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Schon eine Weile her… November 27, 2010, 11:20

Posted by Lila in Muzika israelit.
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Im letzten Semester hingen überall an der PH Plakate für ein Konzert in einem Club namens Ultrasound, und obwohl das nichts für mich gewesen wäre, war mir der Name der Gruppe bekannt. Infected Mushroom, das hören meine Kinder nämlich manchmal.

Auf Nachfragen erklärten mir die Söhne, daß es sich dabei um eine Trance-Gruppe handelt, und das Internet präzisiert das Genre: Psy-Trance. Okay. Und die jungen Männer, die diese Musik machen, sind nicht nur inzwischen richtig berühmt, sondern sie sind auch Israelis, und nicht nur das: sie kommen aus Haifa bzw Kiriyat Yam, also aus der Provinz.  Wenn sie also einen Abend für die Studenten im Norden Israels machen, ist nett von ihnen, aber ein richtiges Heimspiel. Beide haben eine typisch israelische Biographie, also Armee, danach Abhängen in Goa, und dann erst wußten sie, was sie eigentlich machen wollten.

Also, Israel produziert nicht nur Waffen, Schlagzeilen, Computer und Medikamente, sondern auch Psy-Trance der Weltklasse. Wollte ich nur mal angemerkt haben. Schade, daß die hedonistische Seite Israels immer zu kurz kommt.  Das gehört nämlich auch zum Bild. Ich sehe bei meiner Vision des Friedens jedenfalls einen Club in Beirut vor mir, wo israelische und libanesische Fans gemeinsam tanzen. Hoffentlich dauert es bis dahin nicht so lange, daß Infected Mushroom eine Rentnerband ist.

(Ich glaube, Converting Vegetarians habe ich mal bei Muzika israelit vorgestellt).

Kommentare»

1. Opa W. - November 27, 2010, 12:15

Die hedonistische Seite Israels kommt überhaupt nicht zu kurz, hier nicht und nicht hier.

2. Malte S. Sembten - November 27, 2010, 13:14

Hmmm … lässt sich wider Erwarten anhören, auch wenn ich kein Ecstasy eingeworfen habe. Aber ein Konzert von denen würde ich nicht besuchen, und wenn in direkt vor der Haustür in meinem hessischen Dorf stattfände. Was aber nur ein Zeichen dafür ist, dass ich eben schon ein alter Knabe bin.

Was ich (Bildungslücke!) erst seit Kurzem weiß: Gene Simmons, der Mitgründer von „Kiss“, heißt eigentlich Chaim Witz und wurde in Haifa geboren. Bis auf ihn und seine Eltern, die nach Palästina fliehen konnten, wurden alle Angehörigen von den Nazis ermordet. Man wundert sich desto mehr über die SS-Siegrunen im Bandlogo, auch wenn sie Simmons’ Aussage zufolge nix mit den Nazis zu tun haben (natürlich gibt es die Siegrunen schon viel länger als die Nazis und die SS, aber das gilt auch für die Swastika alias das Hakenkreuz).

3. Silke - November 27, 2010, 13:38

OT
aber schwerst hedonistisch und speziell für Lila persönlich – Enjoy!

How to Crochet a Coral Reef
A ball of yarn—and the work of more than 800 people—could go a long way toward saving endangered sea life
By Jess Righthand
Smithsonian magazine, December 2010

Read more: http://www.smithsonianmag.com/arts-culture/How-to-Crochet-a-Coral-Reef.html#ixzz16TwHLgH1

4. mibu - November 27, 2010, 15:39

Diese revolutionären Pilzchen habe ich doch schon mal hier gesehen …
Die Sache erinnert mich an einen Studienfreund, der sich zeitweise intensiv mit einer etwas wilden Hypothese um einen heiligen Pilz befasst hat. Es geht, glaube ich, darum, dass das Christentum von der jüdischen Sekte der Essener, die sich mit Wirkstoffen bestimmter Pilze berauscht haben soll, beeinflusst oder entstanden sein soll. Hab‘ mal nach „holy mushroom“ gegooglt, … :
Jan R.Irvin „The Holy Mushroom – Evidence of Mushrooms in Judeo-Christianity“. Die Idee haben allerdings John M.Allegro und Gordon R.Wasson in die Welt gesetzt. Ersterer gehörte zu den ersten Wissenschaftlern, die sich mit den Schriftrollen aus Qumran befassten.

5. Lila - November 27, 2010, 16:16

Allein diese Lesetipps, Verweise und Assoziationen sind der beste Beweis dafür, daß Bloggen den Horizont erweitert… zumindest den des Bloggers! Danke!!!

Oh, ich würde gern ein Korallenriff häkeln. Ich hab schon drei Umschlagtücher für diesen Winter fertig und eine halbe Decke für Primus. Leider ist mir die Wolle ausgegangen – und die gibt es nur in Deutschland 😦

Übrigens heißt die Initiatorin des gehäkelten Korallenriffs – Wertheimer…. garantiert jüdisch.

6. Gise - November 27, 2010, 16:42

Hey Lila,

vielen Dank für den Hinweis auf IM – ich bin total begeistert und höre im Moment deren Musik bei YouTube rauf und runter!

@ Malte S. Sembten
Ich „altes Mädchen“ (= fast 50 Jahre jung) liiiebe Trance!

7. Lila - November 27, 2010, 16:53

Hallo Gise – ich sehe, Du hast Dich blogmäßig umgetopft! Schön, Dich mal wieder zu sehen. Du kommst mir viel jünger vor als ich, also mach mich nicht schwach – fast 50…

8. Gise - November 27, 2010, 17:11

Jahaaaa *lach*
An Ostersonntag 2011 ist es so weit, da feiere ich mein halbes Jahrhundert Erdendasein. Magst Du mitfeiern? 😉

9. mibu - November 27, 2010, 17:31

Lila, leider muss ich gestehen, dass ich diese Bücher noch nicht gelesen habe, nicht einmal in der Hand hatte, obwohl ich das Thema hoch spannend finde. Inzwischen sogar noch mehr, nachdem ich Simon Singhs „Geheime Botschaften – Die Kunst der Verschlüsselung von der Antike bis in die Zeit des Internet“ gelesen habe (hat zwar mit dem Thema wenig zu tun, aber die Abschnitte über die Entschlüsselung der ägyptischen Hiroglyphen und der mykenischen Linear B haben mir deutlich gemacht, welche Herausforderung das antike Altertum und die frühen Hochkulturen sein können). Singhs Buch kann ich auf jeden Fall guten Gewissens empfehlen.

10. Silke - November 27, 2010, 19:40

Lila

warum Korallenriff?
warum nicht Sabra?

ich habe gelernt, Sabra heißt Kaktus und was Besseres als die Kümmerlinge, die die Brigitte in ihrem Häkelbuch hatte, werdet Ihr doch bestimmt hinkriegen, vorausgesetzt, es gibt in Israel bizarr genuge Kakteen. Das mit den Farben muß man ja nich so naturgetreu sehen, da kann man ja jeglichem postmodernen „Narrativ“ freien Ausdruck verleihen, indem man die Seele oder den Astralleib des Kaktusses darstellt.

und für die Wolle hat sich noch kein Versender gefunden? In meinen Heften versendet praktisch jedeR, die annonciert.

oder ist der israelische Zoll ein Spaßverderber?
Falls ja, wie wär’s dann mit Lieferung nach Zypern, das ist doch EU und da fahren doch angeblich dauernd Israelis zum Heiraten und Deutsche zum Urlauben hin. Könnte man da nich ne „Seidenstraße“ etablieren?

Derzeit arbeite ich an ner „Kipah“ aus Stickgarnresten. 😉 will noch nich so recht, aber aufröppeln hilft …

11. willow - November 27, 2010, 22:55

Die „Infected Mushrooms“ müssen öfter im Norden auftreten, D. hat ziemlich begeistert davon berichtet – ist ihnen dann aber auch sonstwohin gefolgt, irgendwelche Festivals… insgesamt muß er die mehrfach gesehen haben.

12. mibu - November 28, 2010, 1:56

… mach ich auch mal OT: kann mir nicht erklären, weshalb die BBC ausgerechnet sowas berichtet …
Ein älterer Herr in Ostdeutschland hat im Keller seines Hauses eine Mauer gemauert. Nach dem setzen des letzten Steins und beim Begutachten seines Werkes fiel ihm allmählich auf, dass irgendetwas nicht stimmte. Er hatte sich eingemauert. Dies hat einen längeren Denkprozess in Gang gesetzt. Schliesslich, nach zwei Tagen des Ausharrens und Nachdenkens, war die Lösung klar. Er griff zum Bohrhammer und öffnete sich einen Ausgang. Durch die Mauer zum Keller des Nachbarn. Jener erwartete ihn in Begleitung eines Polizeibeamten.
Bin gespannt, ob über den emsigen Mauerbauer auch in Israel berichtet wird.

13. hans - November 28, 2010, 11:41

12 @ mibu
dein beispiel aus ostdeutschland sind auswirkungen massivster baumarktwerbungen

in israel sind es tatsächlich auch auswirkungen von nachbarn

14. mibu - November 28, 2010, 14:56

„in israel sind es tatsächlich auch auswirkungen von nachbarn“ … in der Westbank kommt das wohl auch vor; scheint ein bisschen levantinische Folklore zu sein.


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