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Einfach mal lesen Juli 19, 2010, 21:59

Posted by Lila in Presseschau.
trackback

….wer es noch nicht gelesen hat. Ein Israeli aus dem Süden erzählt den Lesern der taz, wie es sich in Reichweite der Raketen lebt.

Die Kommentare sind natürlich teilweise dementsprechend giftig. Man verwechselt mal wieder Ursache und Wirkung. Ich weiß nicht, was über die taz gekommen ist, daß sie mal einen ganz normalen Israeli haben schreiben lassen, wie sich das von unserer Seite aus anfühlt. Nun, ich denke, dieser schwere Fehler wird ihnen nicht noch einmal unterlaufen. Sie haben schließlich ein Lesepublikum zu verlieren, daß von vornherein weiß, wo der Schwarze Peter steckt.

Aber immerhin. Lobenswert.

Kommentare»

1. boxi - Juli 19, 2010, 22:10

ich hatte ehrlich gesagt mit schlimmeren kommentaren gerechnet. vielleicht wurden manche aber ja auch weggefiltert. die taz als „israelgegner“ darzustellen, dem kann ich nicht folgen.
liebe grüße.

2. willow - Juli 19, 2010, 22:27

@boxi

Es stimmt, daß in den letzen Monaten in der TAZ gelegentlich -neben dem nach wie vor dominierenden antiisraelischen Mainstream- auch der eine oder andere erstaunlich faire Beitrag veröffentlicht wurde.

Aber an der Reaktion der Stammleserschaft (etliches wird tatsächlich der Zensur zum Opfer gefallen sein- läßt sich doch eindeutig erkennen, wie befremdlich es TAZ-geschulten Lesern vorkommt, wenn ausnahmsweise mal etwas anderes gebracht wird als die übliche Totalverdammnis alles israelischen…

3. Wolfram - Juli 19, 2010, 23:24

Als Lionel Jospin in der Universität in Ramallah mit Steinen beworfen wurde, weil er gewagt hatte, die Hezbollah als Terroristen zu bezeichnen und zum Frieden aufzurufen, stutzte Europa… aber nur für einen Moment. Sollte es denn möglich sein, daß die Palästinenser nicht das gepeinigte Volk wären, das gänzlich gegen seinen Willen zur Waffe greift, weil es absolut keine andere Möglichkeit hat? Nein, das kann nicht sein – um, ich glaube Brecht zu zitieren: „dieses schließt er messerscharf, weil nicht sein kann, was nicht sein darf“.

4. Blaabaer - Juli 20, 2010, 7:12

Liebe Lila, seit ich in Norwegen lebe, erscheint mir die deutsche Berichterstattung durchaus pro-israelisch. Und die deutsche Bevölkerung sowieso.

5. Lila - Juli 20, 2010, 7:34

Blaabaer, now you really made my day….

null

6. Ostap Bender - Juli 20, 2010, 10:08

Noll habe ich im MDE-Café in Leipzig anlässlich des 60sten Jubiläum Israels erlebt. Er bringt die Tatsachen deutlich, schnell und „entspannt“ auf dem Punkt.

7. Yon - Juli 20, 2010, 15:07

Über diese „Hilfsflotte“ gab es in der TAZ auch einen kritischen Artikel, über den ich mich gefreut hab… Daraufhin kündigte mindestens ein Kommentator an, das Abo zu kündigen. Aber es gibt solche Artikel immer mal wieder.

8. yael1 - Juli 20, 2010, 16:19

Ich denke ein Leser fasst einige Kommentare dort sehr gut zusammen:

„hier schreibt ein augenzeuge, der die lage in nahost beurteilen kann, der nur wenige kilometer vom ort des geschehens weg wohnt, ganz nüchtern seine tägliche realität. und trotzdem glauben einige glaubenskrieger, die sich ihre hintern im friedlichen deutschland wund sitzen, sie müssten ihn belehren oder gar beschimpfen.“

Ab und an schreibt die TAZ mal solche Artikel, zu selten, wenn man bedenkt, was die teilweise für haarsträubende Dinge über Israel publizieren.

9. Sanníe - Juli 20, 2010, 16:24

Aha.
Und wo war jetzt das Neue in dem Artikel? Eure Wahrnehmung der deutschen Presse ist schon sehr selektiv, das alles weiß ich doch bereits aus den so lügnerischen Mainstream-Medien. Vielleicht wird manchmal einfach vergessen, daß Israel für deutsche Nachrichten nicht den Nabel der Welt darstellt und die Herkunft eines Todesopfers es deshalb nicht mehr in die Hauptausgabe der Tagesschau paßt.

Was mir aber wirklich übel aufstößt in diesem selbstgerechten Pamphlet ist der Ton. Wer Gutmensch und Friedensfreund derart abwertend und verächtlichmachend gebraucht, Lügen und Verschwörung unterstellt, muß sich wirklich nicht wundern, wenn er weder als objektive Quelle noch als seriöser Diskussionspartner taugt.

Sorry.

10. Lila - Juli 20, 2010, 16:47

Komisch, Sannie, ich treffe in Deutschland dauernd Leute, die das überhaupt nicht wissen und zB meinen Qassam-Ticker ziemlich erhellend finden. Gut, daß Du so gebildet bist, dann brauchst Du ja meinen Blog nicht!

11. Sanníe - Juli 20, 2010, 17:59

Vielleicht liegts ja auch daran, daß es die meisten Leute gar nicht genug interessiert. Ich bin durch Dein Blog bestimmt sensibilisiert worden und lese Deine Perspektive immer gern, sonst wäre ich nicht hier. Den Ton des Artikels in der taz aber fand ich furchtbar. Warum bist Du deshalb so giftig?

12. Lila - Juli 20, 2010, 18:04

Sorry, war unnötig, ist zu unfreundlich rausgekommen.

13. willow - Juli 20, 2010, 18:32

@Sannie

Ich fand den Ton eigentlich nicht besonders selbstgerecht – eher selbstbewußt… etwas, das hier irgendwie überhaupt nicht gut ankommt. Der nachdenkliche, selbstkritische, defensive Jude durchaus, besonders wenn er sich pro-palästinensisch positioniert.

Palästinenser, die ihre Standpunkte ohne wenn und aber darstellen sind dagegen für hiesige Leser völlig O.K. … seltsam.

14. yael1 - Juli 20, 2010, 19:52

„Warum bist Du deshalb so giftig?“

Das wollte ich eigentlich dich fragen, denn den ersten Teil deines ersten Postings fand ich ein wenig giftig. Gegen wen eigentlich, wenn du von EUCH sprichst.
Natürlich ist Israel nicht der Nabel der Welt, nur wenn man mitbekommt wieviel darüber geschrieben wird, wieviele von dem Thema in Deutschland geradezu besessen sind, scheint das eher das Gegenteil zu sein. Manche machen Israel zum Nabel der Welt und das meistens negativ besetzt.

15. Sanníe - Juli 20, 2010, 20:16

Nee Willow, das sind Stereotype vom gebückt gehenden Juden und vom Deutschen, der es gern unterwürfig mag, die ich beide nicht teile und mir auch nicht unterstellen lassen mag.

16. Vered - Juli 20, 2010, 20:39

Ein norwegischer Freelance- Journalist, der schon seit Jahren in Israel lebt, konnte einen gründlich rechierten Artikel über den Alltag im Westjordanland bei keiner einzigen norwegischen Zeitung unterbringen. Der Tenor der Redanktionskommentare : Das können wir nicht nehmen, wir wollen unsere Leser nicht vergraulen.

17. willow - Juli 20, 2010, 22:39

Nein Sannie, aber der hiesige „Philosemitische“ mag eben Juden, die ihn an Nathan den Weisen erinnern…

Viele der Leser hier sind z.B. ziemlich verunsichert und erschreckt, wenn Lila bissiger als gewohnt reagiert 😉

18. Sanníe - Juli 21, 2010, 11:03

Nein Willow, das behauptest Du nur einfach.


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