges weites Himmelszelt sieht. Leider haben wir im Sommer meist nur einen undurchdringlich staubigen, metallisch-grellen Himmel, an dem der Blick abprallt. Meine Mutter würde sagen: und wir haben so tiefe, dicke Regenwolken, daß wir außer unseren Gummistiefeln gar nichts mehr sehen. Jedoch, ich habe mir sagen lassen, daß auch nach Deutschland eine Art Sommer zurückgekehrt ist… und als ich da war, war es angenehm, nicht zu heiß und nicht zu kalt, nicht zu trocken und nicht zu naß.

Morgens  dann der Kaffee aus Mamas phantastischer Maschine (die einen endgültig für alle anderen Sorten Kaffee verdirbt), dann ein ruhiger Blick in die kleine Zeitung  mit Nachrichten von gestern, und das war´s. Internet konnte ich nicht immer erwischen, ich wollte auch nicht immer, oder wenn, dann nur für die dringendsten dienstlichen Sachen. Daß es in Israel nicht ganz ruhig war, kriegte ich wohl mit. Syrien beschäftigt uns wohl alle – und das Dilemma, ob und wie man überhaupt eingreifen soll oder kann. Aber die große Welt ließ mich in Ruhe, und ich sie. In Amsterdam und Kiel erst recht, da war ich wie aus der Zeit gefallen.

Seit meiner Rückkehr nach Israel dann stürmen die Ereignisse wieder gegen meine innere Ruhe an – die Selbstverbrennung eines Aktivisten, der verzweifelt und hoffnungslos war, weil er zu spüren bekam, daß das sogenannte soziale Netz niemanden mehr auffangen oder halten kann. Er hat damit eine ganze Welle von versuchten Selbstverbrennungen ausgelöst, heute allein drei, und gestern ist es einem Mann auch gelungen. Er liegt nun ebenfalls im Sterben.

Nicht weit von ihm liegt der am schlimmsten verbrannte Burgas-Urlauber.  Seine zwei Freunde, mit denen er unterwegs war, sind tot, er selbst hat schwerste Brandverletzungen erlitten. Seine Eltern stehen unentwegt an seinem Bett und streicheln ihn und sprechen mit ihm. Wenn er durchkommt, dann hat er das ihnen zu verdanken – ohne die Kunst der Ärzte in Zweifel zu ziehen, die ihr Bestes tun.

Die zwei Betten auf der Intensivstation symbolisieren unsere Lage. Von außen immer noch durch Terror bedroht, von innen von sozialer Härte und immer weiter klaffenden Gegensätzen. Gewinner und Verlierer. Der Mittelstand gerät langsam an seine Grenzen. Ich verstehe nicht viel von Wirtschaft, aber das Konzept einer sozialen Marktwirtschaft leuchtet mir ein – nur haben wir sie hier nicht, sondern eine reine Marktwirtschaft mit ein paar sozialen Zugeständnissen, die man sich durch einen Sumpf der Bürokratie erkämpfen muß, wenn man sie braucht. So kann es nicht weitergehen, aber es wird wohl so weitergehen. Ein Land der Zeitarbeiter, Leiharbeiter, die so wie ich eigentlich in der Luft hängen, jederzeit entlassen werden können, keinerlei Sicherheit haben. Und dabei geht´s mir ja noch gut.

Heute wurde irgendwo im Gazastreifen eine Schule eröffnet, die, wie viele palästinensische Schulen, nach einem Terroristen benannt ist. Selbstverständlich ist diese Lappalie keine Meldung in deutschen Zeitungen wert – auch viele israelische sind bei solchen Meldungen schon abgestumpft. Ich weiß nicht, wie viel Gewicht der Name einer Schule für die Schüler hat, denn meine Grundschule hieß einfach nur Nordschule. Aber ich kann mir vorstellen, daß die Schüler einer Erich-Kästner-, Geschwister-Scholl-, Helene-Lange- oder Elsa-Brandström-Schule ihre Namenspatrone kennen und dieser Name immer einen besonderen Klang für sie hat.

Nun, die Schüler der Adnan al-Ghoul-Schule können stolz darauf sein, daß der Namenspatron ihrer Schule die Qassam-Rakete entwickelt hat und aktiv an mehreren Anschlägen beteiligt war. Er hat die Bomben für Bet Lid (1995) und den Purim-Anschlag auf Dizengoff  (1996) gebaut, zwei Anschläge, die jedem Israeli in deutlicher Erinnerung sind. Na ja, Peanuts, warum sollte eine deutsche Zeitung das erwähnen? Weil das Geld für die Schule von der UNDP kam, einer Unterorganisation der UNO? Weil Haniya, dessen Hamas eine Terrororganisation ist, auch in Augen der deutschen Regierung, die Eröffnungs-Ansprache halten durfte?

Eine weitere Meldung, die hier natürlich in den Nachrichten war, finde ich ebenfalls bisher nicht in deutschen Zeitungen. Der Ramadan hat begonnen, das haben wir wohl alle mitgekriegt. Und damit werden wieder die Serien ausgestrahlt, die man abends beim Festmahl im Fernsehen genießen kann. Die meisten dieser Serien, die wohl populärer sind als selbst die Advents-Vierteiler meiner Kindheit (welches war übrigens euer liebster?), beschäftigen sich mit der Perfidie Israels und schwelgen in Träumen, wie man den verhaßten zionistischen Feind demütigen und zermalmen kann. Ramadan karim, kann ich da nur sagen. Die Gehirnwäsche nimmt immer groteskere Formen an – die Ausschnitte aus diesen Serien waren einfach lächerlich, aber es scheint, Millionen von Menschen nehmen sie ernst. Das ist eine Tradition, von der vielleicht mancher nichts weiß.

Außerdem findet hier in Israel das albernste Geharke aller Zeiten statt. Die Kadima-Partei, die eigentlich seit ihrem Start immer nur an Bedeutung verlor, nicht gewann, zerbricht wohl jetzt in Stücke, und das sieht nicht schön aus, hört sich nicht schön an, und riechen tut es auch nicht gut. Avoda und Likud werden wohl die Reste zwischen sich aufteilen. Egal wie die Manöver in der Knesset ausgehen – ich kann mir nicht vorstellen, daß viele Leute für Kadima stimmen werden, wenn die nächste Wahl ansteht. Eigentlich schade, denn eine vernünftige, pragmatische, weltoffene Partei im Zentrum, in der weder linke noch rechte Themen tabu sind, die fehlt eigentlich. Aber so wie die anderen Versuche gescheitert ist, so geht nun auch die Kadima den Bach runter.

Ich nehme an, bis gegen Ende des Jahres oder ins nächste Jahr hinein kann sich die Regierung noch retten. Aber irgendwann gibt es Neuwahlen. Sie werden weniger drastisch vorgezogen sein als in anderen Legislaturperioden, aber bis zu Ende schafft Bibi es vermutlich nicht. Ich weiß leider nicht mehr, wer es gesagt hat, aber es trifft auf unsere Politiker zweifellos zu: sie haben eine so dicke Haut, daß sie auch ohne Rückgrat zurechtkommen.

Und sonst? Ja, sonst. Ich freu mich auf Primus und Quarta, die morgen nacht nach Hause kommen. Ich vermisse Deutschland und bin doch froh, hier zu sein. Obwohl Israel sich gerade düster und grimmig anfühlt. Ein Lichtblick: Vered bloggt.

 

Kommentare»

1. Claudia Sperlich - Juli 23, 2012, 23:10

Schön, wieder von Dir zu lesen.
Gut, zwischen den Zeilen so etwas Unverwüstliches zu lesen trotz allem.
Bei Deiner Beschreibung jener gräßlichen Fernsehserien kam mir kurz der Gedanke, was wohl zu Weihnachten im Reichsdeutschen Fernsehen (oder wie es dann hieße) käme, wenn die Nazis gewonnen hätten. Ich will es mir lieber nicht genauer ausmalen, sonst bekomme ich Alpträume mit rosa Swastiken.

2. Corinna - Juli 24, 2012, 0:05

Willkommen zurück! Schön, mal wieder etwas von dir zu hören. Corinna

3. Paul - Juli 24, 2012, 0:07

Hallo Lila,
schön wieder von Dir zu lesen.
Ein umfassender Bericht. Danke.
Leider kein Wort von Secundus. Das muss nichts schlechtes bedeuten, aber ich habe es bemerkt. Vielleicht auch deshalb, weil ich bei uns einen kurzen Bericht von der Situation an der Grenze zu Syrien gesehen habe. Der Verteidigungsminister war auch da und blickte einigermaßen sorgenvoll auf die gut zu sehenden Granateneinschläge in einer syrischen Stadt. Die israelische Armee befindet sich dort in höchster Alarmbereitschaft.
Deshalb waren meine Gedanken bei Secundus.
LG Paul

4. Georg - Juli 24, 2012, 1:23

Adventsvierteiler? Eindeutig Jack London, „Der Seewolf“, nur original mit Harmsdorf und „Lockruf des Goldes“ – wenn ich jetzt nur daran denke …

Es ist momentan alles so komplex in der Welt, dass manche Missachtungen erwähnenswerter Meldungen meiner Meinung nach nicht mal absichtlich geschehen, obwohl sie, wie du deutlich machst, wichtig wären, erst recht, da gerade erst Bundespräsident Gauck da war und medienwirksam eine Schule eröffnet hatte.

Du schilderst es so schön anschaulich: Wir haben Hoffnung, und unsere Hoffnung sind die jungen Menschen.

5. Georg - Juli 24, 2012, 1:30

Adventsvierteiler? Eindeutig Jack London, „Der Seewolf“, nur original mit Harmsdorf und „Lockruf des Goldes“ – wenn ich jetzt nur daran denke …

Es ist momentan alles so komplex in der Welt, dass manche Missachtungen erwähnenswerter Meldungen meiner Meinung nach nicht mal absichtlich geschehen, obwohl sie, wie du deutlich machst, wichtig wären, erst recht, da gerade erst Bundespräsident Gauck da war und medienwirksam eine Schule eröffnet hatte.

Du schilderst deine Deutschlandreise so schön anschaulich: Wir haben Hoffnung, und unsere Hoffnung sind die jungen Menschen.

6. Lila - Juli 24, 2012, 5:59

Danke, Paul, für die Nachfrage. Secundus ist seit drei Wochen in Hebron, und das ist nicht einfach. Anders als die Golanhöhen, aber ebenfalls schwierig.

Der Bürgerkrieg in Syrien kommt uns immer näher – gestern ist eine Mörsergranate wenige hundert Meter von der Grenze entfernt explodiert.

http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-4259505,00.html

Sie war aber wohl nicht gegen Israel gerichtet. Bisher ist die Befürchtung, Assad könnte uns angreifen, um wieder ganz Syrien hinter sich zu bringen, nicht wahrgeworden. Was auf die Dauer daraus werden soll – nun, nichts Gutes. Ich warte mit Sorge, wann Jordanien anfängt zu brodeln…. und dann sind wir irgendwann von einem Ring Moslembrüder bzw Hisbollah bzw Hamas umgeben.

Secundus kommt übermorgen fürs Wochenende nach Hause. Viel erzählt er ja nicht. Aber was er erzählt, ist einfach nur unerfreulich. Sein letztes Jahr Armee ist hart.

Tertia dagegen ist glücklich. Sie ist stolz, daß die Herkules-Flugzeuge, die als fliegende Krankenhäuser nach Bulgarien geflogen sind, von ihrer Basis gekommen sind. Sie sagt, sobald der Anschlag bekannt wurde, verwandelte die Basis sich in einen Bienenkorb. Und die Opfer waren so froh, israelische Soldaten zu sehen – Israelis verlassen sich auf niemand anders, so dankbar sie für die Freundlichkeit und den Einsatz der Bulgaren waren.

7. Dorothee - Juli 24, 2012, 10:30

Willkommen zurück, Lila!
Deine Briefe haben mir auch gefehlt!

Zu Claudia
http://www.zeit.de/2000/18/Albert_Speer_der_Komik/komplettansicht
Es gibt Versuche, diese Albträume in Literatur, Theater, Film umzusetzen. Mir war das wohl entgangen, aber gerade liest ein amerikanische Freund den Roman VATERLAND von Harris. Krimis mag ich nicht, aber vielleicht sollte man reinschauen.

8. Paul - Juli 24, 2012, 12:31

„Israelis verlassen sich auf niemand anders,“

Dieser Satz, liebe Lila, ist mir „unter die Haut gegangen“, nein, mehr, er hat mein Herz berührt.
Entschuldige bitte diesen emotionalen Ausbruch. Leider habe ich eine sehr rege Phantasie. Gerade eben, angeregt durch diesen Satz, habe ich mir vorgestellt, wie es wäre, wenn ich sagen müsste: „Ich kann mich nur noch auf mich selbst verlassen, weil ich niemanden mehr habe, auf den ich mich verlassen kann.“
Wäre das nicht schrecklich?
Aber genauso schrecklich ist es für ein Land, ein Volk, eine Gemeinschaft, wenn sie dies fühlt. Das Allerschlimmste, dieses Gefühl ist nicht einmal unbegründet.
Es sieht manchmal tatsächlich so aus, als wenn ihr ganz allein gelassen werdet.
Was in meinen schwachen Kräften steht, dass tue ich. Nicht nur, dass ich in verschiedenn Blogs mich immer wieder gegen den Antisemitismus positioniere, sondern ich bete regelmäßig zu meinem Gott, der auch Euer Gott ist, also zu unserem gemeinsamen Gott, für Israel und seine Bewohner. (Dabei ist es mir sch…egal, ob das theologisch korrekt ist. Ich mach‘ es einfach.)

9. Silke - Juli 24, 2012, 13:18

Lila
ich bekenne mich zu Voreingenommenheit und Diskriminierung

Sollte ich irgendwo in einer Katastrophe auf Hilfe warten und einen Israeli und einen Deutschen erblicken und hätte die Wahl, ich würde mich beim Israeli anstellen.

Dabei sind meine Erfahrungen mit deutschem medizinischen Personal ganz überwiegend positiver Natur, zumindest in den letzten Jahrzehnten.

10. Wolfram - Juli 24, 2012, 18:37

das Konzept einer sozialen Marktwirtschaft leuchtet mir ein – nur haben wir sie hier nicht, sondern eine reine Marktwirtschaft mit ein paar sozialen Zugeständnissen, die man sich durch einen Sumpf der Bürokratie erkämpfen muß, wenn man sie braucht. So kann es nicht weitergehen, aber es wird wohl so weitergehen. Ein Land der Zeitarbeiter, Leiharbeiter, die so wie ich eigentlich in der Luft hängen, jederzeit entlassen werden können, keinerlei Sicherheit haben.
Genau so ist es – leider. Leider, leider, leider. Und nicht nur in Israel, in Frankreich ist es nicht besser. Hier auf meinem Dörfchen gibt es zwar noch keine Zeitarbeitsagentur (oder ich habe sie noch nicht gefunden), aber überall, wo eine Arbeitsagentur ist, ist auch ein Haufen Zeitarbeitsfirmen ansässig. In Straßburg eine ganze Straße ‚runter, sinnigerweise die rue du Travail.
Und auch im kleinen Landstädtchen Saint Dié gab es davon mehrere. Richtige Arbeitsverhältnisse werden Mangelware. Und daran wird auch die neue Regierung nichts ändern.

11. Carina - Juli 24, 2012, 21:36

Liebe Lila, das mit deinem Abba tut mir natürlich sehr leid. Aber man kann lesen das du die Zeit trotztem sehr genossen hast. Ich war nun auch fast drei Monate in verschiedenen Kliniken und bis heute weiß man nicht was mir fehlt. Aber auch ich habe wieder angefangen zu bloggen, das wollte ich Dir mitteilen. http://juedisches.wordpress.com/
Liebe Grüße an Dich und deine Familie
Carina

12. grenzgaenge - Juli 25, 2012, 11:19

@Lila: Schön von Dir zu lesen 🙂

13. vered - Juli 25, 2012, 12:17

Willkommen zurück. Schön, dass du wieder da bist. Und: Danke für die Blumen!

14. Margot - Juli 27, 2012, 18:33

Liebe Lila, bei uns hat der jetzige Name des Gymnasiums für die Schüler mit Sicherheit große Bedeutung. Seit 2001 heißt es nämlich Jack-Steinberger-Gymnasium. Es wurde nach dem Nobelpreisträger für Physik Jack Steinberger (geboren 1921 als Hans Jakob Steinberger in Bad Kissingen) benannt. Jack Steinberger ist einer der Söhne des letzten Kantors hier und wuchs notgedrungen in Amerika auf. Nach dem 2. Weltkrieg kehrte er öfters nach Europa zurück, forschte u. a. auch ab 1968 an CERN mit. Inzwischen ist Jack Steinberger auch Ehrenbürger der Stadt und hin und wieder hier zu Besuch. Ich habe ihn anläßlich einiger Vorträge erlebt. Übrigens ist er ein äußerst bescheidener Mensch.
Zur Zeit haben wir interessante Gäste hier aus Israel. Eine 16-köpfige Gruppe aus dem Landkreis Tamar (einschließlich des Landrats Dov Litvinof) wird bis 31.Juli anläßlich des 15-jährigen Bestehens der Partnerschaft der Landkreise Bad Kissingen und Tamar am Toten Meer hier verweilen. Diese Partnerschaft pflegt während des Jahres stets einen regen Austausch, besonders zwischen der Jugend. Sie wird also nicht nur von den Lokalpolitikern getragen, sondern auch und gerade von der Jugend. Initiator der Partnerschaft ist Joske Ereli (geboren am 13.09.1921 als Hans Josef Ehrlich) gewesen. 1959 besuchte er erstmals seine Heimatstadt und von da an, auch mit seiner Familie, öfters. Inzwischen ist er 90 Jahre alt und wie ein Foto in der Zeitung zeigt, hat er Flug und die Feierlichkeiten gut überstanden. Bei uns gibt es wieder eine kleine Synagoge. Die beeindruckende alte Synagoge wurde leider auch im 3. Reich angezündet und dann restlos abgerissen.
Margot

15. Lila - Juli 27, 2012, 18:50

Oh, das ist sehr interessant, danke. interessant, Ehrlich als Ereli zu hebraisieren.

Ich war vor drei Wochen in Kiel. In welchem Zustand ich die alte Synagoge dort gesehen habe, möchte ich gar nicht sagen. Ich war entsetzt. Quarta hat Bilder gemacht – hoffentlich hat sie es nicht gelöscht.

http://www.flickr.com/photos/frawemedia/4206467398/

Da, guck´s Dir an, das Bild habe ich auf die Schnelle gefunden, und so sieht es immer noch aus. Mit Graffities bedeckt und halb verfallen. Busha-ve-cherpa.

16. Wolfram - Juli 27, 2012, 19:37

Das Gebäude hat von 1869 bis 1910 als Synagoge gedient und wurde verkauft, als die Synagoge in der Goethestraße eingeweiht wurde. Danach wurde es gewerblich genutzt. Im Zweiten Weltkrieg wurde es weitgehend zerstört, aber wohl nicht wegen der 30 Jahre vorher beendeten Nutzung als Synagoge, sondern durch Bombardierung.
Insofern finde ich es etwas bedenklich, von der „alten Synagoge“ zu sprechen, die seit der Kaiserzeit ein Gewerbegebäude war. Es ist doch eher eine „ehemalige Synagoge“ und eben ein im Krieg zerstörtes profanes (profanisiertes) Gebäude.
Von der Synagoge an der Goethestraße ist allerdings kein Stein auf dem anderen geblieben.

17. Lila - Juli 27, 2012, 19:47

Na gut, ehemalige Synagoge. Trotzdem kein schöner Anblick – und das mitten in Kiel, wo sonst alle Kriegsschäden beseitigt sind. Vermutlich ein privater Besitzer, der kein Interesse daran hat, Geld für den alten Schuppen auszugeben.


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