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Ein Krieg der Lügen März 13, 2012, 8:46

Posted by Lila in Presseschau.
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Es ist kaum zu glauben, daß jemand sich so eine Lüge ausdenkt, aber sie macht schon seit zwei Tagen die Runde. Hoffentlich auch das Dementi.

Auf Twitter geistert ein Bild herum, das ich  hier nicht einstellen möchte, weil es zu schrecklich ist – ein blutüberströmtes kleines Mädchen in den Armen ihres entsetzten Vaters, im Hintergrund sieht man die klagende Mutter. Eine Palästinenserin twitterte das Bild vorgestern mit dem Kommentar: Palestine is bleeding. Another child killed by Israel.

Das kleine Mädchen aber ist nicht gestern gestorben, und es war auch keine israelische Rakete, die ihr das Leben nahm. Sie kam bei einem Unfall ums Leben – im Jahr 2006 fiel sie von einer Schaukel. Ich weiß nicht, was für eine Schaukel, und wie hoch sie geschaukelt wurde, um so entsetzlich zu fallen – aber das ist die Erklärung des Shifa-Krankenhauses in Gaza. Damals wurde die Leiche des kleinen Mädchens gleichzeitig mit der eines „Kämpfers“ eingeliefert, so daß sich damals schon das Gerücht verbreitete, daß sie von einer israelischen Rakete getroffen wurde. Das wurde dann richtiggestellt, auch Reuters entschuldigte sich bei den Lesern für die Verbreitung der falschen Nachricht.

Das arme kleine Mädchen liegt schon lange im Grab, und Angehörige ihres Volkes schämen sich nicht, den traurigen Anblick ihrer Leiche und des Leids der Eltern zu mißbrauchen, um Israel anzuschwärzen. Immer mit dem alten Topos des Kindermörders. (Ich sehe soeben, daß Ruth sich dem Thema „Kindermörder“ ebenfalls widmet.)

Ich habe diese Nachricht auf dem IDF-Blog gelesen. Dort findet sich auch ein weiteres Beispiel für ein altes Photo, das als neu ausgegeben wird. Aber das Bild des kleinen Mädchens finde ich schlimmer und schockierender. Ein Irrtum kann jedem passieren, und vielleicht wußte Khulood Badawi nicht, was sie da tut. Aber irgendjemand hat das Bild mit der falschen Information in Umlauf gebracht. Wie tickt so ein Mensch?

Etwas später:

Und das sind nicht die einzigen Beispiele. A Soldier´s Mother und David (Israellycool) haben ein weiteres.

Und woher stammt das Bild?

Von dieser Seite. Ein palästinensisches Kind wischt den Boden, nachdem seine Eltern eine Kuh geschlachtet haben. (das kleine i links oben gibt die Erläuterung).

Mit Tin Eye und ähnlich praktischen Seiten kann man jedes Bild zurückverfolgen. Ganz interessant.

Und noch später:

A Soldier´s Mother hat wohl ein neues Hobby gefunden. Noch eine bebilderte Lüge enttarnt.

Der arme kleine Junge. Ich finde solche Bilder schrecklich und veröffentliche normalerweise sowas nicht, aber hier ist die Lüge so zynisch, so gemein. Dieses Kind ist das Opfer von Assads Truppen in Syrien, die ja, wenn man den Berichten glauben schenken kann, vor keiner Grausamkeit zurückschrecken und Kinder besonders brutal behandeln. Ein arabischer Junge, von Arabern ermordet. Ein syrischer Junge, von Syrern ermordet.

Aber sein Tod ist doch noch verwertbar. Kein Unglück ist zu groß, als daß es nicht von den arabischen Brüdern für Propaganda-Zwecke ausgebeutet werden kann. Und die Häufung der Fälle zeigt, daß das Methode hat. Es ist Pallywood, die Lügenkampagne gegen Israel, die allzu lange willig von den Medien kolportiert wurde. Ich hoffe, daß langsam die leicht zum Mitleid bewegten Menschen, die um Rachel Corrie und Mohammed al Dura getrauert haben, ihre Augen öffnen und begreifen, daß die Propaganda-Lügner vor nichts zurückschrecken.

Für mich sind diese Bilder Leichenschändung. Vielleicht bin ich besonders empfindlich, weil hier in Israel KEINE Bilder von Toten gezeigt werden. Als ich die Bilder der verkohlten Leichen im Carmel in einer deutschen Zeitung sah, nach dem großen Brand letzten Dezember, war ich schockiert. Diese Bilder hat keine israelische Zeitung, kein Nachrichtensender veröffentlicht. Unsere eigenen Toten zeigen wir nicht. Ein grundsätzlicher Wert im Judentum betrifft die Ehre der Toten. Jede propagandistische Ausschlachtung, und wäre es auch die reine Wahrheit, verletzt die Ehre der Toten.

Aber mit den Bildern von Toten nicht nur hausieren zu gehen, sondern auch noch Lügen zu erzählen! und noch dazu mit Bildern von Kindern, deren Tod jeden denkenden, fühlenden Menschen besonders erschüttert!

Was sind das für Gegner, die wir da haben? Und was für Relativierer, die wie Culatello wegewerfend sagen, „ach, wer glaubt schon sowas?“ Als würde eine Lüge dadurch gerechtfertigt, daß sie absurd genug ist, Mißtrauen zu erwecken. In der arabischen Welt werden die absurdesten Lügen geglaubt, solange sie nur Israel betreffen.

 

Kommentare

1. mibu - März 13, 2012, 9:42

Ich bin vor kurzem auf Hinweise einer Kritik Finkelsteins gestossen, die inzwischen auch im amerikanischen Wikipedia-Eintrag über ihn Erwähnung findet (am Schluss). Er nennt das BDS-Movement einen Kult von Gurus.

Ich finde es einigermassen bezeichnend, dass diese Auswüchse verzerrter Darstellung und Debatten sogar einem relativ scharfen Kritiker israelischer Besatzungspolitik zu viel werden.

2. Silke - März 13, 2012, 10:12

mibu

Finkelstein wäre bestimmt beleidigt, würde er mitkriegen, daß Du ihn als einen nur „relativ scharfen Kritiker“ beschreibst.

Norman Finkelstein – Hezbollah, the Honour of Lebanon

(enthält Finkelstein’s Solidaritätserklärung an Hisbollah)

3. Karl Eduard - März 13, 2012, 10:21

Ich schätze mal, es war eine israelische Schaukel und daß die Mordtat erst jetzt ans Licht kam, heißt doch nur, wie perfide Israel die Wahrheit unter dem Deckel hält.

4. Claudia Sperlich - März 13, 2012, 10:54

Einfach nur grauenhaft! Die armen Eltern des Mädchens werden dabei auch benutzt. Ich erlaube mir mal, auf fb auf diesen Artikel aufmerksam zu machen.

5. Silke - März 13, 2012, 11:07

Überschrift aus „Das war der Tag“ des werbefreien öffentlich-rechtlichen i.e. gebührenpflichtigen Deutschlandfunks von gestern:

Fünf Palästinenser sterben, mehr als 40 Verletzte. 1 Verletzte in Ashdod

http://www.podcast.de/episode/50381838/F%25C3%25BCnf%2BPal%25C3%25A4stinenser%2Bsterben%252C%2Bmehr%2Bals%2B40%2BVerletzte.%2B1%2BVerletzte%2Bin%2BAshdod

„Das war der Tag“ hat seinen Sendeplatz
Montag bis Freitag • 23:10 Uhr
bringt also oder will bringen einen Überblick über das Wichtigste vom Tage – im iTunes-Abo gibt es noch eine Überschrift zu Homs und eine zu Westerwelle im Jemen.

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/?select=d& und ist leider ohne Transkript.

6. Paul - März 13, 2012, 11:29

Lila, Du fragst: „Wie tickt so ein Mensch?“

Er ist besessen von einem grenzenlosen JUDENHASS.
Dem ornet er alles unter. „Der Zweck heiligt die Mittel.“
Einer aufgeklärten Lüge lässt er zwei weitere folgen.
Das erlebst Du, erleben wir, fast täglich.

7. Culatello - März 13, 2012, 13:48

Das eingestellte Bild von dem Kuhblut aufwischenden Jungen nimmt doch unter Garantie keiner ernst.

Denn welche Eltern würden ihr Kind das Blut des Bruders aufwischen lassen?

Und überhaupt:
es handelt sich um Nayif, gell Silke.

8. Lila - März 13, 2012, 14:00

Ja, das meinst Du. Es würde ja auch niemand abgerichtete Geier und Haie ernstnehmen. Oder luststeigernde Kaugummis. Trotzdem glaubt der größte Teil der arabischen Welt genau diesen Bullshit und verbreitet ihn eifrig weiter.

Immerhin elf Retweets.

9. Silke - März 13, 2012, 14:39

Culatello 7

Wie ist es möglich, daß „Siedler“ Daniel aus Maale Adumin Nayif einen Palästinenser für sich innerhalb der „gated community“ arbeiten lassen kann?

In diesem thread hast Du uns doch mitgeteilt, daß

Palästinenser dürfen diese Gebiete folglich nicht nutzen, in der Regel nicht einmal betreten.

wohlgemerkt „betreten“!!!

https://rungholt.wordpress.com/2012/03/07/ohne-genehmigung/#comment-44772

Also ist Deine ach so seriös klingende Quelle medico reine Propaganda oder Du bist ein Verleumder.

10. Silke - März 13, 2012, 14:43

und noch was Culatello 7

Nayif ist ein ehrlicher Mann, der für seinen Lebensunterhalt arbeitet.

Er ist der letzte, der es verdient hat, daß ein Lügner wie Du, sich über ihn lustig macht.

Wann hast Du das letzte Mal in den Spiegel geschaut?

11. grenzgaenge - März 13, 2012, 15:14

@8: Liebe Lila: Es stimmt, dass gerade solche Bilder in der arabischen Welt verbreitet werden. Immer wieder. Und es sind diese Bilder, die ernst genommen werden und die den Hass schüren. Es sind solche Bilder, die von den Links- und Rechtsextremen in Deutschland regelrecht aufgesaugt werden. Es sind solche Bilder, die auf der Kölner Hassmauer „verewigt“ werden.

http://www.hagalil.com/archiv/2010/12/19/koeln-2/

12. Culatello - März 13, 2012, 16:27

[persönliche Beleidigungen von Lila gekürzt – Zensur! Zensur!]

# 10 Silke

„Nayif ist ein ehrlicher Mann, der für seinen Lebensunterhalt arbeitet.

Er ist der letzte, der es verdient hat, daß ein Lügner wie Du, sich über ihn lustig macht.“

Silke, Du musst Dich nun aber mal entscheiden.
Empfinde ich nun -wie Du zunächst behauptet hast- Sozialneid auf den palästinensischen Putzmann Nayif oder mache ich mich über ihn lustig.
Beides zusammen passt nicht recht.

13. Dorothee - März 13, 2012, 17:37

Zum Thema Medico International –
Vielleicht doch nicht ganz einseitig? Hier mal ein Beispiel:

http://www.medico.de/presse/pressemitteilungen/kritik-an-menschenrechtsverletzungen-durch-palaestinensische-autoritaeten/4162/

14. Culatello - März 13, 2012, 17:46

Lila,

„Ich hoffe, daß langsam die leicht zum Mitleid bewegten Menschen, die um Rachel Corrie………….getrauert haben, ihre Augen öffnen und begreifen, daß die Propaganda-Lügner vor nichts zurückschrecken.“

Vor wenigen Tagen habe ich eine französische Dokumentation aus dem Jahr 2009 über Rachel Corrie gesehen, im Fernsehen (Arte) gezeigt wohl anlässlich ihres bevorstehenden Todestages (16. März 2003).

Die Dokumentation wurde nicht kommentiert, sie liess alle Beteiligten mit ihren widersprüchlichen Schilderungen ein und desselben Ereignisses zu Wort kommen und begab sich an den Ort des Geschehens nach Rafah.
Jeder Zuschauer konnte sich nun selbst ein Bild machen, was Wahrheit und was Lüge war, was eine Zeugenaussage oder was Propaganda.

Die Dokumentation begann mit einer Erklärung der damaligen Militärsprecherin, die nun also 6 Jahre später noch einmal die äußeren Umstände erläuterte.
Sie gab an, dass Panzer und zwei D-9-Bulldozer auf palästinensischem unbebautem Ödland nahe Rafah einen Minen räumdienst durchgeführt hätten.
Dabei habe ein D-9-Bulldozer einen riesigen Erdwall vor sich hergeschoben, hinter dem unbemerkt und nicht einsehbar Rachel gesessen habe. Dass sie überrollt worden sei, sei also ein Unfall, verursacht von ihr selbst, gewesen.
Die Diskrepanz zwischen dieser offiziellen Darstellung einerseits und der Darstellung durch verschiedene Aktivisten der ISM sowie des palästinensischen Apothekers Dr. Samir andererseits wurde jedoch unmittelbar darauf ganz deutlich, denn es war ja alles mit Kameras aufgezeichnet worden:
nämlich dass Panzer und Bulldozer eben NICHT über Ödland rollten zwecks Minenräumerei, sondern dass sie zwecks Abrisses direkt auf die palästinensischen Häuser zurollten, die im Übrigen bereits dutzende von Einschusslöchern -teils melonengroß- aufwiesen.
Und wie besagter D-9-Bulldozer nur eine kleine Erdwelle vor sich herschob, die keinesfalls die Sicht versperren konnte. Und wie Rachel ganz dicht vor ihm steht.
All das konnte man im Film sehen und ich dachte mir noch: „Das kann doch nicht wahr sein, dass eine Militärsprecherin – die doch in entsprechender Rhetorik geschult hätte sein müssen – so offensichtliche und leicht wiederlegbare Lügen wie das mit dem Ödland und dem Minensuchen von sich gibt.

Weiterhin wurde der damals ermittelnde Kommandeur des Aufklärungsbatallions interviewt, der sagte, dass er den Tatort vollkommen aufgeräumt vorgefunden habe – weder Panzer, noch Bulldozer, noch Panzerspuren noch sonst irgendetwas sei zurückgeblieben, so dass er bei der Wahrheitsfindung einzig und allein auf Zeugenaussagen -hier die Soldaten und dort die amerikanischen Zivilisten- angewiesen war.

Es waren noch einige Sachen zu sehen und zu hören, auch ein damaliger Soldat, der berichtete, dass er und die anderen jungen Soldaten sich bei der damaligen sogenannten Operation einen Spaß gemacht hätten, nächtlich Zisternen zu zerballern (sie durften aber nur, wenn der Kommandant dazu aufgelegt war).

Schaut Euch den Film mal an – er wurde von der französisch-israelischen Filmemacherin Simone Bitton gedreht – und macht Euch selbst ein Bild.

**********************************************************************************

Propaganda gibt es auf beiden Seiten, die eine blutig und roh, die andere mit einem Hauch von zivilisierter Tünche.

15. Silke - März 13, 2012, 18:58

dorothee 13

aber zitiert hat Culatello korrekt und DER Satz ist eindeutig so nicht richtig:

Darüber hinaus dürfen Palästinenser die israelischen Siedlungen nicht betreten

http://www.medico.de/themen/krieg/nahost/dokumente/fakten-ueber-die-c-gebiete/4168/

16. Silke - März 13, 2012, 19:12

da seht Ihr’s – kaum läßt man Culatello die Zügel locker, breitet er sich als Scheinzivilisierter aus, hoffend, daß keineR sich erinnert, daß er ein überführter Lügner ist – hier ist Cynthia Ozick’s berühmte Besprechung des Stücks und des Falls – übrigens wenn jemand glaubt, mittels einer Fernsehdoku der Wirklichkeit näher zu kommen, ist er für mich sowieso nicht satisfaktionsfähig. So eine Doku kann im günstigsten Fall ein Stückchen im Puzzle sein.

Und bevor jemand auf Culatello’s Empfehlung reinfällt, erinnere ich an alles, was bereitwilligst zum Fall Al Durah erzählt wurde, wovon nichts aber auch rein gar nichts einer gerichtlichen Überprüfung standgehalten hat. War das nicht auch eine französische Story?

http://www.powells.com/review/2006_12_07

My Name Is Rachel Corrie: Taken from the Writings of Rachel Corrie
by Rachel Corrie

Martyr
A review by Cynthia Ozick

na also, an Minen konnte ich mich doch nicht erinnern und selbst wenn, ich habe noch nie gelesen, daß man Minen mit nem Bulldozer räumt. Culatello lügt und verleumdet – wie gewöhnlich

The bulldozer was clearing brush to thwart cover for launchers, explosives, and ambush. A photo taken minutes before the event tells what happened: the big growling machine is perched on a great mound of earth; well below it, shut off from the driver’s vision and hearing, stands a tiny figure with a bullhorn. A piteous, pointless, heartbreaking death.

17. colchico - März 14, 2012, 1:29

So sehen D9R aus. Die Schaufel vorne ist ungefähr mannshoch. Es kann sich wohl jeder selbst vorstellen, was aus der Kabine wo zu sehen ist.

18. Dorothee - März 14, 2012, 2:41

zu 16 Restriction of movement
http://www.btselem.org/ota?tid=51

zu Rachel Corrie
die Dokumentarfilmerin Simone Bitton ( israelisch- französisch)

über ihren Film RACHEL

19. Lila - März 14, 2012, 2:54

Die winzige Kleinigkeit, die Betselem zu erwähnen vergißt, sind die Gründe für die Errichtung der vielen Sperren und Checkpoints – nämlich Terrorangriffe aller Art. vor der Intifada I gab es überhaupt kaum welche, nach jeder Terrorwelle mehr. Der Clou: von Zeit zu Zeit werden welche abgebaut, normalerweise auf Druck der Europäer oder USA. Und rate, was dann passiert? Richtig, dann kommt genau dort ein Terroranschlag vor.

Ich muß selbst pro Tag mindestens dreimal meine Tasche durchsuchen, oft auch durchleuchten lassen, stehe in langen Schlangen und überlege mir oft, von einem Gebäude ins andere zu wechseln, weil die immer neuen Sicherheitschecks so lästig sind. Ich sehe die Checkpoints als Zeitverschwendung für die Palästinenser, die Soldaten und alle anderen an. Verschwendung kostbarer Lebenszeit. Weiß Gott, ich wäre froh, wenn es sie nicht gäbe! Eine geschätzte Kollegin von mir ist bei Machsom Watch, ich kenne also die Seite dieser Organisationen ganz gut.

Aber solange die Gefahr besteht, daß jemand ein Messer zwischen die Rippen oder eine Bombe in der Kassenschlange gewärtigen muß, solange bleiben Checkpoints bestehen. Leider.

Mehr dazu aus Sicht der IDF hier.

So sieht Betselem die Checkpoints:

The existing restrictions are primarily aimed at controlling Palestinian movement and at channeling it to a few major checkpoints, depending on Israel’s needs. They are intended to keep Palestinian traffic away from the settlements, main roads used by settlers, and areas where Israel wants to strengthen its control and exclude Palestinians. Therefore, most of the checkpoints and obstructions are located on roads leading to Area C (the 60 percent of the West Bank under complete Israeli control), in East Jerusalem, the Jordan Valley, enclaves west of the Separation Barrier, and the settlements in Hebron.

Und so die Armee:

Following the Palestinian initiated violence some 10 years ago, the IDF established checkpoints throughout the West Bank. These checkpoints were intended to stem the flow of weapons and terrorist activity which were rampant at the time. The presence of checkpoints has prevented countless terror attacks and has proven to save lives, revealing weapons such as explosive belts, mortars, grenades, bomb-making materials, guns, knives—many of them strapped on very young Palestinian children. The system of checkpoints was a major factor in the decline of violence and terrorist activity during the Second Intifada.

null

Checkpoints vermindern also den Terror, und als Folge können dann Checkpoints abgebaut werden.

20. Jakobo - März 14, 2012, 3:00

das finkelstein interview das hab ich schon geshen.. man kann der frau richtig ansehen wie angewiedert die von finkelstein ist.

der ein ganz anderes problem und sollte aufpassen dass er nicth auf die schiefe bahn kommt

J

21. A.mOr - März 14, 2012, 3:33

mibu (no1), Silke (no2),

zum Thema „Norman Finkelstein“ im aktuellen Lichte berichtet Israelnetz.

22. colchico - März 14, 2012, 6:02

Hoffentlich ist das Interview mit Frau Bisson einfach ungeschickt geschnitten. In diesem Ausschnitt erscheint sie jedenfalls als jemand, der Palästinenser als vollkommen passive Menschen betrachtet, deren Handlungen und Nichthandlungen ohne Einfluss auf ihre Situation bleiben. Friedensbewegten Israelis und US-Amerikanern hingegen scheint sie die Macht zuzuschreiben, die Palästinenser zu befreien und Frieden herzustellen. Schaffen sie es nicht, liegt das keinesfalls (auch) am Verhalten ihrer „Schützlinge“, denn was die tun oder lassen, ist ja irrelevant. – Wie hieß nochmals das Wort mit „O“, das Edward Said für eine solche Haltung prägte?

23. Culatello - März 14, 2012, 9:40

# 15 + 16 Silke

° „aber zitiert hat Culatello korrekt……“
° „daß er ein überführter Lügner ist …….“

Merkst Du eigentlich nicht, dass sich diese beiden Aussagen total wiedersprechen. WO habe ich gelogen? Ein Zitat ist keine Lüge.

Krieg Dich mal langsam wieder ein, das ödet auf die Dauer!

° „Und bevor jemand auf Culatello’s Empfehlung reinfällt……“

Sich ihre Meinung eigenständig zu bilden kannst den Lesern und Kommentatoren ruhig selbst überlassen, die brauchen keine vorgekaute Kost.

24. Dorothee - März 14, 2012, 11:21

Lila, ich möchte die „Zwänge“ nicht in Frage stellen. Die Folgen in Form von Einschränkungen usw. treffen alle, und zwar unabhängig davon, wie sie zur Frage der „Gebiete“ stehen.

25. Silke - März 14, 2012, 15:34

culatello 23

hier ist der komplette Text, den Du per Einleitung zu Deinem eigenen machst. Und damit ist die Lüge die Deine.

https://rungholt.wordpress.com/2012/03/07/ohne-genehmigung/#comment-44772

26. Culatello - März 15, 2012, 9:19

# 25 Silke

Wen willst Du mit Deinen Sophismen eigentlich beeindrucken.

Ob nun ein Palästinenser ausnahmsweise als billige Arbeitskraft die ein oder andere jüdische Siedlung betreten darf ist doch sowas von unmaßgeblich für die eigentliche Tatsache, dass bezüglich der Baugenehmigungen Juden und Palästinenser willkürlich und apart behandelt werden.

27. Silke - März 15, 2012, 14:27

Culatello 26

seltsame Vorstellung hast Du davon, was ein Sophismus ist.

DU hast eine Behauptung aufgestellt, die ich hinterfrage und Du kneifst, weil Du nicht mal den Mut hast einzugestehen, daß die Behauptung falsch ist.

Da Du einen riesigen Wust kommentiert hast, steht es mir vollkommen frei, mir aus dem Angebot das herauszupicken und genau wissen zu wollen, was mich interessiert.

Kleiner Hinweis: Wenn Du Dich dem nicht gewachsen fühlst, solltest Du Dich vielleicht auf kurze Kommentare mit nur einer Anschuldigung beschränken.

Und weil wir gerade dabei sind:

Bulldozer werden zum Minenräumen eingesetzt? War auch eine Deiner „Infos“, zu der ich brennend gern Näheres wüßte.

28. Margot - März 15, 2012, 19:06

Hier steht genau, wer dieses schreckliche Foto des kleinen, blutüerströmten, schon lange toten Mädchens (auf einem Spielplatz verunglückt) veröffentlichte:
http://backsp.wordpress.com/2012/03/14/keiner-fuhlt-sich-fur-falsches-foto-einer-un-mitarbeiterin-verantwortlich/

Ausgerechnet eine UN-MITARBEITERIN !! Was sagt uns das? …
Margot

29. Culatello - März 16, 2012, 9:52

# 27 Silke

„Bulldozer werden zum Minenräumen eingesetzt? War auch eine Deiner “Infos”, zu der ich brennend gern Näheres wüßte.“

Genau das ist die Aussage der IDF-Sprecherin, zu sehen und zu hören in dem von mir empfohlenen Film „Rachel“ von Simone Bitton. (siehe mein Beitrag # 14)

Also zichtigst Du die Militärsprecherin der IDF einer Lüge. Wie recht Du (ausnahmsweise mal) hast.

30. Silke - März 16, 2012, 15:07

Culatello – 29

Du meinst also, ich soll Deiner Vertrauenswürdigkeit beim Zitieren mehr zutrauen, als Cynthia Ozick’s detaillierter Darstellung?

Du bist ein Witzbold.

Und Du glaubst, daß ich einem französischen Film nachdem, was die mit AlDura veranstaltet haben, nicht jede, aber auch jede Manipulation zutraue?

Bring mir das ungeschnittene Originalinterview und ich fange an, darüber nachzudenken.

Cynthia Ozick beschreibt den Zusammenhang zwischen Minen und der Räumaktion ziemlich genau und hat alle Wahrscheinlichkeit auf ihrer Seite.

31. Jakobo - März 16, 2012, 23:35

ich frage mich wieso cuatello sich lieber in blogs rumtreibt anstatt verfallene medikamente fuer seine naechste botsfahrt zu sammeln

J

32. Silke - März 17, 2012, 1:31

Jakobo

Du glaubst, daß Culatello zu irgendeiner zielgerichteten Tätigkeit fähig ist? Ich kann mir das schlecht vorstellen. Er bringt es ja nicht mal fertig zu sagen, daß sein bei medico kopierter Satz gelogen ist.

Feiglinge trauen sich selten, Nägel mit Köppen zu machen und selbst um nutzlose Pillen irgendwo auf nem Haufen zu stapeln, braucht es konzentriertes Tun.

33. mibu - März 17, 2012, 10:09

Silke,

müssen Angriffe wie z.B. in Nr.25 sein ? Bist du dir so sicher, dass du nicht nur über ein vollständiges Bild der Situation in Nahost verfügst sondern auch so vollständig wiedergibst und berücksichtigst ?
Es ist nicht nur aus deinen Beiträgen erkennbar, dass du recht stark deine persönliche Sichtweise in den Vordergrund stellst, du hat’s schon mehrmals früher selbst darauf hingewiesen, dass du in Belangen, die Israel betreffen, eine parteiische Position vertrittst. Das kann man gar nicht kritisieren. Aber der Vorwurf der Lüge ist ein schwerer.

Ich habe diesen Diskussionsstrang nicht genau verfolgt und habe auch keine Lust dazu. Aber er hat eine „Lautstärke“ erreicht, die kaum noch zu „überhören“ ist. Muss das sein ?

34. mibu - März 17, 2012, 10:22

Passt thematisch nicht hierher, ist aber vielleicht für manche trotzdem interessant:

in Haaretz gibt es einen recht umfangreichen Bericht über ein Interview mit Amos Oz, in dem es unter anderem um seine Erfahrungen im Kibbutz geht, in dem er viele Jahren gelebt hat.

35. Lila - März 17, 2012, 11:19

Danke, Mibu, das Interview ist SO interessant. Ich habe ja nur 20 Jahre im Kibbuz gelebt, aber ich weiß so genau, wovon er spricht. „Outside boy“, yeled chutz – das sind die Kinder von „draußen“, die im Kibbuz keine Familie haben. Aber was für eine Schwere bekommt dieses Wort, wenn man es wirklich auf sich selbst anwendet, wie er es tut.

Oder die Szene, wo er zum Sekretär geht und um einen Arbeitstag pro Woche fürs Schreiben bittet. „Ein Präzendenzfall“, takdim – vor nichts hat ein Kibbuz mehr Angst als vor einem Präzedenzfall!

Ich erinnere mich noch genau an den Tag, als eine sehr begabte, wortgewandte, intelligente und außerdem äußerst gutaussehende Frau ihre bisherige Arbeit als Lehrerin am „Mossad“, also der high school des Kibbuz, aufgeben wollte. Sie hatte ein Angebot von einem Radiosender, ich weiß nicht mehr welchem, aber die wollten sie als Radiojournalistin. Die Einzelheiten weiß ich nicht mehr. Aber sie stand vor der Vollversammlung und versuchte zu erklären, daß sie nun viele Jahre Schuldienst gemacht hat, und das sehr gern, aber daß sie jetzt einen neuen beruflichen Weg einschlagen will.

Die Diskussion war hitzig. Da fiel auch das Wort „takdim“, Präzedenzfall – wenn wir Roni das machen lassen, dann wollen am Ende da arbeiten, wo sie wollen, und dann geht persönliche Karriere über das Gemeinwohl, und was dann? Damals war es noch so, daß der sadran avoda, der Arbeitlisten-Ersteller, den Leuten die Arbeit zuteilte. Lehrer waren natürlich an der Schule.

Nun, Roni hat schließlich ihren Willen durchgesetzt. Sie hat, soweit ich weiß, beim Radio großen Erfolg gehabt und war auch glücklich. Nicht für lange Zeit. Ein betrunkener Autofahrer ist ihr ins Auto gerasselt und sie kam ums Leben. Ihr jüngster Sohn war damals erst zehn oder elf Jahre alt.

Ich habe mir oft gedacht: wie gut, daß der Kibbuz sie doch ihren Traum hat verfolgen lassen. Wie bitter wäre es gewesen, wenn sie gestorben wäre, ohne ihn zu verwirklichen.

Bei fast jedem Wort, das Oz benutzt, kommen so viele Assoziationen hoch. Ein sehr dichter Text, wenn man den Kontext kennt und die Sprache. Yeled chutz – takdim – ich fühle das Ivrit durch.

Manches halte ich für Übersetzungsfehler.

Wenn Oz zu den toten Eltern sagt:

“I’m tidy, hard-working, successful. Bringing you more and more pride and joy, a regular sorcerer’s apprentice. I’m tired but I never give up.”

Tidy scheint mir falsch. Ich nehme an, im Original sagt er „mesudar“, was sowohl ordentlich als auch in geordneten Verhältnissen bedeutet. Also mehr settled, mit Geld, Erfolg und Familie, als ordentlich. Das sind so Kleinigkeiten, wo ich mir denke: ich sollte mir doch die Mühe machen, mehr Hebräisch zu lesen!

Aber die Faulheit siegt dann doch.

Danke jedenfalls für diesen erhellenden Text. Amos Oz ist ein großer Schriftsteller.

Interessant auch, daß er das Desaster der Gaza-Räumung ähnlich sieht wie ich, nämlich als Todesstoß für jede Friedenshoffnung.

“The supporters of peace were dealt a potent blow by the evacuation from Gaza. For years we were told that if we leave the territories there will be peace. We left Gaza and the Qassam rockets came. That is a very difficult blow, though one which can be coped with by the argument that it was necessary to leave Gaza but without handing it to Hamas on a silver platter. But because this is an ‘as if’ argument, it is a complex one. And the fact is that for all those years we said that if we were to leave Gaza, good things would follow. We left Gaza and bad things followed. It’s hard to deal with that. I can say that I have no doubt that if we had stayed in Gaza, the price in blood would have been far higher than it has been since we left. I can say that, but it won’t help in the face of the simple argument, ‘We left and look what happened. We came out as patsies.’

Wir sind nicht nur als frayerim aus der Sache rausgekommen, sondern desillusioniert und unter dem Terror der Raketen. Woher wir den Optimismus nehmen sollen, noch einmal Gebiete zu räumen und aufs Beste zu hoffen, sagt auch Oz nicht. Er stellt die Forderungen an seine eigenen Leute, an den Staat Israel, an die Regierung. In dem Interview sagt er ncihts darüber, wie er die Entwicklung auf der palästinensischen Seite sieht. Leider kann man ja Frieden nicht allein machen.

Vermutlich bin ich in Oz´Augen genauso feige wie Bibi und Barak, denn auch ich hätte jetzt Angst, die Gebiete zu räumen. Nur gegen einen wirklich soliden, fairen Friedensvertrag würde ich das machen, aber der soll ja nach Willen der Palästinenser erst NACH einer Räumung diskutiert werden. Das kann wirklich eine üble Falle werden. Ich gebe zu, ich würde das Risiko nicht eingehen.

Daß die Auschwitz-Rhetorik aufhören sollte, finde ich auch. Bibi spricht viel zu oft davon. Natürlich ist die historische Erfahrung der Juden, daß einer, der von Vernichtung faselt, das ein paar Jahre später durchaus umsetzen kann, wichtig für das Verständnis der Lage Israels, der mentalen und politischen Lage. Aber das bedeutet nicht, daß Ahmedinijad Hitler ist oder daß man die Bedrohung durch einen atomar bewaffneten Iran dadurch deutlicher macht, indem man Parallelen zum NS-Staat zieht. Bei mir löst das sofort Widerspruch aus, und die Unterschiede fallen mir deutlichst auf. Ich nehme an, vielen anderen Zuhörern geht es ähnlich – wenn sie es nciht sowieso für einen Trick halten. Als PM von Israel sollte er die Beschwörung der schlimmsten Katastrophe nicht so inflationär verwenden. Ist meine persönliche Meinung. Das trägt nur dazu bei, den Begriff Holocaust verschwimmen zu lassen. Und die Toten dürfen nicht als Kronzeugen heutiger politischer Ziele mißbraucht werden. Obwohl ich verstehe, warum Netanyahu das tut. Der ultimative Schrecken hat Israel geprägt, und er drängt sich ihm auf die Lippen, ohne Zynismus, das glaube ich ihm.

Trotzdem – wie ich die Wut kriege, wenn ich Demonstranten (ob deutsche Linke oder Jerusalemer Haredim) im KZ-Kostüm sehe, so werde ich auch ärgerlich, wenn Bibi schon wieder den Holocaust als Argument benutzt. Es gibt auch ohne Holocaust genügend Argumente, einer Regierung wie der iranischen KEINE Atomwaffen zuzugestehen. Israel ist nicht der einzige Staat, der dadurch bedroht wird.

Und wie Oz bin auch ich, zusammen mit einer Mehrheit der Israelis, GEGEN einen Schlag im Iran. Nicht nur wegen des Preises, der sehr hoch sein wird – sondern wegen der langfristigen Auswirkungen. Einen Alleingang kann Israel sich nun überhaupt nicht leisten. Wie gestern im FErnsehen Amnon Abramowitch meinte: „die Amerikaner haben uns die Entwicklung von Iron Dome durch ihre Hilfe erst ermöglicht – wir tun gut daran, im Gegenzug auch auf die Amerikaner zu hören und sie nicht durch Alleingänge vor den Kopf zu stoßen“. Ich finde die Vorstellung albtraumhaft, ohne amerikanische oder internationale Unterstützung unsere Piloten auf diese Mission zu schicken.

Obwohl natürlich der Unterschied zwischen uns und den USA nicht nur die Dicke der Betonwände und die Zeitspanne einer möglichen Bombardierung betrifft, sondern die schlichte TAtsache, daß die USA nicht bedroht werden. Wir schon.

Trotzdem – ich würde alle anderen Wege versuchen, bevor ich alle Bündnisse brechen und allein losschlagen würde.

Ja, danke, ein sehr gutes Interview. Sehr bedrückend.

36. mibu - März 17, 2012, 11:59

… und ich habe gedacht, du würdest es in der hebräischen Ausgabe von Haaretz lesen:-)

Aber das mit der Faulheit kenne ich auch. Ich habe eigentlich überhaupt kein Problem mit englisch. Aber wenn ich einen Text auf deutsch lesen kann und die Übersetzung nicht allzu grausam erscheint, dann les‘ ich’s doch eher deutsch, ausser ein Autor ist für seine besonderen Formulierungen und Ideen bekannt. Aber die Hürde ist ja wegen der Schrift und der Schreibweise (vgl.m. Ivrit ohne Vokale) wesentlich niedriger.

37. Silke - März 17, 2012, 13:36

mibu 33

wie ist es damit?

Culatello stellt eine in ihrer Pauschalisierung unrichtige Behauptung auf, an der ich berechtigte und belegte Zweifel habe und er schweigt nicht nur, sondern unternimmt durchaus geschickte Versuche, das Thema zu wechseln, hält also das Unrichtige aufrecht.

Wenn im Alltag einer das mit mir macht, nenne ich das lügen.

Äquidistanz ist eine Haltung, die (als Fiktion) nützlich ist, wenn man Parteien helfen will, einen Konflikt zu lösen. Im richtigen Leben endet sich meist mit wer-nett-zu-den-Bösen-ist,-ist-am-Ende-böse-zu-den-Netten. Und jedeR, der sich im richtigen Leben einbildet, er nehme nicht Partei, nimmt damit zwangsläufig Partei.

Also wenn et schon so iss, warum es dann nich „bekennen“.

Und was das vollständige Bild zu Nahost anlangt, kein Sterblicher hat es und darum konzentriere ich mich auf klar beschreibbare Details.

Culatello sagt, „Darüber hinaus dürfen Palästinenser die israelischen Siedlungen nicht betreten“. Ich verlinke ein Beispiel, das etwas Anderes erzählt, Culatello duckt sich weg.

Und falls Dir der größere Zusammenhang nicht gewärtig sein sollte. Herr Gabriel hat gerade behauptet, Israel sei ein Apartheid-Staat. Wäre dem so, dann würde Daniel als Folge seines Kommentars vermutlich ziemlich Unangenehmes blühen.

Ich glaube, daß es die vielen kleinen Wahrheitsverschiebungen, die wenn sie bewußt geschehen, ich Lügen nenne, die den Humus für ne Menge Unheil bilden.

Warum glaubst Du, daß Lila immer wieder von netten Begegnungen mit arabischen Israelis berichtet? Ich glaube, daß sie es tut, weil sie damit der „Wahrheit“, die alle zu kennen glauben, ein bißchen Luft ablassen will.

38. Silke - März 17, 2012, 13:39

Lila

But because this is an ‘as if’ argument, it is a complex one.

as-if-Argumente sind nicht komplex, sie sind impossible.

Was geschehen ist, ist geschehen und das mit dem price in blood sagt sich auch so leicht daher, ein anderes „as if“. Was ist mit all den Kindern, die mit Sirenengeheul und verängstigten Erwachsenen aufwachsen müssen?

39. Silke - März 17, 2012, 13:51

Lila

falls die Amis wirklich so viel beim Iron Dome geholfen haben, wo sonst hätten sie ein Umfeld gefunden, wo das Dingens unter realen Bedingungen seine Tauglichkeit beweisen und dank Bedienung durch vermutlich hervorragend qualifiziertes Personal möglicherweise verbessert werden kann?

Will sagen, man sollte bei jedem Wohltäter doch nicht aus’m Blickfeld verlieren, was der selber davon hat.

Mir scheint, daß Israelis hie und da allzu bereit sind, das mit der Dankbarkeit allzu umfassend zu sehen.

Die Amis (und andere) fanden 1967, daß es gerade nicht der richtige Zeitpunkt war, um Versprechungen einzuhalten …

40. Silke - März 17, 2012, 14:08

Lila

Ich habe nicht den leisesten Schimmer, wie oft und in welcher Form Netanyahu den Holocaust erwähnt, doch in Bürofehden ist es so, daß in aller Regel der angegriffene Teil dafür „nicht-schon-wieder“ gescholten wird, wenn er erwähnt, mit welchen üblen Unterstellungen (Lügen) ihm das Leben sauer gemacht wird.

Daraus ergibt sich die vermaledeite Zwickmühle, daß Ahmadinejad so viel über’n Holocaust plappern kann wie er will und sein Zeugs (Übersetzungsfehler;) vor und zurück debattiert wird, während Netanyahu mit dem nicht-schon-wieder-Seufzer konfrontiert wird?

41. Lila - März 17, 2012, 14:14

Die Entwicklung ist eine rein israelische – gestern abend war eine hochinteressante Reportage über das Team bei Raphael, die Tag und Nacht geschuftet haben, um das System ans Laufen zu kriegen. Drei Männer und eine Frau, das ist der harte Kern, und drumherum viele Mitarbeiter. Als Iron Dome sich bewährte, sind sie sich vor Jubel in die Arme gefallen. Sie sind allesamt Absolventen des Technion in Haifa. Für sie ist es, wie sie ausdrücklich sagten, ein Ausdruck ihres Zionismus. Sie hätten woanders viel mehr Geld verdient, aber sie haben ihr Können dafür eingesetzt, die Menschen zu schützen.

Wenn man die Bilder sieht, auf denen berechnet wird, in welchem Haus eine Rakete eingeschlagen hätte, wäre sie nicht von Iron Dome abgefangen worden – das ist wirklich beeindruckend. Einer der Entwickler sagte dazu: „ich habe so ein Haus die ganze Zeit vor mir gesehen, ein Haus wie mein eigenes, mit kleinen Kindern, die man schnell in den Schutzraum bringen muß“.

Ich wünschte, diese Reportage würde international laufen – man lernt so viel über Israel und was Israelis wichtig ist. Die Frau im Team erzählt, wie sie auf einer Purim-Party war, das Handy die ganze Zeit eingeschaltet, um zu hören, wie Iron Dome funktioniert. Und wie sie gejubelt hat, als während der Party die Nachricht kam, daß Iron Dome (kipat barzel) funktioniert. Als was war sie verkleidet? Als Rotkäppchen (kipa aduma)…

Die Amerikaner haben Geld dafür zur Verfügung gestellt. Und zwar zu einem Zeitpunkt, als nicht viele Leute an das Projekt glaubten. Und das bedeutet viel.

Willst Du sagen, Silke, daß wir den Iran im Alleingang angreifen sollen? Damit würden alle Karten im Spiel durcheinandergewirbelt, und keiner weiß, wo und ob überhaupt sie landen würden. Wir würden uns nicht nur als Land im Krieg wiederfinden, wohlgemerkt: mit nur EINEM Flughafen und keinerlei Fluchtwegen oder Hinterland für unsere Zivilbevölkerung – wir würden uns auch international isoliert wiederfinden. Allein auf weiter Flur.

Ich weiß, daß Bibi und seine Berater meinen, es würde schon nicht so schlimm kommen. Manche Beobachter meinen, wir halten das aus. Das kann sogar sein. Aber was kommt danach? Wir werden den Iran geeinigt haben, und in zehn Jahren haben sie die nächste Bombe. Und dann mit Genehmigung der internationalen Gemeinschaft, denn sie sind ja tatsächlich angegriffen worden.

Ich habe keine bessere Lösung, aber einen Alleingang gegen Iran halte ich für falsch. Und mit mir 60% der Israelis.

42. Lila - März 17, 2012, 14:21

Zum Holocaust: das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. An Ahmedinijad würde ich mir kein rhetorisches Beispiel nehmen. Der behauptet gleichzeitig, daß es keinen Holocaust gab (sehr zur Freude mancher Europäer), und daß die Palästinenser die Zeche dafür zahlen mußten. Beides bekannte antisemitische (ja, hier paßt es mal) Muster. Ist keine Diskussion wert. Einfach nur BS.

Netanyahu dagegen führt den Holocaust als ultimative Begründung für einen Schlag gegen den Iran an. Er hat in seiner Rede vor AIPAC aus Briefen zitiert, in denen Juden zur Zeit des Holocaust die amerikanische REgierung darum bitten, Auschwitz bzw die Verkehrsverbindungen dorthin zu bombardieren. Ich halte das überdeutliche Aufzeigen von Parallelen für unklug, weil es die Diskussion auf ein Nebengleis bringt – ist Ahmedinijad ein Wiedergänger Hitlers? und wie und warum?

Die Begründung, warum man den Iran an der Atombombe hindern muß, haben damit aber nichts zu tun. Außer, wie gesagt, als Hintergrund zum Verständnis der Israelis, und warum sie Drohungen eher ernstnehmen als Andere und wenig zum Appeasement neigen.

43. Silke - März 17, 2012, 15:01

Lila

ich habe keine Meinung zum Iran, mir fehlt das Wissen –

ich weiß spätestens seit 2007, daß allein die militärischen Zwickmühlen sich in dem Punkt stapeln bis in die x-te Dimension und die sind in der Zwischenzeit eher mehr als weniger geworden. Seitdem beteilige ich mich nicht mehr weder für noch gegen.

Es sind die israelischen, US und sonstigen Profis, denen ich alles alles Gute wünsche und, was immer sie entscheiden werden ich hinterher hoffentlich nicht besserwissen werde. Ansonsten halte ich mich raus. (keine Äquidistanz sondern vorbehaltlos auf der Seite derer, denen ich mehr vertraue. Ich lebe schließlich nicht in Israel.)

Ich kann nur hoffen, daß die, die an den Entscheidungen arbeiten, vom Glück gesegnet sind und die, die zündeln auch. Denn rational gibt es keine klare Entscheidung.

Vielleicht finden sie eine chirurgische Eingriffsmöglichkeit, vielleicht ist alles nur Posieren, ich weiß es nicht und alles, was ich tun kann ist hoffen, daß die, die mehr Infos haben als ich, die richtigen und/oder glücklichen Schlüsse aus ihrem Material ziehen.

Im Nachhinein liest sich man hätte Deutschland pre-empten sollen, alles so verführerisch einfach und klar. Im Nachhinein ist es das natürlich auch. Das ist der Vorteil der Nachhineins.

Lila und was das Karten durcheinanderwirbeln anlangt, das bringt jede Entscheidung, auch die einfachste, mit sich. Im Alltag merken wir das nur nicht, weil wir vergessen, daß es „schwarze Schwäne“ gibt.

44. Silke - März 17, 2012, 15:19

Lila 42

das sehe ich anders – Ahmadinejad’s Sicht der Dinge, daß „man“ „uns“ einen Schuldkomplex einredet, scheint Anhänger zu finden und nein, ich meine damit ausschließlich Blog-Kommentatoren, die mir begegnet sind. Und das wirft natürlich die vertrackte Frage auf, wie geht man dagegen an. Jede Gegenrede birgt zwangsläufig die Gefahr, daß sein Argument bekannter wird, andererseits nix sagen, gibt dem Argument die Hoheit über was weiß ich für Hirne.

Auschwitz als Touristenattraktion ist mir hochgradig suspekt (hätte ich ein Kind im Teenager-Alter ich würde vermutlich nicht erlauben, daß es mitfährt, aber die Meinung basiere ich ausschließlich darauf, daß ich Teenager aus Hessisch Sibirien von ihrer Erfahrung habe berichten hören), aber bei Markus Lanz hat Broder sein Buchtitel-Total-Argument nicht gut rübergebracht.

Aber mir ist diese Visuelles ist die Wahrheit-Welt insgesamt nicht gut verständlich.

(Ich bemerke dieser Tage, daß Filme über Zeiten, die zu meinem Leben gehören (z.B. in dem deutschen Film über Fußball in der Nachkriegszeit wurde viel zu schnell gesprochen, die Körper stimmten nicht), mir falsch erscheinen, während ich kürzlich beim Gucken von alten Haus am Eaton Place Folgen die dort gezeigte Welt für ein Abbild der Wirklichkeit gehalten habe.)

45. Silke - März 17, 2012, 16:05

Lila

ich glaube nicht, daß es „rein“ hier oder da technische Entwicklungen gibt. Das inputtet vor und zurück unaufhörlich.

Doch eins ist Iron Dome ganz bestimmt: das erste Raketenabfangsystem der Weltgeschichte, das unter field conditions seine Tauglichkeit beweist und (viel zu oft) beweisen muß.

Und das allein ist schon atemberaubend gigantisch und mehr als Grund genug für die crews und alle anderen Beteiligten das System und ihre Leistung zu feiern und mit ganzer Hingabe daran zu arbeiten. Einmaliges Erstmaliges auf der Seite der Guten finde ich feierungswürdig.

War es hier, wo neulich einer was über Ballistics erzählt hat und wie nicht traditionell die bei Raketen ist und ich vermute mal wie entsprechend schwer zu berechnen. Und wer immer die Computerprogramme geschrieben haben, sie schaffen es gegen offenbar unmögliche odds und werden es mit jeder Verfeinerung dank reality input wohl immer besser schaffen. (Mögen ihnen Sackgassen und Fehler weit übers normale Maß hinaus erspart bleiben.)

Und die Ergebnisse, vermute ich mal so locker, werden die, die an den long distance systemen arbeiten, brennend interessieren so wie vermutlich das, was die long distance Leutchen ausklamüsert haben, Eure Iron Dome Leute genauestens konsumiert haben werden usw. usw. endlos.

46. Jakobo - März 17, 2012, 16:17

„Jakobo

Du glaubst, daß Culatello zu irgendeiner zielgerichteten Tätigkeit fähig ist? Ich kann mir das schlecht vorstellen. Er bringt es ja nicht mal fertig zu sagen, daß sein bei medico kopierter Satz gelogen ist.

Feiglinge trauen sich selten, Nägel mit Köppen zu machen und selbst um nutzlose Pillen irgendwo auf nem Haufen zu stapeln, braucht es konzentriertes Tun.“

nana Silke… bitte nicht schaebig werden. ich bin sicher er hat sehr gute und ehrenvolle gruende dafuer.

J

47. Silke - März 18, 2012, 2:30

Jakobo

und diese guten und ehrenwerten Gründe wären z.B.??????

48. Aristobulus - März 18, 2012, 2:52

… na klar, die hat er, denn Antizionismus ist was furchtbar Ehrenvolles, dafür darf nein muss man lügen und sich ducken und wieder lügen, die Mittel sind geheiligt.

Lila, in 33 – 35 bist Du auf Mibus captatio benevolentiar reingefallen. Er lenkte erst so ganz auf die steif Korrekte von Silkes Vorwürfen wegen Culalellos Lügen ab, indem er gleich über Dein Lieblingsthema schrieb, und das Thema war vom Tisch – ersteres.

P.S.
Es lebe Iron Dome, kol tuv & maseltov usw. usf. für Iron Dome!, das ist doch das technisch Sinnvollste und Genialste seit der Erfindung des Rades!

49. Aristobulus - März 18, 2012, 2:54

pardon, benevolentiae (hier isses dunkel)

50. Silke - März 18, 2012, 12:45

Aristobulus

besten Dank für „captatio benevolentiae“

Die Technik kenn ich wohl und benutze sie selbst gern, doch kannte ich bisher nie so ein schönes Wort dafür.

51. Silke - März 18, 2012, 16:17

nochmal für Aristobulus

mir ist eingefallen, wann und wie ich die cb ursprünglich mal gelernt hatte:

Mein erster Chef empfahl mir ca. 1963 zur Lektüre Dale Carnegie’s „Wie man Freunde gewinnt“ (ich war zu meinem Schmerze bei ner Weihnachtsfeier – zu Unrecht – als arrogant verkackeiert worden, ich war im Wortsinne unbeholfen, viel zu jung für den Job, out of my depth, nicht handwerklich, aber sonst so).

Ich hoffe meins war ne Version ohne die unsägliche Übersetzung von „… to influence people“.

Jedenfalls gehört, soweit ich sehe, die darin gelehrte Ermunterung zum Komplimentemachen via z.B. „das haben wir gemeinsam“ oder „ich merke mir, wer Du bist“ nach wie vor zum Kanon.

52. Aristobulus - März 18, 2012, 22:25

Silke, ja, eine rhetorische Figur, die man pro bono oder pro malo anwenden kann😉, also zum Respekt Erweisen wegen der Zivilisiertheit (und wegen des guten Geschmacks des kalten Buffets nach den ganzen Reden), oder halt zum Andienen von was, oder nur mal so zum Dienern.


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