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Mein Qassam-Ticker Dezember 21, 2010, 8:53

Posted by Lila in Presseschau.
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ist natürlich kein richtiger Ticker, denn die täglichen Angriffe der letzten Tage habe ich nicht getickert, aber es ist deutlich mehr geworden. In den deutschen Medien sehe ich, daß nur die israelische Gegenwehr der Meldung wert ist, dabei gehen hier täglich Mörsergranaten und Qassam-Raketen ungezielt auf israelischem Gebiet nieder.  Angriffe, die sich im Gegensatz zu den israelischen Gegenschlägen ausschließlich gegen Zivilisten richten.

Heute früh war es wirklich knapp.  Eine Qassam-Rakete explodierte neben einem Kindergarten. Ein Kind erlitt einen Schock und eine 14jährige wurde durch Glassplitter  leicht verletzt.

Am Sonntag hat Israel eine Gruppe Männer beschossen, die gerade dabei waren, Raketen abzufeuern. Fünf der „Kämpfer“ (Al Jazeera) wurden dabei getötet.  Auf den Bildern waren die Überreste der Raketen und Ausrüstung deutlich zu erkennen, auch wenn in den meisten Meldungen westlicher Online-Medien die trauernden Angehörigen der Getöteten und nicht die Beweise ihrer Aktivität gezeigt wurden.  Auch gestern hat die Luftwaffe wieder Angriffe geflogen, wieder gezielt gegen Orte, an denen Raketen hergestellt oder abgefeuert werden.

Leider sind das, typisch für diese „Kämpfer“, meist Wohngegenden. Da braucht es auch keine israelische Luftwaffe, um Menschen zu verletzen – Unfälle kommen immer wieder vor (und die Hamas gibt es auch zu – ja, genau, dieselbe Hamas, die Weizsäcker und Schmidt uns als gleichberechtigte Gesprächspartner anempfehlen).

Mir scheint, wir sehen einer weiteren Eskalation entgegen. Und diesmal wird nicht, wie letztes Mal, abgewartet, ob der Beschuß von allein wieder aufhört. Diesmal befolgt die Armee, so sieht es zumindest aus, den Grundsatz: zero tolerance. Jeder Angriff wird beantwortet. Hoffen wir, daß es Erfolg hat. Diese Angriffe sind überflüssig wie ein Kropf, bringen niemandem etwas. Es besteht kein vernünftiger Grund für die Bewohner des Gazastreifens, die Bewohner von Ashkelon oder Sderot zu beschießen. Und sage mir nun keiner, die Blockade! die Blockade! Die Blockade ist doch gerade eine Konsequenz der Bewaffnung und der Angriffe der Terrororganisationen.

Kurz, da unten im Süden wird es wieder unruhig. Schade. Ich habe es den Menschen, die so viele Jahre mit der Bedrohung gelebt haben, so gegönnt, daß sie wieder normal leben konnten. Es scheint so, als wäre das nur eine Atempause gewesen.

Oh, und der einzige Israeli, der sich noch im Gazastreifen befindet, heißt Gilad Shalit.  Und er ist nicht als „Besatzer“ da.

Kommentare»

1. mibu - Dezember 21, 2010, 9:52

„In den deutschen Medien sehe ich, daß nur die israelische Gegenwehr der Meldung wert ist, dabei gehen hier täglich Mörsergranaten und Qassam-Raketen ungezielt auf israelischem Gebiet nieder.“
… ja, leider, was wieder einmal bestätigt, dass die deutsche Journalistik ihre in „tausendjähriger Zeit“ trainierte Fähigkeiten, mit Tatsachen zu lügen, nicht verlernt hat. Ich verstehe nicht, weshalb unsere Journalisten diesen Stil weiter pflegen, und ich habe keinerlei Verständnis für für eine solche Praxis von Journalisten und Presseorganen. Es ist eine der übelsten Formen von Propaganda und Volksverhetzung, die von Antisemiten, z.B. der österreichischen christlichsozialen Partei während der ersten Republik, in den Medien sehr gezielt und systematisch eingesetzt wurde.

“ … ja, genau, dieselbe Hamas, die Weizsäcker und Schmidt uns als gleichberechtigte Gesprächspartner anempfehlen.“
Lila, haben sie Hamas wirklich gleichberechtigt eingestuft ? Würde mich etwas verwundern. Ich halte es grundsätzlich für sinnvoll, auch mit Organisationen wie der Hamas im Gespräch zu bleiben, auch wegen der Sache Shalit, wegen der Gefahr das andere Terrororganisationen sich im Gazastreifen breit machen können und wegen der Möglichkeit, dass Hamas vielleicht doch noch ihre Positionen zu Israel überdenkt (nicht sehr wahrscheinlich, ist mir schon klar). Ob’s klug ist, wenn gerade solche exponierten Persönlichkeiten wie Weizäcker und Schmidt sich öffentlich dafür stark machen, fällt mir schwer zu entscheiden.

Für mich liegt die Vermutung nahe, dass die zunehmende Aktivität v.a. im Gazastreifen auf die aktuelle Situation bezüglich Fortschritten bei den Friedensgesprächen zurückzuführen sein könnte. Obwohl nämlich die Anstrengungen, einer Friedenslösung näherzukommen, in den Medien nicht sehr erfolgreich dargestellt werden, kommen doch interessante Informationen , z.B. bei JPOST ans Licht. Weshalb ich Eldars Kommentar in Haaretz zu Netanyahus neuesten Aussagen für bedenkenswert halte.

2. mibu - Dezember 21, 2010, 9:58

Noch eine Bemerkung zum ersten Teil meines vorigen Kommentars: es lässt sich in Zeitungen, die der christlichsozialen Beewegung nahestanden, sehr schön verfolgen, wie gezielt durch wiederholte Form der Berichterstattung versucht wurde, antisemitische Vorurteile möglichst tief zu verankern. Es gibt dazu eine sehr lesenswerte Studie von Kurt Greussig.

3. Karl Eduard - Dezember 21, 2010, 10:01

Vernunft? Wenn da Vernunft im Spiel wäre, hätten die längst einen eigenen Staat.

4. willow - Dezember 21, 2010, 11:22

Nun Mibu, im heutigen Deutschland bezeichnet sich eine übergroße Mehrheit der Journallisten als links, demnach dürfte es keinen Judenhass geben…

„Er könne sich vorstellen, sagte Richard von Weizsäcker, “Vertreter der Hisbollah oder Hamas zum Gesprächskreis einzuladen”. Schließlich müsse man sich überlegen, wie man mit der Barack-Obama-Initiative für eine atomwaffenfreie Welt umgehe. “Wo jemand herkommt, das war nie die Frage. Nur muss er wirklich etwas vom Thema verstehen”, sagte von Weizsäcker.“

im Übrigen war da noch das: http://www.20min.ch/news/ausland/story/Ex-Politiker-drohen-Israel-30646360

5. grenzgaenge - Dezember 21, 2010, 12:53

Das Problem ist: Gerade (!!) auf der linken Seite, des politischen Spektrums, gibt es Judenhass und Antisemitismus. Da die, Alt Chaoten der 68er, viele Schnittstellen in Deutschland besetzen, sollten die Ereignisse nicht verwundern. Ich war mit einem Lehrer gestraft, der selbst bekennender 68er war. Für den waren Juden die Opfer der NS Zeit. Aber wenn er auf Israel zu sprechen kam, wurden die Opfer zu Tätern. Da wurden dann keine Krokodilstränen, wie an den verlogenen Gedenktagen für die NS Opfer, vergossen. Da wurde Juden schlicht das Recht abgesprochen, sich selbst zu verteidigen. Man ist doch schliesslich links und pazifistisch. Dass Antizionismus und Israel Bashing nichts anderes sind, als eine zeitgemässe und mehrheitsfähige Form des Antisemitismus, wird von „linken“ Menschen natürlich sofort zurückgewiesen. Ich bin immer mehr der Meinung „links“ ist ein Synonym für verlogen. Ich bin nicht glücklich über den Befund. Aber es nützt ja nichts, sich Illusionen zu machen.

6. Silke - Dezember 21, 2010, 13:28

ich verfolge das Weizsäcker/Schmidt-Zeugs nicht, weil ich mich zu sehr schäme, frage mich bei Willow’s Zitat aber, ob auch Knee-Capper und Executioners in dem Gesprächskreis willkommen sind. Falls ja, nur die Befehlserteiler oder auch die „Handarbeiter“? i.e. wird es einen Auswahlprozess geben?

Ich vermute, daß es off-the-radar Kontakte zwischen Israel und Hamas gibt und das ist auch gut so.

Der Rote Teppich ist ne andere Hausmarke und da haben die Hamassaner nix zu suchen.

Sollten sie Gilad Shalit so behandeln, wie es sich gehört,
sollten sie ihre Charta ändern, in allen Sprachen und ohne Schlupflöcher,
sollten sie ihre bereits Kleinkinder verhetzenden TV-Sendungen einstellen und ne Menge anderes, dann kann man anfangen, über den Roten Teppich nachzudenken.

War Schmidt nicht mal der Mann, der nicht bereit war, der Erpressung von Terroristen mit Gangstermanieren nachzugeben?

Ah, aber jetzt handelt es sich um Juden oops Israelis und da gelten andere Grundsätze.

Haben sich in WW2 die Alliierten offen mit Deutschland oder Japan an einen Tisch gesetzt? Nein! Gab es off the radar Kontakte? höchstwahrscheinlich!

Irgendeine Raketenbande waren Salafisten und die wurden ermahnt, daß sich das nicht gehöre im Islam. Nur dumm, daß ein Kommentator beim Elder den Verkünder dieser menschenfreundlichen Anweisung an ner anderen Stelle mit der genau gegenteiligen Verkündigung nachweisen konnte.

7. Silke - Dezember 21, 2010, 14:37

The IDF holds the Hamas terrorist organization solely responsible for maintaining the calm in the Gaza Strip and for any terrorist activity emanating from it. The IDF will also continue to respond harshly to any attempt to use terror against the State of Israel.

http://idfspokesperson.com/2010/12/21/in-response-to-intensive-rocket-fire-iaf-targets-hamas-terror-infrastructure-in-the-gaza-strip-in-joint-activity-with-isa-21st/

Rund um Oslo habe ich keine Nachrichten gelesen und das bißchen, das zu mir durchdrang, vermittelte mir den Eindruck, daß der arme Arafat den benefit of the doubt haben sollte in der Art, daß er seine Gangster nicht in Schach halten konnte und daß möglicherweise niemand zu so etwas in der Lage wäre. Diese wie ich mittlerweile beobachtet habe, vollkommen irrige Sicht der Dinge hat mich aber nicht daran gehindert, Israel’s Recht, da heftig zurückzuhauen in irgendeiner Weise als kritisierbar zu betrachten, im Gegenteil.

Das nur als Erinnerung, welchen Effekt Schlagzeilen auf ein grundlegend pro gestimmtes Hirn von jemandem zu haben vermögen, der Miss Marple’s shtick „das erinnert mich an“ für ne brauchbare Weltbetrachtungshilfe hält. i.e. wenn die Youngsters des Nachbarn meinen Garten verwüsten und er nicht Vater genug ist, sie im Zaum zu halten, dann habe ich immer noch das unbeschnittene und unbeschneidbare Recht, diese Youngster mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln für ihr Tun zur Rechenschaft zu ziehen.

Wenn keine Rechtsinstanz zur Verfügung steht, natürlich auch mit Vergeltungsschlägen.

8. Silke - Dezember 21, 2010, 15:06

Ich überfliege Haaretz Schlagzeilen und lese seltenst einen Text, aber diese Schlagzeile hat so viel Charme, ist so maßgeschneidert für das gleiche Milljöh, für das Assad in der BILD „plaudert“, daß ich sie teilen möchte:

IDF: Hamas escalating attacks against Israel, but not interested in full-scale war

9. Alltägliches aus Israel « grenzgaenge - Dezember 21, 2010, 19:23

[…] hat ihren Qassam Ticker, nach einiger Pause, wieder aktiviert. Der Ticker arbeitet verlässlich. Das macht traurig. Wann […]

10. heplev - Dezember 21, 2010, 19:29

Ganz unbescheiden – falls ihr Informationen braucht, was es an Aktivitäten gegen Israel gibt, dann schaut bitte bei mir nach: Friedfertigkeiten. Das sind nicht „nur“ die Qassams.
Außerdem gibt es noch PT Watch, die seit 2005 die Raketen- und Mörserangriffe auf Israel zählen.

11. Lila - Dezember 21, 2010, 19:31

Selbstverständlich, danke. Entschuldige, daß ich Dich übersehen habe. Ich verlink Dich ja so schon oft genug, daß man an eine Konspiration denken könnte 😀

12. heplev - Dezember 21, 2010, 19:31

Daneben hat die Berichterstattung z.B. der AP eine Form, die unter aller Kanone ist. Meryl Yourish hat das an einem Beispiel ziemlich detailliert und ausgezeichnet analysiert: http://ptwatch.pt.funpic.de/index.php

13. heplev - Dezember 22, 2010, 7:30

Na ja, hast ja nicht wirklich mich übersehen. 🙂
Aber der Link steht auf meiner Seite auch fast „versteckt“ rechts in der Sidebar, das haben viele gar nicht gesehen. Vielleicht muss ich das Aussehen mal überdenken.

14. aki - Dezember 22, 2010, 11:37

Lila, genau deswegen ist dein Blog so wichtig. Es ist schwer an Informationen über solche Ereignisse zu zu kommen, wenn man nur die deutsche Presse hat.
Ich hoffe sehr, das es zu keiner weiteren Eskalation kommt und diese Angriffe weider aufhören!!

15. willow - Dezember 22, 2010, 13:09
16. Wolfram - Dezember 22, 2010, 15:06

Weizsäcker war mir schon zuwider, als er noch Bundespräsident war…
hast du für Schmidt auch einen Link? Denn von dem wundert mich das etwas mehr, und habe ich nie was in diese Richtung gehört. Schmidt steht doch eher für „der Staat darf sich dem Terror nicht beugen“…

17. GA - Dezember 22, 2010, 18:26

Dass solche Leute wie Schmidt und Weizäcker so einen Weltmanns-Dreck „gegen ISRAEL für den Frieden“ produzieren – also genau den Standtpunkt wie die Pro-Hamasdemonstranten Ja. 2009 einnehmen, zeigt m.E. weniger, daß sie noch vor ihrem Ableben einen “Frieden” um ISRAEL erleben wollen, als daß sie – einerseits – noch nie kapiert haben, um was es eigentlich geht, – andererseits aber, nachdem D-land dabei ist den “Sicherheitsrat” zu entern und
interkulturell und überkonfessionell im Bundestag besiegelt hat, gemeinsam zu singen wollen
“Wir lagen vor MarvaGaza und hatten die Weltpest an Bord
Freund Niebel kümmerte sich ums Palästianer-Wasser,
doch vorher mußten neun von “Bord” . . . .“ und
kämpfen, wie in der Bibel vorausbestimmt:
Jerusalem wird ihnen ( ihren Völkern) zum Taumelbecher und sie ziehen gegen ZION“

Es ist ein geistig-moralisches IRRESEIN unter diesen Leuten, wie den LINKEN, wo ich herkomme, mit denen ich diskutiere; wirklichen JUDENHASS haben die meist nicht, vielleicht erst, wennman ihnen glaubhaft gemacht hat, wie so manchem türkischen Linken, daß angeblich die Juden heimlich in so vielem drinhängen … „Bisher war noch jeder deutsche Außenminister Jude ..“ verklickert mir der Bruder vom Türk-multikulti-Gastwirt ! – Der persönliche Judenhass, der muss erst noch gären, aber zusammen mit den „Rassismus-Opfer“-Moslems wird das noch gelingen, analog zu den „Die wollen doch nur unser Geld“-Holocaust-Abwehrern, und „Antiimperialisten“ sind sie ja gemeinsam mit den bräunlichen Volksgenossen allesamt.
Aber es gibt Hoffnung: Zu den CHRISTEN, die dies Jahr, zusammengefasst mit der ISRAEL-Konferenz Ende Oktober in FFt a.M. offensiver geworden sind und ISLAMGEGENER, die mehr begonnen haben zu begreifen, daß es eine Rettung EUropas ohne die VERTEIDIGUNG ISRAELs nicht geben kann ( auch meine Meinung), gibt es jetzt eine Art NeoNazionalisten-Gruppe, die gegen den Antisemitismus OPPPONIERT und ISRAEL wie den für Deutschland gefallenen Juden des 1.WKs tatsächlich sagt „EHRE WEM WHRE GEBÜHRT!“

Ich finde, jeder Nazionalist hat das Recht ein anständiger Mensch zu werden, – und das Aufbrechen der antijüdischen WELTVERSCHWÖRUNGSHETZE ist der Kernbereich, auf dem ebenfalls die LINKEN wie die BÜRGERLICHEN am stärksten versagt haben denn/ und gleichzeitig ist es gerade das VERHEIMLICHEN des seit 1919 WIRKEN des „Protokolle“-WELTVERSCHWÖRUNGS-GLAUBENs und -Propaganda, womit HEUTE und seit langem die deutschen und andere europäische Kräfte und v.a. Sender am stärksten des islamischen Morddjihad unterstützen, – indem sie seine Motive verkehren !
Und w e n n dazu schon oft die Rede von „den Linken“ ist, mit denen zusammen ich mich „im Guten“ – wie gerade die gläubig-fanatischen Nazis – gegen ISRAEL schuldig gemacht habe, ohne in der „Raf“ od.“Juni“ gewesen zu sein, dann ist allerorten zu wenig, ja fast nie vom KGB als für 30 Jahre weltweit stärkste Masseneinfluss-Organisation die Rede, – da kann man erst so richtig „antilinks“ werden, was aber nichts bringt . . .
Nach der Nazipropagandamethode wird im folgenden die nach 1950er-Bedeutung des KGB deutlich in „www.Die Große Lüge und der MEDIENKRIEG gegen ISRAEL; Von der Umkehrung der Wahrheit zur Umkehrung der Wirklichkeit“, was auch viele ISRAElis lesen sollten. Und
ich schließe mit den SU-Chef Breshnijews Worten in eine lichten Moment auf einer internen KGB-Konferenz aus dem
„SCHWARZBUCH des KGB 2“, welches die obenstehende Arbeit von Joe Fishman bestätigt,
„Der Zionismus macht uns noch ganz blöd“. –
Und so ist es dann ja auch gekommen . . .

ERTRÄNKT den DJIHAD in der WÜSTE !
http://www.desert-greening.com !! dubax@ich.ms
– Für eine neue gegen-antisemitische Strategie !

18. Silke - Dezember 22, 2010, 19:57

Radioberichte haben mir die Vermutung nahegelegt, daß Weizsäckers schönes Vaterbild sich mti dem Buch über das Auswärtige Amt mächtig in Richtung auf das verschoben hat, was ich bei Shirer gelernt habe. Also das Fundament des ohne ihn sei alles viel schlimmer geworden scheint mir schwer zu bröseln.

Nicht leicht das zu seinem Vater einstecken zu müssen, da braucht man dringend ne Smoke Screen und was wäre besser geeignet als Israel.

Was Schmidt anlangt, wenn der ehemalige Soldat Schmidt (hat er kürzlich hervorgehoben als er zu seinem Haltung bewahren während Mogadishu befragt wurde) sich von Terroristen nix vorschreiben läßt, ist das ja wohl was anderes, als wenn so ein Netanyahu das tut

Gelle! nie vergessen, wenn zwei das Gleiche tun, iss es noch lange nicht das Allerselbe.

19. Lila - Dezember 22, 2010, 20:33

Zu Schmidt: ich habe eine Doku über ihn auf Youtube angeguckt, nachdem seine Frau starb, weil ich überrascht war von dem großen Echo, das dieser Tod ausgelöst hat. Ich war neugierig, was Schmidt so andauernde Popularität beschert. Ein interessanter und kluger Mann ist er ja zweifellos.

In dieser Doku war eine kurze Szene. Schmidt in New York, bei der deutschen UNO-Vertretung. Mit dem deutschen UNO-Botschafter lästert er über die Nahost-Chaoten ab und Pleuger wirft so nebenbei ein, daß die Israelis die USA ja in der Tasche haben… nein, ich zitiere ungenau, ich hab die Szene nicht mehr im Kopf, aber sie war häßlich. ETA: Ich hab den Clip gefunden, 6:24. Wer nicht so scharfe Ohren hat wie ich, der bemerkt das gar nicht. Pleuger erwähnt Israel nicht namentlich, es bleibt aber kein Zweifel, was das für ein Veto war, das „dieser Haufen da“ abgegeben hat.

Mehr zum Thema findet man dann bei Shlomo Shafir.

Schmidt hat Israel nie gemocht. Das Mißfallen an Israel zieht sich durch seine gesamte politische Karriere, ebenfalls sein Unverständnis für israelische Reaktionen.

Da kann man nichts machen. Er hat es trotzdem geschafft, zu einem der beliebtesten elder statesmen Deutschlands zu werden – bei der bekannten allgemeinen Sympathie für Israel eine große Leistung 😀

20. willow - Dezember 22, 2010, 20:37
21. Silke - Dezember 22, 2010, 21:05

Schmidt hat seine Manieren, seinen politischen Schliff von ner Clique rund um Marion Gräfin Dönhoff erhalten, die mal ein „wundervolles“ Stück mit der Überschrift „Völkischer Ordensstaat Israel“ verfaßt hat. Die Zeit hat ihn nicht mehr vollständig online, aber das hier scheint er zu sein. http://www.barth-engelbart.de/?p=306
Ich kann ihren Ärger und ihre Enttäuschung verstehen, aber als Angehörige des Mördervolks dem Opfervolk Nazivokabeln um die Ohren hauen? Also unter guten Manieren von großen damals noch nich so alten Damen stelle ich mir was anderes vor.

Das waren die Mentoren von Herrn Schmidt. Altes Preußenjunkertum und/oder Adel eben mit all seinen Werten und Traditionen. Wann haben die es endlich zugelassen, daß Juden zum Militär durften i.e. volle Teilhabe am Staat hatten?

Ich habe auch kurze Stücke von ihm über seine Jugend gelesen, spätestens danach hat meine Begeisterung für ihn gelitten, nicht wegen was Spezifischem sondern weil es mir alles irgendwie nicht ehrlich erschien (seine Frau dto, die waren alle a bisserl zu gut um wahr zu sein, das roch alles nach Scheunentorgroßen Löchern)

Aber einmal habe ich ihn im Fernsehen was sagen hören, was ich immer noch klug finde. In etwa der Geburtsfehler der Demokratie sei, daß in ihr nur einer was werden könne, der die Kunst beherrscht, sich bei möglichst vielen beliebt zu machen und das seien im richtigen Leben ja nun mal nicht die angenehmsten Typen wie jeder wisse. Außerdem erinnere ich mich, daß er gesagt hat, es ärgere ihn, daß er bei der Flugzeugentführung oder war’s bei Schleicher vor der Kamera geweint habe. Er sagte, das sollte einem Staatsoberhaupt nicht passieren dürfen, daß er mit solchen Mitteln Emotionen anheize.

Ich bin ja sehr für weinende Männer, aber öffentlich nein und Frauen auch nicht, da bin ich strikt für stiff upper lip.

22. Silke - Dezember 22, 2010, 21:07

Lila
was Loki’s Beliebtheit anlangt, ich weiß nur, daß sie Büchlein über Blümlein geschrieben hat, was ihr einen Platz unter unseren Unvergeßbaren sichern dürfte.

23. Lila - Dezember 22, 2010, 21:23

Sie hat ganz ehrlich gesagt, daß sie sich ihre Rolle als Frau eines einflußreichen Politikers zunutze gemacht, um ein Thema, das ihr wirklich am Herzen lag, in die Öffentlichkeit zu bringen. Und das hat sie geschafft. Im Gegensatz zu manchen Gattinnen, die sich ein Thema zulegen, wenn sie es brauchen, war Botanik wohl wirklich ihr Herzensanliegen. Damit habe ich keine Probleme.

Daß diese Herren auf ihre alten Tage Israel noch so eine reinwürgen, finde ich besorgniserregend und unschön. Sie fordern mehr Druck auf Israel – das ist genau das, was Israel braucht, nicht wahr? Ich meine, so druckfrei wie wir leben, muß man uns unbedingt mehr Druck machen, damit wir endlich tun, was alle gutmeinenden Freunde von uns fordern.

Sehr viele Länder gibt es nicht, zumindest nicht in Europa, auf die so viel Druck von allen Seiten ausgeübt wird. Aber nur zu, erhöht den Druck. Vielleicht platzt Israel ja, das wäre doch eine schöne Phantasie.

24. Silke - Dezember 22, 2010, 21:24

mit öffentlich meine ich natürlich als Amtsperson bei der Ausübung seines Amtes und während im Amt großenteils auch bei privaten öffentlichen Auftritten. In meiner Welt gibt es nun mal die Ehre nicht ohne Lasten.

25. willow - Dezember 22, 2010, 23:05

Was man so beim googeln zu Doenhoff findet (Original wohl bei der „Jungen Welt“)… wie waqr da doch mit „Linke können keine Antisemiten sein“ !?

http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=15182

26. willow - Dezember 22, 2010, 23:07

„wie war das doch“

27. Silke - Dezember 22, 2010, 23:21

Lila
vergiß nicht das Geplappere von der amerikanischen „Tough Love“ Brigade.
Die haben’s immer mit „Israel must take risks“

das muß man sich auf der Zunge zergehen lassen, übersetzt/erweitert/implizit heißt das doch Israelis sind zu feige, den Frieden zu wagen. Ich habe das Buch von der US-Ärztin gelesen, die im ersten Golf-Krieg gefangen genommen worden ist Ronda Cornum (das muß sie sein). Die bewundert ihre israelischen Apache-Flieger Kollegen offenbar rückhaltlos, die kommen 2 oder 3 mal im Buch vor als „was würden die sagen“ und weltreisende Journalisten und sonstige Sesselfurzer in Washington sagen „Israel must take risks“?

Die vermutlich wagemutigste Nation auf Erden wagen diese Eumelinge aufzufordern, sie müsse mehr Mut beweisen.

Kalt geduscht und anschließend durchgepeitscht gehören solche Idioten

Sorry, aber so’n Sch… macht mich total bellezistisch.

28. mibu - Dezember 22, 2010, 23:45

zu Nr.19: „… die Russen stimmen mit ja, die Europäer sind wie immer geteilt und die Amerikaner stimmen mit nein; was soll man von so einem Haufen erwarten.“ Es wäre interessant, worüber dabei in der Generalversammlung abgestimmt wurde.

Zu Schmidts Amtszeit war in Israel Menachem Begin Ministerpräsident. Ich vermute, dass die beiden schon von ihrer Lebensgeschichte her eine schwierige Kombination waren.

29. yael1 - Dezember 23, 2010, 3:44

Bei Schmidt wundere ich mich weniger. Wenn man bedenkt wie positiv er China seit Jahr und Tag sieht, sind seine pol. Meinungen wohl oft und zu sehr von privaten Einschätzungen geprägt.

30. yael1 - Dezember 23, 2010, 3:46

Informativ ist auch immer der Newsletter der israe. Boschaft, dort erfährt man täglich, wenn es wieder Angriffe von Gaza gibt.

Israels Botschaft an die Hamas
Von Ron Ben-Yishai

Offizielle in Israel betrachten die jüngste Eskalation an der Grenze zu Gaza als außergewöhnlich schwerwiegend. Erstmals seit Langem spielt die Hamas wieder eine aktive Rolle beim Abfeuern von Raketen und Mörsergranaten auf südisraelische Ortschaften. Darüber hinaus sorgt die Organisation anders als in der Vergangenheit nicht dafür, die Aktivisten des Islamischen Jihad und die Volkswiderstandskomitees einzudämmen.

Die Antwort kam umgehend, um der Hamas klarzumachen, dass Israels Geduld begrenzt ist.

Seit Angang Dezember sind 31 Mörsergranaten und fünf Kassam-Raketen auf Israel abgefeuert worden. Rund 14 von ihnen wurden zwischen Montag und Dienstagnachmittag abgefeuert. In den vorangegangenen Monaten sind pro Monat etwa 12 bis 15 Mörsergranaten abgefeuert worden. In der Zwischenzeit hat sich die Zahl der Zwischenfälle am Gaza-Grenzzaun in diesem Monat verdoppelt. Dies hat auch mit den verstärkten Anti-Terror-Aktivitäten der israelischen Armee gegen Kassam-Zellen zu tun; fünf Mitglieder einer solchen Zelle, die versuchten, Raketen auf den Negev abzufeuern, wurden im Rahmen dieser Einsätze getötet.

Als Resultat der aktiven Teilnahme der Hamas an den Angriffen ist die israelische Armee Montagnacht mit großer Härte gegen Einrichtungen und Aktivisten der Organisation vorgegangen. Einer der Angriffe zielte auf zwei oder drei Aktivisten, die mit Terroraktivitäten zugange waren und traf sie. Wir können mit großer Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass die israelische Armee weiter hart reagieren wird, um der Hamas klarzumachen, dass sie für die Eskalation zur Rechenschaft gezogen wird.

Bislang hat die Hamas darauf geachtet, nicht direkt in die Angriffe gegen Israel involviert zu werden; doch es scheint so, als habe die Organisation ihr Verhalten aus verschiedenen Gründen geändert:

– Israelische Offizielle gehen davon aus, dass der Abschreckungseffekt durch die lange Zeit (zwei Jahre), die seit der Operation Gegossenes Blei vergangen ist, abgenommen hat.

– Die Aufrüstung der Hamas durch die Beschaffung von Langstreckenraketen und Panzerabwehrraketen (einschließlich der relativ avancierten Korent-Rakete, die vor zwei Wochen einen israelischen Panzer beschädigte) hat das Selbstvertrauen der Organisation gestärkt, insbesondere das ihres militärischen Flügels, den Izz-al-Din-Al-Kassam-Brigaden. Infolgedessen wurde Aktivisten, die sich über Untätigkeit beschwerten, offensichtlich erlaubt zu operieren.

Radikale Gruppierungen – vor allem der Islamische Jihad und die Volkswiderstandskomitees, aber auch andere vom Globalen Jihad inspirierte Gruppen – haben die Hamas unter Druck gesetzt, gegen Israel vorzugehen, und behauptet, sie habe den Kampf aufgegeben.

Andere mögliche Gründe sind etwa der Stillstand in den Verhandlungen mit Mahmoud Abbas‘ Palästinensischer Autonomiebehörde und in den Gilad-Shalit-Gesprächen. Die neblige Witterung mag ebenfalls eine Rolle spielen und die Hamas-Männer zur Annahme verleiten, die israelische Armee sei weniger fähig, ihr Schaden zuzufügen, als im Sommer.

Als Folge des oben Gesagten hat die Hamas begonnen, die israelische Armee durch Aktivitäten auf beiden Seiten des Zaunes herauszufordern. Vor allem zielt sie darauf ab, die Präventiveinsätze der israelischen Armee innerhalb von palästinensischem Territorium, Hunderte von Metern weit im Gaza-Streifen, zu minimieren. Die israelische Armee gestattet den Palästinensern nicht, sich dieser Pufferzone zu nähern, da es sich hierbei gewöhnlich um Versuche handelt, Sprengstoff zu legen oder Raketen auf Soldaten abzufeuern.

Nun versucht die Hamas, neue Spielregeln zu bestimmen und Aktivitäten jenseits des Zauns zu verhindern, während sie gleichzeitig östlich davon in Form von Mörsergranatenattacken auf israelische Truppen und Gemeinden operiert.

Obwohl die Angriffe noch nicht das Ausmaß erreicht haben, das vor der Operation Gegossenes Blei bestand, sind wir Zeugen eines klaren quantitativen Wandels. Allerdings schätzen Offizielle in Israel, dass die Hamas nicht interessiert daran ist, jene intensiven Spannungen zu erreichen, die vor der groß angelegten Militäroperation herrschten, und noch immer abgeschreckt ist. Die Gruppe fürchtet, Aktionen der israelischen Armee könnten die Wiederaufbaubemühungen der Hamas-Regierung im Gaza-Streifen konterkarieren und die Bevölkerung in neues Elend stürzen.

Trotz dieser Eischätzung beabsichtigt die israelische Armee nicht, sich angesichts des jüngsten Hamas-Aktivismus in Zurückhaltung zu üben, und diese Tatsache soll der Hamas-Führung im Gaza-Streifen auf überzeugende und unverhohlene Art – und bald – deutlich gemacht werden. Mit diesem harten Kurs will Israel der Hamas signalisieren, dass sie, sollte sie ihren Mitgliedern gestatten, auf Israel zu feuern und Anschläge zu verüben, und darin versagen, ‚Verbrecherbanden‘ in Schranken zu halten, mit noch härteren Reaktionen rechnen muss.

(Yedioth Ahronot, 22.12.10)

31. mibu - Dezember 23, 2010, 8:45

Zu Nr.25: willow, wie sehr Dir eine Friedenslösung im nahen Osten und die Sicherheit Israels wirklich am Herzen liegen, kann ich aus Deinen Äusserungen nicht so klar bestimmen. Es lässt sich aus deinen Beiträgen allerdings sehr deutlich erkennen, welches Thema Dir wirklich sehr wichtig ist. Zum Trost: damit bist Du hier nicht der einzige.

32. willow - Dezember 23, 2010, 11:24

Nunja, was in deutschen Landen gemeinhin als „Friedenslösung für den Nahen Osten“ bezeichnet wird (Israel soll, Israel muß…) sehe ich tatsächlich mit größtem Mißtrauen… da fehlen mir dein Durchblick und deine Unfehlbarkeit 🙂

33. grenzgaenge - Dezember 23, 2010, 14:27

Also ich sehe „Friedenslösungen“ grundsätzlich mit Mißtrauen. Es ist nicht immer Frieden drin wo Frieden draufsteht. Es kommt halt auf den Preis des Friedens an.

34. Silke - Dezember 23, 2010, 15:32

willow
die „nette“ Gaby Weber wird seit Jahren häufig von unseren Öffentlich-Rechtlichen Rundfunkanstalten beschäftigt.

Mit anderen Worten, diese durchgeknallte Verschwörungstheoretikerin ist nicht fringe, sie ist mainstream

Ich habe noch nie richtig verstanden, was sie „die Dichterin“ mir mit ihrem Zeugs sagen will, aber sagen tut sie es unermüdlich und wie üblich bei jenen die Unverstehbares rummurmeln, dauert es nicht lang, bis man bei ein bißchen Bohren auf braun-gefärbte Sauce stößt.

Meine Gaby Weber Recherche liegt schon ein paar Jahre zurück. Die Dame hat so wenig Substanz, das ich mich an keine Details erinnern kann, doch ich kann versichern, falls jemand Lust verspürt, sich mit den Äußerungen von übel wollenden Verwirrten vertraut zu machen, dann ist sie die richtige Adresse

… finanziert von meinen Gebühren

35. Silke - Dezember 23, 2010, 15:38

was den Frieden anlangt, ich könnte eventuell anfangen, mich dafür zu interessieren, wenn ich zur Abwechslung mal über ne längere Strecke lesen würde:

PalAraber müssen dies, PalAraber müssen das, PalAraber müssen jenes

neueste Nachricht übrigens:
eine Familie hat einen geistig kranken jungen Mann at gunpoint in Richtung Siedlung geschickt, hoffend er möge erschossen werden.

Eine sehr pragmatische Lösung mit der Belastung die kranke Familienmitglieder bedeuten. umzugehen, n’est-ce pas?
aber es ist halt ne andere Kultur oder so …

und man denke nur, als Bonus hätten sie auch noch nen Märtyrer in der Familie gehabt. Werden eigentlich noch Bar-Prämien für so was ausgeschüttet?

36. Silke - Dezember 23, 2010, 15:41

soweit ich weiß, hatte Begin Kampferfahrung und Schmidt auch …

Schmidt mag Begin’s outfit als dem Unrecht verpflichtet gesehen haben, aber was war mit seinem eigenen?

Mal angenommen, Schmidt hat Begin so gesehen, dann hatten die beiden ne Menge gemeinsam, vorausgesetzt natürlich Ex-Leutnant Schmidt wäre sich selbst gegenüber ehrlich

37. Wolfram - Dezember 24, 2010, 15:08

@willow (20): Ich habe gelernt, Texte zu analysieren – dieser ist ein spiegel-tauglicher Mix von Information und Einschätzung, der entgegen journalistischer Grundregel nicht erkennen läßt, wo das eine anfängt und das andre aufhört.
Da ich aber auch in der Lage bin, Texte > Postkarte zu lesen, bin ich Lila (19) für die Verlinkungen dankbar.
Das Bild ist wesentlich differenzierter; interessanterweise finden sich viele Kritikpunkte Schmidts von vor 35 Jahren mittlerweile geklärt. Andere lassen überlegen, ob eine andere Politik damals, die wesentlich stärker von der Brechstange bestimmt war als in den letzten 20 Jahren, Israel nicht damals schon Frieden hätte eröffnen können. Die Frage der staatlichen Unabhängigkeit der „Palästinenser“ beispielsweise wurde damals strikt abgelehnt. Und heute wird Israel diese Ablehnung vorgehalten, obwohl sie nicht mehr aktuell ist.
In den Siebzigern mag Schmidt sogar Weitblick bewiesen haben…
zu dem Filmausschnitt: der ist leider geschnitten, und man weiß nicht, was dazwischen noch gesagt wurde. Von Schmidt hört man lediglich eine Frage, die keine eigene Haltung ausdrückt: „habt ihr das nicht vorher gewußt?“ (Antwort: doch.) Und dann die Aussage, es fehle an allen Seiten an Staatsmännern. Auch das kann man unterschreiben: 2007 war Ehud Olmert Regierungschef in Israel, und der Mann war blaß wie ein Schneemann, soweit ich das beurteilen kann.

38. Silke - Dezember 24, 2010, 16:26

Wolfram

mein Eindruck mag ja falsch sein, aber so über die Jahrhunderte/Jahrtausende betrachtet, scheint mir, daß die nicht „blass wie ein Schneemann“ Staatsmänner beim Verursachen von menschlichem Leid etwas überrepräsentiert waren?

Ich meine diejenigen, die gern in die Geschichtsbücher wollten und den Mantel der Geschichte um ihre Schultern wehen sehen wollten (und nein ich meine hier nicht speziell Kohl, ich meine die Gier etwas Großes zu hinterlassen generell)

Einer meiner Lieblingsflüche ist jedenfalls „mögest Du in interessanten Zeiten leben“ und wenn ich recht unterrichtet bin, stammt der von Leuten, die „interessante“ Zeiten zu ihrem Leidwesen oft genug am eigenen Leib erfahren mußten.

39. Wolfram - Dezember 25, 2010, 0:00

Ob Hitler, Lenin, Stalin oder Buonaparte – das waren keine Staatsmänner… Staatsmänner haben Weitsicht, und sie vermögen zu überzeugen, nicht nur Gewalt anzuwenden. Bismarck beispielsweise hat den Deutschen Kriege erspart und hätte Deutschland auch gern aus dem Kolonialwahn herausgehalten.

Helmut Kohl halte ich nicht für einen, der sich unbedingt in die Geschichtsbücher einschreiben wollte; er wollte m.E. seinem Land dienen und das beste für sein Land tun. Daß er damit zum „Kanzler der Einheit“ wurde, ist Schicksal.

Eine äußerst interessante Zeit ist die wilhelminische Epoche…

40. mibu - Dezember 25, 2010, 13:22

Wolfram, da ich den Begriff Staatsmann nicht als Auszeichnung verwende sondern als verantwortungstragende Position bzw. Kategorie solcher Positionen in einem politischen System habe ich kein Problem damit, auch die erstgenannten als Staatsmänner zu bezeichnen, dergleichen ich allerdings mehr oder weniger nicht mehr in verantwortungsvollen Positionen sehen möchte.

Darüber hinaus finde ich allerdings, dass man bei der Betonung einzelner Personen zu leicht Gefahr läuft, weitere wichtige Bedingungen zu unterschätzen. Gerade im Fall der negativ bewerteten Staatsmänner sind diese durchwegs dadurch an die Macht gekommen, dass sich das jeweiliges poltische System in einer tiefen Krise befand, in der es etablierten oder gemäßigten Kräften nicht gelang, Lösungen und Zukunftsaussichten glaubwürdig zu vermitteln. Z.T. auch deshalb, weil ihnen ein gemeinnützigeres Verhalten nicht mehr zugetraut wurde.

Zudem blendet die Beachtung für solche herausragenden Staatsmänner gerne aus, dass im Hintergrund, speziell in zweiter Reihe, ebenso einflussreiche Personen mitmischen. Im Fall Napoleon Bonapartes bietet es sich an, sich mit der Biographie Joseph Fouches von Stefan Zweig zu befassen. Ich halte es immer noch für eine der interessantesten politischen und geschichtlichen Biographien. Wem Fouche nix sagt: er ist einer der wenigen Politiker, der vom Beginn der franz.Revolution bis zur Wiederherstellung der bourbonischen Königsherrschaft verschiedene Ämter inne hatte, später meist als Polizei- und Geheimdienstminister. Er beendete u.a. die Schreckensherrschaft unter Robbespierre charakteristischer Weise durch eine Intrige.

Die Wilhelminische Epoche erschliesse ich mir erst in letzter Zeit (Jahre) – aus Zeitmangel leider eher Häppchenweise. Neben Bismarcks Sozialgesetzen und seiner Auseinandersetzung mit den Katholiken ist diese Zeit vor allem durch eine unvergleichliche Entstehung und Aufholjagd der deutschen Industrie, immensen sozialen Wandel, die zunehmende Bedeutung der Wissenschaften und die politische Einigung Deutschlands (*1) und dessen nationalistische Politisierung geprägt. Das faszinierende daran ist m.E., dass sich in dieser Zeit in verschiedenen Bereichen scheinbar nebeneinander enorme, z.T. beschleunigte Entwicklungen stattfinden, die sich immer mehr zu entkoppeln scheinen und dennoch – speziell in Krisen – sich gegenseitig zu verschärfen scheinen.

(*1) z.B. unser bis heute geltendes bürgerliches Gesetzbuch wurde in dieser Zeit zusammengezimmert und 1900 vom Reichstag verabschiedet.

41. Silke - Dezember 25, 2010, 15:35

Bismarck, ein großer Mann mit Heiligenschein?

für die Beurteilung seines Falls gilt wohl „watt mutt datt mutt“

Ich bleibe dabei, uninteressante Zeiten sind mir die liebsten

und Flashman iss a bisserl wirr in seinem „nordischen“ Abenteuer, hat aber eindeutig nich viel übrig für Otto von 😉
(und ja im Zweifel vertraue ich Flashman’s Charakterstudien)
http://www.amazon.de/Flashman-papers-George-MacDonald-Fraser/dp/0006511260/ref=sr_1_2?ie=UTF8&s=books-intl-de&qid=1293283949&sr=1-2

42. Wolfram - Dezember 26, 2010, 2:57

@mibu: Wenn man den Begriff „Staatsmann“ mit „mächtiger Politiker“ gleichsetzt, wird Schmidts Bemerkung absurd – sie ist aber alles andere als das. Ich werde vermutlich keine Gelegenheit haben, darüber mit Helmut Schmidt zu diskutieren (und würde sie auch nur unter freiem Himmel wahrnehmen wollen… ich atme doch zu gern Luft…), aber zumindest meiner Ansicht nach können weder Sarkozy noch Berlusconi, weder Gerhard Schröder noch George W. Bush als Staatsmänner bezeichnet werden. Woodrow Wilson war einer (oder nur fast?), Churchill möglicherweise auch.
Staatsmänner stehen, wie der Begriff schon sagt, im Dienst des Staates – nicht umgekehrt. Sie haben eine Vision, die über ein schlichtes Aufgabenheft hinausgeht, und sie machen sich nicht abhängig von der windbeuteligen öffentlichen Meinung. Sie hben Rückgrat.
Nicht nur in den Gesprächen um einen möglichen Frieden im sogenannten Nahen Osten fehlt es an solchen Staatsmännern – und Staatsfrauen – sondern an allen Ecken und Enden!
@Silke: der Link führt mich nicht zur Erkenntnis – aber mir zu erläutern, wer Flashman ist und woher er welche Weisheiten bezieht, ist hier vielleicht nicht der Ort.
Übrigens Heiligenscheine verteile ich nicht; dafür bin ich von der falschen Fraktion. 😀 Da halte ich es eher mit Luther (der auch alle Qualitäten zum Staatsmann gehabt hätte): „Wir sind allzumal Sünder und ermangeln des Ruhmes, den wir vor Gott haben sollten.“ Ach nee, das war ja Paulus; Luther schrieb nur ab… 😉

43. mibu - Dezember 26, 2010, 13:03

„Sie haben eine Vision, die über ein schlichtes Aufgabenheft hinausgeht, und sie machen sich nicht abhängig von der windbeuteligen öffentlichen Meinung.“
… auch Hitler hatte eine Vision, eine sehr starke sogar; die sicherlich ihren Anteil an seiner charismatischen Ausstrahlung, die auf seine Zeitgenossen wirkte, hatte.
Welche Vision hatte Schmidt, den ich zu den besseren Staatsmännern zähle ?
Welche Vision hatte Bismarck, der von einem überzeugten erzkonservativen ostpreussischen Landadelsvertreter zu einer noch immer respektablen Politikerpersönlichkeit wurde ?
Ben Gurion ? Welche Visionen hatte er und wieviel konnte er davon tatsächlich umsetzen ?
Ich fürchte mit einigem zeitlichen Abstand und ohne allzu genau hinzusehen, was sich wirklich in den jeweiligen Zeiten abspielte, kann man leicht den ein oder anderen herauspicken und idealisieren. Was insbesondere zu propagandistischen Zwecken gerne gemacht wird. Auch als Negativbild – als wären Hitler, Stalin oder Pol Pot Einzeltäter und überhaupt die absolute Inkarnation des Bösen gewesen.

Zur windbeuteligen öffentlichen Meinung: die katholische Kirche meint, sie hätte sich immer davon ferngehalten. Doch ich weiss aus persönlichen Berichten, dass sich nicht unerhebliche Teile der katholischen Kirche für Hitler und die NSDAP aussprachen und entsprechend von den Kanzeln gepredigt haben (sogar der Bischof Faulhaber) wie auch in den entsprechenden Schulen und Internaten auf junge Menschen entsprechenden Einfluss nahm. Auch nach 1945 war sie keineswegs neutral und unparteiisch, hat sich aber immer gerne als Garant überkommener Werte herausgestellt, die nie in Zweifel gezogen werden durften. Ihre charakteristische hierarchische Organisation hat dafür gesorgt, dass die von oben verkündeten Postulate und Dogmen nie ernsthaft hinterfragt werden durften. Seit jahren nun plagt sich diese Kirche mit Vorwürfen und Aufdeckungen herum, die ihre eigene moralische Autorität offensichtlich in Frage stellen. Denen sie sich u.a. auch mit dem Hinweis, allein der religiösen Offenbarungen, ihrer theologischen Auslegung und nicht irgendwelchen zeitgeistigen Moden verpflichtet zu sein, zu entziehen versuchte.
Aus Standhaftigkeit kann leicht Erstarrung werden, auch dafür liefert die Geschichte reichlich viele Beispiele; der Protestantismus ist auch eines davon.

44. mibu - Dezember 26, 2010, 13:07

Ich meine dabei den Protestantismus eigentlich als Folge einer Erstarrung in der römisch-katholischen Kirche.

45. Silke - Dezember 26, 2010, 14:00

Wolfram
schade, daß Dir Flashman unbekannt ist, er ist einer jener, die es als Beschreibung eines bestimmten Typs in die englische Sprache geschafft haben. So bin ich übrigens erst auf ihn neugierig geworden. Es gab ihn auch mal (in Teilen?) auf Deutsch, aber das hat wohl nicht gezündet bei uns, was mich äußerst traurig stimmt, weil es auf ein gewisses Defizit bei uns schließen läßt.

Es wäre wunderbar, wenn ein Deutscher Deutschen auf gleichem Niveau und mit gleicher Akkuratesse ihre Geschichte und Geschichte generell nahe bringen würde. Hier ist sein Wikipedia-Eintrag.

Da er außerdem schreiben kann, habe ich fest vor, sobald ich mit der Flashman Serie durch bin, zumindest sein Burma-Buch zu lesen.

46. Marlin - Dezember 26, 2010, 19:17

Flashman ist einer der Endgegner in Megaman 2 fürs NES.. kann die Zeit anhalten..

😀

47. Wolfram - Dezember 28, 2010, 12:22

Weißt du, mibu, ich habe den Eindruck, ich kann sagen, was ich will, du widersprichst mir so oder so. Wie man von Helmut Schmidt (der sich zwar als ev. Kirchenmitglied, aber nicht als gläubigen Christen bezeichnet) zur Rolle der römischen Kirche im Dritten Reich kommt, ist mir schleierhaft… und oft genug, wenn einer so von einem zum anderen hüpft, sind das Nebelgranaten. Ob das für dich auch gilt, weißt nur du.

Silke, ich hoffe, du siehst es mir nach, daß ich mich nur rudimentär des Englischen befleißige: meine Umgangssprache ist Französisch, nebenbei darf ich mich regelmäßig mit Griechisch und Hebräsch befassen und auch mein Deutsch pflegen – für Englisch habe ich wahrscheinlich wieder Zeit, wenn ich 75 bin und in Rente gehe…
In deutscher Sprache empfiehlt sich vielleicht das zugegebenermaßen schon ältere „Weltgeschichte höchst privat“ von Herrmann Mostar, oder verschiedene Werke von Joachim Fernau…

48. Silke - Dezember 28, 2010, 16:26

Hermann Mostar gehört zu meinen ganz ganz frühen Lieben so ca. 1952 oder so. Besonders seine Wirtschaftstheorie, daß die Reformation ausbleibenden Heringsströmen geschuldet sei, hat mich fürs Leben geprägt. –
Fernau wurde mir wenig später als gleichwertig angedreht, eine Unverschämtheit der „Andreher“.

wenn Mostar im Fernsehen auftrat, jodelte meine Mutter immer „oh, watt’n Jud“, für mich zu der Zeit ein absolut rätselhaftes Verhalten. Erst als unsere Deutschlehrerin uns mit Anne Frank bekannt machte (1955) kam ein wenig Licht in das Dunkel.

Warum Englisch? erstens, weil ich ihm von der ersten Begegnung an in Liebe verfiel, zweitens weil es die Lingua Franca unserer Zeit ist. Als ich jung war, hieß es noch Deutsch sei die Sprache der Philosophie, Französisch die der Diplomatie and mit Latein könne man gut um die Welt reisen. Letzteres ist vermutlich noch immer richtig, vorausgesetzt katholische Priester lernen es immer noch. In Afrika soll übrigens in den 70ern Neugriechisch unvergleichbar nützlich gewesen sein, weil es griechische Ladeninhaber noch im letzten Dorf gab.

Warum verfiel ich dem Englischen? vermutlich weil ich von meiner Großmutter Plattdeutsch infiziert wurde und Plattdeutsch auch mal ne Lingua Franca war. Sollte ich mit 75 noch lernbegierig sein, könnte ich mich vermutlich für Yiddish begeistern.

Ich stelle mir vor, daß es heute zum Guten oder Schlechten mit Englisch so ist wie mit Latein anno dunnemals in Trier. Wer sich schwer damit tut, verpaßt weite Teile des Diskurses der herrschenden Kreise.

Französisch war übrigens meine erste gesprochene und gelebte Fremdsprache. Ich habe sie später nie gebraucht, sie zwar bei jeder sich bietenden Gelegenheit gepflegt, aber ihr Sich-Verflüchtigen auch nie bedauert. Das einzige wofür ich ihr wirklich dankbar bin, ist daß ich den Kleinen Prinzen auf Französisch genießen konnte und kann.

Die (britischen) Anglos haben’s einfach für mich, so wie’s für andere die Russen haben. Daß es gleichzeitig das Esperanto unserer Tage ist, ist einfach Glück und sich an seinem Glücke freuen und es bis zum letzten Tropfen auskosten, mag Sünde sein, doch keine deren ich mich schämen würde.

49. Silke - Dezember 28, 2010, 16:55

mein mir vertrauenswürdig erscheinender Lieblingsinformant zu Katholischem Prof. R. Lill behauptet, der „record“ der Katholen im „Reich“ könne sich insgesamt mehr als sehen lassen.

Lill gibt’s häufig beim Deutschlandfunk unterm Sendeplatz „Tag für Tag“, den ich via iTunesAbo podcatche. Leider leider kriegt dieser in schöner Regelmäßigkeit Allerfeinstes offerierende Sendeplatz von dem Kölner Sender keine Transkripts genehmigt, während das unsägliche kürzlich neu etablierte „Religionen“ von Deutschlandradio Kultur natürlich selbige bereitstellt.

50. moshe gross - Dezember 28, 2010, 20:50

Richard Dawkins hat kürzlich eine flammende Rede gehalten, in der er weit von sich weist, die Nazis seien Atheisten gewesen und bringt darin entsprechende Belege…

(anlässlich des Papst-Besuches in England, weil Ratzi offenbar so was gesagt hat)

51. Silke - Dezember 28, 2010, 21:57

hier ist Ratzinger’s Gedanke für den Tag bei der BBC incl. Transkript

man achte auf die Allumarmende Wortwahl – eben Katholu wie es auf Neugriechisch heißen würde …
ob es der Bild ihr’n Kai wohl vom Papst hatte, Damascus als das Kernland der Bibel zu titulieren?

The child that was born in Bethlehem did indeed bring liberation, but not only for the people of that time and place – he was to be the Saviour of all people throughout the world and throughout history.

http://www.bbc.co.uk/radio4/features/today/pope-thought-for-the-day/

52. mibu - Dezember 29, 2010, 0:39

„… du widersprichst mir so oder so.“
Nicht mutwillig, aus Lust und Laune, oder weil ich Dich ärgern will (sicher nicht). Aber das mit den Visionen hat mich mich unmittelbar an Berichte erinnert, wie sich Hitler in großbürgerlichen münchner Salons bewegt hat.

Der „Sprung“ betraf das Verhaltensmuster von windbeuteliger öffentlicher Meinung und Rückgrat. In freiheitlichen Demokratien ändert sich die öffentliche Meinung eben. Manchmal auch mir zu rasch, zu konfus, zu unbegründet, … Das Gegenteil sind autoritäre Systeme, mit denen man zumeist noch schlechtere Erfahrungen macht.

53. Teutanixcus - Dezember 29, 2010, 4:56

Die Nazis waren eine Mischung von Vielem. Es kommt drauf an ob man von Hitler oder anderen Führern oder Spezialabteilungen ausgeht, – speziel in der SS-Elite und in ihrem „Ahnenerbe“ wurde es sehr kultig und mystizistisch.

Der neuheidnische Wotans-/ Odins-Kult tobte schon in den 20ern und früher . . . Über die sich in den europäischen Großstädten, NY und Chikago seit 1880 verbreitende schwarz-esoterische Theosophie, v.a. in WIEN (!) vermählte sich die Germano-manie (s. Saul Ashauer dazu schon um 1825 !) zur
Ariosophie, die zB. Jesus Christus analog zum „ersten Palästinenser“ damals zum ersten Arier umlog.

So auch im Neutembler-Orden NTO, dessen Adolf Lanz („Lanz von Liebesfeld“, einem fast geistesirren, sexualängstlichen und frauenfeindlichen und doch einflussreichen gefallenen Christen im Wechselspiel mit dem Wiener christsozialen judenfeindlichen Bürgermeister Lueger) mit seiner auflagenstarken OSTARA maßgeblich den jungen Hitler und viele Alldeutsche beeinflusste, – vor und während des 1. WK.

Letztlich ging es auch lt. NS-Minister SPEER Hitler und Himmler um die Gründung einer
(Inter-)NATIONALKIRCHE, die mit der Vernichtung alles Jüdischen schrittweise auch das Christentum entchristlichen bzw. „entjuden“ würde. Das durch die Vernichtung der mosaischen christlich-jüdischen Kultur, die in der Lebensheiligkeit und dem Liebesgebot ihren Kern hat, – und die Basis der Zivilisation durch die Überwindung des Blut- und Menschenopfer.
– Selbst oder gerade ATATÜRK erkannte nach seiner Kritik am Islam „Es gibt viele Kulturen, aber nur eine Zivilisation, – die europäische“; ob er die Vorassetzung dafür im mosaischen Gesetz erkannte, weiß ich nicht.

Dementgegen wurde nach der Konzentrierung des europäischen Antizivilisatorischen in Deutschland, zusammengefasst in der NSDAP, über die Grausamkeitserziehung in Berufung auf das Naturgesetz vollzogen, vorrangig in der SS und Teilen der Hitlerjugend, das archaische Recht zu Morden ohne schlechtes Gewissen gesetzt. – Das, nicht irgendwelche biologisch-genetischen Ideen waren die Basis des dt. Herrenmenschentums oder der „arischen Rasse“nzucht, mit dem Zeichen des Totenkopfes ( s. dazu konkret „WARUM AUSCHWITZ ?“ von Gunnar Heinsohn ; hingegen das nazi-deutsche Hakenkreuz, in anderen Formen und Gegenden auch Glücks- oder Sonnenzeichen, steht unter Bhuddas Fuß nur für Tod, Auflösung und Zerstörung …)

Und genau die archaische , anti-mosaische Skrupellosigkeit war und ist es, was den Hitlerismus für islamische Führer und Massen so attraktiv machte und zur mörderischen Aktionseinheit mit ihnen führte, – s. http://www.photospalestine.free.fr oder http://www.TellTheChildrenTheTruth.com oder http://www.Wolfgang G. Schwanitz über die Islam-Mufti-im-KZ-Akten !

Es ist eine Katastrophe, daß all den Leuten, die mit dem Holocaust konfrontiert werden, dieser satanische Sinn, der kulturmachtpolitische Hintergrund nicht bewußt gemacht wird !
– Falls Fragen: durchblixas@online.ms

Ach ja, – der Atheistmus hat sich in der Praxis des europäischen Sozialismus/ Kommunismus ebenfalls zu einer Ersatzreligion entwickelt – abgesehen davon, daß schon philosophisch/ erkenntnistheoretisch Atheismus Glaube ist, da unbeweisbar — und mußte in seiner Feindschaft zu Gott, daraus folgend in seiner menschlich produzierten Gesetzes- und Maßlosigkeit, „gut gemeint“ über die totalitäre Herrschaft zur Katastrophe führen. ( und ich denke, daß Dwarkin mit seinem „GOTTESWAHN“-Buch seinen Anteil am Selbstmord einer lieben Mitstreiterin hatte !)
Und natürlich zur linken Juden- und ISRAEL-Feindschaft, die zB. bei der K.P.D. schon 1925 durch die Gleichsetzung von Zionismus mit Faschismus vorbereitet wurde. – Der scheinbar nur „rechte“ Nazismus mit dem Holocaust und die folgende Teilung Europas mit dem Kalten Krieg samt dem Opportunismus der linken Parteien auch im Westen hat das alles nur überdeckt, … was im 19. Jhdt mit linken und rechten christentumsfeindlichen Befreiungs-Bestrebungen unter der Parole „Gegen Rom und Juda“ anfing und nach 1903 mit der „Protokolle“-„Weltverschwörungs“-Glauben-Propaganda fanatisiert wurde. Nach 1945 unter Beihilfe der Auslands-SS und des KGB hauptsächlich weitergeführt unter den Arabern, schließlich auch den Iranern, und allmählich wieder re-importiert in die westliche Welt . . .

Wann endlich werden sich die Juden, Christen und humanitären Moslems und Atheisten gegen diese bösartige Gedankenwelt wehren ??

54. Silke - Dezember 29, 2010, 10:21

ach, das ist aber mal ne gute Nachricht, daß man in totalitären System nur „zumeist“ noch schlechtere Erfahrungen macht.

55. Silke - Dezember 29, 2010, 10:28

also ich halte Dawkins ja nach Lektüre der Hälfte seines Selfish Genes für nicht ernst zu nehmen (da ist mir zu viel „Reim Dich oder ich fress Dich“ drin) aber ihn für nen Selbstmord verantwortlich zu machen, ohne zu sagen, wer das war, geht mir denn doch a bisserl mehr als weit.

ob und wie sehr man für den Selbstmord anderer verantwortlich gemacht werden kann, ist eine Frage, der ich mich gründlichst widmen mußte und daher würde ich schon gern wissen, welchen Formen von harrassment Dawkins die ohne Zweifel bedauernswerte ausgesetzt hat.

56. mibu - Dezember 29, 2010, 11:09

Teutanixcus, irgendwie kann man alles mit allem in Beziehung setzen – bis man schliesslich gar nix mehr unterscheiden kann. Wozu soll das gut sein ? Welche Erkenntnis liefert das ? Welchen Zielen kann das dienen ?

Die Bedeutung esoterischer und okkulter Strömungen blieb im dritten Reich relativ stark beschränkt. Hitler schien nicht viel davon zu halten und nahm wohl eher eine technokratische Haltung ein. Das Okkulte wurde eher von Himmler und Rosenberg gepflegt. Worin sich die ganze Führerclique einig war war das Bestreben, für ihre größenwahnsinnige Eroberungspolitik moralische Hemmschwellen gegenüber verfolgten Menschen zu senken.


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