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Rassisten und ihre Methoden Mai 15, 2009, 11:42

Posted by Lila in Land und Leute, Presseschau.
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Nach seinem Wahlerfolg hat Lieberman sich pikanterweise für seine Partei Ministerstellen ausgebeten, die mit Recht und Ordnung zu tun haben. So ist auch der Minister für Innere Sicherheit, also der Polizeiminister, Mitglied der Israel-Beiteinu-Partei.

Man weiß, was man von diesen Leuten zu erwarten hat! Blanken Rassismus. Denn bekanntlich glauben sie alle daran, daß Palästinenser eine Rasse sind, ebenso wie Juden, und daß Rassen gegeneinander kämpfen müssen und die höhere Rasse die mindere beherrschen muß – wie es ja in der israelischen Unabhängigkeitserklärung eindeutig dargelegt ist und auch unermüdlich von israelischen Politikern wiederholt wird. Auch die vielen Parkbänke mit der Aufschrift „Nicht für Minderrassige“ und die Diskriminierung in der höheren Bildung sind der beste Beweis dafür, daß Israel ein rassistischer Staat ist.

So weit, so gut. Was also hat sich der rassistische Polizeiminister jetzt auf die Fahnen geschrieben? Die Minderrassigen sollen in den Polizeidienst gezwungen werden.

Internal Security Minister Yitzhak Aharonovitch announced Thursday that he plans to allocate NIS 100 million ($24.2 million) for the manning of new police posts. „There will be a preference for minorities,“ the minister said.
The minister said he would look to fill 300 new posts with minority members, especially from the north. „I have a feeling that there are not enough of them among us,“ he said. „In the north there is a lot of unemployment and we can enlist at least 400 new officers.“
He added, „It is important to incorporate a population of minority members within the police force in order to strengthen it and move it forward, as well as decrease stress in sensitive areas.“

Das ist wohl eine besonders raffinierte Form der Unterdrückung.  Angehörige der unterdrückten Minderheit sollen in die Uniform des verhaßten Feinds gesteckt werden, um Angehörige ihrer eigenen Rasse zu unterdrücken. Da habt ihr Munition für die nächste Diskussion im Gesprächskreis „Soli mit Nahost“.

Default: Ich habe Lieberman nicht gewählt und hätte ihn auch nicht gewählt – seine Säkularität ist mir sympathisch, sein Pragmatismus erträglich, und alles andere höchst contre coeur. Aber nicht jeder Vorwurf wird dadurch richtiger, daß er pausenlos wiederholt wird.

Kommentare»

1. Leser - Mai 15, 2009, 14:01

Ich hoffe, dein Artikel war ironisch gemeint, wobei ich mir da nicht so sicher bin.

„Members of Minorities“ sind übersetzt keine „Minderwertigen Rassen“ sondern Angehörige von Minderheiten! – und diese in die Polizei einzugliedern, wie auch die Stipendien für Araber, das ist sicherlich nicht Ausgrenzung und Diskriminierung, wenn genau diese Minderheiten integriert und gefördert werden!
Leider war auch „bekanntermaßen“ und „Man weiß ja, dass“ noch nie in sich begründete Argumente, das ist einfach nicht stichhaltig!

2. Lila - Mai 15, 2009, 14:20

Oh shit, you got me here 😳

Nein nein, das war natürlich total ernstgemeint.

3. willow - Mai 15, 2009, 15:47

@Leser:

Wenn du die Hausherrin besser kennen würdest, dann hättest du bestimmt nicht diese Zweifel, ob sie nun eine araberhassende Rassistin ist… zumal Ironie, Sarkasmus & Co. bei ihr immer schlecht erkennbar sind! 😀

4. Lila - Mai 15, 2009, 15:53

Nein nein, der Leser hat in mir eine JUDENhassende Fanatikerin vermutet.

Ohne Zweifel war das der beste Kommentar, den ich je erhalten habe.

5. grenzgaenge - Mai 15, 2009, 16:14

oh lila, ich wusste es schon immer. ich wusste es schon immer. ich wusste es schon immer.

*LOL*

ich wundere mich echt das ich die besuche in rungholt ueberlebt habe 🙂

kannst es ruhig zugeben, lila !! y. ist in wahrheit ein christlicher fundamentalist und ihr habt euch zu einer verschwoerung zusammengeschlossen.

ich wusste es schon immer. ich wusste es schon immer ….

🙂

SCHABBAT SCHALOM !

6. Joram - Mai 15, 2009, 17:28

nun haben manche Menschen keinen Sinn für Humor. Damit muss man leben. Ich liebe Menschen, die Probleme haben Witze zu verstehen. Da gibt man sich die Mühe witzig zu sein und dann… eeeh, ist danben gegangen.

7. Lila - Mai 15, 2009, 17:36

Y. sagt, das ist wieder mal typisch, und mein Humor ist zu kryptisch. Die Kinder sagen, ich hab gar keinen.

Ja, will ich mal sarkastisch sein, geht es gleich in die Hose… aber ich hab mich amüsiert 😆

8. Joram - Mai 15, 2009, 18:23

@Lila

„Y. sagt, das ist wieder mal typisch, und mein Humor ist zu kryptisch. Die Kinder sagen, ich hab gar keinen. “

macht sich keine Sorgen. Die deutsche Familie meiner Frau versteht meine Witze auch nicht immer. Und meine eigene Frau brauchte auch einige Zeit um nicht immer was ich sage ernst zu nehmen. Jetzt hat sich daran gewöhnt, aber ihre Bekannten haben weiterhin Probleme und wissen nie, ob ich gerade scherze oder ernst bin.
Man nennt das angeblich Clash of civilisation 😉

Du weißt doch, wenn ein Deutscher einen Witz hört, lacht er drei Mal.
Das erste Mal, wenn er den Witz hört, das zweite Mal wenn man ihm die Pointe erklärt und das dritte Mal wenn er endlich den Witz verstanden hat.

Gut Schabeß

9. Lila - Mai 15, 2009, 18:58

Ja, aber die Tragödie ist doch, daß ich hier die Deutsche bin. Und ich kann mich wegschmeißen vor Lachen über Y.s zynischen Humor. Aber er rollt nur mit den Augen, wenn ich mal meinen scharfen Witz spielen lasse 🙄

Das Leben ist unfair!

Aber israelischen schwarzen Humor versteht man tatsächlich nicht. Ein klassisches Beispiel ist Dan Chalutz´ skandalöser Ausspruch.

General Chalutz, was fühlen Sie, wenn Sie eine Bombe über dem Gazastreifen abwerfen?

Ich fühle, daß die Tragfläche zittert.

Das war natürlich die ganz verkehrte Antwort und hat für riesige Empörung gesorgt.

Die instinktive Reaktion auf diese Art Zynismus ist ein erschrockenes: …aber darüber macht man doch keine Witze!

10. Heimo - Mai 15, 2009, 21:11

das habe ich mir gleich gedacht, daß wohl einige, die dich nicht kennen, Probleme haben werden, die Ironie zu sehen, die aber spätestens dann deutlich zu Tage tritt, wenn man die entsprechenden links auch liest..
– die israelische Unabhängigkeitserklärung weicht nun doch ein klein wenig von den „Protokollen der Weisen von Zion“ ab

11. Marlin - Mai 15, 2009, 21:47

Der Chalutzwitz ist gar nicht schlecht, aber ich bin auch Zyniker. 😀

Ich hatte, oder vielmehr meine Eltern, ein Buch mit jüdischen Witzen (glaube, gesammelt aus Europa oder so. Viel mit jiddisch, natürlich), die warn auch toll. 🙂 Müsste man glatt mal ausgraben.

Ich halte Lieberman für pragmatischer als alle Europäischen Maulhelden, wobei natürlich seine Außenwirkung verheerend ist für die „öffentliche“ Meinung. Finde es besorgniserregend, wie der Druck auf Israel steigt.. 😦

12. Lila - Mai 15, 2009, 21:52

Salcia Landmann, das Buch hatten meine Eltern auch. Ja, interessant. Viele lachen über Den Anderen, Juden lachen über sich selbst.

13. Marlin - Mai 15, 2009, 22:38

Meinst Du das wars? Ist das so ein Sammelbändchen?

Cool. 🙂 Und ja, Du hast recht. 🙂 Sehr sympathish.

14. Marlin - Mai 15, 2009, 22:39

😛 Mit „c“ natürlich… bleh.

15. Lila - Mai 15, 2009, 22:52

http://www.amazon.de/J%C3%BCdische-Witze-Salcia-Landmann/dp/3423001399

Das war in den 60er, 70er Jahren mit einem halben Meter Kishon Pflichtprogramm in jedem deutschen Bücherregal 🙂 Wiedergutmachung durch kulturelle Bewunderung oder so.

Es war von dtv, mit einem anderen Einband. Ich hatte es „Der jüdische Witz“ in Erinnerung. Das Vorwort interessant, weil man ja so gar nichts von Juden wußte. Die gab es ja nirgends. Ich erinnere mich noch an den Schock, den es auslöste, als sich herausstellte, daß eines der Mädchen an unserer Schule tatsächlich aus einer jüdischen Familie kam.


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