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Paradiesvögelchen Juli 16, 2010, 15:21

Posted by Lila in Land und Leute, Presseschau, Uncategorized.
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Soeben fällt mir ein, daß ich neulich was über einen Film gelesen habe, Plot in etwa: israelische Juden helfen einer Familie aus dem Gazastreifen in der Zeit, als deren kleiner Sohn in Israel Chemotherapie bekommt – im Gegenzug erzieht die stolze palästinensische Mutter den Kleinen zum Shahid. Charmant. Sowas kann man nicht erfinden, im Nahen Osten ist es Realität. Es war ein dokumentarischer Film, der in einem Festival irgendwo lief.

Ich kenne ja selbst genügend Leute, die an solchen Hilfsdienst freiwillig teilnehmen, einen Tag die Woche opfern, um Kranke aus der Westbank abzuholen und nach Tel Aviv oder Haifa zu bringen, damit sie dort behandelt werden. Herrje, wo habe ich was über diesen Film gelesen???? Bestimmt, hoffentlich, vielleicht  weiß jemand, wovon die Rede ist… aber es lohnt sich auf jeden Fall, den bei Israel Matzav verlinkten Videoclip anzugucken, von einer arabischen Jugendband, die in ihren Lieder den Tod des Shaid preist…

All die Tembel in den deutschen Foren und Talkbacks, die immer behaupten, Israelis und Palästinenser wären einfach nur spiegelverkehrte Ausgaben von Haß und Mordgelüsten, die sollen mir mal ein Gegenstück zu solcher Blutrunst und Verhetzung aus dem israelischen Mainstream zeigen… ich wurschtele gerade einen Eintrag über den Musikgeschmack meiner Kinder zusammen, der Vergleich bietet sich an.

Gerade hören sie volle Pulle Coldplay…. und ich würde Johnny Rotten ebenfalls ertragen, denn der Mann hat Rückgrat.  Er ist vielleicht auch „israelkritisch“, aber wenigstens macht er in Tel Aviv den Mund auf und predigt uns nicht aus London.

„I’m anti-government… and I shall be making that loud and clearly proud once I’m in Israel,“ Lydon told the BBC, adding that PiL has been receiving „a lot of hate mail… [but] I say, ‚Don’t be so ignorant, it’s John speaking here and I’m going there to cause trouble and I will do it musically.'“

Und ist dieses Video schon bekannt? Vermutlich, ich bin bei sowas ja die letzte…

Kein großes Kunstwerk, aber ein ernstes junges Mädchen, und der Text – leider unbestreitbar was dran, wenn auch reim-mäßig holperig. Ich persönlich mag jede Art von Blutmetaphorik nicht, „jüdisches Blut“ ist ein Schlagwort, das ich nicht schätze, weil es suggeriert, daß jüdisches Blut sich von anderem unterscheidet – aber daß der Welt egal ist, wenn hier in Israel Leute umkommen oder verletzt werden oder ihr Heim verlieren, das stimmt leider. Wo waren die internationalen Aufschreie, als hier jeden Tag die Bomben hochgingen? Nicht mal zum Wort „Terror“ konnten sich die deutschen Zeitunger aufschwingen. „Extremisten“ oder „Militante“ oder auch „empörte, verzweifelte Opfer der Besatzung“, ja ja… Ich verstehe den Zorn, der hinter Yedidas Lied steht, sehr gut, auch wenn ich ihn nicht so ausdrücken würde und ich politisch doch deutlich weiter links bin. Aber das Lied berührt einen Nerv und spricht aus, was wir oft fühlen und denken. Oh, und es wünscht niemandem den Tod.

Kommentare»

1. Popeye - Juli 16, 2010, 17:10

„Und ist dieses Video schon bekannt? Vermutlich, ich bin bei sowas ja die letzte…“

Stimmt! ((-;

Ich könnte jedesmal heulen, wenn ich das Lied höre!

Von dem Film habe ich auch schon gelesen, vielleicht bei Heplev? Ob er vielleicht mal deutsch synchronisiert oder untertitelt rauskommt?


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