jump to navigation

Kleine Frage: lohnt sich eigentlich… Mai 26, 2012, 0:19

Posted by Lila in Rat und Tat.
trackback

… ein E-book-reader? Kindle oder sowas? Schwirrt mir gerade im Kopf rum. Ich liebe ja meine Papierbücher, aber so ein Ding, wie ich sie zunehmend zB in der Bahn sehe, das hat doch bestimmt auch seinen Nutzen? Was würdet Ihr raten, was habt Ihr, seid Ihr zufrieden, oder ist es schade um´s Geld?

Kommentare»

1. Georg - Mai 26, 2012, 0:32

Ich weigere mich strikt dagegen. Fällts ins Wasser, auf Steinboden, ist’s kaputt, einem Buch kann man seine Lesesituation ansehen und selbst der Kaffeefleck ist für mich sympathisch.

ABER: Ich bin old shool, moderne Menschen werden mir sicher widersprechen. Ich benutze auch nur ein altes Handy und kein Smartphone … 🙂

Liebe Grüße zu dir
Georg

2. Malte S. Sembten - Mai 26, 2012, 1:21

Ich habe vor, mir ein Kindle zuzulegen. Für gedruckte Bücher habe ich fast keinen Platz mehr, Klassiker sind als E-Books kostenlos und man kann günstig einzelne Geschichten kaufen (ähnlich wie man für den mp3-Player einzelne Musikstücke von Alben statt des ganzen Albums kaufen kann). Die Werke weniger bekannter Autoren, die ich interessant finde, gibt es nur als E-Books. Und die elektronische Stichwort-Suche habe ich mir bei Print-Büchern schon oft verzweifelt gewünscht.
Bis zur Stunde kenne ich nur zufriedene Besitzer eines E-Readers. Ein Problem ist aber die Kompatibilität der verschiedenen E-Book-Formate. Es gibt bisher keinen Reader, der alle Formate lesen kann – bzw. keine Formate, die für alle Reader geeignet sind. Ich bin Kunde bei Amazon und bei Thalia – beide bieten eigene Reader an, und ich glaube, die bei Thalia gekauften E-Books lassen sich auf dem Kindle von Amazon nicht lesen – und umgekehrt. Doch heißt es, dass Apps erhältlich sind, die dieses Problem lösen. Wissen tu ich’s aber nicht.
In Deutschland sind die hohen Preise für E-Books nachteilig. Das gilt aber nur für die großen Verlage. Kleine Verlage bieten ihre Books häufig deutlich billiger an als die gedruckten Ausgaben. In den USA z. B. ist das mit dem geringen Preisunterschied anders, und bei euch vielleicht ebenfalls.
Natürlich wird ein E-Reader unterwegs viel schneller geklaut als ein „normales“ Buch. Im Krankenhaus z. B. wäre ein Kindle enorm praktisch (auch wegen der Leselampe in der als Zubehör erhältlichen Hülle, die zu lesen erlaubt, wenn der Bettnachbar schläft) – doch vermutlich auch bald entwendet.
Und: Wer sich gerne Bücher von den Verfassern signieren lässt, ist mit einem E-Reader natürlich im Nachteil.

3. jens kuu - Mai 26, 2012, 1:40

Ich habe einen Kindle seit einem Jahr, bin ziemlich zufrieden. Ich nehme das Ding auf Reisen mit und lese damit auch zuhause. Für zwischendurch lese ich die gleichen Bücher aufm Telefon weiter. Ich würde den einfachsten Kindle empfehlen, den Touch habe ich ausprobiert, da ist es schwierig, ohne eine zweite Hand umzublättern.

4. heplev - Mai 26, 2012, 4:01

Lohnt sich definitiv. Problem mit Kindle: Geht nur mit Amazon. Deshalb habe ich einen anderen.
Hoch gelobt wird die e-ink-Technik, weil sie stromsparend ist. Dafür ist aber immer Licht nötig. Ich lese viel im Bett, deshalb habe ich einen, der Hintergrundbeleuchtung hat.
Dann fragt sich, ob das Teil W-LAN haben soll oder ob es reicht, dass man die Bücher über den Computer auf den Reader kopiert.
Und will man nur lesen oder auch was reinschreiben – braucht also der Reader ein Eingabefeld/Touchscreen oder nicht (wer intensiv Anmerkungen notieren will, wäre da mit einem iPad bzw. alternativen Geräten besser versorgt).
Muss sich jeder überlegen, was für den eigenen Bedarf am besten ist.
Meiner ist ein sehr einfaches Gerät, hat €59,90 gekostet und ich in sehr zufrieden. Man kann mit den meisten Readern auch anderes als E-books lesen, z.B. PDF und TXT-Dateien, manche auch DOC. Das nutze ich für selbst geschriebene Texte aus.

5. heplev - Mai 26, 2012, 4:10

Ich finde, es lohnt sich definitiv, wenn man einfach lesen will.
Für Leute, die viel Anmerkungen und Notizen machen, ist ein iPad oder sonstiges Tablet sinnvoller.
Ansonsten solltest du dich informieren, was es alles gibt und wie dien Bedarf aussieht. Kindle geht m.W. nur mit Amazon, deshalb habe ich einen anderen, sehr einfachen Reader.
Willst du e-ink-Technik (besonders stromsparend)? Dann solltest nicht im Dunkeln lesen, da muss nämlich eine Lichtquelle her.
Reicht es dir, wenn du deinen Reader über den Computer mit Stoff „versorgst“ oder willst du direkt (mit Hilfe von W-LAN) Bücher auf den Reader laden? Soll er eine Eingabemöglichkeit für Anmerkungen usw. haben?
Nach diesen Ausstattungsmerkmalen richten sich die Preise. Je mehr das Teil können soll, desto teurer wird es und desto eher lohnt sich ein brauchbares Tablet.
Das Schöne am Reader: Wenn er was taugt, kann man nicht nur E-Books/PDF lesen, sondern auch andere Formate. Ich habe immer mal wieder eigene Texte oder welche, die ich in eine Textverarbeitung kopiert habe, auf dem Reader. Meiner kann außerdem Bilder/Fotos anzeigen, Musik abspielen. Ansonsten ist er ein einfaches Gerät ohne e-ink und irgendwelchen Schnickschnack, hat €59,90 gekostet und ich genieße das Teil.

6. Carina - Mai 26, 2012, 4:22

Liebe Lila,
ich muss zugeben ich habe auch gerade zwei E-books auf meinem Tablet PC.
Aber so ein Kindle wurde ich mir nicht kaufen eben weil ich einen Tablet PC habe. Es ist schon praktisch das da 1000 Bücher drauf passen. Aber ich persönlich mache mir meine Gedanken ob die Bücher selber irgendwann out werden. Ich wurde es furchtbar finden wenn man irgendwann keine Papierbücher mehr kaufen kann und alles Elektronisch wird. Schon alleine wie ein altes Buch mit vergriffenen Seiten riecht ist es wert, einfach das Buch zu haben 🙂
Klar wenn man viel unterwegs ist, ist es praktisch seine ganze Bibliothek dabei zu haben, aber ansonsten bleibe ich lieber bei den richtigen Büchern.

7. Georg Dezsenyi - Mai 26, 2012, 6:07

Ich liebe Bücher auch, aber noch mehr liebe ich es, meine Bibliothek IMMER bei mir zu haben. Nicht zu vergessen sind die über 5.000 kostenlosen deutschen Titel und unzähligen Englische. Klassiker, für die man weder Geld noch Platz hat. Auch große PDF Files (Studien z.B.) lassen sich perfekt, ohne Computer mitzuschleppen.

Kindle oder Kindle Touch dürften momentan die Besten sein. 3G lohnt sich für Kindle nicht.

Ein „Erst“gruß aus Vienna.

PS: F: Warum gibts so viele jüdischen Geiger? A: Kann man mit einem Klavier flüchten?

8. ben - Mai 26, 2012, 7:27

Liebe Lila

Ich sehe es ganz praktisch. ueber die Jahre habe ich viele Buecher gekauft, die 1x gelesen habe und danach verstaubten diese den Raum. Ich habe diese zum Charity Shop gebracht, und die haben die fuer £1 verkauft. Meine Wohnung ist so klein und kann keine 3000 Buecher beherbergen. Also nehme ich es praktisch: Die guten Buecher (Nachschlagewerke, Kochbuecher) kommen in Papierform und die 1xLeser kommen als e-Book.

e-Books haben ein unglaubliches Potential. Bibliotheken brauchen keine Mahngebuehren mehr einklagen usw.

@Carina: ich glaube nicht, dass Papierbuecher austerben werden 🙂

9. liisa - Mai 26, 2012, 7:30

Liebe Lila,

ich war ja lange auch höchst skeptisch, was e-book-reader anging. Dann habe ich einen zu Weihnachten geschenkt bekommen (den einfachen von Kindle) und ich bin inzwischen begeistert davon. Sehr einfach zu bedienen und gerade wenn man unterwegs ist, äußerst praktisch. Wartezeiten können problemlos überbrückt werden. Ich habe ihn eigentlich wenn ich unterwegs bin immer dabei, er nimmt ja so gut wie keinen Platz weg. Da ich platzmäßig auch zunehmend das Problem hatte, nicht mehr zu wissen, wohin mit meinen Büchern, ist der Kindle auch sehr praktisch und die Bücher auf dem Kindle können auch nicht einstauben. ;o))

10. Verred - Mai 26, 2012, 7:46

Ich habe seit 2 Jahren einen Kindle und für Belletristik zu lesen finde ich das Gerät super. Pdfs für den Uni Alltag muss ich allerdings intensiv bearbeiten bevor ich sie nutzen kann (Seiten trennen, beschneiden) dafür kann ich ihn eigentlich nicht empfehlen. Meine Freundin ist auch „old school“ und lebt als Germanistin in unserer Wohnung ihren Kindheitstraum von Wänden voller Bücher voll aus… Knapp 3 Wochen nachdem ich meinen E-Reader hatte hat sie sich auch einen gekauft und ist sehr glücklich damit. Sie hat sich einen Sony Reader geholt weil der andere Buchformate lesen kann, damit könntest Du z.B. von Israel aus Mitglied der Bibliothek in Köln oder Frankfurt sein und dort Bücher leihen. Im Juni soll angeblich ein neuer Kindle kommen der ein beleuchtetes Display haben soll, ähnlich dem Nook-Glow. Wenn Du noch mehr Informationen über die Geräte oder Buchformate an sich haben willst schreib einfach mal eine e-mail, helfe dir da gerne weiter. Allerdings prophezeie ich Dir das wenn Du ein Gerät von kaufst deine Nachwuchsleseratten auch ganz schnell eins haben wollen werden 😉

11. Rico - Mai 26, 2012, 8:10

Guten Morgen,

ich habe einen Sony – seit ca 2 Jahren. Als Viel- und Schnell-Leser ist er inzwischen unverzichtbar für mich geworden. Mehrere hundert Bücher sind drauf, die ich je nach Lust und Laune lesen kann und bei denen ich vollautomatisch die Stelle wiederfinde, an der ich zuletzt aufgehört habe zu lesen. Dazu kommen etliche Bedienungsanleitungen, zB für kompliziertere Fragen einer Fotokamera, eines Outdoor-Navigationsgerätes usw, ergänzen meinen Sony.
Und ich bediene ihn (es) wie ein Buch: ein Wisch mit dem Finger ruft die nächste Seite auf. Schließlich hält der Akku bei meinem Leseverhalten keine 14 Tage, dafür geht das Aufladen schnell und kann sogar im Auto am Zigarettenanzünder erfolgen.
Mein Fazit: ich verzichte auf kein Buch aus Papier, aber auch nicht auf meinen Sony!!

Rico

12. Marlies - Mai 26, 2012, 9:57

Ich habe mich lange gewehrt, weil ich als Haptiker das Gefühl des Buches in der Hand sehr schätze. Aber die Vorteile eines ebook-readers sind fast erdrückend. Gerade für „Viel-Leser“. Irgendwann ist kein Platz mehr in den Regalen und die Bücher stapeln sich auf dem Boden.
Die e-ink-Technik ergibt tatsächlich ein Lesegefühl wie bei einem Buch. Vorteil für alle „Maulwürfe“ wie mich: Man kann die Schriftgrösse verstellen oder den Zeilenabstand vergrössern, was das Lesen erleichtert. Es ist auch kein Problem bei hellstem Sonnensein zu lesen (gut, dafür braucht man im dunkeln eine Leselampe)
Mit einem Konvertierungsprogramm wie beispielsweise „calibre“ (http://www.chip.de/downloads/Calibre_35436003.html) kann man so ziemlich jedes Format entsprechend umwandeln. Damit kann man sehr viel flexibler einkaufen. Ausserdem hilft es die e-books schön übersichtlich zu verwalten.
Ich habe seit einigen Wochen eine Kobo touch (gibt es zur Zeit für 99 Euro) (http://www.kobobooks.de/touch) und würde ihn nicht mehr hergeben. Er ist leichter als ein Taschenbuch, hat eine Rückseite, die sehr angenehm in der Hand liegt und mit einer entsprechenden Hülle fliegt der in meiner grossen Tasche rum, ohne Schaden zu nehmen (meine Bücher hatten dann schon mal kleine Macken, was ich hasse)
Ich werde auch weiterhin schöne Bücher kaufen – weil ich Bücher liebe. Aber meine Krimis oder sonstigen „Fast-food-Lesestoff“ werde ich künftig als e-book laden.

13. anti3anti - Mai 26, 2012, 10:45

Den billigsten Kindle kaufen! A must! Weiß nicht mehr, wie ich ohne ihn leben konnte. Die wichtigste Erfindung des Menschen seit der Keilschrift.
Hätte Moses ein Kindle gehabt, ihm wäre viel Arbeit erspart geblieben.
@1 Georg: Auch Steintafeln können zerbrechen!

14. willow - Mai 26, 2012, 11:30

Schön, hier mal wieder alle Argumente zum Thema zusammen mit persönlichen Erfahrungen zu lesen … ich bin da auch noch sehr unschlüssig.

Im Moment lese ich eBooks über ein 10″ Android-ICS-Tablett – für manches sehr gut, für manches wäre ein Kindle (oder ähnliches e-ink Gerät) wohl besser – in einer „hellen“ Umgebung ist es nahezu unmöglich, auf einem Nicht-eInk-Gerät zu lesen, außerdem ist für reine Texte einfach die Lesbarkeit viiiiiel besser. Dagegen punktet mein Tablett durch seine Vielseitigkeit … der Trend geht eindeutig zum Zweitgerät, vermutlich Kindle. Wenn da nur nicht die PDF-Schwäche wäre. Und Farbe ist für Vieles auch wichtig … es ist nicht einfach 😉

15. Piet - Mai 26, 2012, 12:38

Es kommt wirklich auf Einsatzort und -zweck an. Am Schreibtisch haste ggf. beschriftete und farbige Lesezeichen in den Büchern, hast mehrere Bücher gleichzeitig offen liegen und kannst schnell mal blättern. Lesezeichen hast du im e-Book-Reader zwar auch, aber es ist eine andere Art der visuellen Erfassung. Da zumindest finde ich einen e-Book- Reader eher unpraktisch, weil mir der Blick und auch die Handhabung zu eingeschränkt sind (selbst wenn man mehrere Reader dort liegen hätte).

Unterwegs aber sind e-Books wirklich klasse! Geringes Gewicht, viele Bücher dabei und gerade sonst dicke Schinken in einem handlichen Format (sehr praktisch übrigens auch beim Zeitunglesen! Also, wenn der Nachbar so einen Reader hat statt Papierzeitung 😉 ). Der Nachteil aber wiederum: Ein Buch mal eben verleihen (wenn im Urlaub ein Buch mal reihum gelesen wird) ist da eher umständlich, und mit dem anschließenden Weiterverkauf ist das so eine Sache. In der Bahn aber lesen, Anmerkungen machen und mit diesen anschließend ggf. auf dem Rechner auch weiterarbeiten zu können — ein großes Plus.

Gute Lesbarkeit, wenn du dir ein Gerät kaufst, ist (gerade bei Sonnenschein) natürlich ganz wichtig, Notizen machen zu können vermutlich auch. Da zukünftig immer mehr e-Bücher mit Multimedia-Anwendungen rauskommen werden (also Filmeinspielungen, Verlinkungen, Präsentationen, etc., was bei Fachbüchern von großem Wert sein kann), könnte auch das ein Punkt sein, auf den man ggf. ein Auge haben sollte (dann reicht aber s/w nicht aus) — nicht so relevant, wenn es nur um das Lesen „klassischer“ Bücher geht. Und davon eben auch abhängig, ob du eine 3G-Anbindung brauchst (INet unterwegs), ob WLan reicht oder ob überhaupt Internet gebraucht wird. Oder ob du dir statt eines Readers gleich ein Tablett kaufst, indem der Reader als Bestandteil schon enthalten ist.

Akku-Laufzeiten sind vermutlich nicht so sehr das Kriterium, es sei denn, mann muss wirklich mehrere Tage ohne Steckdose auskommen.

Meine Freundin, die in einem privaten Lesezirkel Unmengen an Büchern verschlingt, ist mit ihrem (auf Amazon beschränkten) Kindle sehr zufrieden, ich persönlich neige ja zum iPad. Wobei, wenn du schon ein Android-Phone hast, bei dir vermutlich eher ein Android-Tablett sinnvoll sein könnte (da kenne ich mich aber nicht mit aus).

16. Matthias - Mai 26, 2012, 13:42

Hallo Lila,
ich nutze Motoral Xoom und lese Spiegel/TAZ auf dem Tablet.
Was mir wichtig war: Die Größe des Display. Ich lade mir auch Bücher aus dem Netz und bin nicht nur auf Amazon angewiesen.
Was mich stört: Das Gewicht und die Akkuspeicherkapazität.Bei einem e-reader ist das Lesen angenehmer und Augen schonender. Aber ein Tablet ist vielseitiger (u.a. Internetzugang).
Sonnige Grüße von der Ostsee
Matthias

17. zimtapfel - Mai 26, 2012, 13:44

Ich bin da seeeehr unschlüssig. Aus einem Grund: Ich bin überzeugter Mehrfachleser, das heißt, ich lese durchaus auch gerne und oft Bücher, die sich bereits in meinem Besitz befinden und die ich schon einmal oder mehrmals gelesen habe (Bücher, bei denen ich weiß, das ich sie nicht noch einmal lesen muss, kommen direkt wieder weg. Platzsparen). Wenn ich die nun auf einem eBook-Reader lesen wollen würde, müsste ich sie ja nocheinmal als eBook kaufen – zu teuer. Genauso andersherum, würde ich auf dem Reader ein neues (nur als eBook erworbenes) Buch lesen, das mir richtig gut gefällt, dann würde ich das auch gerne als „echtes“ Buch im Bücherschrank stehen haben. Ebenfalls teuer.
(Und bei mir geht es da vorwiegend um zeitgenösische Literatur, nicht um Klassiker, die man sich kostenlos laden kann)
Gäbe es ein System, bei dem man zusätzlich zum „echten“ Buch für einen geringen Zusatzbetrag noch das eBook erwerben könnte, ich wäre sofort dabei. Oder wenn ich generell zu Büchern, die ich ja bereits besitze, das entsprechende eBook irgendwie günstiger bekommen könnte.
Allerdings plane ich sowieso, mir demnächst ein iPad anzuschaffen und werde das dann vermutlich dann und wann auch mal als eBook-Reader nutzen. Geht das mit der elektronischen Ausleihe bei öffentlichen Bibliotheken eigentlich auch per iPad, weiß das jemand?

18. cadovius - Mai 26, 2012, 14:06

Ich hatte vor zwei Monaten eine große Operation und einen längeren Krankenhausaufenthalt vor mir. Deshalb habe ich mir vorher einen Kindle (mit Tastatur zum Notizen eingeben) gegönnt und war so froh, ihn zu haben. Ich konnte ihn, selbst wenn ich ziemlich müde war, problemlos halten und hatte eine schöne Auswahl meiner Lieblingsbücher dabei (z. B. alle von Jane Austen gibt es umsonst). Was für mich noch ein Bonus war: ich bin ein Typ, der gerne im Liegen liest und hatte bei dicken Büchern oft das Problem, dass ich damit gekämpft habe, sie mit einer Hand offen zu halten – das ist mit dem Kindle natürlich überhaupt kein Problem. So habe ich mir gleich alle meine dicken Lieblingsbücher der Autorin Dorothy Dunnett auf den Kindle geladen. Dazu gibt es gratis ein amerikanischen und ein englisches Wörterbuch und man kann bei unbekannten Vokabeln das jeweilige Wort einfach anklicken und wird zu dem entsprechenden Eintrag im Wörterbuch gebracht. Da ich auch ein Platzproblem mit meinen Büchern habe wie so viele hier, finde ich es einfach toll, keinen weiteren Platz mehr zu brauchen. Wann immer man Koffer packen muss, hat man mit dem Kindle den gesamten Platz für Bücher gespart. Und was noch wichtig ist, die e-ink-Technik Reader (gibt’s nicht nur von Amazon) können auch problemlos und ohne die Augen zu blenden im hellen Sonnenschein gelesen werden. Allerdings eignet sich der nur schwarz-weiß anzeigende Kindle nicht für farbige Bildbände, was ich doch bedaure.
Also werde ich Bildbände und besonders tolle Bücher weiterhin kaufen und ins Regal stellen – muss mal wieder durchsortieren… 🙂

19. Stephan - Mai 26, 2012, 14:44

Ich bin einerseits vom (billigsten) Kindle ob seinem die Augen schonenden und bei Sonneneinstrahlung lesbaren E-Ink-Display total begeistert, andererseits hat mich mein Körper gestern, als ich nach drei Wochen Gadget-Verliebtheit wieder ein richtiges, gebundenes Buch in die Hand nahm, wissen lassen, daß ihm etwas gefehlt hat.

Die Abhängigkeit von amazon ist vor allem eine Frage des Datenschutzes und der Privatsphäre. Mit geeigneten Programmen (z.B. calibre) lassen sich E-Books anderer Formate konvertieren ins .mobi-Format, das der Kindle versteht. Der Transfer kann per USB-Kabel und muß nicht zwingend via amazon erfolgen. Beim Synchronisieren bekommt amazon natürlich mit, was man auf dem eigenen Gerät gespeichert hat.

Bei Isa gab es vor einem halben Jahr übrigens eine sehr ausführliche Diskussion der Vor- und Nachteile.

20. Lila - Mai 26, 2012, 15:05

Oh Mann, hätt ich mal nicht gefragt… ich will jetzt auch einen… weiß nur noch nicht, welchen. Na, Geld hab ich sowieso nicht, aber wenn ich mal wieder welches haben sollte…

Ich bin doch immer so lange mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs – drei Stunden hin, drei Stunden zurück, das ist länger, als ich arbeite. Ich mach es automatisch und wie im Schlaf, lese dabei, häkele und höre Musik, aber die Schlepperei mit den Büchern ist mir zuviel.

Meine Kunstbücher brauch ich farbig, und ich brauche sie in Papierform, eben wegen der Vergleichstapel auf dem Schreibtisch und den bunten Fähnchen und so weiter. Aber Bücher, die ich nachts und unterwegs verschlinge….?

Die Diskussion bei Isabel ist sehr interessant.

Ich glaube, das wäre was für mich. Ich lese doch eigentlich immer.

Noch was: mir gefällt sehr, daß auch E-Leser dem gedruckten Buch auf Papier die Treue halten und es nicht aussterben sehen, sondern es eher so ist, daß sich die beiden Lesetechniken ergänzen. Das ist ja nicht bei allen neuen Technologien so – die Email hat den Brief oder die Karte ziemlich verdrängt, die Präsentations-Software hat die guten alten Dias obsolet werden lassen, und keiner hört mehr Langspielplatten in meiner Welt.

Aber bei Büchern scheint es, so mein Eindruck, eine persönliche Balance zu geben. Die meisten bewegen sich hin und zurück, oder? Und gerade die hoffnungslosen Bibliomanen scheinen besonders begeistert zu sein.

Das klingt alles sehr gut.

Ich werd mich weiter informieren. Wie schön, daß ich arm bin und damit im Moment nicht zu entscheiden brauche 😀

21. yenz - Mai 26, 2012, 16:30

Es lohnt sich auf jeden fall, das tollste an den Dingern ist sie sind so leicht; die dicksten Schmöcker immer dabei :).

Ich empfehle dir beim MexxBooks bücherclub mitglied zu werden. http://www.mexxbooks.com/

Für 30 Euro/Jahr hast du dort zugriff auf eine riesen Auswahl deutscher und englischer ebooks.

Und die Kindle selber sind über sie sogar günstiger als bei Amazon direkt.

22. cadovius - Mai 26, 2012, 17:37

Ja, ich kaufe natürlich weiterhin Bücher; als Nachkriegskind steckt in mir immer noch die anerzogene Sorge, es könnte ja mal einen langen Stromausfall geben und da bei mir der Akku keineswegs einen Monat hält, auch wenn ich den Internet-Zugang abschalte, könnte ich dann ja überhaupt nicht lesen. Außerdem nervt es manchmal, dass man nicht wirklich bequem blättern kann, wenn man bei einer bestimmten Stelle nochmal was nachsehen möchte. Jedenfalls tolle Bücher und natürlich alle Kunstbände usw. würde und werde ich auch weiter kaufen.

23. kaltmamsell - Mai 26, 2012, 20:31

Seit Weihnachten habe ich mein Kindle (Verzeihung, ich MUSS das immer schwäbisch aussprechen), und bei allen neuen Büchern, die ich lesen möchte, checke ich erst mal, ob es sie auch elektronisch gibt – der Anteil ist noch enttäuschend gering. Denn das Lesen ist ganz wunderbar auf dem Gerät, und seit ein paar Jahren möchte ich meinen dinglichen Besitz so gering wie möglich halten.
In meiner Leserunde stellte sich schnell ein weiterer Vorteil heraus: Die Suche erleichtert das Nachschlagen bestimmter Textstellen und Passagen erheblich.
Wie auch die anderen Befürworter hier in den Kommentaren kaufe ich weiter Gedrucktes – wegen der Bilder, weil ich die 13 Vorläuferromane auch schon gedruckt besitze, weil es keine elektronische Version gibt. Doch so oft wie es geht als E-book. Dass ich dafür allerdings fast so viel zahle wie für das Druckwerk, empfinde ich als Unverschämtheit.

24. Silke - Mai 26, 2012, 23:13

sehr interessant

zwei Abers:

Wenn ich irgendwo mit meinem Taschenbuch abhänge, muß ich mir kaum Sorgen machen, daß es geklaut wird. Ich kann es also, wenn ich für den nächsten Drink an die Theke gehe, ruhig auf’m Tisch liegen lassen. (würde ich viel Bus und Bahnfahren, hätte ich mir vermutlich lang lang lang einen zugelegt)

In einer Radiosendung habe ich neulich gehört, daß man das Konto/den Back-Up, das/den Amazon anscheinend von Gekauftem anlegt, nicht vererben kann. Soweit ich es verstanden habe, ist es noch unklar, ob wenn der Erbe den Kindle weiternutzt oder irgendwohin kopiert, er was Unrechtes tut. So wie ich es verstanden habe, schien mir die Situation äußerst undurchsichtig und daher wird es vermutlich, so mal ein Erbe Lust auf nen Prozess haben wird, lustig werden.

Denn eigentlich iss es ja ein Unding, daß ich ein Bankschließfach mitsamt Inhalt erben kann, aber kein Amazon-Konto. Außerdem, egal wieviel Bücher ich nach Lektüre entsorge, sie von vornherein als Wegwerfartikel kaufen, dagegen wehrt sich was in mir.

25. heplev - Mai 27, 2012, 8:14

@Zimtapfel: >>Wenn ich die nun auf einem eBook-Reader lesen wollen würde, müsste ich sie ja nocheinmal als eBook kaufen<<
Wieso das denn? Doch nur, wenn du sie nach dem Lesen wieder löschst, was du hoffentlich nicht machst, wenn das Buch gut ist.
Das kannst du aber auch umgehen, wenn du über den Computer arbeitest. Alle E-Books, kannst du über ein Adobe-Programm (kostenlos) downloaden, Adobe Digital Editions, dann sind sie in einer Bibliothek erfasst und können auf den E-Book-Reader kopiert werden. Ich habe übrigens gerade einen neuen Rechner und die Daten vom alten problemlos rüber kopieren können.
@Silke: Wer mit Digital Editions arbeitet, kann die Bücher auch "vererben". Ich kann von Anfang an bis zu 6 Geräte anmelden und jedes Jahr ein weiteres dazu. (Zusatzspeicher im E-Book-Reader sind jeweils ein eigenes Gerät.) So könnte ich derzeit meinem Vater – stolzer Besitzer eines nagelneuen E-Book-Reader 3.0 von trekstore, das nutze ich auch) meine Bücher ebenfalls aufspielen, wenn er damit vorbei kommt.

26. heplev - Mai 27, 2012, 8:19

@Kaltmamsell: Das „Preis-Problem“ ist wohl typisch deutsch. Allerdings habe ich bei Thalia und anderen oft schon festgestellt, dass die Bücher als e-book doch günstiger sind, wenn auch nicht allzu viel. In anderen Ländern soll das anders sein. Lila, du kannst ja mal bei Steimatzki auf der Homepage nachsehen (oder im Laden fragen), wie die es mit E-Books halten.
Eine ganze Reihe E-Books haben übrigens inzwischen auch die Bilder, die sie in der gedruckten Ausgabe führen; besonders die Umschläge kommen meist als Bild mit. Da lohnt sich dann ein Gerät, das Farben anzeigt (wie meines, auf dem ich auch Fotos speichern kann).
Übrigens sitze ich nicht gerne in der prallen Sonne, da ist das mit der Lesbarkeit erst gar kein Problem.

27. Silke - Mai 27, 2012, 13:33

heplev

Lebende vererben nix, die machen ein Testament, in dem drin steht, wer erben soll. Wenn sie Zeugs vor ihrem Ende weiter geben, nennt man das wohl eine Schenkung und das ist es, vermute ich mal, was Du im weitesten Sinne Deinem Vater „antust“.

Das stimmt natürlich nur, wenn meine Annahme, daß Du noch im Hier und Jetzt weilst. 😉

28. frauindica - Mai 27, 2012, 14:27

Ach, wie praktisch, dass du die Frage gestellt hast, Lila. Ich überlege mir derlei Anschaffungen natürlich auch, denn das mit den Bücherstapeln auf Kurzreisen und so, das kenne ich ebenfalls …

Ich behaupte ja auch, dass der Auszug aus der Ewig-Wohnung in Berlin durch mein Unterbewusstes beim Anblick der vollen Regale automatisch verhindert wird – und wirklich nicht jedes Fast-Food-Buch muss hinterher mein Regal vollstellen.

Hat einer der Mitlesenden vielleicht auch noch einen Tipp, was die Lesbarkeit im Hinblick auf Schriftvergrößerung und Kontrast angeht? Meine Tante, die leider immer weniger sehen kann, überlegt, auf einen E-Book-Reader umzusteigen und bat mich, ihr bei der Recherche zu helfen. Ich denke, sie müsste mit einem Reader, mit dem sie sich die Schrift so groß ziehen kann, wie sie’s braucht, ihre Bettlektüre wieder aufnehmen können. Weiß jemand dazu was aus eigener Erfahrung oder Eltern-Beobachtung beispielsweise?

Ja, die Diskussion bei Frau Isabo hat mich auch schon vor einigen Monaten inspiriert.

29. zimtapfel - Mai 27, 2012, 16:36

@heplev:
„@Zimtapfel: >>Wenn ich die nun auf einem eBook-Reader lesen wollen würde, müsste ich sie ja nocheinmal als eBook kaufen<<
Wieso das denn? Doch nur, wenn du sie nach dem Lesen wieder löschst, was du hoffentlich nicht machst, wenn das Buch gut ist."

Na, weil ich Bücher, die ich gerne mag a) auch in echt in meinem Bücherregal stehen haben möchte, wenn ich sie denn zuerst als eBook hatte und weil ich sie b) wenn sie bereits (seit Jahren) in meinem Bücherregal stehen, dann mit dem eBook-Reader vielleicht auch einmal in elektronischer Form mitnehmen wollen würde.

Ähm, ich seh gerade, das ich mich in obigem Beitrag verschrieben hatte, bzw. einmal zu oft eBook geschrieben habe, wo eigentlich das "echte Buch" hingehört hätte.
So kommt der Satz vielleicht verständlicher:
"Wenn ich die nun auf einem eBook-Reader lesen wollen würde, müsste ich sie ja nocheinmal als echtes Buch kaufen"

Keine Ahnung, ob das für andere so nachvollziehbar ist, aber ich möchte im Prinzip gerne – wenn ich denn dann einen Reader habe – von allen Büchern, die sich in meinem Besitz befinden, die elektronische und die Papierform haben. Und das eben am liebsten, ohne deshalb jedes Buch zweimal kaufen zu müssen.

Ein bißchen wie bei meinen CDs: Die stehen seit Ewigkeiten als CD im Regal. Werden ab und zu in die Anlage geschoben und abgespielt. Und gibt es seit einigen Jahren iPod, MP3-Player & Co, um die CD damit nutzen zu können, muss ich sie auf meinen Rechner ziehen und von da auf den iPod schieben und habe sie dann da in elektronischer Form verfügbar und kann sie überall hin mitnehmen, ohne dafür einen riesigen CD-Koffer mit mir herumzutragen. Genauso würde ich das mit meinen Büchern auch am liebsten machen, aber tja, das geht ganz so einfach wohl nicht…

30. Silke - Mai 27, 2012, 18:45

Zimtapfel

Du sprichst mir aus der Seele, ach was aus mehreren Seelen aka allen, die ich zur Verfügung habe. Ich will auch beides, zum Hin und Her-Hüpfen und ich will auch klare Rechte, wieviel ich zitieren darf, denn hätte ich ne elektronische Version, wollte ich das natürlich gern tun, viel öfter als ich mich dazu aufraffe, aus nem Buch abzutippen.

Solange ich zum Wählen gezwungen bin, werde ich mich also verweigern, zumal mir Safari mit der Reader-Option jetzt eine tolle lesegerechte Form am Schreibtisch anbietet, aber eben nur am Schreibtisch

Wenn ich’s recht überlege, wäre eigentlich das Ideale wenn ich gutenberg.org so vergrößert, wie ich es gern habe auf irgendwas handheld (für ins Bett) bekommen könnte und von da aus per Fernbedienung scrollen.

31. Lila - Mai 27, 2012, 23:09

Ich habe mir probehalber Kindle für PC und Kindle für Android runtergeladen und labe mich an den diversen Klassikern, die man umsonst lesen kann. Gleichzeitig habe ich eine öffentliche Absichtserklärung abgegeben, um meinen vielgeplagten Mann mental darauf einzustimmen, daß ich zum ersten Mal in unserer Karriere ein elektronisches Dings will und er nicht.

Um Gutenberg im Bett lesen zu können, würde ich ein Tablet vorschlagen, oder einen Laptop mit Kindle für PC drauf, so wie ich das gerade mache, mit Stifter, Storm und Wilhelm Raabe. Die englische Gutenberg project-Seite erlaubt Runterladen in allen möglichen Formaten, auch deutscher Texte. Und bei Amazon werfen sie einem auch alle möglichen Schätze hinterher.

Außerdem habe ich die Fortsetzungsbände vom Trotzkopf entdeckt, die mir in meiner Jugend entgangen sind. Jetzt kann ich endlich herausfinden, ob die arme Ilse den blöden Leo Gontrau zum Mond geschossen hat.

32. Marlies - Mai 27, 2012, 23:27

Hallo Lila,
ich bin nicht nur ein grosser Fan von diesem blog, sondern ich habe auch Ilse Mackets Leben verfolgt. Und der Satz, dass es die Fortsetzungsbände vom Trotzkopf als e-book gibt, hat mich elektrisiert (auch wenn ich weiss, wen sie geheiratet hat). Bitte, wo kann man die finden?
Ich habe zur Kommunion damals vor mehreren Jahrzehnten den dicken Band mit allen Büchern bekommen. Eigentlich wäre es an der Zeit, sich die mal wieder zu gönnen.
Aber es wäre viel bequemer, die auf dem Kobo zu lesen.
Ich finde zwar den Bildschirm meines Mac sehr augenfreundlich, aber lesen kann ich mit dem Kobo doch bequemer.
Er ist kleiner, leichter und diese e-ink-Bildschirme sind sagenhaft
lieben gruss

33. Silke - Mai 28, 2012, 0:15

Lila

danke für die Beratung, aber im Bett lesend liege ich flach (anderes mag meine Bandscheibe nicht), auf’m Rücken oder auf’m Bauch und ich habe mir gleich als er kam, eine iPad Attrappe gebastelt, ist es nicht, zu schwer zu klobig.

Aber wenn Du auf’m Gutenberg Trip bist. Falls Du da nicht findest, was Du suchst, nähster Schritt ist, die Wikipedia Links abklappern. Es gibt Komplett-texte an vielen Stellen. Und falls da nix ist, googeln, falls das Copyright alle ist, gibt es garantiert irgendwo ne Uni, die den Text hat.

Hier z.B. der Text an ner ganz jwd Stelle, an den ich mich erinnerte, als Du von den Hunger Games erzählt hast, aber Achtung, nur am helllichten Tag in behaglicher Umgebung lesen.

http://www.classicshorts.com/stories/lotry.html

und hier ist sie auch noch ganz ausgezeichnet vorgelesen

34. Lila - Mai 28, 2012, 0:28

http://www.gutenberg.org/ebooks/search/

Such einfach nach Trotzkopf, dann kommen die autorisierten Nachfolgebände – ich glaube, es war Emmy von Rhodens Tochter oder so, die daran weitergeschrieben hat.

Hier sind ebenfalls unten die Links:
http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Trotzkopf

Ich war vor ein paar Jahren in Eisenach, leider wußte ich da nicht, daß das originale Mödersche Pensionat ganz in der Nähe vom Lutherhaus war – da waren wir nämlich. Natürlich wäre ich bestimmt enttäuscht vom Garten des Pensionats gewesen, den ich mir als Kind sehr prächtig vorgestellt habe.

Vor einem Jahr habe ich meiner Jüngsten ausgewählte Stückchen aus dem Trotzkopf vorgelesen. Was ich als Kind noch hingenommen habe, nämlich daß ein Mädchen doch lernen muß, sich wie eine feine Dame zu benehmen, hat bei ihr ungläubiges Entsetzen ausgelöst. Das Abenteuer allerdings mit den Äpfeln hat Bestand, die Englischlehrerin im Räuberlook fand auch sie komisch (ich habe die alte Ausgabe mit den wunderschönen Illustrationen von Koser-Michaelis).

Ich habe von meiner Mutter und meiner Tante ganze Regale von Mädchenliteratur geerbt, die alle das Thema „der Widerspenstigen Zähmung“ populär abhandelten. Neulich noch dachte ich im Bus darüber nach, wie die Erfindung der Antibiotika doch einem Motiv der Mädchenliteratur den Todesstoß versetzt hat: der erzieherisch wohltätigen Lungenentzündung.

Wie oft siechen doch in Mädchenbüchern die Kinder sorgloser Mütter oder aber aufopferungsvolle Mütter an Lungenentzündung dahin! Agnes Niepels Tochter und die Prell-Kinder in Pucki, die kleine Lilli im Trotzkopf, der Neffe von Mamsell Übermut, bei Goldköpfchen ist sie selbst es, die durch den Leichtsinn ihres Stiefsohns schwer krank wird, und die edle Elke pflegt ein von seiner herzlosen Mutter verlassenes Kind bis zum Tode. Ein ganzes Genre, dahingerafft vom Penicillin. Womit soll man die pflichtvergessene Mutter heute geißeln?

Ich bin zwar nicht mehr so erzogen worden wie Goldköpfchen und Co., aber ich glaube, die eifrige Lektüre dieser Bücher hat mich doch geprägt. Kritiklos wie ich bin, habe ich diese Heldinnen auf dem Weg in die Unterwerfung beifällig begleitet und mir nur gewünscht, selbst ähnlich opfermütig zu sein. Nur das Nesthäkchen behielt die Konturen ihres Charakters vor der Eheschließung und verwandelte sich nicht in eine Heilige.

Doch von Ilse hätte ich mehr erwartet als die Eheschließung mit dem ersten Mann, der ihr auf dem Weg vom Pensionat nach Hause begegnet. Und das Fräulein Güssow mit dem muffigen Onkel. Schlimm, schlimm.

Meine Heldin, die mir lieber war als die verwöhnte Ilse, war immer Nellie. Ihre Tränen, als sie zu Weihnachten beschenkt wird, was sie gar nicht erwartet hat, kamen mir immer echt vor – ich bin nicht verwundert, daß sie einer echten Freundin nachempfunden ist. Sie kam mir immer am lebendigsten vor.

35. Georg - Mai 28, 2012, 0:28

Das hatte ich mir schon gedacht, dass in einem elektronischen Weblog, welches ich ja auch via Notebook besuche, die Fraktion der Tenikfans sehr hoch ist, doch 99 % hätte ich nicht vorhergesagt 🙂

Als Cineast bewege ich mich aber sehr ähnlich wie hier beschrieben: Zuerst lade ich mir Filme herunter und nur die, die mir gefallen, behalte ich auf Festplatte. Bei den Filmen, die ich ganz besonders schätze, und die ich voraussichtlich mehrmals sehen werde, kaufe ich mir sogar zusätzlich die DVD. Das kommt also dem elektronischen Leseverhalten der hier schreibenden Menschen sehr nahe, wenngleich ich keinen Film mobil anschaue und die Hardware sogar ziemlich groß und sperrig ist.

Bei Musik entspricht mein Benutzerverhalten identisch dem des elektronischen Leseverhaltens; seit Jahren kaufe ich keine Musik-CDs mehr; gibt’s die überhaupt noch?

Da ich aber nie mit dem ÖNV unterwegs bin und zur Arbeit mit dem E-Bike fahre, lese ich entweder auf Arbeit oder zu Hause in meiner Freizeit. Somit fallen sämtliche Vorteile der Gewichtsersparnis etc. für mich weg.

Also in unterschiedlichen Situationen, mit unterschiedlichen Medien jeder wie er will.

Aber ich möchte noch einen Einwand gegen elektronische Literatur einwerfen, den ich nicht unwichtig finde: Angenommen die Vorteile des elektronischen Buchs überwiegen so wie hier auch von fast allen beschrieben wird, führt es dann nicht zwangsweise zum Verschwinden gedruckter Bücher? Vielleicht nicht heute aber spätestens Übermorgen? Oder es werden wenige Bücher gedruckt aber die sind dann so teuer, dass sie sich nur reiche Leute kaufen können. Und wie wäre es zu bewerten, wenn Kinder aufwachsen ohne je ein Buch aus Papier gelesen zu haben? Zu Büchern, die mir in meinem Leben wichtig waren, baue ich ein emotionales Verhältnis auf. Der Geruch, die entstandenen Flecken usw. das hat alles eine positive Bedeutung. Ein Leben ohne Bücher aus Papier kann ich mir gar nicht vorstellen – obwohl Zigtausend Jahre lang vor Gutenberg das Leben ohne Bücher normal war.

Also ich bleibe da ziemlich zwiegespalten.

36. Lila - Mai 28, 2012, 0:45

Nein, Bücher werden nicht verschwinden, das glaube ich nicht. Und bei dem galoppierenden Preisverfall, der in den letzten Jahren zu beobachten ist (und zu dem Leute wie ich, die auf Internethandel angewiesen sind, noch beitragen), glaub ich auch nicht, daß sie viel teurer werden – aber da kann ich mich täuschen.

Es gibt keinen Ersatz für das Bilderbuch auf den Knien der Mutter abends im Bett und keinen für prächtige Bildbände und für ererbte Klassiker, in denen noch die energische Schrift meines Großvaters prangt.

Interessanterweise sind es ja gerade die Bücher- und Lesefans, die sich für diese Geräte begeistern. Und die sind der Garant für die Lesekultur. Wer keine Bücher liest, der liest auch nicht mit Kindle, der sieht gleich den Film oder lebt ohne.

Ob die Leseratten der nächsten Generation auf das Gefühl verzichten wollen, Papier in der Hand zu halten? Das glaube ich nicht.

Ich würde zu gern mal eine Studie darüber lesen, wer E-book-reader kauft – wie viele Bücher diese Leute schon zuhause haben, und wie viele sie nach Erwerb des Geräts kaufen. Ich glaube, das sind die Säulen des Buchhandels, Leute, wie sie sich hier zu Wort gemeldet haben, die die Wände schon voll Bücher haben und nie in Urlaub fahren, ohne säckeweise Bücher mitzuschleppen und doch auf dem Flugplatz zuerst mal in die internationale Buchhandlung tigern.

Ich kaufe viele Bücher second hand – aus Neigung und Notwendigkeit. Egal ob ich mir ein Gerät zulege oder nicht – ich werde weiter Bücher kaufen. Und ich habe das Gefühl, die schwer infizierten Leseratten der nächsten Generation sind genauso stolz auf ihre Regalreihen wie ich. Das herrliche Gefühl, das soeben gekaufte und gelesene Buch mit Namen und Datum versehen an seinen Platz zu stellen – das ist doch nicht zu ersetzen.

Wie schwer oder dünn, rauh oder glatt das Papier ist – ob das Buch zerlesen ist, alte Anmerkungen trägt, mit Zettelchen versehen ist, das gehört doch alles dazu. Ich notiere ja, seit ich 13 oder 14 bin, hinten im Buch das Lesedatum und kurz ein paar Eindrücke. Mein Gott, wie oft hab ich den Nachsommer gelesen, er begleitet mich mein Leben lang, und an meiner sich wandelnden Handschrift hinten im alten Taschenbuch lese ich das ab.

Und wie freut man sich doch, wenn man Bücherjäger besucht und die Regale abgeht. So so, die hat so viele Russen! Man kann wie Jahresringe die Interessen ablesen, die ein Mensch mal hatte. Ich mag deswegen übrigens My Library so gern, ich stöbere furchtbar gern in anderleuts Büchersammlungen rum….

Am besten wäre es tatsächlich, wenn man beide Fassungen gleichzeitig erwerben könnte. Für Regal, Kritzeleien und Badewanne das gedruckte, für Busfahrt und Urlaubsreise das elektronische.

37. Marlies - Mai 28, 2012, 0:48

Vielen Dank, ich habe die drei Fortsetzungen schon heruntergeladen (den ersten Band habe ich heute Nachmittag – Zufall – auf meiner Gutenberg CD entdeckt und konvertiert – und in mein Calibre einsortiert mit Umschlagbild und Sortierung in Buchreihen.

Pucki kenne ich auch – und du sprichst mir mal wieder aus dem Herzen mit den Beurteilungen dieser auf „gute Ehefrau und Mutter“ -Figuren.

ich habe (pst, alle anderen mal weghören) eine geheime Schwäche: Ich liebe die Bücher der Marlitt. Einer der Gründe zur Anschaffung eines e-book-Readers war der Umstand, dass im Gutenbergprojekt alle zwölf Bücher in der vollständigen Originalversion zu haben sind. Ich habe zwar vor fast zwanzig Jahren in Sachsen alle zwölf Bände als „beschädigte“ Taschenbücher erstanden, aber dann feststellen müssen, dass es eine „überarbeitete DDR-Zensur-Version war…

38. Lila - Mai 28, 2012, 1:14

Sind die gut? Süßlicher als Storm in einigen seiner Novellen kann sie eigentlich nicht sein. Storm, so gern ich ihn mag, hat einige seiner Geschichten mit Pappkameraden ausgestatten, neben denen sich Nellie Grey richtig lebendig ausnimmt. Oh, warte, Goldelse – die kenne ich. Leider war der Held nicht mein Typ…. 🙂 und ich hätt gern mehr über die geheimnisvolle Berta gewußt als über die Else.

Das ist eine alte Schmökerkabinett-Ausgabe, die ich habe. Aus der Reihe habe ich auch die Buchholz und noch irgendwas.

Ich lese auch Fanny Lewald und Sigrid Undset und diese ganzen am Rande der Trivialliteratur dahinschlitternden Frauen, die über Frauen schreiben. Finde ich interessant, ebenso wie die Generation vor ihnen. Das ganze 19. und frühe 20. Jahrhundert finde ich spannend. Das ist mir irgendwie nah.

Auch Gustav Freytag und Felix Dahn und so weiter – die habe ich als Kind kennengelernt und lese sie immer noch gern.

Und gerade wenn man sich, wie ich, fürs Alltagsleben interessiert, gibt einem so ein plot-und Charakter-getriebenes Buch oft mehr Material als die Ganz Große Literatur.

Also, her mit den Marlitt-Empfehlungen.

39. Georg - Mai 28, 2012, 1:17

So wie du es schreibst, wäre es gut; heute würde nur die magische Glaskugel uns die Zukunft des Buchs verraten.

Schön wie du es beschreibst: Die mit der Persönlichkeitsentwicklung einhergehende Veränderung der Schrift in den Anmerkungen, die meterlangen Regalreihen, in denen man selbst 20 Jahre lang unbeachtete Bücher aufs Stichwort fast mit dem Finger antippen kann (da ist die elektronische Suche nix gegen ^^) – all das sind emotionale Momente, auf die ich ohne Not nicht verzichten möchte.

Übrigens, nur mal am Rande; die meisten meiner Papierbücher sind fleddrige Taschenbücher, mehr konnte ich mir nie leisten, aber zum Beispiel habe ich die komplette Reihe „Billige Bücher“ des Aufbauverlags, Berlin (Ost), und selbst die aus den 50er Jahren sind immer noch verhältnismäßig in Ordnung. Die westlichen Taschenbücher insbesondere die von Rowohlt (rororo), sind bereits ab den 1980er Jahren heute fast alle kaputt, das Papier vergilbt, ein neuerliches Lesen (hab’s letztens mal gemacht) geht nur mit einer Rolle Tesafilm dabei. Also die Haltbarkeit ist sicher wieder ein Argument für elektrische Bücher.

Hoffen wir mal, dass es so kommt wie du es beschrieben hast, das wäre dann wirklich gut für alle.

40. Marlies - Mai 28, 2012, 1:26

Ich liebe natürlich die Reichsgräfin Gisela
und Das Geheimnis der alten Mamsell
und Die zweite Frau
und Das Eulenhaus

Die Guten sind so gut, dass man es kaum aushalten kann und die Bösen sind so richtig gemein
Und wenn man die erste Seite aufschlägt, weiss man, dass es ein gutes Ende nehmen wird – es gibt Tage, da brauche ich diese Gewissheit.

Ich finde die Toleranz, die sie in ihren Romanen hoch hält erstaunlich, wenn man bedenkt, wann die Bücher geschrieben wurden. Sie prangert die Bigotterie der katholischen Kirche und die Frömmelei und die Selbstherrlichkeit allzu „frommer“ Seelen an. Beachtlich, wie wenig sich doch geändert hat….

hm, im Gutenberg.org habe ich nur ein Buch gefunden

http://www.gutenberg.org/ebooks/25011

ich habe mir hier für 30 Euro die CD gegönnt

http://gutenberg.spiegel.de/

weil ich festgestellt habe, dass auf gutenberg.org nicht alle Bücher zur Verfügung stehen

Da ich ein technischer DAU bin, habe ich keinen Plan, ob es eine Möglichkeit gibt, dir die Dateien zukommen zu lassen

41. willow - Mai 28, 2012, 11:14

Nun Lila, ich würde dir dringend empfehlen, die 3 „Grundvarianten“ von Kaufkandidaten einfach mal selbst „anzufassen“ – denn als Mitnehm-Lesegeräte gibt es ja diese e-ink-Geräte (z.B. Kindle / Kobo & Co.) mit gestochen scharfe Schrift, dann diese farbigen Teile (http://www.hugendubel.de/1/ebook/ebook.html?wea=8150147 ) von denen ich mir auch mal anschauen möchte wie die Lesbarkeit ist und letztlich Tablets (iPad oder Android) die wenn mit gutem Display ausgestattet (beim iPad Standard, bei den Androiden gibt es sehr gute und nicht so gute, die sind dann aber eben billiger) – wobei Pads nicht nur meist *wesentlich* schwerer sind, sondern auch bei spartanischer Ausstattung um ein Vielfaches teurer sind als reine Lesegeräte. Dafür können sie aber auch deutlich mehr und es gibt die auch mit 10″ Bildschirm 😉 Lustige Dinger, aber eben keine „richtigen“ Lesegeräte.

Wie gesagt, schau dir die Dinger einfach mal im Laden an und bilde dir ne Meinung. Vielleicht kaufst du ja in Deutschland, dort iss vermutlich billiger …

42. Silke - Mai 28, 2012, 12:08

aber hier ist doch die komplette Marlitt
http://gutenberg.spiegel.de/autor/399

oder ist da irgendwas mit dem Format.

Übrigens bevor Ihr Euch allzu schaudernd von der alten Weiblichkeit abwendet, ich habe den Verdacht, daß die noch nicht dem derzeitigen Idealbild (voll depiliert auf Superstöckeln und runtergehungert auf Größe Zero sein mußten). Ich habe kürzlich das Hörbuch zu Bonjour Tristesse gehört. Da wird die Gute ständig gemahnt, sie sei zu mager, sie müsse etwas zunehmen. Zu der Zeit war, so erinnere ich es auch, gerade richtig gefordert.

Kann es sein, daß mit den Freiheiten die Anforderungen auch gewachsen sind?

Natürlich würde ich selbst jederzeit für die Freiheit optieren und mich nicht erst runterhungern, um mir dann Zeugs in die Brüste operieren zu lassen. (Fotos von Kate Moss in zwei Pirelli Kalendern gaben mir die Idee). Doch ganz würde ich mich dem gängigen Schönheitsideal wohl nicht entziehen können, wollte ich es in einer Verwaltung zu etwas bringen. Also versuchen, das Beste von 2 Welten zu kriegen, aber Zoff wär’s immer noch.

Ich habe gerade die Daten gecheckt – gibt es eine Verbindung zwischen Marlitt wider die katholische Kirche und dem Kulturkampf? Laut meiner US-Historikerin war das wirklich nicht schön.
http://en.wikipedia.org/wiki/Margaret_L._Anderson
Link zum Podcast auf der Seite.

Ich habe gerade Walter Scott Ivanhoe durch (was für ein netter Mann) – den beiden Damsels ging’s nu wahrhaftig nicht schlecht. (noch zu vor gutenberg-Zeiten gekauft)

43. willow - Mai 28, 2012, 12:33

Hmmm, scheint vom Lesekomfort her dann nicht besser zu sein als mein eh schon vorhandenes Pad …

http://www.teltarif.de/ebook-reader-3-0-trekstor-weltbild-hugendubel-test/news/44205.html?ref=60806-at100910_a102722_m4_p1174_sfotofreeware&affmt=2&affmn=3

also läuft es für mich wohl in Ergänzung auf ein e-Ink-Gerät hinaus.

44. Marlies - Mai 28, 2012, 12:51

Marlitt auf Gutenberg.de
ja, da kann man die online lesen aber nicht herunterladen
das bedeutet, bei einem Tablet mit ständiger Internetverbindung kein Problem, bei einem reader nicht möglich

Ich habe mir aus dem Grund diese Editions CD gekauft, weil man nur bei gutenberg.org herunterladen kann
Die Werke bei gutenberg.de sind zwar auch gemeinfrei aber ich habe sie im Netz nicht als Datei gefunden, die ich auf einen reader hätte übertragen können. Nach langer Scuhe war ich dann bereit 30 Euro für die CD zu bezahlen. Jetzt hat die arme Seele Ruhe.

Von Eugenie Marlitt habe ich nicht viel mehr als das, was Wikipedia vermeldet http://de.wikipedia.org/wiki/E._Marlitt

und dort habe ich gerade gesehen, dass es zwei weitere epubs gibt
http://de.wikisource.org/wiki/Eugenie_John_Marlitt

Ich erinnere mich, irgendwo gelesen zu haben, dass ihre Kritik an den Frömmelnden mit einer Verwandten zu tun hatte. Was sie anprangert ist das „Wasserpredigen, Wein trinken“-Prinzip. Die „ehrenwerten“ Mitglieder der Gesellschaft, die sich einen frommen Anstrich geben und doch niederträchtig handeln, entlarvt sie vor allem im „Geheimnis der alten Mamsell“

45. Andre - Mai 28, 2012, 17:51

Also mal ganz sachlich & nüchtern:

eReader? Ja, als Ergänzung zum gedruckten Buch. Einmal aus Platzgründen, weil die Masse der Bücher so eine Tendenz hat, einen irgendwann aus dem Haus drängen. Zum anderen, weil es einfach eine Fülle von Klassikern aller Seltenheitsstufen gibt, die kostenlos digital zur Verfügung stehen, sei es auf http://www.archive.org oder http://www.gutenberg.org, oder gar so wundersame Dinge wie die komplette Fackel oder die Tagebücher von Erich Mühsam: http://muehsam-tagebuch.de
Ich selbst freue mich z.B. über die kompletten Werke von Edgar Rice Burroughs (ich habe eine Schwäche für ältliche „pulp fiction“): http://arthursbookshelf.com/sci-fi/burroughs/burroughs.html

– Kindle? Nein. Miese Typographie, Blocksatz ohne Silbentrennung, bei zu langen Wörtern wird auf Flattersatz umgeschwenkt, was zu unruhigem Satzspiegel führt. Außerdem wird das Standardformat epub nicht unterstützt, so daß bei freien eBooks oft unnötiges Umcodieren von epb in mobi erforderlich wird. Darstellung von PDF nicht zufriedenstellend.

– Sony? Unterstützt epub, die Menge der käuflich verfügbaren eBooks ist aber sehr eingeschränkt und hält keinem Vergleich zum Amazon-Kindle-Angebot stand. In der Regel können nur eBooks aus dem nationalen Store erworben werden. Darber hinaus finde ich persönlich die E-Ink-Technologie nicht überzeugend, das Display hat mir viel zu wenig Kontrast. Gleiches gilt übrigens für den Kindle.

Mein Favorit ist eindeutig das iPad. Großes, brilliantes Farbdisplay, epub-Unterstützung, flüssige Darstellung von Textseiten (auch PDF), Blocksatz mit automatischer Silbentrennung: das alles ergibt einen Satzspiegel, der schon fast an ein gedrucktes Bucher heranreicht. Kostenlose Kindle-app ist verfügbar, so dass auch Kindle-eBooks via Amazon geladen werden können. Einziger Nachteil: der stolze Preis. Dafür bekommt man mit dem iPad aber auch weit mehr als nur einen eReader.

46. Marlies - Mai 28, 2012, 18:38

Natürlich ist das ipad vielseitiger – aber….
Was ich an meinem Kobo so schätze, ist sein Gewicht. Knapp 150 gr bedeuten, ich kann ihn ganz leicht mit einer Hand halten. Er ist nur zum lesen von e-books; mehr muss er aber auch nicht können.
Ich würde ihn mit einem ipod nano vergleichen. Der ist zum Musikhören. Ausschliesslich (gut, die neuen haben jetzt Radio dabei) Dafür kann ich mit einem winzig kleinen und extrem leichten Gerät Musik satt hören. Klar kann mein iphone mehr. Aber es ist schwerer, die Akku-Laufzeit ist bedeutend geringer und es ist um ein vielfaches teuerer.

Wenn es nur darum geht, e-books zu lesen und nicht noch zu spielen, zu surfen, Mails zu beantworten, Filme zu schauen und einen Kalender zu verwalten, dann finde ich die reader praktischer
Zumal das e-ink sehr für augenschonender ist und sich auch draussen bei Tageslicht und hellem Sonnenschein prima ablesen lässt.

47. anti3anti - Mai 28, 2012, 20:16

Danke an Lila und all die anderen für die vielen Tipps.

48. Lila - Mai 28, 2012, 22:15

Kobo, das klingt gut. Ich möchte kein Tablet – meine Tochter hat eins. Ich kenne mich – ich würde mich dauernd ablenken lassen und allen möglichen Tinnef machen statt zu lesen. Deswegen schätze ich ja Bücher so – weil sie eine ganz andere Welt sind als das singende, springende Löweneckerchen, das sich Internet und Computer nennt. Ich tendiere zu einem Gerät, das wirklich nur zum Lesen da ist, wo mich keine Mail und keine Schlagzeile unterbricht.

Aber klar, das sind persönliche Entscheidungen. Der eine mag die eierlegende Wollmilchsau, der andere begnügt sich mit der Sau. Oder der Wolle.

49. Andre - Mai 29, 2012, 8:42

Ein reines „Lesegerät“, das wirklich brauchbar ist, gibt es meines subjektiven Erachtens derzeit nicht. Dann doch lieber beim Papierbuch bleiben.

50. willow - Mai 29, 2012, 9:18

Ja, in diese Richtung tendiere ich auch, mit ähnlichen „Hintergedanken“ – habe da allerdings neben Kobo und Kindle noch diesen hier entdeckt:

http://cme.at/testbericht/test-sony-prs-t1-reader-wifi/

scheint dem Kobo sehr ähnlich, allerdings gibt es über eine kleine optionale „Softwareanpaasung“ auf dem Dingens auch „kindle for android“ laufen zu lassen … „best of both worlds“ möglicherweise 😉

51. Marlies - Mai 29, 2012, 9:39

Für wirklich „ausgereift“ halte ich die Tehnik auch nicht. Ich denke, da wird sich in den kommenden Jahren noch ganz viel verändern.
Deshalb würde ich im Moment auch nicht mehr als max. 100 Euro ausgeben.
Der normale Kindle kostet 99 Euro und der Kindle Touch (ich mag dieses „wischen“ was mich an Umblättern erinnert) 129 Euro. Nachdem Kobo seinen Preis für den Touch von 149 auf 99 Euro (ich habe ihn diese Woche schon für 97 gesehen) gesenkt hat, habe ich zugeschlagen.
Ich gehe davon aus, dass in den kommenden Monaten neue Geräte auf den Markt kommen. Aber das Testen bis die Kinderkrankheiten raus sind, überlasse ich gerne denen, die immer alles als erste haben müssen 🙂

52. willow - Mai 29, 2012, 10:45

Lila:

Da mußte ich doch herzlich lachen …

„Was ich als Kind noch hingenommen habe, nämlich daß ein Mädchen doch lernen muß, sich wie eine feine Dame zu benehmen, hat bei ihr ungläubiges Entsetzen ausgelöst. “

Du hast nicht wirklich etwas Anderes erwartet, oder? Vermutlich hast du es geradezu darauf angelegt … 😉

Marlies, was mich am PRS-T1 von Sony reizt ist, daß er alles kann, was ein Kobo kann, sehr gut sein soll für PDF-Dateien (brauche ich beruflich viel) und über einen kleinen „Trick“ (jailbreak) lassen sich zusätzlich auch noch per Android-Kindle die Amazon Bücher ohne Anpassungs- und Konvertierungsarbeiten lesen. Nun muß ich für mich entscheiden, ob *mir* das die 35 Euro mehr wert ist …

53. Marlies - Mai 29, 2012, 11:19

willow

der Sony hört sich wirklich klasse an – das wäre mir wahrscheinlich die 35 Euro wert 🙂
Wie schwer ist der?

Ich mühe mich mit den Anpassungen für amazon ab. Ich habe ein Konto eingerichtet, habe mir die entsprechenden Hilfsprogramme geladen und dann mein Glück mit zwei Büchern probiert. Ich hatte sie kurz auf meinem mac und dann waren sie wieder weg 😦

Wenn ich Zeit und Nerv habe, gehe ich da nochmal ran.
Ich hätte gerne die komplette Jane Austen, aber in deutsch. Und da sieht es bei Amazon einfach besser aus. Zwar sind die auch nicht kostenlos, aber teilweise für 90 Cent erhältlich. (Ich liebe Anne Eliott – und will sie bei mir haben …)

zum Weltbild im Trotzkopf
Ich fand die Massregelungen, denen „Pucki“ durch Mann und Familie ausgesetzt war, schlimmer.
Pucki hatte die höhere Schule besucht und deinen Berufsabschluss gemacht und wurde trotzdem behandelt wie ein kleines, dummes Kind, das vom Mann erzogen werden muss. Ich hätte schreien können.
Auch wenn ich bei einigen Sachen, die Alice Schwarzer von sich gibt, trocken schlucken muss – ich werde ihr immer dafür danbar sein, was sie bewegt hat und welche Weichen sie gestellt hat.

54. Andreas Moser - Mai 29, 2012, 11:32

Auf keinen Fall! In ein paar Jahren ist das Speichermedium so veraltet, daß es neben den alten Floppy-Disks im Speicher liegt:http://andreasmoser.wordpress.com/2011/03/27/print-is-king/ Papier bleibt – nach unseren menschlichen Maßstäben – ewig.

55. Karl Eduard - Mai 29, 2012, 12:18

Ich sags mal so. Ohne Strom ist das Buch weg. Kann mit einem aus Papier nicht passieren. Daß man mitten im Lesen ruft: „Oh! Jetzt ist der ganze Roman weg. Alle Seiten leer.“

56. Lila - Mai 29, 2012, 12:28

Marlies, „der große Claus“ ist ganz, ganz schrecklich. Ich hätte auf jeden Fall den Hans Rogaten genommen 🙂 oder wäre ledig geblieben. Es war mir auch ein Rätsel, warum sie nicht weiter als Kindergärtnerin arbeiten kann, nachdem sie heiratet.

Andreas, aha, danke, eine abweichende Meinung, sehr gut.

Ich würde meine Bücherei keineswegs gegen Floppy-Disks austauschen. Aber ich habe eine Menge hochinteressanter Bücher für Kindle gefunden, die ich immer schon gern lesen wollte, die ich mir aber nicht kaufen würde und auch nicht ausleihen (das wäre von hier aus der reinste Wahnsinn). Wilhelm Bode über italienische Plastik oder Ruskin über moderne Kunst – das sind Klassiker meines Fachs, und ich kenne sie nicht (obwohl ich andere Bücher von Bode habe).

Sowas lese ich im Bus, und als Ebook wäre es viel, viel praktischer für mich. Auch wenn das Medium veraltet – das ist nun mal heute so. Ich bedaure ja auch, daß ich Strümpfe nicht mehr stopfe, sondern wegschmeiße und durch neue ersetze, und außer um Absätze erneuern lassen gibt man Schuhe nicht mehr zum Schuster, und überhaupt. Wir sind eine Wegwerfgesellschaft. Das mißfällt mir, aber wenn ich auf ein nicht veraltendes Medium warten möchte, dann muß ich wohl darauf zählen, daß wir uns in die Steinzeit zurückkatapultieren.

Es hat mich immer schwer beeindruckt, griechische Keramikgefäße zu sehen, die man ja nicht mehr flicken konnte, wenn sie gesprungen waren. Man hat sie mit Löchern versehen und wieder zusammengebunden (Draht gab es ja auch noch nicht), um trockene Sachen drin aufzubewahren. So unwillig waren die Leute damals noch, irgendwas einfach wegzuschmeißen.

Leider hat sich der Entsorgungszyklus selbständig gemacht.Man kann sich verweigern, aber nicht immer und überall. Jeder sucht sich selbst aus, wo er den Wahnsinn mitmacht und wo nicht.

Übrigens sind das auf dem Bild doch gar keine floppy disks – die habe ich so in Erinnerung:

Erinnert sich noch jemand an Programme, mit denen man große Dateien „splitten“ konnte, damit man sie auf Disketten quetschen konnte?

Eine CD hab ich auch lange nciht mehr gebrannt….

Wer übrigens noch leere Behältnisse von Videokassetten hat – her damit. Ich sammel die Dinger, weil sie ideale Verpackungsmaterialien sind.

57. Lila - Mai 29, 2012, 12:30

Na, wenn ich nachts lese und der Strom ist weg, dann kann ich mein Buch auch nicht mehr sehen. Wir sind ja wohl alle abhängig vom Strom.

Mir graut schon wieder vor den typischen sommerlichen Stromausfällen, wenn das Netz überlastet ist von den vielen Klimaanlagen. Dann steht man da wie Pöttchen Doof und kann nichts mehr machen außer im Garten zu arbeiten. Für alles andere braucht man Strom.

58. Marlies - Mai 29, 2012, 12:38

Weil ich von technischer Weiterentwicklung ausgehe, habe ich mein Limit auf 100 Euro beschränkt. Wenn das Teil dann in vier – fünf Jahren veraltet ist, kann ich mit der Abschreibugn leben.

Da ich alle Buchdatein auf meinem mac (und dank „back-ip“) auch noch mal auf einer externen Festpaltte habe, fühle ich mich zumindest ein bisschen gegen den Verlust abgesichert.
Ausserdem kann ich diese Dateien am Rechner lesen, könnte sie auf ein Tablet übertragen und auch auf einen anderen reader.
Ich verliere also nicht bei Stromausfall meine Biliothek; ich verliere ja auch nicht meine Musiksammlung, wenn (Gott bewahre) mal mein macbook den Husten hätte.

Lila;
ich hätte auch den Hans genommen, ich fand Claus nicht wirklich begehrenswert – aber bei Puckis Erziehung, hätte sie mit einem Mann wie Hans wohl eher keine glückliche Ehe führen können. Schliesslich war die auf diese Rolle gedrillt. Ich fand, sie hat mehr einen Job zwischen Haushälterin, Schmuckstück und Hund, aber das war damals wohl das Frauen-Ideal…

Mit deinem Floppy-Disc-Bild sind Erinnerungen an meinen ersten Rechner wach geworden. Waren das noch Zeiten…

59. willow - Mai 29, 2012, 12:44

Marlies, dieser Sony Reader WiFi wiegt 168 Gramm … der Haken für Nicht-Nerds dürfte dieser Jailbreak sein, aber die Anleitungen im Netz sind da ziemlich einfach nachvollziehbar.

Andreas, sehe ich nicht so … einerseits, weil eBook sowieso nie meine Büchersammlung ersetzen, sondern sie lediglich ergänzen. Ich benötige sowieso ein Lesegerät für meine PDF-Sammlung, da fällt das mit den eBooks nebenbei ab. Außerdem kommen die Dinger sowieso estmal auf einen PC, ich habe die also, auch wenn das Gerät veraltet ist oder kaputtgeht.

Auch deine angeführten Beispiele treffen es wie ich finde nicht wirklich – wenn die „verlorenen“ Informationen für dich tatsächlich wichtig sind (warum hast du sie dann eigentlich nicht gesichert?) dann kannst du dir für wenige Euro ein Adapterkabel für das Telefon besorgen und auch USB-Diskettenlaufwerke sind nicht so schwierig zu finden … im Schlimmsten Fall mußt du einem Spezialisten einige Euro bezahlen.

Ansonsten finde ich schon, daß gerade durch die Digitalisierung eine prinzipiell „ewige“ Nutzung möglich ist, die bei den alten „Offlineinhalten“ nie gegeben war. Schallplatten waren endlich – die Inhalten von CDs lassen sich verlustfrei ewig anhören, selbst wenn die CD zu Staub zerfallen sollte. Die Musik ist inzwischen in meinem PC, und ich lege Backups an. Das gleiche gilt für Bilder – wenn ich „früher“ kein Negativ hatte, dann war ein Photo „endlich“, gerade letztens wieder durch die vergilbten und fleckigen Dinger geblättert.

Ich gebe dir lediglich unter einer Bedingung recht, wenn wir morgen in eine dunkle Zeit ohne Elektrizität und Kommunikationsinfrastruktur stolpern würden, dann bliebe nichts von all den digital gespeicherten Schätzchen, Bücher und Papierphotos dagegen würden überleben. Aber ich gestehem, das wäre dann wohl meine geringstes Problem neben der Schwierigkeit, daß ich mir mit bloßen Händen irgendwie die Lebensmittel für mein Überleben suchen müßte … 😉

60. Lila - Mai 29, 2012, 12:58

Nette Männer sind in Mädchenbüchern überhaupt rar. Puckis Vater habe ich als netten Mann in Erinnerung, die Mutter dagegen als sehr kalt und kontrollierend („Pucki war unartig, und darum haben wir uns ein neues kleines Mädchen zugelegt“)… Ich habe seit Jahren schon vor, mir mal Mädchenbücher in Bezug auf Eltern der Hauptfigur vorzunehmen. Die Mütter sind alle distanziert, werden aber in der Erinnerung verklärt. Die Väter dagegen sind nett und liebevoll, wenn auch ebenfalls „aus der Ferne“ gesehen.

Vermutlich waren auch die Illustrationen schuld daran, daß die Männerfiguren in diesem Genre gräßlich aussehen. Die Illustratorinnen können einfach keine Männer zeichnen – genau wie ich, bei mir kommen sie auch immer weiblich raus. Wie gräßlich sieht der Claus auf dem Umschlag vom Braut-Buch aus.

Zum Weglaufen. Und dafür den schönen Kindergarten aufgeben, im Wald! Übrigens ist der Schwiegervater auch nett, die Schwiegermutter dagegen eine richtige Fiese. Und Puckis Freundinnen verschwinden, sobald sie verheiratet ist – ein paar Treffen mit Rose und Carmen, aber ansonsten ist es ziemlich einsam um sie herum. Nicht mal zu Schwestern und SChwägerin hat sie ein enges Verhältnis – dieser gräßliche Claus hat sie alle verdrängt.

Das ist alles bei Nesthäkchen viel entspannter. Da sind die Freundinnen und Schwägerinnen alle warm verbandelt. Aber auch Nesthäkchens Mutter ist eher der kühle Typ. Allerdings fällt das weniger auf, weil sie ja so eine riesige Familie hat. Aber Vera, Margot, Ilse und Marlene, die hat man doch noch richtig lebendig im Gedächtnis als Leserin.

Aber ich wüßte mal gern wieso dieses Muster so ist. Leider habe ich nicht alle meine Mädchenbücher hier, aber ich habe die Passagen noch ganz gut im Kopf. Aufopferungsvoll, aber kühl – so sind diese Mütter. Etwas weniger Aufopferung und etwas mehr menschliche Wärme wäre mir lieber… die Väter sind vielleicht lockerer, weil sie kein Vorbild sein müssen?

Nett fand ich Gerds Mutter in „Herr Dackel genannt Meier“, die mit Hund und Kindern auf dem Teppich liegt und spielt und ihren Mann zum Wahnsinn treibt, weil sie den Dackel so verwöhnt. Aber das ist ja auch kein Mädchenbuch, da muß die Mutter ja kein Beispiel edlen Weibtums abgeben.

Marlies, welche Mädchenbücher hast Du gelesen?

61. Marlies - Mai 29, 2012, 13:11

Ich musste unwillkürlich an Dr. med. Johanna Haaren und ihren „Bestseller“ „Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind“ denken.
Was nach 1934 erschien, scheint von diesem „Über-Lehrbuch“ dieser gestörten Sadistin infiziert zu sein.
Genaus solche Mütter sollten doch herangezogen werden. Kühle beherrschte Frauen, die ihre Kinder zu Ordnugn Fleiss, Sauberkeit und Gehorsam erzogen und sie nicht verzärtelten und auch nicht emotional so an sie gebunden waren, dass sie sie nicht hergeben wollten, wenn das „Vaterland sie rief“

Die Auswirkungen dieses Wahnsinns schlagen bis heute durch

Ich habe vor einigen Wochen „Die geprügelt Generation“ gelesen. Das waren nciht vorwiegend die Väter, die die Kinder misshandelten. Die Mütter prügelten ihre Kinder und was noch schlimmer war, sie misshandelten die Seelen der Kinder.
http://www.amazon.de/Die-gepr%C3%BCgelte-Generation-Kochl%C3%B6ffel-Rohrstock/dp/3608946802/ref=pd_sim_b_6

http://de.wikipedia.org/wiki/Johanna_Haarer

hier ein Buch zu dem Buch von Dr. Haarer
http://www.amazon.de/Adolf-Hitler-deutsche-Mutter-erstes/dp/3930096587/ref=pd_cp_b_0

62. Marlies - Mai 29, 2012, 13:28
63. Justme - Mai 29, 2012, 13:40

Wie ist i-pad unter der Sonne?

64. Silke - Mai 29, 2012, 13:45

Lila – 56

ich habe mal bei Henkel (Persil) zurückgefragt, warum meine Mutter da kurz nach ihrer Hochzeit aufgehört hat – sie wurde gekündigt, war Firmen“philosophie“ und das 1940 – einerseits wurde regulär gekündigt, andererseits Kriegsdienst verlangt (Mutter hat sich dem irgendwie entziehen können), dennoch die Idiotie bleibt.

65. Silke - Mai 29, 2012, 13:51

Erinnert sich noch jemand an Programme, mit denen man große Dateien “splitten” konnte, damit man sie auf Disketten quetschen konnte?

Aber ja doch – ich erinnere mich sogar noch an die Zeiten als die Magnetkartenschreibmaschine (IBM) mit fester Zeilenlänge das Non-Plus-Ultra war. Wenn man da Text korrigieren wollte, brauchte man viel Vorstellungskraft um es mittels der noch freien Endstipselchen mit viel trial und error hinzukriegen. Das Ding zeigte einem nämlich perfiderweise die Stipsel nicht an. Man mußte also entweder auszählen oder probieren, probieren ging schneller.

66. willow - Mai 29, 2012, 14:01

@63 Justme

„Wie ist i-pad unter der Sonne?“

Mal von Überhitzungsproblemen abgesehen, nicht besser und nicht schlechter als Notebooks mit einem guten, sehr hellen Display. Manche Menschen halten es für machbar, andere nicht. Das I-Pad hat allerdings einen „Hochglanzbildschirm“ – also eher problematisch, zumindest ohne matte Schutzfolie.

67. Silke - Mai 29, 2012, 14:02

hier ist die Variante, die meine Mutter benutzt hat – so idiotisch das alles ist – die Frau ist echt verliebt in ihren Knaben und drum tut sie, was der Zeitgeist ihr befiehlt, es sei das Beste für den Knaben. Wäre es nicht schön zu lesen, worüber Eure Enkel mal den Kopf schütteln werden (und ja Haarer ist eine echt widerliche)

http://www.amazon.de/Tönjes-Drei-Tagebuch-jungen-Mutter/dp/B0027DA2D8

He ‚pears to know just how
long he can torment me before I get my dander up, and he knows if he
can make out to put me off for a minute or make me laugh, it’s all down
again and I can’t hit him a lick. I ain’t doing my duty by that boy,
and that’s the Lord’s truth, goodness knows. Spare the rod and spile
the child,
as the Good Book says. I’m a laying up sin and suffering for
us both, I know. He’s full of the Old Scratch, but laws-a-me! he’s my
own dead sister’s boy, poor thing, and I ain’t got the heart to lash
him, somehow. Every time I let him off, my conscience does hurt me so,
and every time I hit him my old heart most breaks.

http://www.gutenberg.org/cache/epub/74/pg74.txt

68. Silke - Mai 29, 2012, 14:04

Was die Wegwerfgesellschaft anlangt: Kann es sein, daß das der Preis dafür ist, daß wohl vergleichsweise wenig Krieg ist und dessen Bedarf Schafferei irgendwie ersetzt werden muß?

69. Lila - Mai 29, 2012, 17:42

zu 32, Marlies: du wirst es nicht glauben – ich lese den zweiten Band vom Trotzkopf und tätäää – eine erzieherische Lungenentzündung ereilt den unverstandenen Gatten der hysterischen Flora. Ach ach ach. Gibt es denn gar keine Mädchenbücher, die darauf verzichten? Und selbstverständlich ist auch dieser Tod durch Frau Floras Beharren auf eine Schlittenpartie verursacht.

„Nellie,“ schrie die Unglückliche auf, „ach es ist nicht zum ertragen! Das Kind wendet sich jäh von mir, und hat es nicht recht? Bin ich ihm eine treue Mutter gewesen, dem Vater eine pflichttreue Frau? Jetzt erst fühle ich, daß ich ihn geliebt habe, daß ich mich nur im Trotz von ihm wandte, weil ich glaubte, er wolle mich nicht verstehen. Ich bin schuld an seinem Tode, hätte ich ihn nie zu dieser unglückseligen Schlittenpartie gezwungen! Dort, dort hat er sich den Tod geholt. Liebe, einzige Nellie, nie kann ich wieder [pg 213]froh werden, mit dieser Qual, dieser Reue im Herzen, immer sehe ich sein brechendes Auge vorwurfsvoll auf mich gerichtet! Wenn er noch lebte, wollte ich anders werden, aber nun ist alles vorbei, er ist von mir gegangen, ohne mir verziehen zu haben!“

Else Wildhagen. Trotzkopf’s Brautzeit (Kindle Locations 2606-2612).

70. Marlies - Mai 29, 2012, 20:22

Tja, das hat sie nun davon, dass sie sich nicht völlig hingebend aufgeopfert hat – schon kommt die Lungenentzündung.
Ich stimme dir zu, mit der Entdeckung von Alexander Fleming ist ein stark erziehrisches Moment in deutschen Mädchenbüchern förmlich weggebrochen.
Wahrscheinlich bekommen die jetzt Blutvergiftung oder Magendurchbrüche oder so was oder haben Unfälle, mit denen Gott sie straft…

Aber, wenn ich mich nach so langer Zeit noch recht erinnere, kommt auch noch eine leise Kritik an gar zu aufopferungsvollen Frauen….

Ich fand die Pfarrersgattin herrlich; so was wünscht man sich doch im Freundeskreis 😉

71. Lila - Mai 29, 2012, 20:49

Mir gefällt Floras kerniger Landwirt. Schade, daß ich die Bücher nicht als Kind gelesen habe – da hätten sie mir gleich einen ganz anderen Eindruck gemacht, und mir wäre gar nicht aufgefallen, wie unentschlossen und konzeptlos die ganze Geschichte ist. Die Stärke des ersten Bands ist ja, daß er entschlossen auf den einen Punkt hinsteuert: Ilses Trotz muß gebrochen werden. Alles, vom Hündchen über die Servierschürzen, Strickstrümpfe und den Apfelbaum, dient dem Zwecke, Ilse zu erziehen. Das gibt dem Buch trotz aller Klischees eine Stärke – der trivialisierte Bildungsroman, aber eben doch ein Bildungsroman. Zuckerbrot und Peitsche treiben die Erzählung vorwärts. Die Nachfolgebücher sind viel, viel schwächer, eine reine Aneinanderreihung von Episoden, in denen kein Thema, und wäre es noch so trivial, wirklich vertieft wird.

Aber es lohnt sich schon drüber nachzudenken, was von den damaligen Idealvorstellungen noch übrig ist. Die Förstersfamilie auf dem Weg zum Schneekopf, mit Bild von Kaiser und Kaiserin an der Wand und lauter Blondköppen um den Abendbrottisch – was machen die heute? Jeder sitzt an seinem Laptop und die Blondköppe gucken eine Reality-Show im Fernsehen.

Und wenn man die Försters dann befragt, was ihnen wichtig ist im Leben? Vielleicht doch nicht so verschieden?

Diese Kaiserzeit ist ein versunkener Kontinent, der mir trotzdem ungeheuer bekannt vorkommt. Vermutlich hat es was für sich, in der Kindheit noch Kaiserzeit-Kinderbücher gelesen zu haben – da bleibt doch immer was hängen. Wenn ich in ein Zeitloch fiele, wie in Lost in Austen, dann käme ich vermutlich gar nicht so schlecht klar 🙂

Übrigens wüßte ich zu gern, was aus Grete, Melanie, Fräulein Güssow und der Lachtaube geworden ist. Auch Ilses Brüderchen kommt nicht mehr vor. Das ist fatal für eine Serie, wenn ganze Personengruppen verschwinden.

Trotzdem lohnt sich das Lesen. Ich wüßte zu gern, ob es heutzutage noch Mädchen gibt, die dieses Backfischromane noch lesen, oder ob das Genre endgültig tot ist.

72. Rosa - Mai 29, 2012, 21:01

ich bin kein Backfisch mehr, aber ich habe den Trotzkopf als solcher gelesen. Ja, der erste Band ist mit Abstand der beste, vor allem für einen Backfisch.
Das Schicksal von Fräulein Güssow taucht nochmals auf, wenn ich mich richtig erinnere. Vielleicht im dritten Band?
Was aber wurde aus der Russin die Medizin studierte? Ich habs vergessen. Sie heiratete…aber praktizierte sie trotzdem? oder versank in der Versenkung hinter ihrem Mann – wie damals üblich.

73. Rosa - Mai 29, 2012, 21:07

…achso, zum Thema e-Book-reader: super + hätte ich gern. Bisher habe ich keinen, sondern warte geduldig bis mir jemand einen schenkt ;). Ich glaube schon, dass Papierbücher ganz langsam aussterben. Das macht aber nichts. Pferdekutschen sind auch am Aussterben – und alle freuen sich, wenn sie doch mal wieder eine sehen. Das ist doch keine schlechte Aussicht.

74. Lila - Mai 29, 2012, 21:19

Ja, ich wünschte manchmal, ich wäre imstande, eine kleine Sammelbüchse im Blog aufzustellen 😀 im Moment komm ich ja nicht zu viel, aber wenn ich viel schreibe und mich ungeheuer fleißig fühle, dann könnte ich ja mal ein bißchen damit rappeln. Ich krieg auch von Zeit zu Zeit Angebote, mich vermarkten zu lassen – Anzeigen zu schalten oder so.

Tja, da könnt ich mir so ein Gerät schon zusammenschnorren. Vier, fünf Jahre würd es dauern, allerhöchstens.

75. Marlies - Mai 30, 2012, 11:52

Ich habe heute Vormittag in meiner Lieblingsbuchhandlung angerufen um mir „Wer die Nachtigall stört“ als gebundene Ausgabe zu bestellen.
Ich weiss, dass ich es mindestens einmal hatte, aber die nächtlich Räumaktion in meinen Bücherwänden förderte es nicht zu Tage, obwohl es in diesem Teil hätte stehen müssen.
Ein Vorfall, der die Vorteile des ebooks mehr als deutlich aufzeigt – und trotzdem kam ich nicht auf die Idee, es als ebook zu kaufen. Erst als ich mir die Print-Version bestellt hatte, suchte ich es als e-book, nur um festzustellen, dass es es nicht gibt….
soviel zu der Sache mit sowohl als auch statt stattdessen

76. Silke - Mai 30, 2012, 18:14

frage an die Kinder/Jugendbuch-Experten auf diesem Blog:
Nesthäkchen:
Weiß jemand, was genau da gekürzt und angepasst wurde?

…Reihe Nesthäkchen erzählt. Die Reihe ist bis heute, allerdings in einer gekürzten und dem heutigen Sprachstil angepassten Form, im Buchhandel erhältlich
http://de.wikipedia.org/wiki/Else_Ury#Weblinks

und wie und wo sich eventuell der Originaltext von Band 4 auffinden ließe? zu einem machbaren Preis? (abebooks fängt bei 88€ an.
http://www.kibuphoma.de/weltkriegalle.html

Else Ury, Nesthäkchen und der Weltkrieg, eine Erzählung für Mädchen, illustriert von Prof. R. Sedlacek, Meidinger’s Jugendschriften Verlag G.m.b.H. Berlin, 116.- 120. Tausend, erschienen ca. 1917/18
Else Ury, Nesthäkchen und der Weltkrieg, eine Erzählung für Mädchen, illustriert von Prof. R. Sedlacek, Meidinger’s Jugendschriften Verlag G.m.b.H. Berlin, 212.- 221. Tausend, erschienen 1928
Else Ury, Nesthäkchen und der Weltkrieg, eine Erzählung für Mädchen, illustriert von Prof. R. Sedlacek, Einband von Cheru-Müller, Meidinger’s Jugendschriften Verlag G.m.b.H. Berlin, 227.- 232. Tausend, erschienen ca. 1930

77. Lila - Mai 30, 2012, 20:19

Nesthäkchen und der Weltkrieg habe ich bei einer Freundin gelesen, die von ihrer Oma noch alle Bände hatte, in richtigen alten Ausgaben.

Was die Kürzungen angeht – ich habe da ein bißchen Literatur zu, muß mal nachgucken, wo mehr dazu steht. Insgesamt hatte Ury wohl einen etwas ausladenden Stil… und es wurde immer eifrig modernisiert. An Kinderbüchern hat man sich immer schon ziemlich frech getraut, den Originaltext zu verändern, was das Zeug hält.

Ich habe eine „Die Frau in der Literatur“-Ausgabe von Ullstein von Nesthäkchen und ihre Küken mit einem ganz interessanten Nachwort, und ein Buch von Hurrelmann über Kinderbuch-Klassiker. Da müßte sich was finden. Ich guck später mal nach.

Meine Güte, was hatte Nesthäkchen für ungezogene Jören! Und alle haben nur darüber gelacht und sich daran erinnert, was sie selbst für wilde Kinder waren. Sehr nette Atmosphäre bei Brauns und Hartensteins.

78. Silke - Mai 31, 2012, 0:14

Lila
kennst Du das Mädchen, mit dem die Kinder nicht verkehren durften?

Das ist auch Weltkrieg – ich habe das als Pucki-gleichwertig in sehr zartem Alter bekommen und das mit den Hungerödemen z.B. nicht verstanden.

Erinnerst Du Dich, ob der Hungerwinter in Nesthäkchen vorkommt?
Vielleicht war Ury zu patriotisch, um sie unzensiert zu lassen.

Als ich’s als Erwachsene wiederlas, konnte ich mich nur wundern, was man so um 1950 für kindgerecht hielt (na ja, daß man Gustav Schwab und Ich, Claudius für Kinderbücher hielt, hat mir bestimmt gut getan, aber Irmgard Keun? die mir heute, aller Gruseligkeit zum Trotz lieb und teuer ist. In einem ihrer Romane gehen ein paar harmlose Frankfurter Mädchen mit Nazis aus oder treffen sie in der Kneipe. Soweit ich mich erinnere, geschieht weiter nix, aber es ist dennoch Gänsehaut pur. Sie ist da meisterlich und es ärgert mich jedesmal wenn sie wie ein Anhängsel von Josef Roth erwähnt wird, wie Martha Gellhorn mit Hemingway, wie Simone de Beauvoir mit Sartre, oder hast Du schon mal Sartre als Lebensgefährten von Beauvoir näher charakterisiert bekommen – im ersten spätestens zweiten Satz! nicht in späteren Erläuterungen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Das_Mädchen,_mit_dem_die_Kinder_nicht_verkehren_durften

79. Silke - Mai 31, 2012, 0:52

und noch was: hab ich vergessen – hier ist ein Zeitgenosse des Trotzkopfs, falls jemanden die Lust am Vergleich packen sollte.

http://gutenberg.spiegel.de/autor/318

PS: Es gibt bereits einen Kindle Fire 199 $ (nicht Euro), der kann auch bunt – ein History Magazine Newsletter will daß ich ein Abo dafür kaufe. Amazon.de hat ihn aber noch nicht.

80. Marlies - Mai 31, 2012, 9:12

@ Silke, die beschriebene Szene aus dem Buch von Irmgard Keun, ist aus „Nach Mitternacht“. Das ist für mich ihr eindringlichstes Buch. Ich mag es lieber als das immer gelobte „Kunstseidene Mädchen“.
Diese entwaffnende Naivität, die doch klarer sieht als all die klugen Denker, diese junge Sanna, die von einem Gasthaus an der Mosel in die Grossstadt kommt, macht mir den Wahnsinn, der die „kleinen Leute“ erfasst hatte deutlicher, als jedes andere Buch zu dem Thema.
Die „Reihendurchbrecherin“, die trotz Fieber losgeschickt wird, die stramme Nazi, die ihre Fuchsstola trotzdem bei einem jüdischen Händler kauft, weil er die schöneren Felle hat, die Dorfgemeinschaft, die auf ihren Bruder so lange stolz ist, bis die Nazis seine Bücher verbieten – dafür hätte er nicht studieren müssen, um jetzt Sachen zu schreiben, die man nicht mehr lesen darf.
Es ist eines meiner Lieblingsbücher

81. Silke - Mai 31, 2012, 12:04

Danke Marlies – ich hatte das Buch nur aus der Bücherei – ich sollte es vielleicht anschaffen, denn obwohl ich mich an nichts Konkretes von der Szene erinnere, kommt die Gänsehaut wie auf Knopfdruck, wenn ich dran denke.

Ich empfehle Das Mädchen mit dem die Kinder … nochmals dringend und ja vom Kunstseidenen Mädchen war ich auch leicht enttäuscht, aber ich habe Siegfried Krakauer’s Die Angestellten im Regal und danach würdige ich es vielleicht mehr.

Die Amis haben in der letzten Zeit Hans Fallada und Joseph Roth ausgegraben und zumindest Fallada hat es auf dem Weg zurück in deutsche Gunst gebracht. Bei Roth habe ich noch nix gesehen, vielleicht verkaufte sich Fallada doch nicht. Ich wünsche mir jedenfalls, sie würden Keun entdecken, denn sie schafft es bei aller Dunkelheit, ihre Figuren zu lieben und das ist leider gar nicht so häufig.

PS: Ich habe als es Courths-Mahler als Heftchen-Romane gab, ziemlich viel davon inhaliert – paßten genau in meine tägliche Busfahrt und dann als mal ein Hype rund um sie durch die Medien ging, eine Marlitt. Courths-Mahler hat mehr Spaß gemacht 😉

82. Silke - Mai 31, 2012, 12:19

OT aber immer noch zu Büchern

hier ist ein Essay zu den Hunger Games (film), den ich bedenkenswert finde.

Ich habe eines der Bücher in der Bücherei angelesen – ich kann diese Creative Writing Schreibe einfach nicht verknusen – wenn die mich anspringt, in der Regel schon weil der erste Satz mir mühsam gewollt erscheint, sage ich mittlerweile kategorisch Nein zu nem Buch und gönn mir lieber ein Mills& Boon ;-), in denen auch heutzutage noch die Mädels Jungfrauen oder keusche Witwen oder reformierte gefallene sind und die Jungs reich und mächtig und zynisch was die Liebe anlangt.

http://www.tnr.com/blog/timothy-noah/103045/the-immorality-hunger-games

http://www.millsandboon.co.uk/

(und falls eine über Sexszenen à la M&B die Nase rümpfen sollte, es gibt ein kurzes Stück von Edith Wharton, in dem sie’s versucht hat und es auch nicht besser brachte. Gedruckt ödet es, egal von wem.)

83. Lila - Mai 31, 2012, 23:27

Fallada hat es so auch nach Israel geschafft.

Von Keun kenne ich leider nur das Kunstseidene Mädchen, das ich mag.

Hunger Games – keine Ahnung, ob es mir gefallen würde. MIt zu viel Grausamkeit kann ich nicht umgehen, besonders, wenn ich das Gefühl habe, sie ist aus nicht ganz zwingenden Gründen eingesetzt worden. Deswegen bin ich, zu Primus´ Bedauern, mit dem Song of Ice and Fire, das ich nur seinetwegen angefangen habe, irgendwo im zweiten Band elend steckengeblieben. Und diese Art postmoderne Schreibe – mal gucken, ob davon was bleibt.

Ich werde mir Nach Mitternacht merken.

Trivialliteratur des 19. Jahrhunderts – mein Favorit ist glaube ich die Buchholzen. Die finde ich nach wie vor sehr amüsant und es ist eine Art Frau Jenny Treibel als Soap opera und sozial eine Etage tiefer. Aber da steckt Humor drin, den ich sonst in der Trivialliteratur bitter vermisse.

Courths-Mahler – von der habe ich zwei Erbstücke, eins davon war gut zu lesen, das andere doof und enttäuschend. Beide Heldinnen hießen Eva, das weiß ich noch.

Ich habe auch die Bücher von Gerd Üding und Walter Killy über Trivialliteratur, und garantiert noch mehr Werke, sie fallen mir nur nicht ein. Insgesamt finde ich Trivialliteratur für Kinder besser zu lesen als für Erwachsene. Was ist überhaupt Trivialliteratur? Ich lese gerade, danke, Kindle, Johanna Spyri wieder. Nein, sie ist nicht Jeremias Gotthelf, aber manchmal ist der Abstand zwischen beiden gar nicht so groß. Und Gotthelf schätze ich sehr, sein Besenmannli ist mir sehr lieb.

Ich habe bestimmt schon erwähnt, daß es Sachen gibt, die ich zusammen lesen muß oder nacheinander weg, so wie wir als Kinder eine Wissenschaft daraus gemacht haben, wie Süßigkeiten am besten schmecken, wenn man sie kombiniert. (Gummibärchen lassen sich mit unheimlich viel kombinieren). Gotthelfs Besenmannli, Bashevis Singers Schuhmacher-Dynastie und Storms Bötjer Baasch, das ist so eine Zusammenstellung, die einfach köstlich schmeckt. Ich suche noch nach der Sypri-Geschichte, die da auch reinpaßt, und ich wäre nicht überrascht, wenn ich sie fände.

84. Marlies - Mai 31, 2012, 23:38

meine allerallerliebsten Herzschmerzgutausgeh-Romane sind die von Eva Ibbotson. Alle, die sind alle wunderschön Von der liebe ich auch die Kinderbücher. Und die habe ich mir auch alle gegönnt! Da stehe ich zu
Leider schreibt sie keine Liebesromane mehr, abre dafür kommt ab und an ein neues Kinderbuch auf den Markt

HCM lese ich ab und an, aber nur die alten Bücher; irgendwann hat man bei Bastei-Lübbe die völlig wahnsinnige Idee gehabt, die Sprache zu modernisieren. Die hätten besser an dem Tag als sie die Idee hatten, einen Betriebsausflug gemacht…

85. Marlies - Mai 31, 2012, 23:45

oh nein, jetzt weiss ich, warum kein neues Buch mehr kam
http://www.perlentaucher.de/autor/eva-ibbotson.html

86. Silke - Juni 1, 2012, 0:51

Ihr dürft mir die Daumen halten –

wenn unsere Büchereichefin morgen anwesend ist, werde ich sie auf die Spur von Nesthäkchen im Weltkrieg setzen – wenn es machbar ist, wird sie’s finden und dann werde ich berichten.

PS: hatte ich total vergessen, Keun’s Nach Mitternacht hat mich offenbar so beeindruckt, daß ich’s nach der Lektüre noch angeschafft hatte.

Ist mir glaube ich, ansonsten nur noch bei dem hier passiert:

http://www.amazon.de/The-Curious-Incident-Night-Time-Vintage/dp/0099470438/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1338504587&sr=8-1

und das wäre nebenbei ein Buch, daß ich heute jedem Kind mit Freuden zum Lesen geben würde. Ich habe, in der Regel jedenfalls, irgendwie was gegen für Kinder geschriebene Bücher. (Astrid Lindgren ganz gräßlich!)

87. ben - Juni 1, 2012, 7:24

Nun muss ich auch nochmal meinen Senf zugeben.

@54. Andreas Moser: Re: Auf keinen Fall! In ein paar Jahren ist das Speichermedium so veraltet, daß es neben den alten Floppy-Disks im Speicher liegt.

Mein e-reader ist in 5 Jahren bestimmt nicht mehr da. Aber der Inhalt, der bleibt. Vom JPG hat man vor 10 Jahren gesagt, dass es das in 10 Jahren nicht mehr gibt. Nun ist es immer noch da und wird auch noch in weiten 10 Jahren da sein, wenn nicht sogar laenger, da es schlichtweg Sinn macht und sich die Hersteller rund um die Fotografie auch auf kein anderes Medium einigen koennen und warum sollte man das Rad neu erfinden?

55. Karl Eduard: Re: Ohne Strom ist das Buch weg. Kann mit einem aus Papier nicht passieren. Daß man mitten im Lesen ruft: “Oh! Jetzt ist der ganze Roman weg. Alle Seiten leer.”

Ist mir in 20 Jahren Computerdasein noch nie passiert, dass ich auch nur eine Datei durch Hardware/Stromschaden verloren habe. Ich habe mittlerweile meinen 4. Computer, aber meine erste Seminararbeit von 1992, die habe ich immer noch. X-Mal konvertiert, und immer noch genauso lesbar, mit Fußnoten.

Meines Erachtens, beim e-book reader geht es einzig um den Text, nicht ums Layout.
Von meinem Buddenbrooks in der 1962er Ausgabe würde mich auch nicht trennen. Ich habe mir aber fuer £3.82 die alte deutsche Ausgabe eines Jules Verne Buches gekauft, dass ich vor 30 Jahren das letzte Mal gelesen habe. Ich habe fuer £3.82 eine kleine Zeitreise und genieße es. Warum sollte ich das Buch für £19 kaufen und auch nur 1x lesen und danach steht es im Regal?
Ich käme auch niemals auf die Idee, meinen grossen Atlas der Königlich Geographischen Gesellschaft als e-book zu erwerben. Wer ein e-book reader fuer wissenschaftliches Arbeiten verwenden wollte, der hats nicht verstanden wie es funktioniert und wer einen Schmöker mit Buddenbrooks vergleicht, da hat beides nicht gelesen.

anti3anti - Juni 1, 2012, 11:28

Zuerst verschwinden die papierenen Zeitungen.

88. Silke - Juni 1, 2012, 14:12

Marlies

ich habe Eva Ibbotson erst in diesem Jahr in der Bücherei entdeckt – Hin und Weg, Liebe auf der ersten Seite für die Ewigkeit.

Ich liebe Geschichtenerzähler, ich denke es ist eine hohe Kunst eine in sich schlüssige Geschichte zu schreiben mit lebendigen Menschen drin, wo nix passend gemacht wird.

89. Silke - Juni 1, 2012, 14:29

ben

aber zu meinem großen Glück sind die Buddenbrooks neben allem anderen aber auch ein wundervoller Schmöker.

und um die Schraube noch eins höher zu drehen, an Homer in der Schadewaldt’schen Übersetzung erinnere ich mich auch an einen page turner Schmöker mit üppigem Cliff Hanger Appeal und wer sich Rolf Boysen’s Lesung der Iliad gönnt, der kriegt das gewisse Kribbeln in der n’ten Potenz.

Was das Lebendigwerden von Personen in ganz ganz wenigen Sätzen anlangt, hat für mich Agatha Christie einen Platz im Olymp mit den Göttern, nicht den Halbgöttern, verdient (Plots machen mich nich an, aber das ist mein persönliches Defizit).

Wo ist das Problem? Keiner kann alles (auch keiner der Größten) und es gibt Tage an denen mir nach Kartoffeln mit Butter ist und andere an denen mich Süßes oder Fleischiges hart an der Ekelgrenze zufrieden macht.

Bei Mills & Boon kichere ich fröhlich – Bei Flashman läuft mir beim Lachen die Gänsehaut den Rücken rauf und runter – Bei Eva Ibbotson bangte ich mit der Heldin und bei Mann kann ich leider leider den Kopf beim Lesen nie ganz ausschalten.

Ich lese um mich zu vergnügen oder wie C.S. Lewis gesagt haben soll, um nicht allein zu sein, und das Recht darauf verteidige ich mit Zähnen und Klauen und lasse mir nicht von Kriterien wie hoch und niedrig, schlecht und gut daran rumnagen. Genauso wenig, wie ich mir vorschreiben lasse, daß Bekannter A wertvoller ist als Bekannter B.

Marlies - Juni 1, 2012, 17:09

@ Silke
Die Liebesgeschichten von Eva Ibbotson kann ich auch immer wieder lesen; da spielt es keine Rolle, dass ich die Texte fast auswendig kann
Das sind Geschichten, die beim Lesen gut tun, die sind wie eine grosse Tasse heisse Milch mit Honig, an einem saukalten Wintertag, wo es nicht hell wird….
Aber wem erzähle ich das, wir teilen eine grosse Liebe 🙂

Schade, dass es nichts von ihr als ebook gibt

Ich habe heute Nacht einen Krimi als Taschenbuch verschlungen, den ich mir einen Tag vor dem Kobo gekauft hatte.
Der Krimi (Der Seele weisses Blut / http://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Der-Seele-weisses-Blut-Thriller/Sabine-Klewe/e338927.rhd ) war sehr gut und ich habe festgestellt, dass nächtiches Lesen im Bett mit dem ereader leichter ist.


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s