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Mittelstaedt lügt – Teil II November 30, 2010, 20:00

Posted by Lila in Uncategorized.
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Es tut mir leid, daß ich diesen Artikel nicht aus den Klauen lassen kann, aber er steckt so voller Lügen, daß  er sich trefflich zum Auseinandernehmen eignet. Und nein, es ist nicht schade um meine Zeit, ich habe enorme Berge von Arbeit letzthin weggeschafft, und ich schlafe besser, wenn ich die Wahrheit hingeschrieben habe. Auch wenn Mittelstaedts Lügen von Hunderttausenden gelesen werden und die Wahrheit nur von einer Handvoll.

Also zitieren wir sie noch einmal:

Juden und Araber leben in getrennten Städten, lernen in getrennten Schulen und wählen getrennte Parteien. Es gibt Jobanzeigen, in denen steht „Avoda Ivrit“ – „Hebräische Arbeit“. Das bedeutet: Arbeit nur für Juden.

Juden und Araber leben in getrennten Städten? Sie leben nicht in „getrennten“ Städten. Sie leben in verschiedenen Städten, sie leben in denselben Städten. In Akko, Jafo, Nazareth und Haifa, zum Beispiel,  leben Juden und Araber zusammen. Es gibt Orte, in denen Moslems und Drusen wohnen, oder Drusen und Christen, und die Tscherkessen wohnen überhaupt allein. Beduinen wohnen in beduinischen Orten. Ultra-Orthodoxe leben getrennt von Säkularen, Kibbuzniks wohnen im Kibbuz und Moshavniks im Moshav. In Meilia wohnen libanesische Katholiken.

Insgesamt ist Israel sehr heterogen,  aber Menschen wohnen nun mal gern unter ihresgleichen, wo sie ihre Kirche haben oder ihre Moschee, wo die Nachbarn ihnen ähnlich sind und die Kinder der Nachbarn mit den eigenen Kindern spielen können, ohne daß die Unterschiede zu kraß sind. Das ist in Deutschland nicht anders, und nirgends auf der Welt. Es gibt soziale Segregation und ethnische.  Yuppies wohnen in der Nähe von anderen Yuppies, Arbeiter wohnen in anderen Gegenden  als Professoren, und jeder weiß, wo in Berlin die Türken wohnen und wo nicht. Big deal, Juliane!

….lernen in getrennten Schulen…

Noch eine Lüge. Wie jeder weiß, der hier mitgelesen hat, besteht hier die Möglichkeit, die Schule zu wählen. Selbstverständlich gibt es in arabischen Städten arabische Schulen! Was würde Mittelstaedt sich wohl ereifern, wenn arabische Kinder in jüdische Schülen gezwungen würden? Es gibt eine PH für arabische Studenten, wo auf Arabisch gelernt wird und besonderes Gewicht auf Lehrstoff gelegt wird, der Arabern wichtig ist. Auch Juden können dort studieren. Und meine Lehramtsstudenten sind zu c. einem Drittel arabisch – in manchen Kursen sitzen nur fünf Araber, in anderen sitzt nur ein einsamer Jude.

Und so werden Lehrer für die Schulen in Israel ausgebildet. Sie widerspiegeln die Vielfalt der Bevölkerung mit ihren verschiedenen Interessen und Bedürfnissen. Es gibt religiöse Schulen, es gibt christliche Ordensschulen, staatliche Schulen, arabische Schulen, Kibbuzschulen, künstlerische ausgerichtete Schulen, landwirtschaftliche Schulen… und die Eltern wählen, wo sie ihre Kinder hinschicken. Arabische Eltern wählen größtenteils die arabischen Schulen, weil dort auf Arabisch gelehrt wird und weil der Lehrplan widerspiegelt, was den Eltern wichtig ist. Manche wählen Schulen wie die meiner Kinder, wo die Unterrichtssprache Hebräisch ist. Das ist ganz allein ihre Sache. Meine Tochter hat gute arabische Freunde. In den meisten arabischen Schulen dagegen gibt es keine jüdischen Schüler.

Es gibt aber ein paar arabisch-jüdische  Schulen wie Hand-in-Hand in Jerusalem und die ausgezeichnete Grundschule in Manshia Zabda, wo der Unterricht zweisprachig ist.

Kurz, Mittelstaedt hat keine Ahnung, wovon sie spricht. Oder sie lügt bewußt.

…. und wählen getrennte Parteien.

Was, bitte, sind „getrennte“ Parteien? Sie wählen genau dieselben Parteien wie Nicht-Araber, nämlich die Parteien, die zur Wahl zugelassen sind. Es gibt Likud-Büros und –Wähler in arabischen Dörfern, es gibt jüdische Abgeordnete arabischer Parteien (am bekanntesten war Tamar Gozansky), es gibt Parteien, die von Juden und Arabern gleichermaßen gewählt werden (Meretz). Araber wählen Parteien und Politiker, von denen sie die optimale Vertretung ihrer Interessen erwarten. Juden tun dasselbe. Das nennt sich Demokratie. Niemand hält einen Araber davon ab, eine zionistische Partei zu wählen, und gar nicht so wenige tun es. Ich habe keine Zahlen, aber ich weiß, daß es Araber gibt, die traditionell Avoda wählen und sogar, wie gesagt, Likud. Gibt es alles. So wie es Juden gibt, die Balad wählen.

Und jetzt die infamste Lüge.

Es gibt Jobanzeigen, in denen steht „Avoda Ivrit“ – „Hebräische Arbeit“. Das bedeutet: Arbeit nur für Juden.

Das ist glatt gelogen. Dafür müßte man diese Frau glatt verklagen.  Y. allerdings hat laut rausgelacht, als ich ihm das erzählt habe. Ehrlich gesagt, er hat sich nicht mehr eingekriegt.

Was bedeutet Avoda Ivrit? Es bedeutet „hebräische Arbeit“ und war der Slogan der jüdischen Einwanderer im 19. Jahrhundert, die die Sümpfe trockengelegt haben. „Hebräische Arbeit“ bedeutet: keine arabische Arbeitskraft ausnutzen, sondern selbst die schwere körperliche Arbeit zu leisten. Also keine verwöhnten Kolonisten zu sein, sondern das Land selbst zu bearbeiten und bewohnbar zu machen. Das ist alles.  Es ist verboten, potentielle Arbeitskräfte zu diskriminieren.

Selective hiring practices are illegal in Israel under the Act of Equality in Employment.

Allerdings wird ein moslemischer Araber Probleme haben, bei Rafael oder anderen Firmen, die für das Militär produzieren, Arbeit zu finden.  Manche Arbeitgeber mögen das als Ausrede benutzen, um keine Araber einzustellen. Wie es auch in Deutschland Leute gibt, die lieber Claudia als Fatma einstellen.  Überall, wo Y. und ich je gearbeitet haben, hatten wir selbstverständlich arabische Kollegen.

Y., der dauernd Stellenanzeigen liest, hat wie gesagt nur laut gelacht, als er von Mittelstädts Behauptung hörte. Sie ist an den Haaren herbeigezogen.  Was für ein Unfug, avoda ivrit!

Allerdings gibt es eine sehr gute Doppel-CD mit Coverversionen von schönen alten Liedern, und die heißt Avoda Ivrit. Das Bild auf dem Cover zeigt schon, daß der Begriff in die Pionierzeiten vor der Staatsgründung verweist und das 60jährige Jubiläum des Staats feiert.

Und das ist die Art von Musik, die wir mit Avoda Ivrit verbinden, wo man sieht, wie die Originalversion und die Coverversion ineinander übergehen:

Und jetzt sagt mir, ob so ein Artikel nicht eine glatte Unverschämtheit ist. Der durchschnittliche Leser wird die einzelnen Punkte nicht nachprüfen, sondern nur nicken und sagen: ja ja, die Juden, nichts dazugelernt, diese Rassisten, das wußten wir ja schon… Und in einem Jahr werden sie keine Einzelheiten mehr wissen, nur dieses unklare, aber felsenfeste Gefühl der Gewißheit, daß Israel ein durch und durch rassistischer Staat ist.

Wenn der SPon Anstand hätte, würde er eine Richtigstellung veröffentlichen.

 

ETA: eine Auswahl aus den Kommentaren veröffentlicht die Achse des Guten. Ich muß sagen, wenn ich sowas lese, bin ich heilfroh, daß ich meine von jüdischem Blut verseuchten Nachkommen nicht in Deutschland großziehe. Es ist fürchterlich, was da ans Licht kriecht und krabbelt…

Kommentare»

1. mibu - November 30, 2010, 20:18

„Allerdings wird ein moslemischer Araber Probleme haben, bei Rafael oder anderen Firmen, die für das Militär produzieren, Arbeit zu finden.“ … was übrigends in Deutschland keinen Deut anders ist.

2. Silke - November 30, 2010, 20:24

„Sie hören am Sabbat laute Musik, sie rauchen Wasserpfeife vor der Synagoge, und dann machen sie auch noch die Mädchen an.“

besonders diesen Mittelstädtschen Satz würde ich gern mal mit Beschreibungen oder auch Videos der Originalvorkommnisse erklärt bekommen.
Lebenserfahrung legt mir nahe, daß sich da welche zu Dienstzeiten mit Recordern vor die Synagoge setzen, Waserpfeife rauchen und Mädchen „anmachen“. i.e. nicht irgendwo in ner Nebenstraße, sondern da, wo es ihren jüdischen Mitbürgern besonders mißfallen muß. Vielleicht sollte man die bevorzugten Lungerplätze mit Eisenspitzen garnieren.

Mal angenommen das stimmt, was wohl los wäre, wenn jüdische Jungmänner das auch nur entfernt in der Nähe von ner Moschee zum Freitagsgebet machen würden. Also in Deutschland wäre da aber ein Geschrei erster Ordnung fällig und vermutlich nicht, weil die störenden Jungmänner im Krankenhaus gelandet wären.

3. yael1 - November 30, 2010, 20:28

Ob die Dame sich auch so ereifert, wenn sie erfährt, „dass christliche und moslemische Araber in Jaffo ungern unter einem Dach zusammen leben.“

Höre ich da: Selektion, Selektion?

Man muss Israel nur ein wenig kennen, um zu erkennen, dass die Dame von Israel und seinen Verhältnissen keine Ahnung hat. Soviel Borniertheit und das von einer Nannenschülerin! 😀

4. Lila - November 30, 2010, 20:29

Angeblich ist ein Österreicher zum Zahlen einer Strafe verdonnert worden, weil er beim Rasenmähen gejodelt hat – und sich Moslems dadurch verhöhnt fühlten. Sie dachten, er will den Muezzin nachmachen oder so. Wohlgemerkt, in Österreich. Aber die Richter dort wissen, mit wem man sich besser nicht anlegt.

Falls diese Geschichte stimmt. Sie kommt mir vor wie eine urbane Legende. Wer weiß mehr?

5. yael1 - November 30, 2010, 20:36

„Angeblich ist ein Österreicher zum Zahlen einer Strafe verdonnert worden, weil er beim Rasenmähen gejodelt hat – und sich Moslems dadurch verhöhnt fühlten. Sie dachten, er will den Muezzin nachmachen oder so. “

Der Witz scheint wahr zu sein!

http://www.mopo.de/2010/20101127/deutschland-welt/panorama/froehlicher_jodler_stoert_muslime_geldstrafe.html

6. yael1 - November 30, 2010, 21:04

„Insgesamt ist Israel sehr heterogen, aber Menschen wohnen nun mal gern unter ihresgleichen, wo sie ihre Kirche haben oder ihre Moschee, wo die Nachbarn ihnen ähnlich sind und die Kinder der Nachbarn mit den eigenen Kindern spielen können, ohne daß die Unterschiede zu kraß sind. Das ist in Deutschland nicht anders, und nirgends auf der Welt. Es gibt soziale Segregation und ethnische. Yuppies wohnen in der Nähe von anderen Yuppies, Arbeiter wohnen in anderen Gegenden als Professoren, und jeder weiß, wo in Berlin die Türken wohnen und wo nicht.“

Es gibt einen entscheidenten Unterschied, Lila.

In Westeuropa nennt man das Parallelgesellschaften, in Israel Rassismus. Man muss unsere deutsche Doppelmoralisten einfach lieben.

7. uwanni - November 30, 2010, 21:42

Vielen Dank für diese Informationen!

8. willow - November 30, 2010, 21:58
9. DerEbert - November 30, 2010, 23:11

Jetzt mal im Ernst, wer spiegel liest ist und sich aufregt ist selbst schuld

10. mibu - November 30, 2010, 23:16

zu 4,5 und 8:
na, dann braucht man sich wenigstens in Österreich nicht zu wundern, wenn BZÖ und FPÖ Zulauf bekommen. Über so ein Urteil kann man nur den Kopfschütteln, falls das ganze nicht doch ein Witz ist (die Mopo beruft sich ja auf die Kronen-Zeitung, Österreichs Bild-Zeitung).

11. Lila - November 30, 2010, 23:21

DerEbert – jetzt mal im Ernst, wer Kommentare bei Blogs hinterläßt, die er überflüssig findet, ebenfalls 😀

Mibu, ich halte das auch für eine Ente. Das KANN einfach nicht wahr sein.

12. Anne - Dezember 1, 2010, 1:10

Wie gut ich Deine Wut nachvollziehen kann – diese fiese Art von Verdrehungen und glatten Lügen ist wirklich ekelerregend.
Ich hoffe allerdings sehr, dass viele Leser das nicht einfach so glauben, z.B. die Geschichte mit den Parkbänken, die ja so eindeutig in ihrer Richtung ist, Israel als neues Naziland hinzudrehen. Das wird bestimmt nicht von allen gläubig geschluckt, aber ich fürchte auch, dass selbst bei kritischen Lesern ein vages Unbehagen bleibt, da dieser Artikel ja nicht der einzige ist, der versucht, Israel als rassistische Hölle darzustellen.

13. julia - Dezember 1, 2010, 1:21

Wenn das mit dem Jodler wahr wäre, wäre das selbstverständlich durch die ganze österreichische Medienlandschaft gegangen (so toll ist die zwar nicht, aber sooo schlimm dann auch nicht)-aber nada. Also kanns nur eine typische Kronenzeitungsente sein (und wer schreibt, das sei die österreichische Bild, der beleidigt die Bildzeitung-die Krone ist noch weit unter deren Niveau)

14. Mia - Dezember 1, 2010, 1:54

Danke, Lila, für diese grandiose Richtigstellung. Ich hab sie gerade meinem Freund vorgelesen und ihn gefragt, was er unter „avoda ivrith“ versteht. Er hat Deine Ausführungen bestätigt und den Kopf geschüttelt, als ich ihm die spiegelsche Interpretation vorgelesen habe. Wirklich toller Blogeintrag.

15. Silke - Dezember 1, 2010, 2:10

hier ist noch ein total verrückter Fall aus Österreich

http://daphneanson.blogspot.com/2010/11/dignity-and-dhimmi.html

falls jemand Lust hat, sich da durchzupfriemeln

Die Angeklagte scheint was gegen die Scharia zu haben und eine EU-Verordnung verpflichtet Österreich, sie deswegen anzuklagen oder so ähnlich.

andererseits hat mir dradio gerade beigebracht, daß es im Privatrecht durchaus Fälle gibt, wo ausländisches Recht, also auch Scharia-basiertes, angewendet wird.

dradio.de/dkultur/sendungen/thema/1298262/

16. David Harnasch - Dezember 1, 2010, 2:42

OK, bei Hightech-Rüstungskonzernen finden Araber eher keinen Job. Aber wie ich heute im Nachtmagazin lernte, lässt die ZHL ihre Kampfstiefel in einer Palästinensischen Fabrik im Westjordanland herstellen. In der zweiten Hälfte des Beitrags kommt’s: http://www.tagesschau.de/multimedia/video/sendungsbeitrag83270_res-.html

17. Jack - Dezember 1, 2010, 4:46

DER SPIEGEL ist wie er ist – ich lese ihn natürlich. Manchmal ist er gut und man liest ihn gerne, manchmal ist er schlecht und …
Darum geht’s i.G. auch nicht, sondern vielmehr um die Selbstgefälligkeit gewisser Menschen, die meist mit Heuchlerei hoch zehn daherkommt. (Jetzt bitte nicht mich angucken)

Israel ist ein weit überdurchschnittliches „Einwanderungsland“ und hat m.M. nach sehr viel Gemeinsamkeiten mit der weit überdurchschnittlichen Einwanderungsstadt New York. Die Faszination dieses Landes bzw. dieser Stadt ist neben der Schönheit bzw. der Architektur zu wesentlichen Teilen in der multikulturellen Vielfalt der Menschen begründet. Eine Vielfalt, die man in Israel vielleicht als „relativ“ betrachten mag, aber nichtsdestotrotz derjenigen in New York doch schon sehr ähnelt.
Der merkwürdige Clou dabei: Viele Menschen aus Deutschland finden New York gut und fahren immer wieder gerne hin, sind Israel gegenüber jedoch über Gebühr kritisch eingestellt. Meist ist der Grund dafür recht gewöhnlich: Sie waren noch nie dort, in Israel.

Na ja,
„STOP“, würde diese SPIEGEL-Mittelstaedt von Juliane aus Safed (wenn sie denn wirklich dort war) jetzt rufen. Aber dieser Frau ist ganz offensichtlich nicht zu helfen, sie fühlt sich offenbar zu Höherem berufen. Und von dort oben ist’s meist eh vergebliche Müh’, solche Leut’ wieder herunterzuholen.
Egal, sollt’ ich sie mal treffen („Guten Tag, Frau von Mittelstaedt. Sie sehen gut aus, heute schon gekotzt?), hau’ ich ihr vielleicht eine rein (und schwups) und sag’ ihr: „Och, mir war danach. Das kennst du doch von dir, oder? Jetzt stell dich nicht so an. Geht doch. Wie du mir, so ich dir oder wie du dir, so ich mir. Kannst Dir aussuchen.“
🙂

18. Naomi - Dezember 1, 2010, 9:39

Lila,

wie gut, dass du noch mal ganz und gar auf den Spiegel-Artikel eingegangen bist.

Ich finde ihn so übel, so widerwärtig, dass mir die Spucke wegbleibt.
Ich hatte ja am Sonntag noch all die widerlichen Kommentare im Forum gelesen. Abends wurden sie dann gelöscht, und auch im Artikel selber wurden einige Sätze korrigiert: Titel wurde geändert, das Wort „Selektion“ wurde gelöscht, der Vorspann zum Artikel sowie der Satz über die Bänke in Safed wurden geändert.
Vielleicht auch noch mehr Sätze, ich weiß nicht. Ich mag den Artikel einfach nicht mehr lesen.

Aber durch die kleinen Korrekturen wird der Artikel nicht besser. Haften bleibt auf jeden Fall bei den unzähligen Lesern, was da einen Tag lang zu lesen war.

Komisch fand ich auch diese Stelle: „Israel ist ein jüdischer Staat, aber ein Fünftel seiner Bürger sind arabische Muslime, Christen, Drusen. Insgesamt 1,5 Millionen Menschen gehören nicht dem Judentum an.“

Ich sehe da weitaus mehr Juden, die nicht dem Judentum angehören, die Mehrheit ist säkular. Aber natürlich kann man das behaupten, wenn man das Wort „Judentum“ ganz weit fasst und nicht mehr nur als Religion ansieht, wie z. B. Christentum oder Islam.

Schlimm ist, wie heftig die Leser auf alle diese Sätze im Artikel reagierten. Sie waren nur zu begeistert, jetzt endlich mal alles das über die Juden sagen zu können, was sie immer schon mal sagen wollten und sich nur nicht getraut hatten.

19. mibu - Dezember 1, 2010, 9:44

zu Nr.16: David, es gibt Unternehmen, die sich mit Technologien beschäftigen, die für die taktische und strategische Sicherheit eines Landes als relevant bewertet werden. Das ist in vielen Ländern so. Das heisst noch lange nicht, dass sämtliche Unternehmen, die sich mit Hochtechnologien beschäftigen, solchen Auswahlbeschränkungen für Beschäftigte unterliegen.

20. mibu - Dezember 1, 2010, 9:48

Jack, es geht auch weniger rabiat und deswegen keineswegs weniger effektiv.

21. mibu - Dezember 1, 2010, 10:15

Silke,
Fr.Sabaditsch-Wolff hat u.a. öffentlich geäussert:
„wenn Kardinäle Kinder vergewaltigen, machen sie das trotz der Religion. Muslime vergewaltigen Kinder wegen der Religion.“
Sie treibt sich auf Seminaren des FPÖ-nahen Freiheitlichen Bildungsinstituts als Rednerin herum. Die Darstellung des Sachverhalts auf der oben verlinkten Seite ist meinem ersten Eindruck nach bewusst ziemlich windschief.
Ich glaube, dass die Justizbehörden hier einem begründeten Anfangsverdacht der Volksverhetzung nachgehen.

22. mibu - Dezember 1, 2010, 10:22

zu Nr.11 „Das KANN einfach nicht wahr sein.“

Lila, kennst Du den Spruch „vor Gericht und auf hoher See ist alles möglich“ ? Auch deutsche Richter haben schon abenteuerliche Urteilsbegründungen wegen Berücksichtigung eines sozio-kulturellen Hintergrunds zusammengebastelt.

23. Fremde Federn: Lila « Spirit of Entebbe - Dezember 1, 2010, 11:19

[…] immer lesenswerten Blog Letters from Rungholt hat Lila per Doppelschlag hier und hier einen handelsüblichen Schmarrn aus der Tastatur einer deutschen Nahostkorrespondentin fachgerecht […]

24. Karl Eduard - Dezember 1, 2010, 11:57

Was heißt schon Lüge? Es ist die Art von Information, die in Deutschland Qualitätsjournalismus geheissen wird. Wahrscheinlich wurde es unter Beachtung der einzuführenden Mediencharta geschrieben und ist deshalb besonders verantwortungsbewußt im Umgang mit Tatsachen.

25. Malte S. Sembten - Dezember 1, 2010, 13:49

21. mibu – Dezember 1, 2010, 10:15

Das seh’ ich völlig anders:

http://savefreespeech.org/unterstutzen-sie-elisabeth-sabaditsch-wolff

Das ist die gleiche korrupte Gesinnungsjustiz, die Frau Sabaditsch-Wolffs Landsmännin (seltsames Wort …) zu 20.000 Euro Strafe verurteilte, weil sie öffentlich sagte, der Prophet Mohammed würde wegen seines Beischlafs mit einer 9jährigen NACH HEUTIGEN WESTLICHEN MASSSTÄBEN als Pädophiler gelten. Was schlicht eine Tatsache ist – und das Urteil zu allem anderen auch noch eine Verharmlosung der Pädophilie.

Ist schon einmal jemand für die Behauptung verurteilt worden, Maria Magdalena habe Analsex mit Jesus getrieben? Was im Gegensatz zu der Tatsachen-Feststellung von Frau Winter reine Polemik ist.

Bei der Beurteilung dieses Sachverhalts ist es völlig unerheblich, ob diese Damen der FPÖ angehören oder ihr nahestehen. Ich sag’s ja: Gesinnungsjustiz.

Was den österreichischen Jodler angeht: darüber hab auch ich gelesen. Und: Möglicherweise, ja wahrscheinlich hat er (meine Meinung) wirklich den Muezzinruf nachgeahmt und die Jodlerei ist nur eine Schutzbehauptung. Aber das sollte in einem demokratischen Staat nicht strafbewehrt sein. kein Österreicher würde dafür verurteilt, dass er einen Mönch oder Priester nachgeäfft hat.
Aber in Europa hält ja auch die Scharia schleichenden Einzug und nicht das mittelalterliche Kirchenrecht.

26. yael1 - Dezember 1, 2010, 16:03

Ich will ja nicht, dass jemanden schlecht wird, aber manche Kommentare offenbaren den deutschen Michel immer wieder. Dabei wurden nur Lilas Beiträge zum Thema verlinkt.

„Wenn man dem Link folgt und die Anmerkungen und Richtigstellungen des Artikels liest und die Kommentare, drängt sich einem der Verdacht auf dass geade oder wegen dem ganzen Wutgeheul etwas dran an dem Beitrag ist.“

http://www.wadinet.de/blog/?p=3216#comments

Der Typ ist übrigens schon öfter negativ aufgefallen, vor allem als er mir beweisen wollte, dass eigentlich die Juden die schlimmsten sind mit ihrer kriegerischen Thora.

Dass das aus Österreich eine Ente ist, ist gut, jedoch traue ich deutschen und österreichischen Gerichten mit der heutig praktizierten Vorwegkapitilation alles zu.

27. Jack - Dezember 1, 2010, 19:24

mibu,
mich darfst Du nicht so ernst und eng nehmen, ich rede viel wenn der Tag lang ist.
Kurz bevor ich meinen ‚ich will auch was sagen-Kommentar‘ losgeschrieben habe, war ich noch schnell im Zentralorgan SpO herumschnüffeln, um mir ein paar Anregungen zu holen. Ich wurde schnell fündig bei einer Dame, die einfach mal wieder mehr möchte als nur zu singen.
„Ich vermisse eine gute Schägerei.
Früher hätte man sich einfach geschlagen und am nächsten Tag wäre alles vergessen gewesen. Heute gibt es gleich einen Prozess, langweilig, einfach langweilig.“
http://www.spiegel.de/panorama/leute/0,1518,731663,00.html
Diese Sehnsucht, einfach herzergreifend. Mein Segen hat sie.
Juliane nicht, nein!
🙂

28. Frust aus Rungholt « grenzgaenge - Dezember 1, 2010, 20:07

[…] ist allerdings nicht zu übertreffen. Von SPon sollte man(n) ja eigentlich nichts anderes erwarten. Dieses Gesellenstück der Frau von Mittelstaedt sollte allerdings gut aufbewahrt und für jedes Rhetorikseminar in Betracht gezogen werden. Wie […]

29. grenzgaenge - Dezember 1, 2010, 20:10

Nu, Lila, ich schlage vor Frau von Mittelstaedt, zu einem 2-stündigen Besuch in Rungholt, zu verurteilen. Was meinst Du?

30. uwanni - Dezember 1, 2010, 20:29

Musste heute in der Mittagspause an diesen Artikel denken, als ich dies in der Ulmer „Südwestpresse“ las: http://www.swp.de/ulm/nachrichten/politik/Schlange-stehen-aus-Verantwortung;art4306,748160

31. yael1 - Dezember 1, 2010, 20:34

Grenzgänger, diese Dame war lange genug in Israel und hat nichts gelernt, da hilft auch ein Aufenthalt in Rungholt nicht mehr.

32. Silke - Dezember 1, 2010, 20:44

yael – 26

das aus Österreich ist nicht ganz ne Ente, wenn Du den Kobuk-Artikel dazu liest, dann hat sich vermutlich ungefähr folgendes abgespielt.
http://www.kobuk.at/2010/12/wie-die-kronen-zeitung-das-volk-verhetzt/

Der Muezzin hat gerufen
irgendwann hat der Nachbar angefangen zu jodeln, ob die Nachbarn dazwischen die Muslime gebetne haben, mit dem Rufen zurückhaltender zu sein, steht bei Kobuk (scheint ne Art Bildblog zu sein) nicht, aber jedenfalls hat der Muezzin irgendwann aufgehört zu rufen, doch der Nachbar nicht aufgehört zu jodeln. Nun haben die Muslime gebeten und gebeten, doch es half nüscht und dann wurde ne Geldstrafe verhängt unter Aufrechterhaltung der Unschuldsvermutung.

Es gibt also zwei Möglichkeiten, entweder die Muslime waren nicht so engelsgleich nachbarschaftlich wie Kobuk sie darstellt oder der Nachbar ist ein echtes Ekel – alle Zwischenstufen sind natürlich auch möglich.

wie wärs mit der: als die Nachbarschaft die Polizei geholt hat, um die Muezzinrufe zu stoppen, iss nix passiert, aber als gejodelt wurde schon, denn das eine ist freie Religionsausübung und das andere bloß freie Brauchtumsentfaltung.

mit anderen Worten, gäbe es die Geschichte im Detail wär’s höchstwahrscheinlich ein ziemlich gemischter Schelmenroman.

33. Miriam Woelke - Dezember 1, 2010, 22:06

B“H

Vielleicht sollte ich ein wenig zur Stadt Safed (Zfat) und dem Konflikt zwischen Juden und Arabern sagen, denn ich befinde mich sehr oft in der Stadt. Einige Artikel verfasst ich darueber auf meinen Blogs und ich spreche immer wieder mit einigen Betroffenen in der Altstadt von Zfat.

In der naechsten Woche werde ich uebrigens fast die gesamte Woche in Zfat verbringen.

Um das Problem in Zfat verstehen zu koennen, muss man in andere Orte ausholen. Darunter Jerusalem und dabei besonders die Stadtteile Neve Yaakov, Pisgat Ze’ev sowie den French Hill.
Seit ein paar Jahren versuchen Palaestinenser Immobilien in diesen jued. Stadtteilen aufzukaufen. Bedeutet: Sie kommen mit einem Koffer Cash und was immer der jued. Bewerber dem Hausbesitzer / Vermieter bietet, der Araber bietet den doppelten Preis. Dieses Verhalten fiel auf und man fragte sich, warum, um alles in der Welt, ein Araber den doppelten Preis fuer eine manchmal heruntergekommene Bude bietet. Die Antwort liegt auf der Hand: Aus den umliegenden Orten wie Beit Chaninah stroemen sie herbei, wollen ihre jued. Nachbarstadtteile langsam einnehmen und dann vor der UNO behaupten, Pisgat Ze’ev sei ja eigentlich muslimisch, denn da leben jetzt soviele Araber. Und schwupps glaubt die UNO, dass die urspruenglich jued. Stadtteile arabisch sind und dann folgt der Krach um die Teilung Jerusalems.

Das gleiche Theater begann in Zfat. Im Krieg von 1948 kam es zu einer Abschlachtung der Juden durch die arabische Bevoelkerung von Zfat. Obwohl die Araber nach dem Sieg der Juden weitgehend wegzogen (in das naheliegende Dorf Akaba, zum Beispiel) wohnten immer Araber in der Stadt.
Worum es aber heute geht ist, dass immer mehr junge arabische Studenten der kleinen Uni von Zfat besonders in der Altstadt Wohnungen suchen. Die Akademie befindet sich ebenso in der Altstadt und nebendran die Dormitories der Studenten. Was in letzter Zeit auffiel ist, dass

1. Arabische Studenten ausgerechnet am Schabbat Krach schlagen. Laute Musik, aus dem Fenster den Juden zugroehlen. Dabei beosnders jungen Maedchen.

2. Auch in Zfat stehen die jungen arab. Studenten mit einem Koffer Cash beim Vermieter und bieten mehr als der jued. Bewerber.

Die Bewohner von Zfat sehen dies als einen weiteren Uebernahmeversuch der Araber. Noch dazu, wo eine Gruppe Araber Steine und Flaschen auf eine Gruppe relig. Juden warf.

Es geht nicht gegen die Araber selber, sondern gegen ihr Benehmen als „Hausherren“.

Das der SPON gegen relig. Juden wettert ist nichts Neues. Rabbi Shmuel Eliyahu, der Oeberrabbiner von Zfat, musste sich viele Klagen der Bewohner ueber die arabischen Nachbarn anhoeren. Juden werden dumm angemacht und morgens um 7.00 Uhr sieht man Zfat nur noch voll Araber.

Allerdings gibt es auch ganz andere Stimmen wie:
„Immerhin profotieren die lokalen Laeden von den arab. Studenten, denn sie kaufen ja ein“.

Insgesamt erliess Rabbi Shmuel Eliyahu den Erlass keine Wohnungen an Araber zu vermieten aus teilweise halachischen Gruenden. Aber schon allein G – TT und die THORA gelten beim „Spiegel“ als Rassismus. Ferner war Rabbi Eliyahu nicht der einzige, der einen solchen Erlass verkuendete: Auch in Tel Aviv und kuerzlich in Bnei Brak hagelte es derlei Erlaesse, denn die jued. Bevoelkerung fuehlt sich von Tausenden Schwarzafrikanern und philippinischen Gastarbeitern vor die Tuer gesetzt.

Mehrmals schrieb ich ueber Zfat, mehrmals ueber die Situation am Tel Aviver Busbahnhof samt anliegendem Levinsky Park und der Finn Street.

Der SPIEGEL hat keine Ahnung und will sie auch gar nicht haben ! Exakte Darstellungen bedeuten Arbeit und Recherche und welcher „Journalist“ will das heute noch auf sich nehmen ? Da wird sich schlimmstenfalls bei mir gemeldet und ich bin es gewohnt, derlei Anfragen abzuwimmeln.

34. Lila - Dezember 1, 2010, 22:22

Danke, Mirian, für den Hintergrund.

Ich finde ein religiöses oder pragmatisches Verbot, an eine bestimmte Gruppe Menschen Zimmer zu vermieten, trotzdem unangebracht. In Haifa leben im Studentenwohnheim Araber und Juden zusammen, und im großen und ganzen klappt es ganz gut.

Wenn es Provokationen von Seiten der Araber gibt, dann muß man überlegen, wie sie zu lösen sind. Ich glaube nicht, daß man das mit der Situation in Jerusalem vergleichen kann (ich kenne die Problematik der Stadtteile, aus der man die Juden zu Zeiten der Jordanier vertrieben hat, und die jetzt als „von jeher arabisch“ bezeichnet werden….)

Meines Erachtens ist da auch die Hochschule, an der die Betreffenden studieren, gefordert. Wer pöbelt und provoziert, den würde ich vor einen Disziplinarausschuß zitieren, denn er schadet dem Ansehen der Hochschule und gefährdet vielleicht sogar ihr Weiterbestehen – irgendwann werden die Einwohner sie nicht mehr dulden wollen.

Und vermutlich wäre die beste Lösung ein Studentenwohnheim mit strikten Hausregeln.

In arabischen Orten geht es relativ laut zu, auch in Kfar Yasif sind ständig Leute unterwegs, man hört laute Musik und abends ist Trubel. Einerseits kann ich verstehen, daß das die Anwohner stört, andererseits finde ich aber jede generalisierende Diskriminierung falsch. Ich weiß, daß man es nicht bei jedem im Guten versuchen kann, und ich weiß auch nicht, welche Maßnahmen der Rav VOR dem Erlaß ergriffen hat.

Ich würde auch mal gucken, wie es in anderen Gegenden klappt, die gemischte Bevölkerungen haben – Wadi Nisnas zum Beispiel.

Kurz, ich glaube, daß die Stadtverwaltung und die Leitung der Hochschule eingreifen müssen, um das Problem zu lösen. Ein allgemeines Verbot, an Araber zu vermieten, trägt nur zu einer Eskalierung der Situation bei.

Auch die religiöse Bevölkerung muß damit leben, daß in Israel nicht nur ihresgleichen leben. Es gibt auch Stadtteile, in denen sich säkulare Juden von religiösen verdrängt fühlen, und bestimmt auch umgekehrt. Wenn sich verschiedene Populationen aneinander gewöhnen müssen, gibt es Reibungen.

Auch in anderen Studentenstäten machen die Studenten manchmal Rabatz. Sie bleiben nur für ein paar Jahre. Aber zukünftige Krankenpfleger müßten schon imstande sein, sich vernünftig zu benehmen.

Meine arabischen Studenten sind reizend. Ich freue mich immer, wenn ich viele davon in der Klasse habe, denn dann weiß ich, daß ich jede Woche was Gutes zu essen kriege – sie bringen pizuchim mit, Gebäck, oder eine Badewanne voll Salat. Aber wir sind auch eine säkulare Hochschule, wenn auch mit einem Anteil religiöser Studenten, natürlich nicht Haredim, sondern eher freakig-mafdalnik.

Ja, ich würde von einem Rav erwarten, daß er de-eskaliert und nicht eskaliert. Aber wie gesagt, ich weiß nicht, was er schon vorher versucht hat.

Die berechtigten Klagen der Bewohner hätten aber wohl als Hintergrund in den Artikel gehört.

35. mibu - Dezember 1, 2010, 22:34

„Fast ein ganzes Jahr lang, von 2009 bis Sommer 2010 habe er regelmäßig an Freitagen, immer zur Gebetszeit seiner Nachbarn, den Rasen gemäht und dabei “fröhlich” gejodelt. Oder auf andere kreative Art das Gebet seiner Nachbarn lautstark gestört und verhöhnt, heißt es sinngemäß in den erhobenen Vorwürfen. Auch nachdem die Lautsprecherübertragungen der Gebete in den Garten längst eingestellt waren, soll er sein Treiben noch monatelang fortgesetzt haben.“
… gemischter Schelmenroman ? Und Herr Strache (FPÖ) bot dem Rentner auch noch an, die Kosten der Diversion (Verfahrensabwendung) zu bezahlen, was dieser ablehnte. Sind wohl beide mächtig stolz auf ihr „Schelmenstück“. Tja, was soll man sagen … passt halt.

36. Miriam Woelke - Dezember 1, 2010, 22:37

B“H

Die Akademie von Zfat stellt sich quer und ignoriert den Konflikt weitgehend. Ferner laesst man verlauten, die Akademie sei juedisch und nur von einem kleinen Prozentteil Araber besucht. Dies allesdings entspricht nicht der Wahrheit, denn wer allein schon an der Akademie vorueber geht, der sieht fast nur Araber hineinstroemen. Eine Frau aus Zfat sagte mir, dass ihre Tocher auf der Akademie lerne und ihre Klasse fast nur aus Arabern bestehe.

In Zfat muss man zwischen der Altstadt und der Neustadt unterscheiden. Zuerst liessen sich die arab. Studenten in der Neustadt, im Stadtteil Rasko, nieder. Dort aber herrscht soziales „Chaos“ und die sich niederlassenden arab. Studenten brachten noch mehr Zuendstoff in den sozialen Brennpunkt.

Dann begann die Araber, den absolut jued. Stadtteil Canaan zu besiedeln, was die jued. Bevoelkerung aus vielerlei Gruenden nicht will. Wobei in Zfat reli. und saekulere Juden gegen die arabischen Nachbarn sind.

Zfat ist nicht Haifa und selbst in Jerusalem trennt die Hebrew University die Studentenwohnheime von Juden und Palaestinensern. Zumindest weitgehend.

In der Altstadt von Zfat kommt hinzu, dass sie weitgehend von relig. Juden bewohnt wird. Dennoch leben ebenso saekulere Juden dot und bisher verlief alles friedlich.

Die groehlenden Araber jedoch provozieren und stellen sich absichtlich draussen hin und machen Juden an. Ich bin selbst Zeuge des „Schauspiels“ geworden, was fast ausschliesslich am Freitag abend (Erev Schabbat) geschieht.

Die Akademie will nicht, die Araber werden ihren Krach fortsetzen und der naechste Konflikt wird folgen. Derweil ist es ruhig, wie ich gestern in Zfat selber sah.

37. Lila - Dezember 1, 2010, 22:41

Nein nein, Mibu, ich weigere mich schlicht, das als Wahrheit zu akzeptieren. Wenn ich darüber nachdenke, falle ich vor Lachen von der Couch und der Laptop gleich hinterher.

Ich hätte ja mal zu gern gehört, wie Muezzin und Jodler gegeneinander kämpfen, wie in Casablanca die Marsellaise und die Wacht am Rhein… muß ein Ohrenschmaus gewesen sein.

🙂

Oh, ich weiß die Erklärung. Die wollten alle ein bißchen internationales tsumi

38. willow - Dezember 1, 2010, 22:44

@30. uwanni

Ja, ein wirklich „schöner“ Artikel… war vermutlich gar nicht einfach sooo viele Lügen und so viel Hetze in einen einzigen Beitrag zu verpacken.

39. mibu - Dezember 1, 2010, 22:45

So als eine Art Poetry-Slam vielleicht ? 😀

40. Lila - Dezember 1, 2010, 22:47

Miriam, das ist höchst unerfreulich und auch empörend. Dann sehen mir solche Verbote mehr nach Überforderung und Hilflosigkeit aus (chassrat onim).

Ich kenne Zfat kaum (obwohl wir Familie dort haben und nicht weit entfernt wohnen) und kann mir das schlecht vorstellen.

Wenn dort säkulare und ultra-orthodoxe Jude gemeinsam Front gegen die Araber machen, muß die Lage ernst sein 🙂

41. Miriam Woelke - Dezember 1, 2010, 22:52

B“H

Vergessen zu erwaehnen:

Der Konflikt wird nicht allein durch den Bann des Oberrabbiners von Zfat geschuert.

Begonnen hat alles damit als vor ein paar Wochen arabische Studenten eine riesige palaestinensische Flagge auf das Minarett der Stadt Zfat befoerderten.

Danach flogen Flaschen und Steine auf Juden (in der Rehov Yerushalaim) und erst ein paar Wochen spaeter kam der Bann des Rabbiners Eliyahu.

42. Miriam Woelke - Dezember 1, 2010, 22:58

B“H

Die Lage ist ernst, denn

1. Provozieren die arabischen Studenten und vor ca. drei Wochen wollte sogar die arab. Krawall – Knessetabgeordnete Zouabi erscheinen und wahrscheinlich die Weltpresse gleich miteinfliegen. Der Buergermeister von Zfat riet ihr an, nicht zu kommen, um noch mehr Oel ins Feuern zu kippen.

Zouabi kam nicht !

2. Ziehen arabische Studenten bereits in den jued. Stadtteil Canaan. Ein relig. sowie saekulerer Stadtteil und das wird als weitere Provokation empfunden. Noch dazu, wo viele der arab. Studenten aus dem Nachbarort Akaba stammen. Etwa 15 Min. per Bus von der Akademie entfernt. Und damit versteht niemand so recht, warum die arabischen Studenten neben dem Studentenwohnheim eine Wohnung in Zfat brauchen.

Die Hauptschuld aber tragen die Vermieter, die nur auf das Geld und die doppelte Miete schielen.
Und da fragt man sich, woher ein arabischer Student das Geld fuer die doppelte Miete hat.:-)

43. Lila - Dezember 1, 2010, 23:00

Aber was hat er sich dabei gedacht – wie soll so ein Bann die Lage verbessern?

Es hat leider in den letzten Jahren immer wieder Konflikte zwischen Ultra-orthodoxen und ihren Nachbarn gegeben. Ich würde vermuten, daß beide Seiten Fehler im Umgang mit dem Anderen gemacht haben.

Ist das nicht komisch – ich wohne wirklich nicht weit weg von Zfat und es ist wie eine andere Welt. Im Haus neben uns arbeitet ein ganzer Trupp arabischer Arbeiter, und sie sind so nett und höflich. Sie grüßen immer und wenn sie laut Musik hören, dann nur zur Arbeitszeit.

Kann es sein, daß die Rabauken irgendwie aufgehetzt werden oder organisiert sind?

ETA: So so, die Zouabi. Hm, vermutlich sind sie wirklich organisiert. Ich glaube, ein Bann hilft da nicht viel. Wer könnte vermitteln? Mir fällt niemand als die Hochschule ein. Wenn es dort arabische Studenten gibt, liegt die Vermutung nahe, daß dort auch arabische Lehrende arbeiten. Wäre ich Leiterin der Akademie, würde ich je einen arabischen und einen jüdischen Lehrenden und ebensolche Studenten zu Schlichtern ernennen. Ob es hülfe, weiß ich nicht, aber besser als ein Bann wäre es wohl.

Allerdings wäre meine Zielvorstellung auch nicht eine Stadt ohne Araber, sondern eine Stadt ohne Konflikte zwischen Juden und Arabern.

Oh, ich weiß, wer das machen könnte: Amram Mitzna.

44. Miriam Woelke - Dezember 1, 2010, 23:07

B“H

Hehe, Zfat ist eine andere Welt.:-))))
Ich bin vor einigen Wochen nach Tiberias gezogen und auch hier haben wir genuegend Araber. Nicht unbedingt in der Stadt, sondern in den umliegenden Doerfern. Wobei man hier in der Gegend zwischen Palaestinensern und Drusen unterscheiden muss.

Eine knappe Stunde entfernt, oben auf dem Berg, liegt Zfat. Und Zfat ist, gegenueber Tiberias, eine voellig andere Welt. Um die Lage in Zfat zu verstehen, muss man sich laenger dort aufhalten und die Leute kennen lernen. Die Zfatim sind nun mal anders; allein durch die Spiritualitaet und den beruehmten Friedhof.

Die Stadt ist voellig durchsetzt mit Chabad und Breslov, wobei viele andere chassidische Gruppen dabei sind, sich niederzulassen. Und ein Studentenwohnheim voll Araber neben einer riesigen Chabad Yeshiva macht sich nicht gut. Vor allem dann nicht, wenn die Araber absichtlich freitag abends aus dem Fenster groehlen und die jungen Chabadniks provozieren.

Die Chabadniks beschwerten sich bei der Akademie, doch die Araber zeigten ihnen nur lachend den Stinkefinger.

Zfat ist eine kleine geschlossene Welt und wer da hinein will, der muss sich anstrengen. Nicht nur wegen der jued. Religion, sondern ueberhaupt.
Deswegen bin ich auch nicht nach Zfat gezogen, sondern etwas weiter entfernt.:-))))

45. Lila - Dezember 1, 2010, 23:18

Interessant. Y.s Onkel ist Archäologe und hat in Zfat vieles ausgegraben. Ich muß unbedingt nochmal hin. Er liebt Zfat mit ganzer Seele. Ich wüßte ja zu gern, was er davon erzählt…

In Zfat sind doch auch viele Leute, die Tshuva machen, nicht wahr? Mindestens fünf Leute aus dem Kibbuz haben Zfat als Kibbuzniks betreten und als fromme Juden verlassen 🙂 „Nach Zfat ziehen“ ist schon gleichbedeutend mit „zum Glauben finden“…

46. Miriam Woelke - Dezember 1, 2010, 23:32

B“H

Naja, manchmal ist Zfat mir zuviel. Vor allem die Baalei Teshuva, wobei ich gewiss nicht alle ueber einen Kamm schere. Manche aber erscheinen mir recht durchgeknallt.:-) Besonders auch viele neu eingewanderte Amerikaner. Zfat hat eine riesige Anglo – Gemeinde, die in dem Konflikt jedoch weniger mitmischt.

Zfat ist schon toll und nicht so heiss wie Tiberias. Die Stadt lebt vom Tourismus; vor allem die Altstadt und ich berichte auf meinen Blogs viel aus Zfat.

Die Araber aber sind fuer sich und die Juden ebenso. Es lebten fast immer einige Arber dort, doch die waren ruhig und provozierten nicht. Die jungen Akademiestudenten aber seien anders, so heisst es. Gewalttaetig und sie wuerden sich wie die Hausherren aufspielen.

Wenn ich morgens um 7.00 in der Zfater Innenstadt zum Baecker gehe, sehe ich eigentlich nur Araber. Die Maedchen davon sind fast alle religioes. Mit Kopftuch und so. Dann wird Zfat schon fast zum Iran. Im laufe des Tages aendert sich das.

47. Silke - Dezember 2, 2010, 0:32

Ich wünschte, meine Dorfnachbarn hätten zu der Zeit als die jungen Aussiedler ihr Sonntagsnachmittagsschlafverhinderungsgetöse veranstaltet haben, eine solch friedliche Gegenwehr wie Jodeln zur Verfügung gehabt.

48. Hartung - Dezember 2, 2010, 10:16

Ich habe lange auf pro-zionistischer Seite gearbeitet, bis ich mich in den Palästinensergebieten lebend auf harte Weise eines besseren belehren musste. Fakt ist, auch wenn in Nazareth und Haifa das Leben mit- oder wenigstens nebeneinander halbwegs funktioniert die Palästinenser in der Westbank und dem Gazastreifen durch die derzeitige herrschende Klasse Israels geknechtet werden. Ich hoffe, dass Gruppen wie Schalom Achschaw und B’Tselem mehr Einfluss auf die Gesellschaft ausüben können!

MfG

Hartung

49. Jack - Dezember 2, 2010, 11:25

Ich weiß nicht,
aber um das Thema mal etwas zu lockern, kurz soviel:
’War schon öfter in Safed, ist ja eine der vier Heiligen. Hab’ da noch nie Probleme gehabt, außer an Schabbat. Obwohl, man muß sich erstmal ein bisschen zurechtfinden, was beim ersten Mal nicht so einfach ist. Hab’ schon einige verzweifelte Besucher das Handtuch werfen sehen und freundlich wieder aufgehoben. Das beruhigt sie meist wieder.
Fahr’ immer die schöne Strecke von Rosh Pina hoch, meist auf’m Ofen, und überhol’ dabei wie Sau. Runter ist dann noch besser, i.d.R. vor einem eine lange Autokolonne, weil eine ca. 93jährige gemütliche Schnarchnase, das Gesicht zwei Zentimeter vorm Lenkrad, scheinbar altersbedingt die Ruhe weg hat (find ich aber gut, wirklich alte AutofahrerInnen sieht man ja öfter in Israel, komischerweise viel weniger in Autoland D.) In Rosh Pina bin ich allerdings vorne, an allen vorbei, wieder wie Sau und geb’ mich dabei souverän. Haltung wahren ist wichtig und fühlt sich meist gut an. Muss sein, ein Cappuccino in Pina aber auch. Und dann im Abendhimmel weiter zum Jesus-See runter. Toscana in Israel. Kann ich nur jedem empfehlen.

P.S. Auch „Araber“ lassen sich m.E. nach vollkommen perfekt überholen. Das geht so schnell, da komm’ sie gar nicht erst hinterher. Das’ der ganze Trick dabei. Aber nicht gleich nachmachen, ist ohne Garantie.
🙂

50. Lila - Dezember 2, 2010, 12:01

Peter: keine Frage, die Palästinenser wollen uns los sein (obwohl ich Ausdrücke wie „herrschende Klasse“ nicht präzise finde), und die meisten Israelis wollen die Gebiete los sein.

Warum klappt es dann nicht? Warum haben die Palästinenser die Chance von Oslo nicht ergriffen? alle anderen Chancen?

Anscheinend ist der Leidensdruck nicht groß genug, sie zu einem Kompromiß zu bewegen. Niemand bedauert es mehr als ich, deren Söhne gerade die schönste Zeit ihres Lebens damit zubringen müssen, irgendwelche Checkpoints zu bemannen, die es nie gegeben hätte, wenn die Palästinenser nicht auf Terror statt Kooperation gesetzt hätten.

Alles, worüber sie heute klagen, ist eine Folge der arabischen Angriffe gegen Israel (1967), der arabischen Intransigenz (Khartoum) und des palästinensischen Terrors (Intifadas aller Art).

Wenn es doch so schlimm ist, wieso kommen sie dann mal nicht auf den Trichter, Hetze zu unterlassen, Terror zu unterbinden (NB: die Zusammenarbeit von Shabak und palästinensischer Polizei läuft im Moment sehr gut, ich bin sehr dankbar dafür und sehe das als gutes Zeichen!), und nicht mehr sinnlose, blockierende Entschlüsse zu fassen wie letzte Woche bei der Fatach-Versammlung?

Warum machen sie es Leuten wie mir, die immer schon für die Räumung der Gebiete waren (überlegt, menschlich, fair allen Beteiigten gegenüber), so furchtbar schwer?

Warum das Bestehen auf unhaltbaren Positionen?

Ich verstehe es wirklich nicht.

Ich möchte keine Phrasen von der bösen israelischen Besatzung hören. Wir wollen gar nicht die bösen israelischen Besatzer sein. Seit Rabin hat jeder iseraelische Regierungschef das gesagt und auch gemeint (obwohl ich weiß, daß Netanyahu von seiner Koalition unter Druck gesetzt wird und nicht kann, wie wir wohl gern wollten).

Warum keine konstruktive Zusammenarbeit? Warum Ablehnung aller israelischen Vorschläge, von Oslo (Auflagen nie eingehalten, Terrorschiene gefahren, längst bewiesen, daß ARafat damit nie aufhören wollte), Camp David, Taba?

Bitte, ich habe schon Mibu um eine einsichtige Erklärung gebeten und sie nicht bekommen.

Die einzige Erklärung, die mir einfällt, ist: die Palästinenser warten, bis der Staat Israel zusammenbricht. Dann haben sie ihre Einstaatenlösung. Umfragen unter den Palästinensern bestätigen diese Lesart. Es besteht kein Interesse an einer Zweistaatenlösung, und wenn, dann nur als Übergang zur Einstaatenlösung.

Wie soll uns das Vertrauen einflößen? Wir haben bisher für Zugeständnisse Terror, Raketen oder beides zusammen geerntet.

Wie gesagt, eine ehrliche Antwort, keine Phrasen von herrschender Klasse, Zionismus, Landraub etc. Das ist Ideologie. Ich habe Dir un-ideologisch geantwortet und erwarte eine ebensolche Antwort.

Ich bin für die Räumung der Siedlungen, für eine neue, faire Grenzziehung, die einen annehmbaren Kompromiß der Bedürfnisse beider Seiten darstellt (Israel: sichere Grenzen, Palästina: Luft zum Atmen), und die in miteinander abgestimmten Schritten freundlich und kooperativ vollzogen wird.

Ich zehre immer noch von der Erinnerung an die schöne Zeit der Illusionen, als es so aussah, als würde Oslo klappen, und als Zahal Dorf um Dorf räumte und den Palästinensern übergab.

Sowas will ich wiederhaben.

Was ist Dein Vorschlag, Hartung, was willst DU?

(Ich nehme an, daß Du hier noch nicht viel gelesen hast, bis Du Deinen Link hier gedumpt hast. Dr. Google hat mir anvertraut, daß Du Deine Links auch in der Jungen Freiheit gedumpt hast. Suchst Du Leser? Warum hier?)

51. Miriam Woelke - Dezember 2, 2010, 12:05

B“H

@ Jack

Es ist leicht, in der Altstadt von Zfat verloren zu gehen. In all den Gassen in und um das Kuenstlerviertel. Das passiert selbst mit nach Monaten vieler Besuche noch.:-)))

In Zfat ist allgemein tote Hose und abends um 19.00 Uhr sind die Gehsteige hochgeklappt.:-))) Die Leute von Zfat essen nicht auswaerts, sondern bleiben daheim. Der Busbahnhof besteht aus einem Cafe, in dem es noch nicht einmal die Tagespresse zu kaufen gibt.

Wer in Zfat wohnt und Action sucht, der faehrt zwangslaeufig hinunter nach Rosh Pina / Chatzor. An die Malls am Highway zu Kiryat Shemona. Was soll man denn sonst machen ???? :-))))

@ Hartung

Die Menschen in Gaza werden von der Hamas geknechtet. Aber selbst in Gaza geht es bergauf und in den Gebieten ist alles nicht so schlecht, wie es dargestellt wird. Man schaue nur einmal auf Umm – al – Fachem und die Villen der Palaestinenser. Da fragt man sich, wer hier wen knechtet.

52. ente - Dezember 2, 2010, 14:53

Dieses verächtlich von Enten sprechen verbitte ich mir, gell yael!

Schöner zur Weihnachtszeit:

„So wurde ein Imam aus Nazaret gerade vor Gericht gestellt, weil er Qaida-Ideologie predigte.”

Woran mich dies nur erinnert?

Das kommt halt von einem wieder eigenen Staat, zwischenzeitlich waren die Gerichte wenigstens römisch.

Aus der Geschichte lernen heißt: Die Freilassung kann durch eine Eheschießung mit einer unverdächtigen Frau ermöglicht werden.

Mir fällt jemand ein und ein völlig neues Kapitel der Menschheit wird geschrieben werden.

Schöne Feiertage. (Natürlich eher Besinnung, dem verantortlichen Redakteur, der dies ermöglichte.) Werde die Weiterentwicklung der Weihnachtsgeschichte begeistert verfolgen.

53. yael1 - Dezember 2, 2010, 16:20

Hartung, Sie müssen wohl überall ihre Duftmarke hinterlassen.

@all

geht nicht auf den ein, der ist Faktenressistent und muss überall seinen unmöglichen Blog verlinken.

54. yael1 - Dezember 2, 2010, 16:23

„Dr. Google hat mir anvertraut, daß Du Deine Links auch in der Jungen Freiheit gedumpt hast.“

PS: Lila, da gehört der Schrott auch hin. Ruth hat seinen Link letztens gelöscht, weil er nicht diskutieren kann, sondern sich wichtig machen will.

55. Deutschland und der ewige Antisemitismus « Zwischenwelten - Dezember 2, 2010, 20:38

[…] hat sich Lila zweimal diesem Artikel angenommen, in denen die gröbsten Lügen korrigiert […]

56. Stoff für’s Hirn! « abseits vom mainstream – heplev - Dezember 5, 2010, 8:27

[…] schreibt sich ihren Zorn von der Seele – den Zorn auf die lügende Juliane von Mittelstaedt und ihren Arbeitgeber, die […]

57. Hartung - Dezember 5, 2010, 22:34

Ich diskutiere auch in der Jungen Freiheit mit ja, dort gebe ich eben meine Standpunkte, die sich anscheinend immer mehr von denen der dortigen Nationalkonservativen unterscheiden.

Wieso wird mein Beitrag als Schrott bezeichnet? Wieso kann ich nicht argumentieren. Ich habe mir mehrere Monate Zeit genommen um mich vor Ort in den Siedlungen zu überzeugen. Was ich möchte? Dass die Israelis auch lernen, vor der eigenen Türe zu kehren. Warum denn nicht?

Ich bin nicht faktenresistent. Überzeugt mich mit guten Argumenten und schon hat’s sich. Und fragt Euch doch mal, ob die Reaktionen angemessen sind.

Ja ich weiß, dass die Hamas ihr eigenes Volk knechtet. Ja ich weiß, dass die Hamas Israel am liebsten vernichten würde. Ja ich weiß, dass die Araber mit israelischer Staatsbürgerschaft die Araber mit dem meisten Wohlstand sind. Mir geht es auch ausschließlich um das, was in den Siedlungen um Kiryat Arba geschieht. Den Standpunkt der Hamas kann man nicht rechtfertigen, ebenso wenig wie den der Gush Emunim!

58. Lila - Dezember 5, 2010, 23:23

Hartung, ich finde so einen Kommentar unangemessen und arrogant. Du hast Dir vielleicht die Mühe gemacht,zu lesen, wer ich bin und wo ich wohne?

Wieso schulde ich einem Leser, der hier zufällig reinschneit, Rechenschaft über Kiriyat Arba? Verlange ich von Dir, Dich vor mir für Dinge zu rechtfertigen, mit denen Du ncihts zu tun hast?

Überzeugt mich mit guten Argumenten und schon hat’s sich.

Und schon hat´s sich. Und was, wenn ich keine Lust habe? Werde ich dann abgestraft? Ich erinnere mich nicht, in irgendeine Art von Vertrag mit Dir eingetreten zu sein. Alles, was es zu meinem Standpunkt zu Siedlungen zu wissen gibt, steht bereits hier auf diesen Seiten. Muß man sich nur ein bißchen mehr Mühe machen und rumlesen und verstehen.

Es ist natürlich viel einfacher, sich hier zu postieren und zu sagen: ich bin hier. Und jetzt überzeugt mich mal.

Von was übrigens? Du scheinst davon auszugehen, daß jeder beliebige Israeli Dir Erklärungen für Kiriyat Arba schuldet. Damit gehst Du davon aus, daß ich und die Bewohner von Kiriyat Arba dasselbe denken.

Sag mal, wie tickt Dein Gehirn eigentlich? Sind für Dich alle Israelis eine graue Masse, und egal welchen Du rauspickst, es wird immer dasselbe Zeug abgesodert? Sind wir Bakterien?

Ich habe mir im Laufe der Jahre hier meine sehr persönliche Meinung bzw Meinungsvielfalt gebildet. Daß ich davon hier abgebe und mein armes Hirnchen lüfte, bedeutet noch lange nicht, daß Du hier Forderungen stellen kannst. Warum sollte ich einen Menschen von irgendwas überzeugen sollen? Bin ich eine Propagandamaschine, die man nur anwerfen muß – um sie dann öffentlich zu demontieren, evt. zum Jubel Deiner Fans?

Ich finde Dein Auftreten peinlich und unpassend.

Schneie ich etwa in fremde Wohnzimmer rein und verlange Erklärungen?

Überzeugt mich mit guten Argumenten und schon hat’s sich.

Frag Dich doch mal selbst, ob der Ton angemessen, höflich und unter zivilisierten Menschen üblich ist.

Bei mir jedenfalls nicht.

59. hans - Dezember 5, 2010, 23:45

57 @ hartung Was ich möchte? Dass die Israelis auch lernen, vor der eigenen Türe zu kehren. Warum denn nicht?
48 @ hartung Ich habe lange auf pro-zionistischer Seite gearbeitet….
aber anscheinend mit scheuklappen!
ich kenne wenige länder auf der erde in denen so schonungslos offen und leidenschaftlich auch unliebsame themen diskutiert hinterfragt und kritisiert werden wie in israel, auch die siedlungspolitik.
wie behandelt man die kurden?,zeigen sie mir eines der beteiligten länder ob türkei syrien usw gibt es dort ähnliche offene debatten und menschenrechtsorganisationen wie in israel?

hartung tut mir leid sie waren ein pro zionist mit scheuklappen jetzt ein antizionist mit scheuklappen.

und lila,das musste einfach raus!

60. yael1 - Dezember 6, 2010, 0:01

Hartung ich habe Ihre Peinlichkeiten woanders genug gelesen und bin Ihnen, wie keiner hier, irgendeine Rechenschaft über Dinge in Israel schuldig. Was für eine Anmaßung von Ihnen, gehts noch?
Ihre Einseitigkeit, gespickt mit Unwahrheiten, können Sie gern weiterhin in der rechten „Jungen Freiheit“ ablassen, was über Sie schon recht viel aussagt.

„Dass die Israelis auch lernen, vor der eigenen Tre zu kehren.“

In der Tat anmaßend, frech und schlicht eine Unverschämtheit. Kehren Sie vor Ihrer deutschen Tür, da habt ihresgleichen genügend zu tun.

„Überzeugt mich mit guten Argumenten und schon hat’s sich.“

Weder muss Sie jemand mit Argumenten überzeugen, und nicht nur weil Ihre Sicht einseitig ist und mit Unwahrheiten gesprickt sind, noch hat man bei Antisemiten damit irgendeinen Erfolg. Mir graut vor Menschen wie Ihnen und ich habe genug von euch!

Adios!

61. Silke - Dezember 6, 2010, 0:03

Hartung

da Du Dich ja so gut auskennst, kannst Du mir sicher die Charta oder Chartas von Israelis, die in Judäa und Samaria wohnen, verlinken.

besten Dank im voraus.

Wenn Du das gemacht hast, dann verlinke ich die Charta der Hamas und dann vergleichen wir mal und zwar nicht so nach dem Motto ein Apfel ist ein Apfel und daher ist ein Lastwagen voller Äpfel das allerselbe wie ein einzelner Apfel, von Apfelwein ganz zu schweigen.

62. yael1 - Dezember 6, 2010, 0:07

@Hartung

nur noch eine Frage: Sind Sie Jude?

63. yael1 - Dezember 6, 2010, 0:23

Nur weil er meint, dass Organisationen B’TSelem mehr Einfluss auf die Gesellschaft haben sollte:

„Analystiker haben gezeigt, dass die Methodologie von B’TSelem problematisch, oft widersprüchlich ist; sie spiegelt die politische Agenda der Organisation. Die Organisation identifiziert Verluste entsprechend ihres angenommenen Handelns im Moment des Todes; daher werden diejenigen,m „die getötet wurden, ohne an Feindseligkeiten beteiligt zu sein“ – einschließlich Terroristen, Terrorführern und Organisatoren und Randalierern – werden gelegentlich als „Zivilisten“ falsch eingeordnet. Sie verlässt sich auf Statistiken und Berichte anderer NGOs, trotz deren politischer Agenden und Glaubwürdigkeitsproblemen dieser anderen Gruppen.

Nahostexperte und Terror-Forschuer Oberstleutnan (a.D.) Yehonatan Dahoa-Halevy deckte zwei widersprüchliche Berichte auf, die die Organisation B’Tselem – Israeli Information Center for Human Rights auf der Internetseite der Gruppe veröffentlicht hatte. Die Gruppe beschuldigte die IDF ursprünglich Kriegsverbrechen zu begehen, indem sie „unschuldige Araber abschlachtet“; jetzt hat sie ihre Berichterstattung zu einem Vorfall geändert, der sich vor beinahe fünf Jahren abspielte: Es handelte sich um einen legitimen „Angriff auf ein militärisches Ziel“. Die Gruppe hat sich allerdings für ihre verleumderische Äußerung noch nicht offiziell bei der IDF entschuldigt.

Die erste Version der von B’Tselem eingestellten Geschichte berichtete davon, dass die IDF am 7. September 2004 14 Araber der PA „die sich nicht an Kämpfen beteiligten“ während eines Luftangriffs auf ein Gemeindezentrum der Hamas getötet habe. Angeblich wurden die arabischen Zivilisten fälschlicherweise getötet, während sie harmlosen kulturellen Aktivitäten nachgingen. Die Opfer wurden in B’Tselems Datenbank arabischer, von der IDF getöteter Zivilisten eingetragen.

Jetzt, fast fünf Jahre später, berichtet B’Tselem, dass die Araber „sich an Kämpfen beteiligten“ und „in einem Hamas-Trainingslager stationiert waren“.

Im Gegensatz dazu hat B’Tselem keine offizielle Entschuldigung veröffentlicht oder erklärt, warum die Organisation fünf Jahre brauchte, die Geschichte zu ändern.

http://www.nicht-mit-uns.com/nahost-infos/texte/aiiNGO.html#B%27Tselem

Auch hier wird deutlich, wie unseriös B’Tselem mit Opferstatistiken umgeht und man nur hoffen kann, dass diese keinen großen Einfluss auf die israelische Gesellschaft bekommen.

http://www.nicht-mit-uns.com/nahost-infos/texte/2unsinn.html

Wenn man sich auf solche Organisationen stützt, kann man natürlich nur ein falsches Bild bekommen.

Das wars.

64. mibu - Dezember 6, 2010, 0:42

Hartung, das Internet ist zwar ein öffentlicher Raum. Im grossen und ganzen kann man tun und lassen was man will. Jeder. Was nicht geht, ist, Forderungen stellen.
Dies hier ist Lilas Web Log, eine Art Tagebuch. Ein öffentliches, mit dem sie Besuchern Gelegenheit gibt, Einblick in das Leben in Israel aus ihrer persönlichen Perspektive zu gewinnen. Sie ist so freundlich und bietet uns ihre persönlichen Erfahrungen als Informationsquelle an. Dies damit zu beantworten, ihr einen Bericht hier hineinzuklatschen und von ihr zu verlangen, dazu Stellung zu nehmen, ist meines Erachtens etwas unhöflich. Womit wir beim nächsten Punkt wären: Netiquette, gewisse Grundregeln der Höflichkeit in Foren. Dazu gehört, dass man sich zunächst einmal darüber informiert, worüber in einem Forum schon so alles diskutiert worden ist und welche Argumente dabei ausgetauscht wurden. Im allgemeinen will man nämlich nicht alle Diskussionen alle drei Tage wieder von vorn führen. Weshalb Newbies sich normalerweise zuerst einmal etwas umsehen sollten.

„Dass die Israelis auch lernen, vor der eigenen Türe zu kehren.“ … autsch ! Erstens: DIE Israelis ? So wie DIE Deutschen ? Ich fürchte, dass Du hier weder DIE einen noch DIE anderen finden wirst. Hier diskutieren Individuen mit sehr unterschiedlichen Erfahrungen und z.T. sehr gegensätzlichen Auffassungen. Etwas, das man respektieren sollte, wenn man Menschen respektieren will. Zweitens: ich glaube nicht, dass Europäer den Israelis viel in Sachen vor der eigenen Türe kehren beibringen können. Israelische Initiativen wie B’tselem und Shalom Achschaw, israelische Zeitungen wie z.B. Haaretz, Yediot Achronot, etc. leisten dies sehr regelmässig und z.T. sehr scharf.
Ich habe mir Deinen Bericht angesehen und finde ihn interessant. Aber damit hier mit solchen Ansprüchen hineinzuplatzen finde ich ziemlich unangemessen. Würdest Du Dich auch bei persönlicher Begegnung mit einer realen fremden Gesprächsrunde auf die gleiche Weise verhalten ?

65. Lila - Dezember 6, 2010, 0:44

Uäh, Yael, ich hatte gehofft, niemand zapft aus dem Faß, das der junge Mann hier aufgemacht hat. Er hat seinen eigenen Blog, soll er sich da vergnügen. Ich lasse mir ungern Themen aufdrängen, noch dazu in diesem aufklärerischen Gestus. Ja ja, erzähl mir was über Israel, klär mich auf.

Also, so ein Blog zieht doch die seltsamsten Phänomene an 🙂

Darum bitte, Yael, nicht mehr hier. Er hat seine Meinung, die er nicht ändern kann oder will, und er wird von seiner schmalen Erfahrungsbasis aus meine Meinungen nicht ins Wackeln bringen. Sie gründen sich auf über 20 Jahre Leben in Israel. Als ich hier Wurzeln geschlagen habe, hat er vermutlich Krabbeln gelernt.

Ich wundere mich wirklich bald über nichts mehr…

66. Lila - Dezember 6, 2010, 0:59

Noch dazu, Mibu, welche Israelis sollten hier lernen, vor ihrer eigenen Tür zu kehren? (Hier herrscht übrigens kein Sraßenfegezwang für Hausfrauen wie in deutschen Dörfern, fällt mir gerade auf 🙂 ) Hier lesen doch eh fast nur moralisch überlegene Deutsche mit.

Der einzige Israeli, auf den ich vielleicht Einfluß nehmen könnte, wäre mein lieber Mann. Und der hat sich nie für anderleuts Türen interessiert, sondern immer nur für den Dreck vor seiner eigenen. Daran sollte sich mancher ein Beispiel nehmen.

67. mibu - Dezember 6, 2010, 1:10

… sodele, etz isch älles klar, ohne schwäbische Kehrwoch kaas jo koin Friede gäa. 😀

68. Lila - Dezember 6, 2010, 1:21

ROFL

Gut, daß ich diesen Fred nicht zugemacht habe! Er hat mir den besten Lacher der ganzen letzten Woche geschenkt, danke Mibu! Ich rolle mich jetzt vor Lachen ins Bett…

69. yael1 - Dezember 6, 2010, 17:22

Kein Problem, Lila, und wenn es mir in den Finger zuckt, schlage ich einfach drauf und der Schmerz wird mich dann daran hintern.

„… sodele, etz isch älles klar, ohne schwäbische Kehrwoch kaas jo koin Friede gäa.“

@Mibu

man könnte ja eine Aktion starten: Kehren für den Frieden.

70. Silke - Dezember 6, 2010, 18:18

Yael
das gibt es tatsächlich.
In Büdigen hat jedes Jahr die Ahmadiya-Gemeinde? am Neujahrsmorgen den SylvesterFeuerwerksDreck weggekehrt, damit die gefeiert Habenden in Ruhe ausschlafen konnten.
Es könnte alles so einfach sein …

71. mibu - Dezember 6, 2010, 18:25

Ich schippe gerade Schnee für Frieden, Umwelt, stuttgarter Kopfbahnhof 21, Freibier, Weihnachtsbrötle und einiges mehr zusammen. Zumindest kommt’s mir so vor. Naja, ich muss zugeben, es war schon schlimmer … aber diese triefend tropfnasse Pampe strapaziert ganz schön. Sieht so aus, als bräuchte ich bald wieder eine neue Schaufel. Uns es ist schmierig glatt, fast so schlimm wie Glatteis, nur dass man bei einmal Hinfallen auch noch baden geht.

72. yael1 - Dezember 9, 2010, 17:50

Hallo Silke,

extra für dich:

http://www.rocknord.net/forum/topic.php?p=55300

Der erste Filmauschnitt von Entweder Broder. Dort erlebst du einige typische Friedensprediger.

73. willow - Dezember 14, 2010, 16:02

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