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Ameisengleich April 27, 2012, 20:43

Posted by Lila in Persönliches.
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haben wir diesen Unabhängigkeitstag verbracht. Wimmelnd und arbeitend also.

Der Gedenktag vorgestern war wieder so traurig, ich mag gar nichts dazu sagen dieses Jahr, es ist alles schon gesagt. Y. kam wieder so bedrückt vom Grab seines Freundes wieder, der schon dreißig Jahre tot ist und dessen Vater nun auch verstorben ist. Und wie herzlich die Mutter sich am Leben der anderen wärmt und mitfreut – eine ganz besondere Frau. Es waren auch wieder um die 50 Freunde, die sich am Grab eingefunden hatten, und dann noch die große Familie. Im Moshav, wo er begraben liegt, ist eine große Anzahl Soldatengräber. Die Gedenkfeier ist jedesmal besonders bewegend. Viele Familien haben mehr als ein Mitglied verloren – so auch die Familie von Y.s Freund. Sein Onkel ist im Unabhängigkeitskrieg gefallen, er 1982. Die Oma ist an gebrochenem Herzen kurz danach gestorben – und ganz nah bei Sohn und Enkel begraben. Nun liegt der Vater des Freunds auch dort.

Uns fiel wieder auf, wie viel intensiver man die Feste im Kibbuz erlebt, wo die ganze Umgebung zelebriert und mitmacht. Da verstärken sich die festlichen oder besinnlichen Schwingungen. So ist z.B. das Feuerwerk, das wir hier aus den Fenstern sehen können, keinen müden Vergleich wert mit dem Spektakel, das der Kibbuz sich jedes Jahr leistet, wenn der Gedenktag zu Ende geht und der Unabhängigkeitstag eingeläutet wird – unmittelbar nacheinander. Meine Schwiegermutter hat berichtet, daß ein Team von jungen Paaren dieses Fest übernommen hat und eine wunderschöne Feier organisiert hat – mit Tanz für die ganze Familie in die Nacht hinein.

Wir sind auch dieses Jahr nicht weggefahren – statt dessen haben wir mit allen vier Kindern eine Neuordnung der Zimmer im Haus vorgenommen. Drei Zimmer mußten „verschoben“ werden, und wir sind den ganzen Tag mit Kisten und Kästen rumgewuselt, um es so schnell wie möglich über die Bühne zu bringen.

Quarta war die treibende Kraft. Sie wollte gern Secundus´ Zimmer, und weil Secundus einsah, daß sie es besser brauchen kann als er, hat er es friedlich geräumt. Secundus haben wir in das bisher nicht genutzte zusätzliche Zimmer quartiert, das mir besonders gut gefällt, weil es genau unter dem geliebten Ombu liegt und ganz grünes Licht hat. Der ganze Kram und Krempel, den wir dort aufbewahrt hatten (Kunstmaterialien, Putzkram, ein alter Kühlschrank und riesige Behälter mit dem Kinderzeichnungen-Archiv der Familie – das ich nach Kind und Datum und Motiv durchsortiert habe), ist in Quartas altes Zimmer gewandert. Keller und Speicher haben wir ja nicht – das ist also unser Speicher.

Und gegrillt haben die Jungen dabei auch noch. Das machen sie ja besonders gern. Sie fahren gern mit Y. zu ihrem Leib-und-Magen-Metzger in Kfar Yasif, einem älteren Herrn, der immer gute Tips hat und dessen Fleisch wohl gut ist – ich versteh ja nichts davon. Die Jungens haben also gegrillt, Y. hat einen riesigen Salat gemacht, und ich Süßkartoffeln und Kartoffeln im Ofen – mit Kräutern aus dem Garten, die wieder ganz gut gedeihen.

Das war ein schöner Tag.

Weil der Unabhängigkeitstag auf Donnerstag fiel, haben wir nun gleich noch Freitag und Samstag als langes Wochenende dazu – was bedeutet, daß ich meine Soldaten länger zuhause habe.

Letztes Jahr am Unabhängigkeitstag waren wir auf Hausbesichtigung (hier und hier beschrieben) und haben uns entschieden, in dieses Haus zu ziehen. Das war eine rundherum gute Entscheidung. Der Alltag läuft reibungslos. Die Kinder wären zwar lieber näher an ihren Freunden aus dem Kibbuz, aber ansonsten sind sie ganz zufrieden. An den alten Einträgen sehe ich, was ich schon fast vergessen hätte – daß ich gar nicht begeistert war und nicht gern umgezogen bin. Na, und jetzt bin ich so froh, daß wir es getan haben.

Je älter ich werde (und heute werde ich 48, was für eine schrecklich erwachsene Zahl…), desto häuslicher werde ich. Als ich neulich auf einer Ausstellungseröffnung war, dacht ich mir, das muß ich öfter tun, mehr rausgehen, wieder mehr Leute sehen, ein bißchen aktuelle Kunst angucken und Atmosphäre mitnehmen und Smalltalk machen – meine Häuslichkeit und Familie und Arbeit absorbieren mich vollkommen. Auch fürs Bloggen bleibt im Moment wenig Energie, und die Stapel von Mails, die unbeantwortet bleiben, sind mir echt peinlich. Ich bitte um Geduld, auch hier – ich werde schon noch dazu kommen, aber ich bin gerade dabei, meine Internetzeit radikal zu beschränken. In den nächsten Wochen kommen so viele Aufgaben auf mich zu, daß ich keine Ahnung habe, wie ich alles schaffe. Ich werde es irgendwie schaffen – aber auf irgendwas muß ich verzichten, und im Moment gehören Blog und private Mails dazu.

Kommentare»

1. Uri D. - April 27, 2012, 21:14

Ja, es ist wichtig, sich immer mal wieder zu beschränken, Abstand von einigen Aktivitäten zu nehmen – dann hat man später mehr Kraft für eine Wiederannäherung. Ich mach es so mit meiner Schreiberei – es muss Phasen geben, in denen ich sie radikal reduziere.

2. Hans - April 27, 2012, 21:44

Happy Birthday, Lila!

3. David Rosen - April 27, 2012, 22:00

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!

4. Marlin - April 27, 2012, 22:27

Mensch, meinen Glückwunsch. Hoffe, Du bekommst das Zeitmanagement so hin, dass für uns hier auch noch etwas bleibt. 🙂

5. Claudia Sperlich - April 27, 2012, 22:30

Herzlichen Glückwunsch auch von mir.
Ich lese hier gerne und freue mich, wenn Du wieder etwas erzählst – aber es gibt keine Blogpflicht und schon gar keine Pflicht, andere Leute für lau mit interessanten Neuigkeiten und Beschreibungen zu versorgen. Also laß Dir die Zeit, die Du brauchst.

6. Paul - April 27, 2012, 23:16

Herzlichen Glückwunsch, liebe Lila,
den ich in folgende Worte kleiden möchte:
„Gute Gesundheit und Gottes Segen für das neue Lebensjahr. Es möge nicht schlechter werden als das alte, sondern 10% besser. Und immer einen Schekel mehr im Portemonaie als Du gerade brauchst,
wünscht Dir
Paul“

P.S.: Nachsatz:
„Stier grüßt Stierin!“ 🙂

7. A.mOr - April 27, 2012, 23:26

Massl tow, alles Gute zum Geburtstag, Lila!

Uri, mir scheint, daß ich vor einigen Monaten sozusagen Zeuge einer solchen „Einschränkungszeit“ wurde?

Sag ich’s euch beiden so, nach dort und dort:
es macht mich froh, daß ich Zeuge bin von euren so schönen Seiten, die ihr nie nie nie ‚einschränken‘ solltet…

Seid fruchtar immerdar. 😉

8. jim - April 27, 2012, 23:39

9. A.mOr - April 27, 2012, 23:54

A ‚tsiganer-musike‘, gut massl un saj gesunt!

(Das Bild: ‚Good Fortune‘.)
Schabat schalom ale.hem.

10. Erik de Smidt - April 28, 2012, 8:01

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag! 🙂

11. Inch - April 28, 2012, 10:38

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!

12. Piet - April 28, 2012, 15:37

Auch von mir Glück und Segen, alles Gute zum Geburtstag!

13. Lila - April 28, 2012, 21:20

Danke, Ihr Lieben. Natürlich werd ich weiterschreiben, aber ich muß das Bloggen ein bißchen auf der Prioritätenliste nach unten schubsen.

14. Carina - April 28, 2012, 23:53

Yom huldeat sameach!! Alles liebe zu Deinem Geburtstag Lila!!

15. Chana Abraham - April 29, 2012, 8:36

Nachtraglich herzlichen Glueckwunsch zum Geburtstag und alles erdenklich Gute, hoffentlich kommst Du ab und zu dazu, zu schreiben, ich lese Dich sehr gerne, als Du Pause machtest, hat es mir sehr gefehlt
Chana

16. A.mOr - April 29, 2012, 14:03

Liebe Lila, wenn Du nicht die Generation der ‚Bohemian Rhapsody‘ bist?
Laß es mich an Dich einen kleinen Anschlag sein, für die Frühlingskinder…
All hail the queen!

Dem/der Einsteller des Videos ist übrigens zu danken für das schön-komplimentäre Wort-untermalen, welches dieses Meisterstück nicht im Geringsten diskreditiert! 😉

17. Jakobo - April 29, 2012, 15:27

alles gute nachtraeglich 🙂

J

18. colchico - April 29, 2012, 18:39

Nachträglich alles Gute zum Geburtstag! Jeder Tag soll erfreulicher werden als der vorangegangene.

19. vered - April 29, 2012, 19:23

Ein gutes Lebensjahr bis zum 7x7ten, und jede Menge von Gesundheit, Kraft und Lebensfreude!


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