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Zusammenhang? Januar 13, 2011, 1:12

Posted by Lila in Presseschau, Uncategorized.
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Ich habe es in Google Earth ausgemessen – von unserem Haus sind es fünf Kilometer bis zur libanesischen Grenze. Nicht 50, nicht 15 – fünf Kilometer. Und dort ist die Lage unruhig. Die Hisbollah verläßt die Regierung, die damit nicht mehr regierungsfähig ist.  Und das, um von den Ergebnissen der Ermittlungen im Fall Hariri abzulenken. Wer weiß,  wohin das noch führen kann.

Nicht, als ob ich mir mehr Sorgen machte als zu Zeiten, da wir 55 km von der Grenze entfernt lebten – das macht in Israel alles keinen Unterschied, ein Hinterland oder geschützte Mittellage, die gibt es hier nicht. Trotzdem, kein angenehmes Gefühl, daß jenseits einer so nahen Grenze Chaos herrscht, und dieses Chaos von unseren Freunden in Teheran ferngesteuert wird, und daß die Hisbollah alles tut, um uns den Mord an Rafik Hariri in die Schuhe zu schieben. Aus meinem Traum, Taboule mal auf der anderen Seite der Grenze zu probieren, wird wohl so schnell nichts.

Ich frage mich aber, ob ein Zusammenhang besteht zu der ganzen Geschichte mit dem Erdgas – ich weiß nicht, inwieweit die deutschen Medien sich damit überhaupt beschäftigen. Eigentlich ist es mal wieder typisch: Israel entdeckt Erdgasfelder im Mittelmeer, die nach allen Karten eindeutig in israelischen Gewässern liegen. Die Libanesen beschweren sich bei der UNO, daß das eigentlich libanesische Gewässer sind.

Reuters hält den libanesischen Anspruch selbstverständlich für berechtigt:

Lebanon has stopped short of accusing Israel of encroaching on its territory, but the mistrust between the two has exacerbated Lebanese fears.

Bassil has said Israel had showed a „degree of aggressiveness“ when talking about the issue.

Khalil, who presented a draft energy proposal to parliament last month, said Lebanon was „worried about an Israeli violation on the borders of the economic waters“.

If we assume that Israel is drilling within the borders then they could be digging in a common field,“ Khalil told Reuters. „Drilling in border areas aims to take advantage of common fields, which may infringe on Lebanon’s rights.“

Bassil said the companies had no right to work in potential common fields unless there were guarantees from both states.

….

Hunter said unless the reservoirs are mapped out, it was hard to know their limits or where the gas came from. „The flow is important because it means it could potentially be coming from somewhere else.“

„Gas doesn’t sit within national boundaries.“

Hervorhebungen von mir. Ja, wenn das Wörtchen wenn nicht wäre…

Der Christian Science Monitor berichtet mehr:

The maritime border between the two countries has never been delineated because they have officially been at war since Israel declared independence in 1948.

Israel says its gas concessions lie within Israeli waters, but it remains unknown whether the gas field extends to beneath Lebanon’s territorial waters. The Lebanese government recently handed to the UN documents marking what it believes is the correct path of Lebanon’s maritime border with Israel.

In the absence of a mutual agreement on the border and division of resources, Israel could follow the „right of capture“ rule, which allows a nation to extract oil or gas from its side of the border, even if the reserves stretch into another country’s territory.

Some Lebanese politicians have accused Israel of attempting to steal Lebanon’s oil and gas resources, and militant Shiite Hezbollah has sworn to use its weapons to defend them. Israeli officials have warned of retaliation for attacks on its oil and gas facilities.

Das sagt der israelische Globes:

We have seen it all before, in 2009.Then, following the „Tamar“ discovery, the Lebanese parliament declared that the reserve belonged to Lebanon. So it declared, so what? This time too, many in Israel assume, it will continue to be gas business as usual on Noble Energy’s platforms.

In the government, however, Lebanese intentions arouse considerable concern. According to foreign reports, Israel has hurriedly placed a line of buoys along the maritime border with Lebanon, to a distance of four miles into the Mediterranean Sea.

Meanwhile, Israel’s Ministry of Foreign Affairs has managed to reach a quiet agreement with Cyprus on the maritime border between the two countries, and the government is trying to expedite passage of a Maritime Territories Law, which will lead to a declaration of the areas of the exploration licenses as an Exclusive Economic Zone.

Das sagt Muqata dazu:

Lebanon has been making moves lately to try to grab Israel’s oil fields away and claim them for themselves.

Lebanon has run all the way to the UN to get that ball rolling.
While originally, and officially the UN originally said they weren’t getting involved. Now it seems that they might be.

Lebanon is claiming that Israel’s gas is located off their coast and belongs to them.

So I decided to clarify a few concepts for the readers before the discussion really gets out of hand.

The cream colored areas are the exploration rights zones, not the size of the gas fields.

Questions might arise if the underground gas reserves actually straddle the border of a neighboring EEZ, (Exclusive Economic Zone) but they don’t.

But that hasn’t stopped Lebanon has claimed it is possible the basin extends to Lebanese waters. Delek Drilling, one of the partners in the U.S.-Israeli consortium, denied this: „An examination made with the Petroleum Commissioner showed that these claims are not correct and the location of the license where Tamar 1 is being drilled was studied carefully and it was found that the entire area of the license was within territorial waters of the state of Israel.“ Delek Group chairman Gabi Last added, „The border of Israel’s exclusive economic zone waters passes to the north of the Tamar oil drilling, and significantly so.“

But the truth won’t stop Lebanon from creating a false narrative.

Unfortunately, since this is the UN we are talking about, we can now expect yet another international attack on Israel’s basic rights.


Lebanon is greedy. Lebanon knows it can probably count on the UN to attack Israel in the arena, and perhaps even win.

Und das sagt Israel Matzav dazu:

You will recall that just last week, the United Nations said it could not get involved in a dispute created by Lebanon over possible oil and gas wells off the Mediterranean coast of both Israel and Lebanon. Well, I’m sure you’ll all be shocked – just shocked – to hear that since it might give the UN a chance to take billions of dollars in oil revenue away from Israel, the UN has decided that it will get involved after all.

Und was sage ich dazu? Ich verstehe nichts von Meeresgrenzen, denke mir aber, daß  es bestimmt zuverlässige Karten gibt. Auch diese Regelungen mit Zonen, in denen die Nutzung von Bodenschätzen einem Land ausschließlich zustehen, waren mir vorher unbekannt.

Ich weiß nicht mal, ob ein Zusammenhang besteht – ob die Unruhe der Hisbollah nicht auch mit diesem wirtschaftlichen Konflikt zusammenhängt. Ist das jetzt die Probe aufs Exempel – zu sehen, wie weit die UNO zu gehen bereit ist, um jeder Forderung von  Israels Feinden Nachdruck zu verleihen? No blood for gas oder vielleicht doch?

Und ist es nicht traurig, daß die Libanesen nicht mal auf die Idee kommen, eine wirtschaftliche Partnerschaft mit Israel anzustreben? Eine Kooperation könnte zB mit israelischem Know-How in libanesischen Gewässern bohren. Vielleicht finden sie dort ja auch Erdgas. Das wäre doch schön, nicht wahr? Ja, wäre es schon. Wenn das Wörtchen wenn nicht wäre…

 

Kommentare»

1. Silke - Januar 13, 2011, 1:35

und als die Beteiligten glücklich verkündeten, daß Israel und Cypern einen friedlichen Kompromiss gefunden hatten, hat meiner Erinnerung nach Erdogan sofort lospalavert, daß er das auf keinen Fall dulden wolle.

Israel hat#s wirklich von allen Seiten.

Ich habe Dein Post nicht ganz oder sorgfältig gelesen, aber ich weiß, daß zu meinen Lebzeiten in Sachen Festlegung der Landesgrenzen zu Meere sich irrsinnig viel geändert hat. Ich weiß nicht mehr wann es zuerst aufkam, aber seitdem ist es dauernd da.

aber ich meine fürs Meer gibt es einen besser funktionierenden Gerichtshof als fürs Land, doch der nutzt vermutlich nur was bei den Nachbarn, mit denen eine vernünftige Einigung sowieso erzielbar ist. Da fragt man vielleicht das Gericht um ne Meinung für einen strittigen Punkt.

2. mibu - Januar 13, 2011, 7:42

Einen indirekten Zusammenhang könnte es insofern geben, dass momentan nicht recht vorstellbar ist, wie eine innerlibanesische einvernehmliche Lösung zur Nutzung der eigenen Resourcen aussehen könnte. Dementsprechend muss man zusehen wie Nachbarn, darunter Israel, von ihren Bodenschätzen profitieren. Innenpolitisch erzeugt dies also einen gewissen Druck.

Andererseits setzt die Hariri-Sache schon als solche Hezbollah unter Druck: kann man einer Miliz, die international als Terrororganisation eingeschätzt wird (egal ob offiziell oder inoffiziell), Vertrauen als Verteidiger Libanons schenken, wenn sie als Mörder des Präsidenten des Landes entlarvt werden ? Eine Organisation, die längst mit Hilfe eines anderen Staates(Iran) einen Staat im Staat bildet, und mit Hilfe dieses Staates einen erehblichen Teil des Staatsgebietes und wichtige Teile der Infrastruktur (z.B. des Telefonnetzes) kontrolliert ?

Auch die Auseinandersetzungen um mögliche Öl- und Erdgasvorkommen werfen den Libanon zwangsläufig auf dessen Problem Hezbollah zurück, die dies für ihre Propaganda drehen und wenden kann wie sie will. Man kann leider nur darüber spekulieren, wie es laufen könnte, hätte der Libanon dieses Problem nicht.

Was mich daran in gewisser Weise erstaunt, ist die Passivität der EU. Im wesentlichen hat man den Eindruck, dass es ihr vollkommen Wurst ist, was in dieser Nachbarregion passiert. Auch dort wird der Westen im wesentlichen durch die USA repräsentiert. Ich hätte damit kein Problem, wenn ich nicht gleichzeitig durch meine recht hohen Steuern den europäischen Luxusbeamtenapparat, der zur Vertretung europäischer Interessen besteht, durchfüttern müsste. Dies ist vielleicht ein Trostpflaster für dich, Lila: du kannst dir aufgrund der speziellen Situation Israels wenigstens noch erklären, weshalb und wofür du steuern zahlst – ich versuche es lieber nicht, sonst müsste ich eigentlich den Bettel hinschmeissen oder auswandern.

3. mibu - Januar 13, 2011, 7:52

P.S.: natürlich geht ein wichtiger Teil meiner Steuern in den europäischen Agrarhaushalt, von dem wiederum ein Teil nach Deutschland zurückfliesst, um damit unsere regelmässigen Lebensmittelskandale zu subventionieren. Es ist eine Art „Vergnügungssteuer“.

4. mibu - Januar 13, 2011, 9:46

Zvi Bar’el weist in seinem Artikel in HaAretz auf einen mit Syrien verbundenen Aspekt hin, der für den Bruch des Regierungsbündnisses eine Rolle gespielt haben kann:
dass Syrien versucht durch eine mit Saudi-Arabien gemeinsam vermittelnde Rolle im Libanon das eigene Interesse verfolgt, in der Region und bei den USA Vertrauen zu gewinnen. Zumindest aber damit seine Eigenständigkeit, insbesondere gegnüber Iran, betont.

5. boxi - Januar 13, 2011, 12:31

mit den seegrenzen ist das leider so eine sache. einfach gesagt gibt es immer mal wieder streit darum, dass es in dem fall keinen gegeben hätte, wäre einem wunder gleichgekommen.
trotzdem sollte diese grenze vergleichsweise klar sein, da es ein relativ gerader küstenverlauf ist, so auch relativ leicht die basislinie und daran die 12meilen grenze und die 200km awz-grenze gezogen werden kann. aber ob das dann beide länder so akzeptieren ist ja nochmal was anderes.

selbst wenn die grenzen aber klar sind, kann es trotzdem sehr leicht zu problemen führen. was wenn ein gasfeld auf der grenze liegt, wie teilt man das auf, bzw. wenn israel daran bohrt, nimmt es automatisch dem libanon etwas weg.

„Und ist es nicht traurig, daß die Libanesen nicht mal auf die Idee kommen, eine wirtschaftliche Partnerschaft mit Israel anzustreben? Eine Kooperation könnte zB mit israelischem Know-How in libanesischen Gewässern bohren.“
würde sowas denn die bevölkerung akzeptieren? die im libanon? die in israel? bietet es denn jmd. von israel an? gibt es überhaupt wirtschaftliche zusammenarbeit? das ist ja immer ein guter punkt um frieden zuschaffen, wirtschaftliche zusammenarbeit.
was ja eine der hauptursachen für die gründung der eu war (ok, am anfang hies es EURATOM und EGKS). und dieses ziel wurde ja immerhin erreicht, nie waren die großen europäischen länder so lange friedlich zueinander.

@mibu.. es gibt von der eu bis jetzt keine einheitliche außenpolitik, dieses ziel ist bis jetzt an der „kleinstaaterei“ gescheitert. vielleicht ist es aber ja auch ganz gut so. so gesehen macht es auch wenig sinn diesbezüglich auf die eu zu schimpfen.

ob es den zusammenhang gibt? vielleicht. ich hab keine ahnung.

6. Wolfram - Januar 13, 2011, 12:50

Ich habe Wasser im Keller – vielleicht gehört das ja auch dem Libanon, man weiß schließlich nicht so genau, woher es kommt…

7. Lila - Januar 13, 2011, 13:05

Boxi, wenn Du nicht weißt, wie oft Israel arabischen Staaten wirtschaftliche Zusammenarbeit angetragen hat, fällt mir wirklich nichts mehr ein.

Wie oft habe ich eigentlich schon die Geschichte von Industriegebiet Karni und Erez erzählt, von Stef Wertheimer?

Wieso sollte die israelische Bevölkerung ein Problem mit einer wirtschaftlichen Zusammenarbeit Israel-Libanon haben? Glaubst Du wirklich, daß Israelis den wilden, irrationalen Haß erwidern, der ihnen überall in der arabischen Welt entgegengebracht wird?

Wann hast Du das letzte Mal gehört, daß Israelis Geier als Spione festnehmen, Arabern dressierte Haie oder Eichhörnchen unterstellen etc?

Es mag auch hier Leute geben, die einen primitiven Haß gegen Araber hegen, aber das ist bestimmt nicht der Konsens.

Es hat bisher gegen keine Kooperation mit arabischen Staaten Protest gegeben. Es sind immer die arabischen Partner, die sich aus solchen zB akademischen oder wirtschaftlichen Projekten zurückziehen.

8. boxi - Januar 13, 2011, 13:25

@lila.. entschuldigung, aber ich beschäftige mich nicht nur mit israel und wenn schon viele anschlag-meldungen in deutschland nicht ankommen, dann vermutlich noch weniger wirtschaftliche nachrichten. auch lese ich nicht nur ihren blog, bzw. überlese manche artikel. ich bitte um verzeihung für mein unwissen.

die frage die ich gestellt hatte war nicht als rhetorische frage gemeint. ich hätte mir vorstellen können, dass es wie die siedlerbewegung auch gruppen in israel gibt, die andere ansichten haben. auch finde ich es nicht so abwegig, dass man vor wirtschaftlicher zusammenarbeit erstmal andere sachen klärt. das war nicht abwertend israel gegenüber gemeint.
„Glaubst Du wirklich, daß Israelis den wilden, irrationalen Haß erwidern, der ihnen überall in der arabischen Welt entgegengebracht wird?“ -damit mir später nichts falsches in den mund gelegt wird: nein ich glaube das nicht.

im übrigen sehe ich das verlassen der regierung von der hisbollah nicht als ablenkung, sondern als für sie einzig begehbaren weg. wobei man dann das scheitern eigentlich fast vorprogrammiert war. denn ob hariri mit ihnen weitergemacht hätte, wenn rauskommt, dass mitglieder seines regierungspartners an der tötung seines vaters beteiligt waren, ist doch sehr fraglich.

9. Lila - Januar 13, 2011, 13:37

Entschuldige, wenn ich zu scharf war. Es bringt mich manchmal nur zur gelinden Verzweiflung, WAS in den Medien (und weiß Gott nicht nur in den deutschen) als berichtenswert gilt und was nicht.

Nachdem „Land für Frieden“ gescheitert ist, sieht zB Netanyahu das Konzept „wirtschaftlicher Frieden“ als aussichtsreich. Leider klappt auch das unilateral nicht ganz.. wie die Boykottaktionen der Palästinenser wieder mal zeigen.

Aber meiner Einschätzung nach sind ganz pragmatische wirtschaftliche Kooperationen, in denen beide Seiten gewinnen, eine gute Idee.

Der Nahostkonflikt ist nicht symmetrisch. Die Parteien haben unterschiediche Interessen. Das Interesse Israels ist größtmögliche Ruhe und ungestörtes Alltagsleben. Das Interesse eines Teils der Araber (incl. Palästineser) ist Unruhe, Instabilität und Unsicherheit. Denn die Israelis wollen einen bestehenden Zustand halten (Bestand des Staats Israel, so sicher wie irgend möglich), die arabische Welt will einen bestehenden Zustand verändern (Errichtung eines Staats Palästina statt Israel).

Diese Asymmentrie wird in Europa oft nicht gesehen, das Stereotyp besagt: zwei Irre, die beide gleich geifernd gegeneinander in den Ring steigen etc. Darum auch die bemühte Äquidistanz, die von Israel als so unfair betrachtet wird. Obwohl der äquidistante europäische Beobachter überzeugt ist, die Fairneß in Person zu sein, wenn er arabische Welt und Israel als symmetrisch ansieht…

10. willow - Januar 13, 2011, 15:46

Äh, nur noch mal zur Sicherheit… gibt es tatsächlich noch ernsthafte Zweifel daran, daß Hisbollah an dem Hariri-Mord zumindest beteiligt war?

11. yael1 - Januar 13, 2011, 16:09

„Wieso sollte die israelische Bevölkerung ein Problem mit einer wirtschaftlichen Zusammenarbeit Israel-Libanon haben?“

Das frage ich mich auch 🙄

Wenn man schon nichts weiß (ich kenne mich da auch wenig aus, kann man sich zumindest informieren, z.B. über die wirtsch. Zusammenarbeit mit Ägypten:

Gegenseitige Besuche von Geschäftsleuten und Experten auf den verschiedensten Gebieten sind an der Tagesordnung. Es gibt tägliche Flug- und Busverbindungen zwischen beiden Ländern, und die dauerhafte Einsetzung eines gemischten Ausschusses für die Entwicklung des Fremdenverkehrs wurde beschlossen. Die wissenschaftliche Zusammenarbeit erstreckt sich auf Aquakulturtechnologie, Entwicklung von Umweltschutztechniken, Krebsforschung und gemeinsame Projekte zur Verhinderung der Verschmutzung des Golfs von Eilat. Die landwirtschaftliche Zusammenarbeit nimmt ebenfalls zu. Allein 1995 nahmen über 700 Landwirte aus Ägypten an landwirtschaftlichen Lehrgängen in Israel teil. Über 300 Teilnehmer kamen zu Kursen, die israelische Experten in Ägypten vor Ort organisierten.

http://www.mfa.gov.il/MFADE/Facts%20About%20Israel/ISRAEL%20UNTER%20DEN%20NATIONEN-%20Arabische%20Lander

12. Jack - Januar 13, 2011, 19:50

Zu (9)
„ … Der Nahostkonflikt ist nicht symmetrisch. … Die Parteien haben unterschiediche Interessen. … Diese Asymmentrie wird in Europa oft nicht gesehen, das Stereotyp besagt: zwei Irre, die beide gleich geifernd gegeneinander in den Ring steigen etc. … europäische Beobachter überzeugt ist, die Fairneß in Person zu sein, wenn er arabische Welt und Israel als symmetrisch ansieht …“

Auch auf die Gefahr hin, daß ich mich gerne wiederhole, diese (europäische?) zumindest deutsche Sicht ist meiner Meinung nach eher ein ’Problem’ der Medien und hochtrabender (aber leeeiiider oft verkappter) Gutmenschen „wir sind besser“ (aber auch nur vielleicht).
Meine zwar eigene, aber keineswegs (nicht)fundierte Erfahrung mit Menschen ist eher die, daß die ’normalen Gewöhnlichen’ diesen Konflikt wider Erwarten doch viel differenzierter sehen, nämlich durchaus in der erwähnten Asymmentrie der Interessen. Ich bin selber immer wieder erstaunt darüber. Und das ist nicht unbedingt ein gewünscht-gefühltes Ergebnis, sondern durchaus viel realer als viele Medien-Schlauberger sich dies überhaupt vorstellen können.
Und diese ’gewöhnliche Sichtweise’ hat auch weniger was mit Sarazzin (oder wie der geschrieben wird) zu tun. Wenn, dann schon eher mit Broder und seinem neuen Buddy Hamed Abdel-Samad. (Sollte man ja auch differenzieren, zwischen den Dreien.)
Na ja, es bleibt spannend. (Nicht zynisch gemeint)

13. Karl Eduard - Januar 13, 2011, 20:19

Es gibt Leute, die betrachten Eure Familie nicht als Menschen, das sollte Dir zu denken geben oder auch nicht. Dieser verschwundene israelische Soldat, dieser Verschleppte über die libanesische Grenze, glaubst Du, der lebt noch? Juden zu töten, ist für die wie Kuchen essen aber manche mögen es eben heiß. Das ist wie, wenn welche in die nächste Nähe eines Kernkraftwerkes ziehen und sich dann im Störfall fragen, ob sie sich Sorgen machen müssen. Was soll man davon halten?

14. Silke - Januar 14, 2011, 0:32

Michael Young hat (einige?) der libanesischen Akteure und ihre Interaktionen kurz vor dem Ausmarsch der Hisbollah noch einmal dargestellt. Erstklassige Lektüre für Leute, die es lieben, wenn sich ihr Hirn wie Brei anfühlt.

http://michaelyoungscolumns.blogspot.com/2011/01/amid-stalemate-let-negotiations-begin.html

—–

und im übrigen bin ich der Meinung, daß es einen kräftig gefühlten Unterschied macht, ob ein Unglück über einen von nem Menschen absichtlich gewollt hereinbricht oder es eben einfach ein Unglück ist. Und da es einen von lebendigen nicht per Indoktrinierung fühllos gemachten Menschen kräftig gefühlten Unterschied macht, werden zwangsläufig auch die Schutzvorkehrungen äußerst unterschiedlich ausfallen.

Da das in der Natur des Menschen liegt und ihm sobald er in Statistiken, möglichst mit Computerhilfe, anfängt zu denken, fremd und absurd vorkommt, fallen ihm äußerst befremdliche Vergleiche ein. Wie würde Büchner wohl Friede den Menschen hierfür passend umformulieren?

15. willow - Januar 14, 2011, 9:23

@13. Karl Eduard

„Das ist wie, wenn welche in die nächste Nähe eines Kernkraftwerkes ziehen und sich dann im Störfall fragen, ob sie sich Sorgen machen müssen.“

Du meinst also, Israel sollte evakuiert werden?

16. willow - Januar 15, 2011, 15:13
17. Lila - Januar 15, 2011, 15:24

Wow, Du bist fix.

Sources familiar with the investigation into the assassination of Rafik Hariri in 2005 told Newsmax that the United Nations Special Tribunal for Lebanon will accuse Iranian Supreme Leader Ayatollah Khamenei of giving the order to murder the former Lebanese prime minister, according to the Lebanese website Naharnet.

The sources told Newsmax, an American news website, that the tribunal will lay out evidence showing that the murder was committed by Iran’s Quds force and Hezbollah.

Keine Überraschungen soweit. Es sei denn, man hat tatsächlich geglaubt, daß die Israelis die Strippen gezogen haben.

Jetzt interessiert mich aber, wer Mughniyeh auf dem Gewissen hat…

18. mibu - Januar 15, 2011, 16:57

Seltsamerweise kann ich die Information, dass Khamenei direkt beschuldigt wird nicht finden. Dagegen taucht bei Naharnet ein Hinweis auf Wikileaks auf, wonach Hezbollah angeblich Syrien verdächtigt, Mughniyeh auf dem Gewissen zu haben. Ich würde sagen: warten wir’s ab. Demnächst wissen wir mehr, Bellemare will angeblich die Anklage möglichst bald bekannt machen.

Als im letzten Libanonkrieg westliche Regierungen und die UNO auf eine möglichst schnelle Einstellung der Kampfhandlungen drängten, hatte ich bereits die Befürchtung, dass die politischen Situation vor allem hinsichtlich des Einflusses der Hezbollah und des Iran zu optimistisch eingeschätzt worden ist. Andererseits war irgendwann auch nicht mehr erkennbar, was die israelische Regierung unter Olmert überhaupt erreichen wollte.

19. Silke - Januar 15, 2011, 17:08

ob Khamenei beschuldigt werden wird oder nicht, wird sich weisen. Ich erinnere nur daran, daß die Hisbollah-Anklage auch zuerst als „Gerücht“ in den Nachrichten auftauchte …

die Befehlskette in der JPost liest sich jedenfalls nicht unüberzeugend

20. mibu - Januar 15, 2011, 17:17

Interessanterweise sah sich Khamenei bereits im letzten Dezember genötigt, zur Arbeit des STL Stellung zu nehmen. Warum kümmert sich der führende iranische Geistliche wohl um libanesische innenpolitische Angelegenheiten … ?

21. Lila - Januar 15, 2011, 17:20

Oh, Olmert wollte einfach alles auf einmal: die Drei im Libanon und Gilad Shalit befreien, die Hisbollah vernichten und in die Geschichtsbücher eingehen. Ein ganz bescheidener Mann.

Es war eine ganz vermurkste Geschichte. Einerseits war klar, daß die Angriffe auf Nordisrael ein Casus belli waren und auch so gedacht waren. Andererseits wollte niemand einen lang hingezogenen Krieg.

Die Pläne für den Krieg wurden mittendrin geändert (Y. kannte sie alle und war täglich verblüfft, wieso sie nicht umgesetzt wurden), weil Halutz als Luftwaffensproß andere Taktiken bevorzugte.

Amir Peretz (der den Job kriegte, weil alle dachten, er wird die Westbank räumen müssen, also kein richtig militärischer Job) war zu stolz, um zurückzutreten und einem etwas erfahreneren Mann das Verteidigungsministerium zu überlassen.

Und dann der internationale Druck auf Israel, nicht die vollen Register zu ziehen und sich zurückzuziehen, um der UNIFIL die Arbeit zu überlassen (tolle Arbeit übrigens, Jungs, die Hisbollah dankt!).

Ein einziges grauenhaftes Chaos.

Einziger Lichtblick: Nasrallah hat uns Gelegenheit gegeben, gewissermaßen eine Trockenübung zu absolvieren – trotz der vielen Toten war das noch nicht der Ernstfall, aber er hat brutal bloßgelegt, daß wir im Ernstfall alt ausgesehen hätten.

Die Hisbollah ist noch lange nicht am Ende ihrer to-do-List angekommen. Obwohl Israel nicht die geringsten territorialen Interessen im Libanon hatte, sind immer wieder Beschuß und Terror über die nördliche Grenze gekommen. Im Moment ist auch kein Ende abzusehen.

Die Nachricht ist übrigens hier:
http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-4013827,00.html

sie verändert sich stündlich 🙂

22. Lila - Januar 15, 2011, 17:24

Mit unnachahmlichem Timing widmet der Spiegel eine Titelgeschichte – dem Mossad.

Na, in welche Richtung geht das?

Davids Rächer – Israels geheime Killer-Kommandos

Die Mordkommandos des Mossad

SPIEGEL-Gespräch mit Said Dschalili, Generalsekretär des iranischen Nationalen Sicherheitsrats

Protokoll eines Attentats

Nett, nicht wahr? Iran als Zeugen der Anklage gegen Israel.

Wie wär´s denn mal mit einem Artikel über das Quds-Kommando…?

Aber nein. Ich kann nur hoffen, der Spiegel hat auch den freigelassenen Geier interviewt…

Jedenfalls bestätigen sie konsequent meine Annahme, daß der Spiegel eine Woche ohne Verleumdung Israels für eine verlorene Woche hält.

23. Silke - Januar 15, 2011, 17:51

Lila
wie kannst Du nur so gefühllos sein und nicht an die armen armen armen Mossad Opfer denken 😉
Opfer des Mossad geworden zu sein, ist schließlich ein viel viel grauenhafteres Schicksal als „dank“ eines Selbstmordanschlags zerrissen worden zu sein.
Denk allein an die ständige Angst in der die leben müssen, die sich im Visier wähnen.

Manchmal denke ich, es ist in gewissen Kreisen ein Statussymbol, wenn man hoffen darf, daß der Mossad einen im Auge hat und ich, die allüberall bekannt gibt, daß sie weggucken würde, wenn ihr Pass „abhanden“ kommt, merke ich was? nix, rein gar nix …

24. Silke - Januar 15, 2011, 18:01

Lila – 21

von sehr sehr gehobenem entfernten Posten aus betrachtet, meine ich zu sehen, daß der Krieg langfristig ein Gutes hatte, der Technik hat für alles ne Lösung Fraktion etwas den Wind aus den Segeln zu nehmen und der Boots on the Ground matter Richtung wieder Gehör zu verschaffen, zumindest in den USA.

Der military industrial complex hat schließlich einen kaum zu schlagenden Vorteil, er schafft Arbeitsplätze an klar definierbaren Orten und sichert somit Wiederwahl für den, der den Auftrag reingeholt hat.

Es ist eine verdammte Zwickmühle, aber es ist notwendig, die Machtphantasie-Verliebten der Techies möglichst oft auf den Boden der Tatsachen zu holen und dafür war der Krieg anscheinend gut – es ist ein Jammer, daß immer erst was passieren muß, damit die Stimme der Vernunft die ihr gebührende Aufmerksamkeit findet.

25. Miriam Woelke - Januar 16, 2011, 21:16

Vielleicht beruhigt Dich ja folgende Tatsache:
Falls die Hizbollah wieder einmal angreift, dann nicht Deine 5 oder 55km, nicht meine Gegend Zfat / Tiberias und vielleicht auch nicht Nahariya oder Haifa. Die Hizbollah ruestete auf und Tel Aviv steht ganz oben auf der Liste. Vielleicht laesst man uns in Grenznaehe ja in Ruhe. 🙂


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