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Enthüllung! Sensation! Januar 19, 2011, 20:05

Posted by Lila in Presseschau.
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Aus einer Rede Ben Gurions kurz vor Gründung des Staats Israel:

 

„Wir haben es bereits ganz offen gesagt, und dabei wird es bleiben: Wenn es einen jüdischen Staat mit der Hauptstadt Jerusalem gibt, werden wir nicht akzeptieren, dass darin auch nur ein einziger Araber lebt.“

 

Wie findet Ihr das? Rassistisch, diskriminierend, gewaltsam, Verstoß gegen Menschenrechte, drohnende ethnische Säuberung, üble Vorzeichen für den noch zu gründenden Staat? Was haltet Ihr von so einem Staat? Seid Ihr für seine Gründung? Würdet Ihr einem zukünftigen Premierminister, der sich so äußert, Hilfe leisten?

 

Aber kommt das Zitat nicht auch jemandem komisch vor? Das paßt ja gar nicht zu den Worten in der Unabhängigkeitserklärung Israels:

 

Der Staat Israel wird der jüdischen Einwanderung und der Sammlung der Juden im Exil offenstehen. Er wird sich der Entwicklung des Landes zum Wohle aller seiner Bewohner widmen. Er wird auf Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden im Sinne der Visionen der Propheten Israels gestutzt sein. Er wird all seinen Bürgern ohne Unterschied von Religion, Rasse und Geschlecht, soziale und politische Gleichberechtigung verbürgen. Er wird Glaubens- und Gewissensfreiheit, Freiheit der Sprache, Erziehung und Kultur gewährleisten, die Heiligen Stätten unter seinen Schutz nehmen und den Grundsätzen der Charta der Vereinten Nationen treu bleiben.

 

Die Erklärung dafür? Ganz einfach. Ich habe das erste Zitat einfach erfunden. Nein, nicht ganz erfunden. Neulich erst hat jemand ganz dasselbe gesagt, nur eben andersrum:

 

„Wir haben es bereits ganz offen gesagt, und dabei wird es bleiben: Wenn es einen palästinensischen Staat mit der Hauptstadt Jerusalem gibt, werden wir nicht akzeptieren, dass darin auch nur ein einziger Israeli lebt.“

 

Was meint er mit „Israeli“? Araber mit israelischem Paß? Oder vielleicht doch – Juden?

 

Und wie kommen Euch der Mann und sein geplanter Staat vor?

Kommentare»

1. Paul - Januar 19, 2011, 23:09

Lila, ich kann es nicht fassen, dass Abbas das wirklich gesagt haben soll.
Wo gibt es da noch Spielraum für Verhandlungen.
Für mich gibt es nur die eine Schlussfolgerung:
Es darf keinen palästinensischen Staat mit der Hauptstadt Jerusalem geben.
NIE!

2. Lila - Januar 19, 2011, 23:32

Er sagt sowas ständig. Wieso die deutschen Medien darauf nicht mal anspringen, weiß ich wirklich nicht. In Deutschland wird davon ausgegangen, daß die Palästinenser die pazifistischen Visionen der deutschen Linken verwirklichen wollen. Wer macht sich schon die Mühe, die Palästinenser mal ernstzunehmen und zu überprüfen, was sie selbst sagen?

Wafa, the official Palestinian news agency published on July 28 its version of Abbas’ briefing to the Egyptian media, quoting him as saying: “I’m willing to agree to a third party that would supervise the agreement, such as NATO forces, but I would not agree to having Jews among the NATO forces, or that there will live among us even a single Israeli on Palestinian land”. This version was reprinted by Palestinian newspapers al-Quds and al-Hayat al-Jadida on July 30 and by other Arab newspapers.

Und wie sieht nochmal Palästina aus?

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Und so bei der Hamas, mit der Helmut Schmidt und Richard von Weizsäcker uns an den Verhandlungstisch zwingen wollen:
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Was gibt es da überhaupt noch zu verhandeln? Die Bedingungen unserer Kapitulation?

Warum sollen wir kapitulieren, noch ehe wir besiegt sind?

3. Silke - Januar 20, 2011, 0:14

apropos Linke, der Cicero-Mann hat einen Tagebuch-Eintrag zu seinen Begegnungen mit zweien gemacht und das Ganze mit einem sehr schön beobacheten Absatz zu Gideon Levy abgeschlossen.

http://www.cicero.de/259.php?ress_id=38&kol_id=11136

Manchmal wenn ich so vor mich hinlese, kommt mir das alles so unwirklich vor, daß ich mir mal wieder einen oder mehrere von der „die meinen das ganz anders“ Fraktion reinziehe. Sehr schnell fängt dann aber mein Miss Marple Hut an zu protestieren und sagt, also das mit von mir irgendwann mal erlebter Praxis verbunden, ergibt keinen Sinn. So läuft das doch im wirklichen Leben nich.

und weil ich gerade bekenne, daß ich immer noch „Linke“ lese: Die aktuelle London Review of Books hat ein Stück von Tariq Ali, der den kürzlich Ermordeten Taseer als Schulfreund hatte. Darin erwähnt er so ganz nebenbei, daß nicht nur die arme Bibi wegen Trinkens aus nem falschen Gefäß seit 18 Monaten im Gefängnis sitzt sondern daß weitere 38 Frauen auch wegen irgendwelcher Blasphemereien gleiches widerfuhr.

4. Paul - Januar 20, 2011, 0:51

Lila, zu diesen Karten ist mir gerade ein Erlebnis eingefallen.

In den 70ger Jahren (das genaue Jahr weiss ich nicht mehr) gab es eine Stand der Palästinenser auf der Leipziger Messe. Ausgestellt wurden unbedeutende Produkte, Basteleien ähnlich, angeblich in Manufakturen in den Flüchtlingslagern hergestellt. Das war unbedeutend.
Im Gedächnis geblieben sind mir große Landkartentafeln mit denen die Palästinenser ihren Rechtsanspruch auf das heutige Gebiet Israels nachweisen wollten. Besonders bemerkenswert war der Rückgriff bis auf die Zeit Davids.
Das hat mich schon sehr befremdet. Besonders, dass es so unverfroren dargestelt wurde, werden durfte.
Anscheinend war das den DDR-Leuten auch zu „fett“.
Im nächsten Jahr, hingen diese gleichen Tafeln nicht mehr von außen sichtbar am Stand, sondern nur noch von innen. Da kaum jemand den Stand betrat waren sie damit fast unsichtbar.
Aber dieser Stand wurde immer wieder mit der gleichen Gestaltung aufgebaut.

Eines muss man den Arabern lassen, hartnäckig und unbeugsam sind sie schon.
Ich denke auch für Israel sollte die Zeit des Entgegenkommens zu Ende sein. Mein Eindruck ist, dass Araber jedes, auch noch so kleine Entgegenkommen, als Schwäche werten und sie dadurch in ihrer Starrsinnigkeit nur beflügelt werden.

5. Naomi - Januar 20, 2011, 8:40

Oh –
die Landkarten von Palästina sind ja noch gar nichts.

Lest mal, was das PA-Ministerium für Information schreibt.
Dort gibt es nämlich das „Land Palästina“ schon in der Bronzezeit: 😉

„Bronze Age: ca. 3000 BC: Canaanites were the people of Palestine.“

http://www.minfo.ps/English/index.php?pagess=jerusalem1

Nun kann man natürlich damit argumentieren, das Gebiet würde nur deshalb auch in der Bronzezeit schon so benannt, weil damit die Zeit vor Israels Staatsgründung gemeint sei.

Aber das glaube ich nicht für eine Sekunde lang.
Dazu muss man nur alle weiteren PA-Texte lesen …

6. mibu - Januar 20, 2011, 8:42

zu 2:

warum wird soetwas bei uns nicht in den Nachrichten gemeldet ? Es wird vieles nicht gemeldet. In welchem Ausmass sich die Hezbollah im Libanon breit gemacht hat, kann man anhand der hiesigen Berichterstattung sich kaum vorstellen. In welchem Umfang radikale Ansichten in der Fatah gängig sind ebenfalls nicht.

Es mag in einigen Fällen damit zu tun haben, was einige für linke Politik halten. Ein sehr grosser Teil der Pazifisten in unserem Land scheint inzwischen fest davon überzeugt zu sein, dass man für Frieden jedes Risiko, vielleicht sogar jede Form von Unterdrückung, jedes Verbrechen in Kauf nehmen kann/darf/sollte(?). Wenn man dies in Frage stellt, erlebt man häufig, dass man bereits als Militarist, Provokateur oder gar Faschist abgestempelt wird, bevor man überhaupt Gelegenheit erhält, seinen Standpunkt differenzierter darzustellen.

Dass es gerade im linken politischen Spektrum keine markante Stimme (mir fällt jedenfalls keine ein) gibt, die dem Widerspricht, erscheint mir bedenklich – und symptomatisch: für einen Konsens (nicht einmal einen Kompromiss) ist man bereit, sehr viel aufzugeben, und sei die Sache noch so faul. Es fällt manchen gar nicht auf, doch sind wir eine äusserst konformistische Gesellschaft, pflegen wir eine äusserst konformistische Kultur. Leider auch im linken politischen Spektrum.

Nicht wenig, was zur Zeit in unserem Land als hohe, gar elitäre Bildung, Kompetenz oder Leistung daherkommt, ist letztlich nichts anderes als eine besonders gelungene Anpassung an konformistische Erwartungen. Dass sich das gerade in unseren Medien und in der Politik wiederspiegelt, kann eigentlich nicht überraschen, da es ja gerade jene Bereiche sind, über die konforme Werte und Haltungen vorzugsweise vermittelt werden.

Ereignisse und Vorgänge, die das obenstehende zu bestätigen scheinen, fallen mir immer wieder auf. Schaut man sich genauer an, wer die Akteure sind, so fällt auf, dass inzwischen viele aus der Generation der 68er und später angehören. Konformismus war jedoch eine jener gesellschaftlichen Erscheinungen, die von politischen 68ern eigentlich sehr kritisch gesehen wurden. Und dies wiederum lässt mich vermuten, dass der ganze Bohei um die 68er zum einen vor allem ein Medienspektakel und zum anderen ein sehr zugkräftiges Marketingetikett war und bis heute ist. Mit dem sich z.B. alles, was zu ernsteren Auseinandersetzungen führen könnte, unterm Deckel halten lässt.

7. Naomi - Januar 20, 2011, 8:42

Sorry –

der Link eben zur Bronzezeit bei der PA war nicht der direkte Link.
Hier isser:

http://www.minfo.ps/English/index.php?pagess=main&id=84&butt=5

8. mibu - Januar 20, 2011, 9:30

„Wir haben es bereits ganz offen gesagt, und dabei wird es bleiben: Wenn es einen palästinensischen Staat mit der Hauptstadt Jerusalem gibt, werden wir nicht akzeptieren, dass darin auch nur ein einziger Israeli lebt.“

1. Wie sieht die palästinensische Hauptstadt Jerusalem aus ? Vorausgesetzt, dass er es ernst meint, muss er gestehen, dass dies nur im Zuge von Verhandlungen gelöst werden kann.

2. Er spricht von Israelis. Wenn Abbas damit deutlich machen will, dass er nicht akzeptieren kann, dass israelische Staatsbürger, die in einem palästinensischen Staat leben, Israel einen Vorwand für Militäroperationen geben können, dann kann man dem nur bedingt etwas entgegensetzen, zumindest solange sich die Beziehungen zwischen beiden Staaten vollständig normalisiert haben. Ein palästinensischer Staat hat ebensolches Recht auf Integrität seiner Grenzen wie Israel. Umgekehrt: wie würde sich Israel gegenüber Personen mit palästinensischer Staatsbürgerschaft verhalten ?
Man kann Abbas Aussage allerdings mit Verweis auf die Gültigkeit der Gesetze des jeweiligen Landes kritisieren: warum sollte man einem Bürger eines anderen Staates, der sich an die geltenden Gesetze hält, den Aufenthalt verweigern ?

9. Christian - Januar 20, 2011, 9:58

Was interessiert uns die Bronzezeit? Daraus lassen sich keine Ansprüche herleiten.

Wichtig ist doch nur eins: in Israel leben heute Millionen von Menschen, für die dieser Staat seit seiner Gründung zur Heimat geworden ist. Israel ist ein souveräner Staat. Und wer dies aus irgendwelchen irrationalen Gründen nicht akzeptieren kann, hat bisher jedes Mal bitter lernen müssen, dass Israel sehr wohl in der Lage ist, sich selbst zu verteidigen (auch wenn ich es lieber sähe, dass die NATO-Staaten eine – möglicherweise bloß einseitige – Garantie für die Verteidigung Israels erklären würden).

Auch in anderen Weltgegenden haben die Völker in ihrer Geschichte mit territorialen Veränderungen zu leben gelernt. Falls den „Palästinensern“ nicht gelingt, eine friedliche Koexistenz mit Israel zu leben, sind auch andere Lösungen zur dauerhaften Befriedung der Region denkbar, von der faktischen Kontrolle der Gebiete durch Israel bis hin zur Annexion (mit oder ohne Bevölkerungsaustausch). Das Völkerrecht kennt hier vielfältige Instrumente. Dass derartige Maßnahmen im Einzelfall mit Leid für die (ehemaligen) Bewohner dieser Landstriche verbunden sind, zeigt die Geschichte der europäischen Vertreibungen, die jedoch in der Zeit ab 1950 zunächst für erhebliche Stabilität gesorgt haben.

Nicht vergessen sollte man auch die ökonomische Seite. Wer in einem dauerhaften Provisorium ohne wirtschaftliche Entfaltungsmöglichkeiten lebt, hat nicht viel zu verlieren. Wenn die „Palästinenser“ die Möglichkeit bekommen würden, sich (in einem befriedeten „Palästina“ oder z.B. in Jordanien, im Libanon oder in Ägypten) niederzulassen und sich dort einen gewissen Wohlstand zu erarbeiten, würde die Lust auf Selbstmordattenate, Raketenbau und Bombenbasteln wohl auch deutlich zurückgehen.

Ich fürchte allerdings, dass nichts von dem (außer der Stärke der israelischen Armee) Wirklichkeit wird und wir noch in 50 Jahren mit einer Situation ähnlich der heutigen leben werden.

10. Malte S. Sembten - Januar 20, 2011, 11:17

Das ist eine ziemlich brillante Entlarvung.

Aber leider erscheint dergleichen nur in Blogs, so dass es nur die Eingeweihten lesen.

11. Silke - Januar 20, 2011, 11:25

meines Wissens war „Palestine“ die Wortschöpfung eines gewissen Hadrian oder eines seiner Männekens.

Wer Besseres weiß, her damit …

12. Silke - Januar 20, 2011, 11:39

Meine Variation zu „so etwas bei uns in den Nachrichten“

„warum bevorzugt das und immerzu das und nicht mehr von dies“

wem das zu rätselhaft klingt, empfehle ich via dradio Podcasts mal ne Weile die Beiträge von z.B. Herrn Verenkotte zu verfolgen.

13. Silke - Januar 20, 2011, 11:57

ich schlage ein Experiment vor:
hier ist ein Satz von Michael Young’s neuestem Kommentar, der zu meinem Wissensstand passt. In welcher Formulierung wird diese Darstellung in „unsere“ Medien kommen? Vielleicht aufgehübscht als Syriens Friedenssehnsucht?
Ach wenn ich nur irgendwo auf so was wetten könnte …

A Hezbollah-led government would substantially heighten the prospect of war between Lebanon and Israel, leading to an Israeli intervention that could drag Syria into a conflict not of its choosing.
feed://michaelyoungscolumns.blogspot.com/feeds/posts/default

was „the party’s threat in the street“ anlangt, fand ich diese Darstellung von Tim Marshall (SKY) besonders gelungen:
Beirut’s streets were quiet when shortly after dawn dozens of unarmed men, dressed head to toe in black, began gathering in various suburbs.

As people emerged, to go to work, or take their children to school, they all knew that the men in black were from Hizbollah, and that they were sending a message – ‚Where there were dozens on Tuesday, there could be thousands within days‘, and they knew that if they came back they would come back armed. After a few hours the men melted away, leaving behind apprehension.

14. Claudio Casula - Januar 20, 2011, 12:23

Für jemanden, der nicht über einen einzigen Quadratmeter Jerusalemer Bodens Souveränität ausübt, sitzt Abu Mazen auf einem ziemlich hohen Ross. Er meint sich das wohl leisten zu können, weil unsere Medien es zulassen, dass Geschichte eben auch mal vom Verlierer geschrieben wird, jedenfalls wenn Juden siegreich waren. Aber bizarr ist es trotzdem. Und er liefert mit seinen Aussagen einen guten Grund, der PA in Jerusalem keinen Fußbreit zu überlassen.

Solche Statements erinnern mich immer an den Schwarzen Ritter in Monty Python’s „Die Ritter der Kokosnuss“.

15. yael1 - Januar 20, 2011, 12:33

Meinst du den Silke?

„Ein führender Vertreter der PLO, Zuheir Mohsen, gab 1977 mit seltener Offenheit den genau kalkulierten Missbrauch, der mit den in Palästina wohnenden Araber getrieben wird, zu:

„Ein palästinensisches Volk gibt es nicht. Die Schaffung eines palästinensischen Staates ist ein Mittel zur Fortsetzung unseres Kampfes gegen Israel und für die arabische Einheit. … Doch in Wirklichkeit gibt es keinen Unterschied zwischen Jordaniern und Palästinensern, Syrern und Libanesen. Wir alle gehören zum arabischen Volk. Nur aus politischen und taktischen Gründen sprechen wir von der Existenz einer palästinensischen Identität, da es im nationalen Interesse der Araber liegt, eine separate Existenz der Palästinenser dem Zionismus gegenüberzustellen. Aus taktischen Gründen kann Jordanien, das ein Staat mit festen Grenzen ist, keinen Anspruch auf Haifa und Jaffa erheben. Dagegen kann ich als Palästinenser Haifa, Jaffa, Beersheba und Jerusalem fordern. Doch sobald unsere Rechte auf das gesamte Palästina wiederhergestellt sind, dürfen wir die Vereinigung Jordaniens mit Palästina keinen Augenblick mehr verzögern.“

16. Silke - Januar 20, 2011, 14:14

Vorausgesetzt, dass er es ernst meint

Man muß immer die Kultur, aus der Abbas stammt, fest im Blick behalten und alle seine Aussagen in diesem Kontext würdigen. Heranzuziehen wäre hier z.B.u.a. 1000 und 1 Nacht, eines der Meisterwerke der Welt-Literatur, nur eine intime Kenntnis der Geschichte und der Zusammenhänge dieses Buchs sowie lebenslanges Studium des Arabischen und seiner Einflüsse auf Abbas‘ Englisch/Arabisch voneinader abweichende Aussagen, kann einem eine ganz ganz vage Vorstellung davon vermitteln, was er im Ernst wirklich gemeint haben könnte.

Man kann’s auch einfach als die Haltung verstehen, die Araber sind halt so, sie können’s nich besser, das darf man nich so ernst nehmen, in Wirklichkeit wollen sie nur „spielen“. (um den Hundeliebhaber zu zitieren, dessen Liebling gerade Angst und Schrecken verbreitet hat und höchstens ein- oder zweimal früher ein bißchen „geknapst“ hat)

——-

Danke Yael
das meinte ich …
kürzlich hat Qaradawi übrigens was dazu Passendes zum Besten gegeben, nur daß er es nich so nationalstaatlich gebunden wollte, sondern die Etablierung eines Palestine als irgendwie nich Umma-konform beschrieb. Ich glaube Elder of Ziyon hat Zitat und Link.

17. Silke - Januar 20, 2011, 14:36

und hier ist ein Fund von einer Website, die ich „erforschen“ will von a bisserl mehr von dem „was „sie“ nich so meinen“ und wo man den Kontext beachten muß
http://translating-jihad.blogspot.com/2011/01/al-mutarajjam-at-bigpeacecom-islamists.html

aber beim Inhalieren immer schön mitdenken, es ist schließlich eine andere Kultur …

Bassam Tibi beklagte sich übrigens, als er noch in Deutschland war, endlos über Qaradawi. Bassam Tibi halte ich für seriös, also glaube ich, daß Qaradawi kein vernachlässigbares Irgendwas ist.

18. Mikado - Januar 20, 2011, 15:13

Viel besser kann man die Kultur am Beispiel von Captain Martyr Mahmud bei der Entführung des Flugzeugs Landshut der Lufthansa im Oktober 1977 studieren. Kleiner Ausschnitt aus dem Buch „Tödlicher Irrtum. Die Geschichte der RAF“ von Butz Peters:

„Die Situation an Bord wird in Dubai immer unerträglicher. Die sengende Sonne des Scheichtums heizt die Kabine auf über fünfzig Grad auf. Alle Passagiere: schweißgebadet. Es stinkt bestialisch. Die Toiletten sind verstopft und laufen über. Von Hitze und Gestank brechen mehrere Passagiere ohnmächtig zusammen. Die Schiebeplatten an den Fenstern sind unten. Nur die Bordbeleuchtung sorgt für Licht – bis das Aggregat für vierundzwanzig Stunden ausfällt, weil kein Treibstoff mehr da ist. Weder Licht noch Klimaanlage funktionieren. Das Thermometer steigt auf über sechzig Grad…

In Dubai steht die »Landshut« seit mittlerweile zwei Tagen auf dem Rollfeld. Dramatische Szenen haben sich abgespielt. Bei Christina Torberg hat Captain Mahmud einen Montblanc-Füllhalter entdeckt. Sie muss zu ihm in die erste Klasse kommen. »Auf die Knie«, brüllt er – mit vorgehaltener Pistole. »Was ist das?«, schreit er und fuchtelt mit dem Füller vor ihrer Nase herum. »Das ist ein Füllfederhalter«, antwortet die verängstigte Frau. Mahmud schlägt ihr ins Gesicht. »Nein«, tobt er – und deutet auf den weißen Montblanc-Stern: »Das ist der Beweis, dass du Jüdin bist.« Mahmud ohrfeigt die Frau, zertritt den Füller und befiehlt ihr: »Du meldest dich morgen früh. Dann wirst du erschossen.« Er schickt Christina Torberg zurück auf ihren Platz. Sie heult hemmungslos. Ihr zehnjähriger Sohn tröstet sie. Anschließend müssen zwei andere Frauen zu Captain Mahmud in die erste Klasse, bei denen ebenfalls Montblanc-Schreiber gefunden wurden. Auch sie bekommen Mahmuds Sonderbehandlung: Er beschimpft sie als »Jüdinnen«, schlägt ihnen ins Gesicht und befiehlt: »Melde dich morgen früh. Dann wirst du erschossen.« Fassungslos weinend kehren sie auf ihre Plätze zurück. Nachdem die drei wieder sitzen, greift Captain Mahmud zum Bordmikrophon und teilt allen mit: »Morgen früh werden die drei Jüdinnen erschossen!«“

19. yael1 - Januar 20, 2011, 16:00

Eigentlich sollten ja niemanden die Aussagen von Abbas wundern. Das sind ja alles Dinge, die nicht neu sind wenn man viele seiner früheren Aussagen dazu nimmt.

Abbas: Die Terroristen sind “unsere Helden”

An einem Punkt seiner Karriere besuchte Abbas das Orientalische Kolleg in Moskau, angeblich um einen Doktortitel in Geschichte zu erwerben. Seine Arbeit wurde zu einem Buch erweitert; der Titel: „Die andere Seite: Die heimliche Beziehung zwischen dem Nazismus und der zionistischen Bewegung“. Darin erklärte er: „[die zionistische Bewegung gab] jedem Rassisten der Welt, angeführt von Hitler und den Nazis, die Erlaubnis die Juden nach Gutdünken zu behandeln, so lange die Einwanderung nach Palästina gewährleistet wurde…“
In einem Interview, das er im offiziellen palästinensischen Fernsehen gab, behauptete er, dass die Nazis keine besonderen Pläne zur Ermordung der Juden hatten.

In einem Interview mit der arabischsprachigen Londoner Tageszeitung Asharq al-Awsat verdeutlichte Abbas darüber hinaus, was er unter einer „Pause der Militarisierung der Intifada“ versteht (das Interview wurde unmittelbar nach einem Terroranschlag bei Hebron geführt): „Die Beschränkung gilt nur ‚Shahada’-Operationen (Selbstmord-Anschlägen) und Angriffen in Tel Aviv oder Jerusalem“. Alles, was in den „besetzten Gebieten“ an Mord und Totschlag gegen Juden passiert, ist nach seiner Aussage in Ordnung! So viel dazu, wie eine „Entmiltarisierung“ der Intifada nach Mahmud Abbas aussieht. Der Begriff ist toll, er hört sich gut an und die Europäer springen voll drauf an – und übersehen geflissentlich, dass wieder einmal von arabischer Seite der Nebelwerfer benutzt wird.

http://www.nicht-mit-uns.com/nahost-infos/texte/4abumazen.html

http://www.nicht-mit-uns.com/nahost-infos/texte/4mabbas.html

Und so jemand gilt halt in der westlichen Welt als „gemäßigt.“ :rollexes:

20. charly - Januar 20, 2011, 19:48

Also anno 1877 war Palästina noch eine Bezeichnung für das ganze Land der Juden 🙂

Wo lag das „Historische Palästina“? Grenzen nach Meyers Konversationslexikon von 1877:
Palästina, röm. Name für das hebräische Peleschet, bezeichnete ursprünglich nur die Küstenebene der Philister südlich von Joppe (Jaffa), ist also mit Philistäa gleichbedeutend. Griechische und Römische Autoren dehnen den Namen auf das ganze Land der Juden aus, von Dan im Norden bis Beer-Sheva im Süden, und dieser Sprachgebrauch hat sich bis heute erhalten, …. …Letztere beide Gebiete(Philistäa und die nördlich anstoßende Phönizische Küste) gehörten jedoch nur zeitweilig zu Palästina, dessen Westgrenze im Wesentlichen mit dem Beginn des Hügellandes zusammenfällt. Die nördliche Grenze lag bei Rama und Dan am Fuß des Hermon, die östliche etwa zwischen 35°50´ und 36°20´ östl. L. v. Gr., wo sich der rötliche, ackerbaufähige Boden scharf von dem westlichen Weidelande, der Steppe abhebt, die südliche etwa unter 31 ¼° nördl. Breite beim heutigen Beer-Sheva und im Ostjordanland unter 31 1/2° am Fluss Arnon. … Der Flächeninhalt belief sich auf rund 24800 – 27500 Quadratkilometer, ihn genau anzugeben ist unmöglich, da nach allen Seiten die Grenzen oft wechselten…

21. Jack - Januar 20, 2011, 20:15

„Und wie kommen Euch der Mann und sein geplanter Staat vor?“

Laberrhabarber.
Kann man knicken, wie so oft.

22. Silke - Januar 21, 2011, 10:42

hier geht’s um Olympia 1972, Abbas „Spässkes“ und Olympia 2018

ein Post zum im Hirn Zergehen Lassen – macht echt Laune – versprochen!

http://fresnozionism.org/2011/01/palestinian-olympic-teams-then-and-now/

Palestinian Olympic teams, then and now

23. Stoff für’s Hirn! « abseits vom mainstream – heplev - Januar 22, 2011, 19:28

[…] Lila hat ein Zitat (bitte selbst lesen, sonst verrate ich zu viel) – und der Umgang damit sollte doch sehr zu denken geben. Die Kommentare bieten dazu noch jede Menge weitere Informationen. […]

24. mibu - Januar 23, 2011, 13:30

Ein interessanter Artikel von O.Eberhardt bei Telepolis.


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