jump to navigation

Ganz spezielles Heldentum April 26, 2009, 12:57

Posted by Lila in Land und Leute, Presseschau.
trackback

Dieser Mann ist ohne Zweifel in den Augen seiner Umgebung ein Held.

moussa-tit

Moussa Tit hält sich auch selbst für einen Helden. Er wollte Shahid werden, also ein Märtyrer, der für seinen Glauben heldenhaft im Jihad fällt und zum Vorbild für andere Shahidim wird. Man beachte auch die ausgeprägte Zabiba auf seiner Stirn.  Er verfaßte ein Testament, in dem er bekannte, für den Islam sterben zu wollen. Ein frommer Mann, der den mutigen Entschluß faßte, sich seiner Religion zum Opfer zu bringen.

Zu diesem Behufe begab er sich, mit einer Axt bewaffnet,  in die Siedlung Bat Ayin in Gush Etzyion (genau der Gegend, wo Primus seit ein paar Tagen Dienst tut) und suchte sich das Opfer für seinen Drang zum Heldentum. Da er ein Anfänger-Shahid ist, durfte das Opfer nicht zu kernig sein und am Ende noch imstande, sich zu wehren. Ein paar kleine Jungens kamen ihm gerade Recht.

shlomo-nativ

Er griff also den 13jährigen Shlomo Nativ mit einem Messer an und erstach ihn. Der Junge verblutete. Ermutigt von seinem Erfolg, wagte sich Moussa Tit mit der Axt an einen Siebenjährigen, den er noch verletzen konnte, und war gerade dabei, das dritte Kind anzugreifen, als er vom zionistischen Feind überwältigt wurde. Dieser tat ihm leider nicht den Gefallen,  ihn zu lynchen, wie Tit es doch erwartet haben muß (da Israel keine Todesstrafe kennt, muß er an einen anderen Weg gedacht haben, sich Gott zu opfern), sondern im Gegenteil – da der zionistische Feind in Form von Nachbarn und Eltern der Kinder sich um die Verletzten kümmerte, konnte Moussa Tit fliehen.

Nun tat er, was einem zu allem entschlossenen Helden ansteht: er vernichtete die Tatwaffen, versuchte seine Spuren zu verwischen und tat so, als sei nichts gewesen. Bis er vom Shin Bet verhaftet wurde.  Da präsentierte er sich mit seinem Testament in der Hand, in pathetischer Pose. Seht mich an, ich bin Opfer der bösen Israelis, die mich jetzt sofort mit ihren Gewehrkolben zusammenschlagen – die Axt ist ja leider nicht mehr da.

testament-moussa-tit

Ohne Zweifel wird es Menschen geben,  die seine Meinung teilen, daß so ein wahrer Held aussieht, der im Kampf gegen Israel zu sinnvollen Mitteln greift, um mithilfe von Axt und Messer den Kraken zu vernichten, der bald den ganzen Nahen Osten zu verschlingen droht und in dessen Reich nur Juden geduldet werden. Ja, sie werden es für richtig halten, daß  der Shahid verherrlicht und besungen wird.

Damit kann man nicht früh genug anfangen. Der unglückliche Farfour zeigt schon kleinen Kindern, was der höchste Wert im Leben ist. Auf daß es nie an Moussa Tits mangele, die mit der Axt dem zionistischen Besatzer den Garaus machen, einem nach dem anderen.

Man wird mir nachsehen, daß ich anderer Meinung bin. Und daß ich keine Worte finde, die meine Meinung über diese Art des Heldentums adäquat wiedergeben.  Anders als mit Zynismus kann ich an das Thema nicht ran.

(Das habe ich erfunden? Das habe ich nicht erfunden.)

(Oh, und wißt Ihr was? Ich wette, beim nächsten Gefangenentausch wird er freigepreßt. Und Eure Leitartikler werden alle, alle dafür sein.)

Kommentare»

1. Mr. Moe - April 26, 2009, 13:39

Oh, und wißt Ihr was? Ich wette, beim nächsten Gefangenentausch wird er freigepreßt. Und Eure Leitartikler werden alle, alle dafür sein.

Das ist doch selbstverständlich, wer Frieden will muss nun einmal auch Kompromisse eingehen und guten Willen demonstrieren! Außerdem können für den Täter doch sicherlich die üblichen mildernden Umstände geltend gemacht werden: von Zionisten vertrieben und unterdrückt, traumatische Kindheit, etc. pp. 🙄

2. Lila unkommentiert « grenzgaenge - April 26, 2009, 13:41

[…] 26 April 2009 at 13:40 | In Fremde Federn | No Comments nein. dieser post von lila braucht keinen kommentar vom grenzgaenger. der post spricht fuer sich. […]

3. Mr. Moe - April 26, 2009, 13:57

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch ein Artikel von Itamar Marcus, des Leiters von Palestinian Media Watch. Dort heißt es u.a.:

A poll after last year’s murders of eight teenage yeshiva students found that „84 percent of Palestinians support the terror attack killing eight young students in a Jerusalem yeshiva on March 6, 2008“ (Poll by Palestinian Center for Policy and Survey Research, The New York Times, March 19, 2008). How can an entire Palestinian society support the murder of children? Clearly, the framing of Jews and Israelis as mortally dangerous to Palestinians has been totally successful.

Israel now faces a society that is very possibly past the stage of genocide framing and at the point of seeing the killing of Israelis, even teens, as justified. All that would be necessary for the population to go along with the final script, detailed so many times by its leaders, would be the means.

4. Daily News About Israel : A few links about Israel - Sunday, 26 April 2009 04:31 - April 26, 2009, 14:18

[…] Ganz spezielles Heldentum […]

5. Helden mit Axt - Update « Die schwarze Pest - April 26, 2009, 15:06

[…] Lila schreibt über den Fall dieses […]


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s