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Eli Yishai mal wieder April 8, 2012, 15:44

Posted by Lila in Presseschau.
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Innenminister Eli Yishai erteilt Grass Einreiseverbot. Ach je, Eli Yishai. Als hätte Grass die Absicht, nach Israel zu kommen. Das ist ungefähr so wirksam, als wollte man einem Schokoladenverächter den Schoko-Osterhasen vorenthalten. Big deal.

Außerdem bestätigt es ihn genau in seiner selbstmitleidigen Haltung – “seht ihr wohl, kaum sag ich die Wahrheit (daß Israel den atomaren Erstschlag auf den Iran plant, um das iranische Volk zu vernichten, und daß Israel die Bedrohung des Weltfriedens Nr.1 ist…), da werd ich schon mundtot gemacht”. Und da stimmen ihm ja laute Chöre der Schweigsamen zu, die seit Jahr und Tag ihre Israel-Kritik publik machen, sich aber immer fühlen, als müßten sie den Mund halten. Ein virtueller Maulkorb.  Wie in der alten BH-Werbung: lalechet im, lehargish bli – “mit BH rumlaufen, sich BH-los fühlen”…nur eben umgekehrt.

Netanyahus Reaktion, ebenfalls als Gedicht verkleidet, fand ich angemessen. Von Eli Yishai habe ich noch nie was gehalten, und es wundert mich kein bißchen, daß er diese Entscheidung getroffen hat. Eleganter wäre es gewesen, hätte er Grass eingeladen, zur nächsten Herzliya-Konferenz z.B., wo es um Fragen der Sicherheit geht, und wo kontrovers diskutiert wird. Wieso da keiner drauf gekommen ist, weiß ich nicht. Aber ein Einreiseverbot? Als wäre Grass scharf auf einen Urlaub am Roten oder Toten Meer.

Mit dieser leeren Geste erhebt Yishai Grass in einen erlesenen Zirkel wirklich gefährlicher Menschen. Das ist Grass nicht. Er ist nur ein durch und durch authentischer Repräsentant der israelkritischen europäischen Alt-Linken, die zu vielen Greueln schweigt, aber um Thema Israel immer, immer was zu kamellen hat. Ein Einreiseverbot kann Grass sich ans Cordjacket heften wie einen Orden.

Eli Yishai, habaita.

(Ich sehe zu meiner Genugtuung, daß Tom Segev sich ganz meiner Meinung anschließt :-D )

Kommentare

1. Einreiseverbot für Herrn Grass « grenzgaenge - April 8, 2012, 16:14

[…] jubeln. Ich muss nicht noch einmal schildern auf welcher Seite ist stehe, oder? Aber leider hat, nicht nur aus meiner Sicht, Herr Netanjahu und sein Innenminister Eli Jischai, einen Fehler begangen. Gegen Ende seines Lebens […]

2. Yael - April 8, 2012, 16:17

Das Außenministerium weiß bisher von einem Einreiseverbot nix. Kann das ein Innenminister ganz allein entscheiden?

Ich habe einen Artikel zu Grass aus dem Jahre 2007. Sehr interessant, wie er damals schon wirkte.

Grass habe als berühmtester Vertreter der deut­schen Nachkriegsliteratur, meinte Karl Heinz Bohrer, seine »künstlerischen Defizite« mit »einem aufdringlichen Moralismus« auszugleichen versucht. Anders als bei den Intellektuellen, die während der Nazi-Zeit oder danach ins Exil gingen und bei denen »eine existentielle Trauer im Spiel war, von der die Rhetorik der politischen Moralisten charakteristischerweise nichts hatte«, steckte hinter dem laut und vernehmlich vorgetragenen »mea culpa« nicht nur eine »Zer­knirschung, sondern mehr noch eine Art Erpres­sungsversuch, dass man endlich doch die Schuld vergeben möge. Ganz besonders die Opfer selbst, die Juden, sollten das tun.« Und als sich Grass lange genug stellvertretend für alle Deutschen zerknirscht gegeben hatte, aber die Juden dennoch nicht die Begeisterung an den Tag legten, die man von ihnen bei der geforderten General­amnesie erwartet hatte, wurde der Spieß um­ge­dreht, und Grass drehte mit, indem er sich nun­mehr als Bewährungshelfer gegenüber den Juden aufspielte, da­mit sie nicht rückfällig und Ver­haltens­wei­sen an den Tag legen würden, die man als Grass und als Deutscher lange genug und vehement öffentlich bereut hatte.

Vielleicht weil Grass bei einem Vortrag in Jeru­salem 1971 mit Tomaten beworfen wurde, schrieb er im gleichen Jahr: »So hat Israel durch die schleichende Annexion der besetzten Gebiete den arabischen Staaten einen Vorwand für deren Angriffe geliefert.« Könnte natürlich auch umgekehrt gewesen sein. Weil Grass die arabischen Angriffe auf Israel rechtfertigte, wurde er mit Tomaten beworfen. In diesem Fall muss man sagen: Die Israelis waren so freundlich, ihn nur mit Tomaten zu bewerfen!

Wie auch immer. Grass versuchte doch nur, die Juden zu guten Menschen zu erziehen, denen man eben auch mal die Ohren lang ziehen muss, wenn sie nicht auf den Volkserzieher Grass hören wollen. »Es ist für mich auch ein Freundschaftsbeweis Israel gegenüber, dass ich es mir erlaube, das Land zu kritisieren – weil ich ihm helfen will … Solche Kritik aber zu kritisieren – damit muss man aufhören … dieses Auge um Auge, Zahn um Zahn der gegenwärtigen Politik schaukelt allen Zorn nur noch weiter hoch« (Interview im Oktober 2001), ließ Grass nicht locker und verbat sich jede Kritik, denn das Recht dazu hat nur er.

http://jungle-world.com/artikel/2007/37/20348.html

3. Lila - April 8, 2012, 16:37

Auge um Auge, Zahn um Zahn…? Ei ei ei, das läßt aber tief blicken…

Ich war nie ein Fan von Grass. Ich weiß nicht mehr, was ich von ihm gelesen habe, aber gefallen hat es mir nicht. Bei irgendeinem Umzug habe ich die paar Bücher, die ich von ihm hatte, mal brutal entsorgt – sie stehen jedenfalls nicht mehr bei mir im Regal.

Das war mir jahrelang peinlich. Ich erinnere mich ja noch, wie meine Mutter uns als Kinder mitgenommen hat auf den Schloßplatz, Brandt und Grass angucken, die sich auch in unser Nest verirrten. Meine Mutter trug ihre Willy-wählen-Brosche, mein Vater engagierte sich in der CDU – wir hatten die streitbare Demokratie zuhause. Das hat uns gutgetan, und ich danke meinen Eltern dafür, daß es bei uns zuhause keine Mono-Meinungskultur gab. (Eine meiner Tanten war sehr aktiv für die FDP, fällt mir auch gerade ein – die frühen 70er!)

Das ist lange her, vier lange Jahrzehnte. Ich wußte damals nicht, wer dieser Grass war. Als ich älter wurde, erfuhr ich es natürlich, und wie gesagt, es war mir peinlich, mich nicht für ihn begeistern zu können. Auch als er den Nobelpreis gekriegt hat, der mich als zumi für Deutschland schon freute, “wir sind Nobelpreisträger”…., konnte ich seine Bücher trotzdem nicht lesen.

Es ist mir heute geradezu ein bißchen peinlich für Grass, daß er bis aufs letzte Fitzelchen den besserwisserischen, die Juden belehrenden Richter abgeben muß. Als hätte er Broders Bücher gelesen und sich daraus ein Gedicht zusammengebraut, das alle beschriebenen Ressentiments noch einmal auf den Punkt bringt.

Wenn man schon mit so großer Geste auf die Pauke haut, sollte man sich vorher genau überlegen, was man eigentlich sagen will und ob die Faktenbasis stimmt. Das weiß jeder Schüler der Mittelstufe, der sich an eine Hausarbeit setzt, in der er eine Meinung vertritt. Nachbessern ist schlecht möglich, wenn man rhetorisch so weit ausholt, mit so apodiktischer Geste ans Werk geht.

Also – peinlich das Ganze.

4. Heinz - April 8, 2012, 16:44

Bravo! Was für ein wunderbarer Vorschlag um Günter Grass zu einer kritischen Auseinandersetzung mit seiner Argumentationskette zu zwingen. Allein durch die sehr kritische Reaktion auf seine Initiative hat er seine Kritik bereits relativiert – nicht Israel sondern die israelische Regierung sei gemeint. Ein Einreiseverbot für ihn ist leider nichts weiter als politischer Aktionismus. So kann der zuständige Politiker seinen Wählern gegenübertreten und behaupten, er habe ja was unternommen. Nutzlos und unschädlich.

5. anti3anti - April 8, 2012, 18:20

Jedem Antisemiten in D. schmerzt ein Einreiseverbot nach Israel, da auch deutsche Juden, incl. Zentralrat sich nicht mit ihm sehen lassen können.
Denn ein Antisemit braucht Kontakt zu Juden, wie ein Vergewaltiger zu Frauen.

6. masada - April 8, 2012, 19:16

Jeder weiß, daß herr Grass nicht nach Israel reisen wird. Aber das Einreiseverbot ist ein Zeichen, vor allem für die unfaßbar große Anhängerschaft seiner Ideen in Deutschland. Warum soll Israel immer mit korrekter Diplomatie antworten, während viele Länder wie auch die UNO mit allen Mitteln versuchen, Israel (den Juden) das Existenzrecht abzusprechen.

7. Andreas Moser - April 8, 2012, 19:25

Manchmal ist die Reaktion noch dümmer als der Anlaß.

8. Yael - April 8, 2012, 19:28

Das Einreiseverbot ist natürlich idiotisch. Denn selbst wenn er kommen würde, würde man ihn nicht willlkommen heißen. So fühlt er sich in seiner Sichtweise als das Opfer auch noch bestätigt.

9. Yael - April 8, 2012, 19:37

“Allein durch die sehr kritische Reaktion auf seine Initiative hat er seine Kritik bereits relativiert – nicht Israel sondern die israelische Regierung sei gemeint. ”

Als würde das seine Lügen wahrer machen.

10. Silke - April 8, 2012, 21:01

also ich weiß nicht – seit Jahren habe ich in Blogs den Eindruck, daß Deutschland es geschafft hat, die ganze Welt davon zu überzeugen, daß wir nu die Guten vom Dienst sind, die Weltmeister der erfolgreichen Vergangenheitsbewältigung und in der Gegenwart die aufrechtesten Freunde Israels, Bundestagsbeschluß hin oder her.

Ich habe immer dagegen “polemisiert”, mit wenig Erfolg. Wenn Israel nun diesen bisher als Vorzeigeexemplar des reformierten Deutschen gegolten habenden Nobelpreisträger zur Persona non grata erklärt, kann das vielleicht meinen Zwischenrufen nachträglich a bisserl mehr Gewicht verleihen.

Und außerdem, hätte Israel einfach die Achseln gezuckt, wär’s auch falsch gewesen.

Und dann war da doch mal was vor Gericht, wo sich vergolten wurde, und dann keiner mehr behauptete oder behaupten konnte, Grass sei freiwillig zur Waffen-SS gegangen. Hochhuth und ich meine auch andere haben jetzt das Wort “freiwillig” wieder in den Ring geworfen. Gunnar Heinsohn hat sich Gedanken über was wahrscheinlich gewesen sein könnte, gemacht.
http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/grassens_herkunfts_wechsel/

Vielleicht besteht ja Hoffnung, daß aus dem Ganzen rauskommt, daß mit Grassens Hilfestellung bei seiner Entlarvung als Scheinheiliger auch das offizielle Deutschland a bisserl runterkommt von seinem Weltmeisterschafts-Vergangenheitsbewältiger-Stolz.

Und so ein deutliches Wort aus Israel dazu mag sich da als kein schlechter Schups in die richtige Richtung herausstellen.

11. Silke - April 8, 2012, 21:10

Tom Segev, war der es nicht, der für Grass die Kohlen aus dem Feuer holte, als der sich 6 Millionen deutsche Kriegsgefangene aus’m Hut gezaubert hatte à la 6 Mio hier, 6 Mio da?

Grass mag in Israel nicht wichtig sein, in Deutschland iss er es und falls Deutschland wichtig für Israel ist, dann iss es nicht unerheblich, ob es gelingt, die Grass’schen Dumpfbacke-Schwaden unschädlich zu machen.

Tom Segev ist im übrigen auch der, der im deutschen Radio immer verkündet, Israelis seien hysterisch und ich bezweifle sehr, daß Dagan das GLEICHE sagt. Täte er das, dann wäre er genauso gaga wie Grass.

(PS: einmal habe ich Segev im Radio zittrig erlebt. Das war in seinem ersten Interview kurz nachdem der Frühling in Ägypten ausgebrochen war. Ein paar Tage später war er schon wieder bei seinem Israelis soll man nicht so ernst nehmen shtick.)

12. Jakobo - April 8, 2012, 21:42

“Aber ein Einreiseverbot? Als wäre Grass scharf auf einen Urlaub am Roten oder Toten Meer.

Mit dieser leeren Geste erhebt Yishai Grass in einen erlesenen Zirkel wirklich gefährlicher Menschen. ”

Ich denke auch dass es eine sehr leere geste ist und dem grass zu viel beachtung schenkt. aber ich hab auch etwas deutsche presse geschaut und das witzige ist dass von ueberall die kommentare und ratschlaege kommen das es besser ist das einreiseverbot uebertrieben ist und israel das ueberdenken soll. diese kommentare sind genauso laecherlich. leider gibt es keine kommentare die sagen dass es ihnen egal ist wo grass einreisen kann und wo nicht.

J

13. AMC - April 8, 2012, 21:54

Ich wäre auch nicht unbedingt für ein Einreiseverbot. Es ist ja mehr eine symbolische Handlung.Für meinen Geschmack ist alles was deeskaliert angenehmer. Aber! Warum soll nur die “andere Seite” (in diesem Fall kann man nur auf der einen oder auf der anderen Seite stehen) das Grundrecht auf Provokation haben? Dem alten Günther wird es schon nicht schaden, und Israel schadet es auch nicht, denn wer es will, dem ist jeder Grund Recht, und wenn kein Grund da ist, wird er schon einen finden.

Ich habe mal in “zeit-online” nachgeschaut, da sind schon 116 Seiten vollgeschrieben, mehr als zu den anderen Artikeln. In kurzer Zeit. Man sollte sie lieber nicht lesen, besonders wenn man Dummheit schlecht ertragen kann. Sie lassen tief in die deutsche Volksseele blicken (traurig für alle, einschließlich mich, die dazu gehören, aber nicht so denken). Das ist zumindest nützlich, man weiß mit wem man es zu tun hat.

14. willow - April 8, 2012, 22:42

Nun, es wäre wohl effektiver gewesen wenn die israelische Regierung darauf hingewiesen hätte, daß Herr GraSS sich in der Vergangenheit mehrfach durch eidliche Falschaussagen die Einreise nach Israel erlogen hat.

Beweise -die Leugnung seiner SS-Tätigkeit- beilzulegen hätte mehr bewirkt als dieses doofe “Unerwünschte Person” …

15. willow - April 8, 2012, 22:52

PS:

16. Lila - April 8, 2012, 22:57

Oh la la – das ist ja eine reizende kleine Überraschung :-) Das wußte ich gar nicht.

Das wäre natürlich in der Tat wesentlich wirkungsvoller vor den Kameras gewedelt worden als Eli Yishais ungelenke Schimpfe.

Tatsächlich, der ehrenwerte Herr Grass, das wachgerüttelte Weltgewissen, setzt seine kostbare Unterschrift unter eine Lüge. Tz tz tz. Könnte mich noch etwas bei ihm überraschen, wäre ich jetzt sehr überrascht.

Danke Willow. Wieso steht davon nichts in der Zeitung??? Oder krieg ich wieder mal nichts mit???

17. jesteric - April 8, 2012, 23:03

Reblogged this on מישפּאָכיסקה and commented:
Recht sie!

18. Jakobo - April 8, 2012, 23:05

Lila, das hab sogar ich noch mitbekommen. das war vor etwas ueber 5 jahren. grass hat sich in einer biografie wieder daran erinnert dass er als freiwillger bei der ss war. (“Warum schweige ich, verschweige zu lange, was offensichtlich ist…” ;-))hat damals riesen empoerung ausgeloest.

das verrueckte dabei war, war dass er gemeint hat dass er spaeter in kriegsgefangen schaft gesehen hat wie weisse US soldaten mit schwarzen US soldaten umgegangen sind und das das seine erste erfahrung mit rassismus war. (in der SS hat er natuerlch nicht sowas aehnliches beobachtet, sowas gabs damals nicht) du siehst schon total verklaert dieser typ.

J

19. Lila - April 8, 2012, 23:08

Selbstverständlich weiß ich, daß er in der Waffen-SS war :-D ich bin doch nicht gänzlich weltabgeschieden und ahnungslos.

Aber ich hatte keine Ahnung von der Existenz dieses Formulars, das Willow da verlinkt hat. Würde mich interessieren, ob es authentisch ist und wie es in der Öffentlichkeit aufgetaucht ist.

20. Silke - April 9, 2012, 0:10

die Frage ist aber auch, ob die Waffen-SS zur NSDAP gehörte, ihr unterstand oder dem Militär.

Aus Stückchen hier und Stückchen da habe ich entnommen, daß die Nazis das Verwirren von Hierarchien liebten.

21. willow - April 9, 2012, 9:43

Ja Silke, aber diese Fragebögen für Deutsche, die vor 1928 geboren sind zielt ja nicht nur auf NSDAP-Mitglieder sondern natürlich vor allem auf Angehörige der SS … wenn eine SS-Mann bei der Einreise in den Judenstaat seine Mitgliedschaft in diesem Haufen “vergißt”, dann hat das zumindest den Tatbestand des Meineides, der dreisten Lüge.

22. Breits - April 9, 2012, 10:38

ELI YISHAI, wenn Du solches sagtst, dann sage ich Du bist ein Penner.

23. brielka - April 9, 2012, 10:48

Jedenfalls wünsche ich Herrn Grass ein langes Leben……,
sonst muss es doch wieder der Mossad gewesen sein. ;)

24. Silke - April 9, 2012, 13:07

Also willow da bin ich nicht so ganz überzeugt und es schmerzt mich sehr, weil ich es genieße, Grass am Zeug zu flicken, nicht zuletzt wegen der Langeweile, die er mir mit seinem Butt aufgezwungen hat (es war ein Geschenk und ich mußte drum das Geschwurbel lesen).

Ich sage Behörden aller Art, überall auch nur genau das, was sie fragen. Behörden sind verantwortlich für das, was sie fragen. Und Broder sagt Grass war zuletzt in den 70ern in Israel. Da war Vieles anders.

Ob gezogene Waffen-SS-Mitglieder NSDAP-Mitglieder waren oder sein mußten, weiß ich nicht.

Aber zu “gezogen” hat Rolf Hochhuth ein Fass (wieder?)aufgemacht

http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/hochhuth-ueber-grass-du-bist-geblieben-was-du-freiwillig-geworden-bist-der-ss-mann/6486306.html

Lt. Wikipedia hat der Random-Verlag seinerzeit eine gleiche Behauptung von Michael Jürgs stillgelegt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Günter_Grass#Zugeh.C3.B6rigkeit_zur_Waffen-SS

und hier wird eine sehr gute Frage gestellt.

http://klarelichtung.wordpress.com/2012/04/08/warum-grass-nicht-nach-israel-darf/#comment-101

und hier phantasiert einer, wie ich finde, ebenfalls sehr gut, was alles abginge, würde Grass Israel besuchen:

http://klarelichtung.wordpress.com/2012/04/08/warum-grass-nicht-nach-israel-darf/

25. Yael - April 9, 2012, 14:40

@Lila, das Dokument ist schon lange bekannt. Letztens hat es wieder eine Zeitung veröffentlicht.

26. Yael - April 9, 2012, 14:41

Die Waffen-SS unterstand seit 1940 dem Befehl Himmlers. Mit der NSDAP hat das gar nichts zu tun.

27. Silke - April 9, 2012, 16:02

und Himmler hat auch nicht verlangt, daß die Dienenden eintreten?

So ungern ich’s sage, aber wenn Grass nich drin war, dann haben die Israelis damals die falsche Frage gestellt.

28. Andreas Moser - April 9, 2012, 19:03

Ich habe gegen Günter Grass schon ein Einreiseverbot verhängt seit er mir in “Beim Häuten der Zwiebel” seine Onanie-Erfahrungen aufgezwängt hat.

29. Yael - April 9, 2012, 19:47

Ab 1943 konnte jeder zur Waffen-SS eingezogen werden.

30. Jakobo - April 9, 2012, 20:54

“Aber ich hatte keine Ahnung von der Existenz dieses Formulars, das Willow da verlinkt hat.”

ne das formular kannte ich auch nicht. woher kommt das? man haette es wirklich erwaehnen koennen.
J

31. Silke - April 10, 2012, 15:30

huch das wußte ich nich: Die Schweiz hat ein Einreiseverbot für Pierre Vogel verfügt und keineR hat gejault? Das Feuilleton hat geschwiegen?

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/skandaloese_einreiseverbote/

Und hier ist der in meinen Augen großgeschichtlich treffendste Überblick, der nach dem derzeitigen Wissensstand leistbar ist.
Enjoy!

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/der_schweizerisch_deutsche_krieg_eine_vorschau/

PS: ein Gutes scheint der Grass allerdings bewirkt zu haben, sogar Jochanaan Shelliem sagt was und vergißt vollkommen das Gebot der Äquidistanz zu achten.

http://www.swr.de/swr2/programm/meinung/-/id=8812286/nid=8812286/did=9540306/beb8va/index.html

32. colchico - April 10, 2012, 23:00

Silke, der großgeschichtliche Überblick ist großartig :)

(Die Schweiz verhängt übrigens öfter Einreiseverbote und kann dies auch aus anderen Gründen tun als dem der “öffentlichen Sicherheit und Ordnung”.)

33. Silke - April 11, 2012, 8:59

colchico

Das Gestatten der Einreise/des Aufenthalts ist ein Hoheitsakt sagt mein Gedächtnis und jedeR Staat kann da nach Gutdünken und mit ziemlich viel Willkür entscheiden wie er lustig oder gerade drauf ist.

Natürlich haben Staaten z.B. aus wirtschaftlichen Gründen ein Interesse daran, vorhersagbar zu wirken, aber wenn es um die Hoheitsrechte geht, haben sie ziemlich viel Spielraum.

Und weil ja so viele meinen, das Einreiseverbot für Grass würde die freie Meinungsäußerung behindern. Nun, mittlerweile ist mir wieder eingefallen, daß Tariq Ramadan für nen ziemlichen Zeitraum Einreiseverbot für die USA hatte. Und sind nicht die USA das Land mit der vorbildlichsten vollkommensten Meinungsfreiheit auf Erden?

Und was den großgeschichtlichen Überblick anlangt, bin ich zwischenzeitlich auch noch auf was gestoßen:
Wenn die Türkei die syrischen Geschosse in ihr Land ernst nimmt, dann gibt ihr das womöglich das Recht, sich auf Artikel 5 der NATO zu berufen und wo ist dann wohl die größte Gefahr für den Weltfrieden?

http://ricochet.com/main-feed/The-News-From-Turkey


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