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Die Stirn August 24, 2009, 2:09

Posted by Lila in Presseschau.
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Ich hatte eigentlich gedacht, so schnell kriegt mich kein Thema mehr zum Bloggen zurück, aber gerade habe ich etwas gelesen, das mich doch wieder dazu treibt.

Schweden bietet Israel die Stirn

Das kleine, von vielen Feinden verfolgte Schweden, ein Land der Flüchtlinge und Opfer,  bietet tapfer dem übermächtigen, reichen, arroganten Israel die Stirn! Richtig so, bei der Überschrift weiß man ja gleich, wo man seine Sympathien zu verteilen hat.

Der Regierung in Stockholm ist die Meinungsfreiheit in ihrem Land wichtiger als die Empfindlichkeiten in Jerusalem.

Auch hier ist wieder eindeutig klar, wo die Sympathien liegen. Der Ton ist eindeutig: …und das ist auch gut so!  Wartet mal, bei einer so eindeutig Partei ergreifenden Sprache kann es sich doch nur um einen Kommentar handeln? Aber nein, es ist eine Agenturmeldung. Also eine sachliche Darstellung der Fakten.

Wie sehen die Fakten also aus? Auf der einen Seite die hochgeschätzte Meinungsfreiheit, auf der anderen Empfindlichkeiten. Man beachte den Plural – nicht etwa Empfindlichkeit, wie sie sich nach einer erlittenen Verletzung einstellen, sondern Empfindlichkeiten, wie von einer launischen Diva. Nun gut.

Der Streit hat sich an einem schwedischen Zeitungsartikel entzündet, der massive Vorwürfe gegen Israels Armee erhebt.

Wie sehen die massiven Vorwürfe aus?

Die Angehörigen eines 1992 getöteten Palästinensers kamen zu Wort – sie präzisierten die Vorwürfe gegen die israelische Armee. Organe des 19-jährigen Bilal Achmad Ghanem sollen damals von israelischen Soldaten entnommen worden sein.

Wie wäre es an dieser Stelle mit einer kleinen Klarstellung? Ein erschossener Demonstrant ist nicht gerade die ideale Zielgruppe für eine Organentnahme, eine Gruppe von jungen Soldaten nicht genau die richtigen Fachleute dafür, und eine Art Schlachtfeld nicht genau das sterile Umfeld, das man für so einen diffizilen Eingriff braucht. Das müßte wenigstens mal erwähnt werden, damit die abstruse Geschichte das richtige Gewicht erhält. Außer palästinensischen Vorwürfen liegen keinerlei Anhaltspunkte dafür vor, daß die israelische Armee gezielt Palästinenser tötet, um ihnen Organe zu entnehmen. Kein einziger Anhaltspunkt, nichts. Einfach nur die Aussage einer palästinensischen Familie, die ihren Sohn durch israelische Kugeln verloren hat und bereit ist zu beschwören, daß er in einem israelischen Krankenhaus geplündert würde.

Nun glauben viele Leute ja auch, daß Israel den Tsunami vor ein paar Jahren durch Untersee-Nuklearexperimente ausgelöst hat, daß der Mossad hinter dem Anschlag auf das WTC steckt und hinter der Entführung (war es eine?) der Arctic Sea, daß israelische Labors die AIDS- und Schweinegrippe-Viren ausgebrütet haben, daß Israel palästinensischen Kindern die Augen entnimmt, um sie jüdischen augenkranken Kindern einzupflanzen, daß Israel Wildschweine auf Palästinenser abrichtet und losläßt, daß Israel vergiftete Ballons in den Libanon schickt… es wird alles, alles geglaubt. Wirf nur genügend Dreck auf Israel, irgendwas wird schon hängenbleiben. So abstrus jeder einzelne Vorwurf ist, in ihrer Masse tragen sie dazu bei, Israels Ansehen unwiderruflich zu schädigen.

Ich war in der letzten Zeit in Deutschland und habe festgestellt: ein Tag ohne Greuelpropaganda gegen Israel scheint deutschen Zeitungen als verlorener Tag zu gelten.

Aber was bitte hat die Verbreitung von Greuelpropaganda mit Meinungsfreiheit zu tun? Es ist das eine, einen Kommentar über Israel zu schreiben und darin klar zum Ausdruck zu bringen, daß man Israel alles zutraut, auch, Toten unter unsterilen Bedingungen Organe zu entnehmen, diese irgendwie am Leben zu erhalten und dann auch noch gewinnbringend zu verkaufen. Aber es ist das andere, so zu tun, als hätte man dafür Beweise, und das als Bericht, nicht als Op-Ed zu veröffentlichen.

Erinnert sich vielleicht noch jemand an Katharina Blum? Wenn es um die Ehre und Zukunft von Menschen geht, sollte man vielleicht mit Lügen dieser Art etwas vorsichtiger umgehen. Wie viele Juden sind gestorben, weil ein verhetzter Mob geglaubt hat, daß sie kleine Kinder schlachten, um ihre Mazzen daraus zu backen? Das sind keine „Empfindlichkeiten“, das sind bittere Lehren aus der Geschichte. So werden Feinde entmenschlicht – indem man ihnen Taten unterstellt, die als unmenschlich empfunden werden.

Darum zieht das Argument mit der Meinungsfreiheit nicht. Die Mohammed-Karikaturen waren Karikaturen, kein Pseudo-Tatsachenbericht.  Und wie groß war da die Vorsicht in Schweden, sich mit ihnen die Finger zu beschmutzen! Wie viele Zeitungen wagten es nicht, sie abzudrucken. Doch wenn es um Israel geht, vermischt man munter Tatsachenbericht und Aussprechen einer Meinung. Auch der Kölner Stadtanzeiger tut das, indem er nicht darauf hinweist, daß es sich bei der Organentnahme-Geschichte um eine durch nichts faktisch abgesicherte Mär handelt. Und die darf man nicht einfach so in Umlauf bringen.

Daß die israelische Regierung diesem verrückt gewordenen Affen aber noch Zucker gibt, macht die Sache noch schlimmer. Eine schlichte Klage wegen übler Nachrede gegen die Zeitung, eingereicht von der Armee, hätte mehr gebracht als Appelle an die schwedische Regierung. Die Regierung wird sich hüten und ein Wort gegen die journalistischen Praktiken in Bezug auf Israel sagen. Ich meine, die wollen doch wiedergewählt werden.

Von Schweden haben wir uns nichts zu erhoffen, nie gehabt. Schweden, so sehr ich das Land liebe und wunderschön finde, ist überwiegend so anti-israelisch eingestellt, daß die Menschen es schon selbst nicht mehr merken. Wenn die schwedische Volksmeinung sich frei in solchen Geschichten ausgedrückt sieht und gegen eine Richtigstellung empört die Stirn hebt – dann kann man wohl nicht darauf zählen, daß jemandem in Schweden überhaupt die Ungereimtheiten der Story aufgefallen sind.

Aber vom Kölner Stadtanzeiger und anderen deutschen Zeitungen, die natürlich dieselbe Agenturmeldung unkommentiert übernehmen, hätte ich das nicht erwartet. Im Thüringer Anzeiger lautet die Überschrift: Israel: Schweden soll „antisemitischen“ Artikel verurteilen. Merke: Antisemitismus gibt es nur in Anführungszeichen, als Keule, als Vorwurf. In Wirklichkeit gibt es den gar nicht. Falls Juden oder Israelis sich über solche Geschichten empören, sind das Empfindlichkeit, die zynisch und eindeutig abgetan werden. Wie lächerlich die Forderung, auf journalistischer Fairness und gründlicher Recherche zu bestehen!

Kurz, es ist zum Verzweifeln. Ich will nicht mehr bloggen, weil ich solchen ekelhaften Lügengeschichten, die kritiklos einfach geglaubt werden, aus dem Weg gehen will. Diesmal ging es nicht. Außerdem bin ich in Arbeit geradezu eingemauert und leide am Überwältigt-Syndrom. Es ist drei Uhr, und ich muß noch einen Kuchen backen, der um sieben Uhr feierlich verspeist werden soll. (Nein, Israelis backen nicht mehr mit Menschenblut, es ist einfach zu sehr im Preis gestiegen.)

Zum gleichen Thema auch David Bogner.

Und Meryl Yourish.

Kommentare»

1. Jessica - August 24, 2009, 2:39

Hi Lila, da kommt man endlich mal wieder dazu, sich Dein Blog anzusehen – und ich versuche gerade, meiner Mutter, die mir mit den Kindern hilft und in Amiland festsitzt, das Blog-lesen beizubringen, und Du willst aufhoeren. Das geht nicht. 😉

Das mit den Organen ist aus medizinischer Sicht wirklich witzig … die so ge-harvesteten Organe wollte bestimmt niemand mehr!

Liebe Gruesse,
Jessica

2. Noa - August 24, 2009, 5:34

Schade, dass ein so trauriger (und erschreckender wie ich finde) Anlass dich wieder ans Laptop gebracht hat. Und trotzdem – willkommen zurueck! Freut mich, dass es wieder was zu lesen gibt von dir.
Noa

3. Vorwürfe als taktische Waffe « Nach der Wahrheit graben - August 24, 2009, 9:54

[…] Es wird alles, alles geglaubt. Wirf nur genügend Dreck auf Israel, irgendwas wird schon hängenbleiben. So abstrus jeder einzelne Vorwurf ist, in ihrer Masse tragen sie dazu bei, Israels Ansehen unwiderruflich zu schädigen. via Lila […]

4. mia12 - August 24, 2009, 10:27

Schön, dass Du zurück bist, Lila, auch wenn der Anlass ein nicht wirklich erfreulicher ist.

5. Janina - August 24, 2009, 11:14

Liebe Lila,
schön, daß Du zurück bist. Viel Spaß beim Kuchen backen und ein tolles Fest/Treffen.

Auch wenn es zermürbend und frustrierend sein muß – bitte blog weiter. Egal ob der übliche Wahnsinn, Kinder, Arbeit oder Kibbuzgeschichten, Dein Stil ist wunderbar zu lesen und bereichert.

6. yael1 - August 24, 2009, 13:41

Bitte Lila, mach weiter. Wir haben dich doch alle vermisst.

7. willow - August 24, 2009, 14:14

Tja, wie es Israel auch macht, es ist falsch…

Wobei ich es überwiegend positiv sehe, wenn wenigstens irgendetwas gegen diese täglichen Verleumdungen unternommen wird – würde es doch bittebitte mit etwas mehr handwerklichem Geschick passieren.

Immerhin sind in diesem Fall die Vorwürfe derart abstrus, daß sie *eigentlich* jedem, der nicht hoffnungslos israel- und/oder judenfeindlich ist, empören müßten. Eigentlich… aber leiderleider will ja ein nicht geringer Teil der Bevölkerung -in Schweden wie auch anderswo- genau solche Anschuldigungen lesen.

Malte Lehming
Israels Regierung unter Benjamin Netanjahu ist überzeugt davon, dass die schlechte Reputation ihres Landes in der Welt nichts mit Israels Politik zu tun hat, sondern das Ergebnis antisemitisch eingestellter Medien ist. Frei nach dem Motto: Kann der Bauer nicht schwimmen, ist die Badehose schuld.
http://www.tagesspiegel.de/meinung/kommentare/auf-den-punkt/Israel;art15890,2881829

Der Versuch, wenigstens einige der Kommentarbereiche zu diesem Thema zu konsumieren führt erwartungsgemäß zu noch stärkerem Brechreiz…

Immerhin, endlich wird das Thema der ungerechten Anschuldigungen endlich mal vor einer breiteren Öffentlichkeit thematisiert. Auch wenn natürlich mal wieder die Juden die Bösen sind.

PS:Wer jetzt -durchaus zu Recht- auf die Pressefreiheit hinweist möge mir doch bitte erklären, warum bei den Mohamedkarrikaturen ein gaaaaanz anderer Maßstab angelegt wurde.

8. Klartext – David Frankfurter: Schwedensauna « abseits vom mainstream – heplev - August 24, 2009, 18:05

[…] dazu: – Fjordmann: Der Schwedische Judenhass – Lila: Die Stirn – Michelle Mazel (Frau eines ehemaligen israelischen Botschafters in Schweden): Abusing Freedom of […]

9. Manfred - August 24, 2009, 19:13

Endlich! So ein Rungholt-Entzug schmerzt auf die Dauer schon sehr.

10. Endlich! | Manfreds politische Korrektheiten - August 24, 2009, 21:28

[…] (”Letters from Rungholt“) hat ihren persönlichen Blogger-Ramadan beendet und zerpflückt mit der ihr eigenen Klasse die Berichterstattung deutscher Medien über den schwedisch-israelischen Streit um einen […]

11. lalibertine - August 24, 2009, 21:51

Ich dache ich würde mich freuen, wenn ich wieder was von Dir lese – aber der Anlass ist einfach zu ekelhaft.

12. Kurzmeldungen aus dem Nahen Osten (und Schweden) III « Freunde der offenen Gesellschaft - August 24, 2009, 22:15

[…] Die gute Nachricht zum Schluß: Lila ist wieder da! […]

13. Andreas E. - August 25, 2009, 11:35

Zwar stimme ich deiner Kritik an den völlig lächerlichen und haltlosen Vorwürfen zu, was mich jedoch ebenso massiv stört, ist folgendes:
irgendeine deutsche Zeitung druckt einen israelfeindlichen/israelkritischen Beitrag => Lila schreibt alle deutschen Zeitungen (sprich: „alle Deutsche“) sind auch so eingestellt.
Da fühle ich mich persönlich auch völlig ungerechtfertigt angegriffen.

14. Lila - August 25, 2009, 12:10

Wo habe ich was von „allen deutschen Zeitungen“ geschrieben? Meintest Du diesen Satz:

Aber vom Kölner Stadtanzeiger und anderen deutschen Zeitungen, die natürlich dieselbe Agenturmeldung unkommentiert übernehmen, hätte ich das nicht erwartet.

Wie bist Du davon auf „alle Zeitungen“ gekommen? Ich habe doch extra gesagt, daß ich eigentlich eine kritischere Reaktion erwartet hätte. Denn die Vorwürfe sind ja wirklich extrem unhaltbar.

Es war nicht irgendeine deutsche Zeitung, wie Du sagst, die diesen Artikel gebracht hat. Es waren viele, die die Agenturmeldung übernommen haben, Wort für Wort, ohne eigenen Kommentar. Die Wahl der Überschriften ist ebenfalls aufschlußreich.

Ich würde mich freuen, wenn es in einer deutschen Zeitung eine faire Darstellung dieser lügnerischen und bösartigen Unterstellung gibt, oder mal eine Reflektion darüber, wie so eine Meldung überhaupt zustandekommt. Ich hab keine gefunden. Andreas, wenn Du eine gefunden hast, schick doch bitte den Link.

Übrigens hat die Familie des Palästinensers selbst gesagt, daß es keinerlei Beweise für die Geschichte gibt, und auch, daß sie keinem Journalisten ein Interview gegeben haben.

Ob diese Meldung es auch in die Schlagzeilen der deutschen Zeitungen schafft? So wie die mit den „massiven Vorwürfen“? Achte mal auf sowas, Andreas, bevor Du meinst, ich greife irgendjemand ungerechtfertigt an.

(Falls sich jemand ins Thema Schweden und Nahostkonflikt einlesen will – hier gibt es Material. Ich habe leider keine Zeit, mich da durch zu arbeiten und alle Links zu überprüfen).

15. yael1 - August 25, 2009, 13:29

@andreas Unsinn. Wer sich den Schuh anziehen will, tut es. Bleib doch bei dem Text den Lila schreibt und interpretiert nicht immer solchen Unsinn hinein.

Lila, nicht nur das obige. Wenn man bedenkt, dass es medizisch eine Sensation wäre, Organe von toten Menschen, die auch noch obdukziert worden, zu transplantieren, müsste jeder Volldepp etwas bemerken. Spätestens dann. Aber Journalisten, die eigentlich die Pflicht haben, sorgfältig und abgewogen zu recherchieren und zu schreiben, findet man heute kaum noch mehr. In Deutschland beobachte ich das schon seit vielen Jahren.
Lass dich bitte nie von jemanden abhalten, weiter zu bloggen. Gönne es denen nicht.

16. Andreas - August 25, 2009, 18:08

Ich kritisiere den folgenden Satz:

„ein Tag ohne Greuelpropaganda gegen Israel scheint deutschen Zeitungen als verlorener Tag zu gelten.“

Die deutschen Zeitungen (und damit indirekt auch deren Leser) so über einen Kamm zu scheren und zu verurteilen lässt sich meiner Erfahrung nach nicht durch Tatsachen rechtfertigen.

Ich weiß ehrlich gesagt nicht wie viele Zeitungen die Meldung unkommentiert und komplett übernommen haben und ich kann das jetzt auch nicht mehr nachprüfen. Ich weiß nur, dass die momentane Berichterstattung zum Thema (z.B. auf den Seiten der Süddeutschen Zeitung, Focus und Spiegel) sehr sachlich und objektiv ist. In den Zeitungen, die ich normalerweise lese sind mir auch noch nicht durch israelfeindliche Berichterstattung aufgefallen.
Deine Beispiele belegen zwar, dass es Negativbeispiele gibt, das reicht aber nicht zu solchen Verallgemeinerungen.

17. willow - August 25, 2009, 18:32

@13. Andreas E. – August 25, 2009, 11:35

irgendeine deutsche Zeitung druckt einen israelfeindlichen/israelkritischen Beitrag => Lila schreibt alle deutschen Zeitungen (sprich: „alle Deutsche”) sind auch so eingestellt.
Da fühle ich mich persönlich auch völlig ungerechtfertigt angegriffen.

Wenn du schon fragst, kennst du eine bekanntere deutsche Zeitung/Zeitschrift, die nicht überwiegend israelfeindlich schreibt?

Kannst du dich erinnern, wann du zum letzten Mal einen Beitrag gelesen hast, in dem Israel halbwegs positiv dargestellt wurde?

Und der Rundfunk ist eher noch einseitiger israelhassend, speziell die (GEZ-finanzierten) Infosender…

18. Lila - August 25, 2009, 18:35

In der Süddeutschen sachliche Berichterstattung über Israel? Wir leben anscheinend in Paralleluniversen. Die Süddeutsche bringt es nicht mal fertig, einen Bericht über Heiraten in Israel zu veröffentlichen, ohne Israel einen reinzuwürgen.

Die negative Grundeinstellung gegen Israel ist schon so zur zweiten Natur geworden, daß keiner mehr nachprüft, woraus sie sich speist. Daß Dir die Berichterstattung sachlich vorkommt, ist das beste Beispiel dafür.

Ich könnte die Berichterstattung über die Fatah heranziehen, um zu zeigen, wie systematisch der Schwarze Peter Israel zugeschoben wurde, obwohl die Beschlüsse der Fatah eindeutig waren und kein bißchen kompromißbereiter als die Hamas. Auch hier verweise ich auf Ruth, die darüber geschrieben hat.

Es herrscht Konsens in den deutschen Medien, daß „israelische Siedlungen das größte Hindernis auf dem Weg zum Frieden sind“. Seltsamerweise haben sich weder der palästinensische Terror noch die palästinensische Weigerung zu jedem, auch dem kleinsten Zugeständnis, dieses Prädikat verdienen können. Du wirst nicht mit mir einer Meinung sein, aber ich sehe in der alleinigen Konzentration auf Israel und die Siedlungen eine tendenziöse Sichtweise. Wo bitte war denn die Friedensbereitschaft der Palästinenser, als es noch keine Siedlungen gab? Wo, als Siedlungen abgebaut wurden?

Aber es ist zwecklos. Anti-israelische Propaganda ist so gut absorbiert im deutschen Mainstream, daß sie als sachliche Berichterstattung wahrgenommen wird.

Einer der Gründe, weswegen ich das Bloggen mehr oder weniger an den Nagel gehängt habe. Es ist unheimlich schwer, gegen diesen eisernen Käfig anzukämpfen.

19. Lila zum Streit Schweden/Israel « grenzgaenge - August 25, 2009, 19:38

[…] Das kleine, von vielen Feinden verfolgte Schweden, ein Land der Flüchtlinge und Opfer,  bietet tapfer dem übermächtigen, reichen, arroganten Israel die Stirn! Richtig so, bei der Überschrift weiß man ja gleich, wo man seine Sympathien zu verteilen hat. […]

20. grenzgaenge - August 25, 2009, 19:39

sehr gut geschrieben, lila. volle zustimmung ….

21. willow - August 25, 2009, 20:33

Auch Heplev hat einen interessanten Beitrag zu dieser bitteren Situation…

„Versuche in Europa, Israel als moderne Inkarnation Nazideutschlands darzustellen, waren einst die Domäne der Extremisten. Islamisten, Faschisten und Kommunisten – jeder handelte aus eigenen Gründen – haben die Technik angewendet den jüdischen Staate als Inbegriff des politisch Bösen dargestellt, mit dem kein Kompromiss eingegangen werden kann und für die die totale Ausrottung das einzig akzeptable Ergebnis ist.

Es ist jedoch ein Zeichen der Zeit, dass die Nazifizierung Israels als Verunglimpfungstechnik begonnen hat in den Mainstream einzudringen.“

http://heplev.wordpress.com/2009/08/25/die-nazifizierung-israels/

22. Lila - August 25, 2009, 20:50

Wieder ganz aktuell zum Thema zu lesen:

Mit der „Verteidigung der Meinungsfreiheit“ ist doch nichts anderes gemeint als das Recht, noch die dümmsten Vorurteile, Klischees oder falschen Behauptungen unwidersprochen äußern zu dürfen. Die große moralische Empörung tritt immer erst auf, wenn der Paria sich zu wehren beginnt. Weil auch heute noch gilt: Nicht Antisemitismus ist in Deutschland der Skandal, sondern den Antisemiten zu Recht einen solchen zu nennen.

23. yael1 - August 25, 2009, 22:37

„Einer der Gründe, weswegen ich das Bloggen mehr oder weniger an den Nagel gehängt habe. Es ist unheimlich schwer, gegen diesen eisernen Käfig anzukämpfen.“

Ich verstehe dich sehr gut, Lila. Dieser Erfahrung macht man leider fast überall. Aber bitte nicht gerade deswegen das bloggen aufgeben.
Wenn du genervt bist, schalte Kommentare einfach nicht durch. Mehr oder weniger kennt man sie ja schon. Das ist dein Blog, du stellst die Regeln auf und du musst dich daher nicht damit abgeben.

24. yael1 - August 25, 2009, 22:38

„Nicht Antisemitismus ist in Deutschland der Skandal, sondern den Antisemiten zu Recht einen solchen zu nennen.“

Bingo. Ich kann nur von Deutschland reden, aber in den letzten Jahren wird diese mehr und mehr deutlich. Leider auch in jüdischen Foren.

25. hattori - August 26, 2009, 0:17

Die „gute alte“ Antisemitismuskeule…. +kotz+

26. Lila - August 26, 2009, 0:22

Und noch eine Meinung zum Thema.

So here is how the system works. Palestinians or other Arabs or other Muslims, individuals or groups, tell incredible lies about Israel and then these are uncritically published in Western media. Aren’t reporters supposed to examine stories for accuracy BEFORE they are published? And aren’t editors supposed to critically look at what their publishing to see if it is credible?

27. John Dean - August 26, 2009, 0:52

Darum zieht das Argument mit der Meinungsfreiheit nicht. Die Mohammed-Karikaturen waren Karikaturen, kein Pseudo-Tatsachenbericht. (…)

1. Die Mohammed-Karikaturen waren Hetze. Der „journalitische“ Bericht des Schweden war Hetze. Man kann nicht gleichzeitig dieses Karikaturen bejubeln, wenn man andere Formen von ganz ähnlich gelagerter Hetze ablehnt.

Das passt einfach nicht zusammen. Egal, wie viele Male man es dreht und verdreht.

2. Die schwedische Regierung wäre gut beraten gewesen, wenn sie gesagt hätte, dass sie von dem „Bericht“ des Boulevardjournalisten wenig hält.

3. Lila sieht die Welt, wie sie sie sehen will. Das ist okay – finde ich, denn schließlich mache ich das ja auch ganz gerne so. In allen deutschen Medien, die ich in Deutschland zu diesem „Bericht“ des schwedischen Boulevardjounalisten gelesen bzw. gehört habe, wurde sehr deutlich darauf hingewiesen, dass es für die Vorwüfe des schwedischen Boulevardjournaliten keinerlei Belege gibt.

Ich lebe gerne in Deutschland. Auch deshalb.

4. Die israelische Regierung wäre gut beraten gewesen, wenn sie auf diesen Drecks“bericht“ des schwedischen Boulevardjounalisten sachlicher reagiert hätte – statt sich in die Pose der überschnappenden Hysterie zu werfen. Das mag zwar für innenpolitische Zwecke super funktionieren, aber darüber hinaus bringt das (sehr überzogen formuliert von mir) nur unwesentlich mehr Sympathiegewinn – und wichtiger noch: Verständnisgewinn – wie der brandschatzende islamistische Mob, der sich in verschiedenen islamischen Staaten anlässlich der Mohammed-Karrikaturen gebildet hatte…

Wie gesagt: Auch mit einem etwas ruhigeren, sachlichen Ton kann eine israelische Regierung darauf hinweisen, dass der Drecksbericht dieses Journalisten haltlos und niederträchtig ist. Man muss nicht die schwedische Regierung zu irgendwelchen Handlungen auffordern.

Völlig unnötig. Aber, innenpolitisch geradezu genial von Bibi & Co. Es gibt kaum eine erfolgreichere poltische Strategie, als eben die, durch das effektvolle Zerschlagen außenpolitischen Porzellans erhebliche Vorteile auf dem Feld der Innenpolitik zu erlangen.

Wo die äußere Welt geradezu lustvoll als eine Welt von Feinden und Antisemiten dargestellt inszeniert wird, da müssen einem israelischen Regierungschef die Sympathien einfach nur zufliegen.

Ich nehme an, dass er diese politische Taktikt von seinen palästinensichen Amtsbrüdern abgeschaut hat. Die machen – mit umgekehrten Vorzeichen – seit Jahrzehnten auch kaum etwas anderes.

So funktioniert, ähm, sagen wir mal: verantwortungsvolle Politik, jedenfalls, sofern man den eigenen Machterhalt zum Kernthema des Begriffs Verantwortung zählt.

😉

28. John Dean - August 26, 2009, 1:04

Nur zur Sicherheit bzw. Richtigstellung: Mein Kommentar richtet sich nicht an Lila (mit der ich in der konkreten Frage fast komplett, abgesehen von minimalen Details, einig bin), sondern an die Haltung von so Leute wie die „lieben“ Achtgut-Autoren, welche rassistische Hetze immer dann superprima finden, wenn sich diese gegen die „Richtigen“ richtet, z. B. die „Arabs“, die „Palis“ (eine weniger diminuitive Form würde man dort nicht ertragen – jedenfalls in diesem Fall) oder die „stinkenden Musels“ (u.ä. – mitutner gerne gewählt in Kommentaren).

Die machen doch im Grunde genau das Gleiche wie dieser schwedische Boulevardjohurnalist – und sie nehmen (und das nehme ich ihnen krumm) Israel und die Juden als Schild für ihr schmutziges Treiben.

29. willow - August 26, 2009, 8:13

@Dean

Was hat es denn Israel jemals „gebracht“ ruhig und sachlich auf Falschdarstellungen hinzuweisen? Wurde daraufhin jemals eine verlogene Aussage zurückgenommen? Beispiele? Gab es z.B. jemals Richtigstellungen und/oder Entschuldigungen für das „Massaker von Jenin“ oder den „Kindermord an Al-Dura“? Mir nicht bekannt…

Wenn sowohl die Karikaturen als auch die Organklaugeschichte Hetze sind – warum hat sich die schwedische Regierung in dem einen Fall distanziert, im anderen nicht? Hast du dafür eine Erklärung? Hätten nicht sowohl Medien als auch Politiker „eigentlich“ gegenüber den Karikaturen exakt so reagieren müssen, wie sie es jetzt gerade tun?

Im Übrigen – welche der Karikaturen empfindest du als hetzerisch? Und – seit wann hat Achgut einen Kommentarbereich?

30. grenzgaenge - August 26, 2009, 19:55

„Einer der Gründe, weswegen ich das Bloggen mehr oder weniger an den Nagel gehängt habe. Es ist unheimlich schwer, gegen diesen eisernen Käfig anzukämpfen.“

(aus dem kommentar nummer 18)

@lila: ich verstehe dich sehr gut. irgendwie habe ich auch oft das gefuehl es ist voellig sinnlos zum thema „israel“ zu bloggen. aber auf der anderen seite motiviert mich die wut dazu weiter zu bloggen. manchmal ist wut gar kein so schlechter ratgeber – wenn es um das thema bloggen geht.

31. Lila bringt es auf den Punkt « grenzgaenge - August 26, 2009, 20:03

[…] Einer der Gründe, weswegen ich das Bloggen mehr oder weniger an den Nagel gehängt habe. Es ist unheimlich schwer, gegen diesen eisernen Käfig anzukämpfen. […]

32. Yael - August 26, 2009, 20:09

So, jetzt hat die Mutter des toten Palästinenser ausgesagt.

“ Sie habe niemals einem Journalisten gesagt, dass sie glaube, seine Organe seien gestohlen worden. “

Auch sagte sie aus, dass sie den Journalisten nur einmal gesehen hat und er ein Foto ihres toten Sohnes machen wollte.

33. Lila - August 26, 2009, 20:20

Ja, das habe ich ja schon gestern verlinkt, in Kommentar 14, daß an der Geschichte nichts Wahres dran ist. Schlagzeilen in der Größenordnung der Anklage vermisse ich allerdings.

Immer dasselbe. Der Vorwurf, egal wie idiotisch er ist, wird in aller Lautstärke erhoben. Die Richtigstellung erfolgt in einem obskuren Dialekt der Gebärdensprache. So bleiben auch das Massaker von Jenin, der Tod von al-Dura und die tote Familie Ghalia am Strand von Gaza an Israel hängen, auch wenn längst festgestellt ist, daß die Vorwürfe reine Fabel waren. Oder sagen wir: übereilt.

Olmerts Angebot an die Palästinenser und deren Ablehnung dagegen sind von den deutschen Medien so totgeschwiegen worden, daß viele meiner Blogleser und deutschen Bekannten es für eine Erfindung meinerseits halten.

Wieso ist das so? Ich spüre da keine Wut. Ich spüre nur reine, traurige Hoffnungslosigkeit. Israel wird so gründlich isoliert, daß man Absicht dahinter vermuten möchte.

Und sage mir jetzt niemand, daß Avigdor Lieberman jedem die Arbeit leichtmacht, der Israel isolieren möchte. Das stimmt, aber mit Liebermans Amtsantritt hat es ja nicht angefangen.

Immerhin, der Artikel in SPon über die Lust-Kaugummis, mit denen Israel jetzt den Gazastreifen zermürbt, sagt deutlich, wie unsinnig dieser Vorwurf ist. Welch Glück, sonst haben wir morgen wieder Leitartikel: Neue schwere Vorwürfe gegen Israel – massiver Einsatz von Lust-Kaugummis.

Wieso sollte Israel solche Kaugummis umsonst an den Gazastreifen abgeben, wenn man damit doch so gute Geschäfte überall sonst machen könnte…? Um welche Marke es sich wohl handelt…?

Aber die Pointe ist: die Araber glauben es, in der gesamten arabischen Welt wird jedes Greuelmärchen geglaubt. Jedes.

PS: Ehre, wem Ehre gebührt. Der Kölner Stadtanzeiger hat den Artikel von Tobias Kaufmann zwar nicht auf der ersten Seite, aber immerhin, er hat ihn veröffentlicht. Vielleicht ist ihnen ja nun selbst etwas peinlich, wie automatisch sie sich mit der Agenturmeldung hinter die Schweden gestellt haben.

Die Boulevardzeitung „Aftonbladet“ ist ebenfalls kein unbeschriebenes Blatt im schwedisch-israelischen Dauerkonflikt. Die sozialdemokratisch geprägte Zeitung mit brauner Vergangenheit leistet sich mehrere Kolumnisten mit dezidiert anti-israelischen Ansichten und veröffentlichte im Juni einen Text des Krimiautors Henning Mankell, in dem dieser dem „Apartheid-Staat“ Israel das Existenzrecht absprach.

Dennoch hat der aktuelle Text von Donald Boström eine andere, neue Qualität – ist er doch kein Meinungsbeitrag, sondern ein Bericht, der den Eindruck einer Nachrichtengeschichte erweckt. Zwar betont Chefredakteur Jan Helin, der Text sei kein News-Stück und stelle lediglich relevante Fragen. Dass es im seriösen Journalismus unüblich ist, in Form von offenen Fragen, die sich außer dem Autoren niemand stellt, unbewiesene Behauptungen in den Raum zu stellen, erkennt Helin allerdings nicht. Zumal selbst die Fragen bröckeln. Mitglieder der palästinensischen Familie, die in der umstrittenen Story mit dem Vorwurf zitiert werden, israelische Soldaten hätten Organe eines getöteten Verwandten entnommen, dementieren, jemals mit einem schwedischen Journalisten über das Thema gesprochen zu haben.

34. Yael - August 26, 2009, 21:51

Danke, Lila.

35. Hendrik - August 26, 2009, 21:52

Der frühere Sicherheitsberater Prof. Dan Shueftan erzählt ja gerne bei Vorträgen die Anektdote, dass er bei einem hochkarätig auch mit arabischen Vertretern besetzten Podiumsgespräch in den USA auf die Kaugummis angesprochen wurde. Darauf habe er im Scherz geantwortet, er habe alle seine Kontakte benutzt, um auch welche für den privaten Gebrauch abzubekommen, aber Militär und Geheimdienste hatten keine mehr übrig, die seien alle in Ägypten verteilt. Daraufhin wären die Amerikaner und die arabischen Professoren und Regierungsvertreter von ihren Stühlen gesprungen. Die Amis vor Lachen, die Araber vor Aufregung, den das sei der Beweis, Shueftan habe es ja zugegeben.

Schön, wenn man irgendwann seine eigene Propaganda glaubt.
Schön, dass Lila wieder bloggt.
Schade, dass es diese Kaugummis nicht in der Realität gibt.

36. Lila - August 26, 2009, 21:55

Statt daß die nun dankbar sind für die schönen Kaugummis… 😦

37. John Dean - August 26, 2009, 23:04

Ich fürchte, auf meinem langen Weg zur politischen Weisheit werde ich zunächst Halb- oder Vollwaise. Eigentlich bin ich mir da sogar sicher. Das da oben war jedenfalls mal wieder einer der Kommentare, die ich allein schon wegen seiner Tonlage gerne gelöscht wissen möchte oder – falls das ginge – irgendwie unsichtbar gemacht.

Zur allgemeinen Erheiterung (eigentlich: ist das Regierungregime der Hamas ein tieftrauriges Thema, vor dessen Hintergrund auch eine dumme außenpoltische Tat von „Bibi“ sich geradezu als wohltuend abhebt) – habe ich gerade einen hübschen Artikel in SpOn entdeckt. Der Artikel stimmt durchaus hoffnungsfroh:

Denn es kann garnicht mehr so lange dauern, bis die Menschen in Gaza der Hamas fast komplett überdrüssig geworden sind, wenn diese ihrem lächerlichen Weg in den Gottesstaat fortsetzt. Das aber werden sie tun. Wenn aber die Hamas von den von ihr regierten Menschen nur noch als Unterdrücker erfahren wird, als verlogene Tugendwächter und dergleichen mehr, dann wird auch der „Kampf gegen Israel“ an Rückhalt verlieren.

Ich bin mir sogar sicher: So wird es kommen.

38. John Dean - August 26, 2009, 23:11

@ Willow

Es mag dir nicht ganz bekannt sein: Aber die Autoren von Achgut kommentieren durchaus einmal – und zwar in anderen Blogs. Eine anderes Sache: Dieser Ton, den auch du anschlägst – in etwa: Israel wird sowieso gehasst, egal was es tut – den halte ich für gefährlich, und zwar in mehrfacher Hinsicht, nicht zuletzt auch für Israel und die Menschen, die dort leben.

Wenn man von der Welt nur noch Böses erwartet, wenn man auch Sachlichkeit nichts mehr gibt, sondern nur noch seinen Frust herausbrüllt, dann wird die eigenen Situation damit nur in den seltensten Fällen verbessert. In den meisten Fällen (man kennt ähnliche Problemlagen u.a. aus der Migrations- und Diskriminierungsforschung) verschlimmert sich damit alles.

Im Fall des lächerlichen „Berichts“ des liederlichen Boulevardjournalisten hätte eine sachliche Stellungnahme vermutlich verhindert, dass sich nunmehr Hunderttausende von Schweden mit diesem Autoren eines strunzdämlichen und hetzerischen Artikels solidarisieren.

Allein das wäre es schon wert gewesen.

39. John Dean - August 26, 2009, 23:20

Ich trage damit wohl Eulen nach Athen, aber die 16 Jahre alte Story des schwedischen „Journalisten“ ist derart recherchefrei und widersinnig, dass es einem denkenden Menschen ziemlich zuwider sein muss, sich mit diesem Dreck zu beschäftigen. Von Transplantationsmedizin kann der „Journalist“ jedenfalls keine Ahnung haben, sonst wüsste er, dass es Patienten, die auf Transplantationsorgane warten, wenig bringt (genauer gesagt: garnichts), wenn einfach mal irgendein getöteter Araber ausgenommen wird – einfach, weil es ein reichlich irrsinniger Zufall wäre, wenn ausgerechnet dessen Organe zu irgendeinem Israeli passen, der gerade als Patient auf Organe wartet.

So funktioniert das einfach nicht mit der Transplantationsmedizin. Aber widerwärtige Gräuelpropaganda: Die funktioniert genau so, wie es dieser schwedische „Journalist“ vorgeführt hat.

Dieser „Journalist“ muss ein ziemlicher Idiot sein. Trotzdem: Es ist kein gutes Stück Außenpolitik, wenn ich als Regierungschef aufgrund eines derartigen Presseartikels (in einem Boulevardmagazin) einen anderen Staat offiziell zu Reaktionen auffordere – und das auch noch im Ton eines politichen Schreihalses.

Man muss natürlich protestieren – aber eben ruhiger. Statt offizielle Reaktionen Schwedens einzufordern, könnte man auch einfach seine Beunruhigung über diese Gräuel- und Märchenstück zum Ausdruck bringen – und einfach protestieren.

Damit erreicht man mehr. Jedenfalls: außenpolitisch…

40. Lila - August 26, 2009, 23:22

Meinst Du wirklich, den Waisen-Kommentar soll ich löschen? Mach ich, wenn Du willst, auch wenn ich es schade fände. Ist es Dir peinlich, wenn Du mal menschelst? 🙂

Ich finde auch, eine sachliche Stellungnahme, scharf im Ton aber sachlich, und vor allem: vom Armeesprecher an den Journalisten selbst gerichtet, wäre der Sache dienlicher, als nun auch noch das letzte Rentier mit reinzuziehen. Trotzdem ist die Reaktion nicht mit dem Karikaturen-Aufruhr zu vergleichen. Der Ärger ist groß, aber bis auf ein paar Billy-Regale ist der Schaden überschaubar. Also bisher keine Todesopfer, keine verbrannten Fahnen, keine gewaltsamen Demonstrationen. Nur ärgerliche Worte von Leuten, denen es bis HIER steht, daß bei jedem Rüchlein alle sofort in ihre Richtung gucken und die Nase rümpfen.

41. Yael - August 26, 2009, 23:45

„wenn einfach mal irgendein getöteter Araber ausgenommen wird – einfach, weil es ein reichlich irrsinniger Zufall wäre, wenn ausgerechnet dessen Organe zu irgendeinem Israeli passen, der gerade als Patient auf Organe wartet.“

Nicht nur das. Auch kann man bei einem nicht künstlich am leben erhaltenen Patienten keine Organe entnehmen. Nur Gewebe zu entnehmen ist rein theoretisch möglich.

42. Lila - August 26, 2009, 23:57

Das wirklich Üble, für mein Empfinden, ist die Unterstellung, die dahintersteht: die israelische Armee liegt auf der Lauer, um Palästinenser zu töten, ihrer Organe wegen. Eine Unterstellung, die ja in mehreren Fernsehserien breit ausgemalt wurde und die in der arabischen Welt für bare Münze genommen wird.

Selbstverständlich ist jeder Fall tragisch, in dem ein Unschuldiger ums Leben kommt – wozu ich auch friendly fire zähle. Aber ich habe oft genug von den Fällen erzählt, in denen kranke oder verletzte Araber, Palästinenser, ja sogar Terroristen in israelischen Krankenhäusern gesundgepflegt wurden.

Mein Sohn macht gerade eine Ausbildung zum Sanitäter bei der Armee. Die Unterstellung, daß dort gelehrt würde, wie man „erlegten“ Palästinensern schnell und effektiv die Organe entnimmt, um sie dann weiterzuverwenden, ist einfach so bodenlos, daß mir dazu nicht mehr einfällt.

Daß schwedischen, aber auch deutschen Journalisten angesichts so skandalöser Unterstellungen nichts weiter einfiel, als auf Israels schlechtem Stil und der „Meinungsfreiheit“ rumzureiten, finde ich extrem erschreckend.

43. mischpoke - August 27, 2009, 23:13

Mein lieber Mann hat im Facebook schon am 18.8. das hier geschrieben:

Lika sant som den eviga berättelsen om blodtörstiga judar under Pessach, men publicerad i Aftonbladet i augusti 2009. Otroligt vad man kan hitta på i sin blinda ilska. Var är bevisen, herr Boström?

”Våra söner plundras på sina organ”
Quelle: http://www.aftonbladet.se

Ich mag nicht mehr, es ist wieder mal so typisch Schweden. Wenn wir irgendwo eine Perspektive für uns finden, dann will wir hier nur noch weg…..

Liebe Grüsse aus Schweden

44. Carl - August 28, 2009, 15:41

Moin, Moin Lila,

schön wieder von dir zu hören.

In überwiegend protestantischen Schweden ist (war) es lange Tradition, dass das Schuljahr mit einem festlichen Gottestdienst beginnt.
Diese Tradition wurde jetzt beendet, da man Rücksicht auf die im Land lebenden Muslime nehmen möchte.
Das Muslime ja einfach nicht mit in die Kirche kommen müssen, wenn sie das nicht wollen…da ist wohl keiner drauf gekommen.

45. Heimo - August 29, 2009, 4:52

hm – da habe ich diesen Artikel an paar (so 15) Freunde & Bekannte weitergeleitet – eine Antwort meines Jugendfreunds Josef:
„Hallo Heimo, danke für diese Mail. Jetzt hatte ich mich glatt eine Stunde in diesen „Letters from Rungholt“ festgelesen. Diese Lila schreibt einen genialen journalistischen Stil. “

ein anderer ‚alter Freund‘ schreibt allerdings empört:
„..Die Antisemitismuskeule ist langsam echt aus Watte. Wenn sie geschwungen wird, klick weiter und such dir andere Quellen, denn es wird irrational. In diesem Fall könnte der alleinige Einsatz der ASK allerdings von manchen auch als Indiz für eine mögliche Stichhaltigkeit der Vorwürfe interpretiert werden.“

naja – mit diesem zweiteren bin ich seitdem in heftigen mail-disput verfallen – die anderen haben sich nicht gerührt…

46. Lila - August 29, 2009, 6:25

ASK – immer diese Abkürzungen… 🙂

Ich habe die ASK doch gar nicht eingesetzt. Ich benutze das Wort AS kaum, weil ich den inflationären Einsatz auch schrecklich finde, unangebracht und eher diskussionstötend als -fördernd, und außerdem respektlos den Opfern gegenüber.

Aber es ist leider eine historische Tatsache, daß als marginal oder störend empfundene Gruppen, unter diesen auch Juden, gern durch Geschichten dieser Art dämonisiert werden.

Es ist wieder einmal bezeichnend, wie unsere guten deutschen Medien auf einmal kein Englisch mehr können, wenn es ihnen gegen den Strich geht. (Ist mir schon aufgefallen, als sie die von israelischer Seite erfolgte Bezeichnung Carters „bigot“ mit „fanatisch“ übersetzten, um den Vorwurf dann empört abzulehnen – wobei doch eher „heuchlerisch“ gemeint war).

Das Wort „Blutlüge“, stets in Anführungszeichen geschrieben, ist eine ungeschickte wörtliche Übersetzung von „blood libel“ oder „alilat dam“. Historiker nennen sowas Ritualmordlegenden.

Hätten die Leute, die sich über das Wort „Blutlüge“ lustig machten, mal nachgeprüft, was blood libel eigentlich bedeutet, und daß es sich dabei nicht um haltlose Unterstellungen handelt, sondern um wiederkehrende Muster – dann hätten sie wohl auch das Wort Ritualmordlegende angemessener gefunden. Ich kann mir nicht vorstellen, daß ein halbwegs reflektionsfähiger Mensch den Wikipedia-Eintrag zur Ritualmordlegende lesen kann, ohne festzustellen, daß der Aftonbladet-Artikel schlicht ins Schema paßt. Es ist wohl traurig, wenn diese elementaren Kenntnisse zur europäischen Geschichte nicht vorhanden sind. Aber Juden bzw Israelis saugen sich das doch nicht aus den Fingern. Das ist doch alles passiert.

Das hat mit „ASK“ gar nichts zu tun. Ich erkenne einen verzweifelten Versuch von „Israel-Kritikern“ (sollte ich sie nicht I-Ks nennen?), den Antisemitismus als Tatsache gänzlich zu leugnen und nur noch die Keule übrig zu lassen. Ich würde sogar sagen, daß das, wie im Falle Deines Bekannten, zu einer ASKK führt – einer Antisemitismus-Keule-Keule. Daß man also eine ASK auch da wittert, wo gar keine vorhanden ist, um sich mit berechtigten Vorwürfen nicht auseinandersetzen zu müssen.

47. grenzgaenge - August 29, 2009, 21:33

also ich finde die sache mit der „antisemitismuskeule“ sehr fragwuerdig. dieser vorwurf kommt immer wieder von den gleichen leuten die einen „schlussstrich“ fordern.

ich schreibe das nicht an eine bestimmte adresse. aber mir kommt diese verknuepfung immer wieder in den sinn. das ist sicherlich ein ergebnis endloser diskussionen und auch das ergebnis von erfahrung mit dem juedischen leben in deutschland.

lila hat – im gegensatz zu mir – den begriff der „antisemitismus“ gar nicht eingesetzt. oder habe ich da was ueberlesen ?

(warum eigentlich bekommt die lila immer so viel virtuelle pruegel ab ? ich verstehe das nicht. lila schreibt doch nun wirklich vorsichtig und mit katzenpfoetchen. trotzdem kommen immer wieder leute daher die sich von nicht erhobenen vorwuerfen betroffen fuehlen …)

man sollte vorsichtig sein mit dem vorwurf des antisemitismus. aber ich denke im falle des schwedischen artikels ist der vorwurf mehr als berechtigt.

wir haben es hier mit antijudausmus und (!) modernem antisemitisus zu tun. diese verknuepfung findet sich nur ganz selten in dieser offenheit.

das habe ich in meinem post auch ausgefuehrt. ich bin sicherlich niemand der auf katzenpfoetchen schreibt 🙂

http://grenzgaenge.wordpress.com/2009/08/23/zur-krise-israel-schweden/

48. Yael - August 29, 2009, 21:57

Das passt ins Bild, Lila. Heute ist es kein Skandal mehr Antisemit zu sein, sondern jemanden berechtigt als solchen zu bezeichnen.

„Daß man also eine ASK auch da wittert, wo gar keine vorhanden ist, um sich mit berechtigten Vorwürfen nicht auseinandersetzen zu müssen.“

So ist es.

49. Yael - August 29, 2009, 22:08

@heimo

fragt doch mal deinen Bekannten, wie es medizinisch möglich sein soll, Organe von Mausetoten zu transplantieren und wie es möglich ist, sofort einen Empfänger parat zu haben. Vielleicht kommt er dann selber drauf.

50. Heimo - August 30, 2009, 7:09

mea culpa – ich hatte tatsächlich bei dieser Weiterleitung von gleichzeitig diesem Artikel & auch „David Bogners“ oben verlinkten Artikel den Hinweis auf den mittlerweile so verpönten & außer Mode gekommenen & deswegen wohl auch inflationär gehandelten Wortes ‚Antisemitismus‘ verwendet, den ich selbst auch selten einsetze – meine Worte::
„..das sich mit einer erneuten Auswucherung antisemitischer Legenden – diesmal in Schweden aufgeflammt – beschäftigt..“
– ich erinnere mich, gezögert zu haben bei der Verwendung des Wortes ‚Antisemitismus‘, denn ich kenne auch den sprachlichen Stellenwert & Wortgebrauch heutzutage & mittlerweile, aber manchmal – finde ich – sollte man das KInd auch noch beim Namen nennen können, weil was ist ein ‚unbedarftes, böse Legenden über Juden in die Welt setzen‘ denn anderes als der notorische althergebrachte Antisemitismus – ich hatte der mail die Überschrift verliehen „die alte zähe Mär stirbt nicht aus“ – also verteilt & bezieht sich wohl meines Freundes Reaktion auf sowohl meine anmerkenden Worte, wie auch Deine & David Bogners Artikel…

51. Heimo - August 30, 2009, 7:33

@grenzgänger – dein:
also ich finde die sache mit der „antisemitismuskeule” sehr fragwuerdig. dieser vorwurf kommt immer wieder von den gleichen leuten die einen „schlussstrich” fordern.

das schien mir auch am fragwürdigsten in dieser Reaktion & so war auch meine erste Re-Reaktion:
„Nach meinen Beobachtungen wird das Wort Antisemitismuskeule mit Vorliebe von jenen verwendet, die Antisemitismus nicht wahrnehmen wollen, können, ihn stets nur verharmlosen oder ihn nur noch als ein Phänomen der Vergangenheit, in den altbekannten Erscheinungsformen registrieren. – So wird Ankämpfen gegen antisemitische Märchen als unverhältnismäßige irrationale Reaktion freilich nur noch wie durch Watte empfunden und das Gezeter von der angeblichen ‚Antisemitismuskeule‘ hilft so manchen echten Antisemiten wieder aus ihren Löchern zu kriechen.“

52. Anne - September 2, 2009, 14:12

Als ich folgenden Kommentar hörte (http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/politischesfeuilleton/1024438/), jedenfalls den Anfang, dachte ich, das kann jetzt nicht whar sein, dass in diesem Sender jemand so einen Sch…dreck verbreiten darf, aber das war nur ein kleiner Eingangsschocker – der Rest hat mir gut gefallen.

Am besten aber ist, dass Du doch wieder da bist! 20 x hurra und wunderbar und welcome back!

53. stefanolix - September 6, 2009, 6:48

Ich habe hier gerade einen Konflikt mit jemandem, der die Vorwürfe in diesem antisemitischen Machwerk — nach seinen Worten – »allem Anschein nach« für wahr hält. Der Sieg des Willens über den Intellekt: wenn man ganz fest will, glaubt man eben auch, was man schon durch logisches Nachdenken bezweifeln müsste.

Logisches Nachdenken beispielsweise über die Methoden des Boulevardjournalismus, über die nicht erst seit dem »Stürmer« bekannten Mechanismen des Antisemitismus und über die medizinischen Voraussetzungen für Organtransplantationen.

Gibt es außer dem Artikel in der »Jerusalem Post« noch Quellen, die ich nutzen könnte? Der Artikel neutralisiert ja schon mal eine Behauptung des schwedischen Boulevardjournalisten.

54. willow - September 6, 2009, 10:21

@stefanolix

Aber selbst in den deutschen Medien wird doch zumindest der Organraub „an sich“ eindeutig ins Reich der Mythen geschickt – oder hast du *einen* Beitrag gefunden, in dem das für medizinisch möglich erklärt wurde!?

Wenn Jemand trotzdem „daran“ glauben will, dann wirst du ihn nicht mit weiteren Artikeln, „Quellen“, Beweisen überzeugen… denn er wird fest überzeugt sein, daß auch diese vom bösen Juden gefälscht sein müssen…

Wenn über Jahrhunderte immer wieder berichtet wurde, die bereiten ihre Matzen mit Kinderblut zu, dann muß doch etwas dran sein…

Ansonsten mußt du bei Heplev oder Achgut nur nach Schweden oder Aftonbladet suchen, da findest du schnell viele „Quellen“, die hier, nur als Beispiele:

http://heplev.wordpress.com/2009/08/24/klartext-%E2%80%93-david-frankfurter-schwedensauna/
http://www.jpost.com/servlet/Satellite?pagename=JPost/JPArticle/ShowFull&cid=1251145107193
http://www.israelnationalnews.com/News/News.aspx/133042

55. stefanolix - September 6, 2009, 17:05

Ich habe noch mal eindringlich argumentiert. Ich weiß nicht, ob es hier schon eine Rolle spielte, aber die F.A.Z. schrieb sogar:

Er (der schwedische Journalist) gestand später ein, keine Ahnung zu haben, ob die Vorwürfe zuträfen. [Quelle]

56. Jane - September 11, 2009, 16:11

1. Ich frage mich zunehmend, woher eigentlich jeder immer sofort wissen möchte, was wahr und was falsch ist. Ist eigentlich noch irgendeiner daran interessiert, völlig unvoreingenommen die tatsächlichen Umstände aufzuklären, zur tatsächlichen Wahrheit in diesem Fall zu gelangen? Tatsache ist doch anscheinend, dass junge Menschen getötet wurden und unter mysteriösen Umständen verschwanden, bevor sie teilweise seltsam zugerichtet (mit dicken, langen Narben und ohne Zähne) wieder nach Hause kamen. Allein DAS bedarf doch schon der Aufklärung – oder sieht man das in Israel nicht so?

2. Dass es Organhändlerringe gab, die von israelischem Boden aus operierten, ist doch unbestritten. Allein das löst bei mir das Bedürfnis aus, bezüglich der neuerlichen Vowürfe Klarheit zu erlangen. Stellen sie sich als unwahr heraus – hervorragend! Sollte was dran sein, müssen die Verantwortlichen die Verantwortung auch tragen.
Über Israel oder das Judentum sagen diese Vorwürfe primär mal überhaupt nichts aus. Sie greifen weder den Staat, noch sein jüdisches Selbstverständnis an, sondern richten sich zunächst gegen jene Militärs, die den Angehörigen seinerzeit fortbrachten, also zuletzt mit ihm in Berührung waren, bevor er tot wieder seiner Familie übergeben wurde.

3. Warum werden die von Palästinensern erhobenen Vorwürfe jetzt zu einem antisemitischen Machwerk eines schwedischen Journlisten umgestrickt, der sich lediglich davon erzählen ließ, zudem bei der Ermordung des 19-jährigen Opfers vor Ort war und nun die Aussagen der Angehörigen zu Papier brachte?
Ich vermute, hinter solch einer Antihaltung des Sich-Damit-Nicht-Auseinandersetzen-Wollens steckt jede Menge Angst und ein reflexartiges, kollektives Sich-Angegriffen-Fühlen.

Ich erinnere mich an andere Reaktionen, als im Sommer 2006 Vorwürfe laut wurden, deutsche Soldaten würden in Afghanistan die Gräber von Getöteten schänden und mit ihren Gebeinen Bowling spielen. Ich kann mich nicht erinnern, das Gefühl verspürt zu haben, die Urheber der Vorwürfe lynchen zu müssen oder mir als Deutscher würde gerade auf den nationalen Schlips getreten.

Ich wünschte, man könnte solche brisanten Themen allgemein diplomatischer, sachlicher und unaufgeregter abhandeln.

57. willow - September 11, 2009, 17:40

Äh Jane, hast du *einen* Mediziner gefunden, der die erhobenen Vorwürfe für medizinisch machbar hält? Ich meine, dafür hätten dann israelische Forscher den Nobelpreis verdient…

Ganz im Ernst, es gibt auch in den Palästinensergebieten Ärzte, darunter etliche israelhassende Ausländer – wenn Israel seit Jahrzehnten „ermordete“ Palästinenser ausschlachten würde, warum gab es dann nie eine unabhängige Zweit-Autopsie?

Aber klar, wenn derart viele rechtschaffene Menschen unabhängig voneinander darüber berichten, daß Juden kleine ungläubige Kinder zur Matzenbereitung schlachten, dann muß diese Sache aufgeklärt werden endlich mal aufgeklärt werden!

PS: Die neuerlichen Vorwürfe betreffen einen Fall aus dem Jahr 1992… wie stellst du dir da eine seriöse Aufklärung vor?

58. yael1 - September 11, 2009, 19:01

„Stellen sie sich als unwahr heraus – hervorragend!“

Sagen Sie mal: Immer noch nicht kapiert?
Man kann von Toten keine Organe entnehmen, das ist medizinisch nicht möglich. Muss man denn ständig Allgemeinwissen wiederholen?

Es wäre aber die Aufgabe einer verantwortlichen Chefredaktion gewesen, derart skandalöse Vorwürfe zu überprüfen. Ein einziger Anruf bei einem Spezialisten hätte genügt, um festzustellen: So wie in diesem Artikel geschildert, wäre eine Organentnahme, geschweige denn ein Handel, medizinisch gar nicht durchführbar gewesen.

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/politischesfeuilleton/1024438/%29

„der sich lediglich davon erzählen ließ, zudem bei der Ermordung des 19-jährigen Opfers vor Ort war und nun die Aussagen der Angehörigen zu Papier brachte?“

Auch hier, lesen Sie richtig, oder wissen Sie nicht mehr, was Sie in ihrem Blog geschrieben haben?:

“ Sie habe niemals einem Journalisten gesagt, dass sie glaube, seine Organe seien gestohlen worden. “

Siehe auch Kommentar 14 von Lila.

Das war also eine Lüge, die nicht wahrer wird, wenn man diese Lügenmärchen ständig wiederholt.

„Ich frage mich zunehmend, woher eigentlich jeder immer sofort wissen möchte, was wahr und was falsch ist.“

Und ich möchte gern wissen, ob Menschen auch manchmal ihren Verstand einsetzen. Denn mit Verstand und Wollen ist das in Sekunden erledigt. Nur: Wollen muss man schon, gell?

Diese Vorwürfe wurden direkt von den mittelalterlichen Schauermärchen über Juden entnommen, also erzählen Sie uns Juden bitte nicht auch noch, es hätte nichts mit jüdischem Selbstverständnis zu tun oder es wäre nicht antisemitisch.

„Ich vermute, hinter solch einer Antihaltung des Sich-Damit-Nicht-Auseinandersetzen-Wollens steckt jede Menge Angst und ein reflexartiges, kollektives Sich-Angegriffen-Fühlen.“

Ich sage Ihnen besser nicht, was ich bei Ihnen vermute.
Ich kann diesen verquillten Mist nicht mehr lesen, geschweige denn für voll nehmen.

59. willow - September 11, 2009, 20:45

PS: Es wird immer wieder berichtet, daß Siedler Giftschlangen darauf abtrichten, gezielt Palästinenser zu beißen… gerade erst wieder passiert – nach dem Biß verschwand das Viech dann auch in Richtung einer Siedlung… wenn das kein Fall für den internationalen Gerichtshof ist!

60. stefanolix - September 11, 2009, 21:40

Jane postulierte:

Ich vermute, hinter solch einer Antihaltung des Sich-Damit-Nicht-Auseinandersetzen-Wollens steckt jede Menge Angst und ein reflexartiges, kollektives Sich-Angegriffen-Fühlen.

Und ich weiß, dass ich mich aus solchen Diskussionen zurückziehe, sobald die ersten küchenpsychologischen Ferndiagnosen gepostet werden …

61. Lila - September 11, 2009, 22:09

Ich habe auch nicht wirklich den Eindruck, daß ich mich mit den Vorwürfen nicht auseinandergesetzt habe. 😯

Ansonsten fällt mir zu solchen Kommentaren nichts ein.

62. stefanolix - September 11, 2009, 22:56

@willow: Zweifellos lassen sich Giftschlangen dressieren und zweifellos wurden auch schon Menschen gebissen. Da haben wir doch einen Zusammenhang!

Wenn eines Tages diese schwedische Boulevardzeitung über die Giftschlangen berichtet hat, dann wird es wohl nicht mehr totzuschweigen sein:

»Einige Fälle aus der Zeit bis 1992 lassen — allem Anschein nach — vermuten, dass die Israelis den Schlangen spezielle Stoffe injizieren, damit die Opfer sofort nach dem tödlichen Biss für eine Organentnahme präpariert sind.«

Tut mir leid, aber nachdem ich mich jetzt seit Tagen mit diesem tendenziösen Machwerk befasse und gleichzeitig wieder einmal in »LTI« die Stellen über die Sprache des Antisemitismus lese, musste ich an dieser Stelle einfach mal sarkastisch werden.

Der Fall aus dem Jahr 1992 wird doch gerade deshalb immer wieder zur Sprache gebracht, weil er eben mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr aufklärbar ist. Mit solchen Artikeln wird in der Öffentlichkeit antisemitisches Gift in ganz geringer Dosierung freigesetzt. Immer nach dem Motto: etwas bleibt schon in den Köpfen hängen. Das ist dann bei uns in Deutschland Wasser auf die Mühlen der NPD. Deshalb sage ich: wehret den Anfängen!

63. Lila - September 11, 2009, 23:04

Die zionistischen Wildschweine habe ich ja schon oft genug zitiert. Jeder Unfug wird erstmal geglaubt, und an Israel liegt es sich dann, seine Unschuld nachzuweisen… ganz gleich wie abstrus die Vorwürfe sind.

Ich sage ja: die Anschuldigungen werden empört in Schlagzeilen rausgeschrien. Die Richtigstellungen kleinlaut stotternd unter „Vermischtes“ abgelegt.

Und zum Thema „Wehret den Anfängen“ – welchen Anfängen? Die Anfänge liegen lang, lang zurück…

64. stefanolix - September 11, 2009, 23:19

Für mich (und viele andere) war der Vorwurf aus dem Artikel vom August völlig neu. Darauf bezog sich das »wehret den Anfängen«. Diese spezielle Sache soll sich nicht erst festsetzen. So war IMHO auch der mehrfach verlinkte Beitrag im Deutschlandradio gemeint.

65. Lila - September 11, 2009, 23:53

Ja, ich finde es ja auch sehr lobenswert und erfreulich, daß Du Dich darüber ärgerst. Ich bin es halt seit Jahren schon gewöhnt, daß noch die idiotischste Klage über Israel für bare Münze genommen wird…

66. Jane - September 12, 2009, 15:42

Willow: Also zunächst einmal wüsste ich gerne, weshalb man einem Schwerverletzten bzw. Hirntoten mit Brust- und Beinschuss keine Nieren mehr entnehmen können sollte. Da wird wohl jeder Mediziner anderer Ansicht sein. Der Bruder Bilal Ghanems konstatierte, er habe den Eindruck gehabt, dass sein Bruder noch am Leben war, als man ihn fortschaffte. Warum obduzierte man übrigens Bilal Ghanem? Von den über 130 Getöteten des betreffenden Jahres kam dies lediglich bei etwa der Hälfte der Opfer vor, vorrangig jungen Menschen. Warum kam der Junge ohne Zähne zurück?
Und es war laut Donald Boström zudem auch medinizinisches Personal, das mit entsprechenden Vermutungen von Organentnahmen an ihn herantrat. Dies ist zunächst einmal eine Behauptung, weder für ihre Richtigkeit noch für ihre Unrichtigkeit gibt es bislang Belege.
Da weder ich noch ihr einschätzen könnt, ob das stimmt, MUSS es einfach überprüft werden.

Im Übrigen sollen diese „Zweit-Autopsien“ durch Exhumierung ja jetzt im Zuge der Untersuchungen stattfinden.
Außerdem: Es hat definitiv in der Vergangenheit in israel bereits illegale Organentnahmen ohne Einverständnis der Angehörigen gegeben, es gab Organhändlerringe. Das belegen Zeitungsberichte aus den 90er-Jahren, sowie aktuelle im Zusammenhang mit dem Ring um Rabbi Rosenthal. Was macht euch also so sicher, dass der vorliegende Fall ausgeschlossen und somit einzig auf antisemitische Hetzkampagnen zurückzuführen sein soll?
Und im Übrigen ist der feindselige Ton, der einer NEUTRALEN Beobachterin in dieser Angelegenheit hier entgegenschlägt, eher ein Indiz dafür, dass tatsächlich Neigung besteht, eher alles gleich mit der Antisemitismus-Keule erschlagen zu wollen, als ernsthaft an Klarheit interessiert zu sein.

67. Jane - September 12, 2009, 16:09

Ich möchte euch einmal bitten, euch folgendes Szenario vorzustellen:

Hamas-Aktivisten würden Grenzstädte überfallen, auf die Bewohner schießen und die Opfer einfach mit nach Palästina nehmen. Tage später würde man die Leichen an der Grenze ablegen: Ohne Zähne, in Klinik-Stoff gehüllt, mit dicken Narben, die von der Öffnung des Körpers zeugen. Wäre es nicht das gute Recht der Angehörigen, das überprüfen und wissen zu wollen, was mit ihren Angehörigen geschah? Und vergesst nicht: Palästina im jahr 1992 ist nicht zu vergleichen mit Israel – die Möglichkeit, einer sofortigen „Zweitautopsie“ war also nicht unbedingt gegeben, zumal es der muslimische Glaube gebietet, den Toten möglichst noch am selben Tage zu beerdigen. Des Weiteren waren Ausgangssperren an der Tagesordnung.
Das alles führte dazu, dass ausschließlich Verdachtsmomente schwelten.

Yael: Ich habe in meinem Blog lediglich die Aussage der Jerusalem Post wiedergegeben, die die Familie mit solchen Worten zitierte. Woher zitiert wurde, ist nirgends angegeben worden.
Die Familie Ghanem hat sich in der Zwischenzeit in mehreren Quellen zu Wort gemeldet und ihre Vorwürfe bekräftigt, da scheinst du nicht ganz uptodate zu sein, Quellen gibt es in meinem Blog. Auch wurde die Familie bereits von einer schwedischen Delegation besucht, auch ihr gegenüber wurden die Vorwürfe bekräftigt. Das macht sie nicht wahr, was ich auch nie und nirgends behauptet habe, aber es stützt Boströms Artikel, der sich auf genau diese Aussagen berief. Und auch er hatte ehrlicherweise zugegeben, dass er nicht mit Sicherheit sagen könne, ob diese Vorwürfe stimmten.
Bleibt unterm Strich: Eine Überprüfung muss Klarheit schaffen. Warum habt ihr damit ein Problem?
Vielleicht wäre es ratsam, sich auch mal in die Situation der Familie hineinzuversetzen, die einen lieben Menschen auf grauenhafte Weise verloren hat und sich bis heute nicht erklären kann, warum er derart geschändet zurückkam (ohne Zähne und mit geöffnetem Körper, ohne dass zuvor die Erlaubnis der Familie eingeholt wurde). Zumindest dahingehend bestehen ja nun wirklich keinerlei Zweifel.

68. yael1 - September 12, 2009, 21:04

„Ich bin es halt seit Jahren schon gewöhnt, daß noch die idiotischste Klage über Israel für bare Münze genommen wird…“

Nicht mal nur das. Aber das man mit Dummheit (Organhandel mit toten= Herztod – Menschen) hausieren geht, übersteigt meine Toleranzgrenze. Dummheit oder Ignoranz ist kein Freifahrtschein für diesen Schwachsinn. Aber mit dem Hirn einschalten, haben einige so ihre Probleme.

69. yael1 - September 12, 2009, 21:24

Es geht auch anders:

Der Hamas-Mann legt sie auf dem Tisch ab, mit dem Bild nach unten. In der Schachtel versammelt sich, wenn man Schahwan glaubt, alles Übel der Welt: 20 gelbliche Dragees, von denen der Hamas-Mann behauptet, sie enthielten stimulierende Substanzen. „Nach einer halben Stunde Kauen müssen Sie unbedingt Sex haben, sofort, mit allem, sogar mit dem Fernseher“, sagt er, es ist ihm sichtlich peinlich.

„Diesen Kaugummi hat die israelische Regierung nach Gaza geschmuggelt, er sollte an Schüler und Schülerinnen verteilt werden, um unsere Gesellschaft zu zersetzen.“ Die Jugendlichen sollten mittels Sex gegen die Hamas aufgehetzt werden, so sieht er das, so lautet die offizielle Propaganda. Erst Bomben, dann Sex, für Schahwan ist das nur logisch.

„Aber wir konnten das Schlimmste gerade noch verhindern“, sagt der Polizeisprecher und lehnt sich breitbeinig auf seinem Stuhl zurück. Die Ehre eines vom Kaugummi erregten Mädchens konnte gerettet werden, die vier angeblichen Kollaborateure sitzen jetzt im Gefängnis, ihnen drohen bis zu 25 Jahre Gefängnis. Insgesamt 40 Kilo Lust-Kaugummi hat Schahwan konfisziert und im Tresor des Polizeihauptquartiers weggeschlossen, sicher ist sicher.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0%2C1518%2C644985%2C00.html

Kaugummis, Giftschlangen. Meine Güte, was kommt als nächstes? Aliens? 😀

70. yael1 - September 12, 2009, 22:39

„Also zunächst einmal wüsste ich gerne, weshalb man einem Schwerverletzten bzw. Hirntoten mit Brust- und Beinschuss keine Nieren mehr entnehmen können sollte. Da wird wohl jeder Mediziner anderer Ansicht sein.“

Ach Sie meinen, man habe ihn notdürftig zusammengeflickt, um Organe zu entnehmen? Haben Sie noch mehr Horrorszenarien auf Lager?
Wie geht es weiter? Man typoisiert die Organe des Toten und hat schwupps einen Empfänger auf Lager und das macht mal alles geheim? Wo denn? In einem Keller? Tut mir ja leid für Sie, aber von Medizin ergo Transplantationsmedizin haben Sie keine Ahnung, was nicht schlimm wäre, wenn Sie auch noch das Gegenteil behaupten würden.

„Von den über 130 Getöteten des betreffenden Jahres kam dies lediglich bei etwa der Hälfte der Opfer vor, vorrangig jungen Menschen.“

Bei jedem wird durch die Armee getöteten Palästinenser routinemäßig eine Obduktion durchgeführt.

Da die paläst. Behörden keine weiteren Obduktionen angeordnet haben (sagen Sie mir bitte welchen Grund das haben soll, denn es wäre für die pal. Behörden ein leichtes gewesen es zu tun und die hätten sich diese Gelegenheit ganz sicher nicht entgehen lassen, wenn sie selber davon ausgegangen wären), um diese angeblichen Organentnahmen zu beweisen, ist das nicht die Pflicht Israels das Gegenteil zu beweisen, was sowieso nicht geht, weil diese Menschen in den palät. Gebieten beerdigt wurden.
Fest steht: Die pal. Behörden haben dies nicht getan.

Wer an solche Märchen glaubt, der glaubt auch an eine jüdische Weltverschwörung und an Ritualmordlegenden und dem ist dann leider nicht mehr zu helfen.

Und damit Ende!

71. yael1 - September 12, 2009, 22:48

PS:

„mit dicken Narben, die von der Öffnung des Körpers zeugen.“

Logisch. Man macht entweder einen T- oder Y-Schnitt. Nur mit diesem Schnitt kann man keine Organe, die man transplantieren will, entnehmen.

Wenn man es bei diesen Schnitten machen würde (nehmen wir die Niere) wäre das Organ nicht mehr gebrauchsfähig, denn die Blutgefäße, Fascien etc. müssen sorgfältig abgetrennt werden. An die Niere kommt man mit diesen Schnitten sicher, nur könnte man die dann wohl nur noch abreißen.

Außerdem: Die Beweislast liegt, wie es rechtsstaatlich geregelt ist, ganz sicher nicht beim Verdächtigen, sondern bei den Staatsorganen.
Weder vor der Polizei noch vor Gericht muss ein Verdächtiger seine Unschuld beweisen. Erkläre Sie mir warum das im Falle Israels nicht gelten sollte? Die paläst. Behörden haben es bis heute keine Nachobduktion gemacht, warum werden Sie uns sicher erklären können.

„eher ein Indiz dafür, dass tatsächlich Neigung besteht, eher alles gleich mit der Antisemitismus-Keule erschlagen zu wollen, als ernsthaft an Klarheit interessiert zu sein.“

Das ist eine Unverschämtheit, aber das kennen wir nun genug. Die Anti-Antisemitismus-Keule zieht nicht mehr.

So, und nun habe ich weder Lust, Allgemeinwissen zu verbreiten, noch mir den Mund fusselig zu reden.

72. Lila - September 12, 2009, 23:40

Liebe Yael, reg Dich nicht auf. Natürlich hat Jane Recht – man kann jedem toten Menschen eine Niere entnehmen. Nur ist die dann leider zu nichts mehr zu gebrauchen. Vielleicht meint Jane ja, da machen die Juden dann Gefilte Fish draus? Ich weiß auch nicht, wie sie sich das vorstellt. Sie meint wohl, den teuflischen Juden ist alles möglich…

Ich versteh so Leute auch nicht. Wie blöd muß man glauben, um jedes Pallywood-Märchen zu glauben, und bei Korrekturen dann gleich mit der Anti-Anti-Semitismuskeule zu kommen?

Die hat sich gar nicht die Mühe gemacht, die Links und Beiträge hier zu lesen. Sie hat gesehen, daß das ein Blog aus Israel zum Thema ist, und ihre Phrasen losgelassen, von wegen Klarheit in die Sache bringen.

Ich habe das Gefühl, Deutschland ist voll von solchen Leuten. Und alle ziehen sie irgendwann durch mein armes Blögchen… egal wie selten ich schreibe, egal wie ich meine Leserzahlen zu drücken versuche, immer wieder finden diese seltsamen Vögel den Weg zu mir. Nicht aus Interesse an mir oder meinem Blog, sondern nur, um ihre eigenen Vorurteile peinlich ungeniert zur Schau zu stellen. Und Leser zu sich zu ziehen.

Es tut mir leid, wenn Du Dich darüber ärgerst. Ich fände es auch schön, wenn von mir keine Links zu ihrem Blog gingen, den sie hier anpreist. Ich habe nicht auf den Link geklickt, und ich nehme ihren auch raus, ich will auch keine weiteren Leser aus ihrem Dunstkreis haben.

73. Anne - September 13, 2009, 0:12

Gut so! Jemand, der so einen Dreck verbreitet, soll dies nicht noch als Werbeforum für ihresgleichen benutzen können!

74. yael1 - September 13, 2009, 1:06

„Es tut mir leid, wenn Du Dich darüber ärgerst. “

Das muss dir bitte nicht leid tun, du kannst ja nichts dafür. Mittlerweile bin ich ja auch an einiges gewöhnt (inklusive immer die gleichen Pseudoargumente), aber ärgern tut es mich immer, obwohl weder ich noch andere die Einstellung dieser Menschen ändern können.
Wenn keine klaren Argumente mehr ziehen, die es auch hier zu Hauf gibt, kann man nichts mehr machen. Mich macht diese Ignoranz und dass es Menschen gibt, die Juden alles zutrauen, im Grunde nur traurig. Organhandel gibt es weltweit (auch in Deutschland gibt es dafür Indizien), aber dass man Gehirntoten Organe entnehmen kann und Israel unterstellt, es erschieße deswegen Palästinenser, ist der Gipfel der Geschmacklosigkeit.

Aber lass dich deswegen bitte nicht vom Bloggen abbringen, das wäre ein Sieg für diese Menschen.
Es gibt auch noch Menschen in Deutschland, die noch mitdenken und nicht jeden Mist, der über Israel und Juden verbreitet wird, glauben und die nicht dem deutschen Journalistenmainstream auf den Leim gehen. Wenn es eines Tages anders sein wird, weiß ich spätestens dann, es wird Zeit Aliyah zu machen.

Ich wünsche dir eine schöne Woche!

75. Anne - September 13, 2009, 12:34

Yael spricht mir soo aus dem Herzen! Bitte, liebe Lila, lass Dich von solchen Leuten nicht abschrecken, weiter zu machen. So viele hier sind voll auf Deiner Seite (und ganz sicher noch viele, die sich hier nicht öffentlich äußern). Ich finde wie Willow, dass die Argumente dieser Jane auf dem Niveau sind, dass man genau so gut verlangen könnte, Juden sollen nun endlich mal beweisen, dass sie nicht Blut von christlichen Kindern in ihren Matzen verbacken. Es ist furchtbar, dass wir alle immer wieder mit so was konfrontiert werden und man immer wieder merkt, wie sich hinter scheinbarer Neutralität blanker Hass verbirgt, der keinen Argumenten zugänglich ist, aber es wäre schön, wenn Du dem weiter stand halten könntest, auch wenn es manchmal fast unerträglich sein muss. Dein Blog ist wichtig und nicht nur ich vermisse es sehr, wenn Du Dich zurück ziehst.
Es gibt insgesamt viel zu wenige Stimmen der Vernunft wie Deine, die nach keiner Seite hin fanatisieren und zum Hass aufrufen.

76. Manfred - September 13, 2009, 19:18

Einen schönen Kommentar habe ich bei heplev gefunden:

„Nous sommes en 2009 après Jésus-Christ. Tout le monde occidentale est occupée par l’ idée d’apaisement. Tout? Non! Des blogs divers peuplé d’irréductibles résiste encore et toujours à l’envahisseur. Et la vie n’est pas facile pour les garnisons des prometteurs et conciliateurs des camps retranchés de la presse, de la politique, de la société et de l’église…

Noch haben die Lügner und Appeaser nicht gewonnen…da das kleine Blogdorf ihnen immer wieder mutig entgegen tritt und ihre Lügen bloßstellt.“

77. Manfred - September 13, 2009, 19:19

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