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Lesebefehl Oktober 3, 2010, 13:24

Posted by Lila in Bloggen.
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Husch, husch, seid ihr noch nicht bei Lozowick? Es geht genau ums Thema Land und Siedlungen. Wie Lozowick stehe auch ich auf der anderen Seite der politischen Landkarte, was Siedlungen angeht, und ich bewundere immer wieder, wie bedacht und klug er an die Sachen herangeht. Absolut lesenswert.  Ich teile seine traurige Einschätzung, daß kein Anzeichen für eine Anerkennung Israels durch die Palästinenser erkennbar ist, auf keiner Ebene.

Im Gegensatz zur Situation vor zehn Jahren sehe ich auch eine zunehmende Radikalisierung unter den jungen Arabern in Israel – bei den älteren hört man schon mal differenzierte Töne. Aber meine Studenten sind absolut anti-israelisch eingestellt, sie wollen Israel in einen palästinensischen Staat umwandeln und halten es nur für eine Frage der Zeit. Nein, nicht alle Studenten, aber doch sehr viele. Sie glauben die Ideologie des „wir waren schon immer hier, die Juden haben unser Land als Entschädigung für einen imaginären Holocaust geschenkt bekommen“ und sind nicht bereit, andere Versionen der historischen Wahrheit auch nur zur Kenntnis zu nehmen.

Ich möchte zu Lozowicks Gedanken bei der Lektüre eines Buchs über sich wandelnde Landschaften in der Gegend von Ramallah hinzufügen, daß ganz ähnliche Prozesse sich in ganz Israel abspielen. Wir zersiedeln das ganze Land. Die Gegend um unseren alten Kibbuz herum war mal das Ende der Welt – heute ist sie mit dem Highway Nr. 6 mit Beersheva verbunden und demnächst auch mit Shlomi, wenn die Straße weitergebaut wird. Naturschutzgebiete werden durch Neubaugebiete zerstört, und ich heuchle sogar, wenn ich darüber klage – auch wir wohnen in so einem Eckchen Natur. Es ist also nicht nur der unbezweifelbare energische Wille der Siedlerbewegung, Fakten zu schaffen, sondern überhaupt eine globale rasante Entwicklung, in der die Natur zurückgedrängt wird.

Die arabischen Orte wuchern übrigens noch ungehinderter als die jüdischen, weil die Behörden dort nur in extremen Fällen illegales Bauen verfolgen. Meist überläßt man das dem lokalen Bürgermeister, und  weil die Araber in den Dörfern nicht in Wohnungen, sondern nur in Einfamilienhäusern wohnen (ohne eigenes Haus wird nicht geheiratet) und ihre Häuser meist riesig sind, wachsen die Orte rasant.

Wir sind vorgestern durch mehrere arabische Dörfer gefahren und haben einfach nur gestaunt, wie riesig die Häuser sind und wie jedesmal neue Häuser aus dem Boden sprießen. Immerhin werden in arabischen Dörfern nicht diese karnickelstallartigen Massensiedlungen gebaut wie in jüdischen Orten, wo mit dem Grund und Boden gegeizt wird. Die Häuser sehen besser aus, auch wenn die meisten keine Gärten haben, aber sie verschlingen natürlich viel mehr Grund und Boden als die typischen mit dem Förmchen hingesetzten Cottage-Siedlungen der jüdischen Wohngebiete.

Wie hat sich das verschlafene Yokneam geändert, seit ich als Volunteer dort hinkam! Hi-Tech-Firmen, Einkaufszentren, und neue Wohnsiedlungen, daß man die alten Hügel nicht mehr wiedererkennt, auf denen wir früher Lupinen gepflückt haben. Freunde von uns haben dort vor zehn Jahren ein Häuschen mit wunderschönem Ausblick gekauft – inzwischen sind dort ein Gemeindezentrum, ein Einkaufszentrum und eine ganze neue Siedlung entstanden, letzteres in den Monaten, in denen wir nicht in Yokneam waren. Wir haben uns verblüfft angeguckt, als wir letzte Woche da waren. Nicht jedes Bauprojekt hat also politische Hintergründe – obwohl in den besetzten Gebieten natürlich sehr viele welche haben. Durch den fortwährenden Terror ist dort eine Trotzhaltung entstanden, die nicht immer so verbreitet war. Die Aggression ist gegenseitig.

Und jetzt ab zu Lozowick, wer noch nicht da war.

Kommentare»

1. Silke - Oktober 3, 2010, 14:53

aus dem Gedächtnis: 1948 verließen 700.000 „Palästinenser“ Israel, heute betreut UNRWA 4,5 Mio.

1930 waren wir 2 Milliarden Menschen, 2005 waren wir 6,5 Milliarden

Das muß sich ja irgendwo zeigen.

Die Aggression ist gegenseitig.
ich finde es ja sehr nobel, daß Israelis jederzeit bereit scheinen, beide Seiten zu sehen. Da ich aber nur von sehr weit weg gucke, würde ich vermuten, was immer von Israel kommt, ist korrigierbar, was von der Gegenseite kommt, vermutlich nicht. Gelegentlich lese ich Lob für sari nusseibeh – tut mir leid, ich habe ihn mal auf Booktour in den USA gehört. Dem Standard von einerseits/andererseits, den ich von Israelis gewohnt bin, entspricht er nicht.

Es muß da bei muslimisch erzogenen Jungmännern ein ganz seltsamer Geist entstanden sein. Die Herrschaftsträume/attitüde von Lila’s Studenten passen nämlich irgendwie ganz hervorragend zu den Klagen meiner in der Lehre befindlichen Kolleginnen über Harassment in den Schulbussen, gegen die die Fahrer nix unternahmen. Daß die jungen Frauen einen dicken Hals kriegten, wenn sie nur das Wort Türke hörten, ist dann verständlich und irre ist dann, wenn sie dafür öffentlich der Fremdenangst angeklagt werden. Es gibt auch berechtigte Angst. In meiner Jugend haben uns Jungs auch aufs Heftigste und Unangenehmste bedrängt, aber letztendlich wollten sie doch mit uns Tanzen gehen und sahen uns darum nicht als Abschaum i.e. es war eben eine seinerzeit akzeptierte seltsame Form von Werbung. Aber was die Jungtürken in den Bussen veranstalten ist anderes.

Das ist das eine und das andere sind die vielen komplett normalen Umgangsformen huldigenden Türken, denen ich so über die Jahrzehnte begegnet bin. Daß die ihr Jungvolk nicht im Griff haben, macht denen vermutlich die gleichen Kopfweh wie mir.

und ja Yaacov ist mal wieder in Hochform und davon, daß Ihr Euch nicht mehr trauen könnt, wandern zu gehen, ist viel zu selten die Rede.

2. Wolfram - Oktober 3, 2010, 17:28

Leider spricht mir Lozowick zu englisch.

Völlig ot: heute morgen war hier im Religionsfernsehen (Fr2 bietet den großen Religionen und Konfessionen wöchentlich einen Sendeplatz) ein langer Bericht über die „Bni Manasse“ zu sehen: eine jüdische Population in Hinterindien. Weißt du was darüber?

3. Lila - Oktober 3, 2010, 18:14

Babelfish hilft nicht?

Bnei Menashe kenne ich natürlich ein paar. Die sind aber schon länger in Israel. Wie sie genau hier hingekommen sind, weiß ich aber nicht. Vielleicht weiß Y. mehr, ich werde ihn mal fragen.

4. Silke - Oktober 3, 2010, 18:26

Google translate funktioniert zumindest von Deutsch nach Englisch ziemlich gut

5. fille - Oktober 3, 2010, 19:19

Das mit dem Suchen nach „verloren Stämmen“ ist eine zweischneidige Sache.
Auf der einen Seite ist es natürlich sehr romantisch, Juden in den entlegensten Gegenden dieser Welt zu finden.

Aber sehen wir uns das Ganze einmal realistisch an: Seit dem Exil dieser STämme sind ca. 2600 Jahre vergangen, das entspricht in etwa 60 bis 70 Generationen, wenn man ca. 30 Jahre pro Generation rechnet.

Hast du schon mal gerechnet, wie viele (nicht unbedingt verschiedene) Vorfahren wir vor 60 Generationen hatten? 2^60, das sind in etwa 1 000 000 000 000 000 000 in Worten eine Trillion. In dieser Zeit konnte sich die Menschheit also bequem ein paar mal komplett durchzumischen.

Wahrscheinlich gibt es also überall auf der Welt Menschen, die mindestens einen Juden/eine Jüdin unter ihren Vorfahren zählen.

Die Tücke bei der ganzen Angelegenheit ist nun, dass Judentum Matrinlinear vererbt wird, die meisten Stammeszugehörigkeiten jedoch Patrilinear. D.h. Auch wenn man sicher wäre, dass der Stamm sowieso in Mitzoram von Juden abstammt, kann man bei einem individuellen Mitglied dieses STammes nicht sicher sein, dass er in rein mütterlicher LInie jüdisch ist.

Mit anderen Worten: auch wenn dem Stamm seine jüdische Abstammung anerkannt wird, so gilt dies doch nicht unbedingt für die einzelnen Mitglieder dieses STammes als Individuum.

Und damit bringt man diese Menschen in eine blöde Lage: Sie entdecken ihre „jüdischen Wurzeln“, kehren ganz stolz zum Judentum, wie es heute gelebt wird zurück, und dann kommt jemand daher und sagt ihnen „Für uns seid ihr gar nicht jüdisch“.

Also sagt man ihnen, sie müssen zur Sicherheit noch einen Übertritt („Giur lechumra“) machen. Aber das bedeutet auch, dass ihre Gebräuche nicht als jüdische Gebräuche anerkannt werden, und dass sie sich dann so zu verhalten haben, wie die Gemeinde, bei der sie übergetreten sind.

Allgemein stelle ich auch mit Missfallen fest, dass viele dieser „Beney Menashe“ aus Mitzoram dann „rein zufällig“ in den besetzten Gebieten landen, denn die Organisation, die sie nach Israel holt, steht offensichtlich eher rechteren Kreisen nahe.

Ich persönlich hatte eine jüdische Ururgrossmutter in rein mütterlicher LInie, konnte das nachweisen, bin streng orthodox geworden, habe einen „Giur lechumra“ gemacht, und trotzdem werde ich von vielen Seiten misstrauisch beäugt und als nicht zugehörig betrachtet.

Das sind 5 Generationen. Jetzt kannst du dir ausrechnen, wie sehr sich das für 60 Generationen potentiert…

6. willow - Oktober 3, 2010, 20:31

Nun fille , es geht ja nicht -oder eben nicht nur- um die Gene, es geht darum, daß in einigen Teilen der Welt – Äthiopien, Indien, China… – Menschen über gewaltige Zeiträume zwar isoliert aber eben doch als Juden leben/lebten. Das ist auch ein ziemlicher Unterschied zu einem Menschen, der irgendwann mit seinen jüdischen Wurzeln konfrontiert wurde – die glaubten/wußten immer, daß sie Juden sind…

Du siehst das Negative, die möglicherweise übertriebene Vorsicht, die Vorurteile der „Etablierten“ (die aber auch vor nicht langer zeit auch andere, heute fast vollständig anerkannte Gruppen traf) – andererseits gibt es doch aber auch die Freude, wenn isolierte Gruppen wieder „nach Hause“ finden – wie positiv wurde z.B. kürzlich die Ankunft christlicher Juden aufgenommen?

7. willow - Oktober 3, 2010, 20:42

was war das denn für ein Versprecher!? Ich wollte mich auf die Ankunft chinesischer Juden beziehen…

Christliche Juden sind ja ein noch viel fürchterlicherer Streitpunkt als Bnei Menashe – die in Israel ja irgendwie zum „Straßenbild“ gehören.

8. mibu - Oktober 3, 2010, 20:58

Lozowicks Argumente sind gut nachvollziehbar, sein Kommentar auf jeden Fall lesenswert.

9. fille - Oktober 3, 2010, 21:31

Nein, du hast vollkommen recht. Es geht nicht um Gene. Es geht um Halacha.

Die Halacha sagt, dass Judentum Matrilinear weitergegeben wird.

In der letzten Ausgabe (21.9.2010) der ultra-orthodoxen Zeitschrift „Mishpacha“ (hebräische Ausgabe) war ein langer Artikel über einen (ultarorthodoxen) Rabbiner Itzhak Chinagel, der die verlorenen Stämme in China und Afghanistan sucht.

Toll.

Und was steht am Ende des Artikels?

– Bis jetzt hat man noch keinen Stamm gefunden, der Judentum wirklich für uns als solches erkennbar bis in unsere Zeit weitergegeben hat.

(das heisst: man findet bei manchen Völkern gewisse Ähnlichkeiten, die man für einen gemeinsamen Ursprung hält, aber es hat sich über die Jahrhunderte „verwässert“)

– Falls jemand, der zu diesen „verlorenen Juden“ gehört, zum Judentum zurückkehren möchte, muss er einen übertritt machen.

hier der Link zum Artikel auf Englisch: http://www.mishpacha.com/getPdf/1/326/44/0/

Man suhlt sich da einfach gerne in romantischen Geschichten und Spekulationen, aber meistens ist nicht viel dahinter, wenn man genau hinschaut.

(Dasselbe gilt übrigens auch für diese genetischen Genealogie-Forschungs-Übungen: da glauben Leute auch immer wieder, genau das gefunden zu haben, was sie suchen, und es hält einer eingehenden Überprüfung nicht stand).

Ehrlich gesagt: ich wüsste gar nicht, wie man hinschauen müsste, denn man müsste ja erst einmal eine vorstellung von dem Judentum vor 2600 Jahren haben, und ich kann mir gut vorstellen, dass das mit unserer heutigen Form auch nicht allzu viel zu tun hat…

10. fille - Oktober 3, 2010, 21:36

PS: ein Blick in Wikipeadia reicht zum Beispiel, um zu überprüfen, dass die Theorie, dass die Pashtunen ein verlorener jüdischer Stamm seien (die in diesem Artikel geäussert wird) schon längst widerlegt ist…

http://en.wikipedia.org/wiki/Pashtun_people

11. Stoff für’s Hirn! « abseits vom mainstream – heplev - Oktober 3, 2010, 22:16

[…] Lila beschreibt ihre Erfahrungen mit den Ansichten junger israelischer Araber, Wohnungsbau, Zersiedelung und wer wie hemmungslos baut. […]

12. ekattwinkel - Oktober 3, 2010, 22:50

Ich werde einen Teil aus diesem Beitrag in meinem Blog zitieren – selbstverständlich mit Verweis hierher.Lozowick hatte ich bereits für mich entdeckt.
LG Eleonore

13. Heimo - Oktober 4, 2010, 0:22

Lustige Übereinstimmung! – ich hatte gerade an einen Freund gedacht, dem ich per mail ein Buch empfehlen wollte & hatte in dem Zusammenhang an das Wort ‚Kaufbefehl‘ für dieses Buch gedacht, dann trudelte die Benachrichtigungsmail deines neuen Eintrags ein „Lesebefehl“…

aber bin hier bin gerne deinem Befehl gefolgt – ja der Lozowick-Artikel gefällt mir – überlege gerade, wem ich ihn weiterleiten kann – die Reihen, der noch an dem Thema interessierten in meinem Bekanntenkreis, lichten sich – fertige Pausachlurteile überwiegen…

Wolfram - Oktober 4, 2010, 19:53

Von englisch ins Deutsche? Dann wäre da ein Wunder geschehen… nein, das habe ich nicht probiert.

Unser Fernsehbericht (während dieser Woche hier zu finden, auf „Source de Vie“ klicken) zeigt eher diejenigen, die dort geblieben sind, und läßt durchblicken: als sie nach Israel gehen wollten, hatte man dort andere Sorgen, und heute betreut das Oberrabbinat sie bei ihnen.

Wolfram - Oktober 4, 2010, 20:01

Was ist „ultraorthodox“?

Im Filmbeitrag wurde allerdings gesagt, daß die Mitzoram-Juden einen „Übertritt“, interessanterweise französisch „conversion“, also Bekehrung genannt, vollziehen sollen und dafür mehrere Rabbiner aus Jerusalem dorthin reisen, Unterricht organisieren und die entsprechenden Riten durchführen. Nun weiß ich nicht, ob das nicht per se mit allen Juden gemacht wird, die irgendwann „fromm“ werden, aber vorher nie zur Schul gegangen sind und keine Bar Mitzwa (oder Bat Mitzwa) gefeiert haben.
Aber es wird aus den Aussagen der verschiedenen Rabbiner ebenfalls deutlich: am Anfang wußte man nicht, was anfangen mit diesen Leuten, aber aus ihrem Brauchtum wurde immer deutlicher: ja, sie sind Juden. Selbst wenn sie selbst es nicht verstehen, ihre Volksbräuche geben jüdische Bräuche wieder.
Und noch eins: für die indische Bevölkerung dort sind sie „Fremde“. Die Vermischung, die du vermutest, mag zwar angesichts ihrer Morphologie wahrscheinlich sein, vom soziologischen Standpunkt aus aber höchst unwahrscheinlich.

Komisch, gestern noch habe ich bei der Predigt nachgedacht über Christen, die alle möglichen Gründe suchen, warum ihre Nachbarn keine rechten Christen sind…

14. fille - Oktober 5, 2010, 12:43

Lieber Wolfram,

vielen Dank für den Link zur Sendung. Ich habe sie mir mit viel Interesse angeschaut.

„Conversion“ ist auf Französisch der Standart-Ausdruck für „Giur“ „Übertritt“ (zum Judentum), und ein „Ger“ (Übergetretener) wäre ein „converti“.

Nein, Übertritt ist keine Standart-Prozedur im Judentum. Wer jüdisch geboren ist macht keinen Übertritt. Auch wenn jemand zwar jüdisch geboren ist aber z.B. als Kind nicht beschnitten wurde, dann macht er halt die Beschneidung nach, aber das ist kein Übertritt. (Zum Übertritt gehört eine Erklärung, dass man bereit ist, alle jüdischen Gesetze auf sich zu nehmen und ein eintauchen im Tauchbad mit speziellem Segensspruch, das ist der Unterschied).

Wenn man allerdings bei jemanden einen Zweifel hat, ob er jüdisch ist macht man einen „Giur le chumra“ (Übertritt zur Sicherheit). Das spielt sich dann in etwa wie ein Übertritt ab, nur eventuell ohne den Segensspruch beim Tauchbad.)

Der (französisch sprechende) Rabbiner, der sich um diese Übertritte kümmert hat in der Sendung eine interessante Aussage gemacht:
„… und dann gibt es noch die Marranen, aber dort geht es nicht um Übertritte, sondern um „Rückkehr zum Judentum“.

Das heisst, er tut die Nachkommen der Marannen in eine andere Kategorie als die Leute aus Mitzoram. Er betrachtet die „Mitzoram-Juden“ als Übergetretene, die Maranen jedoch als „Zurückgekehrte“.

…das lässt doch tief blicken und geht genau in die richtung dessen, was ich oben geschrieben habe.

15. fille - Oktober 5, 2010, 12:56

„.. für die indische Bevölkerung sind sie Fremde“.

Ein kurzer Blick in Wikipaedia zeigt, dass dieses Inidiz nicht sehr aussagekräftig ist.

Es steht, dass Mitzoram letztlich ziemlich willkürlich Indien zugeschlagen wurde, dass die Bevölkerung aber eher mit der von Burma etc verwandt ist.

Zweitens sind 87% der Bevölkerung christilich. Das heisst die Missionare des 19. Jahrhunderts haben ganze Arbeit geleistet.

Drittens heisst es im Film dass auf eine Bevölkerung von ca. 1 Million sich ca. 2000 Personen zum Judentum hingezogen fühlen. Das wären 2 Promille der Bevölkerung. Sogar wenn man sagt, dass es dort 8000 potentielle Juden gibt, wäre es immer noch unter 1%,

Jetzt warte ich gespannt auf die nächste Folge, wo beschrieben wird, was genau die Indizien für eine jüdische Abstammung sind.

Aus der ersten Folge habe ich schon geschlossen, dass Brith Milah und Shabbat nicht überliefert wurden.

http://de.wikipedia.org/wiki/Mizoram

/wiki/Histoire_des_Juifs_en_Inde

http://en.wikipedia.org/wiki/Bnei_Menashe

fille - Oktober 6, 2010, 19:40

„ultraorthodox“ ist die gängige deutsche Übersetzung von „chareidi“, soviel ich weiss.

Da ich mich nicht darauf verlassen kann, dass man das Wort „chareidi“ hier versteht, habe ich lieber das deutsche Äquivalent genommen.


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