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Pippi-freie Zone Mai 4, 2011, 10:00

Posted by Lila in Presseschau.
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Der Nahe Osten ist nicht die Villa Kunterbunt, und das Prinzip „ich mach mir die Welt widi-widi-wie sie mir gefällt“ gilt hier nicht.  (Auch wenn die UNO mich oft genug an die Prusseliese erinnert….)

Ich weiß nicht, wie genau die deutschen Medien die Aussagen der Hamas zum Thema Tötung bin Ladens unter die Lupe nehmen. Es lohnt sich aber, das zu tun, und darum übernehme ich es mal.

After the Al-Qaeda chief was killed by US forces, the head of the Hamasgovernment in the Gaza Strip, Ismail Haniyeh, said: „We condemn any killing of a holy warrior or of a Muslim and Arab person and we ask God to bestow his mercy upon him.“

Alles klar? Ein heiliger Krieger, ein Moslem, ein Araber. All die obsessiven Semantiker, die jeden Zusammenhang zwischen der „Religion des Friedens“ und Heiligem Krieg, also Jihad, ins Reich der Verleumdung verweisen, haben einfach nicht gut genug zugehört.

Entweder Haniyah ist verkappter Islamophob mit seiner Gleichsetzung von bin Laden, heiligem Krieger, Moslem und Araber – oder die Gleichung stimmt so.

Doch das war nicht alles, was Freund Backenhörnchen uns zu sagen hatte.

Haniyeh said Hamas regards bin Laden’s death as „as a continuation of the American policy based on oppression and the shedding of Muslim and Arab blood.“

Das also ist gemeint, wenn so einer wie Haniyah über „oppression“ klagt. Unterdrückung – das bedeutet, daß man die Araber und Moslems am Terror-Spielen hindert. Genau das bedeutet es seit den 20er Jahren. Wann immer Israel sich dagegen wehrt, von den Arabern – Palästinensern – Moslems abgeschlachtet zu werden, schreien diese Unterdrückung! Besatzung! Gewalt! Blutvergießen! Und im Laufe der Jahre haben sie ein treues Publikum erworben, das mitschreit.

Aber Haniyah definiert hier glaskar, besser könnte ich es gar nicht, was Unterdrückung bedeutet: einen Terroristen aus dem Verkehr ziehen, das ist Unterdrückung.

Und so muß man die Äußerungen von Leuten wie Haniyah lesen. Dann kommt man auch nicht zu sentimentalem Wunschdenken, was die „Versöhnung“ von Hamas und Fatach angeht und die tollen Chancen, die für Israel daraus entstehen.

Wenn die Fatach sich der Hamas annähert, entfernt sie sich damit noch weiter von Israel.

Michael Thumann will nichts davon wahrhaben.

Netanjahu fürchtet, dass sich die Palästinenser bei einer Einigung zwischen Fatah und Hamas radikalisieren würden. Dass ihre Forderungen an Israel unerfüllbar und ihre Bereitschaft zur Gewalt steigen würden. Der Beweis für diese Annahme steht jedoch aus.

Der Mann hört nicht hin, was die Hamas sagt, und spielt herunter, was sie tut. Statt dessen erfindet er sich eine eigene Hamas und wiederholt Al Jazeeras Lügen.

Wie die Palestine Papers uns lehren, hätten die Fatah-Unterhändler in einem Vertrag auf weite Teile von Jerusalem und seiner östlichen (!) Vororte verzichten wollen, sie hätten Siedlungen und Militärpräsenz der Israelis akzeptiert, um nur endlich den eigenen Staat zu bekommen. Diese Verhandlungen scheiterten, weil die Israelis ablehnten.

Das ist eindeutig gelogen.  Abbas wollte und will keinen „Frieden“. Haniyah will es noch weniger. Haniyah will bin Laden, er will Jihad, er will Israel nie anerkennen. Wie Zahar es ausdrückt:

Senior Hamas official Mahmoud Zahar said on Wednesday that Palestine is „hallowed ground“ and that his organization will never recognize Israel.

Speaking to Al Jazeera, Zahar said that Palestinians will not give up on their right to Palestine, while recognizing the rule of Poles and Ethiopians in their land.

Ma lo barur, was ist hier unklar? Polen und Äthiopier.

Thumann und seine Kumpane werden vermutlich nie das Grundlegende tun: einfach mal die Ohren aufmachen und hören, was die Hamas eigentlich meint und sagt (und darüber dann auch ehrlich berichten). Die Realität anerkennen, so hoffnungslos und deprimierend sie ist, so widi-widi-wie ich´s gar nicht will.

Dann ist viellleicht die Zeit auch reif, Thumann und seine Freunde darüber aufzuklären, daß der Limonadenbaum nicht wirklich Limonadenflaschen sprießen läßt, sondern daß Pippi die da hingehängt hat. Ich bedaure, wenn das ihr Weltbild grausam erschüttert.

Kommentare»

1. aristobulus - Mai 4, 2011, 14:35

Lila, besten Dank für „Freund Backenhörnchen“. Ich sag immer Mr. Babyface, aber das Hörnige trifft’s besser, es hat sowas Tierisches. Arme Tiere übrigens, Tiervergleiche, pfui, gehört sich ja nicht!, usf.
Nasrallala wirkt auch immer wie ein Kampfmops, und Abbas soll ja so abgenommen haben, eine dünne alte Bulldogge ist er jetzt, wenn das der Arafat wüsste, das Albinoreptil mit Ohren.
🙂
Grüße.

2. CK - Mai 4, 2011, 14:37

„Die Realität anerkennen, so hoffnungslos und deprimierend sie ist, so widi-widi-wie ich´s gar nicht will.“

Mit Verlaub: gerade das geht nur, wenn es eine (objektiv erfassbare/mit empirischen Fakten belegbare) Realität gibt. Genau diese wird aber verleugnet.

Die Realität ist heutzutage Sache des Blickwinkels.

3. Stoff für’s Hirn « abseits vom mainstream – heplev - Mai 8, 2011, 9:15

[…] hat einen weiteren Wolkenkuckucksheimer und seine unsägliche, verbohrte Verlogenheit […]


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