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Trauer, Freude April 28, 2009, 19:47

Posted by Lila in Kibbutz, Kinder, Katzen, Land und Leute.
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Nicht nur der Gedenktag für die Gefallenen war heute, sondern auch ein sehr trauriger Tag für eine von Tertias Schulfreundinnen. Sie hat gestern ihre Mutter begraben. Tertia und die anderen Freundinnen sind heute zum ersten Mal zu einem Shiva-Besuch gegangen, etwas beklommen. Es war sehr, sehr traurig. Tertias Freundin ist die Älteste von drei Schwestern. Die kleinen Schwestern sind noch so jung, daß eine Tante sie für die Zeit der Shiva viel bei sich hält, weil sie den steten Strom der weinenden Besucher nicht sehen sollen. Die Große hat sich gefreut, ihre Freundinnen zu sehen, aber nicht viel gesagt.

Sie heißt Keren, Strahl, und Tertia sagt, sie war wirklich immer so vergnügt und optimistisch wie ein Lichtstrahl, und die Freundinnen haben sie deswegen oft Keren or, Lichtstrahl genannt. In der letzten Zeit war das Licht sehr gedämpft und heute war es natürlich ganz und gar verdunkelt. Tertia war auch erschüttert von dem grauen Gesicht des Vaters und den Großeltern. Es war das erste Mal, daß sie so relativ direkt mit dem Tode eines Menschen konfrontiert wurde, dessen Tod man nicht erwartet. Ihre Urgroßmütter hat sie geliebt, sie hat noch drei von ihnen gekannt, und auch um sie getrauert, aber in allen Fällen war ihr Tod absehbar.

Sie war sehr aufgewühlt und ich habe sie erzählen, erzählen und noch einmal erzählen lassen. Dann hat sie gefragt, was sie für Keren tun kann. Eine schwierige Frage. Für sie dasein, auch noch in einem Jahr und in zwei Jahren. Sie auffangen, wenn sie das braucht, und sie in Ruhe lassen, wenn sie es braucht. Ihr zuhören, und aufmerksam sein, wenn jemand taktlose Bemerkungen macht, über Mütter herzieht oder davon ausgeht, daß jeder eine Mutter hat.  Am Muttertag, Todestag der Mutter und familien-zentrierten Feiertagen besonders lieb zu Keren sein. Eben eine gute Freundin sein.

Die private Trauer vertrug sich schlecht mit der offiziellen Trauer des Tags, dem Stillstehen bei der Sirene, und noch schlechter mit dem Ausbruch der Freude heute abend beim Beginn des Unabhängigkeitstags, mit Feierlaune und Feuerwerk.

Und da böllern draußen schon die Raketen los. Die Fledermäuse peesen aus den Bäumen und unsere Katzen sind empört. Y. und die Mädchen sind auf Beobachtungsposten, ich begnüge mich mit dem Fenster, zusammen mit der strahlenden Nachbarin. 61 Jahre, wer hätte das erwartet?

Und zum Abschluß der Kult – die jährliche Flaggenparade der „daglanim“, natürlich eine Aufnahme von letztem Jahr.

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