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Unfairer Vergleich? April 9, 2011, 11:35

Posted by Lila in Land und Leute, Uncategorized.
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Der Anschlag in der Merkaz-ha-Rav-Yeshiva ist schon ein paar Jahre her, aber in seiner barbarischen Gewalt unvergessen. Acht Schüler wurden damals erschossen.

Ich weiß nicht, ob solche Bilder wie in diesem Auszug aus den israelischen Nachrichten am Abend dieses Massakers in den deutschen Nachrichten gesendet werden. Achtet nicht auf Zvi Yeheskelis Berichterstattung, achtet nur auf die Körpersprache der Menschen. Entfesselte, bösartige Freude über den Tod von acht jungen Menschen – acht Feinden, acht Zionisten.

Ich kann mir nicht vorstellen, daß irgendjemand, bestimmt nicht ich, über den Tod eines echten Feinds solch überschäumende, wilde Freude empfinden könnte. Wenn wir hören, daß ein Feind Israels, ein aktiver Kopf des Terrorismus, das Zeitliche gesegnet hat, dann breitet sich vielleicht stille Erleichterung aus: Gott sei Dank, durch ihn kann niemand mehr ermordet werden. Aber Jubel? Es ist eher bitter, daß man über den Tod eines Menschen überhaupt erleichtert sein muß.

Und wenn Kinder, Schüler, Unschuldige durch einen Fehler zu Schaden kommen? Israel schickt Krankenwagen und hofft auf die Genesung der Verletzten, behandelt sie in israelischen Krankenhäusern, bedauert den Tod Unschuldiger. Nie, nie, nie wird man Israelis jubelnd auf die Straßen laufen sehen, wenn palästinensische Kinder getötet werden. Das ist im jüdischen DNA einfach nicht drin, das geht nicht.

Gut, könnt ihr jetzt sagen, Lila lebt in einer Seifenblase der „schönen Seelen“, aber einfache Israelis, orientalische Juden, die werden doch wohl Vorurteile gegen Araber haben, Araber nicht mögen, ihnen Schlechtes gönnen?

Nun, zu diesem Thema habe ich bei Aussie Dave zwei Videos gefunden (und sie in den Kommentaren schon mal vorgestellt, aber wer liest schon endlose Kommentarschlangen?). Die Qualität der Übersetzungen ist nicht gut, aber man kann das Geschehen auch so verfolgen.

Es gab mal eine Art versteckte-Kamera-Sendung mit dem Journalisten Chaim Hecht (bitte mit Bach-ch aussprechen 🙂 ), der kleine Dramen inszenierte, mit Schauspielern, um zu sehen, wie das Publikum reagiert. Eine dieser Szenen war im Laden einer Tankstelle. Eine Araberin (Schauspielerin) bestellt Kaffee, und der Inhaber erklärt ihr schroff, daß er an Araber nichts verkauft. Sie versucht zu protestieren, der Inhaber wird aggressiv.

Wie reagieren die ganz normalen Menschen, die daneben stehen?

Der erste Kunde protestiert nicht – und als Chaim Hecht ihn hinterher anspricht, erklärt der Mann (mit dickem russischem Akzent), daß er vor Arabern Angst hat. Seine Freunde haben ein Kind im Anschlag am Dolfinarium verloren, seither mißtraut er Arabern. Irrational, aber vielleicht menschlich verständlich.

Aber viele protestieren gegen die Behandlung der Araberin. Einige drohen dem Verkäufer eine Klage oder Prügel an. Eine junge Frau fängt an zu weinen vor Entsetzen.

Worte, die bei den Reaktionen der Käufer wiederkehren: Ata lo mitbajesh – schämst du dich nicht? Ma itcha – was ist mir dir los? Juden wurden in der Shoah so behandelt. Goal nefesh – ekelhaft. Lo normali – nicht normal. Kulanu bney adam – wir sind alle nur Menschen. Das Wort ben adam, Mensch (Sohn Adams), kehrt oft wieder. Am interessantesten vielleicht die Aussage: lo tivi – das ist nicht natürlich. Es ist nicht natürlich, in den Augen dieser Israelin, einen anderen Menschen so zu behandeln.

Hecht faßt die Ergebnisse so zusammen: 180 Menschen wurden so auf die Probe gestellt. 42% reagierten mit Schweigen – wie in vielen ähnlichen Experimenten ziehen es viele Menschen vor, nicht in die Konflikte anderer reingezogen zu werden. Sie halten sich raus, und man weiß nicht, was sie denken, ob es ihnen hinterher unangenehm ist. 5% stimmten dem Verkäufer zu und meinten auch, Araber sind potentielle Terroristen, gefährlich, und man soll sie sich vom Leibe halten. Aber mehr als die Hälfte, 53%, ergriffen offen Partei für die arabischen Kunden und stellten sich auf ihre Seite.

Ich möchte das nicht mal mit Gaza vergleichen – was würde einer Jüdin mit Kopfbedeckung passieren, die an einer Tankstelle im Gazastreifen Kaffee bestellt? Ich würde gern mal sehen, wie viele Menschen in Deutschland der Araberin zu Hilfe kämen.

Ich sehe in diesen Aufnahmen einen instinktiven, inneren Anstand, der die meisten Israelis auszeichnet. Klar, die Szene war gestellt, Hecht zeigt uns nur einen kleinen Ausschnitt, die junge Araberin sieht sympathisch aus, und sie wehrt sich auch, was dem Zuschauer erleichtert, sich auf ihre Seite zu stellen. Wissenschaftlichen Wert hat so ein Experiment wohl nicht. Aber es zeigt doch, hoffe ich, warum ich Israel und die Israelis liebe. „Ma itcha, ach sheli?“ „Was ist mit dir los, mein Bruder?“, wundert sich einer der Männer, als sie hören, wie der Verkäufer reagiert. So ungewöhnlich ist so eine Szene in Israel.

Wie oft lese ich, besonders von Leuten, die noch nie in Israel waren, die Mär vom gegenseitigen Haß bis aufs Blut. Ich kann bezeugen, daß dieser Haß in Israel nicht existiert. Obwohl seit 1929 der Terror von Arabern gegen Juden nie aufgehört hat, obwohl die junge Araberin tatsächlich so gekleidet ist wie die Terroristin vom Maxim, die vielleicht Baby Noia noch zugelächelt hat, bevor sie die Bombe gezündet hat. Trotz der ständigen zermürbenden Bedrohung, die sich kein Außenstehender vorstellt, bewahren sich Israelis aller Bevölkerungsschichten die Fähigkeit, Mensch von Mensch zu unterscheiden, und weigern sich, eine Araberin für die Taten anderer Araberinnen büßen zu lassen.

Ich finde das bemerkenswert. Ja, es mag sein, daß es unfair ist, die Videos von jubelnden Palästinensern und menschlichen Israelis einander gegenüberzustellen. Wer Bilder von allgemeinem israelischem Jubel über den Tod palästinensischer Schulkinder findet, oder palästinensische Tankstellen-Kunden, die sich aktiv für die Rechte einer jüdischen Kundin einsetzen, darf sie gern in den Kommentaren veröffentlichen. Vielleicht es ist nur meine Ungeschicktheit, daß ich sie nicht gefunden habe.

Kommentare»

1. Silke - April 9, 2011, 12:00

Lila

lang lang ist’s her in Vor-Kopftuchzeiten, als ich noch städtisch wohnte, habe ich mal eingegriffen, als ne Supermarktkassiererin irgendwas Barsches mit ner „einfachen“ „Ausländerin“ machte. Die Kassiererin gehorchte, doch sonst blieb ich allein und fühlte mich, als wäre ich das Kalb mit 2 Köpfen.

Wurde ich als nicht-touristische Ausländerin im Ausland anders behandelt als eine Einheimische? Ja? war das nett gemeint? in der Regel nicht. War das ein Grund, Zirkus zu machen? nein!

ist das vergleichbar mit den Beziehungen zwischen Israelis und „ihren“ Arabern? keine Ahnung, aber Yaacov Lozowick schreibt, daß viele viele viele mit den Intifadas aktiv und oder passiv sympathisiert haben – daß das für sie als Gruppe schadlos bleiben soll, erscheint mir nicht besonders zielführend, denn welche Motivation wird ihnen das wohl geben, den Idioten in ihrer Mitte den Stinkefinger zu zeigen? – keinen!!! und, wenn ich an „meine“ Griechen denke, so wird es wohl eher dazu führen, daß sie Israelis für generell irgendwie falsch tickend halten. Ach um die Israelis mach Dir mal keine Gedanken, die sehen das nich wie wir, die nehmen nix krumm, da kannste machen, was Du willst, die lächeln immer weiter.

2. Silke - April 9, 2011, 12:02

OT

Amateur videos shot yesterday in Ashkelon by russian-israeli – Iron dome in action

Links im Kommentar hier
http://elderofziyon.blogspot.com/2011/04/hamas-in-2007-there-is-no-justification.html#comment-181382228

3. Malte S. Sembten - April 9, 2011, 12:42

Ja, es mag sein, daß es unfair ist, die Videos von jubelnden Palästinensern und menschlichen Israelis einander gegenüberzustellen.

Was soll daran unfair sein?

Wenn Du aber behauptest, die humane jüdische Haltung läge an einem jüdischen Gen, dann bestätigst Du einerseits Sarrazin mit seiner These vom Judengen (die ja, wie selbst aus Israel zu hören war, tatsächlich nicht falsch ist), und implizierst andererseits, dass die Araber ein gegenteiliges Gen in sich trügen.

Nun, viele, viele Araber jubeln, wenn ihre „Brüder“ Unschuldige zuhauf ermorden und statt mit „Champagner für alle“ begehen sie das freudige Ereignis mit Süßigkeiten, das ist nicht neu. Spätestens anlässlich 9/11 und des darauf folgenden Straßenfestes im Gazastreifen wurde dieses Phänomen weltweit bekannt.

Die meisten Juden machen sowas nicht, die meisten Christen machen sowas nicht, die meisten Atheisten machen sowas nicht, etc. … Sie würden es aber tun, wenn man sie darauf konditioniert hätte.

Ja, dieses Verhalten ist eine arabisch-muslimische Spezialität. Doch liegt sie nicht in den Genen, sie ist intensiv anerzogen und antrainiert durch Hasspropaganda, die aus vielen Quellen kommt, u. a. von der Hamas und aus zahlreichen Moscheen.

Ich würde gern mal sehen, wie viele Menschen in Deutschland der Araberin zu Hilfe kämen.

Einige. Allerdings würden sie sie in Deutschland für eine Türkin halten. Hielten sie sie hingegen für eine Jüdin, würde die Frau vielleicht keine Unterstützung erhalten – jedenfalls viel weniger als noch vor 15, 20 Jahren.

4. Lila - April 9, 2011, 12:52

Was das DNA angeht. Das ist so eine flapsige Redewendung. Sagt man das auf Deutsch nicht? Natürlich glaube ich nicht, daß das tatsächlich in den Genen sitzt. Ist mehr eine Erziehungssache. Ich glaube auch, daß die Erziehung zur Barbarei wie zB im Gazastreifen und in anderen arabischen bzw moslemischen Gesellschaften eine Geißel der Menschheit ist.

Mir ist schon klar, daß Amerikaner und Franzosen nicht jubelnd auf die Straße rennen, wenn in Afghanistan oder Libyen Leute sterben.

Auch das mit dem „unfair“ habe ich nicht wirklich ernstgemeint, darum das Fragezeichen. Was ist schon ein fairer Vergleich? Warum sollte ich auch fair sein? Es sollte mehr eine Herausforderung an die Palästinenser-Apologeten sein, sich mal auf die Suche zu machen, um meine Gegenüberstellung auszuhebeln.

Es gibt einfach zu viele Zeugnisse dieser abscheulichen arabischen Jubelszenen, und kein Gegenstück aus anderen Gesellschaften.

Da sollen sich meine palästina-affinen Leser (falls ich solche noch hab…) mal Gedanken drüber machen.

5. Malte S. Sembten - April 9, 2011, 13:21

Lila:

Es gibt einfach zu viele Zeugnisse dieser abscheulichen arabischen Jubelszenen, und kein Gegenstück aus anderen Gesellschaften.

Da sollen sich meine palästina-affinen Leser (falls ich solche noch hab…) mal Gedanken drüber machen.

Nach 9/11 hieß es ja von einschlägiger Seite: „Was müssen wir (der Westen) diesen armen Menschen angetan haben, dass sie uns SO hassen?“ (Asche auf unser Haupt.)

Die palästina-affine Entsprechung lautet: „Wie böse muss Israel sein, dass es SO SEHR gehasst wird?“

6. Silke - April 9, 2011, 14:16

OT oder auch nicht

New Miral poster has gone the full anti-Semitic route.
http://elderofziyon.blogspot.com/2011/04/israel-haters-at-columbia-call-my.html#comment-181427183

Link in dem Kommentar – ich empfehle vorm Klicken einen ordentlichen Schluck aus der Pulle – zu dem ursprünglichen Poster hatte der Elder übrigens einen lesenswerten Post mit ner Serie von Plakaten

es tut mir richtig weh zu sehen, wie viele Künstler sich derzeit wie richtige Är…sche benehmen und das ist die höflichste Art, wie ich es ausdrücken kann.

7. Paul - April 9, 2011, 14:29

Zu 5:
Malte, hilf bitte einem Dummen.
Welche Menschen von welcher „einschlägigen“ Seite haben das gesagt?
Ich habe sowas nicht gehört.

8. Silke - April 9, 2011, 18:38

Paul
Mary Beard, Cambridge Classics Don: The Americans had it coming …

9. Silke - April 9, 2011, 21:12

ich räume gerade meine Podcast-Schatzkiste auf und finde das hier im Angebot – iss es nich schön, wie „normal“ wir schon wieder sind? ;o(

Britta Wauer, Dokumentarfilmerin
„Im Himmel unter der Erde““heißt Britta Wauers der Dokumentarfilm über den Jüdischen Friedhof in Berlin Weißensee. Der Jüdische Friedhof Weißensee ist der größte jüdische Friedhof in Europa, auf dem noch bestattet wird. Er ist 130 Jahre alt und auch nach 1933 nicht zerstört worden – auch sein Archiv blieb erhalten. Dieses El Dorado für Geschichten-Sammler liegt im Norden Berlins versteckt in einem Wohngebiet. Abertausende Grab-Steine und prächtige Mausoleen künden von ebenso vielen Familiengeschichten. Einige davon erzählt der mitreißende Film „Im Himmel unter der Erde“, der auf der Berlinale 2011 in der Sektion „Panorama“ gezeigt wurde.

http://www.radiobremen.de/mediathek/index.html?suchwort=britta%20wauer

10. Silke - April 9, 2011, 21:24

und noch was Interessantes ist neu reingekommen:

Goldstone bei Conversations with History http://conversations.berkeley.edu/content/richard-j-goldstone
(neu bei iTunes am 08.04.2011)

und bei der Gelegenheit hat mir Google noch gleich ein früheres Gespräch von 1997 mitgeliefert: http://globetrotter.berkeley.edu/people/Goldstone/gold-con0.html

Ich bin in Sachen Goldstonians bekennende Paranoikerin. Meiner Meinung nach strebt er und seinesgleichen (z.B. Bernhard Kouchner) eine neue Art Weltregierung an. Bis jetzt ham se schon Responsibility to Protect aber wollen wollen se Obligation to Protect und dann können die Human Rights Council Mitglieder endlich ganz „legal“ Israel bombardieren „lassen“.

11. Paul - April 10, 2011, 0:18

zu 8:
Silke, verstehe ich nicht. Auch nicht nach der maschinellen Übersetzung. Ich glaube Du setzt bei mir zu viel voraus.
Also, was willst Du mir damit sagen?

Nachdem ich rumgegooglet habe, bin ich bei Wiki fündig geworden:
„Zahlreiche Medienauftritte, umstrittene Äußerungen zu den Ursachen der Terroranschläge am 11. September 2001 und die Veröffentlichung der Geschichte ihrer eigenen Vergewaltigung während einer Italienreise im Jahr 1978[1] haben sie, abgesehen von ihren wissenschaftlichen Publikationen, in der angelsächsischen Welt wohl zur bekanntesten lebenden Altertumswissenschaftlerin gemacht.“

Also eine Altertumswissenschaftlerin. Mit welcher Kompetenz verbreitet sie Theorien über 9/11 und dessen Ursachen?
Mit dem „Schlafenden Hühner Argument“ habe ich mich garnicht erst beschäftigt.

Die Ursachen für den Internationalen Terror mit der Außenpolitik der USA in Verbindung zu bringen, halte ich für genauso abenteuerlich, wie die schlechte Kindheit als Ursache für einen Mord oder eine andere Straftat zu unterstellen.

Also Silke, meine Frage ist nicht beantwortet.
Und wenn Du im Ernst der Meinung bist, dass seien „einschlägige Seiten“, dann vergiss es. Für mich sind das nicht ernst zu nehmende Spinner.

12. Paul - April 10, 2011, 1:19

Zu 9:
Silke, Du hast mich reingelegt. Der Link hat nichts mit dem Jüdischen Friedhof zu tun.
Deshalb weiß ich nicht, ob in dieser Dokumentation auch die beabsichtigte Verlegung der ‚Protokolstrecke‘ behandelt wurde.

Da ich jahrzehntelang dort in der Nähe gearbeitet habe, habe ich einiges mitbekommen.

Die Regierungsmitglieder der DDR wohnten in Wanlitz und ‚arbeiteten‘ in Mitte in der Nähe vom Alex. Die Zufahrtsstrecke, ganz normale Straßen, hieß, auch offiziell, ‚Protokollstrecke. Sie war also nicht ganz so normal. Es wurde im Laufe der zunehmendem Motorisierung in der DDR, ja, das gab es wirklich, immer schwieriger den Bonzen freie Fahrt zu organisieren. Sie fuhren grundsätzlich nicht mit Blaulicht, weil das den Unmut der Bevölkerung zu sehr angefacht hätte.
Die vorhandenen Straßenzüge konnten wegen der Randbebauung nicht erweitert werden. Daraus entstand der Plan einer breiteren parallel verlaufenden Strecke.
Die Schwierigkeit war, der Jüdischr Friedhof.
Wegen der ewigen Ruhe der Gräber war eine direkte ebenerdige Querung des Friedhofs nicht möglich. Auch eine Hochstraßenüberbauung scheiterte an den Einwänden der Jüdischen Gemeinde. Ein tiefer Einschnitt war baulich sehr schwierig zu gestalten, weil während der Bauphase, die Totenruhe nicht zu gewährleisten war. Ein schmaler Streifen, der noch nicht mit Gräbern belegt war, hätte dafür wohl zur Verfügung gestanden. Allerdings hielt sich harnäckig das Gerücht, dass die Jüdische Gemeinde eine schmale Gräberreihe kurzfristig so angelegt hatte, dass dieses Projekt dann auch nicht mehr möglich war. Das weiß ich aber nur als Gerücht.
Es blieb also nur noch die Untertunnelung. Die war der DDR dann doch zu teuer. Deswegen blieb dieser Straßenzug eine ‚Unvollendete‘.
Warum hatte die DDR-Regierung solche Hemmungen jüdische Belange zu verletzen. Sonst waren sie nicht so pingelig.
Sicherlich spielten die Nazizeit und die Weltöffentlichkeit eine Rolle. Ausschlaggebend war wohl, dass die Jüdische Gemeinde sich Hilfe jüdischer Autoritäten aus Amerika organisierte. Außerdem war es ein offenes Geheimnis, dass es Honneckers Traum war, die Einladung zu einem Staatsbesuch in die USA zu erhalten.
Bei Zoff mit den Juden hatte er die Sorge, dass diese Absicht torpedieren werden würde. Er machte also diese Sache zu einer Chefsache und führte selbst die entscheidenden Verhandlungen mit den höchsten jüdischen Autoritäten der USA. Als Entgegenkommen für sein Einlenken in der Friedhofsache, wollten sie sich für seinen Staatsbesuch im Rahmen ihrer Möglichkeiten einsetzen.
Das Jahr 89 bereitete dem dann ein Ende.

Woher ich das weiß?
Ich habe jahrelang in einem kath. Krankenhaus in Weißensee gearbeitet. Wir hatten umfangreiche Ländereien hinter dem Haus. Die Straße wurde auch über unser Grundstück geführt. Da wurde allerdings nicht viel federlesen gemacht. Hinzu kam, dass quer über unser Land ein Streifen Straßenland ausgewiesen war, der wegen dieser Option nur an uns verpachtet wurde. Ja, so weitsichtig waren berliner Stadtväter schon Anfang des 20. Jahrhunderts. Allerdings war dieses Pachtland für die nunmehrigen Anforderungen zu schmal. Da die Katholische Kirche nicht so eine Lobby hatte, wurde da nicht so viel Gesummse gemacht. Allerdings waren wir froh, dass wir doch noch eine Deal machen konnten.
Aber davon ein andermal mehr.
Da wir aber auch ein bischen ‚rumzickten‘ und ich an den diesbezüglichen Verhandlungen beteiligt war, hatte ich gewisse Informationen. Diese waren später dann aber auch allgemein bekannt.

13. A.mOr - April 10, 2011, 2:11

http://www.jpost.com/Headlines/Article.aspx?id=215886

Nach dreißig Tagen Trauer ist für Sonntag Nachmittag die Steinlegungszeremonie für die ermordeten Mitglieder der Familie Fogel zu Itamar angesetzt.
Seligen Angedenkens.

14. Heimo - April 10, 2011, 2:56

ungeachtet vom wissenschaftlichem Wert fand ich diese clips eindrucksvoll & bewegend & sicher auch repräsentativ – es wird wohl kaum ein Geschäft in Israel geben, das nicht rasch auch von einer israelischen Mehrheit boykottiert würde, wenn es ein ‚off limits‘ für Araber hätte & nicht auch bald von israelischer Presse angeprangert würde..

15. yael1 - April 11, 2011, 13:22

Davon hat man in den Nachrichten nichts vernommen:

http://www.haolam.de/index.php?site=artikeldetail&id=5020

Schwere Ausschreitungen vor israelischer Botschaft in Kairo

16. Silke - April 11, 2011, 14:52

nur als Ergänzung – yael’s link hat auch ein Qaradawi video – soweit ich mich erinnere, hat Translating Jihad die komplette Cairoer Rede übersetzt

http://translating-jihad.blogspot.com/


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