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Nichts weiter los hier Februar 19, 2009, 14:22

Posted by Lila in Kibbutz, Kinder, Katzen, Land und Leute.
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Ich schreibe nur noch für den drafts folder (wie heißt der eigentlich im deutschen WordPress?). Fiese Viren strecken uns nacheinander nieder, heute ist Y. sogar zuhause geblieben, was selten vorkommt. Damit ich ein bißchen liegengebliebene Arbeit wegschaffe, sperre ich mich per Leechblock selbst aus – nicht als ob es viel hülfe, ich sticke oder häkle dann lieber, statt zu schreiben. Ich habe nun mal den akademischen Ehrgeiz nicht.

Quarta ist heute zehn Jahre alt geworden. Ich bin so froh, daß ich die Kleine habe, wenn sie auch längst nicht mehr klein ist. Die Jungen sind ja praktisch flügge, und Tertia wird auch schon richtig erwachsen.  Die Holzbuchstaben aus Deutschland reichen nur bis 9, die bewahre ich jetzt für eventeulle Enkelkinder auf. Spielzeug brauchen wir auch nicht mehr. Quartas größter Wunsch war eine Swiss card wie ihr Bruder, und sie hat sie auch bekommen, nur noch cooler, mit Taschenlampe.

Ich habe überraschenderweise ein paar ganz gute Angebote für nächstes Jahr gekriegt, jobmäßig. Dabei bin ich ja eigentlich ganz gut ausgelastet. Mal gucken, was draus wird. Ich habe ein paar neue Themen am Wickel. Y. meint immer, mit den Ideen, die bei mir in der Schublade schlummern, könnte ich ein ganzes Regal mit Veröffentlichungen füllen, aber wie gesagt, ich hab diesen Ehrgeiz nicht. Und es tut mir nicht mal leid. Immerhin bin ich vorsichtiger geworden und laß mir nicht mehr von Krethi und Plethi die Ideen aus der Nase ziehen. Es ist mir ja ein paarmal passiert, daß andere aus meinen Ideen und teilweise auch unter Benutzung meiner Materialien ihr Nest gepolstert haben. Na ja, sowas passiert nun mal.

Von dem politischen Kuddelmuddel hier haben wir so die Nase voll, daß wir die Nachrichten ignorieren und statt dessen Romme spielen. Ich hab sogar ein paarmal gewonnen. Ich bin froh, daß wir so abgeschieden leben. Manchmal möchte ich mich wirklich vor aller Welt zurückziehen, auf einen Einödhof (nicht als ob es hier sowas gäbe…)  und mit dem ganzen Mist nichts mehr zu tun haben. Ich kann nur hoffen, daß Netanyahu die goldene Linie zum vernünftigen, konstruktiven, sicheren  Kompromiß  findet und sich weder auf unhaltbare Positionen zurückzieht, die wir dann in fünf Jahren mit Blessuren räumen müssen, noch sich von internationalem Druck ins Spielchen drängen läßt, das nur von uns fordert, jedes Beharren unsererseits auf Einhaltung der Abmachungen von Seiten der Anderen aber als „Friedenshindernis“ diffamiert.  Beides kann ich nicht mehr ertragen. Es ist unsere Zukunft, die da auf dem Spiel steht. Und irgendwie hab ich zu Bibi nicht das Zutrauen. Nun, hoffen wir das Beste, dumm ist er ja nicht, nur nervös.  Und endlich mal ne stabile Regierung zu haben wäre ja mal eie feine Abwechslung.

Oh, und im Süden geht der bardak weiter.  Auf kleinerer Flamme, aber er geht weiter.  Auch sehr bedrckend. Keiner weiß, was mit Gilad Shalit wird. Einerseits sehe ich ein, daß die Freilassung brutaler Terrroristen nur dazu führen wird, daß Entführungen weiterhin als lohnend gelten – abgesehen davon, daß diese Terroristen sehr gefährlich sind und weitere Menschenleben zerstören können (die Zahl der Todesopfer als Auswirkungen des Jibril-Deals gehen in die Dutzende). Andererseits ist die Vorstellung, den Jungen aus wie auch immer gerechtfertigten Grundsätzen im Gazastreifen verkimmeln zu lassen, unerträglich. Ich denke da fast permanent dran. Als er von der Hamas verschleppt wurde, war er 19 Jahre alt. Jetzt sind fast drei Jahre vergangen. Soll er unsere Unerpreßbarkeit mit dem Leben besiegeln?

Also, ich habe nichts Neues zu sagen.

Kommentare»

1. david - Februar 19, 2009, 15:04

Ihr seid doch schon ziemlich abgelegen. Einödhof? Geht schon auch: In Gesher, Neve Ur, Yardene, Neve Ur ist es mal so richtig nichts los und da es meistens widstill und heiss ist, wirkt die Stille noch intensiver.
Gegen diese lästigen Erkältungen bei dem dauernden Wetterwechsel momentan helfen Zitronen und Arak sehr gut.

2. mischpoke - Februar 19, 2009, 17:28

Mazel tov Dir liebe Quarta, wauh der erste runde Geburtstag. Ganz doll liebe Grüsse von uns Meschuggenen aus dem tiefen Süden des hohen Nordens.

3. grenzgaenge - Februar 19, 2009, 19:03

schoen wieder etwas von der lila zu lesen. auch von mir herzlichen glueckwunsch, quarta.

4. Mr. Moe - Februar 19, 2009, 20:05

Schön, mal wieder was von dir zu lesen! Zu deiner Frage: In der deutschen Version heißt es auch „draft“.

In deutschen Medien und von ägyptischen Außenministern wird Shalid übrigens als Hindernis für einen Waffenstillstand gesehen – was für eine kranke Welt…

5. Markus - Februar 19, 2009, 20:51

draft – oder auch Entwürfe …

Hoffentlich holt Olmert/Bibi Shalid da bald raus! 😐

6. Manfred - Februar 19, 2009, 21:38

Von mir auch herzlichen Glückwunsch, Quarta!

Übrigens kann WordPress sich nicht so recht entscheiden: Mal heißt es „draft“, mal „Entwurf“.

7. beer7 - Februar 19, 2009, 21:43

Gute Besserung Euch allen. Bei uns war inzwischen auch der Mann dran, gestern blieb er zuhause, heute schon wieder nicht mehr. Die Kinder – toitoitoi – sind bisher davon gekommen.

Israel kann die eigene Erpressbarkeit nur verringern, wenn die Todesstrafe fuer rechtskraeftig verurteilte Terroristen eingefuehrt wird.

8. Marlin - Februar 19, 2009, 23:13

Mazel Tov, Quarta. 🙂 Mögest Du mit den Katzen noch viel Freude haben. Und mit der Familie.

Lila, danke für die Nachricht. Und gute Besserung.

9. Mikado - Februar 20, 2009, 12:01

„Ich habe überraschenderweise ein paar ganz gute Angebote für nächstes Jahr gekriegt, jobmäßig. Dabei bin ich ja eigentlich ganz gut ausgelastet. Mal gucken, was draus wird. Ich habe ein paar neue Themen am Wickel. Y. meint immer, mit den Ideen, die bei mir in der Schublade schlummern, könnte ich ein ganzes Regal mit Veröffentlichungen füllen, aber wie gesagt, ich hab diesen Ehrgeiz nicht. Und es tut mir nicht mal leid.“

Ja, ja, ja! Und nachher beschwert Frau sich, dass alle Führungspositionen mit Jungs besetzt sind. Dann kommt die gute Annette Schavan und schaft 200 Stellen ausschließlich für Professorinen.

http://www.scienceblogs.de/weitergen/2008/03/frauen-in-der-wissenschaft.php

Hauptsache die Statistik stimmt. So sieht er aus der real existierende Feminismus! 😉

P.S.: Sorry! Rekonvaleszenten soll man ja eigentlich nicht ärgern, aber das mußte einfach sein.

10. CK - Februar 20, 2009, 16:06

@mikado: Falsch, so sieht Staatsfeminismus aus, nicht unbedingt Feminismus. Was Du kritisierst, nenne ich sozialdemokratisch-paternalistischen Interventionismus. Gutgemeint, aber leider falsch. Hier sogar inhärent sexistisch, da angenommen wird, dass Frauen unfähig sind sich ohne die Politik selbst zu emanzipieren.

Der Etatismus und seine Bürokratie pervertieren halt auf Dauer leider jede gute Idee. 😦

11. Georg - Februar 21, 2009, 10:58

Ach, ich musste erst mal googeln, was denn eine SwissCard ist: Quasi das Schweizer Multi-Tool in Kartenform. Ich wusste nicht, dass es so etwas gibt :-))
Glückwunsch an die Lütte!

12. Andreas - Februar 21, 2009, 17:00

Ja, kann gut verstehen, dass du derzeit von der Politik nichts hören möchtest. Aber so ganz versteh ich das „Regierungsauftrags-Modell“ auch nicht… Ich meine, da soll Bibi eine Regierung bilden und ihm wird vom Präsidenten gleichzeitig gesagt, er solle mit Livni zusammen koalieren. Hallo? Die hatte doch knapp mehr Stimmen.
Das ist ja als hätte Köhler 2005 gesagt: „Herr Schröder bilden Sie die Regierung und nehmen sie die CDU mit rein“. Ok, in Deutshcland hat es mittlerweile auch schon fast Tradition, dass die zweitstärkste Fraktion irgendwie einen Regierungsanspruch stellt, aber trotzdem…

Dafür habt ihr denke ich derzeit keinen Schnee, oder? Das ist auch furchtbar

13. Lila - Februar 21, 2009, 20:01

In jedem Land ist das Walhrecht anders, und ideal ist es nirgends. Israel ist ein heterogenes Land, darum würde hier ein amerikanisches Modell mit zwei Parteienblöcken nicht passen. Israelische Regierungen sind immer Koalitionen.

Der Präsident erteilt den Regierungsbildungsauftrag erst, nachdem er mit allen Fraktionen gesprochen hat und von ihnen eine Empfehlung erhalten hat. Dann weiß er, wer die größen Chancen hat, eine Regierung zu bilden. Normalerweise ist das der Vorsitzende der größten Fraktion, aber da diesmal der Abstand sehr knapp war, hat die zweitgrößte Fraktion größere Chancen.

Es sind so viele Kombinationen möglich, daß man Netanyahu nicht beneiden kann.

Ich meine mich zu erinnern, daß auch in Deutschland schon mal knappe Wahlergebnisse waren. Hier kommt noch die niedrige Hürde hinzu, durch die auch sehr kleine Parteien in die Knesset einziehen. Und diese kleinen Parteien sind es dann natürlich auch, die eine Erhöhung dieser Hürde verhindern 😉

Daß Peres sich für eine stabile Koalition einsetzt und Livni zu überreden versucht, als Juniorpartnerin in eine Koalition zu bringen, finde ich lobenswert. Lieberman versucht dasselbe. Alle wissen, daß eine sehr rechte Regierung instabil wäre. Netanyahu und Lieberman würden deswegen sehr gern Kadima mit reinnehmen. Netanyahu hätte auch gern die Avoda noch dabei. Klingt absurd, ist aber logisch.

Alle wollen nur eines: endlich eine stabile, dauerhafte Regierung, die echte Entscheidungen fällen kann.

14. CK - Februar 21, 2009, 22:41

@Lila: Sorry, aber die USA sind ein radikalpluralistischer Staat, multikulturell, multiethnisch, multireligiös (nur halt viel größer als Israel, so dass die teilweise extremen Unterschiede sich halt wohl weniger auf engem Raum bemerkbar machen).

Die beiden Parteien (Republikaner, Demokraten) sind auch keine Parteien im Sinne wie es Parteien in Deutschland und vermutlich auch in Israel gibt, sondern lose, durchaus heterogene Zusammenschlüsse diverser, vielfältigster Interessensgruppen, die daher auch keine oder zumindest viel weniger Fraktionsdisziplin kennen.

So wie ich das amerikanische System verstanden habe (lasse mich da aber gerne korrigieren) wählt man daher auch eher Personen und deren Ideen als Parteien und deren Inhalte. Gerade in so Blockadesituationen wie in Israel oder auch in Deutschland (seit der Gründung der Linken) könnte ein Majorzsystem eher Stabilität bringen, was nicht heisst, dass ich dieses generell bevorzugen würde.

15. stine - Februar 22, 2009, 1:23

Bei solchen Situation könnte eine Reform der Hürde für den Einzug ins Parlament helfen. Sehr viele kleine zersplitterte Parteien gibt es ja in Deutschland auch, nur solange es die 5 % -Hürde gibt, kommen die eben nicht in die Parlamente (mit regionalen Ausnahmen).
So sind größere Parteien auch gezwungen, ein größeres Spektrum an Meinungen abzubilden, was zur Zeit für die vormaligen Volksparteien eher ein Problem darstellt.
Aber so etwas kann ja ncht einfach installiert werden, darauf müssten die Parteien schon selbst kommen, und das ist wohl in allen Parlamenten der Welt der schwierigste Akt 😉

16. willow - Februar 22, 2009, 10:46

Hmmmm….glaubst du wirklich, daß 5%-Hürden wie in Deutschland oder ein praktisch auf nur zwei Parteien hinauslaufendes Mehrheitswahlrecht wirklich immer und überall besser sind!?

Klar, es führt zu stabilen Regierungen, aber dafür werden die jeweils vertretenen politischen Inhalte immer austauschbarer, beliebiger, ähnlicher … und der Bürger zunehmend uninteressierter, was sich z.B. auch in Wahlmüdigkeit ausdrückt. Was soll z.B Jemand wählen, der zwar politisch bei den Sozialdemokraten steht, aber gegen sozialistische Bildungsexperimente und Deindustrialisierung ist?

Systeme wie in Israel führen zwar zu schwierigerer Regierungsbildung, dafür sind die Parteien aber unterscheidbarer – was jenseits der “Lagerwähler” die Chance bietet, über Themen und Inhalte abzustimen. Leider sind aber auch in Israel die Politiker nur Menschen – und die Wähler auch…

17. grenzgaenge - Februar 22, 2009, 12:45

also ich finde es gut das so viele parteien in der knesset sitzen. gerade die buntheit macht fuer mich die israelische demokratie aus. ich denke man sollte die israelische demokratie nicht mit deutschen massstaeben bewerten.

18. CK - Februar 22, 2009, 17:41

Da ich selber ein Aussenseiter bin, ziehe ich das Proporzsystem mit vielen bunten Parteien auch einem Mehrheitswahlrecht an sich klar vor, ich wollte hier nur darauf hinweisen, dass Lila mMn paradox argumentiert, wenn sie einerseits das heute System verteidigt und andrerseits bemängelt, dass stabile Regierungen in so schwierigen Situationen selten sind.

Lustigerweise spricht nämlich gerade Bibis Versuch jenseits allen Lagerdenkens alle Parteien (sogar die Avoda) ins Boot zu holen für ein Mehrheitswahlrecht mit großen, heterogenen Blöcken.

Auch will ich dem Vorwurf der Beliebigkeit widersprechen, denn ich halte die USA für ein radikalpluralistisches Land und die Parteien dort keineswegs für wenig unterscheidbar.

@willow: „Was soll z.B Jemand wählen, der zwar politisch bei den Sozialdemokraten steht, aber gegen sozialistische Bildungsexperimente und Deindustrialisierung ist?“

Also nichts für ungut, aber eine solche Person kann doch längst die Union in Deutschland wählen. Zudem würde man in einem Mehrheitswahlsystem einfach entsprechende Personen panachieren. Oder wo liegt mein Irrtum ?

19. croco - Februar 25, 2009, 0:09

Die Quarta, die erst vor Kurzem in die Schule gekommen ist? Ich erinnere mich noch so gut an die Fotos ihres ersten Schultages.
Wie schnell die Zeit doch vergeht.
Dieses Schweizer Set ist richtig Klasse.
Wir sind auch ausgerüstet mit den Produkten dieser Firma.
Doch das fehlt noch.
Ein prima Geschenk!
Grüß das kleine, große Mädchen doch von mir und wünsch ihr bitte alles alles Gute. Mit den Werkezeugn kann nichts mehr schief gehen, nichts mehr :-))


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