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Nichts für Zyniker… März 20, 2012, 22:23

Posted by Lila in Bloggen.
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… diese Internet– und Facebook-Aktion.

Nicht erst, seit ich bekannte Gesichter bei der Aktion entdecke, frage ich mich natürlich: würde ich da mitmachen? Würde ich. Allerdings würde ich nicht das Wort „love“ benutzen, das finde ich (wie „hate“) zu stark und dramatisch.

Ich würde sagen:

Iranians, I have nothing against you. I’d like to get to know you and I hope our governments find ways to reconcile. I’m happy you feel the same

ایرانیان، من هیچ چیزی بر علیه شما. من می خواهم برای رسیدن به شما می دانید و من امیدوارم که دولت های ما پیدا کردن راه هایی برای آشتی دادن. خوشحالم شما هم همین احساس رو.

(Keine Ahnung, ob Google translate dem gewachsen ist – ich hoffe es).

Kommentare»

1. esther - März 20, 2012, 22:48

Hut ab vor all den Iranern/Iranerinnen, die darauf antworten. Wenn sie nicht sehr vorsichtig sind, können sie lokalisiert werden und haben dann leider kaum eine Chance, den Schergen der sharia zun entkommen.

2. Andreas Moser - März 20, 2012, 23:52

Mein Lieblingsland ist Israel, das ich schon 25 oder 30 Mal besucht habe. Aber 2009 war ich auch zweimal im Iran, und war auch fasziniert, zumindest bis zu dem Zeitpunkt an dem ich verhaftet wurde (http://andreasmoser.wordpress.com/2009/07/30/reports-about-my-trip-to-iran-in-junejuly-2009/). Die Kulturen, die Architektur, die Kunst, die Menschen, es hat mich alles an das jeweils andere Land erinnert.

Ich habe auch im Iran aus meiner Liebe zu und Unterstützung für Israel nie einen Hehl gemacht, und habe dabei keine Probleme erfahren. Ganz im Gegentum, die meisten Iraner waren neugierig etwas über Israel zu erfahren. Manche der älteren konnten sich an Reisen nach Israel oder Israelis im Iran vor 1979 erinnern.

Mittlerweile habe ich eine iranische Frau, und unser Traum ist eine gemeinsame Reise nach Israel.

Ich bin dennoch nicht gegen einen Militärschlag gegen das iranische Atomprogramm, aber ich hoffe, daß man immer zwischen dem iranischen Regime und den Iranern unterscheidet – wie man das bei jedem nicht frei gewählten Regime machen sollte.

3. Lila - März 21, 2012, 0:04

Ich hoffe, daß es ohne Militärschlag abgeht. Wenn auch die Pläne nur von einem Schlag gegen militärische Einrichtungen sprechen, wird es bei einer Auseinandersetzung dieser Größenordnung immer zivile Opfer geben, auf beiden Seiten. Ich hoffe sehr, daß ein politischer Weg gefunden wird.

Kontakte per Internet gibt es schon länger.

http://lisagoldman.net/2008/02/13/notes-from-the-underground-iranians-and-israelis-connect-online/

Ich erinnere mich noch an Hossein Derakshans Besuch in Israel – ich ärgere mich bis heute, daß ich mich nicht aufgerafft habe, ihn in Tel Aviv zu treffen. Ging irgendwie zeitlich nicht. Es gab hinterher böses Blut zwischen ihm und israelischen Bloggern, aber ich habe keinen Einblick, was wirklich los war. Jedenfalls kam Hoder als neugieriger Besucher und wurde auch positiv aufgenommen.

http://lisagoldman.net/?s=hoder

Jetzt sitzt er im Knast.

http://www.iranhumanrights.org/2010/09/iranian-blogger-hossein-derakhshan-receives-19-5-years-in-prison/

Kann man was für ihn tun? Vermutlich nicht von Israel aus.

4. Silke - März 21, 2012, 1:08

Lila

ist das die gleiche Lisa Goldman?

http://yaacovlozowick.blogspot.de/2011_01_01_archive.html

5. Lila - März 21, 2012, 1:14

In the deed. Sie lebt inzwischen wieder in Kanada.

6. bEn - März 21, 2012, 12:22

Sehr schöne Aktion. Und jetzt wissen wir auch warum du keine Werbetexterin bist;) Dein Claim ist doch arg lang……

7. Lila - März 21, 2012, 16:02

Dafür ehrlich und genau. Wenn ich mit Menschen kommunizieren will, reichen mir Schlagworte nicht. Aber natürlich ist „We :heart: you“ viel viel schöner. 🙂

8. Malte S. Sembten - März 23, 2012, 18:27

Allerdings würde ich nicht das Wort “love” benutzen …

Dieses Wort wird auch auf den Plakaten nicht benutzt, obwohl natürlich das Herz stellvertretend dafür steht. Aber eine derartige Symbolik ist nun einmal stärker als Worte, und obwohl ich Dir vollkommen zustimme, dass das Plakat übertrieben (und somit überraschend) anmutet, besteht gerade darin seine Wirkung. Dein Spruch ist ehrlicher & glaubhafter – ruft aber in seiner Nüchternheit doch nur ein schulterzuckendes „Na und? So denkt doch jeder friedliebende Mensch“ als Reaktion hervor. (Von der bereits weiter oben erwähnten „Überlänge“ ganz abgesehen 🙂 )
Diese Plakate (oder Internet-Banner) sind in ihrem Pathos verblüffend – in dieser Schwäche liegt zugleich ihre Stärke.

Problematischer ist die Aussage „We will never bomb your country“. Da versprechen diese Leute nämlich mehr als sie halten können. Bzw., sie können leicht solche Versprechungen machen, da sie ohnehin keine Bomben besitzen oder über Bombeneinsätze entscheiden.

Die Interpretation, dass ja in der Tat nur die iranischen Atomanlagen bombardiert würden, nicht das Land der Iraner an sich, wirkt hingegen ein wenig rabulistisch.

9. Lila - März 23, 2012, 18:42

Das sehe ich genau wie Du. Natürlich würde die junge Mutter mit dem Kind auf dem Arm niemanden bombardieren – womit auch? mit Pampers?

Und zu dem Herz fällt mir spontan Gustav Heinemann ein. Ich liebe meinen Mann. Nicht die Iraner oder sonst eine amorphe Gruppe von Menschen, die ich nicht kenne.

Natürlich denken Leute wie so Graphik-Designer anders 🙂 Deswegen bin ich ja keiner geworden.

Aber als Ausdruck der größtenteils friedlichen, nicht verhetzten und dialogbereit-neugierigen israelischen Mentalität finde ich die Aktion trotz ihrer Naivität gut. Ich habe ja schon oft angemerkt, wie sehr mich die Wahrnehmung der von Haß zerfressenen Feinde im Nahen Osten nervt, die ineinander verbissenen tollwütigen Hunde, wie die ganzen Stereotypen heißen. Wie andere Gesellschaften ticken, weiß ich nicht von innen, aber in Israel ist die Mehrheit der Menschen trotz ständiger Bedrohungen und Angriffe wirklich zivil.

Klar, so eine Aktion kommt aus Tel Aviv, wo die „schönen Seelen“ leben. Aber man darf nicht vergessen, daß ein iranischer Angriff nach Tel Aviv ginge. Im Falle eines Schlagabtauschs wäre es nirgends in Israel „sicher“, in Tel Aviv am wenigsten.

Ich finde es auch trotz allem beruhigend, daß auf der anderen Seite zarte positive Echos zu hören waren. In dieser ganzen häßlichen, brutalen, mörderischen Welt voll Interessen und Schlagworten gibt es immer noch normale Menschen, die neugierig aufeinander sind und weder Angst verbreiten noch fühlen möchten. Daß das Internet ihnen einen wie auch immer naiven oder kitschigen Ausdruck ihrer Gefühle gestattet, das gefällt mir.

Ich bin froh, daß ich ägyptische und libanesische Blogs lesen kann. Damit ich das Gefühl nicht dafür verliere, daß auch dort Menschen leben, die genau wie ich private Sorgen und Gefühle haben. Und die vor einem Krieg genauso viel Angst haben wie ich.

10. Israelisch-iranische Friedensinitiative « L for Liberty - März 23, 2012, 22:26

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