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Gefiedertes Mai 15, 2012, 14:02

Posted by Lila in Persönliches, Presseschau, Tierische Verschwörungstheorien.
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1. Wir haben höchstwahrscheinlich neue Haustiere. In unserem Eingang baut ein Schwalbenpärchen ihr Nest. Schwalben bringen Glück. Sie sind schön, sie zwitschern, und ihre Nachkommen sind so niedlich. Daß sie es trotz der schwarzen Raubtiere, die pausenlos auf Jagd sind, gewagt haben, ihr Nest bei uns anzukleben, freut mich sehr. Ich hoffe, sie brechen die Arbeit nicht mittendrin ab, wenn sie sehen, wie nah wir und die Katzen eigentlich sind.

2. Eigentlich war das meine einzige Nachricht, doch ein Blick in Ynet hat mir eine kleine Geschichte beschert. Nicht genug mit dressierten Haien, Wildschweinen, Eichhörnchen und all dem anderen Getier – nun ist auch ein Bienenfresser von den türkischen Behörden enttarnt worden. Der Vogel hatte das Pech, von Ornithologen in Israel beringt zu werden – natürlich ein eindeutiger Hinweis auf eine Spionagetätigkeit. Außerdem hatte er vergrößerte Nasenlöcher und schnaufte seltsam. Zweifellos wird er einem Verhör nicht standhalten. Ich nehme an, wie es mit Spionen nun mal so üblich ist, daß die Türken ihn hinrichten werden. Warum hat der Mossad aber auch so einen auffälligen Vogel gewählt…? (Ich muß jetzt so tun, als wüßte ich nicht, daß sämtliche Wiedehopfe verwanzt sind – diese stinkigen Tiere sind ja vor ein paar Jahren zum Nationalvogel Israels gewählt worden, und darum Vorsicht…)

Kommentare»

1. Claudia Sperlich - Mai 15, 2012, 17:31

Vor allem ist es natürlich ein jüdischer Bienenfresser. Die moslemischen Bienenfresser fühlen sich durch ihn in ihrer Lebensweise behindert oder so.
Wirklich, Lila, ich hätte das für eine schöne Satire gehalten ohne die Links. Aber als Realität ist es nicht zum Lachen, sondern zum Heulen.

2. Lila - Mai 15, 2012, 18:08

Oh ja, solche Geschichten gibt es zuhauf. Die Empörung in den arabischen Medien (jetzt auch den türkischen) ist jedesmal groß, die Leute scheinen das Zeug tatsächlich zu glauben.

Warum deutsche Medien solche Geschichten nicht aufgreifen, weiß ich nicht. Vielleicht, weil dann andere Vorwürfe gegen Israel nicht ganz so glaubwürdig daherkommen? Oder sind sie einfach zu absurd?

Ein Link zu einem alten Eintrag, an dem ähnlich laut und schräg quakende Zeitungsenten vorkommen:

https://rungholt.wordpress.com/2010/12/06/absurdes-theater/

3. Claudia Sperlich - Mai 15, 2012, 18:25

Ich könnte es mir nicht ausdenken. Und eigentlich gelte ich als phantasievoll. Aber die Verschwörung des Weltbienenfressertums finde ich doch unschlagbar. Noch besser als die Haie.

4. anti3anti - Mai 15, 2012, 21:37

Deutsche Medien dürfen solche Geschichten nicht aufgreifen, da ansonsten Pogrome ausgelöst werden, und zwar gegen Türkem, da sich Muslime für die eigentlichen Juden halten.

5. Lila - Mai 15, 2012, 21:58

Pogrome gegen Türken in Deutschland, wegen einer absurden Anti-Israel-Geschichte in türkischen Medien? Hm. Das würde ich weniger erwarten.

Ich würde jedoch liebend gern sehen, wie im SPon-Forum spekuliert wird, ob nicht noch was dran ist… denn man weiß ja nie bei dem Mossad… und überhaupt 😀

6. Silke - Mai 15, 2012, 22:18

Doch Lila – zwar keine Pogrome, aber Beleidigte würde es mit einiger Wahrscheinlichkeit geben und ich bin nicht mal so sicher, daß ich, wäre ich Betroffene, nicht auch leicht leidend wäre (eine Variante von Fremdschämen), à la wenn die Medien schon mal türkische Presseberichte aufgreifen, dann nur um die Türkei als lächerlich zu outen.

So ähnlich wie wenn einer bei der Familienfeier in seiner Tischrede berichtet, was die Tante des Gastgebers mal wieder von sich gegeben hat.

Das Ärgernis an der Sache ist nur, daß, geht es um Israel, keineR auch nur zu ahnen scheint, daß es solche Feingefühle gibt. Aber ist ja auch verständlich, schließlich ist das Recht der Deutschen das am höchsten gefährdete Privileg im gesamten Meinungsfreiheitspektrum. Das sollte Satire sein..

7. Silke - Mai 15, 2012, 22:19

oops

…das Recht der Deutschen, Kritik an Israel zu üben, …

8. colchico - Mai 16, 2012, 1:48

Der schnaufte nicht, er morste. (Sprechen tun sie ja eher undeutlich, fast schlimmer noch als die Haie.)

9. uwe - Mai 16, 2012, 6:53

Frueher kam immer ein Wiedehopf an unser Fenster in Perugia. War der vom Mossad und wollte spionieren?

10. Paul - Mai 16, 2012, 11:33

Ja macht Euch ruhig lustig, aber die Tatsachen könnt Ihr dadurch nicht aus der Welt schaffen.
Bin mal den Links von Lila in die Vergangenheit gefolgt und erinnere mich auch an die eindeutigen Bilddokumente von martialisch befaffneten Tieren.
Muss es denn noch mehr Beweise für die hinterhältigen Aktivitäten des Mossad geben?
Wann werdet Ihr endlich wach werden? Sicherlich wenn es zu spät ist und die Juden die Weltherrschaft übernommen haben.

Aber nun mal zu den letzten Tatsachen mit den Bienenfressern.
Schon der Name sagt doch alles: Er frisst Bienen. Ein äußerst wehrhaftes Tier! Das ist also ein Raubvogel im Miniformat und leichter zu steuern als jede ‚Drohne‘. Und er ist auch genauer.
Habt Ihr Euch das Bild des Bienenfressers mal angesehe? Dieser martialische Schnabel ist doch eindeutig. Braucht es noch eines anderen Beweises? Dieser Vogel, ferngesteuert, im Überschallsturzflug auf die Hagia Sophia gelenkt, kann so gewaltige Zerstörungen anrichten wie 10 Hiroshimabomben. Die Türken haben inzwischen in dem unschädlich gemachten Vogel eine Miniatombombe von gewaltiger Sprengkraft entdeckt. Übrigens die vergrößerten Nasenlöcher, an denen der Vogel letztendlich erkannt werden konnte, sind noch der Schwachpunkt der Konstruktion. Aber, das habe ich aus gewöhnlich gut unterrichteten Vierecken erfahren, ist der Mossad dabei die Radarsteuerung durch eine Lasersteuerung zu ersetzen. Dadurch müssen dann die Nasenlöcher nicht mehr vergrößert werden. Dann kann diese Bienenfresserbombe nicht mehr von einem normalen Bienenfresser unterschieden werden.
Die Gefahr ist also noch nicht gebannt. Wie ich aus engeweichten Ovalen erfahren konnte, plant der Mossad mit einem Bienenfresser die Al Aksa Moschee zu zerstören.
Deshalb ist es gut, dass die türkische Regierung sofort entsprechende Maßnahmen eingeleitet hat und ein Überflugsverbot für alle Bienenfresser verhängt hat.
Auch die Regierung Palästinas ist nicht untätig geblieben und hat die sofortige Einberufung der UNO Vollversammlung beantragt mit dem Ziel, der Ächtung Israels für diese, auch gegen den Tierschutz verstoßenden, Einsätze.
Auf Initiative eines gemeinschaftsantrages wird auch der UNO Sicherheitsrat einen Beschluss in dieser Angelegenheit fassen.

Aber auch die israelische Regierung ist nicht untätig geblieben. Nachdem die Wehrpflicht für Wiedehopfe bereits vor längerer Zeit eingeführt wurde, wurde der Beschluss gefasst auch die Wehrpflicht für Bienenfresser einzuführen. Außerdem wurde die Regierung bevollmächtigt, die Wehrpflicht, ohne die eigentlich dazu erforderliche Beschlussfassung durch die Knesset, auch auf andere Tiergruppen auszudehnen.

Ja, macht Euch nur weiter lustig. Aber die Tatsachen könnt Ihr damit nicht aus der Welt schaffen!

Wir würden schlimmen Zeiten entgegengehen, wenn wir jetzt nicht gemeinsam gegen Israel vorgehen würden.

Irgend jemand sagte mal:“Ab jetzt kenne ich keine Parteien mehr, sondern nur noch Menschen“ (oder so ähnlich)

Ich rufe Euch zu: „Ab jetzt kenne ich keine Menschen mehr, sondern nur noch Judenhasser.“

11. A.mOr - Mai 16, 2012, 13:22

Dos kelbl un dos schwolbl, >>’donaj ‚donaj>>. Kol tow!
Manchen gilt Jizchak Katzenelson (sel.A., 1886 – 1944) als Autor des Lieds, welches er wohl im Warschauer Ghetto schrieb. Er wurde in Auszwitz ermordet.

Noch eine kleine Geschichte mit der englischen Liedversion.

Joan Baez ~ DONNA DONNA ~
Joan says: One of the most recent stories about this song is from May, 1989, when I was still in Czechoslovakia, while the Communist government was still well-entrenched. Humanitas International and I had invited some of the leading dissidents to my concert, incuding Vaclav Havel ( who later became the President of Czechlslovkia). Ot was a government-televised concert and police were all over the place. We had people sit with out dissident friends to keep them from being arrested.

„I sang and then invited a banned Slovakian musician to the stage where we got the microphones turned off for the first time. When I introduced Havel, the audience went wild. To close the concert I asked the „legitimate singers who performed before me to sing the encore with me. They were very hesitant, but I was able to persuade them. I hit about two notes of „Donna Donna“ when the sound was cut again. But without a microphone in a hall of about 4,000 people we sang „Donna Donna.“ You could have heard a pin drop. Someone had taken the very serious personal risk of turning off the house music. Even the police were to embarrassed to interrupt and do their job. It was an important moment —— a big victory.
Recorded in concert for CBC Radio Montreal, Canada, 1969.

(Quelle: ‚youtube‘, Kommentar zu diesem Musikstück. Danke an die Einsteller der Videos.)

Die Schwalbe steht für mich als Symbol für Freiheit, in Zickzack, wie’s die Schwanzfedern schon andeuten, in Sturzflug und scheinbarer Waghalsigkeit. Und die Schwalbe weiß, wie das Wetter wird… Bruchim habaim! Glück auf Dein Haus!

12. willow - Mai 16, 2012, 13:54

Ach wie schön, Schwälbchen habe ich ja auch zuuuu gern. Wünsche euch und den neuen Untermietern alles Gute … nicht zu vergessen: sprich doch bittebitte ein ernstes Wort mit diesen schwarzen Räuber, ist gibt doch wohl Grenzen!? 😉

13. Malte S. Sembten - Mai 16, 2012, 16:30

Lila: Oh ja, solche Geschichten gibt es zuhauf. Die Empörung in den arabischen Medien (jetzt auch den türkischen) ist jedesmal groß, die Leute scheinen das Zeug tatsächlich zu glauben.

Moslems sind eben NICHT auf unserem zivilisatorischen und intellektuellen Niveau, bei weitem nicht. Wir westlich geprägten Gesellschaften und Menschen sind den osmanischen und arabischen in so gut wie jeder Hinsicht himmelhoch überlegen (außer natürlich in der Selbstbehauptung). Ich weiß, das sagt man nicht laut, aber jeder ist sich dessen bewusst – sogar die Gutmenschen (tief im Innern ihrer schwarzen Herzen).

14. cadovius - Mai 16, 2012, 18:56

Paul hat ja schon den Finger darauf gelegt: glaub ja nicht, dass Du die unheimlichen Bienenfresser-Aktivitäten und die Wildscheinausbildung etc des Mossad beschönigen kannst… Wir wissen, was davon zu halten ist!

15. Lila - Mai 16, 2012, 19:04

Dann könnt Ihr Euch ja woh auch denken, wozu wir die Schwalben ausbilden wollen….

16. Silke - Mai 16, 2012, 19:50

ein Aberglaube, dem ich anhänge: Schwalben bringen Glück

Mein auf Vögel spezialisierter Katerunhold (in einem Dorf voll Horden anderer freilaufenden Katzen) hat nie nie nie eine Schwalbe mitgebracht.

17. Lila - Mai 16, 2012, 20:23

Das war mein erstes Wort, als wir das Schwalbennest bzw seine Anfänge sahen: die bringen Glück!

Und ich hätte ja statt meinem ollen Spitznamen Lila fast das Pseudonym Frau Schwalbe gewählt – weil doch das Lied von der Schwätzerin immer schon eines meiner liebsten war. Das zwitschert, das zwatschert, und kann nicht stille sein…

18. Silke - Mai 16, 2012, 21:18

Ich hatte in meiner vorigen Wohnung lange Zeit Schwalbennester über meinem Schlafzimmerfenster. Kein schöneres Schlaflied als ihr Gemurmel.

Als ich noch im Dorf lebte, hat mir die Bäuerin von nebenan mal nahezu unter Tränen erzählt, daß es jetzt eine Vorschrift gäbe und sie aufgefordert seien, die Schwalbennester im Kuhstall (rund 100 Rinder, Bullen und Kälber zusätzlich) zu entfernen seien. Der Stall lag am Bach, es gab also nicht nur Mäuse in Hülle und Fülle, sondern auch Ratten und natürlich Katzen in Hülle und Fülle. Welchen zusätzlichen Schaden kann in einem Stall, in dem außer den Menschen alle essen und verdauen, das bißchen Schwalbe drin zusätzlich anrichten?

Mein erster an und eigentlich sehr kluger Chef hat sich mal eine langdauernde Obstruktion zugezogen, als er die Entfernung von Schwalbennestern im Labortreppenhaus anordnete und durchsetzte und das in den frühen 60ern als sie vermutlich noch viel häufiger waren als heute.

Meine andere große Liebe sind die Spatzen. Eine Bäuerin hat mir mal erzählt, daß, wenn sie noch vor so gar nicht langer Zeit, also in den 70ern das Tischtuch nach dem Frühstück ausschüttelte sie jedesmal eine bodendeckende Spatzenhorde anzog. Heute in den späten 90ern sei es nur noch ein zählbares Grüppchen.

Obwohl das ihr und anderen nicht gefiel wurden dennoch selbst nicht bewohnte Dachböden allüberall spatzensicher gemacht, weil die so schlafstörend laut seien.

Was hat „uns“ so empfindlich gemacht?

19. Lila - Mai 16, 2012, 21:26

Ich mag Spatzen auch sehr gern – sowohl in Erinnerung an den Spatzenkönig aus dem Sternenfritzchen als auch einfach so. Auf Hebräisch heißt Spatz Dror – was gleichzeitig auch Freiheit bedeutet und ein Vorname ist (Dror für Jungens, Drorit für Mädchen).

Wir haben unseren Spaß an den Vögeln, die wir in dieser Gegend sehen. Jahrelang war kein Vogel Bulbul zu sehen – jetzt haben wir ein Paar im Garten. So hübsch mit ihren schwarzen Köpfchen. Die Mönchgrasmücke, die uns auf dem Fensterbrett besuchen kommt, das Spechtpaar, die Kolibris, die Kohlmeise…. einfach wunderbar anzusehen.

Spatzensichere Dachböden? Da habe ich ja noch nie von gehört. Ich mag es so gern, wenn um Sonnenaufgang die Vögel anfangen, sich zu rühren. Auch die Hähne unseres Nachbarn, die Grillen, Frösche und Schakale, die unsere Einsamkeit hier oben beleben. Selbst die Nachbarshunde mit ihrem Kläffen stören mich nicht. Ländlich, sittlich.

20. willow - Mai 16, 2012, 21:56

Wie gut hast du es … in Deutschland ist es allüberall üblich geworden Vögel zu vergrämen. Selbst die Kirchendachböden werden häufig mit dünnmaschigem Draht vogelsicher vergittert. 😦

21. Paul - Mai 16, 2012, 23:56

„Dann könnt Ihr Euch ja woh auch denken, wozu wir die Schwalben ausbilden wollen….“
Zum schnäbeln, Lila, zum schnäbeln.

Auf meine Anfrage hat mir der Mossad mitgeteilt, dass die Schwalbe zu nichts anderem zu gebrauchen ist. 😉

22. colchico - Mai 17, 2012, 2:35

Vögel sind mir wesentlich lieber, aber gejuckt hat’s mich halt doch:
Auf welchem zivilisatorischen und intellektuellen Niveau bewegen wir uns denn so als westlich geprägte Menschen und Gesellschaften?

23. colchico - Mai 17, 2012, 2:57

Silke, war das vielleicht zur Zeit der Vogelgrippen-Angst?
Aber es gibt ja auch ohne Angst vor Seuchen kaum etwas, das es nicht gibt. Ein Bekannter zog vor einer Weile aufs Land (freiwillig) und wollte den Kühen des Nachbarn das Muhen verbieten lassen.

24. willow - Mai 17, 2012, 7:59

Colchico, geh mal mit offenen Augen durch die Stadt – du wirst staunen, wieviel Aufwand getrieben wird, um Vögel vom Brüten abzuhalten … leiderleider sieht es auf den Dörfern (die ja zunehmend von „richtigen“ Dörfern zu Schlafsiedlungen für Städter werden) nicht viel anders aus.

25. A.mOr - Mai 17, 2012, 8:09

Nu, willow, wie passend Dein Hinweis!
„… in Deutschland ist es allüberall üblich geworden Vögel zu vergrämen.“
Trauriges habe ich von den wunderbaren Spatzen zu berichten.
(Silke, Du kennst diese Geschichte von mir schon?)

In einer Mietwohnung hatte ich das morgendliche Vergnügen, die Spatzen in einem dichten Gestrüpp vor meinem Küchenfenster bei ihrem Treiben zu beobachten. Ein Segen, kaum zu beschreiben; vielleicht für Menschen, die nie in einer Stadt wohnten ist’s so auch nicht nachvollziehbar? Diese Spatzen waren meine Freunde, mir ans Herz gewachsen, wie hätte ich jemals „mit dem linken Fuß zuerst aufstehen“ können, wenn es doch diese Spatzen waren; sie mit mir im Glanze des Morgens.
Eines Tages wurde ich Zeuge, wie eine Gartenbau-Firma, beauftragt von der Wohngesellschaft, dieses große Gestrüpp, den Tummelort der Spatzen, entfernen ließ. Verhindern konnte ich das nicht.

Es wurde neu angepflanzt, ein vorgezogenes Gestrüpp viel zarterer Art, davon einige neue, und es wollte nicht recht gedeihen und blühen; es war, als sei das Paradies auf Erden um einen weiteren Ort an angestammter Stelle betrogen worden, so daß dort nichteinmal mehr das neue Grün erblühen mochte.

Diese Spatzen sah ich nie wieder an jenem Ort, wo die Düsternis kaltherziger Menschen die Erde um ihr Erblühen betrog.
Aber um eines bin ich mir sicher, der Glanz des Morgens war es, den sich die Spatzen mit mir in den Augen an jenem Ort teilten.

26. A.mOr - Mai 17, 2012, 12:00

colchico,
😉 interessehalber nur eine Frage: ist Dein nick eigentlich eine andere Form/Umschreibung von „Alamanne“? Du bist doch aus der Schweiz, verstand ich’s richtig? Kol tow!

27. cadovius - Mai 17, 2012, 15:27

Ich kenne Schwalben auch als Glücksbringer. Früher haben sie Jahr für Jahr in einer geschützten Ecke an der Haustür gebrütet. Es störte sie anscheinend gar nicht, dass dort so viele Menschen ein- und ausgingen. Wir haben sie jedes Frühjahr mit Freude begrüßt, aber eines Tages kamen sie nicht wieder und sind leider in meinem Dorf eine Seltenheit geworden, obwohl durchaus erwünscht und geliebt. Aber vielleicht vertragen sie auch nicht die Ergebnisse der technologisierten Landwirtschaft. – Spatzen sind uns erfreulicher Weise noch geblieben.

Silke - Mai 17, 2012, 16:22

zur Ehre der Städter muß gesagt werden, daß die „Eingeborenen“ untereinander auch nicht besser sind. Als ich in den späten 80ern hinzog, war es noch üblich, die Kühe im Sommer auf die Weide zu treiben. Nach und nach stellten es alle ein, weil die, die dank Stillegungsprämie nu selber keine Kühe mehr hatten, sich über die Kuhfladen derjenigen auf der Straße erregten, die noch welche hatten. Zuerst haben die Kuhtreiber es mit Kuhfladen hinter der Herde aufkehren versucht, aber das machten sie irgendwie nie ordentlich genug und so gaben sie’s auf. (Ich habe 2 Sommer lang mitgeholfen. Es ist nicht nur das Leben der Kühe, das ärmer wurde, seit sie nur noch im Stall sind.)

Aber es gab auch einen städtischen Neuankömmling im Dorf, der entsetzlich litt, weil niemand ihm gesagt hatte, daß auch in unserem Dorf dank neuer Vorschriften zu Gülleausbringzeiten Güllebehälter gebaut werden würden. (Die stinken nur, wenn sie gerührt werden, dann aber kräftig und architektonisch geben sie auch nicht viel her.) Ich bin nicht grün-fit genug, um es zu beurteilen, aber irgendwie scheint mir eine und die gleiche Vorschrift für niedersächsische Flächenbauern und hessische nahezu Bergbauern nicht lebensfreundlich zu sein.

Gemuht haben die Kühe meines Nachbarn nur so, daß es als Einschlafhilfe brauchbar war, aber er hatte einen Futterautomaten im Stall und irgendwann eine Kuh, die dieses Metall-Teil Nacht für Nacht in unregelmäßigen Abständen traktierte. Das weiß ich nur, weil ich ihn gefragt habe, was das neue Geräusch sei und er mir dann sein Leid mit der Kuh geklagt hat. Ich habe mir Ohropax gekauft und irgendwann hatte er es geschafft die Kuh mit dem Automaten zu versöhnen.

28. Silke - Mai 17, 2012, 16:25

PS:

nö, Vogelgrippenangst war später, es war rein, daß auf einmal Sekretärinnen und ähnliches Einzug in die Familien hielten. Und wenn eine Familie „besser“ wird, muß die nächste ja nachziehen.

Ich habe es nie überprüft, aber vermute stark, daß die Frauen die Triebkraft waren, ähnlich wie ich vermute, daß es Männer sind, die am Mittelmeer auf Schnitzel bestehen.

Silke - Mai 17, 2012, 17:10

und oft ist es nicht einmal direkt gegen die Vögel gerichtet.

Irgendwann wurde in „meinem“ Dorf die nicht mehr benötigte Kuhtränke am Bach, eine ungepflasterte Schräge vom Festplatz an den Bach, zugemacht. Danach wurde es für manche Schwalben schwierig, denn eben jene Kuhtränke war, sagten meine Nachbarn, der von den Schwalben bevorzugte Ort gewesen, um Lehm/Schlamm für den Nestbau zu bekommen.

Der Festplatz war aus ganz unschuldigen Gründen schöner geworden und die Schwalben waren der unbeabsichtigte Collateralschaden.

Als ein Fernsehteam im Dorf war und typisch Städter auch ein paar Rumpelecken aufgenommen hatten, weil sich das ja so urwüchsig romantisch macht, brach größerer Zoff aus, daß man das hätte gesagt bekommen müssen, so daß man es hätte zudecken/wegmachen können, daß „die“ das wieder mal absichtlich gemacht hätten, um zu zeigen, daß Bauern dreckig sind und dergleichen mehr.

Es war Baugerät und kann man ja vielleicht noch mal brauchen Zeugs und fahr ich demnächst mal auf die Deponie etc.

Vielleicht ist es ja das Film/Fernsehen usw., die uns eine muß-haben-perfekt-schöne Welt vorgibt und da vergessen wir immer wieder, daß gefilmt/fotografiert vieles ganz anders aussieht als im wirklichen Leben.

Ich war mal auf ner Man Ray Ausstellung, da gab es Fotos von Models mit Hüten to-die-for – nur es waren ganz ordinäre Brotkörbchen wie sie in jeder Pariser Kneipe der Zeit rumstanden.

Wir brauchen mehr solche Lektionen i.e. wie leicht unsere eigene Wahrnehmung betrügbar ist.

29. Lila - Mai 18, 2012, 9:38
30. Margot - Mai 18, 2012, 11:09

Die wahren Hintergründe des israelischen Bienenfresser-Spions äußerte ich bereits an anderer Stelle (Medien backspin):

Wahrscheinlich ist euch entgangen, dass die Türkei Massen von Bienenschwärmen heimlich so gepolt hat, damit sie gen Israel fliegen und sich dort wütend auf Israelis stürzen um sie zu stechen in eine Art Stechepidemie. Dem kam der Mossad – schlau wie er immer ist – zuvor. Diejenigen Bienen, die Skrupel bei der Ausführung des Stechbefehls entwickelt hätten, sollten sich dann dem Honigsammeln zuwenden und voll gepackt in die Türkei zurückkehren. Das gäbe dann den berühmten türkischen Honig in Hülle und Fülle und die feigen Bienen hätten auf diese Weise auch ihre Pflicht erfüllt …
Margot

31. colchico - Mai 18, 2012, 14:32

Willow, Du hast recht: auf meinem Spaziergang gestern sah ich an entsprechenden Stellen Stacheldraht, Metallbänder mit „Dornen“ und verschiedene Verschlüsse der Luftöffnungen im Giebel alter Häuser: zugemauert, zugebrettert, feinmaschige Gitter.

In der Innenstadt tut man das vielleicht wegen der Tauben? Es ist mir aber auch in meiner unmittelbaren Nachbarschaft aufgefallen, und die befindet sich am Stadtrand. Hier treten Tauben ohnehin nicht in Scharen auf. Seltsame Sache. Passt aber zu anderen lokalen Eigenheiten, z. B. dem Umstand, dass manche Leute ihr Waldgrundstück wischen oder saugen. (Beides mit eigenen Augen gesehen!)

Vögel und anderes Getier gibt’s hier zum Glück aber weiterhin. Wenn die Spatzen jetzt vielleicht noch meine Kräuter in Ruhe ließen oder wenigstens nicht so hinterhältig niedlich wären, dass man sie gewähren lassen muss.

32. colchico - Mai 18, 2012, 14:37

A.mOr, zwar lebe ich in der deutschsprachigen Schweiz, aber mit Alemannen hat mein nick nichts zu tun. Colchico (d’autunno) ist der italienische Name der Herbstzeitlose.

33. colchico - Mai 18, 2012, 15:04

Silke, in den umliegenden Dörfern lassen viele Bauern ihre Kühe noch ins Freie. Die können gegen Abend schon mal laut werden, aber es sind Tiere, auf dem Land. Da verursachen all die Städter, die wegen der Ruhe und der „guten Luft“ aufs Land ziehen, wohl wesentlich mehr Lärm, wenn sie selbst kürzeste Strecken mit dem Auto zurücklegen.

34. A.mOr - Mai 18, 2012, 16:40

colchico
„…z.B. dem Umstand, dass manche Leute ihr Waldgrundstück wischen oder saugen…“
Habe ich’s doch richtig verstanden: die Schweiz (öhm, die deutsche… 😉 )!
„…oder wenigstens nicht so hinterhältig niedlich wären,… 😀

Danke für Deine Antwort. Ist ein schöner Name mit schöner Bedeutung!
Deine Präzisierung „deutsche“ Schweiz ist angebracht, ich hatte allerdings etymologisch gefolgert: „Sueben“ bzw „Sweben“ (bzw „Alamannen“) = (Name der) Schweizer. Ich liege doch richtig?

Aber „Helvetia“ ist nach wie vor im „Trend“?
Zumindest drückt der Name für mich sehr viel eher die Vielsprachigkeit der Schweiz aus, wenn das auch für’n historischen Umfang zu sehr verkürzt ist.

Schönes Wochenend un gut schabbes.

Silke - Mai 18, 2012, 18:25

colchico

Ich habe mal gehört, Herbstzeitlose seien giftig?

35. Lila - Mai 18, 2012, 18:27

Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch.

Und wie schön verbindet die Titelillustration zu Manns Betrogener Krokus und Herbstzeitlose:

null

Darin ist dargestellt, daß die Betrogene von der Natur selbst betrogen wird: was sie für einen Frühlingsboten hält, ist in Wirklichkeit die Ankündigung ihres Welkens und Todes.

Silke - Mai 18, 2012, 18:29

colchico

lassen die Bauern die Kühe über Nacht draußen? Und wenn ja, wie werden die gemolken?

In meinem Dorf waren zum Schluß nur noch Rinder draußen.

Lt. Dorf-Sprache sind Rinder Kühe, die nicht geboren haben und drum keine Milch haben. Ob sie Kühe während Trockenstehzeiten (sofern es so etwas überhaupt noch gibt) auch rausgebracht haben, weiß ich nicht mehr.

36. colchico - Mai 18, 2012, 22:39

A.mOr, ich fürchte, da überforderst Du mich: von Sprachwissenschaften habe ich keine Ahnung, von Germanistik schon gleich gar nicht. Aber ich habe mir mal erzählen lassen, der Name des Landes komme vom Kanton Schwyz. Dessen Name wiederum erinnere an die Schweden, die da mal ihre Gene gestreut hätten, daher auch die vereinzelten hochgewachsenen weißblonden Leute, die mir in einem der Bergtäler aufgefallen waren. – Wenn’s nicht stimmt, so war’s doch gut erfunden 🙂

Helvetia bzw. helvetica soll man bei der Staatsgründung tatsächlich für den offiziellen Namen verwendet haben, um auf die verschiedenen Sprachregionen Rücksicht zu nehmen. Mir sind die lateinischen Bezeichnungen bisher aber nur in historischen Zusammenhängen, als Name der Allegorie, in der Abkürzung CH, auf Münzen, in Briefköpfen und ironisierend begegnet.

Ein schönes Wochenende wünsche ich auch Dir, und guten Schabbat dazu.

37. colchico - Mai 18, 2012, 23:20

Silke, das trifft zu. Colchicin ist ein Zellteilungshemmer und kommt in allen Teilen der Herbstzeitlose vor. (Eigentlich hemmt es nicht die Zellteilung an sich, sondern die Aufteilung des Erbgutes.)

Es ist aber, wie Lila schreibt: in der richtigen Dosierung ist das Gift bei manchen Erkrankungen ein Segen. Am bekanntesten ist wohl die Anwendung bei Gicht. Weniger bekannt ist hierzulande vermutlich das Familiäre Mittelmeerfieber. Bei dieser Erkrankung verringert Colchizin die Häufigkeit der Schübe. Früher versuchte man auch, den Wirkstoff gegen Krebs einzusetzen. Wenn man ihn aber so verabreicht, dass der ganze Körper davon abbekommt, liegt die therapeutische Dosis in der Krebsbehandlung zu nahe bei der schädlichen.

Soweit ich das mitbekommen habe, holen die Bauern ihre Kühe abends in den Stall und melken sie auch da. Wer weiß, welche Scherereien sie hier bekämen, täten sie’s in der unhygienischen Natur. (Die Tiere haben große, abends pralle Euter. Daher nehme ich an, es seien Kühe. Rinder und Kälber habe ich aber auch auf Weiden gesehen. Beim Wandern wurde ich schon von ganzen Trupps begleitet.)

38. colchico - Mai 18, 2012, 23:37

Lila, oh, diese Erzählung kannte ich noch gar nicht! Muss ich mir unbedingt besorgen.

39. Lila - Mai 19, 2012, 7:22

Sie ist keine von Manns stärkeren Arbeiten – aber lies mal erst, dann können wir ja fachsimpeln.

Silke - Mai 19, 2012, 13:28

colchico

natürlich ist Handmelken „unhygienisch“ und stell Dir erst die Spässkes meiner Kindheit vor, wo einem eine gut gelaunte Bäuerin schon einmal die Milch direkt in den Mund molk.

Aber selbst bei meinem vergleichsweise Kleinbauern mit seinen rund 100 Kühen wäre Handmelken schon gar nicht mehr zu schaffen gewesen.

Am schlimmsten aber fand ich Kühe, deren Euter so riesig geworden waren, daß sie zwischen den Hinterbeinen hervorquollen. Die Bäuerin sagte, das werde mehr und mehr Mode und war nicht glücklich drüber.

Meine Chemiker-Chefs behaupteten, daß der Preis für all diese Hygiene, von der säuberlich gewaschenen Zitze über Kabel direkt in die geschlossene Kanne sei der Grund für die Zunahme von Allergien. Aber vielleicht leben wir deswegen jetzt alle so lang, daß 100 wie nix Besonderes mehr scheint.

Doch wenn die Milch sozusagen direkt von der Kuh in die geschlossene saubere Kanne fließt, wieso stört dann ein Schwalbennest?

Der ganze Sauberkeitsfanatismus passt einfach nicht zusammen. Für eine Laiin ist kaum mehr zu unterscheiden, was Panikmache zum Zwecke der Erzeugung eines Must-Have-Marktes ist und was sinnvolle Erkenntnisse sind. Ich helfe mir, indem ich das Wort RatSCHLAG immer geteilt höre und halte mich ansonsten an den Rat, den ich so ca. 1967 erhielt: „Keep it Clean and Dry“ und der sich in meiner Zeit in ner weniger „zivilisierten“ Gegend immer und immer wieder bewährt hat.

40. A.mOr - Mai 20, 2012, 9:41

Nu, colchico, und Guten Morgen, einst vom Fach (wenn auch eher zu älterer -ua „europäischer“- Geschichte/Prähistorik) möchte ich mich nun sicher nicht als ‚Experte‘ gerade für die Schweiz probieren. 😉 Also habe ich mich nun „streng wissenschaftlich“ 🙄 an ‚wikipedia‘ herangewagt, um dort eine These zur Namensbildung zu finden.
Du liegst also anscheinend ganz richtig, nur das mit den Schweden halte ich für Haarherbeizieherei, bzw Witzelei. Die Schweden, da mußte ich spontan an den Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) denken, nur war daran die Schweiz überhaupt beteiligt, bzw betroffen?
Das müßte ich erst noch genauer erlesen.

Nu, wie komme ich auf meine These?
Zunächst einmal, nur um den Schweizern was „gutes“ zu erzählen, der Fundort bei La Tène gab einer ganzen, eisenzeitlichen Epoche ihren Namen, die Rede ist von der „Latène-Zeit“ der „Kelten“ quer über ganz Europa in einem Zeitraum von circa 500-0 v.allg.Z., die die sogenannte „Hallstatt-Zeit“ ablöste; alles in engen Zusammenhang jeweils mit den „Europäern“ jener Zeit, allgemein als „die Kelten“ bekannt.
Auf den „Britischen Inseln“ hat sich das Ganze nochmal rund 500 weitere Jahre erhalten, inwiefern die frühchristliche Mission dem widerspricht, kann ich ad hoc nicht sagen.

Ins Blickfeld der Geschichte rückt das Gebiet der heutigen Schweiz zB durch den Kriegsbericht des C.I.Ceasar, er benennt mehrere keltische Stämme dort, ua die ‚Helvetier‘.
Er berichtet auch von Ariovist und dessen ‚Sueben‘, tatsächlich gibt es kriegerische Handlungen, aber das ist ja allgemein bekannt (die römische Eroberung von ‚Gallien‘ durch Ceasar).
Später, ich glaube schon im 3.Jahrhundert allg.Z. (oder doch etwas später erst im Zuge der sog. „Völkerwanderung“?), rücken die Alamannen in das Gebiet vor, die ebenfalls sprachlich zu den Sueben (man findet diese übrigens auch in Spanien, zB) gezählt werden, wobei dieses ‚Ala’/tatsächlich Deutsch ‚alle‘ bedeutet, Mannen – Männer bzw Leute.
Der Name der ‚Schwaben‘ läßt sich herleiten von den ‚Sweben’/’Sueben‘, gleiche Volks- und Kulturgruppe, wie also die Alamannen.
Nu, ich weiß es nicht genau, aber könnte schon sein, daß also der Begriff ‚Schwyz‘ sich ableitet von ‚Sueben‘ bzw ‚Sweben‘; nur eben nicht von den Schweden… 😉

Von Pflanzen, bzw Wirkstoffen und Heilwirkung indessen scheinst Du ja eine Menge zu verstehen, sehr interessant. Kol tow, saj gesunt!

(schawua tow ale.hem.)

41. A.mOr - Mai 20, 2012, 9:47

Silke
„Für eine Laiin ist kaum mehr zu unterscheiden, was Panikmache zum Zwecke der Erzeugung eines Must-Have-Marktes ist und was sinnvolle Erkenntnisse sind.“
Geht mir auch so…

42. colchico - Mai 20, 2012, 13:23

Silke, in der Schweiz ist fast alles etwas kleiner. Auf Weiden habe ich Herden aus vielleicht 20 Kühen gesehen, bei der einen oder anderen mögen es 10 mehr gewesen sein. Mein Nachbar meint, hier seien 50 Kühe eine große Herde und 100 könne man nicht auf einmal ins Freie lassen, weil sie den unbebauten Raum zwischen zwei Dörfern ausfüllen würden.

„Clean and dry“ tut’s heute auch bei mir. Oder, wie meine Urgroßtante sagte, als wir zum Frühjahrsputz mit unseren Superhygienedesinfektionsputzmitteln einfielen: „Kinder, es gibt nichts zu erben.“ Seit 90 Jahren gedeihe sie mit ihrer Hausflora, da könne man die eine nicht ohne die andere umbringen.

Aber die Hygienevorschriften in der Lebensmittelproduktion haben schon auch gute Seiten. Tuberkulose zum Beispiel halte ich nicht für erstrebenswert. Vermutlich gibt es auch andere Krankheitserreger, die infizierte Kühe mit der Milch ausscheiden. Dagegen hilft dann auch ein geschlossenes Melksystem nicht. Vielleicht hat das Schwalbennesterverbot einen solchen Hintergrund? Dann folgen als nächstes wohl die Vogelverbotsschilder auf Kuhweiden.

Silke - Mai 20, 2012, 15:17

colchico

wie recht Deine Oma hat –

43. colchico - Mai 20, 2012, 23:30

A.mOr, im Kanton Graubünden sollen sich die Spanier damals mit den Franzosen gekloppt haben. Aber ob das Gebiet damals schon zur Schweiz gehörte, weiß ich nicht. Jedenfalls soll sie erst im Westfälischen Frieden ein unabhängiger und neutraler Staat geworden sein.

Vor einer Weile gab’s hier eine Ausstellung über die Kultur der Kelten. Die fand ich ziemlich beeindruckend, die Gegenstände ebenso wie die Einflüsse aus entfernten Gegenden, auf die die Informationstafeln verwiesen. Auch das mit den Sueben und Alamannen ist interessant. Ich hatte keine Ahnung, dass die bis nach Spanien gekommen waren.

Von Caesars Berichten ist mir vor allem jener über die Alces in Erinnerung geblieben, diese waldbewohnenden Tiere, die bei Caesar ohne Bein- und Fußgelenke auskommen mussten. Daher lehnten sie sich zum Schlafen an Bäume. Wenn den Germanen nach Alcesfleisch war, untergruben sie laut Caesar die Wurzeln der Schlafbäume. Lehnten sich die müden Tiere am Abend an, stürzten sie samt Bäumen um, und die Germanen konnten ihren Braten einfach einsammeln. – Gute Woche und Gesundheit auch Dir.

44. A.mOr - Mai 21, 2012, 12:19

Nu, freut mich, daß ich Dir neues zu den Sueben erzählen konnte. 😉
Wikipedia hat auch eine Kurzfassung dazu.
„De Bello Gallico“ mußte ich einst in eine Hausarbeit verwursteln, nur an jene „Alces“ erinnere ich mich nicht mehr (bin allerdings stellenweise ziemlich vergeßlich), wieder mal ‚wikipedia‘ spuckt ‚alces alces‘ aus.

Ist auf jeden Fall eine witzige Geschichte!
Und die ist von Ceasar, nicht etwa Verhohnepiepelung von den Helvetiern, wo sie selbst doch durch Ceasar nach hohem Blutzoll gezwungen wurden an jenem Ort (in der Schweiz) zu bleiben und zu leben, von dem sie doch vor den germanischen Neuankömmlingen (den Sueben) mit Sack und Pack flüchteten? 🙄
Nu, scheint jedenfalls so, daß jene Germanen in ihrem Hunger die „ceasarischen Alces“ restlos verspeisten, oder hat man welche noch in der Schweiz gesehen dieser Tage?

Das mit der Neutralität und Unabhängigkeit der Schweiz 1648 im ‚Westfälischen Frieden‘ (Austritt aus dem ‚Heiligen Römischen Reich Deutscher Nationen‘) stimmt.

45. A.mOr - Mai 21, 2012, 17:50

Nu, man findet’s auch noch online, wie praktisch. 😉

27. Ferner der Elch. Er gleicht an Gestalt und Farbenwechsel des Fells dem Reh, ist aber etwas größer; seine Hörner sind nur ein Stumpf, und seine Beine ohne Knöchel und Gelenke. (2) Wenn er ausruhen will, legt er sich deshalb nicht nieder und kann sich, wenn er durch einen Zufall niederstürzt, nicht aufrichten oder aufhelfen. (3) Bäume dienen ihm daher als Lager; an sie lehnt er sich an und so ruht er, nur etwas rückwärts gebeugt, aus. (4) Wenn nun die Jäger an den Spuren bemerken, wo er sich hinzubegeben pflegt, so untergraben sie entweder alle Bäume in der Wurzel oder hauen sie so an, dass sie nur noch dem äußersten Schein nach stehen. (5) Lehnt sich dann ein Elch seiner Gewohnheit nach daran, so drückt er den geschwächten Baum durch seine Last nieder und fällt selbst mit zur Erde.

(Übersetzung aus ‚De Bello Gallico‘; Elch, na klar, Lateinisch ‚alces‘. Tja, wie ich schon -vorsichtshalber- zugab, bin doch ein wenig vergeßlich. 😳 )

Bei der Gelegenheit, hatte ich ganz übersehen, aber dann -zufällig- wiedergefunden, Tacitus (‚Germania‘) berichtet von einem Volk ‚Suionen‘, auch von einem ‚Suebischen Meer‘ (die Ostsee). Vielleicht haben Schweden und die Schwyz am Ende doch vielmehr miteinander zu tun, als die heute räumliche Entfernung ahnen läßt?
Zumindest kamen die Leute in der Zeit der europäischen ‚Völkerwanderung‘ ziemlich rum, siehe zB die Sueben in Spanien…

Ob nun die Suionen/Svinen auf’s Engste verwandt sind mit Sueben/Sweben weiß ich trotzdem nicht, ohne weiter zu recherchieren. Wenn nur die Ostsee zwischen ihnen lag, dann haben sie sich -meiner Meinung nach- mindestens gut gekannt, als Nachbarn eben.
Tacitus schrieb, soweit mir bekannt ist, zwar nur aus großer Ferne über die Germanen, aber es wird schon einen Grund geben, daß die Ostsee einst „Suebisches Meer“ genannt wurde.

Ach ja, die Germanen…

46. A.mOr - Mai 21, 2012, 17:55

Zu Vögeln indes konnte ich weder bei Ceasar noch bei Tacitus auf die Schnelle was finden. Ich zweifle aber nicht, daß auch zu jenen Zeiten eine Menge schräger Vögel umherliefen und beizeiten flogen, manches Kuckucksei mag auch der Spionage verdächtigt worden sein?
Das weiß wohl nur der Kuckuck. 🙄

47. Lila - Mai 22, 2012, 8:33

Bei mir bauen Zwitsch und Zwatsch inzwischen weiter an ihrem Nest. Ich muß unbedingt ein paar Bilder machen, es ist ja so hübsch, wie sie in ihr Nest kriechen und von innen Klümpchen um Klümpchen an die Wand drücken. Den ganzen Tag flitzen sie ums Haus und gestern nacht haben sie schon im Nest geschlafen.

Als wir nach Hause kamen, guckte ein kleines braunes Köpfchen über den Nestrand. Was sind das für hübsche Tiere!

Unsere Haustür ist von Glasscheiben umgeben, die zwar größtenteils Milchglas sind, aber ein paar klare Streifen haben. Durch die linse ich, wenn ich sie beobachten will, ohne sie zu stören.

Ich bin glücklich, daß die Schwalben dort nisten, auch wenn sie mir jeden Tag ein Häufchen Dreck hinterlassen und ein paar Flecken auf den Fliesen. Ich hoffe, daß sie die Zahl der Mücken und Fliegen reduzieren werden, die um unser Haus tanzen. Und ich hoffe, daß sie eine fröhliche Kinderstube aufmachen, so daß wir jeden Tag was zu staunen haben.

Zu Caesar fällt mir nicht viel ein, ich fand den Gallischen Krieg langweilig – bis auf die Rheinbrücke, das war interessant. Andere lateinische Texte fand ich wesentlich interessanter – In Verrem zB.

Die römische Zivilisation und Kultur haben mich immer schon fasziniert – wen nicht? Es war mir immer schade und ein Rätsel, warum unser Lateinunterricht (und ich hatte Latein ab der Sexta bis zur Obertertia, wenn nicht sogar Untersekunda – bis zum großen Latinum) so viel mit Schlachten und so wenig mit mit dem Alltagsleben zu tun hatte.

Ich habe mir gestern, auf Empfehlung meines Mannes hin, Robert Harris´ Pompeii gekauft (ich hatte es ihm vor Jahren auf Hebräisch gekauft und jetzt habe ich mir endlich das englische Original zugelegt), und bin wieder mal vollkommen gefesselt von der unglaublichen technologischen Höhe, die die Römer erreicht haben. Mein SChwiegervater ist gerade in Pompeii und ich habe mehrere Bücher über die Funde dort, und ich würde am liebsten alles liegen und stehen lassen und selbst hinfahren.

Eine Kollegin von mir hat über Nymphaea promoviert, von denen wir ja auch in Israel mehrere haben – darunter ein sehr schönes in Caesarea. Eine Freundin von mir schreibt ihre Magisterarbeit über römische Brunnen und ihre Weiterentwicklung in der Renaissance – nicht nur die skulpturelle Gestaltung, sondern auch die Ingenieurskunst dahinter.

Wenn wir sowas im Lateinunterricht gelernt hätten, das hätte mir gefallen. Gärten, Brunnen, Häuser. Möbel, Kleidung, Feste. Eines meiner liebsten Bücher ist eine reich bebilderte Dissertation über die römische Stola. Darin sind unzählige Skulpturen genau analysiert.

Wieso war ich gestern im Antiquariat bloß so doof, das Buch von Carcopino über die Alltagskultur der Römer liegenzulassen? Ich muß da sofort anrufen und es mir reservieren lassen. Das hab ich als Studentin mal gelesen, als ich eine Hausarbeit über die römische insula geschrieben habe.

Aber Caesar und seine Kriege – da weiß ich nichts mehr von.

Hat noch jemand außer mir Rosemary Sutcliffes Aquila-Trilogie geliebt? Das erste Buch ist das beste. Der Film war leider eine Enttäuschung, viel Action, wenig wirkliche Spannung. Der Hauptdarsteller entsprach überhaupt nicht dem Marcus des Buchs, Cottia kam gar nicht vor, nur Esca war überzeugend.

Wenn das Buch ins Lateinische übersetzt würde – DAS wäre eine Lektüre für die Unter- und Mittelstufe, oh Mann. Da hätten wir die nächste Stunde nicht erwarten können. Aquila legionem nonam.

Silke - Mai 22, 2012, 10:29

was die Römer anlangt, sind die nächsten Bücher auf meiner Liste Mary Beards Pompeii und Triomph – bis jetzt habe ich Parthenon (hochspannend) und Colosseum von ihr gelesen. Leider verweigert mir die Frau den vollen Genuss, weil ich sie schon mal bei nem Israelknacks erwischt habe. Wie kann jemand in bezug auf die Vergangenheit so gnadenlos pingelig mit den Fakten umgehen und in der Gegenwart Dummzeug nachbabbeln?

Hier ist ihr letztes zu den Römern:

http://timesonline.typepad.com/dons_life/2012/05/how-roman-are-the-olympics.html

How Roman are the Olympics?

Und wer die Geduld und die Zeit hat, sich das reinzuziehen, erfährt auch als Laiin viel viel Interessantes. (die allzu technischen Teile blende ich aus, doch wenn’s um Strategie und Taktik geht, um was wir wissen und was wir nicht wissen, höre ich mit Genuss hin.)

http://feeds.feedburner.com/TheHistoryNetwork/AncientWarfareMagazine

Derzeit das zweite von oben hat mir gut gefallen, obwohl ich am Ende immer noch nicht wußte, welcher der beiden Vermutungen, wie sie es hielten, nu die wahrscheinlichere ist.

Securing Seas and Shores: Fleets of the Roman empire

48. Silke - Mai 22, 2012, 10:41

und weil ich grad bei den Römern bin: obwohl es hier um Socrates geht, war meiner Erinnerung nach ganz viel von den Römern die Rede und lustig war’s, sehr lustig.

http://www.podcastdirectory.com/podshows/2731702

49. colchico - Mai 22, 2012, 20:41

A.mOr, hihi, damals also schon Eingewanderte überall! (Durch die Deutschschweiz schwappt seit einiger Zeit eine fremdenfeindliche Propagandawelle, dass man aus dem Staunen kaum mehr herauskommt.)

Zu den Vögeln aus römischer Sicht findet sich bei Plinius allerhand, in englischer Übersetzung hier. Auch er baute öfter mal eine Steinlaus ein. Bei den Elchen z. B. hat er noch einen draufgesetzt, aber das hast Du ja wahrscheinlich auf der verlinkten Wikipedia-Seite schon gesehen.

50. Lila - Mai 22, 2012, 20:49

Na, dann werde ich hier meinen Hinweis auf den Wiener Dioskurides los, eine medizinische Handschrift aus dem 6. Jahrhundert (natürlich eine Abschrift eines älteren Texts).

http://de.wikipedia.org/wiki/Wiener_Dioskurides

Diese Handschrift ist wegen ihrer Illuminationen berühmt. Und darunter sind, außer vielen genau beschriebenen Heilpflanzen, auch wunderschöne Vögel. Wenn ich dieses Buch im Unterricht vorstelle (es gehört natürlich in die Einführung in die Kunst des Mittelalters), dann zeige ich Photos der entsprechenden Vögel – sehr beeindruckend, daß der Künstler sie so gut erfaßt hat.

Da, guckt sie euch an:

http://commons.wikimedia.org/wiki/Vienna_Dioscurides?uselang=de#Tierbilder

Ich finde sie sehr schön. Ich habe ja eine große Vorliebe für illuminierte Handschriften, und der Wiener Dioskurides ist eine meiner liebsten.

Hab ich nicht Glück, daß ich sowas unterrichten darf?

Also, ist nicht ur-römisch, sondern auf der Schwelle zum Mittelalter, wo aber Rom noch an den Füßen klebte.

51. colchico - Mai 22, 2012, 20:52

Lila, Bilder von den Schalben wären toll!

Wie schade, wurdet Ihr im Lateinunterricht vor allem mit den Schlachten gequält. Unser Lateinlehrer war da deutlich geschickter: Wer Montags einen römischen Scherz aus ansonsten ernsthafter Quelle präsentierte, erhielt Zusatzpunkte und konnte damit verhauene Prüfungen ausbügeln. Statt Schlachtberichten gab’s Krimis (Cicero), und für die unvermeidlichen Heldenepen entschädigte er uns mit Briefen, Satiren (Horaz, Petronius) und überlieferten Schmähreden. Über den Alltag gewöhnlicher Leute haben aber auch wir nicht direkt aus den Quellen erfahren.

52. colchico - Mai 22, 2012, 21:02

Das ist großartig!

53. Lila - Mai 22, 2012, 21:07

Da hattet Ihr es aber deutlich besser als wir. Ich habe diesen ganzen gallischen Krieg gehaßt und wir haben da eeewig dran gekaut. Irgendwann ein paar Gedichte von Catull, wo wir natürlich über Vivemus, mea Lesbia…. unbändig gekichert haben. Tja, Pubertät eben. Wie gesagt, In Verrem, das war wohl mehr Krimi und hat mir gut gefallen. Die Beschreibungen der kostbaren Geschirre habe ich noch in deutlicher Erinnerung – natürlich auch, weil es da so Kannen oder Karaffen gab, die trullae hießen, und Trulla war ich ja zuhause auch.

Irgendwann hab ich wohl in Latein gänzlich abgeschaltet. Ein Jammer, denn ich liebe Sprachen und Kulturen und habe mich seit meiner Kindheit für Rom interessiert, auch in einer römisch geprägten Gegend gelebt. Wie ich überhaupt noch eine glatte Drei fürs Latinum rausgeschlagen hab, weiß ich selbst nicht mehr.

Alle meine Lateinlehrer waren Originale wie aus der Feuerzangenbowle. Der erste und originalste sprach mit starkem rheinischem Akzent – ein hochgebildeter Mann, der trotzdem vom „Backschus, dem Jott des Wäines“ sprach. Ja ja, der Backschus, da lach ich heute noch drüber. Hab ihn auch garantiert schon erwähnt.

Er war klein, hatte immer pfeffer-und-salzfarbene Anzüge an, und wenn es ans Analysieren ging, steckte er die Daumen vergnügt hinter die Hosenträger und ließ sie schnellen.

Mein Bruder und ich begrüßen uns gern mit dieser Bewegung, dazu rufen wir im Chor: „bei Werben des Spreschens (hier mit dem Zeigefinger heftig auf den Mund zeigen), des Seeehens (hier zwei Finger bis fast in die Augen stechen) und Hööörens (ebenso in Richtung Ohren)“. Dat wor der A Ze Ih.

54. colchico - Mai 22, 2012, 23:30

Immerhin, Ihr wurdet mit Backschus und Kollegen entschädigt 🙂

Vom Rest vergisst man ohnehin das meiste. Außerdem lässt er sich später noch lesen. Für diejenigen, die von Latein nicht viel mehr behielten als ich, gibt es heute ja auch online Übersetzungen. Von Ciceros Krimis, äh, Reden z. B. hier.

Im Übrigen halte ich diese Bibliothek in Wien für eine zu besuchende. („Setzen, colchico. Hast ja bis Montag viel Zeit, um was Nettes zu finden.“)

55. A.mOr - Mai 23, 2012, 18:05

(Lila, OT, beinahe vergessen, an Dich a dank, weißt schon, wolln mir nit sajn bejs! 🙂 )

Du kennst doch sicher die Geschichte, daß die Vögel Träger menschlicher Seelen seien?
Nuja, wie auch immer, ich freue mich „fremd“ für Dich, denke, daß ich genau weiß, was Du meinst. Allein meine „Spatzengeschichte“ zB, und soviele Wunder mehr!
Das Glück sei Dir nicht nur gegönnt, ich denke, es kommt gern zu Dir!

Nisten die Schwalben gegenüber der Mesuse?
Ssaj-wi-ssaj, eine Schwalbengeschichte habe ich auch noch. 😀
~ * ~
Einst stand ich bei einer abseitigen See-Bucht auf einem ziemlich hohen Felsen. Es war rund 14 Meter über dem Wasser. Genau, da wollte ich runterspringen! Nur, je öfter ich von da oben runter sah, desto größer wuchs meine Angst! Einen leichten Anflug von Höhenangst kenne ich, so stand ich also da, kauerte mich auch mal hin, sah runter und traute mich nicht.
Da sang ich dies Lied ‚dos kelbl‘, es sollte mich beruhigen, und ich sang die Strophe nicht „fligt a fejgl“ sondern „fligt a schwejlbl“.

Was geschah!
Schwalben kamen angeflogen, flogen wild und ungestüm, wie es ihre Art ist, hatten offenbar ein Nest in der Nähe, und „pfiffen“ mir ein Lied: „Kelbl oder schwejlbl – schwejlbl oder kelbl!“
Ojwawoj, meine Angst so riesengroß, nach wie vor, und diese Schwalben, wie ein Licht in Finsternis (nuja, sozusagen, es war ziemlich sonnig eigentlich 🙂 ), rufen mir zu: „kein Mut, wo da keine Angst ist!“

Nein, mir ging es da „nicht so gut“, aber die Schwalben, daß sie überhaupt gekommen waren, wurden mir ein zusätzlicher Mut, so ging ich wieder zur Felskante, schlagend Herz und große Angst, und sprang.

Eine so große Befreiung war das! Und alles war gut!
Mein erster Sprung war mit den Füßen voraus, schon der nächste mit Kopf voraus, und ich sprang und sprang, mit weit ausgebreiteten Armen einen Flieger nachahmend, solang, bis mir der Kopf einfach schmerzte.
Noch ein letztes mal in die Bucht hinein, die man durchschwimmen mußte, um auf jenen Felsen klettern zu können. Diesmal schwamm ich zurück ans andere Ufer, ein großes Glück schon wieder, denn als ich aus dem Wasser raus war und zum Abschied nochmal hinsah, erblickte ich eine kleine Armee von Quallen, die dort einzogen.
Es wäre nicht recht gewesen, auf sie rauf zu springen.
So endete also ein wirklich guter Tag.
~ * ~
Ein Tag, wie ein Wunder, ein „Kalb mit Schwalbenherz“ 😉 , nur lebend zu erleben.
Deshalb auch ist es so wichtig, daß wir unsere (und „andere“) Leben respektieren, ahawat jisrael, „lacht der wind im korn!“

Was „die Römer“ angeht, denen stehe ich beileibe nicht nur wegen meiner ausführlichen Lektüre von Asterix (auch ein Studium, beim Teutates und Taranis Bart! 😉 ) ziemlich skeptisch gegenüber, ist so eine Art von „Reflex“!
Nuja, ein wenig bequem bin ich jetzt möglicherweise auch, Verzeihung!

Aber mal ernst beiseite, wenn Dich Caesar schon so geärgert hat, dann ist das, was mir gerade zu den Römern einfällt sicher nicht zu erquicklichem Schrieb tauglich. Goscinny kann ich sowieso nicht das Wasser reichen, ist schon in Ordnung, kriegt er Schnaps, wenn’s soweit ist!
Derweil mag Uderzo mit mir einen vorbrennen?

Bezüglich Literatur, stelle ich immer wieder fest, habe ich offenbar entsetzliche Bildungslücken, bin aber stets dankbar für gute Hinweise. 😉
Daher meinen großen Dank an Dich und auch an colchico, einst schreibe ich genauso gut wie eure Empfehlungen! 😀 (*grummelgrummel*) Also, lassen mir noch andere sprechen.

Die Schwalben aber, die Schwalben!
Sie sind Glück, wahrlich Freiheit -und auch Dror 😉 – mann kann sie vertreiben und verdrängen, aber ihnen nicht die Freiheit unter Seinem Himmel nehmen
( 🙄 !!!Masada!!! 🙄 ).
Als Menschen können wir uns ans eigene Herz fassen!
Alles, denke ich, was wirklich von Wert ist, nichts davon ist zu kaufen. ב“ה
זײַ געזונט A.mOr.

56. Lila - Mai 23, 2012, 19:41

Die Mesusa ist, beim Rausgehen betrachtet, links, und ich finde, sie ist etwas seltsam angebracht. Vielleicht, weil der Türstock sehr schmal ist. Die Schwalben nisten rechts.

Sie sitzen im Nest und gucken sich uns und die Katzen an. Ich habe riesige Freude, wenn ich sehe, daß sie wegfliegen und weiß, daß sie wiederkommen werden.

Wir haben hier ja nach auch nach wie vor die verrückten Vögel, die sich von der spigelenden Fensterfront im Bücherzimmer täuschen lassen und glauben, sie können mit Picken an der Scheibe irgendwie an den schönen Baum rankommen, der sich dort spiegelt. Grasmücken, Drosseln, Spechte und andere Tierchen setzen sich auf die Fensterbank und picken, was das Zeug hält. Sie tun mir leid, aber sie kommen hartnäckig immer wieder.

2011-12-10 palm dove
57. A.mOr - Mai 23, 2012, 21:28

Wow! Habe mir mal die Photoreise gegönnt, schätze, mindestens Ornithologen dürften sich bei der Aussicht schon ziemlich wohl fühlen, und gewisse Menschen (alle?) auch, ganz sicher, nur den einen oder anderen dürfte dies schwarzbefellte etwas nervös stimmen?

(miaow) Und, von wegen Smiley, versuch’s doch mal mit dem Plakat aus’m Video hier?
Nö, das wäre zu hart, oder? Andererseits, wer ist auf Dauer härter, Scheibe oder Schnabel?
Da stehst Du vor ’nem Dilemma, nicht wahr? 😉

Nu, Mesuse, hab’s mir gedenkt, daß da di schwejlbl ’s gegenüber bevorzugen. A giter ssimen! 😀
(Glück und Segen eben).
Von wegen, „seltsam angebracht“, etwas schräg vielleicht?
Die einen so, die anderen so. Hatte übrigens neulich erst von Chajm Guski was darüber gelesen.

58. Silke - Mai 24, 2012, 12:29

insbesondere für colchico und/oder A.mOr irgendwie OT aber auch nicht, hier ist ein Programmtip – ich lese praktisch nix Österreichisches oder Schweizerisches, drum weiß ich nix drüber, aber bei den Engländern scheint mir, hat sich der Ton verschoben.

Verfreundete Nachbarn
Österreich, Schweiz und Deutschland in einer Langen Nacht
Von Jochen Rack
Die Schweiz und Österreich sind für Deutsche beliebte Urlaubsländer. Die Grenzen zwischen den Nachbarländern sind nicht erst seit dem Schengenabkommen durchlässig, seit langer Zeit arbeiten, studieren, heiraten, wohnen Angehörige der jeweiligen Nationalitäten im Nachbarland.

Doch neuerdings scheint es, als würden die Differenzen von nationalspezifischer Mentalität und Lebensart intensiver erlebt und bewusster gepflegt als früher.

http://www.dradio.de/dlf/programmtipp/langenacht/1738619/

PS: die Sendung ist nicht im Podcast-Angebot, kann aber über den Radiorecorder geladen, gespeichert und dann iPod tauglich gemacht werden oder direkt am PC gehört werden natürlich
http://player.phonostar.de/partner/dradio-recorder
(und Musiksendungen gibt’s über den Weg auch bis hin zu kompletten Opern)

59. colchico - Mai 24, 2012, 23:00

Silke, danke für den Tipp, das will ich mir anhören!

Etwas ist mir allerdings bereits im Text aufgefallen: die Idee, dass Schweizer und Deutsche dieselbe Sprache sprechen. Die beiden Gruppen klingen nicht nur anders, sie verwenden auch einen anderen Wortschatz und eine andere Grammatik. Dass viele Deutschschweizer der Überzeugung sind, jeder Deutsch Sprechende verstehe ihre Sprache ebenso problemlos wie sie Hochdeutsch, macht die Sache nicht wirklich einfacher.

60. Paul - Mai 24, 2012, 23:43

Hallo Lila,
habe ganz begeistert Deine Berichte über das Schwalbennest gelesen.
Seit einigen Jahren wohne ich direkt gegenüber einer Schwalbenkolonie. Soweit ich das einschätzen kann, sind es Mehlschwalben.
Sie nisten direkt mir gegenüber in den Fensterecken eines vor 20 Jahren gebauten Mietshauses mit 5 Etagen. Besiedelt sind jeweils die oberen Fensterecken. Die Stärke der Population wechselt ständig. Vor vier Jahren waren es ca. fünfzehn Nester. Im vergangenen Jahr nur noch fünf. Die Mieter haben das genutzt und viele nicht belegte Nester zerstört. Anscheinend war die Verschmutzung zu lästig. Inzwischen sind die Schwalben auf die Flurfenster ausgewichen. Dort werden sie weniger gestört.
Sehnsüchtig warte ich jedes Jahr auf die Schwalben. Wenn auch „eine Schwalbe noch keinen Sommer macht“, so steigt bei mir doch beim Anblick der ersten Schwalbe die Vorfreude auf den Sommer gewaltig. Es dauert dann meistens nur noch ein paar Tage und die anderen Schwalben sind auch da. Die erste kam in diesem Jahr am 30.April.
Von meinem Balko (4.Etage) kann ich die gesamte Kolonie (8 Nester) überblicken und die Flugkünste bestaunen. Auch erinnern sie mich sehr an geschwätzige Frauen ( allein wegen der Stimmlage). Die Schnäbelchen stehen niemals still.
Gefährdet sind die Schwalben durch 4 Elsterpaare, die in unserer Nähe brüten. Auch habe ich schon gesehen wie ein Raubvogel, ich glaube es war ein Falke, sich eine Schwalbe geholt hat. Vor zwei Jahren ist ein Nest von außen aufgehackt und geplündert worden. Die Schwalben haben es aber sofort ausgebessert und noch einmal Eier gelegt, aus denen auch Junge geschlüpft sind.
Was ich bislang nicht wusste, dass sie auch bei Euch nisten. So es den Mehlschwalben sind, sind sie in Israel selten anzutreffen. Vielleicht gelingt es Dir ein paar Fotos zu machen. Ich weiß leider nicht, wie man Fotos hier im Kommentar unterbringt, sonst würde ich auch welche schicken.
Bei Wiki habe ich gelesen, dass Schwalben zu den Sperlingsvögeln gehören. Jetzt weiß ich wenigstens warum ich Schwalben so sehr mag. Spatzen sind meine Lieblingsvögel.

Halte uns bitte über Zwitsch und Zwatsch weiter auf dem Laufenden.

61. Lila - Mai 25, 2012, 4:25

Oh, die Schwalben. Eine ganze Kolonie stelle ich mir ja wunderbar vor.

Unsere neuen Nachbarn sind laut Y.s Aussage, der sich ein bißchen besser auskennt als ich, Rauchschwalben, Hirundo rustica, auf Hebräisch snunit ha-refatot – Kuhstall-Schwalben. Sie heißen hier so, weil sie in Kuhställen nisten, also keine Scheu vor Menschen, Lärm und Betrieb haben.

Der Name Snunit, Schwalbe, wird in Israel auch manchmal als Mädchenname vergeben. Er ist relativ selten, aber sehr hübsch. Ich habe mit einer Snunit studiert, die klein und flink war und blanke schwarze Augen hatte.

Für die Analogie zu den Frauen verweise auf das Lieblingslied meiner Kindheit:

1. Frau Schwalbe ist ’ne Schwätzerin,
Sie schwatzt den ganzen Tag,
Sie plaudert mit der Nachbarin,
So lang sie plaudern mag.
Das zwitschert, das zwatschert
Den lieben langen Tag!

2. Sie schwatzt von ihren Eiern viel,
Von ihren Kindern klein,
Und wenn sie niemand hören will
Schwatzt sie für sich allein,
Das zwitschert, das zwatschert
Und kann nicht stille sein!

3. Hat sie im Herbst Gesellschaft gar
Auf jedem Dache dort,
So schwatzen die Frau Schwalben all‘
Erst recht in einem fort!
Das zwitschert, das zwatschert
Und man versteht kein Wort!

Das wäre DAS Pseudonym für mich gewesen, be-chaiai.

62. Paul - Mai 25, 2012, 9:37

Habe eine alte Aufnahme von dem Lied, von Dir gesungen 😉 , gefunden.

Habe bei Wiki gelesen, dass es bei Schwalben zwischen Männchen und Weibchen keine äußerlichen Unterscheidungsmerkmale gibt.

Also, die Männer schwatzen genauso gerne. Wenn meine Frau recht hat (welche Frage, Frauen haben immer recht . 😀 ), dann trifft das auf mich auch zu. Meine Frau stöhnt manchmal:“Wenn der erst mal in’s Reden kommt, dann findet er kein Ende.“

So sehen Rauchschwalben aus:
http://de.wikipedia.org/wiki/Rauchschwalbe

Das sind Mehlschwalben:
http://de.wikipedia.org/wiki/Mehlschwalbe

Sie unterscheiden sich durch die Größe, die Schwanzform und die Farbe der Kehle (braun und weiß).

Leider fliegen sie so schnell an mir vorüber, dass ich sie nicht unterscheiden kann. Für die Größe und die Schwanzform fehlt mir die Vergleichsmöglichkeit.
Aber, mein Instinkt ist geweckt, werde den „Fall“ weiter im Auge behalten.

Silke - Mai 25, 2012, 10:34

colchico

ich vermute mal, daß alle deutschen Dialekte, so sie den Namen verdienen und nicht zum Akzent verkommen sind, anderen Wortschatz und Grammatik haben.

Doch leider leider hatten wir eine Phase (und haben sie noch?), in der Dialekt in der Schule als minderwertiges auszumerzendes Sprachgut angesehen wird.

Nie hat das Schulwesen meiner Info nach begriffen, daß ein mit Dialekt Aufgewachsener, der „Hoch“deutsch erlernt oder selbstverständlich auch kann, die Hürde der Zweisprachigkeit u.U. viel viel gründlicher genommen hat, als sein monosprachlich aufgewachsener Lehrer, der seine Fremdsprachenfertigkeiten aus’m Sprachlabor gleich welcher Gestaltung hat.

Ich habe so viel Grausamkeit gegenüber Dialekt sprechenden Kindern erlebt (die es in meiner Kindheit natürlich schwieriger mit der Orthografie hatten), daß es mich richtig glücklich macht zu erfahren, daß es Schwyzerdütsche gibt, die davon ausgehen, daß ihres die Sprache ist, die man zu kennen hat.

63. Lila - Mai 25, 2012, 11:38

Paul, Du bist ein Genie – das ist genau die Aufnahme auf meiner alten Kinderplatte Ri-Ra-Rutsch mit dem Kinderchor von Vera Schinke, die ich immer noch auswendig kann. Wie oft haben wir die gehört!

Ich geh jetzt mal gucken, ob ich die Tierchen mit der Kamera erwischen kann. Ich höre sie die ganze Zeit, es ist wunderbar. Überhaupt mag ich es, nah an einem Naturschutzgebiet zu leben, wo man seltene Tiere täglich sieht und hört.

Gestern: auf dem Weg zur Arbeit gehe ich ein Stück zu Fuß, aus dem Dorf raus, da saß ein braunes, hübsches Tier auf der Straße. Erst als ich ganz nah war, stand es lässig auf und schlich davon. Ein Mungo! Ich hab ihn ganz aus der Nähe gesehen!

http://www.tiuli.com/animal_info.asp?animal_id=287

Auf dem Rückweg, als Y. mich abgeholt hatte, lief uns ein junger Schakal fast vor den Wagen. Y. wich geschickt aus. Ein paar Kilmeter später sahen wir einen älteren Artgenossen neben der Straße sehen – er war nicht so dumm, auf die Straße zu laufen. „Dummheit vererbt sich nicht“, brummte Y. Hoffentlich lernt der junge Schakal dazu und läuft nicht nochmal vor ein Auto.

Ich fühle mich jedesmal wie beschenkt.

64. A.mOr - Mai 25, 2012, 12:27

Wie schön es paßt mit dem Schwalben auch zum Sommerfest aka Wochenfest. 😉

Ale mir-jissroel; chawerim w achim schabat schalom ale.hem, chag schawuot sameach!
😀 Soll sajn mir kajn tanes! ב”ה

Schwuess, ein „Erntedankfest“ einst, ohne Tempel können wir es nicht der alten Zeremonie nach begehen, die Gabe der Tora, und gelesen auch das Buch Rut, die gute und treue Freundin, ‘Dein Volk mein Volk’, di mames mames mame David melech, die Gesetze werden verlesen, sie zu halten ist unser Versprechen an den Bund, den Bund mit haschem der uns die Freiheit gab, zu ziehen nach erezJisrael und die Gebote zu halten und gut zu leben. Sommerfest und Freude, Duft schöner Blumen und geschnittener Ähre, ‘lacht der wind in korn’, guten Menschen ein Segen, ein Jauchzen der Himmel!

Möge haschem die Guten und Gerechten unter den Völkern dieser Erde reich belohnen mit Segen, Gesundheit und Glück, Weisheit, Verstand und Vernunft möge ihre Taten lenken und erfüllen auf daß die Himmel jauchzen mögen!
זײַ געזונט A.mOr.

65. A.mOr - Mai 25, 2012, 12:37

Allen ein schönes Wochenende, den Christen ihr schönes Pfingstfest, allen Juden schabat schalom w chag schawuot sameach!

66. colchico - Mai 25, 2012, 23:36

Silke,
ich vermute mal, daß alle deutschen Dialekte, so sie den Namen verdienen und nicht zum Akzent verkommen sind, anderen Wortschatz und Grammatik haben.
Schon, aber gleich so anders? – Ernsthaft: Soweit ich das mitbekomme, will hier niemand Dialekte ausmerzen. Zum Glück, es wäre schade um all die Farben.

Die Verständigung würde es aber schon erleichtern, wenn man bei Hochdeutsch Sprechenen nicht automatisch Dialekt-Kenntnisse voraussetzte. Immerhin gibt es hier viele und sehr unterschiedliche Dialekte und nur für wenige ein vernünftiges Lehrmittel. Daher bereiten sich nicht nur Ausländer mit Hochdeutschlektionen auf einen Aufenthalt in der Deutschschweiz vor, sondern auch die französisch- und die italienischsprachigen Schweizer – um dann wochenlang über Wörtern wie „ame“, „cheibe“, „Gäng“/“gäng“, „glii“ oder „goge“ zu rätseln 🙂


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