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Riesenküken Oktober 5, 2009, 11:57

Posted by Lila in Kibbutz, Kinder, Katzen.
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Ach ja, ich hab ihn für eine Woche zu Hause, meinen Primus.  Wie immer  ist Primus zugänglich, mitteilsam und sitzt gern mit mir zusammen. Er ist in seinem Sanitäterkurs erfolgreich, es macht ihm Spaß, er sieht Sinn in der Aufgabe und zu seiner eigenen Überraschung hat er tatsächlich ein Händchen dafür. (Und nein, er lernt nicht, wie man auf dem Schlachtfeld Nieren und Bindehäute entnimmt und sie dann bei Ebay verkloppt…)

Er versteht sich auch mit den anderen Jungens gut, mit Mädchen ja sowieso. Sobald er hier ist, entsteht um ihn wieder der vertraute Kreis von anderen netten Kerlen, lauter freundliche junge Männer, mit denen ich mich tatsächlich unterhalten kann.  Stetige Freundschaften, über Jahre hinweg.

Ich vermisse Primus aber nach wie vor sehr, sehr, sehr, aber ich verberge das so gut ich kann, warum sollte ich ihn damit belasten?  Aber er kennt mich gut genug und nimmt mich in den Arm, bevor er abends seiner Wege geht: „du mußt dich dran gewöhnen, daß ich nicht mehr dein Küken bin“. Da muß ich lachen. Küken? Ja wahrhaftig, er ist kein Küken mehr, er ist der reinste Kormoran, Albatros, also irgendwas mit gigantischer Spannbreite.

Aber er war doch mal ein Küken, auch wenn er sich daran nicht mehr erinnert. Purim 1991 war er sogar als Küken verkleidet. Das war der Tag, an dem wir die Plastikplanen von den Fenstern reißen konnten, weil der Krieg gegen Saddam Hussein beendet war. Große Erleichterung – wir haben die Gasmasken zwar nicht getragen und Primus´ Zeltchen nicht benutzt, aber angenehm war das Ganze nicht. Alle Babies im Babyhaus waren als Küken verkleidet, die gute Metapelet als Glucke, und es war ein schöner Tag. Primus schiebt sich hier  gerade ein Hamansohr (Hamantasche) in den Mund.

1991 02 purim

Und ich war erleichtert, daß ich nun nicht mehr für den Transport sämtlicher ABC-Zelte von den Häusern der Eltern ins Babyhaus, für deren sachgemäße Aufstellung und den Rücktransport zuständig war. Ja, das war nämlich mein Job während des Kriegs.  Ein besonders netter Tag, als Margalit zur Arbeit nach Haifa fuhr, ihr Baby zwar im Babyhaus ließ, aber ihr Haus abgesperrt war. Ich bin durchs Badezimmerfenster geklettert, um das Zelt von Margalits Söhnchen aus dem Schlafzimmer zu holen. Verrückte Zeiten. Natürlich hat sie mich dafür angeschrieen, als  sie nach Hause kam. (Handies gab es damals noch nicht.)

Und das ist Primus vor ein paar Monaten, mit Quarta (nachdem er sich gerade mit der Brummbrumm-Maschine den Kopf wieder geschoren hat, leider….). Er mag keine Kameras, daher der skeptische Blick.

2009 09

Arik Einstein, Uf gozal (Flieg, kleiner Vogel)

Und ich freue mich, daß ich nun nicht mehr für den Transport sämtlicher ABC-Zelte von den Häusern der Eltern ins Babyhaus, für deren sachgemäße Aufstellung und den Rücktransport zuständig war. Ja, das war nämlich mein Job während des Kriegs.  Ein besonders netter Tag, als Margalit zur Arbeit nach Haifa fuhr, ihr Baby zwar im Babyhaus ließ, aber ihr Haus abgesperrt war. Ich bin durchs Badezimmerfenster geklettert, um das Zelt von Margalits Söhnchen aus dem Schlafzimmer zu holen. Verrückte Zeiten. Natürlich hat sie mich dafür angeschrieen, als  sie nach Hause kam. (Handies gab es damals noch nicht.)

Kommentare»

1. willow - Oktober 5, 2009, 12:49

Hah! Und du machst dich darüber lustig, wenn ich D. (20 Jahre, gefühlt 2m Länge) „Kind“ nenne… 😉

übrigens:

„Der Kormoran (Phalacrocorax carbo) ist 80 bis 110 Zentimeter groß, 2000 bis 2500 Gramm schwer und hat eine Spannweite von 130 bis 160 Zentimetern. “ 😉

Natürlich freue ich mich mit dir, daß du dein Küken endlich mal wieder für paar Tage bei dir hast… 🙂

2. Lila - Oktober 5, 2009, 13:07

Ich sag schon nichts mehr… 🙂

3. kaltmamsell - Oktober 5, 2009, 15:50

Völlig nachvollziehbar. Ich werde vermutlich auch dann noch von meinem kleinen Bruder sprechen, wenn ich ihm mit 80 zum 75. Geburtstag gratuliere.

4. Marlin - Oktober 5, 2009, 21:40

Süß.

5. zimtapfel - Oktober 5, 2009, 22:40

So ein schönes Bild von dir und deinem niedlichen Kückenkind! Und das soll jetzt der große Kerl auf den unteren Foto sein?
🙂

6. Barbara - Oktober 6, 2009, 14:03

Ja, komisch, wie schnell kleine Kinder groß werden – ich habe ja keine eigenen, aber wenn ich zum Beispiel höre, wie ehemalige Mitschüler von erwachsenen jungen Leuten mit „Mama“ und „Papa“ angeredet werden, dann wird mir doch ganz anders…

7. salip - Oktober 6, 2009, 20:16

Hallo Lila!
Danke fuer das Lied! Ich kannte es schon vorher, habe den Text aber nie verstanden und das Video auch noch nie gesehen. Habe gerade meinen 7 Monate alten Sohn in einer Kinderkrippe angemeldet und heute zum ersten Mal einer Babysitterin ueberlassen. Hab mir das Video angeschaut und so richtig geheult, tat richtig gut! Geniesse die Zeit mit Deinem Kueken! Liebe Gruesse

8. Lila - Oktober 7, 2009, 0:08

Ja, es fängt an mit der Nabelschnur – eine unendliche Reihe von Abnabelungen aller Art. Einerseits ist man ja stolz drauf, daß die Kinder immer größer werden – aber wenn sie einem nicht mehr auf den Schoß klettern, das ist schon traurig.

Na ja, ich halte mich an Nichten und Neffen schadlos… und den Katzen natürlich.


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