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Bewegend Februar 1, 2011, 20:32

Posted by Lila in Presseschau.
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finde ich die Bilder aus Ägypten. Der israelische Reporter (der alte Schulkamerad meiner Schwägerin, Carmel Luzati) interviewt Ägypter, die ihm auf Italienisch, Englisch und Arabisch antworten und ihn als Besucher aus Israel begrüßen, ja, ihm für seine Zeit danken und dafür, daß er ihnen zuhört und ihre Worte verbreitet. Die Demonstranten haben, soweit man es von hier beurteilen kann, im Moment nur ein Ziel: Mubarak zum Rücktritt zu bewegen. Nach dem Brief mit der gleichlautenden Forderung von Obama und anderen westlichen Regierungschefs wird er wohl heute nacht eine entscheidende Rede halten – so meint Ehud Yaari, der haifköpfige Experte, der per Knopf im Ohr eigentlich mehr in Kairo ist als hier.

 

Es ist wirklich ein Volk, das aufsteht (wie im alten Lied von Shlomo Artzi: ein Mann steht auf, entdeckt, daß er ein Volk ist – und er fängt an gehen…). Die Sprechchöre und Plakate und Interviews wenden sich nicht gegen den Westen, sondern im Gegenteil: sie fordern Anschluß an den Westen, an westliche Werte und Rechte. Ich hoffe und bete, daß die Ägypter die Rechte und Demokratie und Freiheit bekommen, die sie sich wünschen, und daß ihr Sieg über Mubarak nicht von anderen umgemünzt wird. Die Welt wird wohl dazugelernt haben seit dem Sturz des Schah. Schade um Mubarak, der die Chance versäumt hat und deutliche Signale übersehen hat, sein Land von innen zu reformieren. Vielleicht wäre es gegangen.

 

Aber man kann nicht anders als beeindruckt sein von den Menschenmengen in Ägypten, und ihnen das Allerbeste wünschen. Und dem ganzen Nahen Osten gleich mit.

Kommentare»

1. necrohazred - Februar 1, 2011, 20:36

Die Welt wird wohl dazugelernt haben seit dem Sturz des Schah.

Eine ausgesprochen optimistische Einschätzung.

2. Roithamer - Februar 1, 2011, 21:03

Mich bewegen diese Bilder auch sehr, und ich hoffe, dass das ägyptische Volk sich wirklich befreit und kein zweites Iran entsteht. Die Stimmung ist gut, wir sollten alle unterstützen, die für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit kämpfen.

3. Silke - Februar 1, 2011, 21:12

Zvi
sagt wie so oft schon, was ich mir auch so denke

als ich noch zur Schule ging, wurde mir die französische Revolution in den höchsten Tönen gelobt, vom Terreur habe ich erst später erfahren. Daß da ein paar Leutchen mit neuester humanster Technik per Guillotine geköpft wurden, kam sozusagen als Kollateralschaden und beim König vielleicht nicht ganz unberechtigt rüber, aber das ganze Ausmaß des Umkippens dieses schönen Traums von den Menschenmassen, die ein korruptes Regime hinwegfegten, also als die Guten anfingen, wollte man uns wohl doch nich zumuten. Romantik hat so was Heimeliges.

Wenn Iraner mit Schiffen ins Mittelmeer wollen, dann bietet sich doch der Suezkanal an? und wenn sie jetzt nen Hafen im Libanon haben, erst recht?

und wenn so ein paar Plakate Ashkenazi als Wanted gezeigt haben, dann haben die „Moderaten“ damit bestimmt nix am Hut.

http://elderofziyon.blogspot.com/2011/02/nothing-good-likely-to-come-out-of.html

4. Marlin - Februar 1, 2011, 22:06

Ich wünsche den Ägyptern auch alles Gute, aber dass da was Gutes herauskommt… da fehlt mir doch der Glaube.

5. willow - Februar 1, 2011, 22:12

Ich hoffe und bete, daß die Ägypter die Rechte und Demokratie und Freiheit bekommen, die sie sich wünschen, und daß ihr Sieg über Mubarak nicht von anderen umgemünzt wird.

Diesem Wunsch schließe ich mich von ganzem Herzen an!“

Für den Iran war ich wohl als es passierte noch ein bißchen zu jung und/oder uninteressiert, aber Algerien habe ich sehr intensiv mitverfolgt – ich hoffe und bete…

6. Silke - Februar 1, 2011, 22:19

Hannes Stein sagt es auch sehr schön – daß ich an dem mal nix zu meckern finde, bedarf einer besonderen Erwähnung

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/revolutionen/#When:19:23:00Z

7. Sanníe - Februar 1, 2011, 23:04

Wie schön, daß Du das so siehst! Es ist eine Schande, wie vorsichtig unsere Regierungen sich ausdrücken, wie bedächtig auch die paar Kommentatoren hier ausschließlich von Chaos sprechen und der Sorge, was danach kommen mag. Man kann doch nicht Israel als einzige Demokratie im Nahen Osten preisen und gleichzeitig jede Veränderung – die hoffentlich zum Guten sein wird – auschließlich negativ sehen!?
Das deutsche Fernsehen verpennt dieses große Thema komplett, dabei ist es hier gerade 20 Jahre her, daß Menschen auf die Straße gingen für Freiheit und bessere Lebensbedingungen.

8. MartinM - Februar 1, 2011, 23:13

Eine leider bezeichnende Marginalie aus der deutschen Medienlandschaft:

Der Journalist Burkhard Schröder schreibt in seinem Blog http://www.burks.de/burksblog/2011/01/31/fidonet-in-egypt-reloaded

In meinem Taz-Aritikel vom 28.01. lautete der letzte Absatz: “Die ägyptische Opposition greift jetzt zu Mitteln, die schon als technisch veraltet galten. Der Twitter-Nutzer @EgyptFreedomNow gab bekannt, dass das Internet noch per Modem-Einwahl zu einem Provider erreichbar sei, also etwa über ein teures Auslandsgespräch.” Im Originalmanuskript hieß der Satz übrigens “also etwa per Auslandsgespräch nach Israel” – das “nach Israel” wurde von der taz gestrichen.

Da frage ich mich natürlich, warum die taz „nach Israel“ wegstreicht. Ich fürchte, dass das sehr viel mit dem in den meisten deutschen Medien verfestigten Bild des „Nahost-Konfliktes“ (als es nur einen gäbe!) zu tun haben könnte: Es passt nicht ins vorgefasste Bild, es irritiert, es wird also weggelassen Ich fürchte, ein freundlich von demonstrierenden Ägyptern begrüßter israelische Reporter hätte auch nicht ins Bild gepasst.
(Und dass die meisten deutschen Medien die Revolutionen in Tunesien und in Ägypten anfangs verschliefen, hängt IMO auch damit zusammen, dass „man“ in den Redaktionen „genau wusste“, wie die Verhältnisse „da unten“ sind. Die Tatsachen passten nicht ins vorgefasste Bild, und wurden ignoriert.)

9. mibu - Februar 1, 2011, 23:14

Ich bin bis jetzt vor allem von der Disziplin der ägyptischen Armee beeindruckt.
Ich habe in den neunzigern diese Tienanmen-Platz-Geschichte unter etwas besonderen Umständen, d.h. mit chinesischen Nachbarn, in Deutschland erlebt. Und obwohl es in unseren Medien nicht sehr in den Vordergrund gestellt wird, kann man bei uns sehr wohl mitbekommen, dass die iranische Führung inzwischen erste Todesurteile an Oppositionellen vollstreckt.
Insofern ziehe ich sowohl vor dem tunesischen wie vor dem ägyptischen Militär aber auch vor den besonnen reagierenden Politikern, zu denen man Herrn Mubarak womöglich auch zählen kann, meinen Hut: Respekt !
Aber wie Du auch schon gesagt hast, Lila, es ist bewegend, mit welchem Mut, welcher Entschlossenheit, und welcher zivilen, friedlichen Haltung die Menschen in Tunesien wie in Ägypten auf die Strassen gehen und ihre Forderungen bekräftigen. Es beeindruckt mich sehr.

10. boxi - Februar 1, 2011, 23:52

eigenartige wie lange sich manches hält und dann doch schnell kippt (bzw. kippen kann).

man kann wohl wirklich nur hoffen, dass die ägypter den weg gehen, der für sie am besten ist, der ihnen und der umgebung frieden und freiheit gibt.

die welt hat anscheinend ja schon dazugelernt, denn damals ist das volk ja chomeini „gefolgt“, einen derartigen „führer“ gibt es heute, zumindest bis jetzt nicht. ebenso hat sich das weltbild in den letzten 50 jahren in ägypten deutlich verändert, das volk steht veränderungen ganz anders gegenüber. die zeichen sind also -verglichen mit damals- schon besser.

@silke… in meiner schulzeit kam die terrorzeit vor. aber natürlich hat nicht jede veränderung / revolution zu einer „besseren“ situation geführt.

11. yael1 - Februar 1, 2011, 23:58

Dein Wort in Gottes Ohr, Lila. Ich habe soviel Hass auf Juden(Israel in Ägypten erlebt, dass ich den Optimismus (noch) nicht teilen kann.
Demokratie ist ein ganzes Stück Arbeit und gerade für ein Land, dass das gar nie kennengelernt hat.
Der Weg, wenn er wirklich dahin führen wird, ist schon unter „normalen“ Umständen sehr steinig.

12. grenzgaenge - Februar 2, 2011, 0:30

@Lila: „Bewegend“ -> Dieses eine Wort sagt alles 🙂

13. Chajm - Februar 2, 2011, 1:02

Ein frommer Wunsch, dass die demokratische Wende folgt. Bisher konnten wir nur beobachten, dass demokratische Umbrüche dazu geführt haben, dass Islamisten an die Macht kamen. Die Muslimbruderschaft steht schon in den Startlöchern, hoffen wir, dass die Ägypter weitsichtiger sind…

14. Naomi - Februar 2, 2011, 9:58

Ja, ich finde die Proteste ebenfalls sehr beeindruckend und bewegend.

Mir fiel auf, dass vor allem die sonst so typisch arabischen Verschwörungstheorien und Anti-Israel- und Anti-Juden-Parolen wegfielen – und es gab auch kein Verbrennen israelischer Fahnen.

Es geht den Ägyptern darum, raus aus der Unfreiheit, der Armut, der Korruption, der Unterdrückung zu kommen.
Damit ist nicht gesagt, dass sie die westliche Weltanschauung übernehmen wollen.
Aber sie wollen unbedingt Demokratie und Meinungsfreiheit und die Möglichkeiten zur Arbeit, Bildung, Wohlstand.
Das wünsche ich ihnen von Herzen!!!

Was die Muslimbrüder betrifft, kann man noch gar nichts sagen. Sie hatten bisher circa 20% der Ägypter hinter sich.
Warten wir ab, wofür sich das ägyptische Volk entscheidet. Mehr kann man leider nicht tun.

Perfide finde ich jedoch die Verschwörungstheorien, die in Deutschland herumgeistern – à la: „Israel hat kein Interesse daran, dass in Ägypten die Diktatur verschwindet und demokratische Verhältnisse einkehren.“

Ich finde solche Gerüchte dermaßen widerlich – boah …

Israel will einzig und allein den Frieden mit Ägypten behalten! Der hat nämlich eine relative Stabilität in den Nahen Osten gebracht.
Und auf die Innenpolitik der arabischen Welt und darauf, welcher arabische Diktator in welchem arabischen Land herrscht oder welche Regierungsform herrscht, hat Israel noch NIE auch nur den allergeringsten Einfluss gehabt!

Den Friedensvertrag hat Israel mit Sadat geschlossen. Der Vertrag wurde von Mubarak eingehalten und nun weiß niemand, wie es weiter geht.
Die Muslimbrüder haben jedoch schon mal vorsorglich erklärt, diesen Friedensvertrag zerreißen zu wollen!

Dass Israel und wir alle (auch in der Diaspora) besorgt sind, ist daher nur allzu verständlich.

15. Naomi - Februar 2, 2011, 10:22

Hier ist ein FAZ-Interview mit Hamed Abdel-Samad, der in Kairo bei den Protesten dabei ist. Abdel-Samad ist der Partner von Hendryk Broder in der herrlichen ARD-Sendung: „Entweder – Broder!“

Abdel-Samad sagt:
Hier demonstriert keine islamische Sekte!

Der in Ägypten geborene Politikwissenschaftler Hamed Abdel-Samad hat schon als Jugendlicher gegen das dortige Regime demonstriert.

Als die Unruhen ausbrachen, flog er sofort nach Kairo.
Er spricht über eine Generation, die anders leben will, frei.

http://www.faz.net/s/Rub87AD10DD0AE246EF840F23C9CBCBED2C/Doc~EB7A2381F6BFC446CA81D7329EAB21991~ATpl~Ecommon~Scontent.html

16. Ruth - Februar 2, 2011, 10:45

Ach, ich wuenschte, ich koennte Deinen Optimismus teilen. Die Prognosen von Barry Rubin halte ich aber fuer wesentlich plausibler.

Der letzte PEW Report zeichnet ein deutliches Bild, welche „Rechte und Demokratie und Freiheit“ sich die Aegypter wuenschen.

http://pewglobal.org/2010/12/02/muslims-around-the-world-divided-on-hamas-and-hezbollah/

17. Naomi - Februar 2, 2011, 11:19

@ Ruth –

ich bin genau so besorgt wie du.
Und ich glaube, viele Ägypter sind – trotz Euphorie – ebenfalls immer mal wieder besorgt.

Aber man sollte nicht vergessen, dass hier ein ägyptischer Protest abläuft, der nicht von irgendwelchen politischen Organisationen geführt wird.

Es ist der Protest der jungen Generation, die einfach nur frei leben wollen und Arbeit, Bildung und Demokratie wünschen. Dieser Protest hat nichts mit irgendwelchen politischen Richtungen oder Ismen zu tun.

Natürlich kann genau das auch von politischen Organisationen wie den Muslimbrüdern missbraucht und ausgenutzt werden.

Aber diese Fragen werden die Ägypter selbst beantworten müssen.
Ich drücke ihnen die Daumen, dass sie sich nicht von neuen Unterdrückern benutzen und missbrauchen lassen.

Ich habe gestern auch gehört, dass der Iran hofft, dass nun auch in Ägypten die islamische Ordnung Einzug halten wird.
Ich hoffe sehr, dass die Ägypter dem Despoten aus Teheran eine lange Nase zeigen.

Die Hamas hat jedenfalls viel Schiss, dass die ägyptische Protestwelle in den Gazastreifen rüberschwappt. Deshalb zensiert sie jede Berichterstattung darüber.

Ich hoffe einfach mal für das ägyptische Volk, dass sie sich „ihres eigenen Verstandes bedienen“ … 😉

18. Zahal - Februar 2, 2011, 11:23

auch ich wünsche mir ein stabiles Ägypten, in dem die Menschen in Freiheit und Wohlstand leben können, allein mir fehlt der Glaube und muss leider Ruth beistimmen, was dieses Video vielleicht veranschaulichen kann. Zu sehr wurden die Menschen indoktriniert.

19. oren1 - Februar 2, 2011, 13:20

Vielleicht bin ich ja paranoid aber mir fällt auf, dass mit Andauer der „Revolution“ der freiheitsliebenden Menschen das Wort Israel immer öfter zu hören ist. Und wie? Natürlich negativ besetzt. Schon wieder melden sich sogenannte Nahostexperten, schon wieder hört man, „Israel muss jetzt“,“ Israel sollte“, „es ist an der Zeit, dass Israel endlich“ usw usf. Natürlich kommt niemand dieser Nahostexperten auf die Idee, dass vielleicht auch die anderen einmal sollten müssten usw.

20. Lila - Februar 2, 2011, 13:39

Ich habe keinerlei Prophezeiungen getätigt, so verwegen bin ich nicht, sondern nur den Ägyptern Glück und Erfolg gewünscht, die für Rechte demonstrieren, die für uns in Deutschland und Israel selbstverständlich sind.

Wenn eine neue Regierung in Ägypten den Friedensvertrag mit Israel aufkündigt, wird sie jedenfalls niemand daran hindern. Ich hoffe, es kommt nicht dazu.

Aber falls jemand mich so verstanden hat, daß ich eines guten Ausgangs sicher bin, so hat er mich mißverstanden.

21. sharon - Februar 2, 2011, 17:03

Na ja, wenn man zurückdenkt, wie es damals im Iran war… Da haben erst die Studenten protestiert und die freiheitsliebenden Menschen, alle Unterdrückten haben sich zusammengeschlossen. Nachdem der Schah weg war haben sie eine tolle demokratische Regierung gewählt, es war alles ein bisserl chaotisch. Dann kam der unterdrückte Ayatolla Khomeini aus dem Exil in Paris zurück und nur wenig später beschloss er, Ordnung zu schaffen, und dieses Ordnung sind die Iraner seit 30 Jahren nicht mehr los geworden.

22. yael1 - Februar 2, 2011, 17:09

Inwieweit das repräsentativ ist, weiß man nicht:

23. yael1 - Februar 2, 2011, 17:12

Zahal hat es auch verlinkt, sorry, daher doppelt.

24. Naomi - Februar 2, 2011, 19:23

Hmmm –

ich fürchte, meine guten Wünsche für die protestierenden Ägypter und dafür, dass Hamed Abdel-Samad Recht behält, dass keine Islamisten dort mitmischen, haben wohl nichts genützt.

Schade, so schade …

25. Jack - Februar 2, 2011, 20:14

Man muß in Israel auf der Hut sein – so wie immer.

Und doch seh’ ich diese Entwicklung in arabischen Staaten wie Tunesien und Ägypten als große Chance, denn ich glaube nicht, dass die Leute auf die Straße gehen, um von einer Knute unter die nächste zu gelangen. Da könnt’ man sich das auch sparen.

Die Geschichte damals mit dem Umsturz im Iran kann man m.E. schlecht vergleichen, dafür haben sich die Zeiten und die medialen Möglichkeiten der weltweiten Informationen zu sehr geändert.
Im Gegenteil, ich hoffe und bete inständig, dass die grüne Revolution im Iran aufgrund der Ereignisse neuen Mut und Kraft schöpft, um die dort dringend notwendige Wandlung des Regimes doch noch zu schaffen.

26. jakobo - Februar 2, 2011, 21:16

@Naomi:

„Es ist der Protest der jungen Generation, die einfach nur frei leben wollen und Arbeit, Bildung und Demokratie wünschen. Dieser Protest hat nichts mit irgendwelchen politischen Richtungen oder Ismen zu tun.“

Das ist ein sehr idealistischer standpunkt. Gerade das was du beschreibst macht es nur noch einfacher das sich irgendwer im richtigen moment an die spitze stellt. und das ist vor allem unberechenbar. vielleicht kann man da el baradei noch am leichtesten einschaetzen aber von dem hoert man nichts mehr. was haltet ihr von ihm?

Merkel hat zu Nethaniahu angeblich pro aufständler gesprochen und ihn etwas in die schranken gewiesen an statt in der oeffentlichkeit erstmal nichts sagen udn abwarten. wie schaetzt ihr diese reaktion ein?

J

27. Silke - Februar 3, 2011, 1:40

wenn das was der hier berichtet, nicht aufgehübscht oder übertrieben ist, dann kann einem nur noch angst und bange werden.
http://blogs.news.sky.com/foreignmatters/Post:8e234c5e-0099-41e0-81e2-e39fdd82e482

Außerdem höre ich gerade im SWR2 Forum vom 31.01.2011 (Podcast verfügbar) daß das ägyptische Militär beträchtlichen Wirtschaftsbesitz hat z.b. Hotellerie in Sharm el Sheikh – das sollen die aufzugeben bereit sein zugunsten Demokratie und Freiheit?

28. Ruth - Februar 3, 2011, 9:02

@ Naomi,

„Es ist der Protest der jungen Generation, die einfach nur frei leben wollen und Arbeit, Bildung und Demokratie wünschen. Dieser Protest hat nichts mit irgendwelchen politischen Richtungen oder Ismen zu tun.“

Warum nimmt eigentlich niemand die Umfrageergebnisse des PEW Reports vom Dezember 2010 zur Kenntnis. Wenn ueber 70% der aegyptischen Bevoelkerung Sharia-Recht haben wollen, inklusive Steinigung fuer Ehebrecherinnen und Todesstrafe fuer abtruennige Muslime, dann beinhaltet das die junge Generation! Die Yuppis von Cairo und Alexandria sind einfach nicht repraesentativ!

29. Naomi - Februar 3, 2011, 9:39

@ Ruth –

ich kenne die Umfrage von PEW und finde sie ebenfalls unheimlich besorgniserregend.

Trotzdem habe ich auch andere ägyptische junge Demonstranten gehört, vor allem am Montag, als es wirklich noch friedlich auf dem Tahrir-Platz war.

Aber natürlich hast du recht – Ägypten hat auch in den 30 Jahren des Mubarak-Regimes seine Kinder zu Hass auf Juden/Israel erzogen.

Gestern las ich einen Artikel in der JPost zu einer Studie des IMPACT-Forschungsinstituts.
Das Institut zeigt in einer großen aktuellen Studie arabische Schulbücher und Lehrpläne untereinander im Vergleich.

Danach schneidet Tunesien besonders gut ab in Sachen „Lehre von der Toleranz“.
Tunesische Schüler lernen die Bedeutung von Verhandlungen, Frieden und Respekt vor anderen. In einem tunesischen Schulbuch für die 9. Klasse heißt es u.a.: „Toleranz ist ein Grundprinzip des Korans. Wie kommt es also, dass einige Leute Allahs Buch als ein Instrument für Extremismus und Engstirnigkeit (Borniertheit) benutzen?“ Tunesische Schüler sehen auf ihren Landkarten auch, dass es einen Staat Israel gibt.

Ägyptische Schulbücher fordern zwar auch Toleranz gegenüber Andersgläubigen, aber nur für Christen und Kopten.
Sie leugnen die Existenz Israels, in ihren Landkarten erscheint kein Staat Israel, und die Schulbücher verbreiten antisemitisches Material.

Im ägyptischen Lehrplan werden die Selbstaufopferung für das Wohl der Heimat und Berichte von Kriegen betont, anstaat den Frieden zu lehren.

Im Ranking für Toleranz bilden Ägypten, Saudi-Arabien, Syrien und der Iran das traurige Schlusslicht. Und in Saudi-Arabien lernen die Schüler, dass Juden von Schweinen abstammen.

http://www.jpost.com/MiddleEast/Article.aspx?id=206180

Manchmal möchte man sich nur noch in einem Mauseloch verkriechen.

30. Lila - Februar 3, 2011, 9:45

Ja, oder auswandern, einfach irgendwo hingehen, wo noch niemand die Verleumdungen und Lügen gehört hat. Sich einfach nicht mehr drum kümmern müssen. Das wäre schön.

31. Naomi - Februar 3, 2011, 10:09

Ach, noch was –

Al-Jazeera (die ja mit PaliLeaks die Hamas unterstützt) hat am Montag – vor Mubaraks Rede am späten Abend – mehrmals erklärt, Mubarak würde sich nach Israel absetzen.
Dort würde ihm ein warmes Nest bereit gehalten!

Das wurde von deutschen und islamischen Blogs und Medienforen sofort übernommen.

Was für ein grober Unfug!
Aber was Al-Jazeera mit dem perfiden Gerücht bezwecken wollte, ist ja klar …

32. Lila - Februar 3, 2011, 10:16

Ja, natürlich, ein warmes Nest, am besten bei Tamir Pardo zuhause…. :roll:…

Leute, entscheidet Euch. Entweder der böse Mossad stürzt Mubarak, oder der böse Mossad macht ihm das Bett im Gäastezimmer fertig.

Na ja, ein richtig perfider Mossad tut eben beides… stürzt ihn, ohne daß er es merkt, und heißt ihn dann hier willkommen…

Eine Welt, die den Spionage-Geier geglaubt hat und Terror-Sympathisanten Menschenrechtsaktivisten nennt, die wird wohl keine Probleme damit haben, auch das zu glauben.

33. jakobostar - Februar 3, 2011, 18:06

„Leute, entscheidet Euch. Entweder der böse Mossad stürzt Mubarak, oder der böse Mossad macht ihm das Bett im Gäastezimmer fertig. “

Naja.. wenn das eine nicht stimmt dann stimmt bestimmt das andere 😉

so ist man auf der sicheren seite

warum glauben eigentlich so viele sich von ein paar fernsehbildern ein bild über die situation machen zu koennen? ich glaube, wie oben schon gesagt, es ist nicth so wichtig wer auf der starsse ist sonder wichter wer sich im richtigen moment an die spitze stellt.

hmmm… fuehre ich eigentlich selbstgespraeche? 😉

J


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